Einzelbild herunterladen

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)

Ar. 287 Drittes Blatt

Zamtag, 8. Dezember (934

Mht: überall, wo früher Deutsche geherrscht und gäbe unserer Z« sie aekämpft haben, ist das Andenken an deutsche Geist se

»eit, danach zu trachten,

ein Ansehen behält, um

ihre

et. Nikolaus zieht in Berlin ein

.iw.nixtint;

der Nation den Lebensweg bahnen zu Näheres aus dem reichen Inhalt des

daß der wie bisher können. Buches zu

bringen, ist an dieser Stelle unmöglich, man lese selber.

>en&Co.

»EN

er Hotel W

mit ein* weil de/

ift* jen 'ch.

en

unterschieben wollte, man könne durch Wohltaten, durch Almosen die Liebe und Treue des Arbeiters gewinnen. Es gibt wenige Stände, in denen es fo' viel idealistisch denkende Menschen gibt, wie den Ar­beiterstand. Recht und Gerechtigkeit ist sein Ideal. Dazu gehört aber auch, daß die'Gemeinschaft, der er seine Kraft zur Verfügung stellt, für die er sich im Schützengraben seine Knochen zerschießen ließ, ihn trägt, daß sie sein Schicksal zu dem ihrigen macht.

Und das war es, was er in der internationalen Gemeinschaft seiner Klasse zu finden hoffte: Ver­ständnis für seine menschlichen Nöte und seelischen Kämpfe, Hilfe in materieller Not, Bewußtsein eines gemeinsam getragenen Schicksals. Wenn er >das alles i n der nationalen Gemeinschaft wieder- findet, ja, wenn er sieht, daß er hier ja noch niet besser verstanden wird, daß die Hilfe hier reichlicher fließt und sein Opfer dankbarer ausgenommen wird, dann ist kein Zweifel, wohin er sich wenden wird. Denn der Arbeiter will ja auch selbst eine Stätte, einen Altar, an dem er dienen kann. Und wo wäre dieser Altar natürlicher und selbstverständlicher als im Herzen des Vaterlandes!

Es ist ja auch nicht nur das Mittragen der mate­riellen Not der Hungernden und Frierenden, die Sorge für die Arbeitslosen, Alken und Kranken: viel tiefer ist die seelische Not. Diese Not heißt Vereinsamung. Ihre Medizin heißt aber Gemeinschaft. Der Arbeiter will Gemeinschaft, er will sich als Glied einer starken Genossenschaft fühlen, die ihn als gleichberechtigt in ihre Reihen aufnimmt. Wer von den Wohlhabenderen hilft, soll nie so geben, wie man einen lästigen Bettler ab­speist. In der echten Schicksalsgemeinschaft fragt man nicht nach der Gegenleistung, man fragt nur nach dem Bruder. Es ist so leicht, neue Gräben und Klüfte aufzureißen, denn jetzt sind die alten Wunden noch nicht verheilt, und der Körper des deutschen Volkes ist überempfindlich, wie bei einem Genesen­den.

So muß die nationale Solidarität der materiellen Hilfe zur Schicksalsgemeinschäft der deut­schen Volksgenossen werden, unzerbrechlich und un­auflöslich.Auf Leben und To b", ja, das sagt sich leicht, und es ist doch ein Ziel, wie es schwerer und schöner nicht zu denken ist.

besser brauchen als ich!" So schenkt der Räuber Moor sein Leben in der Gestalt des Preises, der auf Moors Kopf gesetzt ist, dem armen Manne, dem Leben noch etwas bedeutet, der es besser brauchen kann als der innerlich vernichtete tragische Held.

*

Es gibt unglückbringende, tückische Geschenke, Da­naergeschenke. Sie sind das Symbol des Häßlichen in der Menschenseele, der Bosheit und Falschheit, die heuchlerisch den Vorgang der Liebesbezeugung durch eine Gabe entweiht, die unter Blumen die Viper verbirgt.

Auch dies verräterische Geben reicht in alte Zeiten zurück. Selbst das WortGift" heißt, wie inMit­gift", nur: das Gegebene, und noch ist im Sprach­gebrauch da und dort die Wendunglemandem ver­geben" fürihn vergiften" erhalten

*

Ich wende davon den Blick zum Geschenk der Liebe, bei dem der Geber, wenn es ein echtes Ge­schenk der Liebe ist, sich selbst und sogar seine Ver­bindung zu dem Beschenkten unterordnet: bei dem er nichts will, als mit der Gabe in dem geliebten Menschen Freude erwecken. Solches Schenken beruht auf liebender Wesenserkenntnis des andern, auf dem Wissen, wo dem anderen Freude entspringt.

*

Seit wir wieder eine Volksgemeinschaft geworden sind und das Gefühl der völkischen Verbundenheit durch alle Deutschen geht, ist das namenlose Geschenk, bei dem sich Geber und Empfänger nicht kennen, die Beisteuer zur Winterhilfe, gleichviel ob in Geld oder Gegenständen, auch ein Geschenk der Liebe, bei dem der Schenkende nur an die Freude des andern denkt. Aber es ist auch ein Geschenk der mit dem Herzen zu erfüllenden vaterländischen Pflicht.

*

Unb das Schönste, das je über das Schenken ge­sagt ward? und zugleich das schönste Schenken nennt? Iphigenie spricht es aus:

Wie man den König an dem Uebermaß

der Gaben kennt, denn ihm muß wenig scheinen, was Tausenden schon Reichtum ist, so kennt

man euch, ihr Götter, an gesparten, lang

und weise zubereiteten Geschenken"

Dies ist der Sinn des hohen Wortes: ein Götter­geschenk! Wir begrüßen es in unserer Torheit gewiß oft genug mit Unzufriedener Miene. Und es ist doch das Herrlichste, was einem Menschen beschieden sein kann: das gesparte, lang und weise zubereitete Ge­schenk!

O du fröhliche... Goldateuzeii!

Von Peter Purzelbaum.

Der gute liebe Nikolaus.

Es hatte an der Haustür geklingelt und eine tiefe Stimme gefragt, ob er hier richtig bei Ritt­meisters sei.

Mit langem weißen Bart, Kutte und Kapuze war dann der Nikolaus in die Stube gestapft die Hausfrau warf einen besorgten Blick auf seine Langschäfter" und ihren Parkettfußboden hatte sich mit dem Aermel die Nase gewischt, die Gedichte der Kinder angehört und schließlich den Sack voll Aepfel ausgeschüttet. Nun stand er hilflos herum.

Der Herr Rittmeister winkte mit dem Zaunpfahl:

Na, mein lieber Nikolaus nun gehst du gewiß noch zu anderen Kinderchen ober in ben Himmel zu den Heben Engelein zurück ...?"

Hackenknallend reckte sich der Nikolaus hoch. Sein Wattebart stand fast waagerecht:

Ick soll sofort auf Stallwache und Mist karren, Herr Rittmeister!"

Der Plumpudbing brennt.

Weihnachten war's, unb meine Großmutter hatte Gäste eingelaben. Erst gab es eine Suppe, bann Karpfen und Pute, nun wartete alles andachtsvoll auf ben frabitionellen Plumpudbing.

Aber ber kam nicht.

Großpapa trommelte bereits auf bem Tischtuch ba, endlich tat sich die Tür auf unb ein allgemeines Aaaah!" erscholl.

Warum bauert benn bas mit bem Plumpudbing so lange?" zischelte meine Großmutter bem Burschen ins Ohr.

Unb Friebrich XXXI. ebenso zurück:

Ich konnte ben Rum nicht in Branb kriegen, Frau Oberst aber nu is allens in bester Orbnung, ich habe Petroljum bruffjejoffen."

Unser Weihnachtsbaum.

Wir lagen bamals weit hinter ber Front in Re­serve. Für ben Heiligen Abenb hatten wir auf bem zwar verbotenen, jedoch keineswegs ungewöhnlichen Requisitionswege einen schönen und hohen Tannen­baum besorgt und uns damit abseits ber Kompanie zu einer urgemütlichen Weihnachtsfeier vereinigt.

Lichterglanz, Festtagsstimmung, Weihnachtslieber, begleitet von einer heibenmäßig verstimmten Zieh­harmonika kurz: Weihnachtsabenb im Felbe.

Ging boch da zufällig unser Divisionskommanbeur vorbei und kam zu uns rein. Guckte sich um und freute sich über unfern wirklich imposanten Weih-

Man schenkte in alten Zeiten etwas vom Eigenen, «im eigenen Besitz, bas mit Wesen des Gebers I kiichtränkt war und dies Wesen bem Empfangenden ! fipien sollte. Man schenkte nicht, wie wir neugekaufte 3hge, so daß Schenken heute oft nur noch heißt:: to Gegenstand für den andern bezahlen.

Iber selbst wir ehren noch das Symbol des Schen- iir.5, indem wir die Gabe berühren, in die Hand t;Innen und dadurch sinnbildlich erst zu unserem Kiitz machen, ehe wir sie dem zu Beschenkenden □nigen.

3oas WortGeben ist seliger denn Nehmen" ist ftun spät gesagt, als der Ursinn vergessen war. Auf 'ins frühesten Stufe muß beides gleichermaßen selig prüfen sein das Geben und Nehmen schuf ja l^chheit zwischen Schenkendem und Empfangen- lir Auch wurde Gabe mit Gegengabe, Wesen um 'Sisen getauscht.

er tiefsinnige Spötter C h a m f o r t sah in seiner | ben einst geheiligten Vorgang alles Geheim- vsi's entkleidet, belachte ihn, wenn er an bie Men- Ü)n buchte, bie er als Schenkenbe kannte:Geben j Seliger benn Nehmen! Das muß wahr fein. Die t nnerung ist, wie man sagt, bie Probe auf einen Miufj. Nun, ich habe beobachtet, baß sich ber Geber 0 viel länger unb genauer an bas Schenken er- Wt als ber anbere."

*

kenne Leute zu benen selbst zu gehören ich j'nben möchte, bie einen Oegenftanb bann oer- 'ifen, wenn er bei einem anberen Menschen seine y immung mehr erfüllt als beim alten Besitzer. H schenkt Eonrab Ferdinanb Meyer in einem fjcien Gedicht bie Schlittschuhe trotz aller zarten (;iiinerungen, bie für ihn an bem stählernen Paar fragen bem Neffen, besten Herzenswunsch sie fit unter besten Füßen sie roieber in Jugenb über is)ßii5 fliegen werben.

Eiies ist ein Schenken, bei bem bas Wesen bes ver- Jriften Dinges wichtiger ist als bie Beziehung Z:i chen Gebendem und Nehmendem.Er kann es

i

ui 3531

7252 Ü

nachtsbaum. Dann besichtigte er die Liebesgaben- pafete. Da fiel der Blick des Generals auf ein Häuflein zärtlich verschnürter und mit Tannenreis geschmückter Päckchen.

Wo ist denn der Mann, dem diese Pakete hier gehören?" fragte Exzellenz.

Im Arrest!"

Die Sonne der Leutseligkeit verfinsterte sich äugen* blicklich.

So hm, hm warum?"

Da platzte unserJnfanterie-Uebel" heraus: Weil er den Tannenbaum geflaut hat." B e i einem Wirte wundermild ..." Vater hatte zu Haus auf dem Gute so oft unb stets schmunzelnd in der Erinnerung an all die Ge­nüsse, die er sich als junger Leutnant früher in Berlin geleistet hatte, geschwelgt, daß bie Söhne es kaum erwarten konnten, vom Vorkorps nach Lichter- felbe versetzt zu werben, um möglichst balb in Vaters Spuren zu wanbeln.

Da ben väterlichen Geschichten zufolge auf ber Welt nichts überFritze Toepfer" ging, so stolperten also eines Abventssonntagsvormittags zwei Kabelten die sieben Stufen der Weinstube in ber Dorotheen- straße herauf, werfen einen prüfenben Blick auf bas berühmte kalte Büfett unb nahmen Platz.

Mit ber Nonchalance eines Granbfeigneurs be­stellte ber Aeltere:

Bringen Sie mir, bitte ehern eine Hum­mermayonnaise."

Mir auch!", echote ber Bruber.

Na auf Ehre, die Mayonnaise schmeckte benn boch besser als berblaue Heinrich" im Korps!

Doch nun kam ber Nachgeschmack, es mußte be­zahlt werben. Unter Flüstern unb Kichern puhlten bie beiden ihre Brustbeutel durch die Reihe der Waffenrockknöpfe heraus unb begannen ben Bar- bestaub nachzuprüfen.

Um biefe Tageszeit war bie Weinstube noch leer. Herr Toepfer fauste also ausnahmsweise nicht, mit der Serviette unter bem Arm, herum, fonbern hielt sich, bie beiben Seiten seines langen Backenbartes streichelnb, im Hintergrund und beobachtete die an­gehenden Feldmarschälle. Er gab dem Kellner einen Wink:Bolle, die Hummermayonnaise rechnen Sie dort am Tisch zu fünfzig Pfennig."Zahlen!" ertönte es bald darauf vom Fenster her.

Die Herren hatten gehabt zwei Hummer* Mayonnaisen zu fünfzig Pfennig."

Bringen Sie mir noch eine!"Mir auch!", schrien beide Kadetten wie aus einem Munde.

Der Berliner Weihnachtsmarkt wurde mit einem feierlichen Einzüge des Weihnachtsmannes durch das Brandenburger Tor eingeleitet. Auf dem Pariser Platz wurde der Weihnachtsmann von seinem Kollegen aus Thüringen begrüßt, der zur Kennzeichnung seiner Herkunft auf feinem Gewände ein grünes Herz trug.

eichte*

je uur

V

Weltpolitischer Anschauungsunterricht.

Von Or. Gustav Wolost, o. ö. Professor der Geschichte an der Universität Gießen.

Der auch den Lesern desG. A." aus vielen klufsätzen wohlbekannte Dr. Paul Rohrbach igt in seinem neuen Buche * das Hauptergebnis Mer bald vierzigjährigen Tätigkeit im Dienste der butschen Weltpolitik vor. Angeborener Drang, die rieite Welt kennen zu lernen, erfüllte schon den üchüler des Mitauer Gymnasiums mit Sehnsucht :ach ben fernen ßänbern, mit benen ihn ber histo­rische religiöse unb geographische Unterricht in listige Verbinbung brachte; bas Stubium auf ber nioerfität Berlin, wo bem jungen Theologen zu- Mch historische, wirtschaftliche, geographische unb !'sonders politische Probleme anzogen, ließ in ihm k Ueberzeugung erwachsen, daß das deutsche Volk m Lebenskampf mit den anderen großen Nationen One Erweiterung seines geistigen und materiellen Horizonts nicht b e» he hen könne, und daß es fein persönlicher Beruf i, an feinem Teile Verständnis für diese Erkenntnis und die praktischen Ausgaben zu »ecken.

(Erwerbung unmittelbarer Anschauung war die ( sie Bedingung zur Erfüllung dieses Berufs: so Hrte ihn sein Weg in alle Teile der Erbe außer :uftralien. In der Regel ging er allein, mitunter t'ch in Gemeinschaft mit gleichgesinnten Freunden, I gehörte z. B. ber heutige Reichsbankpräsident mehrfach zu seinen Begleitern. Wenige Deutsche tirfte.es geben, die so viel von ber Welt gesehen tid bie besuchten Landschaften unb Menschen ver- Köge einer umfassenden Bildung zugleich in so en- pm ZiGammenhang mit der gesamten Kultur in !'rgangenheit und Gegenwart geschaut haben.

An der Hand von kurzen, flüssig unb lebendig ge­il riebenen Briefen und Berichten können wir den -rfaffer in seinem neuen Buche nach den verschie- imften Ländern begleiten; über die meisten Lanb- taften erhalten wir Berichte aus verschiedenen, zum :i'if weit a u sei na nber Ii e genbe n Jahren, so daß wir 1 n Wanbel ber Zeiten in Rohrbachs un» Kttelbaren Eindrücken miterleben können. Mit be- l.nberer Liebe und Ausführlichkeit behandelt er die Jir ob Lerne des Orients und der deut- J:gen Kolonialpolitik, wa er doch selbst sichrere Jahre in Südwestafrika als Ansiedlungs- iimmissar tätig.

Natürlich bildet ber Weltkrieg, unser aller lchicksal, einen Bruch in seiner Tätigkeit; er schien |l gerade seinen Ideen unübersteigliche Hindernisse bereiten. Aber der Ausgang warf ihn trotz der .Snnichtung so vieler Hoffnungen nicht in Ver­zweiflung unb Pessimismus. Vorher galt es, Bahnen z:, zeigen, in benen sich bie beutsche Macht unb der d Asche Unternehmungsgeist in froher Zuversicht dfalten konnte, jetzt heißt es, aufzuspüren, was von hfl alten Saaten noch vorhanden ist, und wo sich nme Möglichkeiten in neuen Formen, wenn auch in befjeibenen Anfängen unb unter schwersten Anstren- Singen finden lassen.

Wegen dieser ernsten aber von jeder Resignation mit entfernten Grundstimmung ist das Buch ein licitreffHd)er Wegweiser insbesondere für bie 13 gend: es zeigt ihr, wie das beutsche Volk trotz n sicher Fehlschläge unb Irrtümer vorwärts Ion und draus und dran war, sich dauernde Grunb- lohcn für eine weltpolitische Arbeit, ohne bie es jener Zukunft nicht sicher sein kann, zu schaffen; U)0 es sagt ihr, welche Kenntnisse unb Eigenschaften p Wiederaufnahme ber nationalen Lebensaufgabe uimtbehrlich sind.

Auf zwei Aktivposten hat ber Deutsche, ber heute ii bie weite Welt geht, immer noch zu rechnen, n ? auf Schritt unb Tritt aus bem Buche hervor-

Paul RohrbachWeltwanberer in ber Wel- hroenbe". Verlaa R. Olbenbourg in München. Ishis geb. 4,80 RM. (549)

Das war ja das Teuflische an der Klaffenkampf- ibee, daß ihre unbedingte Voraussetzung ber R i ß durch die nationale Volksgemein­schaft war, daß bie Liebe unb Freundschaft zum internationalen Genossen den Haß gegen ben Blutsgenossen bedingte. Es war oft erschütternd, was ber einfache Arbeiter um dieses Idols willen opferte, mit welchem Idealismus er kämpfte und litt in Streiks und Aussperrungen, wie gläubig er seinen Führern" folgte. Er glaubte, sie seien seine Nothel­fer, seien die Menschen, die es gut mit ihm meinten, die ihm helfen wollten, daß Unrecht zu Recht würde. Er hat längst umgelernt.

Jetzt kommt der nationalsozialistische Staat und verkündet einen Tag der nationalen Soli­darität, zeigt ihm, daß ,/der Staat nicht nur eine nützliche, sondern auch eine wohltätige Einrich­tung" ist. Wie ist dieses Bismarckwort vor vier- undfünfzig Jahren bekämpft worden, ebenso wie das andere von demTropfen sozialistischen Oels", das der große Staatsmann allen feinen Gesetzen beifügen wollte. Wie recht hatte er auch darin. Wie genau sah er, daß das Fundament seines Reiches wankte, so lange der Arbeiter international dachte.

Aber man sieht nur eine Seite, wenn man Bismarck ober Hitler die Absicht ober den Glauben

Auf Leben unb Tob!

Oer 8. Dezember ein Tag deutscher Gchicksalsgemeinschast.

Von Or. K. Heidemann

Der Dank an ben Führer.

Auch der Leiter des Bundes erblindeter Krieger sammelt heute.

Berlin, 8. Dez. (DNB.) Der Leiter ber Fachab* teifungBund erblindeter Krieger" der NS.-Kriegs- opferoersorgung e. 23., Pg. Dr. Kle i n (Berlin), hat anben Führer folgendes Schreiben gerichtet, das ein rührendes Beispiel tiefster Volks­verbundenheit unb Opfergemeinschaft ift:

Am Tage ber Solidarität wollen auch b i 4 beutlet) en Kriegsblinben in Dankbar- feit für helfende Liebe, die sie st e t s von Ihnen mein Führer empfangen haben, ihre Schicksalsverbundenheit mit denjenigen bekunden, die sich in Not und Elend be­finden, indem sie sich ebenfalls an der Sammlung zu Gunsten des Winterhilfswerks beteiligen.,

Als Leiter und Obmann der über 3000 deutschen Kriegsblinden unb als kriegsblinder Parteigenosse darf ich Sie mein Führer daher bitten, auch mir hierfür am Samstag dem 8. d. M., einen Be­gleiter zur Verfügung zu stellen und den Platz a n z u w e i s e n. Gerade wir Kriegsblinden, die wir eigene Not und Sorge zu tragen und ein schweres Schicksal zu meistern haben, hoffen hier­durch Sorge und Not unserer Volks­genossen zu lindern und durch ihr eigenes schweres Schicksal der Kriegsblindheit der Oessentlich- keit kundzutun, wie notwendig es ist, zu helfen.

Indem wir so Ihren Kampf mein Führer zur Beseitigung von Not und Elend tatkräftig un­terstützen, hoffen wir ein klein wenig alles dasabzustatten, was wir d u r ch S i e emp­fangen haben und einen Beweis unserer Ge­folgschaftstreue zu. liefern."

en

aefampft haben, ift d

Leistungen nicht erloschen, und überall, wo Deutsche im Frieden unter fremder Herrschaft tätig gewesen sind, herrscht der gehässigen Kriegspropaganda zum Trotz Respekt vor i h r e m W i s s e n und Können: es ist die Auf-

Als die deutsche Friedensdelegation nach Versailles fuhr, war eines ihrer Mitglieder der hannoversche Dberpräfibent und SPD.-Abgeordnete ßeinert. Er teilte die pessimistischen Befürchtungen ber übri­gen Delegierten nicht, er war Sozialdemokrat unb wußte um die Macht der internationalen Solidarität der arbeitenden Klassen.Das werben unsere fran­zösischen unb englischen Genossen ja nichtzulas - sen, daß wir so geknebelt werden", war sein zwei­tes Wort. Nun, sie haben es doch zugelas­sen, gen.au so, wie es bie englischen Matrosen zu- gelassen haben, daß die Soldatenräte auf den deut­schen Kriegsschiffen die Fahne der internationalen Solidarität, die rote Fahne des Klaffenkampfes, nie­derholen mußten,widrigenfalls bie englischen Kriegsschiffe bas Feuer eröffnen werden." Und wenn wir jetzt nach dem entscheidenden Wendepunkte suchen, wann der Glaube an die internatio­nale Solidarität den Bruch bekam, von dem er sich nie wieder erholen sollte, bann war es der Tag der Auslieferung der deutschen Flotte und der Tag ber Unterzeichnung des Friebensvertrages. Und wenn wir heute in bewußtem Widerspiel des Wortes, den Tag der nationalen Solibarität feiern, so wis­sen wir, baß es an jenen dunklen Tagen begann, daß dem Arbeiter bie Augen aufgingen.

Lieber das Schenken.

Von Wilhelm von Scholz

Wahrscheinlich ist unser heutiges Schenken ein ben mstandesmäßigen, zeitentsprechenden Anschauungen ss-ieglichenes altes Mysterium ber Verbinbung prier Menschen durch Geben und Nehmen. Ein Lumbal, nicht notwendig weit ab von ber Bluts- jrJberfdjaft ber roilben Völker.

'»«ÄS, Sir I

Mas StferSS

»den Ml e 5unge i 7 vor hpr ö r'"' :*n,m* #ntl <r ÄpRttej i *

Mren*T l®«9'Se»»

L?° Mark. J

Eine i^nfpiele für" P,e!c sind in 5. *Vhn Spin: der ganzes humorvoll. -le aus dem ° und Musiker cneSpielanlch

mber: sausstt ntfM rtVtbt