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Oie Attentate von Bia Torbagy und Jüterbog.

Eisenbahnattentäter Matuschka erneut im Verhör.

Am zweiten Verhandlungstage des Matu sch ka- Prozesses in Budapest stand wiederum der vom Angeklagten immer wieder erwähnteGeist Le o" im Mittelpunkt des Verhörs, lieber die Beweg­gründe des Attentats erklärte Matuschka, er sei von einem Geist besessen gewesen. Nach einem Abend­essen mit einem Kaplan, bei dem erheblich getrun­ken wurde, habe er den Geist Leo auf seinem Bett­rand sitzend gefunden, der ihm zurief, er müsse Attentate verüben, um so berühmt wie Trotzki zu lberden. Von diesem Moment an habe er sich als Attentäter gefühlt und den Entschluß zu Attentaten gefaßt. Der Geist habe ihm angeraten, eine religiös-kommunistische Sekte zu gründen. Ma- tuschka teilte hierbei mit, daß er auch in Berlin versucht habe, eine Sekte religiöser Korn- munisten ins Leben zu rufen und sich hierfür einen größeren Geldbetrag verschafft habe. Auf die Frage des Präsidenten, ob die Mitglieder der Sekte ihm bei der Durchführung der Attentate behilflich sein wollten, lehnte Matuschka dies entschieden ab und erklärte, er hätte nur christliche Arbeitslose in die Sekte aufnehmen wollen, Juden nur bann, wenn sie sich vorher taufen ließen.

Der Anaeklagte schilderte dann die Vorbereitun- gen für die Attentate von Ansbach und Jüterbog, verwickelte sich jedoch hierbei in er­hebliche Widersprüche mit seinen vor dem Wiener Landesgericht zu Protokoll gegebenen Aussagen. Matuschka behauptete immer wieder, daß er durch die Attentate keineswegs Menschenleben vernichten, sondern nur seinen Namen in den Zeitungen lesen wollte. Der Präsident wies dem Angeklagten nach, daß er stets Anschläge aus Schnellzüge verübt und stets besonders gefährdete Bahnübergänge für die Attentate ausgesucht hätte. Im Verhör zeigte der Angeklagte eine erstaunliche Fachkenntnis auf eisen­bahntechnischem Gebiete und schilderte seinen Atten­tatsversuch bei Ansbach am Silvesterabend 1930. Nach jedem Attentatsversuch habe er seine Kleider verbrannt, um das Geheimnis vor seiner Frau zu hüten. Auch in Ansbach hatte Matuschka einen Auf­ruf an die Arbeiter vorbereitet, den Zettel jedoch bei der Flucht wieder mit sich genommen. In dem Auf­

ruf stand,daß eine große Macht hinter der Ar­beiterschaft stände."

Ein Antrag der Verteidigung, drei medizinische Sachverständige mit der Feststellung zu beauftragen, ob Matuschka besondere mediale Fähigkeiten habe, und seine Eignung zum Medium zu untersuchen, wurde vom Vorsitzenden abgelehnt.

Als der Anschlag bei Jüterbog behandelt wurde, zog Matuschka abermals denGeist Leo" heran. Es habe ihn das Gefühl beherrscht, daß er Leo" nicht ausweichen könne. In Berlin habe er die für den Anschlag notwendigen Patronen und Geräte gekauft unter der Angabe, daß er irischer Offizier sei und das Material für seine 23iUa in Potsdam benötige.

Bei dem Anschlag hat Matuschka, wie der Prä­sident mitteilte, drei Kilogramm Ekrasit in zwei Eisenröhren verwendet. Gleich nach der Explosion habe er die elektrische Zündung abgestellt und sei über die Gleise geflüchtet. Matuschka sagte weiter, er habe sich darauf ein Exemplar desAn­griff" gekauft, das Blatt mit Reißnägeln an einer Telegraphenstange befestigt und darauf die Worte geschrieben:Sieg, Attentat, Revolution!" Die Staatsanwaltschaft wird ihre Beweisführung bei den Strafanträgen darauf aufbauen, daß Matuschka die Anschläge nur unternommen habe, um Reklame für seine verschiedeneneisenbahntechnischen Erfin­dungen" machen und damit Geld verdienen zu können.

Das Verhör wandte sich darauf dem Attentat von Bia-Torbagy zu. Matuschka gab an, sich in Wien 63 Ekrasitsprenakörper und 12 Patronen beschafft zu haben. Auf die Frage, warum er ge­rade Ungarn für den Anschlag ausgesucht habe, sagte Matuschka, er habe grundsätzlich jeden An­schlag in einem anderen Lande ausführen wollen. Ursprünglich habe er die Sprengung der großen Eisenbahnbrücke bei Neupest geplant. Während der Fahrt von Wien nach Budapest habe sich derGeist Leo" zu ihm in das Abteil gesetzt. In Budaveft habe er zuerst versucht, im Fachverein der Eisen­bahnarbeiter Propaganda für seine kommunistische Sekte zu machen.

OerKomps um -enDiamantenGeorgia"

Zwanzigjähriger Streit zweier Freunde um einen Glücksfund in Südafrika.

Perlen bedeuten Tränen", sagt der Dolksmund. Und in der Tat: mehr als einmal schon hörte man, daß um den Besitz wertvoller Perlen und Edelsteine langjährige Freundschaften in die Brüche gingen, Familienbande aesprengt und Menschenleben ge­opfert wurden ober gar Kriege entbrannten. Fast alle berühmten Diamanten haben ihr besonderes Schicksal, imb viel ist darüber schon geschrieben worden. Wer entsinnt sich nicht des JuwelsK o - hinoo r", des größten und kostbarsten, der je ge­funden wurde? Viele Prozesse, teilweise mit bluti­gem Ausgang, sind um ihn geführt worden, und sonderbar: keinem, der ihn schon besah, hat er bis­her Glück gebracht! Der vielgenannte Edelstein N a s s a k", der sich zu Beginn des 19. Jahrhun­derts in den Händen des Herzogs von Hastings befand, war im ausgehenden 18. Jahrhundert von einem französischen Soldaten aus dem Brahmanen- tempel in Seringham gestohlen worden. Der Dieb verkaufte ihn später einem englischen Offizier, der ihn mit nach England nahm. NachdemNafsak" mehrfach feine Besitzer gewechselt hatte, gelangte er in die Hände des russischen Prinzen Orlosf, der ihn der Kaiserin Katharina II. schenkte, um sich deren Gunst zu erwerben. Der Prinz hat sich die Gunst seiner Herrin und Herzensdame damit nicht erkaufen können, auch der Beschenkten brachte der Stein kein Glück ...

Daran wird man erinnert, wenn man hort, daß zwei ehemalige Freunde schon zwanzig Jahre hin­durch um den Besitz eines Steines prozessieren, der noch nicht einmal annähernd so kostbar ist wie der DiamantNassak" oder gar derKohinoor" und dessen Wert eigentlich längst aufgehoben ist durch die Kosten der um ihn gemachten gerichtlichen Anstrengungen! Es handelt sich um Öen Diamanten Georgi a", einen auffallend schönen Stein mit bläulichem Glanz und ungewöhnlichem Feuer. Er wurde vor nun genau 20 Jahren von Jack M e s - sersmith in den Gruben von Johannesburg ge­funden. Der Grund, auf dem das kostbare Stück ausgegraben wurde, gehörte jenem Jack Meffer- fmith zusammen mit seinem Freunde, dem Ameri­kaner F al ton. Als die beiden die Grube er-

warben, machten sie aus, daß jeder daraus gemachte Fund in ihren gemeinsamen Besitz übergehen solle. Der SteinGeorgia" hätte ihnen also zu gleichen Teilen gehören müssen, wenn nicht zwischen den beiden Kameraden einige Tage vor dem Fund des Steines eine mündliche Vereinbarung getroffen worden wäre, nach der künftighin die Erträgnisse aus öem einen Teil des in ihrem gemeinsamen Besitz verbleibenden Terrains Mefferfmith zufallen sollte, während Falton den andern Teil auf eigene Rechnung ausbeuten sollte. Als Mefferfmith den Georgia" auf dem ihm zugfvrochenen Abschnitt fand, machte Falton Mitbesitzansprüche geltend, und weil jene Vereinbarung noch nicht schriftlich nieder- Ijelegt war, kam es zum ersten Prozeß. Seitdem inb nun 20 Jahre vergangen und in dieser Zeit­panne hat der umstrittene Stein oft zwischen den Partnern gewechselt, die sich darüber bitter ver­feindeten. Da beide Parteien mit zahllosen Kniffen und Tricks arbeiteten, wurde die letzte Entscheidung immer wieder hinausgeschoben.

In diesen Tagen aber soll nun, wie von ameri­kanischen Blättern berichtet wird, der endgül­tige Gerichts spruch gefällt werden. Augen­blicklich besitzt Mefferfmith den Stein und ist damit nach England geflogen. Und da Falton nun auch eine Diebstahlsanzeige gegen ihn erstattet hat, ist das Verfahren so kompliziert worden, daß der zwanzigjährige Prozeß sich noch viele weitere Jahre hinziehen kann.

Weshalb beide Parteien Gelder aufwenden, die den Preis des Streitobjektes weit überfteigen? So­wohl Mefferfmith als auch Falton behaupten, der Besitz des Steines habe ihm Glück gebracht. Und wirklich: werGeorgia" gerade besaß, konnte wäh­rend dieser Zeit fein Vermögen ungewöhnlich stark vermehren. Beide Männer sind inzwischen so reich geworden, daß sie finanziell gesehen den Ver­lust des Diamanten verwinden könnten. Aber beide befürchten, mit ihm auch das Glück zu verlieren... Fragt sich nur, -ob derjenige, demGeorgia" ein­mal endgültig zugesprochen wird, jemals mit seinem umneibeten und mißgönnten Glücksstein glücklich wird!

Schleswig-Holstein, Ostpreußen, Westpreußen, Ober- schlesien und Kärnten. Das Glockenspiel läßt neben dem Deutschlandlied folgende Weisen als Gruß der Abstimmungsgebiete erklingen:Schleswig-Holstein meerumschlungen", den Hohenfriedberger Marsch, das Kärtner Heimatlied und bas Saarlieb. So schließt sich ein Band der Schicksalsgemeinschaft und gleich bewährter Dolkstreue um die hart umkämpf- ten deutschen Grenzgebiete.

Maria kahle

als Senbbolln des VDA. in Südamerika.

Die im Auftrage des VDA. Südamerika berei­fende Dichterin und Schriftstellerin Maria Kahle hat ihre Vortragsreise durch Brasilien beendet und befindet sich zur Zeit in P a r a g u a n. Die Fahrt durch das große Land, von Rio de Janeiro über Sao Paulo, Curityba, Joinville, Blumenau, von dort über Rio Negro durch bas neue beutsche Sieblungsgebiet am Uruguay-Fluß unb weiter nach ©üben über Jjuhy-Santa Cruz bis nach Porto Alegre bedeutete einen in seinem Umfange noch nicht zu übersetzenden Erfolg. Ueberall erntete Maria Kahle den höchsten Dank. Der Präsident des Staates Parana stellte der Rednerin einen Salon­wagen 1. Klaffe zur Verfügung. Aus den von vielen Seiten eingehenden Berichten geht hervor, wie ein­dringlich ihre meisterhaften Ausführungen auf die Zuhörer gewirkt haben. Zahlreiche deutsche Volks- genossen, die bisher abseits standen, haben zum Deutschtum wieder zurückgefunden und den Geist des neuen Reiches tennengelernt.

Flugzeug KönigsbergBerlin verunglückt.

Das Flugzeug D Avan der Post- und Fracht­strecke KönigsbergBerlin ist verunglückt. Nach dem Ueberfüegen von Danzig mußte das Flugzeug in der Nähe der Ortschaft Groß-Rakitt etwa 20 Kilometer südwestlich Lauenburg aus bis­her nicht geklärter Ursache eine Außenlandung vor­nehmen. Hierbei kam die künfküpfige Besatzung un­ter Führung des Flugkapitäns Erb ums Leben. Eine Untersuchungskommission hat sich sofort zum Unfallort begeben.

Trauriges Ende eines Schulausfluges. Gefängnisstrafe für einen gewissenlosen Unternehmer.

In der Nähe von Langenberg bei Gera fuhr im Juli d. I. ein mit 30 Schulkindern aus Köttigau bei Weißenfels besetzter Lastkraftwagen gegen einen Baum. Dabei wurden zwei Schulkinder tödlich unb 28 zum Teil schwer verletzt. Der Anglücksfall fand jetzt sein gerichtliches Nachspiel. Dom Geraer Schöffengericht wurde das Urteil ge- sfällt. Es lautete gegen den Autofuhrunternehmer Kurt Langner aus Weißenfels auf ein Jahr ßechs Monate Gefängnis und den Kraftwagen- fführer Otto Meißner, ebenfalls aus Weißen- ifels, der den Unglückswagen gesteuert hatte, auf ßechs Monate Gefängnis. Meißner brauchte jedoch steine Strafe nicht anzutreten, da sie unter die Am- rneftie fällt. Der Staatsanwalt hatte als Anklage- »ertreter betont, daß der Hauptschuldige der ^Fuhrunternehmer Langner sei, der seinen Angestett- tten, den K'-astwagensührer Meißner, in der ^schlimmsten Weise ausgebeutet habe. Meißner S)abe wöchentlich mehr als 100 Stunden ohne ge- «lügende Ruhepausen fahren müssen. Durch Sach- »erftänbige wurde eindeutig festgestellt, daß der Kraftwagenführer wegen Uebermübung am Steuer öes Wagens eingeschlafen war. Nur darauf iift das Unglück zurückzuführen, das dem Schulaus- plug einer lebensfrohen Kinderschar ein so trauriges Ende bereitet hatte.

Dreister Vandllenüberfall auf einen Bahnpostwagen. 40 000 Zloty erbeutet.

Ein außerordentlich dreister Banbitenüber- pa 11 in unmittelbarer Nähe von Warschau erregte dort größtes Aufsehen. Bei Nacht überfielen drei maskierte Banditen wenige Kilometer vor War­schau den Postwagen eines Personenzuges Posen Warschau. Die überraschten Beamten des Post­wagens wurden von dem plötzlich während der Aahrt eindringenden Banditen mit Revolvern in »chach gehalten. Die Banditen warfen die eiserne Weidkassette aus dem Zuge, zogen die Notbremse mnd sprangen ab. Die Verfolgung durch die Beam- len und Polizeistreifen haben bisher nur zur Auf­findung der erbrochenen Kassette geführt, die fast HO 000 Zloty enthalten hatte. Ferner wurde eine Anzahl verdächtiger Personen verhaftet. Man weiß ober nicht, ob die Täter sich unter ihnen befinden.

Vier Seiltänzer auf offener Straße abgestürzt.

In Stuhlweißenbura (Ungarn) ereignete sich bei . siner Vorstellung reisender Artisten ein schweres LU n al ü ck. Als vier Seiltänzer gleichzeitig ein über Die Straße gezogenes Drahtseil überquerten, verlor siner von ihnen das Gleichgewicht, stürzte ab iunb riß die übrigen drei mit sich. Bei dem Sturz !ourchschlugen sie das Sicherheitsnetz und fielen auf »as Straßenpflaster. Alle vier Seiltänzer erlitten ! ebensgefährliche Verletzungen, denen itiner von ihnen bereits erlegen ist.

I Der Mörder feines Kindes.

Schulz abermals zum Tode verurteilt.

Das Schweidnitzer Schwurgericht verurteilte den irüheren kommunistischen Landtagsabgeordneten Schulz aus Waldenburg-Dittersbach wegen Er- mordung seines Sohnes Horst wiederum r,um Tobe unb Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit.

Die letzte Postkutsche im Spessart verschwindet.

Am 1. Dezember b. I. wirb bie jetzt noch auf ber Strecke HaigenbrückenHeinrichsthalWiesen im Spessart fahrende alte gelbe Postkutsche I'urch ein modernes Postauto ersetzt werden. Damit verschwindet abermals ein Stück Romantik, das Idyllische Ueberbleibsel einer beschaulichen Zeit.

Line Villa ausgeraubt.

Einer unbeaufsicht gelassenen Villa auf der Insel Dderwerth bei Koblenz statteten Diebe bei Nacht tonen Besuch ab unb ließen alles mitgehen, was laicht niet- unb nagelfest war. Den Dieben find Werte von mehreren Tausend Mark in die Hände gefallen. Neben Kleidungsstücken unb Wäsche nah­men sie Silberbestecke, Uhren, Schnupftabakbosen, Droschen, Armbänder unb Ketten mit. Die Krimi­nalpolizei hat bie Diebe noch nicht fassen können. Schweres Unwetter über Mittel- und Süditalien.

In ganz Mittel- unb ©übitalien gingen in den ätzten Tagen schwere Unwetter nieder, die i,u Erdrutschen, Überschwemmungen unb Brücken einstürzen führten. In ber Pro­vinz Toscana finb die Flüsse über die Ufer ae- treten unb haben mehrere Dörfer unter Wasser t-esetzt. Die reihenden Fluten führen Möbel und Hausgeräte mit sich. In ber Nähe von Rom riß her über die Ufer getretene Tiber zwei Brücken einer Prooinzialstraße nieder, so daß der Kraft- uagenverkehr nach dem Süden für längere Zeit lihmgelegt wurde. Auch die Bahnlinie RomNea- i-el wurde teilweise unterbrochen. Die an der Bahn- hrede liegende Stadt Lassino steht vollständig unter

Wasser. Ebenso ein großer Teil der trockengelegten Pontinischen Sümpfe. Bei der Stadt Littoria ent­gleiste infolge Unterspülung der Gleise ein Güterzug.

Flußpiraten auf dem Rhein.

Bei Engers statteten Diebe bei Nacht einem vor Anker liegenden Lastkahn einen Besuch ab. Der Schiffseigentümer geriet mit den Dieben in ein Handgemenge, packte zwei der Burschen und warf sie in den Rhein, während ber Dritte bie Gelegen­heit benutzte, zu fliehen. Die beiden in den Rhein geworfenen Diebe, die den Schiffseigentümer wäh­rend des Kampfes schwer verletzt hatten, konnten das Ufer erreichen unb im Dunkel ber Nacht gleich­falls entkommen. Die Ermittlungen der Polizei waren noch ohne Erfolg.

Acht Todesopfer

beim Ueberfall chinesischer Banditen auf einen Zug.

Ehinesische Banditen haben einen Personenzug zwischen Hsimin und Peiwu angehalten und einen Teil des Zuges ausgeplündert. Die mandschurische Wache versuchte vergeblich Widerstand zu leisten. Die Banditen haben drei Geologen entführt, um deren Schicksal man beunruhigt ist. Nach den bisherigen Mitteilungen sind acht Personen g e - tötet und eine größere Anzahl verletzt worden. Galizische Slraßenräuber überfallen ein Fuhrwerk.

Eine lote, vier Schwerverletzte.

In der Nähe von Tarnow (Westgalizien) wurden die sechs Insassen eines Fuhrwerks in einem Walde am hellichten Tage von fünf Straßenräu­bern überfallen. Die Wegelagerer gaben meh- rere Schüsse auf das Fuhrwerk ab, wobei eine Frau getötet und vier weitere Insassen schwer ver­letzt wurden. Danach raubten die Banditen alle Kleidungsstücke und das Bargeld der Ueberfallenen, worauf sie flüchteten. Die Deute beträgt etwa tau­send Zloty,

Herbslneuigkeiten im Ost-Europa-Verlag.

Der Ost-Europa-Verlag, Königsberg i.Pr.,/Berlin W 35, kündigt an: Von ber seit mehreren Jahren im Erscheinen begriffenen großen unb einzigen mobernen beutschenGeschichte Rußlanbs von den Anfängen bis zur Gegenwart" des bekannten Ruß- landhistorikers der Berliner Universität, Professor Dr. Karl S t ä h l i n, wirb Banb 3 nunmehr er­scheinen. Der gleiche Verfasser legt vor: Russisch- Turkestan, gestern und heute, zusammengestellt nach einem Reisetagebuch. Prof. Dr. Otto H o e tz s ch : Osteuropa unb beutscher Osten, Kleine Schriften zu ihrer Geschichte. Dr. Peter K l e i st: Die völker­rechtliche Anerkennung Sowjetrußlanbs. Dr. Hildegarb Schaeber: Die dritte Koalition und die Heilige Allianz, nach neuen Quellen. Dr. Erich Thiel: Verkehrsgeographie von Russisch- Asien. Dr. Hasso von Wedel: Die estlänbische Ritterschaft, ein Beitrag zur Geschichte bes baltischen Deutschtums. Major a. D. Dr. Walther Große: Führer über bie ostpreußischen Schlachtfelber. Privatdozent Dr. Adalbert von Unruh: Flug­hafenrecht.

Ein wildfarbiges Hausschwein wird gezüchtet!

Seit zehn Jahren werden im Kaiser-Wil­helm-Institut fürZüchtungsforschung in Münchebera Züchtungsoersuche zur Er­langung eines wildfarbigen chausschweins durchge- führt. Die Anregung für diese Züchtungsarbett ist von dem ftüheren Leiter des Instituts, Prof. Dr. E Baur, gegeben worben, unb zwar in ber Hoff- nung, durch diese Züchtung die chronische Schweineseuche, die noch erhebliche Verluste in der Schweinewirtschaft verursacht, e i n z u d ä m - m e n. Jährlich werden in Deutschland etwa 20 Mil­lionen Ferkel geboren, von denen etwa 22 v. H. im Jugendalter zugrundegehen. Diese chronische

Schweineseuche grassiert besonders tn ü rt zweckmäßig gebauten Ställen. Das Zuchtziel war deshalb darauf gerichtet, eine Schweinerasse zu erhalten, die roiberftanbs* ähig gegen die Seuche ist.

Die zehn Gebote der modernen Ehinefln

Zu diesem Zweck wurde zunächst ein russischem W i l d k e i l e r mit Sauen von verschiedenen Land- schweinerassen gepaart. Jrn Verlaufe der Züchtungs­arbeiten zeigte es sich nun, daß die Erbfaktoren der Wildfarbe gleichzeitig höchste Widerstandsfähiakeit gegen chronische Schweineseuche bedingen. Also mußte das Zuchtziel darin bestehen, die guten Eigen­schaften unserer Kulturrassen mit der Wildfarbe zu kombinieren. Die e r st e n Generationen zeigten nicht nur bunte Farbaufspaltungen, sondern sie hatten außerdem die typischen Eigenschaften bes Wild- schweins geerbt: jebe Mastfähigkeit fehlte ihnen. Es wurden dann die verschiedensten Rück­kreuzungen mit solchen Kulturrassen vorgenom­men, deren gewünschte Eigenschaften in der neuen Rasse noch fehlten. Von Generation zu Generation steigerte sich die Mastfähigkeit. Unb heute, nach zehnjähriger Züchtungsarbeit, ist bas ersehnte Ziel fast erreicht. Die jetzt vorhanbenen Tiere besitzen bie guten Eigenschaften des Hausschweins wie Schnellwüchfigkeit, Mast­fähigkeit und Fruchtbarkeit; außerdem sind sie aber ro i l b f a r b i g unb infolgebeffen hofft man, baß sie in weitestgehendem Maße wider st andsfähig gegen bie chronische Schweineseuche sein werben.

Soeben hat die chinesische Regierung zehn neue Gebote für die Damenmobe heraus­gebracht; Chiang Kai - schek hat sie selbst genehmigt. Noch in biefem Monat treten diese Toilettenvorschriften für das schone Geschlecht Chinas in Wirkung für alle Provinzen, bie der Kontrolle Nankings unterstehen, unb zwar gelten sie nunmehr für bie Gesamtheit ber Frauen, währenb sie bisher nur für die Beamtinnen unb Negierungsangestellten maßgeblich waren. Das enganliegende lange chine­sische Ueberkleid mit dem hohen Halskragen unb den Schlitzen auf beiden Seiten darf mit ge­wissen Einschränkungen beibehalten werden; aber bie altüberlieferte Tracht des kurzen Jacketts mit den fporthofenartigen Beinkleidern muß sich beträcht­liche Änderungen gefallen lassen. Folgendermaßen lauten diese zehn Gebote:

1. Das Kleid darf nicht so lang getragen werden, daß es die Füße berührt. 2. Die Seiten- s ch l i tz e dürfen nicht hoher als bis zum Knie reichen. 3. Jene Frauen, die noch die altmodischen Jacketts und Beinkleider tragen, müssen darüber Rocke anziehen; andernfalls müssen die Jacketts lang genug sein, um bie Hüften zu bebecken. 4. Die Oberteil der langen modernen Kleider darf die Formen nicht hervortreten lassen; bas strumpf- lose Erscheinen in ber Öffentlichkeit ist, außer bet der Feldarbeit, verboten. 5. Röcke und Bein­kleider müssen lange genug fein, um die Knie zu bedecken. Dies gilt auch für Unterbeinkleider. 6. Gewelltes Haar darf nicht tiefer als bis zum Kragen reichen. 7. Es ist verboten, sich in der Öffentlichkeit in Unterröcken, Morgenröcken ober Pyjamas zu zeigen. 8. Das Tragen von ausländischen Kleibern ist zwar erlaubt, Der Ge­brauch von Korsetts jedoch ist verboten. 9. Alle Schneiber müssen sich nach biesen Verord­nungen richten und dürfen keine anderen Aufträge annehmen. 10. Frauen, die diesen Verordnungen zuwiderhandeln, sind zunächst von der Polizei zu verwarnen und bann zu zwingen, von ihren Irrtümern" zu lassen.

Oer todbringende Liebestrank.

Dor kurzer Zeit herrschte eine roilbe Panik in Indien, vor allem bie Behörden von Madras waren verstört: Schlag auf Schlag wurden ihnen über vierhundert rätselhafte Todesfälle unter höchst geheimnisvollen Umständen gemeldet bis man jetzt dem Mysterium auf die Spur kam.

Die Opfer finb meist junge Männer unb Mäbchen gewesen. Weder den englischen noch den einheimischen Aerzten waren die Begleiterscheinungen ber Krank­heit, an der die Patienten oft schon in wenigen Stun­den unter großen Schmerzen starben, be­kannt. Obschon nun die Inder an das Wüten der alle paar Jahre periodisch auftretenden Lungen- p e ft gewöhnt sind, und die Scheiterhaufen auf den primitiven Krematorien nur selten erlöschen, löste Die geheimnisvolle neue Seuche denn eine solche vermutete man fast panikartige Furcht aus.

Allerdings: der Seuche fiel kein einziger Europäer zum Opfer. Und das hat einen Detek­tiv stutzig gemacht. Nach einem Schlüssel für das Geheimnis suchend, trieb er sich im Hafenviertel von Madras herum. Da stürzte eine junge Inderin auf ihn zu und beschwor ihn, doch ihren Bräutigam zu retten, der bewußtlos im Hause ihrer Eltern liege. Der Detektiv sah, daß der Bräutigam bereits tot war an der unbekannten Seuche verschieden. Er nahm nun die Eltern bes Mädchens unb die Braut selbst ins Verhör und diese gestand, in aller Unschuld, sie habe dem Verstorbenen einenLiebestrank" eing-geben.

Dadurch wurde das Rätsel derSeuche" gelöst. Bei Madras lebte ein fremder Zauberer, den nie­mand kannte, zu dem aber alles lief, was Liebes­nöte hatte. Allen verkaufte dieser Zauberer einen Trank für schweres Geld, ließ aber nie sein Gesicht sehen, das hinter einer weißen Maske verborgen blieb.

Nun begann die Razzia nach demZauberer". Aber der Verbrecher, der aus unbekannten Motiven feinen Liebestränken ein geheimnisvolles (3 i f t b ei­gemengt, war bereits verschwunden, als man ihn ausheben wollte. Bis heute hat man ihn nicht ergriffen. Dafür jedoch ist wenigstens dieneue Seuche" jählings erloschen, wennschon noch einige Tage die Scheiterhaufen in unb bei Madras lodern werden, um die Leichen der jungen Toten nach Landesbrauch zu bestatten.

Der Mann mit den 58 Frauen.

Vor dem Weltkrieg trug man dem letzten Zaren, Nikolei II., einen seltsamen Rechtsfall zur Entschei- düng vor, da die russischen Gesetze sich als unzu­reichend erwiesen. Ein hoher Beamter lebte in Viel­weiberei und hatte in fünf Städten fünf Freundin­nen, die, ohne voneinander zu wissen, hohe finan- zielle Ansprüche stellten, die der Staatsbeamte auf Staatskosten zu erfüllen suchte.Er soll sie alle

JVCiAO *KcJM-

gegen spröde Haut