Einzelbild herunterladen

Das Wiesbadener Landestreifen

der Devtschen Arbeitsfront.

Erster gemeinsamer Appell aller Werktätigen des Gaues Hessen-Nassau.

LPD. Wiesbaden, 7. Okt. Das Landestreffen der Amtsleiter und Amtswalter der Deutschen A r b e i t s f r o n t d e s G a u e s Hessen-Nassau ist die erste Kundgebung die- er Art in Deutschland. Für die schon am Sa ms- a g zu einem Appell eingetroffenen Arbertskame- raden fanden am Abend an verschiedenen Stellen große Veranstaltungen statt, die alle überfüllt waren. Im Kurhaus fand die Aufführung des Fest- vieles Weckruf der Arbeit" von Till Kalfer-Wie- derstein starken Beifall, gleichfalls der Bunte Abend, den der Reichssender Frankfurt a M. m den Sa- len der Stadthalle veranstaltete. Echtes Volkstreiben herrschte im Stadion Unter den Eichen. Am Sonn­tagmorgen vollzog sich der Aufmarsch der Amtswalter dank der straffen Organisation m mustergültiger Ordnung. Außer den Tagungsteil­nehmer strömten unübersehbare Menschenmassen nach dem ehemaligen Exerzierplatz. Die sinnvolle Ausschmückung des Platzes durch den Kunst­maler Adolf Presber erhöhte den Eindruck des weihevollen Bildes dieser Riesenversammlung. Als Landsobmann Becker, Frankfurt a. M., dem Füh­rer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley meldete, daß rund 80 000 Amtswalter mit über 1000 Fahnen angetreten seien, bot der Riesen­platz kam noch eine Lücke. Beim Einmarsch der Fahnen brach die Sonne siegreich durchs Gewölk und überflutete den Platz mit strahlendem Glanz.

Reichsstatthalter

Gauleiter Sprenger

begrüßte sodann die Versammelten. Wenn man rückschauend die Zerrüttung der Wirtschaft, den Zer­

fall in zahllose Verbände, das Gewirr der Ge­werkschaften betrachte, dann müßten heute auch viele den Kops schütteln, die damals aktiv in diesen Or­ganisationen gestanden hätten. Dann könne man er­messen, wie das Ziel des Führers Adolf Hitler immer mehr erreicht werde, das gesamte Volk zu einer Einheit zusammenzuschwei ß e n Wer hätte es noch vor zwei Jahren geglaubt, daß die Gegensätze in den Betrieben zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sich restlos überwinden lassen würden. Das sei d a s G r ö ß t e, was geleistet wor­den sei, daß die V o l k s g e m e l n s ch a f t u b e r- all bestehe, wo schaffende deutsche Men­schen ihrer Arbeit nachging en. Diese Ge­meinschaft der Werktätigen sei so grandios, daß man sie manchmal noch kaum erfassen könne. Alle vor kurzem noch bestehenden Gegensätze seien heute rest­los überwunden worden. Dennoch stehe man e r st am Anfang. Der Führer hätte nach der letzten Volksabstimmung erklärt, daß nun auch noch die letzten 10 Prozent für die national­sozialistische Weltanschauung gewonnen werden müßten. Das sei die wichtig st e Aufgabe der Deutschen Arbeitsfront, der größten Or­ganisation aller Schaffenden in der Welt überhaupt. Die nationalsozialistische Weltanschauung müsse bis; an den letzten Volksgenossen herangetragen werden und in ihm zur Tat werden. Alles andere müsse gegenüber diesen Aufgabe zurücktreten. Darum seid ihr euch, die ihr in der Wirtschaft, in diesem wich­tigen Teile des Volkslebens, steht, bewußt, daß ihr allein in der Lage seid, eure Aufgaben zu er­füllen, wenn ihr alle Zeit gläubig zum National­sozialismus und zu* seinem Führer Adolf Hitler aufschaut. Heil!

Die Gemeinschaft aller Schaffenden.

der er u. a. ausführte: Heute am Tage des Bun- destreffens schließen wir unsere selbständige Tätig­keit al5 nationalsozialistischer Vortrupp im Bauern­tum auf dem Acker und gliedern uns ein in die nationalsozialistische Jugendfront.

Dann sprach, von jubelnden Hellrufen begrüßt, Reichsjugendführer Baldur von Schirach zu feinen Kameraden: Es ist nicht das erste Mal, daß ein großer Jugendbund in die Millionenbewegung der Hitlerjugend eingefügt wird. Aber es ist be­stimmt das erste Mal, daß eine Eingliederung i n solchem Gei st e vor sich geht. Denn innerlich sind die Artamanen längst ein Bestandteil der national­sozialistischen Bewegung. In der Land Hilfe, so führte der Reichsjugendführer weiter aus, liegt eine große verpflichtende Aufgabe für euch Artamanen. eine Aufgabe der Führung, eine Aufgabe der Formung und hier werdet ihr auch ein­gesetzt, in der Zukunft und werdet ringen müssen mit den Menschen, die innerlich vielleicht noch nicht ganz zu uns gehören, die aber zu uns gehö. n müssen.

DerDeutsche Tag^ in Reuyork.

Ein einmütiges Bekenntnis zum neuen Reich

Ne uy o r k, 7. Okt. (DNB.) Das Deutschtum in den Vereinigten Staaten gestaltete den diesjäh­rigenD e u l s ch e n Tag" in dem mit schwarz- weih-roten und Hakenkreuzflaggen reich geschmück­ten Madison Square Gard en zu einem überwältigenden Bekenntnis für das neue Deutsch­land Adolf Hitlers, lieber 20 000 Menschen füllten die weiten Räume. Eine Abordnung des N S D F B. (Stahlhelm) mit einem Spiel- rnannszug sowie Abordnungen der amerikani­schen Frontkämpferoerbände, die eben­falls mit ihren Musikkapellen erschienen waren, be­lebten das Bild und sorgten durch flotte Marsch­musik für die Unterhaltung der Anwesenden

Die Kundgebung wurde durch Generalkonsul Borchers eröffnet, der nach Verlesung eines Grußtelegramms von Präsident Roosevelt die Glückwünsche des deutschen Botschafters Dr. Luther überbrachte. Anschließend Unterstrichen zahlreiche Redner, darunter C. K. Froehlich, der Präsi­dent der vereinigten deutschen Verbände, Henry Spier, der Porsitzende der neugegrundeten Dawo", die den Kampf gegen den deutschfeindlichen Boykott in den Vereinigten Staaten ausgenommen hat, sowie Hubert S ch n u ch, der Bundesleiter der Vereinigung der Freunde des neuen Deutschland, die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bande zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. Aus den Reden ging übereinstimmend hervor, daß das Amerika-Deütscbtum jeht endlich beginnt, sich unter dem Eindruck der durch Adolf Hitler verwirk­lichten deutschen Einheit zu einem machtvol­len Block zusammenzuschließen. Die ersten Auswirkungen dieses Zusammenschlusses haben zu der erfolgreichen Abwehr des deutschfeindlichen Boykotts und zur Gründung derGerman-American Intependent Voters Leage geführt, die die Aufgabe hat, d i e Snterefffen der Deutschamerikaner bei den amerikanischen Wahlen zu ver- treten.

Die diesjährige Feier erhielt ihre besondere Be­deutung durch die Tatsache, daß sich im Gegensatz zum Vorjahre alle in Frage kommenden deutschen Verbände unter der Hakenkreuzflagge zusammenge­funden haben. Die Versammlung nahm nach Be­endigung der Festreden einstimmig ein Huldi­gungskabel an den Führerund Reichs­kanzler an, worauf die Feier mit dem Deutsch­landlied und Horst-Wessel-Lied und anschließendem großen Zapfenstreich ihr Ende fand.

Hessische Lehrer besuchen die Jugend­herbergen des Ahein-Main-Gebietes.

Vor einigen Tagen fand eine Besichtigungsfahrt der Obmänner des NS. -Lehrerbundes, durch die Jugendherbergen des Rhein-Main-Gebietes statt. Es wurden die Jugendherbergen Schloßborn, Limburg, Camp, Diez, Lorch, Rüdesheim, Mainz Zwingenberg, Heppenheim und Miltenberg besucht. Die Teilnehmer, unter denen sich die Herren der Preußigen Regierung Wiesbaden und des hessischen Staatsministeriums befanden, sprachen sich in aner­kennendster Weise über die bisher vom Jugendher­bergsverband geleistete Arbeit aus und versprachen, noch mehr als bisher das Werk zu unterstützen. Als äußeres Zeichen ihrer Anerkennung melden sich alle noch nicht dem Jugendherbergsverband ange­hörigen Teilnehmer als Mitglieder an.

Die Auswirkung der Arveits- beschaffungsmaßnahnie in Hessen.

Der Führer der Deutschen Arbeitsfront pg. Dr. Ley

von jubelnden Beifall begrüßt, führte dann in einer großen Rede u. a. aus: Es ist das erstemal, daß in einem Bezirk der Arbeitsfront die verantwort­lichen Männer im Betriebe und die Werktätigen sich zu einem gemeinsamen Appell zusammenge­funden haben im Bewußtsein ihrer Verantwortlich­keit für das Los und das Schicksal derer, die ihnen anvertraut sind. Das wäre vor zwei Jahren natür­lich unmöglich gewesen. Es gibt fein Land der Erde, wo der Klassenkampf und der Klassenhaß, Standes­dünkel und all die Vorurteile derart ausgemerzt und ausgerottet worden find wie in Deutschland. Täuschen wir uns aber nicht darüber, daß es bei vielen nur eine Äußerlichkeit ist, und daß wir darum ununterbrochen darüber machen müssen, daß diese äußere Form, in die wir nun die Men­schen hineingebracht haben, auch zum Lebens­inhalt dieser Menschen wird.

Wenn eines die Richtigkeit unseres handelns bestätigt, so ist es die Tatsache, daß der Ar­beiter nach allen Berichten, die ich bekomme, und wie ich durch eigne Prüfung festgestellt habe, heute nahezu re st los auf dem Boden der Arbeitsfront un>d da­mit des Nationalsozialismus steht.

Ich höre immer wieder: Ja, bas ist eigentlich d i e Sehnsucht gewesen, die wir gehabt haben, und wir sind froh, daß es endlich so geworden ist. Der Arbeiter ist erst zögernd gekommen, ja vielleicht erst aus Angst. Man zerschlug ihm die Gewerk­schaften, ein Gebäude, das er sich mit vielen Opfern aufgebaut hatte. Man muß verstehen, daß ihm das sehr schmerzlich war, als er nun beobach­ten mußte, daß der nationalsozialistische Staat er­klärte: Arbeiter, das ist alles grundfalsch, das können wir nicht dulden! Es ist ein Wunder, daß der deutsche Arbeiter daran nicht zerbrochen ist. Nein, der deutsche Arbeiter verzweifelte nicht. Im Gegenteil. Erst vielleicht war er verängstigt; er wußte nicht recht, was er mit uns machen sollte. Dann war er abwartend, vielleicht neugierig, ein­mal zu sehen, was denn nun diese Menschen machen werden. Und dann kam seine Ehrlichkeit zum Durchbruch, sein anständiger Mensch. Ja, der deut­sche Arbeiter ist ehrlich und auch anständig, wie es niemanden in der Welt gibt. Die Arbeiter bejah- ten uns und sagten: Wir beobachten, daß diese

Männer fleißig sind; wir sehen, daß diese Männer chaffen. Wir wissen noch nicht, ob sie recht haben. Wir wollen einmal abwarten; aber sie sorgen sich um uns, sie bekümmern sich um uns. Sie lassen uns nicht wie ein Freiwild der Willkür ausgesetzt.

Anständigkeit, Ehrlichkeit und Bescheidenheit: das sind die Tugenden, die den deutschen Arbei­te auszeichnen. So kam er und bat: Nehmt uns auf in eure Reihen; wir wollen mitarbeiten. Das ist ein Wunder, ein großes erhabenes Wunder, und wir wollen de­mütig dem Schicksal dafür dankbar sein, daß es den deutschen Arbeiter wieder unserem Volke zurückgegeben hat.

Nicht ganz so der Unternehmer. Er war ab­wartender, auch in einzelnen Teilen feindseliger, und er verstand es natürlich auch, bas klüger zu tarnen, und wenn ich in der Arbeitsfront Schwierigkeiten gehabt habe, so habe ich sie nicht von feiten der Arbeiter gehabt, nein, einige wenige Schichten des Unternehmertums waren es. Und wenn ich trotzdem in meinem letzten Aufruf sagte, daß es mich mit Freude und Stolz erfüllt, heute nach einem Jahr feststellen zu können, daß nicht allein der deutsche Arbeiter zur Arbeitsfront gekommen ist, sondern daß sich b e r e i t s 6 0 bis 70 v. H. der Un­ternehmer in allen Gauen gemeldet haben, die freudig mitgehen und marschieren, in manchen sogar 80 v. H., in einzelnen fast alle, so ist das ein nicht geringer Erfolg.

Was wäre unsere Arbeitsfront ohne den Zusam­menschluß aller schaffenden Menschen. Sie wäre ja grundsätzlich nichts Neues gewesen, wenn es nur gelungen wäre, die 169 Arbeitnehmerverbände zu­sammenzuschließen und die 46 Arbeitgeberverbände zu vereinheitlichen. Sie hätten sich genau so feind­selig gegenübergestanden wie früher.

Wir durften uns daher mit der organisatori­schen Vereinheitlichung nicht begnügen, vielmehr war es notwendig, daß die Wenschen wieder zu- sammengeführl wurden, damit sie sich wieder kennen und achten und ehren lernten. Wir müs­sen die Volksgemeinschaft nicht nur wünschen, wir müssen sie auch täglich üben, genau so wie der Soldat nur durch tägliches Exerzieren zum Soldaten wird und nicht dadurch, daß man ihm von soldatischen Tugenden erzähl' Wir müssen solange üben, bis das Zusammenstehen und Zu­sammenhalten aller Volksgenossen jedem Ein­zelnen Bedürfnis ist.

Es gibt noch einige, die nicht mitmachen wollen. Da muß man so lange drillen, bis der Letzte nutrnacht. Es darf in keinem Betrieb einen deutschen UJiann geben, der nicht in der Gemeinschaft entweder der Partei oder der Deutschen Arbeitsfront organisiert wäre. Man sage mir nicht, man müsse dem Men- schen doch die persönliche Freiheit lassen- Zch dm der Meinung, daß man die h ö ch st e F r e i h e i t in der Welt in der Kameradschaft mit feinen Mitmenschen findet. ^^Sozialismus ist keine Angelegenheit des ewigen Forderns und Verlangens, sondern er ist eine Angelegen­heit des Beispiels und de 5^0 t e n e n s. Man soll sich nicht Sozialist nennen, wenn man nicht selber bereit ist, dem Anderen alles das zu tun, was man von der Gemeinschaft selber fordert. Wer also auch nur ein Iota von der Gemeinschaft mehr verlangt, als er bereit ist dem Volke zu geben, ist ein Betrüger und Verbrecher.

In der Sitzung der Treuhänder 6abe er beob- achtet, daß alle in diesem Jahr ihrer Tätigkeit er­kannt hatten, daß die soziale Frage keine Lohn- und Magenfrage ist, sondern eine Frage der anständigen Behandlung der Men­schen untereinander. Ich habe immer gesagt, es ist eine Frage der Erziehung; die Lohnfrage regelt sich von selber. Es wird einmal die Zeit kom­men, wo nicht der Arbeiter nach Tarifverträgen schreien wird, sondern der Unternehmer. Jetzt ist die Zeit schon da, denn wir haben gegenwärtig eine Konjunkturzeit; es geht überall aufwärts, selbst wenn wir Rückenschläge hier und da erfahren. Wir beobachten jetzt, daß wir nicht über ge* nirgend Facharbeiter verfügen und da­durch in der Entwicklung gehemmt sind. Aber nur sehen auch, daß natürlich infolgedessen der Lohn heute bereits hinaufgeht. Man kann das ebenso­wenig mit Verträgen ordnen, wie man früher das Sinken des Lohnes durch Verträge ordnen konnte. EsisteineFragevonAngebotundNach- frage.

Vertrauensleute! Eure Arbeit ist es, allen Men­schen der Gefolgschaft immer wieder klar zu machen, daß sie nun ihre Forderungen nicht ins Unermeßliche steigern, weil dann die Ge- fahr besteht, daß, wenn Rückschläge kommen, die Krisenerscheinungen um so größer sein wer- d e n. Alles ist eine Frage der Erziehung. Viel wich- tiger ist, und nun wende ich mich an die Unter­nehmer: wenn du willst, daß deine Gefolgschaft nun diese Zeit der Konjunktur nicht ausnutzen soll, sondern vertrauensvoll mit dir zusammenarbeiten soll, dann mußt du dich so als Führer zeigen, daß deine Gefolgschaft für alle Zeit mit dir durch dick und dünn geht. Es müsse erkannt werden, daß der Betrieb wohl formal das Eigentum des einzelnen ist, daß aber tatsächlich in der Praxis der Betrieb die Schutz- und Trutzburg aller Menschen sei, die darin beschäftigt feien. Führer und Gefolgschaft hät­ten aber zu erkennen, wie überaus wichtig es sei, diese Burg gemeinsam gegenüber dem Schicksal zu verteidigen. Dr. Ley warnte alle, die da glaubten, unser heiliges Wollen sabotieren oder gar durch­kreuzen zu können; sie würden die Härte des natio­nalsozialistischen Staates zu fühlen bekommen.

Zum Schluß richtete Dr. Ley an die Versam­melten den eindringlichen Appell, daß jeder Volksgenofse die Empfindung haben müsse, dah wir ehrlich und wahr mit ihm sind. Eines könne er versichern: Alle verantwortlichen Stel­len des Reiches und der Partei seien sich in drei Dingen einig: erstens, dah die Preise unter allen Umständen zu halten seien, zweitens, daß die Löhne nicht ab­sinken dürften, und drittens, daß sie sich mit allen Kräften für die S t a b i l i t ä t u n f e r e r

Währung einsehen.

Dr. Ley nahm hierauf die Weihe von 114 neuen Fahnen vor, worauf das Lied vom guten Kameraden erklang. Wir sind nichts, das Volk ist alles, was wir besitzen, besitzt das Volk. Der von Dr. Ley auf Adolf Hitler ausge­brachte Ruf wurde jubelnd von den Masten aufge­nommen, die ganz unter dem Eindruck der tempe­ramentvollen und hinreißenden Worte des Redners das Horst-Westel-Lied anstimmten. Als Dr. Ley und Gauleiter Sprenger nach dem Ausmarsch der Fahnen im Wagen den Platz verließen, brachte die Menge, die im tiefen Spalier die Fahrstraße säumte, ihnen begeisterte Huldigungen dar.

ii i ' ii

LPD. Darmstadt, 6. Okt. Die Erteilung der Vorbescheide über die Bewilligung von Reichszuschüssen ist jetzt nahezu abgeschlossen. Dabei ist es von Interesse zu erfahren, daß bis zum 31. August 1934 in Hessen 65 261 Anträge auf Be­willigung von Reichszuschüssen genehmigt worden sind. Der den Antragstellern zur Verfügung gestellte Betrag beläuft sich auf 12 938 617 Mark. Dadurch sind dem hessischen Handwerk Aufträge für 53 347 461 RM. zugeführt worden.

Französifch-türkischerFlottenzwischenfall

I st a n b u l, 7. Okt. (DRV.) Bereits seit einigen Tagen war die Ankunft von zwei der modernsten und größten französischen Torpedoboolszerstörer, G u e p a r b undL a s s a r t", angemeldet, die in Istanbul einen amtlichen Besuch machen woll­ten. Beide Schiffe haben unterdesfen im Wittelmeer gekreuzt und wollten vorher den Hafen Smyrna anlaufen. Dieser Hafen gehört aber zu den von der türkischen Regierung offiziell als Kriegshafen erklärten Plätzen, zu denen jede Annäherung Frem­der ausdrücklich verboten ist. Die beiden fran­zösischen Einheiten sollen trotzdem versucht haben, den Hafen anzulaufen, der Besuch soll jedoch durch mehrere scharfe Schüsse der türkischen Landbatterie verhindert worden sein, auf die von französischer Seite ebenfalls mit Schüs­sen geantwortet sein soll.

Deutschlands Ehrengaben zu den Firdusi-Feiern in Persien.

Der deutsche Gesandte in Teheran überreichte dem persischen Ministerpräsidenten F u r u g i aus Anlaß der Firdusi-Feier das Diplom eines Ehrendok­tors der Universität Berlin, dem Kultusminister H i k m a t und dem persischen Gesandten in London A l a die Ehrenmitgliedschaft der Morgenländischen Gesellschaft sowie eine wertvolle Bücherspende deut­scher Werke über den Iran.

Regierungserfolg'

-ei -en Gemeindewahlen in Frankreich.

Einbußen der Radikassozialisten.-Keine Erfolge der marxistischen Einheitsfront

P a r i s, 8. Okt. (DNB.) Am Sonntag gegen 23.30 Uhr (MEZ.) lag in Paris etwa ein Fünftel der WahlergebrMse für die Generalratswahlen vor, und zwar von ral8 zu besetzenden Posten 287 Ergeb­nisse, von denen 242 endgültig gewählt und 45 zur Nachwahl gestellt werden müssen.

Ausscheiden Gewählt

Konservative

14

15 (

'+

i)

Republikaner

34

41 (

+

7)

Linksrepublikaner

47

50 (

;+

3)

Unabhängige Radikale

17

17 (

- )

Radikalsozialisten

110

99 (

11)

Republikan. Sozialisten

9

10 (

;+

1)

Sozialistische Partei

9

7 1

2)

Kommunisten

2

3 I

!+

1)

Aus dem vorläufigen Ergebnisse geht hervor, daß die Radikalsozialisten die stärksten V e r l u st e erlitten haben, und zwar zu Gunsten der Rechten und nicht, wie man erwartet hatte, zu Gunsten der Sozialisten. Wiedergewählt worden sind bisher zu Mitgliedern des Generalrats die Mi- nifter Sarraut, Marquet, Blandin sowie der ehe­malige Ministerpräsident Poincarö, der ehemalige radikalsozialistische Minister Pierre Cot und der rechtsgerichtete Abgeordnete Mandel sowie der ra­dikalsozialistische Vizepräsident der Kammer, Delbos.

Da zur Zeit des Redaktionsschlusses der Pariser Zeitungen noch nicht einmal die Hälfte der Ergebnisse der in über 3000 Bezirken Frankreichs abgehaltenen Kantonalwahlen vorlag, sind die Kom­mentare zu dem Wahlausfall noch u n b e ft i m m t gehalten. Es hat aber den Anschein, als ob all­gemein gesprochen die politische Richtung

Doumergues einen Erfolg davonge­tragen hat, d. h. daß die bürgerliche Mitte ver­stärkt worden ist. Man muß aber immer wieder hervorheben, daß dies der erste Eindruck auf Grund unvollständiger Ergebnisse ist und daß sich die Lage nicht nur nach Maßgabe der weiteren Ergebnisse des ersten Wahltages, sondern auch auf Grund der Stichwahlergebnisse am kommenden Sonntag, wo die Wahlbündnisse eine Rolle spielen, ändern kann.I o u r n a l" schreibt, die Behauptung sei keineswegs kühn, daß die Frucht der mar­xistischen und kommuni st ischen Ein­heitsfront nicht gereift fei. Die Front des gesunden Menschenverstandes und der Vernunft habe standgehalten. Auch für die Stichwahlen wür­den die Anhänger der Einheitsfront keine besseren Aussichten haben. DerM a t i n" spricht ebenfalls von einem Mißerfolg der gemeinsamen Front, der auch bei der Stichwahl bestätigt werden dürfte. Die­ses Wahlergebnis fei ein ausgesprochener Erfolg für d e n Ministerpräsidenten Doumergue. *

Seit den Tagen der Großen Revolution ist Frankreich in neunzig Departements ge­gliedert, die wieder in etwa 600 Arrondis­sements untergeteilt sind. Jedes Arrondissement schickt einen Abgeordneten in die Kammer. Wie für ganz Frankreich dieChambre des Deputes, so gibt es in jedem Departement einenConseil g£- n£ral und in jedem Arrondissement einenConseil d'arrondissement. DerGeneralrat" ent­spricht den ehemaligen Provinziallandtagen, der Arrondisfementsrat" den Kreistagen in

den preußischen Provinzen. Die Abgeordneten zu den Generalräten und Arrondissementsräten wer­den in 3027 kleinen Wahlbezirken, den jo genann­tenCantons, gewählt. Von diesen Bezirken stammt auch der Name:K a n t o n a l w a h l e n".

Die General- und Arrondissementsräte werden auf sechs Jahre gewählt, mit der Maß­gabe, daß alle drei Jahre die Hälfte der Mandate erneuert wird. Es sind diesmal dis Mandate derjenigen Abgeordneten abgelaufen, dis im Oktober 1928 gewählt worden waren. Die letz­ten Kantonalwahlen haben am 18. und 25. Oktober 1931 stattgefunden und wurden damals als eine Art Generalprobe für die Kammerwahlen, die im Frühjahr 1932 folgten, gewertet. Auch diesmal kommt ihnen eine starke politische Bedeutung zu, da sie Rückschlüsse auf die Einstellung des französischen Volkes zu der gegenwärtigen Regierung Doumer­gue zulassen.

Die Kantonalwablen werden allerdings stark durch örtliche Belange beeinflußt und kennen nicht dieselben parteipolitischen Gesichts­punkte, wie die Wahlen zur Kammer. Weder die Arrondissementsräte noch die Generalräte haben an sich etwas mit Parteipolitik zu tun. Die General­räte des Departements treten zweimal jährlich zu einer vierzehntägigen Sitzungsperiode zusammen, um das Budget zu beraten und die Finanzverwal­tung des vom Staat eingesetzten Präfekten (bei uns Oberpräsidenten) zu kontrollieren. Gegen Ende der Tagung pflegen Die Generalräte jedoch, entgegen dem Protest des Präfekten, der dann den Versamm­lungssaal verläßt, ein parteipolitisches Be­kenntnis abzulegen, sich also als eine Kammer im Kleinen aufzuführen.

Der politische Einschlag der Generalräte hat auch noch andere Gründe. Der Senat, das franzö­sische Oberhaus, wird in der Hauptsache von den Abgeordneten der Generalräte gewählt, die also in diesem Falle als politische Wahlmän­ner auftreten. Da ferner fast sämtliche Kammes abgeordneten gleichzeitig in den General«