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Dos Eisenbahnunglück auf dem

Glas-

Interualionale Büroausstellung in Berlin.

Mte Gegenbeweis fei die Tatsache, daß der 2ln» j in nur 100 bis 200 Meter Höhe fliegen müssen, fciil der Beamten und Angestellten innerhalb des um dem starken Gegenwind auszuweichen. Der

Als erster der E u r o p a r u n d f l i e g e r traf Freitag um 17.10 Uhr der Deutsche Jungk in Paris ein, dem eine Minute später Francke folgte. Um 17.58 erreichten Gedgowd (Polen) und B a l c e r den Landeplatz. Im ganzen sind bis 18.38 Uhr 18 Flugzeuge gelandet. Seidemann erklärte, er habe von Berlin nach Paris fast ständig

gesamten deutschen Erwerbslebens ständig gestiegen, ist. Der Redner wies ferner darauf hin, daß im ersten Halbjahr d. I. 25 000 deutsche Schreib- und Rechenmaschinen im Werte von insgesamt 5 Millio­nen Mark im Welthandel abaesetzt wurden. So seien diese Erzeugnisse ein wichtiger Export­artikel, der zugleich geeignet fei, eine besondere wirtschaftliche Werbekraft für den Hersteller und sein Heimatland auszuüben. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß die Ausstellung im friedlichen Wett­bewerb über die Grenzen hinweg Brücken zu neuer wirtschaftlicher Gemeinschaftsarbeit der europäischen Völker bauen helfen möge.

Lola Schröter in Hamburg eingelroffen.

Die bekannte Segelfliegerin Lola Schröter, die sich auf einem Flug durch Deutschland befindet, ist von Hannover kommend im Hamburger Flug­hafen glatt gelandet.

24 Luropaflieger in Paris.

Tagung des Amtes für Volksgesundheit.

Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Das Amt

sondern um eine amtlich beeinflußte Fühlungnahme handelte. Der Vorschlag wurde in der nordischen Öffentlichkeit auch lebhaft besprochen. Die prak­tischen Wirtschaftler waren sowohl dafür als da­gegen, aber diejenigen, die dafür eintraten, dürften in der Mehrzahl gewesen sein. Jedenfalls hat jetzt die schwedische Regierung durch ihren Außenmini- ster die ba malige Fühlungnahme offiziell wieder­holt. In einer öffentlichen Rede hat er den Vor­schlag für ein wirtschaftliches Zusammengehen ge­macht. Da die Verwirklichung eines wirtschaftlichen Skandinavismus' selbstverständlich Bedeutung über die nordischen Landesgrenzen hinaus hat, soll hier über die Ziele dieser Bestrebungen kurz berichtet werden:

Der Wunsch der Befürworter einer gemeinsamen skandinavischen Wirtschaftspolitik geht dahin, die drei nordischen Länder, evtl, aber auch Finn­land mit einbezogen, zu einem möglichst g e - schlossenen Wirtschaftsgebiet zu ma­chen. Nach innen soll die Wirtschaft der einzelnen Länder einander angepaßt werden, was in der Praxis heißt, daß das Gebiet möglichst selb st - versorgend gemacht werden soll. Dabei wird ein Abbau der Zollschranken angeftrebt. Bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten und bei Lieferungsaufträgen sollen die Industrien der skan­dinavischen Länder gleich nach den eigenen Indu­strien berücksichtigt werden. Nach außen sollen die Länder bei wirtschaftspolitischen Verhandlungen ge­meinsam auftreten. Ein solches gemeinsame Auftre­ten gab es bis zu einem gewissen Grade ja schon bei den letzten Verhandlungen mit England, und da sich dieses als sehr wertvoll erwies, will man es künftighin gern ausbauen und fest umriffen sehen. Weiter soll jede Konkurrenz aufden aus­ländischen Märkten unterbleiben. Bei der Gewinnung oder dem Aufarbeiten neuer Märkte soll ebenfalls gemeinsam vorgegangen werden.

Es versteht sich von selbst, daß ein geschlossenes skandinavisches Wirtschaftsgebiet größere Aussichten hat, selbstversorgend zu sein und die ausländische Konkurrenz' auszuschalten. Die Rede des schwedi­schen Außenministers hat deshalb auch einen leb» haften Widerhall in den anderen skandinavischen Ländern gefunden. Der norwegische Regierungschef hat die schwedischen Anregungen lebhaft begrüßt, ebenso der dänische Handelsminister. Allerdings ist in den parlamentarisch regierten Staaten ein wei­ter Weg vom Vorschlag bis zur Durchführung zu- rückzulegen, auch wenn es sich wie hier um eine Initiative der Regierung handelt. Man hat des­halb den Wirtschaftlern schon empfohlen, sich grup­penweise zu einer ersten Zusammenarbeit zusam- menzuschließen. Die einzelnen Wirtschaftszweige sollen jeder für sich die Möglichkeit zu einem allge­meinen skandinavischen Zusammengehen nach innen und außen untersuchen und diesbezügliche Vor­schläge ausarbeiten. Eine Zusammenarbeit zwischen einzelnen der skandinavischen Jndustriegruppen ist übrigens bereits mit gutem Erfolg eingeleitet wor­den. Eine solche besteht ganz oder teilweise seit eini­ger Zeit innerhalb der nordischen Holz- und Holz- stofsindustrien, der Schiffahrt u. a. m.

Der wirtschaftliche Skandinavismus wird natür­lich stark durch gegenwärtige Wirtschaftspolitik ge­wisser Staaten gefördert. In dem Augenblick frei­lich, wo diese von ihren Selbstversorgungsbestre­bungen ablassen oder die Absperrung ihrer Märkte lockern, wird man auch in Skandinavien feinen Wert mehr auf die Abschließung seines Wirtschafts­raumes legen.

Der Kampf gegen den Krebs.

Eine Erklärung Dr. von Brehmers. Diskussion der Behandlungsmethoden

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Stockholm, September 1934.

Skandinavismus nennt man in den nordischen Ländern eine Bewegung, die ein innigeres Zusammengehen von Schweden, Nor- wegen und Dänemark zum Ziel hat. Sie entstand in dem lichtblauen romantischen Zeitalter, und hatte anfänglich sehr weitgehende Ziele. Sie wollte nicht nur einen Krieg zwischen den Bruder­völkern unmöglich machen, sondern auch e i n Bündnis auf G e d e ih und Verderb gegen etwaige ausländische Feinde schaffen. Aber in dem Konflikt zwischen Dänemark und Preußen von 18 6 4 zerbrach der politische Skandinavismus an der nüchternen, den Machtoer- hältnifsen angepaßten Neutralitätspolitik der damaligen schwedischen Regierung. Nach diesem Schiffbruch konzentrierten idealistische Förderer des skandinavischen Gedankens ihre Be­strebungen auf das kulturelle und wirt­schaftliche Gebiet. Hier ist sehr viel geleistet worden. Kulturell wurden die drei skandinavischen Völker einander näher gebracht und auf wirtschaft­lichem Gebiet wurde seinerzeit eine Münz- und Postalunion gegründet.

Der Bruch zwischen Schweden und Norwegen im Jahre 1 905 brachte den kul­turellen Skandinavismus für eine Zeitlang zum Stillstand und während des Weltkrieges zerbrach auch die Münzunion, da die dänische und norwe­gische Valuta stark herabgesetzt wurde, während Schweden, an der Goldbasis festhielt. Der große Eieg führte die skandinavischen Staaten in einer gemeinsamen Neutralitätspolitik doch zusammen und seither entwickelt sich auch das kulturelle Zu­sammengehen. Neue Vorstöße für ein innigeres Zusammenarbeiten auf dem wirtschaftlichen, aber auch auf politischem Gebiet wurden ebenfalls ge­macht, sie sind bisher jedoch im Sand verlausen. Wirtschaftlich gingen die Interessen der einzelnen Staaten stark auseinander, und zu einem politischen Bündnis war vor allem Schweden nicht zu haben, weil es befürchtete, Verpflichtungen übernehmen zu müssen, die in keinem Verhältnis zu einem frag­lichen Nutzen standen.

In der allerletzten Zeit aber hat der wirt­schaftliche Skandinavismus doch starken Wind in die Segel bekommen. Wie ehedem der Weltkrieg die nordischen Staaten zu einer gemeinsamen Neu­tralitätspolitik zusammenführte, ist es jetzt die Welt- Wirtschaftskrise, die sie auf wirtschaftlichem Gebiet zusammenführt. Es sind vor allem die Kontingentie­rungspolitik und die Selbstversorgungsbestrebungen Englands und anderer Länder, die die skandinavi­schen Staaten zur Zusammenarbeit veranlassen. Die Begrenzung der ausländischen Absatzmärkte zwingt sie zu einem Umbau der eigenen Wirt­schaft und zu einer Umorientierung ihrer dies­bezüglichen Politik. Die Verwirklichung eines wirt­schaftlichen Skandinavismus ist um so nähergerückt, als die Initiative dazu diesmal von Schweden ausgeht, dem Staat, der früher biefen Bestrebun­gen kühl oder ablehnend gegenüberftanb.

Schon am Anfang des Jahres hielt der ange­sehene schwedische Natlonalökonom Professor Nils Wohlin einen Vortrag vor dänischen Wirtschaft­lern in Kopenhagen, in dem er für eine innige Zu­sammenarbeit der Wirtschaft der skandinavischen Länder eintrat und den Grundriß dafür vorlegte. Da Professor Wohlin gute Beziehungen zu der ge­genwärtigen schwedischen Regierung unterhielt, war man zu der Annahme berechtigt, daß es sich hier nicht um das Theoretisieren eines Privatmannes,

hat. Ferner wurde festgestellt, daß das amertka- nische Kriegsmini st erium die Waffenliefe­rungen der amerikanischen Rüstungskonzerne ins Ausland stark u n t e r st ü tz t, um die Rüstungs­industrie weiter auszubauen und zu diesem Zweck sogar den KreuzerRaleiah" nach der Türkei entsandt, um der türkischen Regierung die neuesten Flugzeugabwehrgeschütze vorführen zu lassen. Weiter ergab sich, daß b i e englische R e- g i e r u n g im Jahre 1932 durch ihren Botschafter m Washington gegen die Ausführung einer Liefe­rung von Flugzeugabwehrgeschützen nach Polen durch Amerika (ein Auftrag im Werte von fünf Millionen Dollars) intervenierte, um den Auftrag englischen Firmen zu verschaffen. Die Ver­nehmungen ergaben im einzelnen, daß die inter­nationalen Rüstungskonzerne in Polen mit gr o - feen Be ft echungs summen gearbeitet haben, während sie in der Türkei mit Halb­weltdamen arbeiteten, nachdem Kemal Pascha die hauptsächlichsten Schmiergeldempfänger hatte aufhängen lassen

Die Enthüllungen vor dem Untersuchungsausschuß -es amerikanischen Senats werden, wieDaily He­rold" wissen will, ein Nachspiel im enali- schen Parlament haben. Abgeordnete der Libe­ralen Partei, der Arbeiterpartei und sogar konser­vative Mitglieder dürsten der Regierung dringend nahelegen, eine eingehende Untersuchung über das Verhalten der englischen Muni- tionsindustrie anzustellen. Man werde an* regen, daß entweder eine königliche Kom­mission die öffentlichen Verhandlungen führe, oder aber daß ein besonderer Gerichtshöf von der Art der berühmten Parnell-Kommission eingesetzt werde. Die Untersuchungen in Washing­ton hätten genügend Beweise geliefert, daß britische Firmen an Geschäften teilgenommen hät- len, die vollkommen auf Bestechung gegründet gewesen seien, und daß z. B. Direktoren englischer Waffen- und Munitionsfabriken bei Erzielung von Aufträgen durch Freunde in der Admi­ralität unterstützt worden seien. Vielen Leu­ten sei ein Licht über den großen, zur Zeit im Gange befindlichen englischen Rüstungs- s e l d z u g aufgegangen.

In den Berliner Ausstellungshallen wurde die internationale Büroausstellung (Iba) feierlich eröffnet. In feiner Eröffnungsansprache zerstreute der Präsident des Werberates der beut* fäjen Wirtschaft, Ministerialbirektor Reicharb, vor üem bie Befürchtung, baß bie Büromaschinen-Jn» iuftrie Angestellte von ihren Arbeitsplätzen verbrün- pn unb bie Erwerbslosigkeit erhöhen kann. Der teste Gegenbeweis fei bie Tatsache, baß ber An-

Berlin, 7. Sept. (DNB.) Regierungsrat Dr. von Brehmer läßt zu ben letzten Veröffent­lichungen der Tagespresse über seine wissenschaft­liche Arbeit in derMedizinischen Welt" Nr. 34 Dom 25. August über bas Krebsproblem folgenbe Erklärung veröffentlichen:

Bei ber Bebeutung ber Frage: Ist Krebs eine Erregerkrankheit ober nicht? war vorauszusehen, baß viele Meinungen b a f ü r unb b a - gegen auftreten würben. Ich muß es ablehnen, in ber Tagespresse wissenschaftliche Diskussionen zu führen; bafür ist bie Fachpresse ba. Selbstverstänb- lich halte ich bie von mir in berMebizinischen Welt" veröffentlichten Ergebnisse meiner Forschung in vollem Umfange aufrecht unb das um so mehr, als die fast zweijährige (Überprüfung des außerordentlich schweren Problems in der gleichen Zeitschrift niebergelegt ist und von Herrn Professor Schilling sowie von den bekannten Bakteriologen Dr. Börner und Dr. Janke zum Teil überprüft unb bestätigt wurde. Auch bin ich jederzeit bereit, wissenschaftlich meine Forschungs­ergebnisse zu demonstrieren; im übrigen ist auf Grund meiner sehr eingehenden Veröffentlichungen jeder dazu Berufene in der Lage, selbst bas von mir Veröffentlichte experimentell richtig nachzu­prüfen unb zu beurteilen.

Deutsche Stein ist enbgültig aus bem Wett­bewerb ausgeschieben. Von Paris aus geht die Strecke des Fluges über Bordeaux, Pau, Madrid, Sevilla nach Afrika. Hunderte von Zu­schauern empfingen die Europaflieger auf bem Flugplatz Orly bei Paris. Das Wetter hätte für bie Flieger nicht besser sein können. Nur wenige kleine Wölkchen ftanben am Himmel. Am Freitagabend trafen noch weitere fünf Europaflugzeuge ein, so daß insgesamt 24 Europamaschinen in der fran­zösischen Hauptstadt übernachteten. Speidel, ber Stellvertreter bes beutschen Militärattaches in Paris, begrüßte feine Lanbsleute unb begleitete sie zu einem Empfang, ben ber Aeroklub von Frankreich zu Ehren ber Teilnehmer bes Europarunbfluges veranstaltete.

halber Posttarif für Liebesbriefe in Venezuela.

In Venezuela hat man Verstänbnis für korre­spondierende Liebespaare, für die ein einzigartiges Gesetz vorbereitet wird. Danach sollen alle Post­sendungen, die zwischen Verlobten unb Verheirateten beförbert werben, nur ben halben Posttarif kosten. Von biefer Regelung sind roeber Briefe, noch Pakete, noch Telegramme aus­genommen. Es handelt sich nicht etwa um einen Scherz, sondern um die richtige Folge der Erkennt­nis, daß Verlobte und Verheiratete die besten Kunden der Post sind unb baß man den

Volksgesundheit hielt im Katharinenbau eine Ta­gung ab. Heber bas ThemaGesundheit, Rasse unb Weltanschauung" sprachen Pg. Dr. Bartels (Berlin), Dr. Wagner, Hausü- amstleiter im Stabe bes Stellvertreters bes Füh­rers, sowie Dr. Wilhelm Groß. Der Leiter bes Rassenpolitischen Amtes ber NSDAP. Dr. Bartels wies barauf hin, baß bie Aufgabe bes National­sozialisten über bas Allgemeine hinaus fei ben un» terschieblichen Wert bes einzelnen Volksgenossen in ben Mittelpunkt seiner Betreuung zu stellen, ben Wertvollen unb Erbgesunben zu höchster gefunb- heitlicher Leistung zu förbern unb ihn dazu zu er­ziehen, seinem Volke unb feiner Familie freiwillig jedes Opfer zu bringen. Pg. Dr. W. Groß (Ber­lin) legte die rein weltanschaulichen Voraussetzun­gen und Folgerungen dar, bie sich aus ben bem Nationalsozialisten schon selbstverständlich geworbe­nen rassenpolitischen Grunbanschauungen ergeben. Bei allen Völkern wirb um bie gleiche Grundfrage gestritten. Um die Ablösung eines unbiologischen Weltbildes durch eine Anschauung, bie bie Werte des Blutes unb ber erblichen Gebunbenheit in ben Mittelpunkt rückt. Der Nationalsozialismus über­windet in feinem rassischen Denken ben Gegensatz von Leib unb Seele, auf bem bisher bie Weltan­schauung aufbaute. Er lehrt bie Einheit unb Ganz- heil bes lebenbigen Lebens.

Gesandter von papen in Nürnberg.

Saarbrücken, 7. Sept. (DNB.) Der deutsche Gesandte und bevollmächtigte Minister in Wien, Franz von Papen, hat am Freitag um 10 Uhr Saarbrücken im Sonderflugzeug ver­lassen, um sich zum Reichsparteitag der NSDAP, nach Nürnberg zu begeben. Er ist dort gegen 11 Uhr gelandet.

Wirtschaftlicher Skandinavismus

Von unserem G B.-Äerichiersiatter.

In ber weiteren Diskussion zum Krebs­problem auf ber Frankfurter Internationalen Wissenschaftlichen Woche sprachen zunächst Professor Dr. H o l f e l b e r (Frankfurt) unb Professor Dr. von Eicken (Berlin) über bie Krebsbehanblunc mit Röntgen- unb Rabiumstrahlen. Besonders mi der letzten Methode hat Professor Dr. v. Eicken (früher in Gießen) bei Kehlkopfkrebsen überraschende Erfolge erzielt. Professor Dr. Schmieden (Frank­furt) äußerte sich aus seinen Erfahrungen dahin­gehend, daß bie Behanblungserfolge bei Sarkomen unb anberen Geschwülsten größer bei ber Anwen­dung von Rabiumstrahlen seien. Bei Magenkrebsen aber sei operative Methobe unbebingt oorzuziehen. Außerbem spiele bie Bestrahlung für bie Nach- behanblung eine große Rolle. Dieser Ansicht schlossen sich weitgehenb auch die Professoren Martin (Göttingen) unb Wintz (Erlangen) an. Professor Schmieben gab bann bekannt, daß bie I. G. Farbeninbuftrie baran arbeite, das Ficherasche Heilmittel zu verbessern. Professor Stepp (München) wies in einem Vortrag darauf hin, daß die Widerstandskraft des Organismus gegen Krebs­gefahr wesentlich durch Zuführung von Vitaminen und zwar in erster ßinie durch bie Vitamine C unb D erhöht werbe.

Hower Hauptbahnhof hat weitere Opfer geforbert. Zwei Frauen unb ein Lokomotivheizer sind im Krankenhaus ihren Verletzungen erle­be n. Damit erhöht sich die Totenzahl auf fünf. Oie Ursache bes Unglücks ist noch nicht geklärt. Es cheint sich um ein Versagen oder Schabhaftwerben tiiner Kreuzungsweiche zu handeln.

Kunst und Wissenschaft.

' Das hessische Landeslheater eröffnet feine 125. Spielzeit.

Am 9. September wirb bas Hessische Lan - bestheater in Darmstabt nach zwei Monaten Ferien seine Pforten zum ersten Male roieber öff­nen. Die Spielzeit 1934/35, bie an biefem Tage be- i ginnt, ist bebeutungsooll burch bas Jubiläum bes :125jährigen Bestehens, bas das Lanbes- itheater in ihrem Verlauf feiern wirb. Im Mai 1810 »erhob nämlich Großherzog Lubwig I. bie bamalige iDpern- unb Schauspielbühne zumGroßherzoglichen lHoftheater", besten glanzvolle Tradition sich, nach­dem es zum Kriegsende zumHessischen Lanbes- ltheater" umgewandelt wurde, bis heute ununter­brochen fortgesetzt hat. Das Landestheater wird feine Dubiläumsfpielzeit durch eine Reihe besonderer Der- oanftaltungen festlich ausgestalten. So ist u. a. für ftie Mitte ber Spielzeit eine Festwoche vorgesehen, in der klassische Werke der deutschen Musik und Dichtung zur Aufführung kommen. Die Eröffnungs­vorstellung der Oper bringt WagnersMeistersin­ger^ in neuer Einstudierung und Ausstattung. Por der Aufführung wird als Vertreter bes Reichspro- paganbaminifteriums ber Präfibent ber Reichsthea- iierrammer, Ministerialrat Otto Laubinger, eine Ansprache halten. Das Schauspiel eröffnet mit einer Ausführung von GoethesEgmont", ebenfalls in Wleueinftubierung unb -Ausstattung.

Aus aller Well.

Drei weitere Todesopfer des Glasgower Eisenbahnunglücks.

besten Kunden entgegenkommen muffe. Der Reichs- post zur Nachahmung empfohlen.

Das Dürkheimer Faß.

Das größte Faß ber Welt, bas neu er­richtete Dürkheimer Faß, welches ben äußeren Rahmen für eine in seinem Innern besinbliche Gast­wirtschaft barstellt, ist jetzt seiner Bestimmung über­geben worben. Die Konstruktion bes Fasses zeigt feine Abweichung vom Bau eines normalen Wein­fasses. Der obere Spunb bient ber Belichtung unb Lüftung. Die Länge bes Riefenfasses beträgt 15 Meter, ber Durchmesser 13,5 Meter unb ber Rauminhalt 1,7 Millionen Liter.

Der größte INann will heiraten.

Mit derGröße" ist die Körperlänge von Ali Ismael gemeint, ber 2,80 Meter mißt. Er hat bas Alleinsein satt unb hat als moberner Türke eine Heiratsanzeige aufgesetzt, worin er bem eine Be­lohnung verspricht, der ihm eine paffenbe Frau zu- führt. Damit meinte er natürlich eine zu seiner Größe paffenbe Dame, bie mindestens 2 Meter hoch sein muß. Außerbem muß sie auch gut kochen können und diese Kunst wird sie stark in Anspruch nehmen, denn Ali ist mit Verlaub zu sagen ein Vielfraß. 2,80 Meter wollen ernährt fein, keine Kleinigkeit. Die Chronik meldet nicht, ob er ben Wunsch feiner Träume gefunden hat, doch ist es sehr wahrscheinlich. Wie keine zweite wird dann diese Glückliche zu ihrem Mann hinaufschauen können.

Buntes Allerlei.

Victor Hugo macht Verse im Omnibus.

Der greife Dichter Victor Hugo, bem bie Neu- belebung ber bichterischen Sprache Frankreichs zu oerbanfen ist, pflegte mit Vorliebe endlose Omni- busfahrten zu unternehmen, um sich inspirieren zu lassen. Fast nie hatte er bei feinen poetischen Aus­flügen ein bestimmtes Ziel, er fuhr um des Fah­rens willen und um die Menschen zu beobachten, die auf den Straßen wandelten und die an den verfchiebenen Haltestellen das damals beliebteste Pariser Verkehrsmittel bestiegen ober verließen. Zu­weilen kam es bann vor, baß Hugo während ber Fahrt fein Notizbuch hervorzog unb anfing. Verse aufzuschreiben, bie ihm in ben Sinn kamen. Sehr erstaunt konnte er bann aufblicken, wenn ber Schaffner ihn nach ftunbenlanger Fahrt barauf aufmerksam machte, daß bas Enbziel erreicht sei, und erst langsam kam er wieder in die Gegenwart zurück. Einmal geschah es, daß eine junge hübsche Frau den Omnibus bestieg und an Victor Hugo oorbeiging, um ben einzigen noch leeren Platz zu erreichen. Da hielt ber Omnibus plötzlich an, es gab einen heftigen Ruck, unb bie junge Dame fiel auf ben Schoß des greifen Poeten, der gerade in feine Verse vertieft war und eben nach einer Wei- terführung eines Motivs suchte. Verwirrt unb er­rötend flüsterte die Dame:Ich bitte Sie vielmals um Verzeihung, mein Herr." Mit freudigem Lä­cheln aber erwiderte ber Dichter:Aber bitte sehr, anäbige Frau, ich habe Ihnen zu banken. Sie schenkten mir Ihre Zuneigung gerabe im rechten Augenblick." Unb während die Dame Platz nahm, schrieb er lächelnd fein Gedicht zu Ende.

Eine neue Llrwaldbahn in Afrika.

In Betrieb gestellt wurde vor kurzem Afrikas neueste Eisenbahnstrecke, die in einer Länge von rund 500 Kilometer von Pointe Noire nach Braza- ville in Französisch-Aequatorial-Aftika führte. Der Bau der neuen Linie, die durch sehr schwieriges Ge­lände und durch dichtesten Urwald führt, hat sehr lange Zeit gekostet und Unsummen verschlungen. Die Ausgangsstation an ber Küste, Pointe Noire, ist habet sozusagen aus bem Nichts entstauben. Den Belgiern ift bie neue Eisenbahnstrecke ein Dorn im Auge, wjro sie doch nunmehr ben gesamten Güter» oerkehr bes französischen Kolonialgebietes an sich Ziehen, ber bisher notgedrungen auf der belgischen Kongobahn abgewickelt werden mußte, liegt die Endstation Brazaville doch unmittelbar gegenüber bem belgischen Leopoldville am Kongo. Auf ber bel­gischen Linie Boma-Leopoldsville vollzog sich bisher bie gesamte Ein- und Ausfuhr des Hinterlandes von Brazaville. In Belgien geht man daher mit der Absicht um, ben Kongo bei Leopolbsoille durch eine Verbindungsbahn nach Brazaville zu überbrücken. Nie Verkehrssünden des Fußgängers.

In Neuyork wurden in ben Straßenbahnen und anberen Verkehrsfahrzeugen öffentliche Warnungs­tafeln angebracht, bie ben Fußgänger einbringlid) auf seine Fahrlässigkeit im Verkehrstrubel aufmerk- am machen. Folgenber Text wird auf diese Weise den Fahrzeugbenutzern eingeprägt:Die Derkehrs- gefahren für den Reisenden unb Passanten liegen nicht beim Benutzen ber Untergrundbahnen, der Straßenbahnen unb Omnibusse, fonbern vor allem im Benehmen ber Fußgänger. In ben ersten sechs Monaten bes Jahres 1934 würben bie meisten Un- älle durch falsches Ueberqueren bes Fahr- bamms veranlaßt. Beim Ueberqueren ohne Rücksicht auf bie Lichtsignale würbe 91 Menschen getötet und 2402 verletzt; beim Ueberqueren bes Fahrdammes an falschen Stellen würbe 86 Tobesopfer geforbert unb 3069 verwunbet; burch anbere falsche Straßen­überschreitungen würben weitere 68 Personen ge­tötet unb 2067 verletzt. Du wirst länger leben unb weniger zu leiben haben, wenn Du bie Straßen bort überquerst, wo es bie Vorschrift bestimmt unb wo Dir Lichtsignale ben Weg weisen. Der Polizei- präfibent."

Wettervoraussage.

Noch immer steht unser Wetter unter bem Ein­laß des sich in nord-südlicher Richtung über Deutsch- lanb erstreckenden Hochdruckrückens, so daß es wei­terhin fpätsommerlich warm bleibt. Da aber vom Ozean eine kräftige Störung vorrückt, wird später­hin vorübergehend Bewölkung und auch Neigung zu Gewitterbildungen aufkommen, ohne daß der Gesamtwitterungscharakter dadurch wesentlich ge­ändert wird.

Aussichten für Sonntag: Dunstig und leicht bewölkt mit Aufheiterung, warm unb trocken.

Aussichten für Montag: Vorübergehenb tärfer bewölkt, aber noch meist trocken.

Lufttemperaturen am 7. September, mittags: 25,4 Grad Celsius, abends 15,2 Grad; am 8. September, morgens: 11,6 Grad. Maximum 25,8 Grad, Mini- mum 8,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. September, abends 20,4 Grad, am 8. Sept., morgens: 15,2 Grad Celsius. Sonnenschein­bauer 91 It Stunben.

Hauptschristleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Derantworllich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, ür Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. VIII. 34: 10100. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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