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Nr. 13' Erstes Blatt

184. Jahrgang

5reitag. 8. Juni 1934

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Eichener Anzeiger

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Allstral'eiitanztallSderReihe

Vorgänge aus der Weltbühne, die den Fluß der Entwicklung in unerwartete Bahnen leiten, wirken gewöhnlich sensationell. Voraussagen werden bei solchen Gelegenheiten von Leuten laut, die sich in einem Uebermaß vorgegebener Weltklugheit ge­fallen und darauf aufbauend notwendig zu Trug­schlüssen gelangen. Politische Spuksichtigkeit ist eine Gabe falscher Propheten. In das richtige Blickfeld gerückt, erscheinen die Dinge sehr häufig weit weniger alarmierend und durchaus natürlich. Australien tanzt aus der Reihe. Das ist zum Beispiel so eine Nachricht, die schwache Geister zu der unsinnigen Behauptung sich ver­steigen läßt, der neuerdings eingeschlagene Kurs australischer Handelspolitik sei ein sichtbares Zeichen für den bevorstehenden Auseinanderfall des britischen Weltreiches. Wie liegen in gerader Blickrichtung betrachtet hier die Dinge in Wahrheit?

Die den Massenexport industrieller Erzeugnisse betreibenden weißen Weltmächte stehen in Ab­wehrfront gegen das japanische Dum­ping. In erster Reihe dieses erbitterten Kampfes um den Auslandmarkt steht das Brittsche Reich. Der Staatskunst des englischen Stammlandes war es bisher im wesentlichen gelungen, gegenüber dem Ausland eine einheitliche politische und wirtschaft­liche Zielsetzung des erdumspannenden Reiches in allen seinen Teilen trotz der Streulage der einzelnen Glieder zu gewährleisten. Aus dieser Gewöhnung an den Lauf der britischen Sache läßt die Reise australischer Staatsmä nner nach Tokio das politische Bewußtsein der Welt aufmerken. Diese von der Regierung in Canberra entsandte diploma- ttsche Abordnung hatte nach der amtlichen Botschaft den Zweck, der Regierung des Mikado die freund- nachbarliche Zuneigung und Geneigtheit des austra­lischen Bundesstaats zur Einleitung engerer Wirt­schaftsbeziehungen auszudrücken.

Der handelspolitische Vorstoß des Commonwealth of Australia, wie die offizielle Bezeichnung des Landes der Sonne und des Südens" lautet, be­deutet zunächst nicht eine demLapde der auf­steigenden Sonne" gebotene Anbiederung im Sinne der Bereitwilligkeit zur Beseitigung alter Gegen­sätze. Bevölkerungspolitisch namentlich bleibt für die japanischen Auswanderer das Tor nach den menschenleeren Landweiten Australiens zu geschlagen. Zu tief ist im australischen Volkstum das Rassenbewußtsein verwurzelt, als daß jemals eine ähnliche Rassenfrage wie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika entstehen könnte.'Mag auch eine Kolonisation der un­geheuer fruchtbaren nördlichen Gegenden des Süd­seekontinents die bei Einsetzung farbiger Ar­beitskräfte mit außerordentlichem Nutzen möglich märe für den germanischen Arbeiter wegen der für ihn unzuträglichen tropischen klimatischen Ver­hältnisse vorderhand undurchführbar fein, so wird doch im Vollzug der australischen Einwande­rungsbestimmungen nie ein gelber Ein­wanderer hier eine Wirkungsstätte finden.

Und ferner besagt die handelspolitische Maß­nahme Australiens nicht ein Abrücken von der gro­ßen nationalen Politik des englischen Mutterlan­des. Der Schrecken dergelben Gefahr ist in keinem Lande der Welt so lebendig wie m Australien. Man weiß das aus Gesprächen mit Australiern, aus dem australischen Schrifttum. Immer wieder quillt die Furcht vor dieser Gefahr hoch, diese Angst in ihrer qualvolleren Ursprung- lichen Bedeutung, in ihrer Gebundenheit an Blut und Boden. Bei Berücksichtigung des überwälti­genden zahlenmäßigen Mißverhältnisses zwischen der australischen und der gelben Bevölkerung und des von letzterer ausgehenden Expansionsdrucks er­klärt ein Blick auf die Landkarte die Besorgnis der Australier. Bei einer Niederzwingung Englands durch eine auswärtige Macht stände, so ist man in Australien überzeugt, Australien auf verlore­nem Posten. Neben anderen Bindungen schafft insbesondere diese Ueberlegung eine Kettung des po­litischen Geschicks Australiens an das des Mutter­landes auf Gedeih und Verderb. Es waren, wie an dieser Stelle erinnert werden mag, Austra­lier hie in ihrer Opferwilligkeit für die englische ©adle auf den Schlachtfeldern des Großen Krieges von keinen anderen Angehörigen des angelsächsischen Volkstums überboten wurden

Die australische diplomatische Mission nach Lokio bekundet demgegenüber lediglich die Anbahnung regerer wechselseitiger Betätigung auf einer Ebene, auf der zwischen den beiden Landern niemals Gegensätze schwerwiegender Natur bestanden haben. (?« ist dies keine plötzliche Entwicklung von gestern auf heute Schon seit langem hat sich in Australien die Ueberzeugung gefestigt, daß in dem wirt­schaftspolitischen Spie l d er straf te m und um den fünften Erdteil die j apa n i f * e Karte auf die Dauer nicht zu über­trumpfen ist. Die durch Studienreisen nach den iananikben Inseln erweiterte und vertiefte Beschäf­tigung mit den sozialen und wirtschaftlichen Ver- häSen und mit der Sprache lenes machtvoll aufstrebenden Landes, ist eine vorausschauend ge­stellte Abgabe, mit der sich seit geraumer Zei nicht nur aroße Teile der jüngeren Generation m Austra- tien befassen. Die Beschaffenheit der einander raum- nahen wirtschaftlichen Bedingungen in Australien unö Japan weist beide Länder klar aufemanber hm. Die auf Australien mit besonderer Wucht heremge- brochene Weltwirtschaftskrise ha . nunmehr die Han- delspolitik des Landes zwangsläufig nach der n turgegebenen Richtung umgebogen. Je mehr die m wachsendem Maße zur Selbstversorgung schreitenden Kunden Europa und Amerika als Käufer auf dem australischen Markt a u s f i e l e n, wurde die australische Ausfuhrwirtschaft zum Absatz der' Ueber- produLtion an Nahrungsmitteln, Genußmitteln und

Neue Wendung in Genf.

Ein Kompromiß zwischen Barthou, Eden und Norman Davis zur Rettung der Konferenz. Deutschland fott auf diplomatischem Wege zur Rückkehr nach Genf eingeladen werden.

Genf, 8. Juni. (Reuter. Funkspruch.) Es ver­lautet, daß eine Besprechung zwischen Eden, Barthou und Norman Davis am Donerstag kurz vor Mitternacht zu einer Eini­gung üb er den Wortlaut einer Ent­schließung geführt hat, die den verschiedenen Regierungen zur Genehmigung unterbreitet werden soll. Es wurde erklärt, die Lage seiviel b e s s e r". Die Sitzung des Büros, die heute um 10.30 Uhr be­ginnen sollte, ist auf 14.45 Uhr verschoben worden. Um 16 Uhr wird der hauplausschuß der Konferenz zusammentreten.

Der Sonderkorrespondent derTimes" meldet: Die Kompromißentschliehung, die heute dem Büro unterbreitet werden soll, ist das Ergebnis be­deutungsvoller Zugeständnisse der Franzosen. Die Notwendigkeit der Rückkehr Deutschlands zur Konserenz vor Fortsetzung der Konserenzarbeit wird anerkannt. Deutschland wird in diesem Zusammenhang zum ersten Male namentlich erwähnt. Die Not­wendigkeit der Prüfung der Organisierung der Sicherheit wird ebenfalls aner­kannt. Ferner nimmt man an, daß das Kompro­miß grundsätzliche Vorsorge für Maßnahmen allgemeiner Abrüstung, also nicht nur Ab­rüstung in der Luft, trifft. Der Grundsatz wird an- erkannt, daß Verhandlungen für die Rückkehr Deutschlands zur Konferenz von den beteiligten Re­gierungen auf diplomatischem Wege und nicht durch den Apparat der Konferenz geführt werden sollen.

Der Korrespondent berichtet ferner, daß an den gestrigen Erörterungen, die zu der vorläufigen Ver­einbarung führten, hauptsächlich Eden, Norman Da­vis und der französische Marineminister P i e t r 1 teilgenommen hätten, während Barthou zwar abwesend, aber weniger aktiv gewesen sei. Später hätten sich noch Vertreter des britischen und des französischen Außenministeriums beteiligt. Der Korrespondent schließt: Falls die gemeldeten Einzelheiten richtig sind, stellt die Kompromißent­schließung einen ausgesprochenen Erfolg des britischen Standpunktes gegenüber dem bisher von Barthou vertretenen Standpunkt dar. Viel hängt jetzt von der Haltung der Russen undder Kleinen (Entente ab. Wenn sich kein unerwartetes Hindernis ergibt, wird die Entschlie­ßung heute nachmittag dem Büro unterbreitet werden.

Unter englischem Druck.

Paris, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.)Echo be Paris" teilt mit, baß her englisch-französisch- amerikanifche Entschliehungsenirburf bie Lösung des Kernproblems nicht vorwegnehme, fonbern nur bas Verfahren betreffe unb ein Ar­beitsprogramm barfteUe. Jnbesfen werbe Deutsch- lanb barin befonbers erwähnt, was barauf Hin­weise, baß bie englische Auffassung einen gewissen Vorteil errungen habe. Ein Urteil sei jeboch erst nach Kenntnisnahme bes Dokuments möglich. Der Entschließungsentwurf werbe ben Regierungen Englanbs unb Frankreichs zur Billigung unterbreitet werben. In letzter In­stanz werbe also Minifterpräfibent Doumergue am heutigen Vormittag zu entscheiben haben.

Der Hinweis auf Deutschland scheint, soweit aus ben Genfer Berichten her französischen Presse her­vorgeht, in ber Formulierung bes Wunsches, baß Deutschlanb auf bie Konferenz zurückkehren möge, zu bestehen. Die englische Delegation soll nämlich, wie übereinstimmend berichtet wirb, von ihrer Re­gierung bie Anweisung erhalten haben, sich in Genf auf nichts fe ft 3 ulegen, ohne baß bie Rückkehr Deutschlanbs gesichert sei. Lorbsiegelbewahrer Eben hat, schreibt Pertinar, ben Stanbpunkt aufrechterhalten, baß kein greifbares nützliches Ergebnis burch bie Abrüstungskonferenz erzielt werben könne, solange bie Deutschen nicht ihren Platz auf ber Konferenz mieber eingenommen hätten. Die englische Regierung halte es nicht für

zweckmäßig, ihre Haltung zu erläutern, solange ber Platz Deutschlanbs leer bleibe. Jnsolgebessen wünschte Eben, baß in bem gemeinsamen Entschlie­ßungsentwurf em Paragraph ausgenommen werbe, ber eineformelleEinlabung an Deutsch­lanb enthält, sich auf ber Konferenz vertreten zu lassen. Barthou würbe bas Wiederkommen Deutschlanbs begrüßen, aber er wünschte keine Ein­labung, bie es Deutschlanb gestatte, vorher Be- bmgungen zu stellen. Man mußte also eine Fassung finben.'.bie sowohl ber englischen wie ber franzö­sischen Auffassung gerecht werbe.

Die Entschließung.

Man rechnet mit dem Widerstand Nutzlands

Paris, 8. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Der Gen­fer Berichterstatter berChikago Tribüne" will er­fahren haben, baß ber Entschließungsentwurf, auf ben man sich in Genf angeblich geeinigt habe, ber Vermittlung von Norman Davis zu ver­bauten sei unb folgenbe fünf Punkte enthalte:

1. Anerkennung ber notwenbigen Teilnahme Deutschlanbs zu den weiteren Konferenz­arbeiten;

2. Verhandlungen zwecks Rückkehr Deutschlands auf diplomatischem Wege und nicht mehr durch irgendein Konferenzorgan, wie die Engländer es ursprünglich gewünscht hätten;

Berlin, 7. Juni. (DNB.) Nachrichten zufolge, die in ber ausländischen Presse in der letzten Zett verbreitet werden, soll in Genfdeut­scherseits mit den Vertretern fremder Mächte über den Abschluß von Sicherheits­pakten sowie über die Rückkehr Deutsch­lands zur Abrüstungskonferenz in Genf verhandelt worden fein.

hierzu erfahren wir von unterrichteter Seite, daß die Nachrichten nicht zutref­fend sind. Deutschland habe keine Veranlas­sung, seine bisherige Haltung zu ändern, da der Grund für das Ausscheiden Deutschlanbs aus ber Abrüstungskonferenz nach wie vor fortbeftehe. Für bie Annahme aber, daß der

Genf, 7. Juni. (DNB.) In ber Geheimsitzung bes Dölkerbunbsrates am Donnerstag ist es nicht möglich gewesen, bie Mitglieber ber Saarab- stimmungskommission zu ernennen. Es ist noch immer nicht gelungen, ein schweizerisches Mitg 1 ieb für bie Kommission zu finben. So­lange es aber zweifelhaft bleibt, ob bie ben Schwei­zern vorbehaltene Stelle überhaupt besetzt werben kann, gilt auch bie Ernennung bes schwedischen Gouverneurs R o b h s unb hollänbischen Mitgliebes be Jong nicht a l s enb gültig. Der Völkerbunbsrat beschloß, baß fein Präsident bie Ernennung ber Mitglieber ber Abstimmungs- kommission vollziehen soll, sobald bie entsprechen­den Persönlichkeiten gefunben sinb. Dabei soll ber Präsibent sich mit anberen Mitgliebern bes Völker- bunbsrates in Verbinbung setzen. Da bie Rats- mitglieber jeboch nach Schluß ber Tagung von Genf abwesenb sein werben, wirb bem Völker- bunbssekretariat auf bie Zusammensetzung ber Abstimmungskommission ein erheblicher Ein­fluß eingeräumt. Das neue Verfahren erschwert natürlich bie Kontrolle burch bie öffentliche Mei­nung. Die Völkerbunbsorgane werben jetzt zu be­weisen haben, baß sie im Sinne ber vom Dreier­ausschuß ausgeübten Tätigkeit eine wirklich neutrale unb unparteiische Zusam -

3. Anerkennung der Notwendigkeit, einen A u s- schuß zum Studium der Kontrolle und S i ch e r h e i t in der Form von Durch­führungsgarantien für ein künftiges Abkommen einzusehen. Man glaube, daß die von Rußland befürworteten regionalen Sicherheitspakte offiziell in der Form parallel neben der Konferenz geführter Ver­handlungen verankert werden würden;

4. Einsetzung eines Ausschusses zum Studium konkreter Abrüstungsvorschläge, d. h. zur Harmonisierung der verschiedenen der Konferenz unterbreiteten Denkschriften und Entschließungen im Hinblick auf die Ausarbei­tung eines Abkommens;

5. Vertagung, bis der Präsident und das Büro der Konferenz glauben, daß in obigen vier Punkten hinreichende Fortschritte erzielt seien, um die Wiedereinberufung der Konferenz zu gestatten.

Der Berichterstatter weist darauf hin, daß die sowjetrufsische Delegation bem Entschlie» ßungsentwurf ablehnenb gegenüberstehe und man in gewissen Kreisen bamit rechne, baß Sow- jetrußlanb Genf verlassen würbe, falls ber Entwurf angenommen werben sollte.

Grund, der die Reichsregierung zu ihrem Vorgehen veranlaßt habe, infolge der Genfer Vorgänge in Fortfall gekommen fei, fei kein Anlaß gegeben, zu­mal der französische Außenminister noch in seiner letzten Rede erklärt habe, die Haltung Frank­reichs bleibe unverändert. Diese läuft bekanntlich auf eine Verlängerung ber Dis­kriminierung Deutschlanbs hinaus. Es sei kein Zweifel darüber vorhanden, daß die Reichsregierung fest entschlossen sei, nach Genf nicht zurückzukehren, bevor nicht bie Der« wirk 1 ichung der deutschen Gleichbe­rechtigung so, wie sie sich auf Grund der deutsch - englisch - italienischen Ver­handlungen darstelle, f i ch e r g e st e 111 sei.

mensetzung ber Abstimmungskommission herbei­zuführen entschlossen sinb. Nur so kann bie Arbeit dieses wichtigen Organs im Saargebiet ber Ent­spannung unb ber reibungslosen Durchführung ber Abstimmung selbst bienen.

©er Reichskanzler dankt dem Vize­kanzler und Freiherr« von Lersner.

Berlin, 7. Juni. (DNB.) Der Reichskanz­ler empfing Freiherrn von Lersner zum Bericht über ben Verlauf feiner Genfer Verhand- langen über bie Saarabstimmung unb sprach ihm seinen Dank aus. An ben Vizekanzler richtete er folgendes Schreiben:

Enblich ist bie Festsetzung bes Abstim­mungstermins für bas Saargebiet erfolgt. Aus biefem Anlaß muß ich Ihnen, Herr von Papen, als bem von mir mit ber Wahrnehmung ber Saar» intereffen Beauftragten, ben aufrichtigsten Dank aussprechen. Die aufopferungsvolle unb um ermübliche Arbeit, mit ber Sie für bie Rückkehr bie- fes Gebietes in bas beutsche Vaterlanb kämpften, hat für alle Deutschen unb bamit auch für Sie ben schönsten Lohn erhalten. Mit bem Ausbruck bes Vertrauens unb Dankes Ihr ergebener gez. Ab 0 lf 5)itle r."

Deutschland kehrt nicht nach Gens zuriirk, bevor nicht die Gleichberechtigung verwirklicht ist.

Roch keine Saarabstimmungskommission ernannt

Heute beginnt die Berkehrserziehungswoche im ganzen Reich.

inbuftriellen Rohstoffen an ben aufnahmefähigen japanischen Abnehmer verwiesen. Offenbar haben auch bie innerpolitischen Schwierigkeiten in Australien, ber Gegensatz zwischen bem rein agrari­schen Westen unb Dem im inbuftrieUen Aufbau be» finblichen Osten bes ßanbes, zu bem ro*r^ic9£J55 diplomatischen Schritt in Tokio beigetragen. Dem Kunben Japan, ber ben englischen Käufer an Ein­wohnerzahl fast um bas hoppelte übertrifft, werben als Gegenleistung in ber Folge im Ausbau bes an­gestrebten Handelsaustausches unzweifelhaft erheb­liche Erleichterungen hinsichtlich ber Ausfuhr indu­strieller Fertigwaren nach Australien zugestanden werben.

Lebiglich insoweit also ist Australien im Begriff, aus ber Linie ber gesamtbritischen Politik auszu­brechen. Es greift in wirtschaftlichem Notstanb zu einer Selbsthilfeaktion, bie mit ben ihm in seiner Eigenschaft als Dominion gegebenen Freiheiten unb bamit mit seiner staatsrechtlichen Stellung im britt- schon Weltreich burchaus vereinbar ist.

Berlin, 7. Juni. (DNB.) Am Donnerstag­nachmittag berichtete Polizeihauptmann Titel vor Pressevertretern ausführlich über bie Verkehrs­erziehungswoche, bie im ganzen Reichsge - biet vom 8. Juni bis 17. Juni 1934 statt- finbet. Es ist bas erstemal in ber Geschichte bes Verkehrs, so sagte er, baß eine Verkehrserziehung nach einheitlichen Gesichtspunkten im ganzen Reich burchgeführt wirb. Nachdem ber Füh­rer, Reichskanzler Aböls Hitler, besonbers bem Kraftfahrzeugverkehr bie Wege geebnet hat, haben wir in nächster Zeit mit einem gewaltigen Anwachsen bes allgemeinen Straßen­verkehrs zu rechnen. Die Volksgenossen müssen deshalb auf hiefen Verkehr vorbereitet wer­ben. Außerbem muh Vorsorge getroffen werben,

baß mit ber Zunahme bes Verkehrs nickst etwa in gleichem Verhältnis auch bie Verkehrsun­fälle steigen.

3m Deutschen Reich sind in den letzten Jahren alljährlich etwa 8 0 0 0 Personen bei Verkehrsunfällen getötet wor­den oder an den Verletzungen erlegen. Etwa 250 000 Personen werden alljährlich erheblich verletzt; in 200 000 Fällen entstand umfang­reicher Sachschaden. Die Verkehrsunfälle ver­ursachen alljährlich einen Kostenaufwand von 265 Millionen Mark. Der größte Teil der Ver­kehrsunfälle wird durch rücksichtsloses und un­aufmerksames Verhalten verschuldet.