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Hier gilt es, den Hebel anzusetzen. Die meisten Derkehrsunfälle ereignen sich an den Straßen­kreuzungen. Es ist tatsächlich so, daß bei Verkehrs­unfällen sehr selten nur einer der Beteilig­ten schuld hat. Gewöhnlich haben sich beide nicht richtig verhalten. Hauptforderung ist, daß jeder Fahrer vor der Kreuzung- seine Ge­schwindigkeit selbst nach der vorhandenen Uebersicht so stark herabsetzt, daß das Fahrzeug rechtzeitig angehalten werden kann. Die Fußgänger dürfen die Fahrbahn nicht ge­dankenlos betreten. Sie müssen zuvor Umschau halten und auch auf Fahrzeuge achten, die ein- biegen wollen. Beim Einbiegen ist eine beson­ders geringe Geschwindigkeit notwendig. Die Fahrzeugführer sollten es sich angewöhnen, Fußgänger, die sich auf der Fahrbahn be­finden, er st vorüberzulassen. Auch sollen sich die Fahrer nicht zu sehr auf ein ihnen etwa zustehendes Vorfahrtrecht verlassen. Die Wahr­nehmung eines vermeintlichen Rechtes darf nicht dazu führen, den Verkehr zu gefährden. Auch auf Hauptverkehrswegen muh jeder Fahrer so fahren, daß er an Kreuzungen mit anderen Straßen nötigenfalls rechtzeitig anhalten kann. Der Miß­brauch der Hupe muß noch weiter eingeschränkt werden.

In zunehmendem Blaß waren in den letzten Jahren die Radfahrer an den Verkehrs­unfällen beteiligt, so in Berlin 1929 mit 11 v. H. und 1933 gleich 22 v. h. Andere Fahr- zengführer sollen immer ausreichenden A b st a n d vom Radfahrer halten. Aebertre- tungen der verkehrspolizeilichen Bestimmungen und die Außerachtlassung der notwendigen Rücksichtnahme sind bei Radfahrern be­sonders häufig.

Es gibt nur das Fahren zu einem hintereinander- gestaffelt; zu zweien nebeneinander darf nur ge­fahren werden, wenn für den übrigen Verkehr ge­nügend Platz ist. Eine große Unsitte im Radfahr- verkehr ist das Ueberholen von Kraftfahr­zeugen und das kurze Vorbiegen. Ueber die Fehler, die die S t r a ß e n b e n u tz e r im Verkehr begehen, läßt sich noch sehr viel mehr sagen. Wäh­rend der Verkehrserziehungswoche werden die Der- kehrssünder auf das Gefährliche ihres Verhaltens hingewiesen werden. Danach sollen dann polizeiliche Strafmaßnahmen mit aller Schärfe einsetzen.

Reichspräsident von Hindenburg begrüßt den Rot-Kreuzlag.

Berlin, 8. Iuni. (DRB.) Als Schirmherr des Deutschen Roten Kreuzes hat Reichspräsi­dent Generalfeldmarschall von Hindenburg dem Rotkreuztage, der am nächsten Sonntag, dem 10. Juni, überall im Reich begangen wird und mit einer Sammlung zugunsten der segensreichen Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes ver­bunden ist, die folgenden Begrüßungsworte gewidmet:

Als Schirmherr des Deutschen Roten Kreuzes begrüße ich den Rotkreuztag 1934 mit meinen herzlich st en Wünschen. Die Liebesarbeil des Deutschen Roten Kreuzes hat in den langen Jahren seines Wirkens Tausenden unserer Volks­genossen im In- und Ausland Hilfe gebracht und viele Sorgen gelindert. Wöge der heutige Tag erneut den Gei st der Volksver­bundenheit und Opferwilligkeit der Deutschen bekunden und dem Roten Kreuz die Wit­tel bringen, die es für feine weitere Arbeit braucht."

Berlin, zum 10. Juni 1934.

Mißglückter putsch in Litauen.

Oer ehemalige Diktator Woldemaras in den Händen der Polizei. Staatspräsident Smetona Herr der Lage.

Tilsit, 7. Juni (DNB.) Wie aus Kowno ge­meldet wird, hat in der Nacht zum Donnerstag ein Militärputsch stattgefunden, der von den Anhängern des ehemaligen Ministerpräsidenten Woldemaras in Szene gesetzt wurde. Wolde- maras wurde noch in der Nacht im Flugzeug von

Staatspräsident S m e t o n a.

MW

WMWS

Der frühere Ministerpräsident Woldemaras.

einem Derbannungsort in die Nähe von Kowno lebracht. Er wurde von seinen Anhängern zum Ministerpräsidenten ausgerufen und hält sich im Generalstabsgebäude auf. Woldemaras soll dem Staatspräsidenten Smetana eine Reihe von Bedingungen in ultimativer Form gestellt haben. Smetana scheint es abgelehnt zu haben, mit den Aufständischen überhaupt zu verhandeln, worauf die Revolte an der festen Haltung der Behörden offenbar binnen wenigen Stunden zusammen- gebrochen ist. Darüber gibt eine amtliche Mit­

teilung der Litauischen Telegraphenagentur Auf­klärung. In ihr heißt es:

Im Zusammenhang mit einem von der Kownoer Garnison durchgeführten Alarm und einigen da­mit verbundenen Zwischenfällen hat sich heraus­gestellt, daß eine Gruppe von Offizieren unter der Deckung des Alarmzustandes einen Druck auf die Obrigkeit der Republik in der Richtung auszuüben versuchte, daß die jetzige Regierung zugunsten einer von Wolde- maras zu bildenden Regierung um­gebildet werde. Nachdem der Staatspräsident der­artige Versuche auch nur zu erörtern entschieden ablehnte, ist der Chef des Generalstabes, Gene­ralleutnant Kubiliunas zurückgetreten. An seine Stelle tritt Generalleutnant I a ck u s.

Woldemaras, der von einem Fliegeroffizier schon am frühen Morgen in einem Flugzeug aus feinem ständigen Verbannungort Zarazai nach Kowno gebracht worden war, wurde nach einigen Stunden Aufenthaltes im Bezirk der Mili- tärflieger von den Fliegeroffizieren selbst dem Generalstab und von diesem den Organen der Staatssicherheitspolizei übergeben. Er befindet sich zur Zeit zu deren Verfügung. Somit sind alle Gerüchte über einen Umsturz und über die Bildung einer Regierung durch Wolde­maras erfunden. Im ganzen Lande und in allen Armeeteilen herrscht vollkommene Ruhe und Disziplin. Von den Beteiligten an dem undisziplinierten Auftritt find sieben verhaftet worden. Einige halten sich noch verborgen.

Der Eiserne Wolf.

In der Geschichte des jungen litauischen Staates steht Woldemaras an erster Stelle, denn er war es, der 1917 unter der Kerenski-Regierung die Aufrichtung eines unabhängigen Staates Litauen forderte. Woldemaras stand seit der Aufrichtung Litauens an der Spitze der Partei, die, auf mitteleuropäische Begriffe übertra­gen, etwa völkische Ziele verfolgt. Aus dieser Auffassung heraus war gerade Woldemaras nicht mit der Außenpolitik der früheren litauischen Re­gierung einverstanden, weil er und seine Freunde eine Politik der Unversöhnlichkeit gegen Polen vertraten. Die Wilna-Frage war für Woldemaras immer das Kernstück der litauischen Politik, zumal auf der anderen Seite auch polnische Nationalisten die Besetzung und Durchdringung Li­tauens forderten, um diese Reibungsfläche ein für allemal auszuschalten.

Woldemaras hat Litauen drei Jahre lang diktatorisch regiert unter Ausschal­tung des Landtages, unter bewußter und gewollter Mißachtung der parlamentarischen Demokratie. In diesen drei Jahren hat Woldemaras versucht, Li­tauen außenpolitisch zu festigen, teils durch Lösung der Wilna-Frage im Sinne eines Groß-Litauen, teils aber auch durch Bereinigung des Me­melproblems, also durch Herstellung eines friedlich-schiedlichen Verhältnisses zu Deutschland. Wenn auch Woldemaras' Stärke in der Außenpoli­tik lag, so war er doch nicht blind für wirtschafts­politische Tatsachen, vor allem in der Form, daß Litauen wirtschaftlich wesentlich von Deutsch­land abhängig war und ist. Im Außenhandel Litauens hat Deutschland seit der Begründung dieses baltischen Staates weitaus an erster Stelle gestan­den, wobei der Warenaustausch mit dem Memel- gebiet außer Ansatz bleibt. Daß Woldemaras ge­stürzt wurde, ehe es ihm gelungen war, irgend­wie greifbare außenpolitische Erfolge zu erzielen, erklärt sich durch die ungewöhnlich verworrenen parteipolitischen Zustände Litauens. Die parteibil­denden Kräfte Litauens sind nicht durch soziologische und politische Tatsachen bestimmt, sondern in der Hauptsache durch persönliche Einflüsse, sowie durch den Machthunger einiger ehrgeiziger Politiker. Immerhin hatte es Woldemaras verstan­den, Litauen zeitweilig in den Vordergrund der öffentlichen Meinung Europas zu schieben, nicht nur in den Wochen, wenn der Völkerbund in Genf

tagte, sondern auch bann, wenn der Diktator sich mit seinen innerpolitischen Gegnern herumschlagen mußte.

Woldemaras' Stellung war stark und unangreif­bar, solange er es verstand, sich mit den führenden Offizieren gut zu stellen, wobei ihm zunächst ein gewisser Rückhalt an den Staatspräsidenten Dr. S m e t o n a sicher mar. Aber feine Gegner nützten schon 1928 die wachsende wirtschaftliche Notlage des kleinen Landes aus, eine Notlage, die vor allem die Landwirtschaft zu spüren bekam. Woldemaras war klug genug, um frühzeitig zu erkennen, daß seine Diktatur erschüttert war, zumal der Versuch, ihn im Frühjahr 1929 gewaltsam zu beseitigen, mehr war als nur ein Warnungszeichen. Trotzdem er den Landtag ausgeschaltet hatte, brachten es seine in­nerpolitischen Gegner fertig, seinen Sturz im Herbst 1929 durch eine Kundgebung des Mißtrauens her- beizuführen. Es ist kennzeichnend für die krisenhafte Zuspitzung der innerpolitischen Verhältnisse Li­tauens, daß auch die Männer in die Reihen seiner Gegner übergetreten waren, die ge­meinsam mit Woldemaras die Regierung geführt hatten. So wurde der Finanzminister des Diktators, T u b e l i s, vom Staatspräsidenten mit der Bil­dung einer neuen Regierung beauftragt. Ein persönlicher Freund-Woldemaras', der ehemals preußische Referendar Z a u n i u s, wurde Außen­minister, als welcher er in Genf wiederholt Zeug­nis dafür ablegte, von den lebenswichtigen Belan­gen Litauens wenig oder gar nichts zu verstehen. Das wird schließlich bestätigt dadurch, daß es mit Litauen nach dem Sturze Woldemaras' überall rück­wärts gegangen ist, insbesondere außenpolitisch, Li­tauen hat sich überall zwischen zwei Stühle gesetzt.

Immerhin war die Persönlichkeit Woldemaras' auch nach seinem Sturze als Diktator stark und un- abhängig genug, um selbst durch den Hochver­ratsprozeß nicht erschüttert zu werden. Wolde­maras wurde f r e i g e s p r o ch e n , trotzdem er in­zwischen seine Anhänger in einem Verband um sich geschart hatte, dem er den NamenEiserner Wolf" beilegte. Dieser Verband wurde zwar auf­gelöst, aber die Anhänger Woldemaras' blieben trotzdem in enger Verbindung mit dem Diktator. Woldemaras hatte vorübergehend das Land ver­lassen, war aber freiwillig wieder zurückgekehrt und von der Regierung Tubelis zwangsweise im Kreise Krottingen angesiedelt worden.

gez. von Hindenburg.

Reichsbeihitfe zur Förderung der Flurbereinigung.

Berlin, 7. Juni. (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft wird im laufen­den Rechnungsjahr zwei Millionen RM. zur Förderung der landwirtschaftlichen Grundstückszu­sammenlegung (Flur- oder Feldbereini­gung) zur Verfügung stellen. Durch Beihilfen aus diesen Mitteln soll eine Steigerung und B e - schleunigung der Umlegung landwirtschaft­licher Grundstücke erzielt werden. Diese Mittel sol­len nicht an die Stelle der bisherigen Aufwendun­gen der Länderregierungen für die Grundstücks­umlegung treten und sie entlasten, vielmehr soll den beteiligten Grundstückseigen- tümern die Tragung der Kosten, die sie für Ver­messung, Abmarkung usw. tragen müssen, e r - leichtert werden. Die Anträge auf Bewilligung von Beihilfen sind über die ßänberregierungen dem Reichsminister für Ernährung und Landwirt­schaft vorzulegen.

Die im W e ft e n und Süden des Deutschen Reiches weitverbreitete Besitzzersplitterung ist ein Hindernis für jeden landwirtschaftlichen Fort­schritt. Wenn die Bauern und Landwirte ihrem Besitz Höchsterträge abringen und die Errungen­schaften der heutigen Landwirtschaft zur Anwen­dung bringen sollen, müssen zunächst ihre zahl­reichen Parzellen gleichen Ausmaßes zu wenigen gut zu bearbeitenden, durch Wege aufge­schlossenen Plänen zusammengelegt, die zahllosen Grenzraine beseitigt und O e d - ländereien kultiviert werden. Durch die Einführung des Reichserbhofgesetzes ist soweit die beteiligten Grundstücke Erbhöfe sind Gewähr dafür geboten, daß die unter Aufwendung öffent­licher Mittel erzielten Erfolge nicht durch neue Erbtei lungen wieder verloren gehen.

Staatssekretär Meißner als Zeuge im Gereke-prozeß.

Berlin, 7. Juni (DNB.) Im Prozeß gegen den früheren Arbeitsbeschaffungskommissar Dr. Gereke wurde über den AnklagekomplexHin­denburg-Ausschuß" auch der Staatssekretär beim Reichspräsidenten, Otto Meißner, als Zeuge gehört. Der Vorsitzende erklärte dem Zeugen, daß es sich um die Frage handele, ob er etwas davon gewußt habe, daß aus den Mitteln des Hindenburg-Ausschusses Beträge beiseite­gestellt wurden, die zur Gründung einer Zeitung bestimmt sein sollten.

Zeuge Meißner: Davon habe ich nichts ge­wußt. Wohl aber hatte ich Kenntnis von der Absicht der Gründung einer 3 e i » t u n g. Während des ersten und zweiten Wahl- aanges zur Reichspräsidentenwahl wurde wieder­holt davon gesprochen, daß es notwendig sei, eine überparteiliche nationale Zeitung zu gründen. An diesen Besprechungen, die hauptsächlich im Herren­

klub stattfanden, nahm außer Dr. Gereke auch Oberst von Hindenburg, Herr von Keudell, Dr. Regendanz, Freiherr von Gleichen und ich selbst teil. Gedacht war an eine Zeitung, die unabhängig von Partei-, Industrie- und Wirtschaftsgruppen sein und keinen Gewinn abwerfen sollte. Die Schwie­rigkeiten setzten sofort bei der Frage der Finanzierung ein. Dr. Gereke er­klärte sich als einziger bereit, Gelder zur Verfügung zu stellen, und nannte dabei die Summe von 50 000 RM. Später hörte ich davon, daß dieser Betrag auf 100 000 RM. erhöht werden sollte. Es ist mir unbekannt, aus welchen Mitteln diese Gelder von Dr. Gereke kommen sollten. Er hat nichts davon gesagt, aber ich nahm an, daß es sich um Ersparnisse des Hin­denburg-Ausschusses handelte. Im Juni 1932 wurde der Plan dann endgültig begraben, weil die Versuche, andere Geldgeber zu gewinnen die Durchführung des Projektes erforderte 500000 RM. scheiterten.

Vorsitzender: Auch Herr von Schleicher soll bei der Angelegenheit beteiligt gewesen sein? Zeuge Meißner: Herr von Schleicher hat an den Besprechungen nicht teilgenommen. Er hatte während seiner Kanzlerschaft eine ähnliche Idee, die aber mit dem Plan Dr. Gerekes nichts zu tun hatte. Vorsitzender: Dr. Gereke behauptet, er könne über die Dinge keine restlose Aufklärung geben, weil er durch ein Ehrenwort g e - ounben sei. Zeuge Meißner: Mir ist von einer solchen ehrenwörtlichen Bindung nichts bekannt.

Aufnahmesperre

für die Deutsche Arbeitsfront.

Berlin, 7. Juni. (DNB.) Der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, hat fol­gende Anordnung herausgegeben:

Da zurzeit der neue Ausbau der DAF. im vol­len Gange ist, wird bis zur Beendigung desselben der Beitritt zur DAF. gesperrt. Die Sperre ist eine allgemeine. Keine Gliederung der DAF. ist befugt, Ausnahmen zu gestatten. Insbesondere ist es verboten, über wirtschaft­liche und soziale Einrichtungen indirekte Werbungen für die DAF. vorzunehmen. Wo solche veranlaßt werden, werden diese von der Deutschen Arbeitsfront nicht anerkannt und aus­drücklich für nichtig erklärt."

Oie HZ. im Kampf

gegen das MieSmachertum.

Köln, 6. Juni. Die Presiestelle des Oberge­bietsführers West der Hitlerjugend meldet: Im Rahmen der großen Abwehraktion der Sabotage­versuche der Reaktion, der Miesmacher und Nörgler spricht der Reichspressechef der Hitlerjugend, Ge­bietsführer Gustav S t a e b e - Berlin am 15. Juni in Mainz und Frankfurt a. M.

Was bietet die Deutsche Siedlungsausstellung?

In München findet vom 9. Juni bis 7. Okto­ber die Deutsche Siedlungsausstellung (DDA.) statt. Sie umfaßt vier Teile, die zusammen die größte und am sorgfältigsten vorbereitete Ausstellung die­ser Art bilden, die Deutschland in den letzten Jah­ren gesehen hat. In der H a 11 e n a u s ft e 11 u n g sollen die technischen, künstlerischen, finanziellen und organisatorischen Grundlagen der Wohnsiedlung des Hauses, der Wohnung und des Gartens gezeigt werden. Die AusstellungKunst und Leben" will der Kunst des Heimes dienen und praktische Anleitungen bieten: Das richtige Bild an der rich­tigen Wand, eine Plastik auf dem Bücherregal, eine reizvolle Keramik zwischen Gartensträuchern, ein gemaltes Hauszeichen über der Eingangstür des Hauses.Garten und Heim" wird das Ab­bild der Lebensfreude sein. Diele Gärten beengen und bedrängen den Besucher, anstatt ihn aufatmen au lassen. Die meisten Gärten geben nicht halb soviel an Wirkung her, wie ihr Besitzer an Geld und Mühe hineingesteckt hat. Das Gefühl des Ge­schützt- und Geborgenseins, durchBlickschutz und Windschutz", das erfordert ein gewisses Maß von Kenntnis und Kunst. Auch die Klaviatur der wech­selnden Jahreszeiten mit ihren unendlichen Mög­lichkeiten an einheimischen und fremden Gewächsen will zu spielen gelernt sein.

Im Mittelpunkt aber steht die Mustersied - lung Ramersdorf. Hier werden die der Hal­lenschau auseinandergelegten Elemente des Bauens

Frankreich ist schuld an dem Genfer Fehlschlag. Kritik desErzbischofsvon Canterbury.

London, 7. Juni. (DNB.) Der Erzbischof von Canterbury, der Primas der anglikanischen Kirche, hat auf der Synode seines Sprengeis die Haltung der französischen Regierung auf der Abrüstungskon­ferenz einer scharfen Kritik unterzogen. Man stehe vor der Tatsache, daß aufrichtige und ernste Be­mühungen mit einem bedauernswerten und kläglichen Mißerfolg in Genf geendet hät­ten. Der Erzbischof betonte ausdrücklich, daß er den französischen Jnvasionsängsten voll Rechnung trage. Er sei sich auch darüber klar, daß England in vieler Hinsicht in einer ganz anderen Lage sei als Frank­reich. Trotzdem müsse er d i e von Barthou in Genf eingenommene Haltung bedauern. Es herrsche wohl in vieler Hinsicht keine Bereitschaft, das bestehende Risiko noch zu erhöhen. Gewisse Be­sorgnisse seien vorhanden, und zwar seien sie, so meinte der Erzbifchof, nicht so sehr durch irgend­welche Dinge heroorgerufen, die offiziell von Deutsch­land vorgeschlagen worden seien, sondern durch die Erklärungen, die man aus Deutschland höre. Aber, so fuhr der Erzbischof fort, meiner Meinung nach wäre es gerade wirkliche Staatskunst zu erkennen,

und Wohnens zusammengesetzt, fertig gebaut. Dieser Teil der Ausstellung ist bewohnbar und nach Schluß der Ausstellung wirklich bewohnt. Am 26. Februar wurde mit den Erdarbeiten begonnen; am 20. April fand das Richtfest statt; am 9. Juni wird diekleine Stadt" mit 200 Häusern schlüsselfertig fein. Jedes Haus bietet einer öföpfigen Familie Wohnraum und kann bei größerem Kinderreichtum in den meisten Fällen noch ausgebaut werden. Vier Grundtypen, aber 34 verschiedene Haustypen, jeder angemeffen anderen Wohnbedürfnissen! Don 17 meist jüngeren Architekten entworfen, zeigen diese 34 Haustypen, wie das Gesetz vomhöchsten Wir­kungsgrad" von selbst hinführt zu einer erfreulichen Abwechslung. Auffallend ist der eigenartige Grund­riß; fein Geheimnis ist: Alle 200 Wohnsei - ten sehen zur Sonne! Jedes der Häuser wurde an die Nordseite feines Grundstückes gesetzt, so daß der Garten nach Süden liegt und der Blick aus den Hauptwohnräumen immer ins freundliche, sonnige Grün geht. Die Finanzierung wird sich aus Eigenkapital, einer ersten Hypothek bis zu 60 Prozent der Gestehungskosten, welche auf 28 Jahre mit etwa 6 Prozent Annuität (4 Prozent Zins und 2 Prozent Amortisation) gewährt wird, und einer zweiten Hypothek aus Staatsbaudarlehen zusam­mensetzen, also für zukünftige Verhältnisse ein an­nähernd normales Beispiel sein können. Die monat­liche Belastung wird sich für den Eigentümer auf rund 100 RM. stellen.

dast die einzigwirklicheGesahrsür Frank­reich in der Verewigung der Feindschaft mit Deutschland bestehen würde. Wenn Frank- reich die vernünftig st en Vorschläge, die Deutschland unterbreitet, verächtlich verwirft, dann wird dieses Gefahrenmoment freilich in ver­stärktem Maße fortbestehen. Nach meiner Mei­nung liegt auf der Hand, was der beste Weg ist, um ein solches Risiko zu vermeiden, nämlich: alles denk­bare zu tun, um Deutschland an dem z u hindern, was es zweifellos tun wird, wenn die Abrüstung scheitert, nämlich a u f z u r ü st en . Sicher ist es besser, daß die deutsche Forderung nach Wie­deraufrüstung in vernünftigen Grenzen gehalten wird. Ich glaube, daß das Auftre- ten Frankreichs in weitgehendem Maße für den Fehlfchlag in Genf verantwortlich zu machen ist.

Marxisten stören eine Faschisten­versammlung in London.

London, 8. Juni. (DNB.) Die zweite Ver­sammlung der englischen F a s ch i st e n p a r t e i des Sir Oswald Mosley in der Messehalle im Lon­doner Stadtteil Olympia war bis auf den letzten Platz gefüllt. Bereits vor Beginn der Versamm­lung versuchten organisierte Marxisten die Teil-