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keit fyaben werden.
Aus der Provinzialhauptstadt
Letzte Pfundpaket-Gammlung der Ortsgruppe Gietzen-Mitte.
Be- die
bauernführer bestimmt den Preis. Schon dieses Jahr war er für den Verbraucher um eine Mark niedriger als sonst. Und trotzdem hat die deutsche Landwirtschaft 800 bis 900 Millionen Mark mehr eingenommen, ats in früheren Jahren.
Es ist unendlich viel für das Bauerntum getan worden in der verhältnismäßig kurzen Zeit der Regierung Adolf Hitlers.
Die Bauern sollen feste Preise für ihre Produktion bekommen. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn ihre Produktion einen Derteilungsweg geht, der von uns überwacht wird.
Den Fleischmarkt in Ordnung zu bringen, steht -uns noch bevor. Die nächsten Wochen bereits werden auch hier die nötigen Verordnungen bringen.
Dir müssen aus der bäuerlichen Wirtschaft jeden kapital! st ifchen und libera- tistlfchen Gedanken herausreißen. Deshalb brauchen wir einen Zinsfuß, den nicht mehr die Banken bestimmen, sondern der dem Ertrag unserer bäuerlichen Lebenshaltung entspricht.
Es entsteht aber für uns eine neue Verpflichtung. Wenn Bauernsöhne, die nachgekommen sind, nicht in die Stadt ziehen, sondern auf dem Lande bleiben wollen, so müssen wir dafür sorgen, daß auch diese Bauern bleiben können Wir werden ihnen Gelegenheit und Mittel geben, zu fiedeln.
Durch das neue Feldbereinigungsge- fetz werden- 756 000 Hektar in Hessen gewonnen werden. Neue Erbhöfe werden hier erstehen.
Domänen, die größer find als Erbhofgröße, sollen in solche aufgeteilt werden. Streuland- besih, fei er im Besitze der Kirche oder des Staates, muß wieder an den Bauer zurück- gegeben werden, dem er vorher gehörte. Mit dem Staat stehen die diesbezüglichen Verhandlungen fast vor dem Abschluß.
Am morgigen Freitag, 9. März, findet im reich der Ortsgruppe Gießen-Mitte letzte Pfun-dpaketsammlung des Winterhilfwerkes 1933/34 statt. Es wird gebeten, die Pakete ab
Daß unser Volk ohne Städter leben kann, hat seine Geschichte bewiesen. Daß es aber ohne Bauern bestehen kann, das ist ganz unmöglich. Darum hat der nationalsozialistische Staat solche Gesetze gegeben, die auch in tausend Jahren noch ihre Gültig-
9 Uhr bereit zu halten. Die Pakete werden im Hause abgeholt.
Ortsgruppe Gießen-Mitte: Schellhorn.
Amt für Beamte der NSDAP., Kreis Gießen.
Am Montag, 12. März, im Hotel Hopfeld, Gießen, Friedrichstr. 4, um 17.30 Uhr, wichtige Besprechung von Organisations- und Kassenfragen. Es haben zu erscheinen aus dem Kreise Gießen: 1. sämtliche politischen Leiter, 2. sämtliche Kassenwarte bei den Ortsgruppen des RDB.
Es sind folgende Unterlagen mitzubringen: 1. Stärkemeldung der RDB.-Mitglieder, getrennt nach Parteigenossen und Nichtparteigenossen, 2. endgültige Stärkemeldung der Teilnehmer am Gaubeamtentag in Frankfurt a. M., am 14. und 15. April, und Angaben über benötigte Freiquartiere mit und ohne Perpflegung.
Mißbräuchliche Anwendung von Organifationsbezeichnungen der NSDAP.
Amtlich wird mitgeteilt: Es hat sich neuerdings die Unsitte eingebürgert, daß alle möglichen Verbände sich der Bezeichnungen „Führer", „Reichsleiter", „Reichsleitung", „Gauleiter", „Gauleitung", „Kreisleiter", „Kreisleitung" für ihre Organe bedienen. Diese in der NSDAP, eingeführten Bezeichnungen müssen auch ihr allein Vorbehalten bleiben. Die anderen Verbände werden hiermit darauf hingewiesen, ihre Organe anders zu benennen. Der Reichsminister des Innern hat an die Landesregierungen einen entsprechenden Runderlaß gerichtet.
Ausschreiben über Lichtbildaufnahmen
Auf das Ausschreiben über die Erlangung von Lichtbildaufnahmen, die den Gießener Anzeiger als „zur Familie gehörend" zeigen, ist eine Reihe von guten Bildern eingegangen, die veröffentlicht werden sollen und die zum Teil eine Vergütung von 5 bis 15 Mark rechtfertigen.
Vermißt werden indessen künstlerische und humorvolle Aufnahmen, insbesondere auch gelungene Ausschnitte, -die das Verhältnis des Menschen zu ,/seiner Zeitung" so eindringlich zur Schau bringen, daß Vergütungen von 20 bis 25 Mark für ein Bild am Platze sind.
Um erneut Gelegenheit zur Mitarbeit in diesem Sinne zu geben, wird der Schluß tag für die Bildeinreichung auf den 25. März hinaus verlegt.
Gpielgemeinschast für nationale Feffgestaltung.
Verschiedene Vorkommnisse in der jüngsten Zeit veranlassen mich, folgendes bekanntzumachen:
Die Bezeichnung „Spielgemeinschaft für nationale F e st g e st a l t u n g" ist ausschließlich den unter der verantwortlichen Leitung der Landesstellenleiter in Verbindung und Mitwirkung des Reichsbundes der Deutschen Freilicht- und Volksschauspiele e. V., Berlin, gegründeten Gesellschaften m. b. H. vorbehalten. Für das Gebiet der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda ist diese Bezeichnung nur der unter Mitwirkung des Gauleiters Reichsstatthalter Sprenger gegründeten Hessen-Nassauischen Spielgemeinschaft für nationale Festgestaltung GmbH., Geschäftsführer Pg. Assessor Beckmann, gestattet.
Andere Gesellschaften, Vereine oder Unternehmungen dürfen diese oder eine ähnliche Bezeichnung nicht führen.
Gez.: Müller-Scheid.
Provinzialtagung
des Evangelischen Pfarrvereins.
Im Hotel Viktoria zu Gießen tagten am Dienstag sehr zahlreich die oberhessischen Pfarrer. Die Andacht hielt Pfarrer Steiner, Haufen. Der Leiter, Pfarrer Becker, Gießen, begrüßte mit Dankesworten den langjährigen Superintendenten D. Wagner und mit herzlichen Wünschen für sein verantwortungsvolles Amt den neuen Propst Knodt.
Hauptoerhandlungsgegenstand war der Vortrag von Studentenpfarrer S u ck e r : „Evangelischer Glaube und Deutsche Glaubensbewegung". Geführt von so verschiedenen Männern wie Graf Reventlow, Professor Hauer, Tübingen, Professor Bergmann, Leipzig und Hermann Wirth, von Ludendorff als „Simmelsammelsurium" abgelehnt, erstrebt diese Bewegung die Anerkennung als „dritte Konfession". Im Vordergrund steht die Frage der Rasse und ihrer Bedeutung für die Religion, der altgermanischen Religion und der christlichen Missionierung Germaniens. Luther ist diesen Männern eine heilige Gestalt. Hauer kam besonders zu Wort. Ihm sind die Völker Gedanken Gottes. Die Wende in der protestantischen Kirche sieht er in der Schaffung der deutschen Nationalkirche. Hauer zwingt, die Theologie ganz ernst zu nehmen. Not tut, in den Gemeinden Kreise zu sammeln, die wissen, was christlicher Glaube ist.
St. Georg besiegt den Winter.
Als Symbol für den letzten Monat des W inte r h i l f s w e r k s hat die Reichsführung den Ritter St. Georg gewählt, der den Drachen überwindet. Siegreich, wie der tapfere Ritter seinen Kampf gegen das Ungeheuer bestanden hat, müssen auch wir mit dem Kampf gegen Hunger und Kälte fertig werden. Dieser Kampf ist noch nicht gewonnen. Die Not ist ein zäher Gegner. Wenn sie überwunden werden soll, so muß bis zum letzten Augenblick mit äußerster Anspannung aller Kräfte gegen dieses giftige Ungeheuer gekämpft werden, das am Mark des deutschen Volkes zehrt.
Es ist vielleicht nur roenigen bekannt, daß der Ritter St. Georg von altersher das Sinnbild des Frühlings gewesen ist. Dieser christliche Heilige entspricht der germanischen Siegfriedgestalt. Das Christentum konnte die alten Mythengestalten nicht verdrängen, sondern mußte ihnen neue Namen geben. Was wäre aber christlicher und deutscher zugleich, als die Gestalt eines ritterlichen Helden, Der sein Leben aufs Spiel setzt, um feine Volksgenossen von einem blutdürstigen Ungeheuer zu befreien?
Die Freude an dieser Gestalt, die in jedem echten deutschen Herzen auflodert, sobald man sich an sie erinnert, wird auch im letzten Monat des Winterhilfswerks beim Anblick der schönen Plaketten alle Volksgenossen erfassen. Der silberne Ritter, der auf blutrotem Grunde über den Drachen dahinsprengt, wirkt wie die Erfüllung einer alten deutschen Sehnsucht. Er soll Vorbild sein und Ansporn, es ihm gleich zu tun. Zäh müßt ihr kämpfen, freudig euch opfern, nur an das Ziel denken, nicht an das eigene Schicksal, und erst recht, wenn es hart auf hart geht!
Die Not ist am Ende des März noch nicht überwunden. Am 21. März beginnt der Frühling erst nach dem Kalender. In der Natur merken wir erst sehr viel später seine Wirkungen, und die eigentliche Wintersnot ist auch bann noch nicht überwunden, denn der Frühling bringt noch keine Ernte. Mit gewaltiger Tatkraft wird der Nationalsozialismus unter Führung Adolf Hitlers im Frühjahr die zweite Schlacht gegen die Arbeitslosigkeit eröffnen. Es besteht die sichere Aussicht, daß bis zum Ende des Sommers die Zahl der statistisch erfaßten Erwerbslosen auf zwei Millionen oder weniger heruntergedrückt werden kann. Auch die Erfolge der Arbeitsbeschaffungsschlacht können sich jedoch nur allmählich auswirken. Im April und vielleicht noch im Mai werden zahlreiche Volksgenossen vor großen Wirtschaftssorgen stehen. Darum müssen im März doppelte Opfer gebracht werden, wenn der zählebige Drachen der Not zu Boden geworfen werden soll. Und auch in den späteren Monaten werden opferfreudige Helfer sich der wirtschaftlich Schwachen annehmen, sie betreuen und erziehen. Diese Ausgabe hat sich die N S. - Volkswohlfahrt gestellt. Sie will den Sozialismus der Tat und die werktätige Nächstenliebe des wahren Christentums bis in die letzte deutsche Hütte tragen. Dazu bedarf sie noch zahlreicher Helfer. Aufopfernde Soldaten der Nächstenliebe müssen es sein, wie es St. Georg und der Hl. Martin waren, der seinen Mantel mit dem Schwerte teilte. Darum tretet ein in b i e NS. - Volkswohlfahrt unb sichert ben Sieg über Hunger unb Kälte burch verboppelten Einsatz aller Kräfte.
Winierhilfswerk
Kreisführung Gießen.
Velr.: Kohlenabrechnung der Serie E.
Diejenigen Ortsgruppen auf bem Lanbe, welche den Perwendungsnachweis ber Serie E noch nicht an bie Gauführung eingefanbt haben, müssen bies sofort per Eilbrief nachholen.
Der Verwenbungsnachweis ber Serie F ist bis spätestens 31. März nicht nach Frankfurt, sondern an die Kreisführung Gießen einzusenden. Ich mache zum letztenmal darauf aufmerksam, baß bieser Termin eingehalten werben muß.
Heil Hitler!
Gez.: K l ö s, Kreisführer bes WHW.
F. d. R.: gez.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer bes W. H. W.
Ortsgruppe Gießen-Süd.
Velr.: Winlerhilfwerk 1933/34.
Am Freitag, 9. März, ab 15 Uhr wird in der Geschäftsstelle, Crednerstraße 24, an jede aus dem Winterhilfswerk unterstützungsberechtigte Familie aus der Ortsgruppe Gießen-Süd ein Laib Brot gegen Zahlung von 10 Pfennig ausgegeoen.
• gez.: Zöll, stellv. Drtsgruppenroalter.
Ortsgruppe Gießeu-Nord, NS.-Boskswohlfahrt.
Am Samstag, 10. März, wird die dritte Pfundsammlung zugunsten unserer hilfsbedürftigen Volksgenossen im Bereiche ber Ortsgruppe Gieße n - N o rd durchgeführt.
Wir bitten auch jetzt roieber unsere Partei- unb Volksgenossen, mit allen Kräften zum Gelingen bieser Sammlung beizutragen und bie uns zugedachten Pfundspenben bereit zu halten, damit sie beim Erscheinen eines Amtswalters oder einer Amtswalterin ohne Zeitversäumnis in Empfang genommen werden können.
Da bei den seitherigen Sammlungen vorwiegend Hülsenfrüchte gespendet wurden, bitten wir, uns diesmal nach Möglichkeit andere Lebensmit- tel zukommen zu lassen.
Heil Hitler!
gez. Iöckel, stellv. Ortsgruppenwalter.
Vortrag und zeigte Mittel und Wege für die kirchliche Praxis.
Allerlei Pfarroereinliches wurde noch besprochen. Der Vorsitzende Dekan Widmann, Schotten, berichtete über bie letzte Vorstanbssitzung in Berlin.
Festanzug der DAI. und Konfektion.
Hinsichtlich ber Herstellung bes „Festanzuges ber Deutschen Arbeitsfront" bestehen in Kreisen ber Konfektion immer noch Unklarheiten. Der Berechtigungsnachweis ber Reichszeugmeisterei zur Anfertigung ber SA- unb SS.-Dienstkleibung berechtigt, wie bie Reichszeugmeisterei in einem Schreiben an ben „Konfektionär" feststellt, nur für bas Maßgewerbe zur gleichzeitigen Herstellung bes „Festanzugs". Jeber konfektionsmäßige Hersteller hat eine Sonbergenehmigung einzuholen, gleichgültig wie hoch fein Bebarf an Stoffen ist. Bei einem Verbrauch von mehr als 1000 Meter pro Stoffausführung innerhalb brei Monaten kann ber Bezug ab Tuchfabrik vorgenommen werben. Auch für Leibfutter, Aermelfutter unb Knöpfe ist bei Bebarf von entsprechenden Mengen birekter Bezug ab Fabrik vorgesehen. Jeber konfektionsmäßige Hersteller barf nur bie Stoffausführungen 3 unb 4 verarbeiten, wogegen bem Schneiberhanbwerk bie Verarbeitung sämtlicher Stoffausführungen freisteht. Ebenso sinb bie Konfektionsbetriebe verpflichtet, nur an bie von ber Reichszeugmeisterei berechtigten Wieberverkaufsstellen zu liefern. Eine birefte Abgabe von Anzügen aus Konfektionsbetrieben an Betriebszellen-Organifationen, NS.-Hago-Ortsgrup- pen unb birefte Ausführung von Sammelbestellungen unter Ausschaltung bes Wieberverkaufs ist untersagt.
Oer Arbeitsbeschaffungskampf.
Die beutsche Angestelltenschaft teilt mit: Wenn auf einem Gebiete bie Erfolge nationalsozialistischer Gestaltungskraft befonbers augenscheinlich sinb, so auf bem Gebiete ber Arbeitsbeschaffung unb Beseitigung ber Arbeitslosigkeit. 2,5 Millionen Volksgenossen sinb bereits im ersten Jahr bes neuen Reichs roieber in bie Wirtschaft eingegüebert worben. Mit größter Aufbietung aller verfügbaren Kräfte hat ber Arbeitsbeschaffungskampf bes Frühjahrs 1934 bereits eingesetzt.
Die Deutsche Angestelltenschaft roenbet sich in biesem Aufruf an alle Unternehmer mit ber Bitte, Kaufmannsgehilfen einzustellen. Die Deutsche Angestelltenschaft verfügt in ber Berufsgemeinschaft ber Kaufmannsgehilfen über eine Stellenvermittlung, bie benjenigen ber Arbeitsämter gegenüber auf reichsgesetzlicher ©runblage vollkommen gleichberechtigt ist. Sie verfügt über ein eigenes Vermittlungssystem — DRP. —, bas sie jeberzeit in bie Lage versetzt, auf schnellstem Wege bie An- forberungen ber Unternehmer zu befriebigen. Die Inanspruchnahme ist vollständig kostenlos und unverbindlich.
Schafft Arbeitsplätze unb ihr leistet Dienst am Volke!
Nicht angemeldete Gchachvereine werden aufgelöst.
Die Pressestelle des Landesverbandes Mittelrhein im Großbeutfchen Schachbund teilt mit:
„Durch Sonderbeauftragte verschiedener Kreisleiter ber NSDAP, haben wir die Feststellung machen lassen, daß viele Schachvereine sich bis heute noch nicht ihrer übergeordneten Organisation angeschlossen haben. Da es heute nicht mehr möglich ist, daß derartige sogenannte „wilde Vereine" bestehen können, liegt es im Interesse dieser Vereinigungen, sich umgehend bei dem Landesverband Mittelrhein des Großdeutschen Schachbundes, Frankfurt a. M., Schleusenstraße 18, anzumelden. Eine Umgehung dieser Anmeldung durch Auflösung führt zu dem Gedanken, daß sie keine übergeordnete Kontrolle wünschen und das Schachspiel nur als eine Tarnung für zweifelhafte Zwecke benutzen. Bei Vereinen, die nach bem 1. Mai ihre Anmeldung noch nicht vollzogen haben, wird durch die örtlichen Behörden die Auflösung des Vereins und Beschlagnahme des Spielmaterials in die Wege geleitet. Der Landesleiter."
Der Bezirk des Mittelrheinischen Schachdundes erstreckt sich auf den politischen Gau der NSDAP, und darüber hinaus auf die Kreise Fulda und die an der Nahe und an der Mosel bis Trier gelegenen Kreise.
Iliegerdolch für Mitglieder des Deutschen Lustsportverbandes. Der Reichsminister für Luftfahrt Göring hat in feiner Eigenschaft als Ehrenpräsident des Deutschen Luftsportverbandes genehmigt, baß Mitglieber bes Deutschen Luftsportverbanbes unter bestimmten Voraussetzungen zu ber ihnen verliehenen Dienst- bekleibung ber beutschen Luftfahrt einen Flieger- bolch anlegen bürfen. Scheide unb Griff bes Flieger- bolchs haben einen blauen Leberüberzug, bie Beschläge sinb aus Neusilber. Auf bem Knauf unb auf ber Mitte ber Parierstange befinbet sich ein eingelegtes Hakenkreuz.
Nochmals der Luchs.
Zu bem Artikel von Geheimrat Dr. Olt (Gießen) über das Thema „Luchs ober Hund?", in dem von dem Verfasser auch der bekannte nächtliche Vorgang am Bahnhof Werdorf bei Wetzlar erörtert wurde, ging uns in den letzten Tagen von den beteiligten Bahnbcamten in Werdorf eine längere Zuschrift zu.
Die Bahnbeamten hatten bekanntlich die Ansicht vertreten, das in jener Nacht von einem Zuge angefahrene Tier fei der bekannte Luchs, aber kein Hund gewesen. Eine dementsprechende Mitteilung hatten sie auch dem Förster Freitag in Werdorf gemacht, ber sie an Generalmajor a. D. M o h r in Gießen weitergab, aus besten Austatz bie Öffentlichkeit über ben Vorfall unterrichtet wurde. Geheimrat Dr. Olt hatte daraufhin die Meinung verfochten, das unbekannte Tier fei ein Hund, aber kein Luchs, unb er hatte als Beweis für feine Ansicht eine Reihe von Merkmalen aufgeführt.
Demgegenüber stellen die beiden Bahnbeamten von Werborf, Oberweichenwärter Karl Schnei- b e r unb Heinrich Küster, in der jetzigen Zuschrift an uns erneut bie Behauptung auf, ber Streckenarbeiter Karl Manbler, ber jenes Tier bei ber
Streckenrevision vorfanb unb dann ben Beamten vom Bahnhof Werborf Melbung machte, habe von Anfang an unb immer roieber beteuert, daß es kein Hund und kein Reh gewesen sei, sondern ein Tier, das er n o cf) nie gesehen habe. Diese Erklärung, wie auch die Feststellungen über ben vorgefundenen Kot des Tieres, die Blutlache unb die Trittfiegel, seien nach jenen ersten Angaben Mandlers wahrheitsgetreu an Förster Freitag weitergegeben worden, ebenso korrekt habe Förster Freitag dann seinerseits weiter berichtet. Die Einsender betonen — was auch von einem Herrn von der Heyde in einer weiteren Zuschrift an Eine rege Aussprache antwortete dem sehr klaren uns bestätigt wird — daß die ersten Angaben
Mandlers in striktem Gegensatz zu dessen späte« ren Behauptungen stehen, die nach der Ansicht der beiden Bahnbeamten „auf Phantasie" beruhen.
Nachdem nunmehr beide Teile über das Erlebnis bei Werdorf zu Worte gekommen find, die ganze Angelegenheit „Luchs ober Hunb?" übrigens eingehend genug in der Tagespresse behandelt worden ist, schließen wir hiermit die weitere Auseinander- setzung über bie Frage „Luchs ober Hund?" in unseren Spalten.
Bericht derKriminalpolizeistelleGießen
Festnahme eines Sitttichkeitsverbrechers.
Wegen Blutschande wurde am 5. März ein 54jähriger Mann aus Gießen festgenommen, ber sich seit 1918 fortgesetzt an seiner jetzt 33jährigen Tochter vergangen hatte. Der Täter würbe dem Amtsgericht zugeführt und in Untersuchungshaft genommen.
Fahrraddiebstähle.
Am 4. März wurde aus dem unverschlossenen Hose des Anwesens Frankfurter Straße 72 ein Herrenfahrrad, Marke und Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, deutscher Lenker, Torpedafreilauf und brauner Sattel und
Jeder muß die Hausplakette bis zum 10. März erworben haben!
aus dem unverschlossenen Hose des Anwesens Molfkestraße 2 ein Herrenfahrrad, Marke Presto, Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, englische Lenkstange, Torpedofreilauf und neuen Klotzpendalen gestohlen. Personen, die sachdienliche Angaben zur Täterermittlung machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizeistelle, Zimmer 66, Nachricht zu geben.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 8. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 8, Wirsing, das Pfund (gelb) 15 bis 20, (grün) 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 30, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 30 Pf.. Feldsalat 1,20 Mark, Meerrettich 35 bis 45 Pf., Zwiebeln 10, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 bis 3J4 Pf., ber Zentner 2,80 bis 3 Mark, Aepfel, bas Pfunb 15 bis 25 Pf., Birnen 15 bis 25, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, bas Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 60, Salat 22 bis 25, Enbivien 15 bis 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rote Rüben, das Pfunb 10 Pf.
Daten für Donnerstag, 8. März.
1823: ber ungarische Staatsmann Graf Julius Anbrasty in Kaschau geboren (gestorben 1890); — 1917: Graf Ferbinanb Zeppelin in Berlin gestorben (geboren 1838).
Bornotizen.
— Tageskalenber für Donnerstag. Stabttheater: 19.30 bis 22.15 Uhr, „Julius Cäsar . — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das verliebte Hotel". — Astoria-Lichtfpiele, Seltersweg: „Die Welt ohne Maske". — Cafs Leib: 20 Uhr, Vater- länbifcher Abenb. — Ortsgruppe Gießen-Süb, 20.30 Uhr, Hotel Kobel, Sitzung ber politischen Leiter. — NS.-Frauenschaft Gießen-Ost, Haus ber Arbeitsfront, Monatsversammlung.
— Aus bem Stabttheaterbüro: Morgen, Freitag abenb, die Operette „Die gold'ne Meisterin" von Eyßler. (Siehe heutige Anzeige.)
— Der Evangelische Bund veranstaltet am kommenden Sonntag in der Stadtkirche einen Vortragsabend mit Studienrat Dr. Simon (Offenbach) als Redner. Näheres in der heutigen Anzeige.
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** Ausfallende Sprechstunden des Staatsmini st er s. Wie amtlich mitgeteilt wird, fallen am Samstag, 10. März, die Sprechstunden bes Herrn Staatsministers aus.
** Auszeichnung verdienstvoller ehemaliger Kavalleristen. Den Mitgliedern bes Vereins ehern. Hess. Leib-Dragoner bes Kreises Gießen Dr. Wilh. W o b a e g e, Heinrich Schmidt, Ludwig Schäfer unb Willi Kramer würbe vom Waffenring ber Deutschen Kavallerie, in Anerkennung ihrer verdienstvollen Tätigkeit um die Erhaltung ber Tradition ber ruhmreichen beutschen Kavallerie, bas Mackensen-Ehrenkreuz verliehen.
* * S t e r b e f ä 11 e in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 28. Februar starben in Gießen: 19.: Hans Weinandy, Zollsekretär, 54 Jahre alt, Wil- helmstraße 1. 21.: Katharina Heller, geb. Triebert, 50 I., Ebelstraße 15; Johann Müller, Fuhrmann, 67 I., Kaplansgasse 15. 23.: Gustav Weinehl, 1 I., Weibengasse 18. 24.: Winfried Gotthilf Peter Fischer, 2 Monate, Steinstraße 85; Marie Kaiser, geb. Vetter, 39 I., Maigasse 15; Marie Kirch, geb. Wallenfels, Wwe., 73 I., Seltersweg 64; Käthe Enders, geb. Schneucker, 42 I., Kaplansgasse 12. 25. Marie Emilie Rausch, 5 Mon., Lindengasse 2. 26.: Johanna Agnes Schacht, ohne Berus, 76 I., Wilhelm- straße 11. 28: Georg Wink, Schuhmachermeister, 77 I., Am Nahrungsberg 18.
** Sonntagsrückfahrkarten. Die Reichsbahn gibt anläßlich des Faselmarktes in Butzbach am 15. März auf den oberhessischen Strecken Sonntagsrückfahrkarten nach Butzbach aus. Die Hinfahrt muß in der Zeit vom 14. März, 12 Uhr, bis 15. März, 24 Uhr, die Rückfahrt in ber Zeit vom 15. März bis 16. März, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückreise) erfolgt sein.
** Zum Schutze der Vögel unb Bru- t e n. Das hessische Naturschutzgesetz bestimmt in Artikel 8 und 32: „Beschneiden, Ausroden und Abbrennen von Hecken, das Abbrennen von Bodendecken auf Wiesen, Hängen und Deblanb, sowie bas Beseitigen von Rohr unb Schilf ist zum Schutze ber Vögel und Vogelbruten in der Zeit vom 1. März bis 31. Juli verboten. Wer dieser Vorschrift zuwiber- handelt, wirb mit Geldstrafe bis zu 150 Mark und, wenn die Zuwiderhandlung vorsätzlich geschieht, mit Geldstrafe bis zu 1000 Mk. oder mit Haft bestraft." Von zuständiger Stelle ist das Feld- und Forstschutzpersonal angewiesen worden, Zuwiderhandlungen ausnahmslos zur Anzeige zu bringen. Verboten und strafbar ist auch das Aufnehmen und Aneignen von Fallwild, sowie von ermattetem Wild.
** Treffen der Wanderführer in Darmstadt. Am 10. unb 11. März finden sich in Darmstadt bie Führer der deutschen Gebirgs- und Wandervereine zu Besprechungen zusammen. Anschließend an die Beratungen folgt eine Rundfahrt durch ben Obenroalb nach ßinbenfels unb Lichtenberg.


