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Donnerstag, 8.$ebruarJ934

Girtzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Ur. 53 Drittes Blatt

Frage kommen ion Garbenteich

Die ersten Arbeiten am Hochbehälter.

Preußen

Brunnenbau beim Rathaus.

Die Decke des Hochbehälters wird hergestellt.

)( Marburg, 4. Febr. In Form eines Fest­

abends, zu welchem auch der Reichsführer der Deut- Kurhessens dankend anerkannt. Seit 15 Jahren schen Gebirqs- und Wandervereine, Ministerpräsi- steht der Verein unter Leitung von Lehrer Wal- dent a D Prof Dr. Werner aus Darmstadt, t e r - Marburg. Etwa 150 Mitglieder, welche dem erschienen war, konnte gestern der O b e r h e s s i s ch e Verein 25 Jahre und länger angehoren, konnten an Gebirgsverein im großen Stadtsaal sein dem Festabend Ehrun geNempfangen.

Arbeiten im Brunnen.

richten

vor allem bei der zweiten der drei Erzählungen, der

Krieg. (Auf das dichterische Dokument dieses Er­lebnisses, das BuchJedermann", fei hier noch eim mal mit allem Nachdruck hingewiesen.) Was nach dem Kriege kam, das ist wohl noch nicht reif, be­sprochen zu werden. Aber inzwischen hat Wiechert, nach dreißig Jahren der Verdammnis, des Lebens in den Städten, den Weg zurückgefunden zu den Ursprüngen, in die heilsame Stille einer großen und einfachen Natur- vielleicht werde man in sei­nem nächsten Buch etwas davon spüren.

jedoch ebenfalls ohne Erfolg. Als er 1899 fast den 82. Breitengrad erreicht hatte, fiel er in einen Eis­spalt und trug schwere Beinverletzungen davon. Die Forschungsreisenden konnten aber wichtige Er­gebnisse mit nach Hause bringen. Nach seiner Rückkehr begann sich Wellman lebhaft für die Ent­wicklung des Flugwesens einzusetzen und beschloß, den nächsten Vorstoß zum Pol mit einem Luftschiff von Spitzbergen aus zu machen, ein für die dama­lige Zeit unerhört kühner Plan. Das Schiff, die Amerika", war aus Holz mit Stahlstreben gebaut und wurde von zwei Motoren getrieben, von denen der eine 55 und der andere 25 PS hatte. Die Be­satzung bestand aus fünf Personen, die ein leichtes Stahlboot und Schlitten mit sich führten. Der erste Versuch im Jahre 1906 endete mit einem Mißer­folg. Nach der Verbesserung des Luftschiffes wurde im September 1907 eine zweite Fahrt gewagt. Das Schiff geriet aber bald in Nebel und mußte, als der Kompaß nicht mehr richtig arbeitete, den Anker herunterlassen. Das Luftschiff wurde zerstört, und die Expedition war schon drei Stunden nach der Ausfahrt zu Ende. Wellman aber hält zäh an seinen Plänen fest. 1909 wurde noch einmal ein Aufstieg von Spitzbergen unternommen, jedoch wie­der mit einem Mißerfolg, der ihn nicht zu ver­lassen schien. Ein norwegischer Dampfer mußte das manövrierunfähig gewordene Luftschiff in Schlepp nehmen, und bald darauf wurde es durch einen

40jähriges Bestehen feiern. Gründer des Vereins war der im Jahre 1920 verstorbene Hauptlehrer Emil Schneider, der bekannte Herausgeber der Führer und Wanderkarten durch Operhessen. Als Schneider von 1890 an Oberhessen und die angren­zenden Gebiete kreuz und quer durchwanderte, um Stoff für einen herauszugebenden Führer zu sam­meln, fiel ihm auf, daß für die touristifche Erschlie- zung dieses an Naturschönheiten so reich gesegneten Landstriches so gut wie nichts geschehen war. Kein Wanderweg war bezeichnet, kein Aussichtsturm ließ den Wanderer grünende Wälder und Täler schauen und keine Schutzhütten gewährten ihm Unterschlupf bei einsetzendem Unwetter. Dank der Initiative Schneiders konnte dann am 8. März 1894 der Oberhessische Touristenverein" so nannte er sich früher mit der Zentralleitung in Marburg ge­gründet werden; im gleichen Jahre gründeten sich Ortsgruppen in Biedenkopf, Wetter, Frankenberg und Gladenbach. Da sich die Tätigkeit des Vereins bis nach Laasphe, Dilleizburg, Treysa, Alsfeld und Gießen erstreckte, wurde innerhalb dieses Gebietes für die Wandersache mit dem Erfolg ge­worben, daß der Verein heute 17 Ortsgruppen mit über 1000 Mitgliedern umfaßt. Eine gewaltige Arbeit hat er in den 40 Jahren feit fei­nem Bestehen für die Erschließung der oberhessischen Heimat und für die Erweckung der Heimatliebe durch regelmäßige Wanderungen geleistet. Viele hundert Kilometer'markierter Wanderstrecken ermöglichen es

heute den Naturfreunden, an Hand einer Wander­karte die schönen Bergwälder und Täler dieses Ge­bietes zu durchstreifen. Auf den schönsten Aussichts­bergen, wie Rimberg bei Caldern, Hünstein und Sackpfeife bei Biedenkopf, Kirchberg bei Gladenbach usw. entstanden Aussichtstürme, zahlreiche Schutz- Hütten wurden errichtet. Hauptlehrer Schneider, der 20 Jahre hindurch den Vorsitz des Vereins führte, zog während der Ferien tagelang mit seinen Volksschülern, die mit Leitern, Farbtöpfen und Pin­seln bewaffnet waren, in den Wäldern umher und kennzeichnete die Wanderwege. Diese für die All­gemeinheit in uneigennütziger Weise geleistete Ar­beit des Vereins wurde gelegentlich des wohlgelun­genen Festabends durch Prüf. Werner und die Vertreter der verschiedenen anderen Gebirgsvereine

reichen wird.

Hochgelegene Quellen, die für eine Wasserver- orgung mit natürlichem Zufluß in Frage kommen konnten, waren in der Umgebung von Garbenteich nicht vorhanden. Trotzdem gestaltete sich die Aus- ührung der Wasserversorgungsanlage verhältnis­mäßig einfach. Zur Wassergewinnung wurden die beim Rathaus auftretenden, seither den hier vorhandenen Weiher speisenden Quellen benützt. Durch zwei Bohrungen und einen größeren Brun­nen sind diese Quellen neu gefaßt worden. Eine Er­haltung des Rathausweihers war nicht mög­lich, so schade dies auch für das Ortsbild ist. Aus dem Sammelbrunnen wird das Wasser unter Be-

Oer erste Atlantik-Flieger

Mit Walter Wellman, dessen Tod im Alter

zu 20 und mehr Eimer Wasser heranholen lassen, und dies mitunter eine nicht unbeträchliche Strecke. Diese sehr oft recht beschwerliche, bei Wind und Wetter auszuführende Arbeit war vielfach eine An­gelegenheit der Frauen. Daß bei den vorliegenden Verhältnissen Menschen und Tiere nicht über einen Ueberfluß an Trink- und Gebrauchswasser zu kla­gen hatten, ist ohne weiteres verständlich. Nur der Bau einer modernen Wasserversor­gungsanlage konnte dem dringenden Bedürfnis nach einwandfreiem und ausreichendem Wasser ge­recht werden. Zweifellos war es angebracht, mit der Ausführung der Wasserversorgungsanlage auch diejenigen eines O r t s k a n a l i s a t i o n zu verbin­den. Besonders für die tiefer gelegenen Gehöfte war die Kanalisation ein dringendes Bedürfnis. Auf die­ser Grundage wurde schon vor Jahren ein Entwurf über die gesamten Anlagen ausaearbeitet und die

Nutzung elektrischer Kraft nach einem rechts des Grüninger Wegs auf einem Hügel gelegenen etwa einen Kilometer vom Dorf entfernten Hochbe­hälter von 250 Kubikmeter Fassungsraum ge­pumpt. Der von den Pumpen zu überwindende

Nach so persönlichem Bericht hörten wir drei kleine, in sich geschlossene Geschichten, die jenes zu Anfang ausgesprochene Bekenntnis unwiderleglich bekräftigten, in fc:r.cr. -""schach" ffrUhm« mit den dichterischen zu einer bezwingenden Einheit ver­schmolzen ist: zunächst^ die - R .........

wird die Arbeitsbeschaffung in der kommenden Zeit durchgeführt werden müssen, wenn das vorgesteckte Ziel erreicht werden soll. Daneben sollte auch den Gemeinden und sonstigen Verbänden die Anerken­nung nicht versagt werden, welche bereits größere Arbeiten zur Durchführung gebracht und dadurch ihre Mitglieder nicht unerheblich finanziell belastet haben. Der Nutzen einer Anlage darf für eine Ge-, meinde noch so groß sein, so ist ihre Ausführung doch nur dann möglich, wenn die Gemeindemitglie­der in gemeinschaftlichem Zusammenschluß zu f i - nanziellen Opfern bereit sind. Das Beispiel einer solchen Ausführung bildet die W a s s e r ver­so r g u n g s a n l a g e der Gemeinde Gar­be n t e i ch.

Die seitherigen Wasserverhältnisse in Garbenteich waren dringend der Abhilfe bedürftig und forderten eine endgültige Lösung. Zwar befanden sich in den tiefer gelegenen Dorfteilen Brunnen, aber sie liefer­ten in 'niederschlagsreichen Zeiten teilweise ungenieß­bares Wasser. Dieses durch äußere Zuflüsse verun­reinigte Brunnenwasser war in solchen Abschnitten noch nicht eiitmal zum Aufputzen der Stubenböden zu gebrauchen.Noch stundenlang st... t das Haus nach Jauche, wenn ich die Stub mit aufgewafche hab", meinte einmal eine neben einem solchen Brun­nen wohnende Frau. In den höher gelegenen Orts- teilen Garbenteichs herrschte Wassermangel. Vielfach mußten Haushaltungen und Landwirtschaftsbetriebe, die über eigene Brunnen nicht verfügten, täglich bis

Sturm völlig vernichtet. Das war der letzte Vor­stoß zum Pol. 1910 aber versuchte der Unermüd- liche eine Ueberquerung des Atlantik. Nachdem er mit seinem Luftschiff ungefähr 1600 Kilometer zu­rückgelegt hatte und mehr als 72 Stunden in der Luft gewesen war, zwangen ihn die Winde zum Niedergehen auf das Wasser, wo er von einem zu Hilfe herbeigeeilten Dampfer ausgenommen wurde. Diese Unternehmung verdient schon deshalb be­sondere Hervorhebung, weil während der Durch­führung des Fluges zum erstenmal drahtlose Nach, von einem Luftschiff abgesandt wurden

nen Kühe. v . ... .

Mit her aelassenen Heiterkeit und Weisheit des von der Höhe seines Lebens zurückblickenden Man­nes schilderte er die Freuden und Leiden der Kna- den- und Schüler, eit d.° Gouvernanten und die Hauslehrer und Später ble erste Auseinandersetzung mit der völlig "°uen, sremd und unheimlichen Welt der Stadt Königsberg, Oie Gymnasialjahre hort, di- Entwicklung von der ganten'« zur welischmerzlichen P-r-ode, m der d.e ersten Gedichte des Primaners W>«ch«rt ««or«n wurden, Schilflieder, aber sehr mel schöner als die

Nach 16 Jahren

die Eltern wiedergefunden.

In diesen Tagen fährt ein junges russisches Mäd­chen namens Galina Bogatirow auf einem japani­schen Dampfer nach Sydney und von dort weiter nach Neu-Seeland, um zu ihren Eltern zu kommen, die sie bisher nie gesehen hat, und damit findet die Geschichte eines langen Suchens nach einem verlorenen Kind ein glückliches Ende. Vor 16 Jah­ren floh nach der russischen Revolution der russische Vater mit seiner Frau und seinem Kinde aus der Heimat. Da das Kind die Strapazen der Reise nicht aushalten konnte, waren die Eltern gezwun­gen, es bei freundlichen, ihnen aber kaum bekannten Leuten zurückzulassen. Die Eltern gelangten schließ­lich nach Neu-Seeland und begannen sofort, nach ihrem Kinde zu forschen, aber sie fanden nirgends eine Spur. Sie verloren doch nie die Hoffnung, ihr Kind wiederzufinden, und legten Woche für Woche etwas Geld zurück, um im Notfall das Geld für die Reife nach Neu-Seeland für ihre Tochter bereit zu haben. Im Dezember 1928 hielt ein Sekretär der Roten Kreuzgefellfchaft von Neu-Seeland in Wellinghton einen Vortrag vor ehemaligen Sol­daten, und bei dieser Gelegenheit erwähnte ein Teilnehmer der Versammlung, ein Nachbar der russischen Familie, die Geschichte des Kindes und der vergeblichen Bemühungen der Eltern, es wieder zu erlangen. Vom Roten Kreuz wurde darüber nach Paris berichtet, und nach dreieinhalb Jahren eifrigen Suchens gelang es, das Kind in Strentensk in Sibirien aufzufinden. Die Sowjet-Regierung verlangte 1400 Mark für einen Paß für das junge Mädchen, aber auch diese Schwierigkeit wurde über- wunden, das Geld wurde aufgebracht, und da« junge Mädchen konnte Rußland auf dem Wege über China nach Japan verlafjen, um zu feinen Eltern zu fahren.

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können, etwas sehr Einfaches und m Jemen Tat­beständen fast Alltägliches wird hier erzählt, aber wie das kleine Bau'ernschicksal sich in der sinnfal- ügen Begegnung mit der uralten Weihnachtsge­schichte ins Legendäre wendet, das hebt em aus Wirklichkeit und Wunder zusammenfließendes Er­lebnis ganz ins Dichterische.

Mit der dritten Erzählung kehrte Wiechert zum Ausgangspunkt (nicht nur dieses Abends) zurück, sie heißtDer Todeskandidat", und den Leiern der Deutschen Zeitschrift", des ehemaligenKunst- warts", wird sie schon bekannt gewesen fern. Aus der Welt der Kindheit und aus der Welt des Krie­ges formt Wiechert hier eine Schilderung, die dem grimmigen Humor einer episodischen, miewotjl bedeutsamen Szene zum Trotz dämonisch ge­nannt zu werden verdient: wie hieraus der er- schütternden Wiederholung eines Kn°b-n°r ebnisies in der bitteren Sterbestunde tm Trichterfeld des grosien Kriegs eine Wandiung geschah, wurde mit einer wahrhaft herzbewegenden Reife und Sprachgewatt zum nachhallenden Eindruck dieses

qenden Sätzen erzählte er, hnr anschaulich sprechend, vom 1,.. . -

sterhaus von Mutter und Brüdern vom Geschenk zweier Schlittschuhe an die drei Geschwister, von der Ie7b tgebauten Geige, non der Freunüschaf mit Lern' Kranich und von den bitterer> Kindertränen des kleinen Hütejungen um die im -Wald entriope

Arbeiten ausgeschrieben. Finanzielle Schwierigkei­ten verhinderten jedoch damals die Ausführung. Der Kosten wegen war auch ein nicht unerheblicher Teil der Einwohner Garbenteichs Gegner des Was­serleitungsbaues.

Als im vergangenen Jahr die Regierung ihre groß angelegten Arbeitsbeschaffungsmaß­nahmen in Gang brachte, stellte auch die Ge­meinde Garbenteich Antrag auf Bewilligung der Mittel für die Ausführung der gesamten Anlage. Während von der dafür maßgebenden Stelle ein Be­trag von 60000 Mark für den Wasser­leitungsbau als Darlehen bewilligt wurde, erfolgte Ablehnung des Antrages auf Bewilli­gung der Mittel für die Ortskanalisation. Die' Gemeindevertretung war sich der Schwierigkei­ten einer Ausführung der Wasserversorgungsanlage ohne gleichzeitige Kanalisation wohl bewußt. Allem nach einer genauen Prüfung der gesamten Fragen ge­langte die Leitung der Gemeindevertretung zu der Ueb'erzeugung, daß die Ausführung des Gesamtent- ^^fe^i^Zei^mausführbar^md^iU^i^emeir^

finanziell nicht tragbar fei. Aus dieser Erkenntnis heraus setzte sie sich dann entschlossen für den Bau der Wasserleitung ein. Dem bei den Ge­meinden im Dritten Reich zur Geltung gelangten Führerprinzip und dem neuen Gemein- schaftsgeist war es zu danken, daß alle Schwie­rigkeiten, die sich der Ausführung entgegenstellten, in kurzer Zeit restlos behoben wurden. Heute sind ast alle Einwohner an die Wgsserlei- tung angeschlossen, und die Gemeinde kann mit Stolz die Durchführung einer Anlage verzeich­nen, die der ganzen Einwohnerschaft zum Segen ge-

Höhenunterschied zwischen Brunnen und Hochbe­hälter beträgt etwa 50 Meter.

Das Ausbringen der für die Verzinsung und Til- qunq des Baukapitals erforderlichen Mittel m Forin von Wasserzins ist für die rund 1000 Einwohner Garbenteichs eine wesentliche finanzielle Leistung, die um so höher zu bewerten ist, als sich heute noch eine Anzahl arbeitsloser Volksgenossen darunter befindet. Aber die unverkennbare Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse, die auch in Zu­kunft ihren Weg nach aufwärts beibehalten wird, schafft auch hier Erleichterungen und führt zu Ein­kommen und Verdienst.

Einwandfreies Wasser ist unentbehrlich für einen rationellen Landwirtschaftsbetrieb und ein Erforder­nis für moderne Gewerbebetriebe. Der Hausfrau erleichtert die sachgemäß angelegte Wasserleitung ihre tägliche Arbeit nicht unbeträchtlich, und sie empfindet die Annehmlichkeit der Leitungsanlage am allermeisten.

Beigefügte Abbildungen zeigen Ausschnitte aus den Arbeiten für die Ausführung der Wasserver­sorgungsanlage, bei der bis zur gänzlichen Fertig­stellung etwa 3000 Arbeitertagewerke geleistet sein werden. Da aber eine großer Teil der Kosten auf die Lieferung von Zement, Sand, Ziegelsteine, Guß­röhren, Armaturen, Motoren und Pumpen entfallt, müssen auch die in den betreffenden Fabriken ent­standenen Arbeitertagewerke zugunsten der von der Gemeinde Garbenteich ausgeführten Wasserversor­gungsanlage verbucht werden.

Goethe-Bund.

Dichterabend Ernst Wiechert.

Der ostpreußische Dichter Ernst Wiechert, ge­boren am 18. Mai 1887 im Fmsthaus Kleinort in ber Johannisburger Heide, Schöpfer eines der fdwnften und reifsten deutschen Kriegsbucher, weiteren Kreisen in jüngster Zeit bekannt geworden durch seinen mit dem Raabe-Preis ausgezeichneten Roman .Die Magd des Jürgen Doskocil", aus dem wir dieser Tage einen Abschnitt im Feuilleton ver­öffentlicht haben, sprach gestern abend in der Neuen Aula.

Er legte nach etlichen einleitenden Worten ein Bekenntnis ab zu der unauflöslichen Einheit von Leben und Werk des schöpferischen Menschen; es fei schwerer sagte Wiechert. ein anständiges Leben zu Ühren, als ein anständiges Buch 3" schreiben; er persönlich finde Wurzeln und Urgrund allen dichte­rischen Erlebnisses und Schassens m der Kindheit, also wolle er damit beginnen, von feiner armen und gleichwohl paradiesischen Kindheit m den weiten Wäldern Masurens zu berichten.

Der Gladenbacher Riesenprozeß

Gladenbach, 7. Febr. Arn heutigen vierten Verhandlungstag der Marburger Großen Strafkammer gegen die wegen Betrugs angeklagten Gladenbacher Viehhändler Adler wurde die Be­weisaufnahme zu den unter Anklage stehenden 36 Fällen zu Ende geführt. Sehr belastend für die Angeklagten waren die Aussagen einiger Leumunds­zeugen.

Tierarzt Dr. Dexheimer (Gladenbach) be­kundete, daß sehr häufig Landleute heulend und schimpfend zu ihm gekommen seien und sich über unreelle Geschäfte der Angeklagten beschwert hätten. Ohne Erfolg hätten ihn auch die Angeklagten wieder­holt aufgefordert, falsche Bescheinigungen über Untersuchungsergebnisse von Tieren auszustellen.

Veterinärrat E st o r (Marburg) wurde als Sach­verständiger über das Polieren und Verschönern der Kuhhörner befragt. Der Sachverständige er­klärte, daß die Verschleierung des Tieralters durch Polierung der Hörner im Viehhandel zwar nicht gestattet, 'aber vielfach üblich fei. Ohne Mühe werde ein Viehhändler auch feststellen können, ob eine Kuh vier- bis fünfmal oder zehn- bis zwölfmal ge­kalbt habe.

Dem Gendarmeriewachtmeifter B i l s aus Har­tenrod, der die Angeklagten feit neun Jahren in feinem Bezirk kennengelernt hat, ist es aufgefallen, daß Leute, welche mit den Adlers handelten, wirt­schaftlich zurückgingen. Die Leute deckten aber ihre durch den Handel mit den Adlers bedingten wirt­schaftlich schlechten Verhältnisse nie so weit auf, daß die Einleitung von Ermittlungsverfahren möglich gewesen wäre. Der Zeuge hatte den Eindruck, daß die Leute nicht gern zugaben, wenn sie bei einem Kuhhandel übervorteilt waren.

Wie das Gericht weiter mitteilte, haben die An­geklagten im März-April vorigen Jahres ihre Ge­schäftsbücher vernichtet. Sie erklärten dazu, daß sie die alten Bücher immer vernichteten, wenn neue begonnen würden.

40 Lahre Oberhessischer Gebirgsverein

von 75 Jahren aus Neuyork gemeldet wurde, ist ein Mann dahingegangen, dessen Leben in einer verwirrenden Fülle von kühnen Entdeckerfahrten und -stügen zum Gipfel des Ruhmes stürmte, um dann in den beiden letzten Jahrzehnten still und von der breiteren Oeffentlichkeit fast unbemerkt da­hinzufließen. Walter Wellman begann als Journa­list. Zum erstenmal zog er die Aufmerksamkeit auf sich, als er 1892 eine Reise nach der zu den ?toa)rat Bahama-Jnseln gehörenden Watling-Jnsel unter-

denen das menschliche Erlebnis mit nahm und behauptete, die Stelle entdeckt zu haben, T lyrHucH Einheit vor-! an der Columbus den Boden der neuen Welt be- zunächst dieRede an die junge trat. Dann traf er Vorbereitungen zu einer Nor^ Mannschaft" vor fünf Jahren entstanden, in der pol-Expedition von Spitzbergen aus, für die er sich schlimmsten Zeit fern von der ostpreußischen Hei-! mit Aluminium-Booten ausrustete, die auch als mat ein Bekenntnis zur jungen Generation aus Schlitten benutzt werden konnten. Aber schon kurz arotzer Einsamkeit dunkel dahinströmende und feier- nach der Ausfahrt im Jahre 1894 wurde das Schiff vom Eis zerstört. Auch em zweiter Versuch Miß- lich ausgeformte P I g». A t lang wegen der unüberschreitbaren Eismassen. Nun

Ueberhaupt wird man m &em, tnas ußteiijert n:nerte Wellman, her sich durch keine Ent- spricht und schrakt, ost einen ap°k°.YPttA°n °d« schrecken eine Expedition, um den

evangelistischen Kl an g spur en, der an den P g - $no®po(9DOm Franz-Josefs-Land aus zu erreichen, stil der lutherischen Bibelübersetzung denken laßt. ebenfalls ohne Erfolg. Als er 1899 fast den

Die Wasserversorgung von Garbenteich

Von Kulturinspektor Vogt, Gießen.

Die vordringlichste Aufgabe im neuen Deutschland ist die Wiedereingliederung arbeits­loser Volksgenossen in Den Kreislauf derWirtschaft.Nicht Sozialunterstützung, son­dern Beschaffung von Arbeit für den letzten unbe­schäftigten deutschen Arbeiter" heißt bi? vom Füh­rer des nationalsozialistischen Dritten Reiches aus- gegebene Parole. Durch Bereitstellung umfang­reicher Geldmittel hat das Reich bereits die Inan- griffnahme und Durchführung größerer Arbeiten er­möglicht. Millionen Arbeiter haben dadurch wieder frbeit und Brot gefunden. In noch höherem Maße

von Lenau. , ,

Dann kommt, nach dem Abitur, die Mehrer.

zeit bei emer baltischen Famcki-, em erster zum

Glück nie gedruckter Roman; die Periode Der un Sprachgewalt zum nmyyauen^.z.

reife wechselt hinüber in die Periode der Reife, f^nen und wesentlichen Abends gesteigert.

deren tieffte Unterschiede doch dem Skeptiker Wie-

chert nie völlig klar geworden seien, um) Dannl -

kommt, als große Wende und tiefstes Erlebnis, der I