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Opfert am 11 Februar?

Die Faschingszeit ist dal UeberaU werden Feste und Vergnügungen veranstaltet. Auch du, deutscher Volksgenosse, hast das Recht, dicht zu freuen und fröhlich zu sein, wenn du deine Pflicht getan hast. Denke aber daran, daß noch Millionen täglich von Hunger und Kälte bedroht werden, wenn du ihnen nicht hilfst. Jeder vierte Deutsche ist auf die Hilfe des Winterhilfswerkes angewiesen. Laß deine Volks- genossen nicht im Stich! Wir brauchen nicht Spen­den, sondern Opfer. Drei für einen das ist nicht leicht, aber es geht, wenn jeder tief genug in den Beutel greift. Erhaltet den Notleidenden den Glau­ben an ihr Volk! Sorgt durch Opfer für ihr tägliches Brot!

Am 11. Februar muß jeder Volksgenosse die Pla­kette des Winterhilfswerks tragen. Die drei Rog­genähren sind das Symbol des täglichen Brotes, das keinem Deutschen fehlen darf Der 11. Februar wendet sich an den Opfersinn aller volksbewußten Deutschen. National sein heißt sozial sein! Denkt daran am 11. Februar!

Äerbot bäuerlicher Trachten für Fastnachtsveranstaltungen.

Die Ministerialabteilung la (Polizei) der hessi­schen Regierung gibt folgendes bekannt:

Es ist in früheren Jahren häufig vorgekommen, daß bäuerliche Volkstrachten zu Kostümen für Fast­nachtsoeranstaltungen herhalten mußten. Wenn der­artigen Verkleidungen auch keine böse Absicht zu­grunde liegen mag, so muß es in ländlichen Kreisen gleichwohl Empörung erregen, daß das Ehrenkleid des deutschen Bauern als Mummenschanz verwandt wird. Die Behörden werden daher angewiesen, das Tragen bäuerlicher Trachten auf Maskenbällen und ähnlichen Fafchingsveranftaltungen zu verbieten. Als Rechtsgrundlage ist nötigenfalls die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat heranzuziehen. Durch velehrende Hinweise in der Presse dürften sich Zwangsmaßnahmen ver­meiden lassen.

Tagung des Aeichöbundes DolkStum und Heimat" in Frankfurt.

Der Landschaftsführer Ministerialrat Rings- hausen hat für Samstag, 10. Februar, 15 Uhr, eine Zusammenkunft der Führer aller Sing-, Tanz- und Laienspiel-Gruppen der Landschaften Rhein­franken, Nassau und Hessen nach Frankfurt a. M., RestaurantZum Storchen", Saalgasse, einberufen. Es ist vollzähliges Erscheinen angeordnet. Im Ver­hinderungsfälle ist ein Vertreter zu entsenden.

Oie Einlösung

von AuslanvSnachnahmen.

Dor einiger Zeit ist ein Urteil des Reichsgerichts vom 4. Dezember 1933 (2 D 304/33) mitgeteilt worden, in dem zu der Frage der Einlösung von Auslandsnachnahmen Stellung genommen wird. Aus der Form der Mitteilung ist teilweise der irr­tümliche Schluß gezogen worden, die Einlösung einer ausländischen Nachnahme durch den inländi­schen Empfänger einer Ware gegenüber dem die Nachnahme präsentierenden inländischen Spediteur stelle keine genehmigungsbedürftige Handlung dar. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß die hier­auf bezüglichen Ausführungen in den Urteilsgrün­den sich auf den Rechtszustand beziehen, der vor Inkrafttreten der 12. Durchführungsverordnung vom 20. Mai 1932 bestand. Das Urteil läßt aber keinen Zweifel darüber, daß nach der jetzt geltenden Devisenverordnung vom 23. Mai 1932 Die Ein­lösung der Nachnahme ohne Genehmigung eine nach § 14 der Devisenveroronung strafbare Handlung darstellt.

Oie Zuschüsse

für Lnstandsehungsarbeiten.

Von der Handwerkskammer Darmstadt wird mit­geteilt:

In letzter Zeit sind dem Reichsstand des Deutschen Handwerks mehrfach Anträge zugegangen, die auf eine Erweiterung der gültigen Bestimmungen für die Gewährung von Reichszuschüssen abzielen; ins­besondere wird die Einbeziehung von Arbeiten in gewerblichen Räumen (Ladenumbauten usw.) be­antragt; teilweise haben sogar Unterorganisationen direkte Eingaben an Ministerien gemacht.

Der Reichsstand teilt daraufhin folgendes mit: Vom Reichsarbeitsministerium wird jeoe Erweite­rung des Begriffs der Jnstandsetzunasarbeiten ab­gelehnt. Man hält daran fest, daß Reichszuschüsse nur gegeben werden dürfen für Arbeiten in Räu­men, die Wohnzwecken dienen; man rechnet damit, daß die zur Verfügung stehenden Mittel bis März voll aufgebraucht sind und damit ihr Zweck hin­sichtlich der Arbeitsbeschaffung in den Winter­monaten erreicht worden ist. Für die Arbeiten in gewerblichen Räumen treffen meist andere Voraus­setzungen zu (Gründe des Wettbewerbs usw.), die solche Arbeiten und ihre Ausführung der reien Wirtschaft zuweisen.

Don dieser Auffassung des Reichsarbeitsministeri­ums gibt der Reichsstand Kenntnis mit dem Emp- iehlen, auf eine beschleunigte Inangriffnahme der etzt noch laufenden Anträge für Reichszuschüsse inzuwirken, um so Terminschwierigkeiten zu ver­meiden und eine Bezuschussung der begonnenen Arbeiten sicherzustellen.

3n diesem Zusammenhang verweist der Reichs­stand auch auf eine Pressenotiz des Reichsarbeits­ministeriums, die folgenden Wortlaut hat:Da bei der großen Zahl der laufend eingehenden Anträge damit gerechnet werden muß, daß nicht allen An­trägen wird entsprochen werden können, darf nicht mehr zugelassen werden, daß ein Zuschuß bei solchen Anträgen gewährt wird, die nach dem 31. Januar 1934 gestellt wurden, sofern mit den Arbeiten vor Erteilung des Vorbescheides begonnen ist. Irgend­welche Anträge an das Reichsarbeitsministerium auf Zulassung von Ausnahmen sind zwecklos und deshalb zu unterlassen."

Ser Seidelbast blüht'

In unseren heimischen Wäldern findet man ver­einzelt den Seidelbast, auch Kellerhals genannt. Verhältnismäßig stärker ist er noch in der Um­gegend von Gießen, am Hangelstein, am Lollarer Kopf und in der Nähe des Flughafens anzutreffen. Er ist der erste Strauchblüher des Jahres. Zwischen Schneefleckchen, Rauhreifzauber und braunem Laub leuchten schon jetzt seine lilaroten Blüten hervor und verbreiten einen mandelsüßen Duft. Kurze Deck­blättchen die die stiellosen, vierzipfeligen Kronen­blätter umgeben, sind dos einzige Grün der langen, dünnen, nur wenig gegabelten Ruten. Der Seidel­bast war unseren Vorfahren, den alten Germanen, heilig. Er war dem Gotte Ziu, dem Beschützer des lickten Frühlingshimmels, geweiht und hieß bei ihnen Ziulinda Sowohl die roten Früchte, als auch alle anderen Teile des Strauches sind überaus gif­tig. Eine Beere vermag schon ein Kind zu töten. Da auch der Seidelbast hier und da noch in Haus-

Mit Hitler in die Macht."

Oie preisarbeiien des deutschen Zournalisten-Wettbewerbs.

Letzt hat der Leser das Wort!

Tausend Mark für die richtige Lösung.

wir beendigen im folgenden den Abdruck der im Deutschen Journalistenwettbewerb ,,M i t Hitler in die Macht" vom Preisgericht ausgewählten Arbeiten. Der Abdruck der fünf preisgekrönten Ar­beiten erfolgte in beliebiger Reihenfolge ohne Kenn­zeichnung der erfolgten Prämiierung. Die Reihen­folge der Prämiierung (mit dem 1.» 2., 3., 4., 5. Preis) ist nur dem Preisgericht bekannt.

Die deutschen Zeitungsleser sollen nun selbst darüber urteilen, welche der Arbeiten mit dem L, 2.» 3., 4., 5. Preis ausgezeichnet worden ist.

Jür die richtige Lösung ist vom Reichspressechef der RSDAP. Dr. Dietrich ein Preis von

R M. 1 0 0 0 ausgesetzt worden. Gehen mehrere richtige Lösungen ein, so wird der Preis in fün Preise zu je RM. 200 geteilt. Gehen mehr als fün richtige Lösungen ein, so werden die fünf mit einem Preis von RM. 200 bedachten Lösungen unter Aus­schluß des Rechtsweges durch das Preisgericht durch Los bestimmt.

Die Einsendungen sind bis zum 15. Februar zu richten an den Reichsverband der Deut­schen presse, Berlin W 10, Tiergartenstrahe 10.

Jeder Einsendung muh die letzte Bezugv- quittung des Giehener Anzeigers bei­gefügt werden. Einsendungen ohne ordnungs­gemäße letzte Bezugsquittung werden nicht be­rücksichtigt.

Hitler schafft Arbeit!

weitere Maßnahmen im Reinhardt-Programm zur Arbeitsbeschaffung im Rhein-Main-Gebiet.-

Maßnahme: Tagewerke:

Wasserversorgungsanlagen. Main-Tau­nuskreis 1900

Aufforstung von 5 ha verlassener Halden­fläche, preußischer Staat, Forstverwal- tung 450

Jnstandsehungsarbeiten in Schulen, Kir­chen und Gemeindehäusern, Hersfeld 3150

Jnstandsehungs- und Ergänzungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden in 13 Land­gemeinden des Kreises Worms 2810

Jnstandsehungs- und Ergänzungsarbeiten in Rathäusern. Schulen sowie Lehrer­wohnungen verschiedener kreisangehö­riger Gemeinden, Kreis Büdingen 2800

Regulierung des Ringbaches, Gemeinde

Braach 1500

Reichsautobahnen als Wirtschaft- und Friedenswege.

Oie letzte der fünf Preisarbeiten

NSK. Ein Volk, das nicht Schritt hält mit den Verkehrsforderungen der Zeit, trägt den Todes- keim in sich. Einschränkung der Lebenshaltung, Be­völkerungsrückgang und Unterordnung unter das Uebergewicht fortschrittlicher Nationen lind die Fol­gen des Stillstandes. Man könnte in diesem Sinne auf Spanien oder China deuten, hätte nicht die deutsche Vergangenheit den besten Beweis erbracht. Wie oft wichen die Machthaber des Systems den Zeiterforderniffen aus! Materielle Bedenken be­stimmten sie, sich auf denBoden der Tatsachen" zu stellen und große Gedanken preiszugeben. Nur eine Weltanschauung, die es vermochte, auch die ideellen Volkskräfte zu mobilisieren, eine Idee, die den völligen Bruch mit allen Halbheiten bedeu­tete, konnte Ueberroinberin der Gefahr werden. In dem Augenblick, wo diese Erkenntnis sich durchsetzte, mußte der nationale Sozialismus zur Macht kommen.

Damit war dem Verfall ein Ende bereitet. Auf­gaben, an denen Dutzende von Systemkabinetten scheiterten, konnten reibungslos gelöst werden, Ideen von großartigster Einfachheit wurden geboren und ihre Durchführung sofort in Angriff genommen. Immer überraschten sie durch den Weitblick des Führers. Oft vermochte das Volk die Tragweite eines Gedan­kens nicht zu fassen, und es bedurfte längerer Zeit, um seine Zweckmäßigkeit zu begreifen.

Besonders eines der gigantischsten Probleme, das der Reichsautobahnen, wurde nie auch heute noch nicht in seinem ganzen Ausmaße erfaßt. Ein Blick auf die Geschichte des Landver­kehrs lehrt jedoch Besseres. Nie wäre es den Römern gelungen, ihr gewaltiges Imperium von Gibraltar im Westen bis zum Jaxartes im Osten zusammenzu­halten, hätten nicht gute und tragfähige Straßen das Reich durchzogen. Die Römerkulturen im germa­nischen Westen, in Gallien, in Nordafrika und der Walachei waren nicht zuletzt Folgeerscheinungen der gepflegten Verkehrswege. Und umgekehrt wäre un­möglich Deutschland der ungeheuren territorialen Zersplitterung verfallen, hätte die Möglichkeit des Güteraustausches auf durchgehenden Verkehrslinien bestanden. Schon daraus ergibt sich, daß die Bedeu­tung der Reichsautobahnen keineswegs nur auf rein wirtschaftlichem Gebiete liegt.

Immerhin würde der Wirtfchaftszweck allein schon das große Unternehmen rechtfertigen, denn Millionen von Menschen werden Arbeit und Brot finden und in den Produktionsprozeß zurück­geführt. Der rasche Umsatz gewaltiger Kapitalien wird der Erzeugungsindustrie neue Lebensimpulse bringen und Handel und Wandel wieder in Gang etzen helfen, der schnellere und billigere Transport wird eine Ausdehnung des bisher gebietsgebunde­nen Marktes und demzufolge wieder eine bleibende Erhöhung des Güteraustausches, der Gütererzeugung und des Güterverbrauchs nach sich ziehen.

Trotz des zu erwartenden gewaltigen wirt- chaftlichen Auftriebes kann man im Zwei- el fein, ob nicht die politischen Rückwirkungen des ntenjioeren Verkehrs höher zu veranschlagen sind. Innenpolitisch gesehen, werden soziale Ver­

kehrseinrichtungen großen Formates immer auch das Gemeinschaftsgefühl des gesamten Volkes stär­ken, die Verbundenheit von Süd und Nord, von Ost und West enger gestalten und damit die aanzen sozialen Auswirkungen geistiger und politischer Kräfte vollkommener beleben. Unter diesem Gesichts­punkte tauchen mit dem Problem der Reichsauto­bahnen neue Möglichkeiten der festeren Bindung der Volksgemeinschaft auf.

Auch vom außenpolitischen Gesichtspunkte müssen die durch die Autobahnen neugeschaffenen Bindungen begrüßt werden, lieber die Grenzen des Vaterlandes hinaus werden die wechselseitigen Be­ziehungen der Völker lebhafter. Heute ist unser Vaterland noch eine von den Fremden vielfach ge­miedene Verkehrsinsel. Eisenbahnlinien und schlechte Straßen allein sind nicht imstande, den Anforderun- aen des Nachkriegsverkehrs zu genügen. Wenn das Ausland aber einmal erfahren hat, daß Deutschland auch für den automobilisierten Durchgangsverkehr, den Personenverkehr naher Zukunft, kein Hindernis mehr ist, wird ein Strom fremder Besucher ins Land kommen. Die zu erwartende persönliche Füh­lungnahme wird am ehesten dazu beitragen, ein gegenseitiges Verstehen der Völker unter­einander zu fördern und nachzuweifen, daß unser Volk ein Hort der Ordnung und des Friedens ist. Schon deshalb muß Deutschland das Verkehrsherz Europas werden. Komme niemand und sage, daß die letzte Konsequenz dieses Gedankens dem natio­nalsozialistischen Rassegedanken im Wege steht: der nationalsozialistische Rassegedanke ist kein Gegensatz, sondern die Grundlage gegenseitiger Achtung der Völker.

So werden die Reichsautobahnen Wege des wirt­schaftlichen Aufstieges und Wege des Friedens, neue Wege, Die wir bauen, um den Frieden zu fördern und den Krieg zu überwinden!

Vordruck

zur Einsendung der Lösung.

Nach meiner Beurteilung hat von den im deut­schen JournalistenwettbewerbMit Hitler in die Macht" veröffentlichten Arbeiten den

1. Preis die Arbeit.........

2. Preis die Arbeit.........

3. Preis die Arbeit.........

4. Preis die Arbeit.........

5. Preis die Arbeit.........

vom Preisgericht zugefprochen erhalten.

Die letzte Bezugsquittung desGießener An­zeigers" liegt bei.

Name:

Wohnort:

Straße und Hausnummer:

gärten als Zierpflanze vorkommt, fei die Aufmerk- amkeit der Eltern und Erzieher besonders auf biß­en Giftling gelenkt.

Bornonzen.

Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr,Alle gegen Einen Einer für Alle" Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, 20.15 Uhr, Neue Aula, Lichtbilder- Vortrag von Professor Dr. L a u t e n s a ch über Reisen in Korea". Lichtspielhaus, Bahnhyf- traße:Die Nacht der großen Liede" Astoria- Lichtspiele, Selterswea:Tiger Hai". Konsum­verein Gießen und Umgebung, 20.30 Uhr, Turn­halle am Oswaldsgarten, Mitglieder-Versamm- lung. NS.-Frauenschaft Gießen-Ost, 20.30 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Ortsgruppen* abend.

Aus dem Stadttheaterbüro: Mor­gen, Freitag abend, das LustspielBob macht sich gesund" von Axel Jvers. (Siehe heutige Anzeige.)

Die Funktionen des Nerven­systems behandelt ein Vortrag von Professor Dr. ? ü r t e r im Rahmen der öffentlichen Vorträge über Physiologie am kommenden Sonntag im Physiologischen Institut. (Siehe gestrige Anzeige.)

~ $in Rosenmontagskonzert im yi/ Le i b, ausgeführt von der Gießener Mi- /'hi ?c e' m*rb *m heutigen Anzeigenteil ange«

* U P V * * m AlNag. $mci Arbeitslose 6'ugen dieser Tage nachdem sie ihre Unterstützung geholt hatten durch die Straßen der Stadt, unter­hielten sich darüber, was sie sich kaufen würden, wenn sie z. B. in der Winterhilfe-Lotterie Glück hatten ... Da bog auch chon einer der grauen JJlanner um die Ecke. Das sahen sie als einen Wink . Schicksals an und grif en in den Kasten Der eine der beiden Erwerbslo en zog eine Niete der anbere em Freilos. Aber auch das Freilos wurde zur Niete. Im gleichen Augenblick ging ein gut- gelleioeter Herr vorüber, der Losverkäufer wandte

. lhm zu, rief ihn an:Los gefällig?!" Keinen Bedarf!" lautete aber die kurze, harte Ant­wort. Da konnte sich einer der beiden Arbeitslosen

nicht enthalten, zu saaen, so daß es der Ablehnende noch hören mußte:Armer Mann!" Fünf Minuten später sahen sie den gleichen Herrn doch noch, als er einem Losverkäufer ein Los abnahm. Die Be­merkung hatte allo ihren Zweck erfüllt. Und da waren die beiden Arbeitslosen der Meinung, daß sie trotz ihrer Nieten gewonnen hatten. Stillvergnügt gingen sie nach Hause.

** Das Werk ei nes Gießener Malers und Graphikers. Wie man uns mitteilt, ist die aeftern von uns im Bild nach einer Photo- graphie abgedruckte Schenkungsurkunde Sr. Er­laucht des Grafen zu Solms-Laubach für die jungen Kämpfer des Dritten Reiches ein Werk des Malers u.ck Graphikers Heinrich H. Walther, Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste, in Gießen.

** Ster besä Ile inGießen im Januar. Es oerftarben in der Zeit vom 1. bis 31. Januar: 1.: Karl Herr, Invalide, 75 I., Wetzsteinstraße 32; Elisabeths Pauline Muhl, geb. Klaus, 41 I., Liebig- straße 105. 3.: Berta Loth, geb. Zöll, Witwe, 68 I., Kaiserallee 27; Minna Schäfer, Hausangestellte 27 I-, Leihaesterner Weg 24. 4.: Maria Winberger' ohne Beruf, 68 I., Wilhelmstraße 11, Wilhelm Möser, Mühlenbesitzer, 65 I., Zu den Mühlen 12. 5.: Christ. Friedr. Walter, Forstrat i. R., 68 I., Hof- mannstraße 1. 7.: Johanna Kath. Dehe, geb. Gunst, Witwe, 70 I., Marburger Straße 56 Wilhelmine Elisabeth Emilie Velten, Verkäuferin, 21 I., Stein-, straße 68. 8. Dorette Austerlitz, geb. Levi, Witwe 72 I., Frankfurter Straße 11; Karl Kerber, Rent- ner, 73 I., NodHeimer Straße 54. 10.: Christine Stein, geb. Backhaus, Wwe^, 73 I., Asterweg 10. 12.: Katharina Lemp, geb. Köhler, 63 I., Linden- gaffe 11. Otto Altendorf, Oberstudiendirektor i. R. 64 I.. Bismarckstraße 4. 14.: Philipp Müller, Kri-' minal-Oberinspektor i. R., 69 I., Roonstraße 14; Christoph Dieckmann, Kaufmann, 56 I., Weser- straße 27. 15.: Therese Lux, geb. Fischer, Wwe., 82 I., Dammstraße 36; Emma K. Spruck, geborene Kipper, 23 I., Ludwigstraße 28. 16.: Ernst A. Schaumann, Maler 39 I., Stephanstraße 9; Hilde Karl, Schneiderin, 19 J^ Mittelweg 9; August Pas­bach, Invalide, 69 I., Lindengasse 2. 17.: Wilhelm Schwarz, Invalide, 51 I., Steinstraße 23; Magda-

Raheregulierung, Errichtung einer Stütz­mauer von der Rahestrahe bis zur Drususbrücke, Stadt Bingen 3350

Längsbedämmung der Rahe, Bolksstaat

Hessen 3333

Aufforstung von 9,2 ha Oedland, Ge­meinde Herbstein 1400

Grd- und Holzfällerarbeiten zwecks An­lage eines Flughafens im Stadlwald und dergleichen 300000

lene Dorothea Schäfer, geb. Tänzer, 43 I., Aul­weg 38; Else Krüger, Buchhalterin, 38 I., Stephan­straße 27 18.: Philipp Mertgen, Kaufmann, 41 I., Ebelstraße 26. 20.: Friedrich Schmidt, Former, 72 I., Bruchstrabe 8. 22.: Marie Wenzel, geb. Stein, 69 I., Posener Straße 7. 23.: Salomon Klebe, Kaufmann, 74 I., Schanzenstraße 1. 25.: Peter Urrigshardt, Zugführer i. R., 72 I., Schott- straße 17. 26.: Marie Peter, geb. Bellof, Wwe., 69 I., Am Kugelberg 21; Jakob Hofmann, Arbeiter, 45 I., Hammstraße 15. 28.: Daniel Zahrt, Fabrik­arbeiter, 44 I., Eichweg 6. 29: Wilhelm Leschhorn, Optikergehilfe, 30 I., Ederstraße 6; Wilhelm Klein, Kaufmann, 48 I., Neustadt 45. 31.: Anna Kath. Kratz, geb. Schmidt, 69 I., Wolsstraße 21.

** Das Fundsachen-Verzeichnis. Von der Polizeidirektion wird uns mitgeteilt: Das Ver­zeichnis über die im Monat Januar gefundenen vzw. abgelieferten Gegenstände kann an der An­schlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs­berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.

** Sperre für Leihbüchereien. Die Reichsschrifttumskammer gibt bekannt, daß auf Grund der Verordnung zur Durchführung des Kul­turkammergesetzes die Neugründung und Wieder­eröffnung von Leihbüchereien für das gesamte Ge­biet des Deutschen Reiches bis einschließlich 30. Juni 1934 gesperrt ist. In der gleichen Mitteilung wird ausdrücklich festgestellt, daß den Leihbüchereien das Recht des Bücherverkaufs nur dann zusteht, wenn eine gewerbepolizeiliche Genehmigung vorliegt.

Große Strafkammer Gießen.

In her jüngsten Sitzung wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen einen Arbeiter aus Lich, der sich zur Zeit in dem Landeszuchthaus Marien- schloß befindet, Beschluß erlassen, in dem die Ent­mannung des Angeklagten ausgesprochen wurde. Der Angeklagte war schon wiederholt wegen schwe­rer Sittlichkeitsdelikte vorbestraft. Der Angeklagte hatte selbst den Antrag auf Entmannung gestellt.

Schöffengericht Gießen.

Ein Milchhändler von hier fälschte Milchquittun­gen, um sich auf diese Weise Geldbeträge zu ver­schaffen, die er für seine Zwecke verbrauchte. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten und 2 Wochen. 1 Monat und 3 Wochen erlittener Un­tersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet.

Wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Unterschlagung und Untreue erhielt ein Schrei­ner aus Grünberg 3 Monate und 2 Wochen Gefängnis; 1 Monat und 2 Wochen Unter- uchungshaft gelten als verbüßt. Der Angeklagte war Zellenwart der NSDAP, in Grünberg. Außer­dem verwaltete er noch verschiedene kleinere Kassen. In dieser Eigenschaft eignete er sich zu Unrecht Gelder an und verbrauchte sie für sich. Um seine unsauberen Machenschaften zu verdecken, fälschte er die für die verschiedenen Beträge ausgestellten Quit­tungen.

Ein Reisevertreter Gustav Brünneck aus Berlin, chon erheblich vorbestraft, vertrieb bei Behörden und Geschäften Azurlampen. Er versicherte, daß bei Benutzung der Birnen eine Stromermäßigung von 50 Prozent eintrete, so daß es einem unbefangenen Zuhörer Vorkommen mußte, daß er einmal die Hälfte Strom, zum anderen zwangsläufig weniger Kosten habe. Der Angeklagte wurde zu einer G e - ängnisftrafe von 3 Monaten verurteilt, unter Anrechnung von 1 Woche Untersuchungshaft. Der Vertreter der Anklage hatte 5 Monate Ge° ängnis beantragt

3m Laufe der gestrigen Sitzung wurde tn Ober­hessen die e r ft e Sicherungsverwahrung beschlossen, und zwar gegen den schon 1 4 m a l meist wegen Eigentumsdelikts vorbestraften Reise­vertreter F i l p e r, zur Zeit in der Zellenstrafan­stalt in Butzbach.

Amtsgericht Gießen.

Ein Autofahrer von Wieseck verursachte einen Zu- ammenstoß mit einem Radfahrer, da er an der Ecke Marburger Straße-Hitlerwall fein Signal gab. Er faßte mit dem Kraftwagen den Radfahrer und chleifte ihn noch ein Stück nach. Das Gericht er­kannte auf eine Geldstrafe von 30 Mark.

Die ehemalige Angestellte bei einem Laboratorium in Göttingen, die aus Gi§ßen ist, wurde wegen Unterschlagung zu drei Wochen Gefängnis verurteilt In einem Beschluß wurde ihr die Strafe bedingt erlassen. Die Probezeit beträgt fünf Jahre. Die Angeklagte verkaufte für ihren Arbeitgeber allerlei Drogenartikel und kassierte gleichzeitig die älligen Beträge. Statt diese an die Firma abzu- liefern, verbrauchte die Angeklagte das Geld für eigene Zwecke.