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Samstag, 7. Aprils

Metzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. 8f viertes Vlatt

Deutsche Reiteroffiziere in Paris.

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An den großen internationalen Turnieren von Nizza und Rom wird sich eine Reitermannschaft der Kavallerie-Schule Hannover beteiligen und aller Voraussicht nach den bisherigen großen Er­folgen deutscher Reitkunst einen neuen zuaesellen. Die deutschen Reiter, die seit 1870 die erste deutsche Vertretung auf einem französischen Turnier sind, wurden von dem französischen Kriegsminister Mar­schall Petain empfangen.

Unser Bild zeigt den französischen Oberst Koeltz inmitten der deutschen Offiziersmannschaft vor dem Kriegsministerium. Links von dem Oberst: General Kühlenthal, der deutsche Militärattache in Paris und der Mannschaftsführer Major Freiherr von Waldenfels. Rechts der Zweite von dem franzö­sischen Offizier: General Freiherr Dalwigk, der Leiter der Kavallerie-Schule Hannover.

Freitagvormittag folgten die deutschen Offiziere einer Einladung nach Fontainebleau, wo sie unter anderem auf dem dortigen Turnier­platz einem Jagdspringen beiwohnten. Das Essen

im Cercle Militaire, das der Chef des französischen Generalstabes General G a m e l i n zu Ehren der deutschen Reiter Freitagmittag gab, verlief sehr harmonisch. General Gamelin richtete an seine Gäste eine Ansprache, die der Kommandeur der Reitschule in Hannover Generalmajor Freiherr von Dalwigk zu Lichtenfels erwiderte. An dem Essen nahmen außer den Genannten der Kommandeur der Kavallerie-Schule in Saumui General de la Laurencie, ferner der Che der französischen Equipe Major de Laissar- d i e r e und die rechte Hand General Gamelins General Colson, sowie der Leiter des Zweiten Büros des französischen Generalstabes teil. Auch die deutschen Militärattaches Generalleutnant K ü h l e n t h a l und Hauptmann Speidel waren zugegen. Im Anschluß an das Frühstück waren die deutschen Reiter nach Malmaison eingeladen. Die deutschen Offiziere sind in Paris von den französischen Offizieren sehr kameradschaftlich auf-

1 genommen worden.

Die neue deutsch-evangelische Kirche in Men.

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Oben- Blick auf die Kirche. Unten: Der Vertreter des Reichsbischofs, Bischof H e ck e l (rechts), und Pfarrer Dr. Schubert, Rom (links), vor einer Abteilung Evzonen, den seltsam ge­kleideten Soldaten der griechischen Garde.

Panorama der Gommermode.

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(Sine neuartige Straßenbahn

missen.

Die Aermel

haben eine ganz neue Note. Eckige Schulterverbrei- tunaen gehören bereits in die Vergangenheit, ob­wohl die Schulter immer noch unsere Aufmerksam­keit fordert. Aber sie ist weich, betont durch den Raglan schnitt, der Aermel wächst aus der schön geschnittenen Schulterpasse heraus, oder sie ist unter einem breiten Kragen verborgen, und plötzlich lenkt sich das Auge auf den lustigen, schlan­ken einfachen Aermel, der wie mit Stacheln mit zierlichen Plissees besetzt ist. Auch kurze ge­bauschte Aermel passen zu den bunten Klei­dern des Sommers, ebenso wie einfache, halblange Aermel bei denen man annehmen könnte, daß sie von einem langen abgeschnitten wurden, nur daß sie meistens nach unten zu weiter werden. Aermel mit Tüten, mit Bündchen, mit Aufschlagen, alle Ar­ten von Aermeln sind schön, wenn sie zum Stil und zur Trägerin passen.

Leinen

ist das Gewebe, das im Sommer seine große Rolle spielen beginnt. Man würde es kaum für mög­lich halten, daß ein und dasselbe Material m so vielen Varianten zu erscheinen vermag. Sandfar­benes Leinen zu sommerlichen Complets, dessen Name S h a n t u l i n e heißt, mit dreiviertellangem Mantel, handgewebtes Reinleinen, besticktes Leinen, Phantasieleinen, Plauener Leinenspitzen- und Stickereistoffe zu malerischen Nachmittagskleidern, Leinen in Verbindung mit Pelz, wie beispielsweise an Leinenspitzenkleidern. Buntes, farbiges Leinen. Ebenso oft, wie die Mäntel lose und flatternd sind, aussehen, als wäre ein Sturm über sie hmweg- qebrannt, zeigen Leder gürte!, die mit dem Herstellungsstoff des Mantels m einer harmonischen Farbwirkung sind. Zu einem sandfarbenen Komplet sah man auf der Vorführung des deutschen Mode- Instituts einen braunen Ledergurtel, eine geschmack­volle und sehr dekorative Zusammenstellung, zumal noch braune Garnituren vorhanden waren.

Schleifen

denen schon der Untergang geweissagt war setzen sich erneut durch. Sie sind noch etwas großer, et-

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ein England werden jetzt neuartige, ossene Straßenbahnwagen gebaut. Diese tneijer Stromlinienform auf und sind in lichten Farben gehalten.

Die Auswahl unter den bunten Stof­fen ist so groß wie noch nie. Vor allen Dingen kann man eine Aenderung in den Musterstellungen beobachten. Gab es bisher einzelne, verstreute Blü­ten, so sehen wir jetzt Blumen zu Sträußchen ge­wunden, deren Stiele in Windrichtung stehen. Da­neben bedruckte Kunstseiden dunkler Grund und Helle Sterne oder Heller Grund und dunkle Punkte erfreuen sich vieler Anhängerinnen. Es gibt ganz seine, in sich gemusterte Gewebe, die von weitem wie einfarbig wirken, in Wirklichkeit aber unge­mein zierliche Karos oder Strichelmuster zeigen. Die buntbedruckten Kleider sind in erster ßime lus­tig, anmutig, sommerlich. Gerade die bunten Ge­webe eignen sich für die neue Machart, die das Frauliche betont, den strengen Stil verbannt hat, und an feine Stelle etwas Kindliches, Spielerisches bringt.

Seidene Jackenkleider

werden schon in kurzer Zeit das Straßenbild be­herrschen. Ein Kostüm hat für viele Frauen daher etwas Anziehendes, weil sie sich darin sehr ange­zogen fühlen. Für die Straße sehen sie immer gut aus, und durch die Abwechlung, die man durch ver­schiedene Blusen erzielen kann, leistet ein und das­selbe Kostüm viele gute Dienste. Die Zacken sind lose, werden einfach übergeworfen und mit Anmut getragen. Darunter schaut die Bluse hervor, oder man arbeitet zu dem Kostüm ein ganzes, buntes Kleid, das aussieht, als wäre es zusammenhängend, das aber in Wirklichkeit auch das Tragen einer Bluse zu dem Rock erlaubt. Die Aermel sind ent­weder lang, mit Volants besetzt, oder man tragt

ärmellose Jacken, die mehr dekorativen Zwecken dienen. Plisseeaufputz ist sehr beliebt.

Das bunte Kleid mit dem Schößchen wird aus Seide, auch aus buntem Woll­stoff hergestellt. Da lassen sich reizende Einfälle zu neuen Kleidlinien umgestalten. Durch Plisseegarni­turen, die am Aermel und Rocksaum sitzen, wird die Bewegung beim Gehen beschwingt, bekommt den Ausdruck fraulicher Anmut. Sehr kleidsam ist das kurze Schößchen, oft mit hochgeknöpften Schal­enden, häufig am Halse offen, da der Aus­schnitt für sommerlich warme Tage entschieden an­genehm ist. Hin und wieder machen sich Volant­garnituren an den Aermeln, am Kragen und an der'Hüftpasse bemerkbar, und die Trägerin kennt wohl den frühlingsmäßigen Zauber, der von einem solchen luftigen Kleid aus buntem Gewebe ausgeht. Kommt noch ein großer Hut aus Florentiner Stroh dazu, der malerisch das Gesicht beschattet und der Sonne dennoch nicht verschließt, ist der Anzug zu­friedenstellend.

pliffees

beherrschen das Bild. Man sieht sie außen am Aermel, am Rock, sie werden rings um den Schul­terkragen gesetzt, kurz überall, wo sie sich anbringen lassen, erscheinen sie. Auch die netten weißen Gar­nituren aus Batist, GlaSbchist, Pikee und Seinen, bunt oder einfarbig, haben viel für sich. Dennoch sieht man die bunt gemusterten, Sommerkleider für Straße, Vor- und Nachmittag vielfach Ton in Ton gehalten. Linie und Gewebe putzen in diesem Falle genügend. Mehr braucht man und will man nicht. Praktische Gründe sind dabei natürlich auch maßgebend, und da die Blumen, die Sterne, die Früchte bunt, farbenfreudig und sommerlich leuch­tend sind, läßt sich der andere Aufputz leicht ver-

Der neue deutsche Feiertags-Kalender.

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Ostern

Unser Schaubild gibt einen Ueberblick über die kirchlichen und weltlichen Feiertage die jetzt durcb Kabinettsbeschluß zu gesetzlichen Feiertagen erklärt wurden. Das bedeutet aber nicht, daß die in dem Gesetz nicht genannten kirchlichen Feiertage künftig jeden Schutzes entbehren. Die Begründung zu dem Gesetz hebt ausdrücklich hervor, daß der pollSeUiche Schutz den rein kirchlichen Feiertagen auch weiterhin erhalten bleiben soll, während sich die bürgerlich-rechtlichen Vorschriften nur auf die in diesem Gesetz genannten Feiertage, nicht auch auf die rein kirchlichen Feiertage beziehen.

was wesentlicher geworden, und da es wunderschöne Bänder gibt, ist die Vorliebe für Schleifen sehr begreiflich. Eine Bandart, dieC o n f e 11 i heißt und entweder in mattiertem Ripsband ober in Samtausführung erscheint, schiebt sich ganz merklich in den Vordergrund. Auf weißem Grund erscheinen mehrfarbige Punkte, von denen eine Verbindung von schwarz- und kirschrot sich schnell beliebt zu machen beginnt. Rips- und Leinenbander, Chintz, gewachste Baumwolle, Krepp- und Lederbander, die zwar nur so aussehen, in Wirklichkeit aber aus Seide bestehen, Bienenkorb- und Afphaltbander so genannt ihrer unregelmäßigen Karopressung we- gen, kurz, es gibt zahllose Bänderarten und Bändersorten, die zu Schleifen gebunden, auf Hüten sitzen, an Kleidern und Mänteln getragen werden, mit Schnallen und Agraffen geschmückt in dem Pa­norama der Mode erscheinen.

Ensembles bestehend ans Hut und Schal

führen sich ein. Das Neueste ist der Filzhut mit einem Lameband, zu dem ein Lameschal getragen wird. Ferner sieht man Taftschöpsungen, auch Zu­sammenstellungen aus Angora. Fast alle Hute der kommenden Saison sind reich garniert. Man steht Blumen, die an kleinen Canotiers mit sehr stachen Köpfen sitzen, Wollblumen, Häkelarbeiten aus Fe­

dern, Garnituren aus Taffet, Sommerpanne und Stoff, Schleier, die wie Visiere abstehen und aus Roßhaar gefertigt sind. Lange Bänder zu neuen Biedermeierschuten. Die neueste Modefarbe ist ein kräftiges, leuchtendes Rot, das Rot der Mohnblüte. Neben roten Hüten werden viele rote Jumper und Kleider getragen werden. Für das Jackenkleid des Frühlings und für das Sommer­kleid ist der Silberkreuzfuchs der liebste Begleiter.

Daten für Samstag, 7. April.

1847: Der Dichter Jens Peter Jacobsen in Thi- stedt geboren (gestorben 1885); 1933: Reichs­statthaltergesetz. Hermann Göring preußischer Ministerpräsident. Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums.

Daten für Sonntag, 8. April.

}832: Generalfeldmarschall Alfred Gras v. Wal- dersee in Potsdam geboren (gestorben 1904); 1835: der Staatsmann Wilhelm v. Humboldt in Tegel bei Berlin gestorben (geboren 1767); 1848: der italienische Komponist Gaetano Donizetti in Bergamo gestorben (geboren 1797).

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11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.