Nr. 81 Lrfter Blatt
184. Jahrgang
5amrtag,7.April 1934
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Erste Anordnung für -en 1. Mai!
Frankreich weicht aus.
Die französische Antwortnote in London überreicht. — Eine zweite Denkschrift sott folgen.
3m Gau Hesfen-Rassau bin ich von dem Herrn Reichsminister für Voltsaufklärung und Propa
ganda im Einvernehmen mit dem Gauleiter a l s
M o n
Legalisierung der angeblichen deutschen Aufrüstung । der interessierten Länder durchgeführt werde, als eine „direkte Verletzung des Versailler Ver« I --------
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ia t e zu ermöglichen.
Für eine unabhängige Außenpolitik Belgiens.
Paris, 7. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Pariser Morgenblätter bringen über den Inhalt der französischen Note nichts wesentlich Neues.
Mit größter Selbstüberwindung und echt angelsächsischer Beharrlichkeit hat man daher in London den von Frankreich bereits fallen gelassenen Faden wieder ausgenommen. Die Möglichkeit dazu boten die französischen Bürgschaftsforderungen. Sie gehen nach zwei verschiedenen Richtungen. Einmal wünscht Frankreich die allgemeine Sicherheit über die bestehenden Verträge (Locarnoabkommen, Kelloggpakt) hinaus zu verstärken durch die Uebernahme von Garantien für den Bestand der Grenzen in Osteuropa, am liebsten sähe man in Paris eine Rückkehr zur englisch-franzö- fischen Entente cordiale. Aber die britische Volks- Meinung lehnt in ihrer überwältigenden Mehrheit eine solche einseitige Bindung, die überdies dem Geist des Locarnopaktes strikt zuwiderlaufen würde, mit aller Entschiedenheit ab, und es ist auch nicht anzunehmen, daß es einer auf die Erneuerung der Entente hinarbeitenden Presse gelingen wird, tm britischen Volk eine so radikale Sinnesänderung zu erzeugen. Wenn sich in Frankreich das Kabinett der Alten, die Regierung Doumergue-Barthou, eisern an die Aufrechterhaltung des in Versailler geschaffenen Status quo klammert, so hat man in
„um eine Begrenzung der Rüstungen aller Länder zu ermöglichen". Deutschland sei berechtigt, sich seine Handlungsfreiheit wieder zu holen, wenn die Abrüstungskonferenz nicht zu diesem Ziele führe. Der aus dem Versailler Vertrag entstandene Zustand, nämlich „eine hochgerüstete französische Armee gegenüber einem praktisch entwaffneten Deutschland" könne nicht weiter aufrecht erhalten werden.
Brüssel, 6. April. (DNB.) „Libre Bel- g i q u e ", ein Blatt, das sich bereits mehrfach für eine gegenüber Frankreich unabhängige belgische Außenpolitik eingesetzt hat, wendet sich erneut gegen die Auffassung, daß „das Schicksal Belgiens unlöslich mit dem Frankreichs verbunden sei". Das Blatt bezeichnet diese Auffassung als „gefährlich und übertrieben". Dem von der französischen Propaganda gern angewandten Hinweis auf die drei Invasionen, denen Frankreich im Laufe eines Jahrhunderts angeblich zum Opfer
weniger pessimistische Note an, er meint, die französische Antwortnote sei ein Zeichen, daß Frankreich nunmehr bereit sei, „der äußerst wichtigen Entscheidung ins Antlitz zu blicken, die die internationalen Beziehungen tief beeinflussen muß," womit die Frage der Ausführungsgarantien gemeint ist. — Die französische Note, so meint die „Morning Post" bedeute insofern einen Fortschritt in der bisherigen Haltung des Quai d'Orsay, als dieser eine Wiederaufrüstung Deutschlands jetzt als unvermeidlichen Faktor zugestehe. In dieser Hinsicht sei Barthou ohne Zweifel durch die Stellungnahme der Belgier beeinflußt worden. — „Daily Mail" sagt, das Leitmotiv der französischen Antwort sei das, daß die Besprechungen über bie „Abrüstungen" jetzt z u Ende seien und daß nur noch bie Frage der „Rüstungsbegrenzung" zur Aussprache stehe. — „Daily Herold" sagt, die französische Note verlange nicht etwa nur Ausführungsbürgschaften, sondern weitere Bürgschaften für die „allgemeine Sicherhei t". England werde in verschleierter Weise aufgefordert, seine Verpflichtungen über das Völkerbundsstatut und die Locarnoverträge hinaus auszudehnen. Unter keinen anderen Bedingungen fei Frankreich bereit, einer Begrenzung seiner eigenen Rüstungen oder einer Erhöhung der deutschen Rüstungen zuzustimmen. — „Daily Expreß" meint, Frankreich verlangt im Grunde genommen in seinen Gegenfragen nichts anderes, als daß England ihm zu Hilfe kommen soll, „wenn irgend etwas schief geht". Die Franzosen würden sich keinen Schritt von ihrer jetzigen Stellungnahme entfernen. Das englische Volk wolle aber weder den Franzosen noch den Deutschen zu Hilfe eilen.
Sie Mauer des Versailler Vertragssystems
Paris sucht Hilfe im Osten.
Heue Gegenfragen statt einer klaren Antwort
Das Rüstungsausmaß wieder vorgeschoben.
men und wenn er auch auf der Fahrt nach Genf in Paris Station macht, dürfte doch kaum mit einem handgreiflichen Ergebnis der Genfer Bürositzung zu rechnen sein. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor in den diplomatischen Verhandlungen zwischen den vier europäischen Hauptmächten. Am Zuge ist in bem schon burch Monate sich hinspinnenben Notenwechsel roieber einmal Frankreich, bas soeben bie Antwort auf englische Rückfragen über bie Art ber geforberten Bürgschaften nach reiflicher Ueberlegung in Lonbon überreicht hat.
Die vorangegangene französische Note mit ihrem starren „Nein" schien schon alle Verhanblungstüren zugeschlagen zu haben. Aber Englanb ließ ben Fa- ben nicht abreißen. Die englische Diplomatie setzt mit erstaunlicher Zähigkeit alles baran, boch noch zu einem Abkommen zu kommen, bas eine, wenn auch noch so kleine tatsächliche Abrüstung enthält, obwohl alle Welt längst bavon überzeugt ist, bah irgenbwelche Abrüstung ber schwerbewaffneten Mächte bei ber gegenwärtigen Geistesverfassung ber in Frankreich herrschenben Schicht in absehbarer Zett unerreichbar ist. Erstaunlich ist biefe Hartnäckigkeit ber britischen Politik auf den ersten Blick, wett man glauben sollte, baß bas britische Weltreich an diesem kontinentaleuropäischen Pro-
Pertinax fragt im „Echo be Paris", ob es immer noch in ber Absicht Englanbs liege, bie beutsche „Aufrüstung^ zu l e g a l i f i e r c n. In biefem Falle fei nur bie Abrüstungskonferenz befugt, einen solchen Beschluß zu fassen, um bie interessierten Staaten von ben juristischen Verpflichtungen zu entbinben, bie sie burch ben Völker- bunbspakt unb bie Präambel bes Versailler Vertrages übernommen hätten. Man könne kein Sicherheitssystem ausarbeiten, ohne genau zu wissen, worauf es angewanbt werben solle. Auch „Petit Parisien" erklärt, bie Legalisierung ber deutschen „Aufrüstung", bie sowohl in ben letzten englischen Abrüstungsoorschlägen wie auch in bem italienischen Abrüstungsplan vorgesehen sei, würbe einem Verzicht a u f bie Grunbjätze bes Völker- bunbspaktes gleichkommen. Frankreich hätte gerabe beshalb bie Pflicht, sich zu vergewissern, baß bas neue Abrüstungsabkommen nicht bas gleiche Schicksal erfahre, wie bie Militärklauseln bes Versailler Vertrages. „Ere Nouvelle" bezeichnet bie
Paris, 6.April. (DRV.) Die französische Antwortnote auf die englische Anfrage vom 28.März ist dem französischen Botschafter in London telegraphisch übermittelt worben mit der Weisung, sie der britischen Regierung zu Überreichen. Heber den Inhalt verlautet, daß die französische Regierung die Frage, ob Frankreich bereit sei, ein Abkommen zur Begrenzung der Rüstungen unter Beteiligung Deutschlands mit noch zu bestimmenden englischen Durchführungsgarantien zu unterzeichnen, als z u allgemein bezeichnet, als daß Frankreich bereits grundsätzlich in unzweideutiger Weife feine Zustimmung zu einem solchen garantierten Abrüstungs- abfommen geben könnte. Zunächst müsse man wissen, wie hoch die Effektivstreitkräfte und die Rüstungen fein sollten, die nach Meinung Englands Deutschland zu bewilligen feien und weiter, welches Militär st atut Frankreich parallel hiermit nach briti'cher Ansicht haben müsse. Erst wenn die französische Regierung über diese wesentlichen Punkte Bescheid wisse, könne sie sich in voller Kenntnis der Sachlage äußern. Frankreich könne den Anregungen der englischen Rote vom 29. Januar nicht 3 u ft i m m e n, die darauf hinaus- liefen, zu gleicher Zeit eine gewisse Aufrüstung Deutschlands und den Beginn einer A b - r ü ft u 'n g Frankreichs zu bewilligen. Außerdem müsie man bedenken, daß die „Legalisierung" der Aufrüstung Deutschlands entsprechende Aufrüstungsforderungen der anderen Mächte mit begrenzten Rüstungen nach sich ziehen würden.
Man rechnet damit, daß die französische Regierung innerhalb der nächsten Woche in einer neuen Rote ihre Auffassung über die Art der geeigneten Durchführungsgarantien mitteilen wird und daß auf dieser Grundlage neue Verhandlungen stattsinden werden. Die französische Regierung scheint auf ihre sonstigen internationalen Bindungen und Verpflichtungen Rücksicht nehmen zu wollen. Es ist anzunehmen, daß die französische Regierung daher auch die Kleine Entente über die Entwicklung dieser Frage auf dem Laufenden hält.
Oie Bürositzung der Abrüstungskonferenz.
Lonbon, 7. April. (DNB. Funkspruch.) Das Büro ber Abrüstungskonferenz wirb am Dienstag leb -iglich über die gegenwärtige Lage eine Uebersicht anstellen. Das ist nach Meinung ber „Times^ bas Ergebnis ber Besprechungen, bie henberson vor seiner Abreise nach Paris unb Genf mit ben verschiebenen Staatsmännern unb Beamten ber Abrüstungskonferenz in London hatte. Voraussichtlich werbe sich bas Büro nicht in ber Lage sehen, bie Berichtigung bes englischen Vereinbarungsentwurfs vorzunehmen, solange bie diplomatischen Verhanblungen noch im Gange seien. Man hoffe jedoch, baß ber gegenwärtige Meinungsaustausch rechtzeitig abgeschlossen werde, um eine Wiederaufnahme ber Arbeiten bes Büros unb bes Hauptausschusfes im nächsten
gefallen sei, begegnet bas katholische konservative Organ mit ber Feststellung, baß bie Geschichte auch mehrere französische Invasionen k e nn e. Wenn auch bas heutige Frankreich frieblich gesinnt sei, so könne sich boch bie Lage eines Tages änbern, unb beshalb solle man lieber nicht sagen, baß bas Schicksal Belgiens mit bem Frankreichs unlöslich oerbunben sei. Das Blatt erinnert baran, baß man im Versailler Vertrag Deutschlanb bie Entwaffnung auferlegt habe,
Bürgschaften.
Die Öfter tage sind vorüber. Die politische Arbeit ist überall wieder langsam in Gang gekommen. Der Frühling erfüllt die Herzen mit neuem Mut unb neuer Hoffnung. Wird bieses Fahr uns eine Verständigung ber Völker über bie großen politischen unb wirtschaftlichen Fragen bringen, bie so lange schon ber Rückkehr bes Vertrauens in eine wahre Friebensgesinnung aller im Wege gestanden haben? Werden die Staatsmänner bie Vorurteilslosigkeit unb bie rücksichtslose Kraft aufbringen, um bie Schritte zu tun, die ihre Völker von ihnen erwarten? Oder sollen alle Notenwechsel unb Gespräche roieber auslaufen in einem großen Mißverftänbnis, das nichts anberes ist als ein Nichtverstehenwollen kalter, verhärteter Herzen, schwungloser, müber Seelen ohne neue wegweisende Gebauten, ohne ben Mut und bie Kraft, auch vom eigenen Volk Opfer an hergebrachtem nationalem Gefühl und überkommenem Prestige zu fordern, wenn sie helfen können, Brücken zu schlagen und bas Tor zur Befreiung der Menschheit von dem Wahnsinn des Mißtrauens, bes Neibes unb ber Eifersucht weit aufzustoßen. Dölkerfrühling, wie not tut er dem alten Europa, das noch immer nicht bie Lehre bes Weltkrieges begreifen unb ber Selbstzerfleischung ein Ende machen will, um in friedlichem Wettbewerb seiner Völker auf allen Gebieten ber Kultur und Wirtschaft sich wenigstens dort zu behaupten, wohin das Schick- ifal es gestellt hat. A d o 1 f H i t l e r hat immer wieder unb roieber in seinen großen Reben wie in vertraulichen Gesprächen mit auslänbischen Staatsmännern unb Zeitungsleuten biejen Gedanken als Sen bie beutfche Außenpolitik beherrfchenben, als Wunschbilb des durch den Nationalsozialismus verjüngten und geläuterten deutschen Volkes vor bie Augen der Weltöffentlichkeit gerückt. Aber wenn auch in ber öffentlichen Meinung ber angelsächsischen Länder und unseres polnischen Nachbarn bie Stimmen sich mehren, bie bem neuen Deutschlanb und feinem außenpolitischen Wollen Verständnis unb Derstänbigungswillen entgegenbrjngen, so ist boch noch immer bie Frage offep, wo ist auf ber anberen Seite der Staatsmann, ber mit gleichem Mut unb gleicher Vorurteilslosigkeit wie ber deutsche Kanzler den Weg zu beschreiten unb zu Ende zu gehen^entschlossen ist, der durch die stickigen Nebel von Mißtrauen und Uebelwollen aufs lichte Feld binaus- führt. auf dem freie Völker mit gleichen Rechten und Pflichten, in ihren nationalen Bedürfnissen gesichert, in edlen Taten bes Friedens ihre Kräfte messen? _ .
Dieser Dölkerfrübling hat leiber nur wenig Aussichten, au5 einem Traumgebilde feste Gestalt zu gewinnen. Das A b r ü st u n g s p r o b l e m, mit Denen Lösung bas stärkste Fundament zur Stabilisierung eines neuen Vertrauens gelegt werden konnte, schrumpft mehr und mehr zum Problem einer Rüstungsbegrenzung zusammen Mussolini hat dies klar erkannt und deshalb von einer Bestimmung des Verhältnisses ber Rüstungen untereinanber als bem Ziel unb Zweck einer Abrüstungskonventlon gesprochen. Am 10. April tritt das Büro ber Abrüstungskonferenz in Genf unter bem Vorsitz von Henberson zusammen, um den englischen Konventionsentwurf, ben sog. Macdonald-Plan dem Ergebnis ber inzwischen erfolgten diplomatischen Fühlungnahme anzupassen unb bann bem Hauptaus« schuß ber Konferenz ein Abrüstungsprogramm zu unterbreiten. Aber wenn auch Henberson Ge- Ceaenbeit haben wirb, in London mit ber eigenen Regierung wie mit Norman Davis, bem ameri- kanifchen Abrüstungsdelegierten und mit Suvich, bem Vertrauensmann Mussolinis, Fühlung zu neh-
träges". Es würbe gerabezu eine Herausforderung bes gefunben Menfchenverftanbes bebeuten, wenn man ben englischen Wünschen entsprechen unb bie „Ausrüstung" Deutschlanbs mit einer Abrüstung Frankreichs verbinden wolle.
„Oeuvre" erklärt, bie Lage Frankreichs sei vorzüglich. Im Zusammenhang mit ben Sicherheitsgarantien müsse man bie Frage aufwerfen, ob bie französische Regierung nicht schon bemnächst bie Verhanblungen mit So w j etrußland aufnehmen werbe, ba Rußlanb ein unerläßlicher Faktor für ein kontrolliertes Abrüstungsabkommen geworben sei, um so mehr, als ein solches Abkommen nicht eher zustanbe kommen werbe, bis auch bie Frage ber Garantie ber Oft grenzen geklärt sei. Man brauche unbedingt im Osten Deutschlanbs ein Gegengewicht. Die Reise Barthous nach Warschau unb Prag werbe Frankreich ebenfalls schätzenswerte Trümpfe in bie Hanb spielen. Der „Populaire" glaubt, bie französische Regierung werbe vor ber Unterzeichnung eines Abkommens eine internationale Untersuchung über ben genauen Rüstungsstand Deutschlanbs fordern, bie burch bie Generalstäbe
Erste preffestimmen aus London
Lonbon, 7. April (DNB.-Funkspruch) Die englische Morgenpresse stellt fest, baß die französische Note keineswegs eine klare Antwort auf Englanbs Fragen barftelle, fonbern lediglich aus neuen Gegenfragen bestehe. „Daily Telegraph" erklärt, bie französische Note könne kaum als ein wirklicher Fortschritt betrachtet werben. Die augen- sche-inliche Wirkung ber französischen Antwort bestehe darin, die von England geforderten Erläuterungen über die Garantiewünsche hinauszuschieben, aber England aufzufordern, genaue Vorschläge über das Maß von Rü st ungen vorzulegen, das nach englischer Ansicht Deutschland und Frankreich zugeteilt werden soll. Eine solche Stellungnahme sei doch etwas seltsam, meint bas Blatt, nachbem bie englische Regierung in ben letzten Denkschriften ihre Ansichten über alle wichtigen Fragen vollkommen klargestellt habe. Man habe in Lonbon gebacht, baß biefe englische Auffassung — nämlich Gleichheit ber Iststärke unb ber Dienstzeit ber beutschen unb ber französischen Heimatarmee, schrittweise Anschaffung aller Defen- sivwaffen burch Deutschlanb, schrittweises Aufgeben ber schweren unb Offensivwaffen burch Frankreich usw. — vollkommen genügen würbe, um Frankreich eine Formulierung feiner Gedanken über bie Ausführungsbürgschaften für bas geplante Abrüstungsabkommen zu ermöglichen. Die neue französische Note mache jeboch ben Einbruch baß man in Paris vollkommen neue Vorschläge erwarte. Die Blätter nehmen an, baß eine zweite französische Denkschrift in wenigen Tagen folgen werbe.
Der Pariser „Times"-Berichterstatter schlägt eine
Englanbs Rüstungsstanb weit hinter bem ber anbe- ren Weltmächte zurückgeblieben sei unb bie Sicherheit ber britischen Inseln keineswegs mehr gewähr- leiste. Da nun also Englanb ungeheure Gelber auf’ werden müßte, um seine Lanbesverteibigung mit ber ber anberen schwergerüsteten Weltmächte auf ben gleichen Stanb zu bringen, falls ein Ab- rüftungsabkommen nicht Zustandekommen sollte, setzt nun bte britische Regierung alles baran, ein Abkommen unter Dach unb Fach zu bringen, bas wenigstens bie Spur einer Abrüstung enthält, wäh- renb bie anbern Verhanblungspartner, Deutschlanb unb Italien, von der Aussichtslosigkeit dieses Unterfangens längst überzeugt, sich mit einer bloßen Rüstungsbegrenzung unb Rüstungsangleichung zufriebengeben würben. Das britische Kabinett kämpft um so zäher um biefes Ziel, als es mit Recht ben Einbruck hat, baß sein eigenes Schicksal mit bem Ausgang ber Abrüstungsverhanblungen steht und fällt Ein Mißerfolg wurde vermutlich
allein verantwortlich für die Gestaltung und Durchführung des
Nationalen Feiertages des deutschen Volkes am 1. Mai
bestimmt worden. Alle Einzelheiten der Programmgestaltung werden von mir rechtzeitig durch Presse, Rundfunk und Rundschreiben bekanntgegeben. Rur diese Anordnungen haben Gültigkeit Anregungen irgendwelcher Art sind mir direkt zuzuleiten.
Am l.Mai marschieren im Gau Hessen-Rasfau mindestens zwei Millionen auf. Die Kundgebung wird an Größe und Geschlossenheit die mächtige des vergangenen Jahres noch weit übertreffen. Ich ersuche daher alle zuständigen Geschäftsleute, sich fchon jetzt mit Hakenkreuzsahnen refp. Stoff zu Hakenkreuzfahnen genügend einzudecken, da jede deutsche Familie im Gau Hessen mindestens eine Hakenkreuzfahne zeigen wird?
Alle zuständigen Geschäfte haben mir umgehend die zur Verfügung stehenden Großlautsprecher-Anlagen zu melden. Diese Groß- lautsprecher-Anlagen dürfen zum 1. Mai an niemanden vergeben werden ohne vorherige Fühlungnahme mit den zuständigen Kreisleitern der RSDAP.
Gez.: Müller-Scheld
Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hesfen-Rassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.
blem am wenigsten interessiert sein sollte. Daß dem I auch der nationalen Regierung Macbonalb-Bald« keineswegs so ist, erhellte aus ber wehrpolitischen win-Simon ein Enbe machen.
Debatte, bie bie öffentliche Meinung Englanbs in ben letzten Wochen aufs tiefste erregt hat, nachbem ihr von ber Presse ber Rüstungsindustrie unb ber konservativen Ultras klargemacht worben war, baß


