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Nr. 56 Erstes Matt

M. Jahrgang

Mittwoch, 7. Marz O34

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Der Führer weiht den Grundstein zum Richard-Wagner-Rationaldenkmal in Leipzig.

Begeisterter Empfang in Leipzig

Leipzig, 6. März. (DNB.) Heute früh hat sich der Führer im Flugzeug von Berlin nach Leipzig zur Messe und zur Grundsteinlegung des Richard-Wagner-Denkmals begeben. Wie immer vollzog sich der Abflug in Berlin fast völlig unbe­merkt. Um 7.30 Uhr standen auf dem Rollfeld des Flughafens Tempelhof die beidenIn. 52", darunter die alte braveJrnrnelrnann" des Führers start­bereit. Bald erschien Vizekanzler v. P a p e n und gegen 8 Uhr der Führer in Begleitung des Reichs­pressechefs, SS. - Gruppenführer Dr. Dietrich, ferner des SS.-Gruppenführers Joseph Dietrich, feines Adjutanten Gruppenführer Brückner und feines Sekretärs SS.-Oberführer Schaub. Der Flugzeugführer, Standartenführer Bauer, be­grüßte den Führer, und dann begann der Flug. Um 9 Uhr erfolgte die Landung i n M o ck a u. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Reichsstatthalter M u t s ch m a n n und den Ministerpräsidenten Ober­gruppenführer von Killinger ging die Fahrt in die Stadt durch ein kilometerlanges Spalier des Bundes Deutscher Mädel, die dem Führer begeistert zujubelten. In der Stadt waren alle Straßen, durch die die Fahrt gehen sollte, von SA. abgesperrt. Obwohl die Ankunft des Führers geheimgehalten worden war, verbreitete sich die Nachricht von seiner Ankunft wie ein Lauf­feuer. Ueberall wurde er von der Bevölke­rung begeistert gefeiert.

Oer Führer auf der Messe.

Fahrt zur Dentmalsweihe.

Zunächst ging die Fahrt nach dem Hotel Hausse und von dort nach kurzer Pause zum städtischen Messehaus, wo der Führer in Begleitung des Reichsstatthalters Mutschmann und des Oberbürger­meisters Dr. .Goerdeler die AusstellungSa ch- s e n s Fleiß" besichtigte. Von den Ausstellern wurde der Führer mit nicht endenwollenden Heil­rufen begrüßt. Bei der Abfahrt, die nach etwa ein­halbstündigem Aufenthalt erfolgte, säumte eine un­geheure Menschenmenge die Straßen und jubelte dem Führer zu. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches ging die Fahrt zur Technischen Messe, wo der Führer die große Maschinen- s ch a u besichtigte und besonders der Saaraus- stellung seine Aufmerksamkeit widmete. Der Führer äußerte sich über das Gesehene vielfach sehr anerkennend und zeigte für einzelne Stände und Abteilungen besonders lebhaftes Interesse. Bei Be­sichtigung der Technischen Messe ließ sich der Füh­rer u. a. die Preßlufthämmer, die großen Fahr­bühnen und andere Erzeugnisse der modernen deut­schen Technik vorführen. Von der Messe ging die Fahrt zum Hotel Hausse zurück, wo bgr Führer einige Besprechungen abhielt.

Gegen 12 Uhr traf Reichsminister Dr. Goeb­bels, der Berlin morgens im Wagen verlassen hatte, mit seinem Adjutanten, PrinzenSchaum- burg-Lippe, im Hotel Hausse ein, von der Be­völkerung auf das herzlichste begrüßt. Um 12.20 Uhr setzte sich dann die lange Wagenkolonne, in der sich auch die Wagen des Vizekanzlers von Papen, des Reichsverkehrsmi-nisters v. Eltz-Rübenach und des sächsischen Ministerpräsidenten Obergrup­penführer v. K i l l i n g e r befanden, zum Denkmals­platz in Bewegung. Ganz besonders freudig begrüßte der Führer das Jungvolk und den BDM., die zu beiden Seiten der Straßen Spalier bildeten und aus überströmender Freude mit leuchtenden Augen dem Führer ihre Arme zum Gruß entgegenstreckten.

Das Richard-Wagner-Nationaldenk- mal des deutschen Volks, zu dem der Führer am Dienstag den Grundstein legte, wird am Leipziger Hochflutbecken errichtet werden. Zu der Feier war der Platz besonders ausgestaltet worden. Drei große Tribünen waren errichtet worden, die bis auf den letzten Platz be­setzt waren. Der Denkmalsraum war mit Tannen­grün ausgeschmückt, betont durch große Fahnen

der nationalen Erhebung. Hinter den Massen der Zuschauer sah man die Fahnen der vaterländischen Vereine und Verbände. Im Jnnenraum hatten Ausstellung genommen: die an der Erstellung des Denkmals beschäftigten Arbeiter, der Freiwillige Arbeitsdienst, die Amtswalter der Bewegung, SA. und Stahlhelm. Abgeschlossen war der Raum durch SS. und Polizei.

Oie Feier der Grundsteinlegung.

Pünktlich um 15.30 Uhr erschien der Führer, begleitet u. a. von Vizekanzler von Papen, den Reichsministern Dr. Goebbels und E l tz von Rübenach, Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, Staatssekretär Dr. Lammers, Reichsstatthalter M u t s ch m a n n , Reichsstatthalter Sprenger, Ministerpräsident Dr. Engel, Ministerpräsident von Killinger und den sächsischen Staats­ministern. Von den Ehrengästen sah man u. a. Frau Winifred Wagner mit ihrem Sohn Wieland. Als der Führer eintraf, überreichte ihm ein kleines Mädchen das Programm der Veranstal­tung.

Oberbürgermeister Or. Goerdeler

begrüßte den Führer und führte u. a. aus: Seit jenem 13. Februar 1933, an dem wir die Ehre hatten, Sie, Herr Reichskanzler, zum ersten Male als des Reiches Führer bei der Feier des 50jährigen Todestages Richard Wag­ners im Gewandhaussaal zu begrüßen, ist das damals gegebene Versprechen erfüllt und auf freiem Gelände dieser Platz geschaffen. 3 m grü­ne n H a i n wird er eingebettet sein. Auf ihm wird sich erheben acht Meter im Geviert und vier Meter hoch gefügt, ein Marmorblock, dessen Flächen des Künstlers Hand gestalten soll. Eine weite Schale auf dem entgegengesetzten Teil des Platzes aus gleichem Marmor wird den gewaltigen Eindruck jenes monumentalen Blockes in die Stimmung

opfervoller Weihe tauchen. Dann sollen Skein- platten den Boden dieses Platzes bedecken und schließlich die jetzt grünen Hänge umgestaltet werden in eine mit reichen Bildwerken versehene, das ganze abschließende Steinwand. So kann dieses Mal Teil um Teil gestaltet werden, je nach Kraft und Vermögen. Wir danken Ihnen, Herr Reichskanzler, daß Sie durch Ihre Anwesenheit in dieser Weihestunde Ihren Namen und Ihre Person an dieses Werk setzen. Sie haben die Güte gehabt, Ihren Namen vor dem unsrigen unter folgende Urkunde zu setzen, die ich jetzt verlese:

Ehrt Eure deutschen Meister!

Reichskanzler Adolf Hitler

legte am 6. März 1934 den Grundstein zu die­sem Richard - Wagner - Rationaldenkmal in des Meisters Geburtsstadt Leipzig. Rat und Stadt­verordnete bestimmten die Grundlagen für die Gestaltung des Males und schufen seine Um­gebung. Die Ausführung des Denkmals wurde nach einem großen Wettbewerb unter deutschen Künstlern des 3n- und Auslandes dem Bild­hauer Emil hipp aus Stuttgart über­tragen. Er will in dem Mal das künstlerische, aus dem musikalischen Gesamtwert Richard Wagners geborene Erlebnis monumental ge- statten. Der Führer erhob diese Ehrung des deutschen Meisters der Töne und der Sprache zur Sache des deutschen Volkes.

Oie Weiherede des Führers.

Oer Dank der Nation für den großen deutschen Meister der Töne.

Nach der Ansprache des Oberbürgermeisters be­stieg d e r F ü h r e r das Rednerpult. Er führte aus:

Frau Wagner! Herr Oberbürgermeister! Deutsche Manner und Frauen!

Die Größe der Völker war zu allen Zeiten das Ergebnis der Gesamtwerte ihrer großen Männer. Wir Deutsche können glücklich sein, durch viele große Söhne nicht nur den Wert unseres eige­nen Volkes begründet und gehoben, sondern dar­über hinaus auch einen unvergänglichen Beitrag geleistet zu haben zu den ewigen Werten des Geistes- und Kulturlebens der ganzen Welt.

Einer dieser Männer, die das beste Wesen unferes 'Boltes in sich verkörpern, von nationaler deutscher Gröhe zu über­nationaler Bedeutung emporgestiegen sind, ist R i ch a rd W a g n e r. Der gröhte Sohn dieser Stadt, der gewaltigste Meister der Töne unseres

Volkes. Indem wir heute versuchen, diesem Manne, der sich aus eigenem Begnadetsein selbst das herrlichste Denkmal schuf, durch Steine e i n IrdischesMonument zu sehen, ahnen wir alle, daß es nur ein vergängliches Zeichen un­serer Liebe, Verehrung und Dankbarkeit sein kann und sein wird. Denn wir alle glauben es bestimmt zu wissen: Wenn kein Stein dieses Denkmals mehr von dem Meister reden wird, werden seine Töne noch immer weiter klingen.

Sie haben mich, Herr Oberbürgermeister, ge­beten, die feierliche Grundsteinlegung des Richard- Wagner-Nationaldenkmals zu Leipzig vorzunehmen. Wenn ich Ihrem Wunsche nachkomme, dann will ich es nicht tun als der einzelne, durch diesen selte­nen Auftrag vom Schicksal so tief beglückten Mann, sondern namens unzähliger bester deut­scher Männer und Frauen, die in mir ihren Sprecher und Führer sehen und deren tiefe

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l er auf einem Stand der Technischen Messe. Rechts: Der Führer gibt bei bie Urkunde in eine Kassette, die in dem Grundstein vermauert wurde.

Gefühle ich in diesem Augenblick versuchen will zum Ausdruck zu bringen.

Denn die heutige deutsche Generation sucht nach jahrzehntelangem Irren geläutert und erzogen durch grenzenloses Leid wieder den Weg zu ihrem eigenen großen Meister, sie will nichts mehr gemein haben mit jener undankbaren Zeit, da man nicht nur symbolisch, sondern auch tatsächlich über den Wunsch und Willen eines der größten Söhne unseres Volkes zur Tagesordnung übergegangen war. Sie schöpft aus der ewigen Kraft unseres Volkes, in­dem sie wieder zu unseren besten Ge i st e r n st r e b t. So findet sie auch schon im zweiten Jahre der nationalen Erhebung den Weg hierher in diese Stadt, um durch mich, als den Kanzler des Reiches, am Tage der Grund­steinlegung dieses Denkmals erneut den t i e f - sten Dank der Ration dem unsterblichen Genius dieses ihres großen Sohnes zu Füßen zu legen.

Mit dem wahrhaftigen Gelöbnis, dem Wunsch und Willen des großen Meisters zu entsprechen, seine unvergänglichen Werke in ewig lebendiger Schönheit weiter zu pflegen, um so auch die kom­menden Generationen unseres Volkes einziehen zu lasten in die Wunderwelt dieses gewaltigen Dichters der Töne, lege ich dessen zum ewigen Zeugnis und zur immerwährenden Mahnung den Grundstein zum deutschen Nationaldenkmal Richard Wagners.

Der Führer legte sodann den Grund st ein für das Denkmal mit folgenden Worten:Ich lege hiermit den Grundstein zum Nationaldenkmal Richard Wagners in Leipzig!" Der Führer war bei diesen Worten sichtlich ergriffen. Nach der Grundsteinlegung ertönte dasGroße Halleluja" von Händel, bargeboten von ben Leipziger Gesang­vereinen. Darauf würbe gemeinsam bas Deutsch- lanblieb unb bas Horst-Wessel-Lieb gesungen. Die Ankunft bes Führers unb feine Rückfahrt zur Stabt würbe von ben an ben reich geschmückten Straßen in bichter Menge ausgestellten Massen mit drausen- ben Heilrufen begleitet. Vom Denkmalsplatz aus ging bie Fahrt zum Grasfi-Museum, wo ein kleines Frühstück eingenommen würbe. Um 15.15 Uhr fuhr ber Führer zum Rathaus zur Uebergabe bes Ehrenbürgerbriefes ber Stabt Leipzig.

Leipzigs Ehrenbürgerbrief für den Führer.

Eine vorbildliche Stiftung der Stadt Leipzig.

In feierlicher Sitzung in bem mit ben Farben ber beutfdjen Erhebung festlich geschmückten Großen Saal des Neuen Rathauses wurde dem Führer der Ehrenbürgerbrief der Stadt Lei p- z i g überreicht. Nach Gesängen des Thomaner- Ehors hielt Oberbürgermeister Dr. Goerdeler eine Ansprache. Sodann überreichte ber Bürgermeister Haake bem Führer ben Ehrenbürgerbrief unb ver­las eine Urfunbe, in ber es heißt:

In bem Kampf unseres Volkes um die B eh au p- tung seines Ost raumes will Leipzig nicht zurückstehen. Zu diesem Zweck soll eine Stif­tung ins Leben gerufen werben, bie bie brach- (iegenbe junge Arbeitskraft aus Leipzig ober feiner Umgebung in den Stund fetzt, im beutfchen Osten bem Element neues Lanb abzugewinnen, vor- hanbenes Arbeitsland in kulturfähigen Zuftanb zu versetzen. Beruflich hierzu geeignete willensstarke junge Ehepaare sollen in bem so gewonnenen Boben a n g e f i e b e 11 werben mit bem Ziel, aus bieser Sieblung ein geschlossenes Dors ent­stehen zu lassen. Dieses Dorf soll zum Gebenken an bxn ersten im Kampf um bie beutsche Wiebergeburt gefallenen Leipziger SA.-Mann, Heinrich Limbach, besten Namen tragen:Dorf Limba ch". Die Stabt Leipzig hat sich bereiterklärt, für dieses Werk unb für biefes Dorf bie Patenschaft zu über­nehmen.

Reichskanzler Adolf Hitler antwortete auf die Überreichung ber Urkunden mit einer kurzen Ansprache, in ber er ben Dank für bie Ehrungen aussprach, bie die Stabt Leipzig ihm heute bereitet habe. Er verbanb biesen Dank mit ben besten Wünschen für bas Wohlergehen ber Stadt. Gerade «die Stadt Leipzig habe ja das wech­selvolle Schicksal des deutschen Volkes, seine Blüte und seinen Niedergang, wie kaum eine andere Stadt miterlebt. Heute, am Ende dieser Bedrängnis, sei es sein sehnlichster Wunsch, daß diese große be­rühmte »deutsche Stadt an dem Wiederauf- stieg Deutschlands lebendigen Anteil nehme und baß die Maßnahmen ber Reichsregie­rung mit helfen würben, auch bie Blüte ber Stadt Leipzig wieder herzustellen.

Der Führer begab sich bann in den Plenarsaal bes Rathauses, wo er sich in das Goldene Buch ber Stadt Leipzig eintrug. Dom Rathaus ging die Fahrt zum Hotel Hausse, von wo sich ber Führer nach kurzer Pause in das Opernhaus zur M eisterfinger-Vorstellung" begab.

Der Ehrenbürgerbrief ist ein Werk bes Leipziger Graphikers Stabtverorbneten Alfons Schn ei ber. Der Brief selbst liegt in einer ge­triebenen Kassette aus vergoldeter Bronze, die bie symbolische Darstellung bes geistigen unb wirtschaft- lichen Lebens ber Stabt Leipzig zeigt. Die Der- leihungsurkunbe liegt roieberum in einer Umhüllung aus blauem Saffianleber unb ist auf Pergament in kunstvoller Schrift ausgezeichnet.