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schäftsstelle des Reichsbundes, Darmstadt, Neckar­straße 3, mitzuteilen, und kurz über die seitherige Art ihrer Tätigkeit, über die Stärke der Gruppen usw. zu berichten. Auch alle Persönlichkeiten, die zur Schaffung von Sing-, Tanz- und Laienspielgruppen bereit sind, werden um umgehende Mitteilung ihrer Anschrift gebeten.

Hessische Iustizpersonaiien

Ernannt wurden durch den Herrn Reichsstatt­halter in Hessen mit Wirkung vom 29. Januar 1934 ab: Justizinspektor bei der Staatsanwaltschaft Mainz Karl Rumpf zum Bürodirektor bei der Staatsanwaltschaft Mainz; Staatsanwalt bei dem Amtsgericht in Gießen Dr. Freiherr Schenck zu Schweinsberg zum Staatsanwalt bei dem Landgericht Darmstadt; Notar in Pfeddersheim Karl Obenauer zum Notar in Worms als Nach­folger des Notar Fuchs; Justizsekretär in Darmstadt Ludwig Hannewald zum Kanzleivorsteher bei dem Landgericht Darmstadt.

Versetzt wurden: durch den Herrn Reichsstatt­halter in Hessen gemäß § 5 des Gesetzes zur Wie­derherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 nachfolgende Beamten mit Wirkung vom 29. Januar 1934: der Staatsanwalt bei der Staatsan­waltschaft Mainz Otto Müller zum Amtsgerichts­rat beim Amtsgericht Herbstein im Vogelsberg; der Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Wöllstein Dr. Emil W e i ck zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Nidda; der Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Nidda Heinrich Hahn zum Amtsgerichtsrat beim Amts­gericht Wöllstein; der Amtsgerichtsrat beim Amts- gericbt Lorsch Dr. Josef H o r n e f zum Amtsgerichts- rat oeim Amtsgericht Grünberg.

Rückkehr vom Wachregiment in Berlin.

Die 2. Kompanie unseres Bataillons, die unter Führung des Kompaniechefs Hauptmann Schiel während der letzten drei Monate Dienst beim Wach­regiment in Berlin tat, wird am morgigen Don­nerstag hierher zurückkehren. Die Kompanie trifft um 11.34 Uhr am hiesigen Güterbahnhof ein. Von dort wird, nach dem Ausladen, zwischen 12 und 12.30 Uhr der Marsch nach der Kaserne angetreten. Marfchstraßen: Vom Güterbahnhof durch die Hammstraße, Horst-Wessel-Wall, Hindenburgwall, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Licher Straße zur Neuen Kaserne.

Emtopfgerichtsammlung in Gießen: 4'>29,99 Mark.

Die Sammlung für das Eintopfgericht am ver­gangenen Sonntag erbrachte in unserer Stadt ins­gesamt 4029,99 Mark. Die Sammlung im Januar hatte 4053,55 Mark ergeben.

D.? -leuoronung im deutschen Schutz- und Dienstgebrauchshundewesen

Man schreibt uns: Die Neuordnung unseres ge­samten wirtschaftlichen und politischen Lebens, die mit frühlingsjunger Werdekraft Altes und Morsches, Fremdes und dem deutschen Menschen Widerspre­chendes hinwegfegte, hat auch zu einer restlosen Umgestaltung des deutschen Hundesportes geführt, die von allen denen freudig begrüßt wird, die in der Einheitlichkeit und Ganzheit den Ausdruck deut­schen Willens, deutschen Lebens überhaupt, erblicken. Aus der großen Menge der Spitzenorganisationen wurde ein kraftvoller Verband geformt, der nun­mehr die Belange des deutschen Hundehalters, -Züchters und -abrichters wahrt, der auf dem Füh­rerprinzip aufgebaut restlos mit den früher mehr oder weniger egoistische Interessenvertretungen von Gruppen und Grüppchen aufgeräumt hat.

DerReichsoerband für das deutsche Hunde­wesen" ist heute die einzig anerkannte Großorgani­sation des deutschen Hundesports. In ihm sind alle früheren Rassezuchtvereine als Fachschaften zu­sammengeschlossen, während die früheren Abrichte- gruppen sich zur Fachschaft für das Schutz- und Dienstgebrauchshundewesen zusammengeschlossen ha­ben. Die Fachschaft für das Schutz- und Dienst- aebrauchshundewesen dient dem Gedanken, durch Schutz- und Polizeihundarbeit mit allen hierfür geeigneten Hunderassen einerseits dem deutschen Hundeliebhaber die Möglichkeit zu bieten, seinen Hund selbst abzurichten, anderseits durch Arbeit mit und an dem Hund der Verwendung des Gebrauchs­hundes beim Zoll, bei den Sicheryeitsoraanen des Staates, bei Eisenbahn und Grenzschutzoienst un­eigennützigen Dienst zu leisten.

Schutz- und Polizeihundearbeit ist nicht Sport schlechthin, ist nicht Tändelei aus Tierliebe, hat nichts zu tun mit der Freude des Besitzes an .Kunststückchen" seines Tieres. Schutz- und Polizei­hundearbeit ist Wertarbeit, ist Dienst am Volk. Wie viele Hunde retteten deutschen Soldaten im Welt­krieg das Leben! Wie viele Hunde schützten einsam patroullierende Zoll- und Polizeibeamte vor feigen, heimtückischen Ueberfällen! Wie viele Hunde dien­ten der Klärung von gemeinen Verbrechen! Und wie viele Hunde haben Verbrechen nicht zur Aus­führung gelangen lassen, weil die Angst des Ver­brechers vor dem den Beamten begleitenden Hund sie daran hinderte! Wie viele Einbrüche sind unter­blieben, weil das Haus oder weil der kleine Garten des Siedlers, der Stall des Schrebergartenbesitzers von einem Hund bewacht wurde! Würde man diese Werte errechnen können, es wäre ein nicht zu ver­achtender Bestandteil deutschen Volksvermögens!

Vor der großen nationalen Erneuerung unseres Volkslebens bestanden in Deutschland ungezählte Gruppen und Grüppchen, Verbände und Verbänd- chen, die alle, jeder für sich, dem deutschen Ge­brauchshundegedanken dienten. Durch die Zersplitte­rung, durch Kampf aus Selbsterhaltungstrieb, durch viel vergeudete gute Kraft, durch gegenseitige Kritik wurde die Arbeit nicht gesteigert, konnte sie nie­mals die wirkliche Bedeutung haben, die ihr zu­kommen mußte. Falsch angewendete Kraft hat keine Wirkung. Es bedurfte des Rufes des Führers! Heute haben sich die Verbände alle zusammenge­schlossen zur Fachschaft für das Schutz- und Dienst- gebrauchshundewesen. Ein geeintes Ganzes, ein ge­meinsamer Wille, ein unbeugsamer Wille, dienstbar zu sein dem Volk, Vaterland, bindet alle. Die Gruppen und Grüppchen, die Verbände und Der- dändchen, die sich oft als Gegner gegenüberstanden, sie opferten freudig ihren Verband, ihre Selb­ständigkeit, sie opferten ihren alten Namen, sie sind zum Ganzen gekommen! Sie haben den Willen zur Einordnung in den nationalistischen Staat dadurch glänzend bewiesen! Ihr Ziel ist, durch gemeinsame Arbeit dem deutschen Gebrauchshundegedanken zu dienen, zum Wohle für Volk und Vaterland!

Die Gliederung der Fachschaft entspricht der Gliederung im deutschen Sportleben. An der Spitze steht der Reichsobmann. Das Reichsgebiet ist in Gaue, Bezirke, Kreise und in die örtlichen Fach­gruppen gegliedert. Die Fachschaft vereinigt in sich die Besitzer aller Hunderassen, die sich zur Dressur eignen. Nur der Fachschaft und der ihr angeglieder- len Organisationen ist es in Deutschland gestattet, Hund aller Rassen auszubilden und amlliche. an-

Auflösung des Md-Osl-VezMvernns.

Das Vermögen wird an Hilfsbedürftige, SA., SG. und Bewegung verteilt.

Nachdem vor acht Tagen in einer Dorstands- sitzuna des Nord-Ost - Bezirksvereins die Auflösung des Vereins beschlossen worden war, da unter den veränderten staatlichen und kommunalen Verhältnissen der Weiterbestand von bezirksweise abgegrenzten Interessenvertretun­gen nicht mehr am Platze ist, fand gestern abenb auf Einladung des Dereinsvorstandes bei Mitglied Metzger und Gastwirt Henkel, Walltorftraße, eine außerordentliche Generalversammlung des Nord-Ost-Bezirksvereins statt, die zu dem Beschluß des Vorstandes Stellung zu nehmen hatte. Zu der Versammlung, die von dem Vorstandsmitglied Bäckerobermeister L o e b e r geleitet wurde, waren auch drei Herren der Ortsgruppe Nord der NSDAP, mit dem Ortsgruppenleiter Pg. Thomas an der Spitze erschienen.

Der Versammlungsleiter, Obermeister Loeb er, und der frühere langjährige Vereinsvorsitzende, Apotheker Sch wieder, der schon vor einem halben Jahre den Antrag auf Auflösung des Ver­eins gestellt und kürzlich auch den Vorsitz nieder­gelegt hatte, begründeten den Auflösungsantrag des Vorstandes in überzeugender Weife, wobei sie mit Recht auf die rege Arbeit des Bezirksvereins wäh­rend feines 45jährigen Bestehens im Interesse des Nord-Ost - Viertels, sowie auf die sorgsame und gedeihliche Finanzwirtschaft des Vereins Hinweisen konnten. Der Leiter der Ortsgruppe Nord der NSDAP., Pg. Thomas, sprach dem Verein An­erkennung und Dank für seine Arbeit aus, ferner! unterstrich er die Richtigkeit des Auflösungsbe- schlusses des Vorstandes, der damit den veränderten Zeitverhältnissen zutreffend Rechnung trage. In der I Aussprache, an der sich eine Anzahl Dereinsmitglie-1 der beteiligte, wurde allgemein vollste Genugtuung über den nationalen Umbruch in Deutschland und die dadurch geschaffene, grundlegend geänderte Neuordnung aller Dinge zum Ausdruck gebracht, sowie das rückhaltlose Vertrauen zur Führung des Dolkskanzlers Adolf Hitler und seiner DUtar- beiter betont. Ferner wurde der Vereins- und insbesondere der Dorstandsarbeit in den Nach- kriegsjahren die gebüyrende wohlverdiente Aner­kennung zuteil. Einstimmig wurde sodann der, Antrag des Vorstandes auf Auflösung des Nord - Ost - Bezirksoereins angenom- m e n.

Anschließend beschäftigte sich die Versammlung mit der Verteilung des Vereinsoermögens. Durch sorgfältige und sparsame Wirtschaft des Vorstandes und durch die ausgezeichnete Führung der Vereins­finanzen durch den langjährigen Rechner Adalbert Bindewald konnte der Nord-Ost-Bezirksverein am Tage feiner Auflösung ein Vereinsvermögen von rund 700 Mark aufweisen. Nach längerer Aussprache über verschiedene Vorschläge zur Ver­wendung dieses Geldes, bei denen übereinstimmend der Gedanke des Gemeinwohls maßgebend war, wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Es erhalten: Standarte 116: 100 Mark, die Gießener SS. 50 Mark, die Kreisleitung der NSDAP. 100 Mark, die Ortsgruppe Nord der NSDAP., die die meisten Hilfsbedürftigen in unserer Stadt aufweist, 100 Mark, die Ortsgruppe Ost der NSDAP. 50 Mark, der Rest von rund 300 Mark soll zum An­kauf von Lebensrnitteln (Brot, Butter, Fett, Speck, Hülsenfrüchte usw.) bei Geschäftsleuten im Nord- Ost-Viertel verwandt werden. Diese Lebensmittel sollen von der Ortsgruppe Nord der NSDAP, an die hilfsbedürftigen Mitbürger im Ortsgruppenbereich zur Verteilung kommen.

Die Kassenbelege wurden sogleich den Vertretern der Ortsgruppe Nord der NSDAP, übergeben, die nach unmittelbarer Prüfung den einwandfreien Be­fund der Kasse feststellten und empfahlen, dem Rech­ner und dem Vorstand Entlastung zu erteilen. Die Versammlung beschloß einstimmig diesem Vorschlag gemäß.

Der Führer der Ortsgruppe Nord der NSDAP., Pg. Thomas, der ebenso wie die andern Herren der Ortsgruppenvertretung und mehrere Vereins­mitglieder an der Ausarbeitung des Beschlusses über die Verteilung des Vereinsvermögens mitge- wirkt hatte, nahm am Schlüße der Versammlung noch einmal Veranlassung, dem Nord-Ost-Bezirks- verein und seinem Vorstand Dank und Anerkennung auszusprechen und dabei auch die Zweckmäßigkeit der Verteilung des Vereinsvermögens zu unter­streichen.

Mit herzlichen Dankesworten des Versammlungs­leiters, Obermeisters ßoeber, an den langjährigen Rechner B i n d e w a l d und mit kurzen Gedenk­worten des Ortsgruppenleiters Thomas an den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, sowie mit dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer wurde die Versammlung geschlossen.

Lustschuhschule Gießen eröffnet...

** Po st Personalien in O b e r h e sf e n. In den Ruhestand treten: Postamtmann Weist in Tie. ßen, Obertelegraphensekretär Kuckuck in Bad. Nauheim, die Telegraphensekretäre Else L i m b a ch und Hedwig Schaaf in Gießen, die Postassistenten Balser in Homberg, Ermel in Laubach, Wie. gand in Friedberg, Elisabeth Weber in Gießen, die Telegraphenoberleitungsaufseher Hahn in Tie. ßen und Kost in Stockheim, die Oberpostschaffner F e i ck in Schlitz, Gemmer, Karl Brück uni Schweitzer in Gießen, Hoffmann in Grün- berg, Lipp in Alsfeld, May in Vilbel, Rühl m Butzbach, die Postschaffner Diefenbach in Wöl> fersheim, Dörr in Ruhlkirchen, Levigion uni Lorei in Friedberg, Orth und S t i e h l e r in Mücke. Versetzt wurden: die Telegraphengehilfin Johanna Wiener von Butzbach nach Bad-Nau- heim, die Postschaffner Kraft von Offenbach nach Stockheim, W i ß n e r von Stockheim nach Gießen und der Hilfspostschaffner Heß von Offenbach nach Gießen. Angenommen wurde als Postschaffner auf Probe der Versorgungsanwärter Stelz in Grünberg. Uebertragen wurde eine Oberpost, meisterstelle dem Oberpostinspektor Seeger aus Alsfeld in Werdohl.

** Silberne Hochzeit. Reichsbahnsekretär Heinrich Hamel und Ehefrau Marie, geb. Linden- struth, Landgrafenstraße 6, konnten gestern das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Dem Jubilar wurden von feiten des Reichsbahn-Tum- und Sportvereins, vom Turnklub Gießen, vom Turnverein 1846 uni vom Eisenbahnverein Gießen sowie von feinen Mit- arbeitern zahlreiche Ehrungen zuteil. Er ist feit 25 Jahren Leser des Gießener Anzeigers, dessen Abonnement er schon von seinen Eltern übernom­men hat.

** Städtische Brennholzver steige, r u n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigeruna aus den städtischen Waldungen (Försterei Rödaen) wurden folgende Preise erzielt: Eichenscheiter 1. Klasse 6,50 Mk. je Raummeter, 2. Klasse 6 Mk., Buchen- knüppel 8 Mk., Eichenknüppel 4,60 Mk., Buchen­reisig 2. Klasse 14 Mk. je 100 Wellen, Lindenreisig 12,50 Mk. je 100 Wellen, Eichenstöcke 4,80 Mk. je Raummeter, Eichennutzscheiter 1. Klasse 17 Mk. je Raummeter. Die angebotenen Mengen wurden reff, los abgesetzt.

** Straßensperrung. Wegen Baumfäl» hmgsarbeiten wird die Provinzialstraße Gießen Watzenborn-Steinberg vom 7. bis 17. Februar für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung er­folgt über Leihgestern oder Bahnhof Schiffenberg.

** Staatliche Kurzschrift-Lehrer- Prüfung in Darm st ad t. Die diesjährige staatliche Kurzschriftlehrerprüfung sand in der Zeit vom 24. bis 26. Januar in Darmstadt statt. Ins­gesamt beteiligten sich 23 Stenografen. Herr Hein­rich Graf, Mitglied der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft, bestand die Prüfung als Bester des Gaues Hessen-Darmstadt.

Die Luftschutzschule Gießen hat gestern abenb mit einer großen Kundgebung im Caf6 Leib ihre Ar­beit der Aufklärung in breitem Kreise eröffnet. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Be­hörden, die Organisationen der NSDAP., die Feuer­wehren, Sanitätskolvnne, die Wehrverbände usw. waren zahlreich vertreten. Die Kapelle der SA.- Reserve leitete die Veranstaltung mit einem schnei­digen Marsch ein.

Bürgermeister Or. Hamm

hielt die Begrüßungsansprache, in der er auf die Notwendigkeit des Luftschutzes hinwies, trotzdem man überall ein Klingeln von Abrüstung höre.

Der Luftschutz sei nicht überflüssig, solange die anderen Staaten in der Aufrüstung begriffen feien.

Hier dürfe keine Vogel-Strauß-Politik getrieben werden. Voraussetzung für tatkräftige Arbeit sei die Schulung für den Luftschutz.

Ortsgruppenführer Privatdozent Dr. Eichler

eröffnete den Schulungskursus mit eine kurzen An- prache. In früheren Kriegen hätten die Seuchen größere Verluste gebracht, als die Waffenhandlung elbft. Der Seuchen fei man Herr geworden. Die Waffenwirkung fei geblieben. Während und nach dem Kriege habe sich aber die Luftwaffe entwickelt, die wieder große Verluste in der Bevölkerung aus­lösen könne.

Den Gefahren des Luftangriffes könne man entgegentreten, die Gefahr verringern, sie über­winden.

Die Kenntnisse hierzu solle die Luftschutzschule ver- mitteln. Ein großer Teil der Bevölkerung müsse durch sie hindurchgehen. Die Arbeit fei unbedingt nötig. Luftschutz bedeute nicht nur den Erwerb von Kenntnissen, sondern auch Darlegung des politischen Willens zur Selbstbehauptung. Sodann rief der Redner die Teilnehmer der ersten beiden Kurse namentlich auf. Mit dem Worte, daß Luftschutz­arbeit wahrhaft sozialistische Arbeit fei, schloß der Redner seine Ansprache und erklärte die Luftschule ür eröffnet.

Gchulungsleiter Gchuchardt

prach dann über das ThemaNotwendigkeit und Umfang des zivilen Luftschutze s". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Das Leben werde auch in der Zukunft Kampf um die Behauptung bleiben. Heute vor 30 Jahren fei der russisch-japanische Krieg ausgebrochen. Heute sei wieder Kriegsgefahr im Fernen Osten. Auch in Europa dürfe man die Augen vor weltpolitischen Vorgängen nicht verschließen. Ein eventueller künf­tiger Krieg werde nicht an den Fronten, sondern in der Heimat und in der Luft entschieden. Die Entwicklung im Kriegsflugwesen sei mit Riesen- chritten vor sich gegangen. Flugzeugtypen unge­heuren Ausmaßes seien entwickelt und in großer Menge gebaut worden.

Frankreich, England, Polen und die Tschechei verfügten insgesamt über 8000 startbereite Flugzeuge. Die hälfte dieser Flugzeuge fei neuester Konstruktion. Deutschland habe dem nichts entgegenzusehen. Deutschland sei das luft­gefährdetste und luftempfindlichste Land Euro­pas. Es gebe auf deutschem Boden keinen Platz, der nicht in kürzester Zeit von feind­lichen Flugzeugen erreicht werden könne.

Der große Aktionsradius der Flugzeuge gestatte glatten Durchflug EnglandTschechei, Frankreich Polen, lasse also den gefährlichen Rückweg ver­meiden. Deutschland sei sehr dicht besiedelt. Die In­dustrie an den Grenzen sei außerordentlich ge­fährdet.

Die Waffe des Fliegers fei die Bombe. Der Flieger könne zwar nicht genau zielen, mit einem Streukegel von 300 Meter müsse man allerdings rechnen. Fliegerbomben gebe es heute bereits im Gewicht bis zu 1800 Kilogramm. Gefährlichste Waffe der Flugzeuge fei die Brandbombe, die wegen ihres gerinnen Gewichts in großer Anzahl vom Flieger mitgeführt werden könne und in kur­zer Zeit Hunderte von Dachstühlen in Brand zu fetzen vermöchte. Die Wirkung der Spreng- oder Brisanzbombe wende sich gegen Material und Menschenleben. Eine 1000-Kilo-Bombe könne ganze Häuserblocks zerstören. Entgegen einer allgemeinen Auffassung sei die Gasbombe nicht die Hauptwaffe des Flugzeuges. Die Wirkung der Gasbombe sei weitaus geringer, als man vermute. Gegen Gas gebe es absoluten Schutz. Bester Schutz gegen Gas sei aber Disziplin und Ruhe.

Luftschutz müsse sich in aktiven und pas- siyen Luftschutz gliedern. Der aktive Luftschutz fei uns verwehrt. Demgegenüber stehe im Ausland mancher Zivilist amFlak"-Geschütz.

Alan müsse unterscheiden zwischen st a a t l l - ch e m und zivilem Luftschutz. Der behörd­liche Einfluß höre an der haustüre auf. 3m Hause müsse der Selbstschutz einlreten.

Das Haus sei der hauptsächliche Wirkungsbereich der Kursusteilnehmer. Es müßten Hausge­meinschaften des Luftschutzes gebildet werden. Der Dachboden dürfe in Zukunft nicht mehr Rumpelkammer sein. Jedes Haus solle einen Schutzkeller haben. Ein Schutzkeller biete, mit Ausnahme gegen den Volltreffer, Schutz gegen alle Gefahren eines Luftangriffs. Luftschutz sei Selbst­schutz!

Der Vortrag, der auch einige recht eindrucksvolle Lichtbilder brachte, wurde mit großer Aufmerksam­keit verfolgt.

Eine Ausstellung von Gasschutzge­räten durch die Freiwillige Sanitätskolonne und eine einschlägige Firma wurde viel beachtet.

In seiner Schlußansprache forderte Bürger­meister Dr. H a m m zu tatkräftigster Mitarbeit auf Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf Führer und Vaterland, mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes wurde die Kundgebung geschlossen.

erkannte Prüfungen für alle Rassen abzuhalten. W,r rufen den deutschen Hundebesitzer auf, sich unzureihen, Mitarbeiter zu werden. In der Pflege ^örtlicher, kameradschaftlicher Beziehung, in der Aufklärung in allen Fragen der Hundehaltung, der Pflege, der Aufzucht und Abrichtung von Schutz- und Dlenstgebrauchshunden, sieht die Fachschaft ihr ^Hjgabengebiet Zum Wohle des deutschen Volkes.

Fachgruppe Hessischer Polizei- und Schutzhund- verein 1914 Gießen (Geschäftsstelle Bahnhöfstr. 60).

Rienhardt,

^Gruppenführer und Bezirksobmann für den Be­zirk Oberhessen des Gaues IX, Westmark-Hessen.

Daten für Mittwoch, 7. Februar.

1801: der Kupferstecher Daniel Chodowiecki in Berlin gestorben (geboren 1726); - 1812: der Dich- ter Charles Dickens in Landport bei Portsmouth geboren (gestorben 1870). ;

Bornotizen.

Tages kalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis 22.30 Uhr,Die golbne Mei- fterin". Goethe-Bund und Gießener Studenten­schaft, 20 Uhr, Neue Aula, Ernst Wiechert lieft aus eigenen Werken. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abtei­lung), 20.15 Uhr, Anatomisches Institut, Sitzung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Großfürstin Alexan­dra". Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30 Uhr,Ger­mania", Zelle 2, Zellenabend.

Stadttheater Gießen. Morgen abenb Deutsche Bühne, Reihe 1: Schauspiel:Alle gegen Einen Einer für Alle" von Forster-Burggraf.

** Von der ßanbesunioerfität. Prof. Dr. Glöckner hält heute um 17 Uhr im Vor­lesungsgebäude (Großer Hörsaal) seine Antritts­vorlesung über:Wer denkt konkret?"

Große Strafkammer Gießen.

Die gestrige Sitzung hatte zunächst die Berufung eines Einwohners von ßauterbad) gegen das Urteil des Schöffengerichts zum Gegenstand, in dem der Angeklagte wegen Urkundenfälschung zu 1 Monat Gefängnis verurteilt wurde. Der Angeklagte hatte einen Voranschlag verfälscht, indem er nachträglich das Wortausschließlich" miteinschließlich" ver­tauschte. Auf diese Weise ist einem Bauherrn er­heblicher Schaden entstanden. Nach umfangreicher Beweisaufnahme wies das Gericht die Berufung entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts, koM- fällig zurück.

Die Straftaten der berüchtigten Einbrecher Heil und Genossen fanden gestern endgültig ihre Sühne. Das Gericht hatte sich in der Nachmittagssitzung mit dem Arbeiter O. K. aus Mainzlar und feiner Ehefrau, die seinerzeit bei der Aburteilung der übrigen Einbrecher und Hehler am Erscheinen ver­hindert waren, zu befassen. Dem O. K. wurden Verbrechen des schweren Diebstahls in Tateinheit mit Begünstigung, seiner Ehefrau, die die gefloße­nen Lebensrnittel usw. in ihrem Haushalt verwen­dete, Hehlerei zum Vorwurf gemacht. Der Ver­treter der Anklage beantragte gegen den Angeklag­ten K. eine Gesamtgefängnisstrafe von zwei fahren, gegen seine Frau eine solche von sechs Monaten. Das Gericht erkannte im ersten Falle auf 1 Jahr 1 Monat Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft, im zweiten ' Fall« auf 1 Monat Gefängnis. Es erging Beschluß, in dem der angeklagten Ehefrau bedingter Straf­aufschub zugesprochen wurde.

Der Gladenbacher Riesenprozeß

□C Gladenbach, 6. Febr. Zu Beginn des heutigen dritten Verhandlungstages der Marburger Großen Strafkammer gegen die wegen Betrugs und Wuchers angeflagten Viehhändler Adolf unb Felix Adler aus Gladenbach teilte der Vor­sitzende des Gerichts mit, daß einer der beiden Schöffen erkrankt fei und ein Ersatzschöffe berufen werden mußte. Nach den gesetzlichen Bestimmungen muß daher die seitherige Verhandlung wiederholt werden. Man will die Verhandlung in der Weis« fortführen, daß man setzt erst die noch nicht zur Sprache gebrachten Fälle erledigt und bann am Donnerstag bie bereits verhandelten Fälle wieder­holen wird. Es ergibt sich bie nochmalige Der- | nehmung von 15 bereits gehörten Zeugen.

Zunächst wurden heute die Angeklagten über ihre Vorstrafen befragt. Es ergab sich, daß beide vieberholt wegen Betrugs bzw. ver» uchten Betrugs ober Schleichhanbels, Körperverletzung usw. vorbestraft sind. Es kam bann eine ganze Reihe von Fällen zur Behanblung, in benen sich bie Zeugen beim Kauf ober Tausch von Kühen durch bie Angeklagten übervorteilt fühlen. So besorgten bie Angeklagten vielen Zeugen auf Wunschgute junge Kühe, welche bis dahin etwa drei bis vier Kälber zur Welt ge­bracht hatten". Wenn bie Zeugen bann mit vieler Mühe den Ursprungsort der gelieferten Tiere fest- gestellt hatten unb dort nachfragten, erfuhren sie, daß die Tiere bereits acht- oder zehnmal gekalbt hatten. Mehrmals versprachen die Angeklagten auch den Zeugen, daß die gelieferten Kühe bis zu einem näherbezeichneten Termin falben würben. Gewöhn­lich trat bie Kalbung aber erst ein ober mehrere Monate später ein.

Die Angeklagten bie heute zur Sprache ge­brachten Anklagen trafen befonbers ben im Außen­handel tätigen jungen Adler versuchten nachzu» weisen, daß bie von ihnen getätigten Geschäfte ein» roanbfrei waren bzw. zu Recht beftanben. Auf der anderen Seite hatte man bei recht vielen Zeugen­aussagen ben Einbruck, baß bie Zeugen über ihre Geschäfte mit ben Angeklagten recht schlecht im Silbe waren, ober sich von biefen einwickeln ließen, ohne gegen bie ihnen scheinbgr zugefügten lieber» vorteilungen etwas zu unternehmen.

Die Verbanblung würbe auf Mittwoch vertagt. An diesem Tage werben noch bie zu ben Anklagen 29 bis 34 geladenen Zeugen sowie bie Leumunds» zeugen vernommen.