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40 Pf.

Vornotizen.

mlrat Friedrich Hasen- kehrerstelle an der Volks-

Das Arbeiter-Siedlungs- und Seimbau-Projekt im Mein-Min-Gebiet.

Das Auslandsdeutschtum und seine wirtschaftliche Bedeutung

Vortrag im TIS-Lehrerbund des Kreises Gießen.

politische, religiöse und wttljchafkllche Moli« 1 bewogen deutsche Volk-gevosscn, über die Gren­zen des Mutterlandes hinauszugehen.

In längeren Ausführungen wandte sich Dr. Müller dem Deutschtum im Westen zu, sprach in geschch' lichen Erörterungen von dem Abfall der Nieder' lande, von der germanischen Art der Flamen, von der friedlichen Rückeroberung deutschen Doltsbodenr in Flandern und um Eupen und Malmedy, von der allmählichen Wandlung der geistigen Drkntit' rung in Luxemburg (nur noch eine Zeitung " französischer Sprache, vierzehn in deutscher), roo nicht nur die Bauernschaft, sondern auch die Arillo» kratie mehr und mehr dem Deutschtum zuneigt- Elsaß-Lothringen werde völkisch nie aufgegeben.

Die Abtrennungen deutscher Volksgenossen io Westen des Mutterlandes seien durchweg pell' tischer Natur.

Politische Abtrennungen seien ferner das Memel' gebiet, Südtirol und der Korridor. ,

Viele Volksgenossen wohnten als ,Hn,'eldeutsv in slawischen und magyarischen Volksgruppen. .^ verschiedenen Zeiten, vor Jahrhunderten schon, f«|fl wertvollste Dolkstoile aus religiösen Gründen flj* gewandert. In ihnen sei das deutsche Volkstums durchweg erhalten geblieben. Die aus id»^ Gründen ausgewanderten hielten fast durchweg s ihrem Deutschtum fest. Aber auch 70 v. $) derer, die aus wirtschaftlichen Gründen das Dm«' land verließen, blieben gute Deutsche. Diele deuM Volksgenossen seien in andere Länder geruf* worden. Man brauchte und brauche sie als Kuuu Pioniere. Der deutsche Bauer betrieb die Dreüeic-' wirtschaft, die ihm besonders in östlichen ßäjE große Ueberlegenheit verschafft habe. Sein aus Eisen oder Bronze sei im O ten epochal 0 wesen. Der Kaufmann, der Handwerker folg' dem Bauern. Wäre ihnen schon in oergang^* Jahrhunderten die Unterstützung des Mutterlan zuteil geworden und geblieben, dann wäre y Deutschland das größte Kolonialreich.

Der deutsche Bauer, Kaufmann, Handwerker. Bergmann sei überall Kulturfaktor geworden- Die Deutschen im Osten und Südosten ür die Zukunft Wall zu sein haben, wenn v einmal eine mongolische Springflut das Loen bedrohen sollte. Der Deutsche im Ausland Leidige deutschen Volksbodeü. Er könne es aber - wenn es ihm möglich sei, seine deutsche Spracy behalten. Sonst gehe er unter im Dölkerbreu

der Zentner 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 6 bis 8 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Rotkraut, das Pfund 10 bis 12 Pf-, der Zentner 9 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 8 Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 6, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., der Zentner 7 bis 12 Mark, Birnen, das Pfund 5 bis 10 Pf., Nüsse 35 bis 55, Honig 40, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 65 bis 75, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das. Stück 50 bis 60, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 6, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis

chule zu Raunheim, Kreis Groß-Gerau; dem Rek­tor Heinrich Kilian an der Berufsschule zu Mainz-Bischofsheim eine Lehrerstelle an der Dolks- chule zu Eich, Kreis Worms; beide unter Belas- ung der seitherigen Amtsbezeichnung mit Wir­kung vom 1. Dezember 1934 an.

** Neue Handwerker-Pflichtinnung. Die Handwerkskammer gibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Errichtung einer neuen Handwer­ker-Pflichtinnung durch Erlaß der Satzungen be­kannt. Es handelt sich dabei um das Gewerbe der Musikinstrumentenmacher, Orgelbauer usw. Inter­essenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.

Verbilligte Weihnachts-' und Neu- abrsglückwunschtelegramme im Ver­kehr mit dem Ausland läßt die Post wie chon seit mehreren Jahren auch zum bevorstehen­den Fest wieder zu. Die Bedingungen sind die glei­chen, wie bisher. Die Telegramme werden vom 14. Dezember bis 6. Januar bei allen Telegramm­annahmestellen angenommen und frühestens zum Best zugestellt. Der Absender kann den Text der lückwunschtelegramme entweder beliebig abfassen oder im Verkehr mit einigen Ueberseeländern und mit Schiffen in See über die Küstenfunkstellen der Vereinigten Staaten von Amerika den gewünschten Text unter einer größeren Zahl von feststehenden Textfassungen auswählen und dabei bestimmen, in welcher der zugelassenen Sprachen (Deutsch, Eng­lisch, Spanisch usw.) das Telegramm für den Emp- anger ausgefertigt werden soll. Die Gebühren für die einzelnen Derkehrsbeziehungen sind verschieden, sie betragen die Hälfte bis ein Drittel der vollen Sätze, lieber die Einzelheiten geben die Telegramm- annahmestellen Auskunft. Es wird noch bemerkt, daß in diesem Jahre von der Zulassung besonderer Weihnachts- und Neujahrsglückwunschtelegramme im Jnlandoerkehr abgesehen wird, weil das Brieftelegramm nach Herabsetzung des Mindest- betrages auf 50 Rpf. jetzt wohlfeile Gelegenheit zu telegraphischen Glückwünschen bietet.

** D erbesferter Fernsprechverkehr am W e l h n a ch t s h e i l i g a b e n d. In den letzten Jahren ist am Weihnachtsheiligabend der Fernsprech­verkehr wiederholt so außergewöhnlich stark gewesen, daß Verkehrsstauungen besonders nach 19 Uhr auftraten, obgleich zur Bewältigung des Sprechoer- kehrs alles verfügbare Personal und sämtliche Lei­tungen bereitgestellt wurden. Die Abwicklung des Fernsprechverkehrs soll am diesjährigen Weihnachts- Heiligabend, nach einer Anordnung des Reichspost- ministers, dadurch erleichtert werden, daß an diesem Tage im Jnlandoerkehr versuchsweise der Beginn der Verkehrszeit zur ermäßigten Zweidrittelgebühr von 19 Uhr auf 18 Uhr, also um eine volle Stunde vorverlegt wird.

** Unfall. Der hiesige Elektrotechniker Heinz Bonanus, Krofdorfer Straße, erlitt gestern abend einen Unfall. Mit einem Knöchelbruch und Prellungen im Rücken mußte er durch die Froiwil- lige Santtatskolonne vom Roten Kreuz in die Kli- tut gebracht werden. ,

Die Dezember-Monatsversammlung des NSLB. im Kreise Gießen, die am gestrigen Nachmittag im Saale derLiebigshöhe" stattfand und von Ober­studiendirektor Leonhard eröffnet wurde, brachte einen außerordentlichen Vortrag.

Dr. Dr. Müller-Krefeld

ein Mann, der in engster Verbindung mit dem Auslandsdeutschtum rinas um unser Vaterland steht, sprach aus einem schier unerschöpflichen Wis­sen und aus einer Fülle von Erlebnissen heraus über das Auslandsdeutschtum im Allgemeinen und über die Bedeutung des Auslandsdeutschtums für die Wirtschaft des Mutterlandes im Besonderen. Der Redner wies zunächst auf Forderung des Reichsinnenminifters, wie auch des Reichsunter, richtsminifters hin, in der verlangt werde, daß m den Schulen das Problem des Auslandsdeutfchtums eingehend zu behandeln fei. Der Wunsch aber, die- ses Fach als Sonderfach zu behandeln, fei in den Kreisen der Lehrerschaft allgemein. Leider müsse aber immer wieder festgestellt werden, daß wissen­schaftliches Material als Grundlage für den Un- terricht nicht in ausreichendem Maße vorhanden sei. Der Dortragende beschäftigte sich sodann mit der grundsätzlichen Frage, wer eigentlich als Aus­landsdeutscher zu betrachten sei. Er faßte die Ant- w°rt auf diese Frage dahingehend zusammen, daß Auslandsdeutscher nicht lediglich der sei, der blut- mäßig mit dem deutschen Volke verbunden sei, sondern in erster Linie jener, der sich zum Deutsch- tum in allen seinen Manifestationen bekenne.

Das Deutschtum sei in fünf Staaten Europas Trager der Staatsaewalt. In 15 Staaten sei das Deutschtum m Minderheiten vertreten. Die zahlen- mäßige Feststellung der deutschen Volksgenossen im Auslande sei sehr schwer.

Grenz- und Ausländsdeutsche wohnten im Auslände mehr, als Franzosen in Frankreich.

Noch zu Bismarcks Zeit habe man dem Auslands- deutschtum wenig Beachtung geschenkt. Der Kai- ser empfing die Ausländsdeutschen noch nicht ein- mal zur Audienz. Noch 1803 teilte sich Deutschland in 300 verschiedene Herrschaften. Die Kleinstaaterei zerriß die Dolkskrast. Hier sei Adolf Hitler viel zu verdanken.

Der Redner warf dann die Frage auf:Wie ist es gefommen, daß wir so viele Auslanddeutsche haben? Neben dem Drang des deutschen Menschen m die Weite seien die Gründe der Auswanderung auf drei Nenner zu bringen: \

Tageskalender für Donnerstag: Berussgemeinschaft der Kaufmannsgehilfen in der DAF., 20 Uhr, Lonystraße 18: Zusammenkunft mit Vortrag überDie Aufgaben des Handels in der deutschen Volkswirtschaft". Deutsche Arbeitsfront, Abteilung Jugend, 20 Uhr, Saal der Deutschen Arbeitsfront: Nähkursus. NS.-Frauenschaft Gie- ßen-Nord, 20.30 Uhr, Caf6 Ebel: Monatsversamm- lung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Reiter von Deutsch-Ostafrika". Astoria-Lichtspiele, Selters» weg:Der Doppelgänger". Oberhessischer Ge- schichtsoerein, 20.15 Uhr, Hörfaal des Kunstwissen­schaftlichen Instituts: Lichtbildervortrag von Dr. Kunkel überVineta". Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Naturwissenschaftliche Abteilung, 20 Uhr, Botanisches Institut: Vortrag von Professor Küster überDas Problem der Pflanzengallen". Volkshalle - Verein, 16 Uhr, Sitzungssaal des Stadthauses: Ordentliche Mit­gliederversammlung. Reichskammer der bildenden Künste, Turmhaus am Brand, 16 bis 18 Uhr: Weihnachtsausstellung.

Volkshochschule. Der Kurs überVolk- hafte Dichtung" beginnt heute um 20.15 Uhr in der Universität, Hörsaal 34. Näheres siehe heuttge An­zeige.

Daten für Donnerstag, 6. Dezember.

1834: Adolf Freiherr von Lützow, Führer der Freischar 1812/13, in Berlin gestorben (geboren 1782); 1849: der Generalfeldmarschall August von Mackensen in Hausleipnitz geboren; 1860: die Dichterin Marianne von Willemer in Frankfurt a. M. gestorben (geboren 1784); 1933: Königs­berger Un-ioersität wird Reichsuniversität.

** Schulpersonalien. Der Lehrer Wilhelm W e i ß k o p s zu Alzey, zur Zeit kommissarischer Kreisschulrat dortselbst, zum Kreisschulrat beim Kreisschulamt Alzey; der Lehrer Philipp Zim­mermann zu Oppenheim, zur Zett kommissari- cher Kreisschulrat dortselbst, zum Kreisschulrat beim Kreisschulamt Oppenheim; der Lehrer Hein­rich Walter zu Darmstadt, zur Zeit kommissa­rischer Kreisschulrat zu Alsfeld, zum Kreisschulrat bei dem Kreisschulamt Alsfeld; der Lehrer Georg Reisinger zu Gießen, zur Zeit kommissarischer Kreisschulrat zu Lauterbach, zum Kreisschulrat beim Kreisschulamt Lauterbach; sämtlich mit Wirkung vom 1. Juli 1934. Uebertragen wurde dem Gewerbelehrer Georg Schuchmann an der Be­rufsschule zu Gießen eine Gewerbelehrerstelle an der Berufsschule zu Schotten, mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 an; dem Gewerbelehrer Karl B r ü ck e l an der Berufsschule zu Schotten eine Gewerbelehrerstelle an der Berufsschule zu Orten­berg, Kreis Büdingen, mit Wirkung vom 1. Dezem­ber 1934 an; der Lehrerin Else Damerau zu Lauterbach eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Offenbach a. M. mit Wirkung vom Tage des Dienst­

kenntlich zu machen. Sie alle lassen ihre tägliche Be- schäftiguna im öffentlichen Leben ruhen uni) gehen mit der Sammelbüchse auf die Straße, um jeden Einzelnen daran zu erinnern, daß jeder Pfennig Baustein zum Wiederaufbau eines einigen, nach in­nen und außen gleich gefestigten Deutschen Reiches ist und daß zur Verankerung dieses Wissens im ganzen Volk kein Opfer zu groß ist.

Darum gibt es am 8. Dezember 1934 nur eine Parole:

Geht auf die Straße und beweist den Männern, die an so verantwortungsreicher Stelle stehen, daß chr den Sinn ihrer Arbeit und ihres Wollens verstan- den habt und bereit seid, mttzuhelfen an dem ge­meinsamen Werk unseres mit Macht vorwärtsstur- menden Volkes.

Neuerungen im Fernsprechverkehr.

. Ein Fernsprechteilnehmer, der bei der Anmeldung eines Ferngespräches für die verlangte Sprechstelle eine falsche Rufnummer angegeben oder die von der Vermittlungsstelle falsch verstandene Rufnummer bei der Wiederholung der Anmeldung nicht berichtigt hatte, mußte bisher auch für eine Verbindung mit der unrichtigen Sprechstelle die Gebühr für ein Drei Minutengespräch zahlen. Hierin tritt künftig eine Milderung ein. Der Reichspostminister hat an» geordnet, daß vom 1. Januar 1935 ab in einem solchen Falle nur noch die Drittelgebühr er­hoben wird, vorausgesetzt, daß der Anmelder u n - verzü glich den Irrtum durch die Anmeldung eines neuen Gesprächs mit demselben Ortsnetz be­richtigt. Eine weitere Verbesserung im Fernsprech­verkehr bringt die Einführung von Wochen- gesprächen vom 1. Januar 1935 ab. Wochen- gespräche sind Ferngespräche, die ähnlich wie Mo- natsgespräche täglich zwischen denselben Teilneh- mersprechstellen zur gleichen, im voraus vereinbarten Zeit stattfinden und für sieben aufeinanderfolgende Tage oder ein Vielfaches davon bestellt werden. Sie können an einem beliebigen Tage beginnen; Sonn- und Feiertage werden in den siebentägigen Zeit­raum eingerechnet. Nach Ablauf der sieben Tage oder ihres Vielfachen müssen Wochengespräche erneut angemeldet werden.

Abschied der Saarkinder.

Für die Saarkinder, die in unserer Stadt weilten, war gestern noch einmal ein großer, wenn auch schmerzlicher Tag. Es galt Abschied zu nehmen von den Pflegeeltern, die fünf Wochen lang Liede und Güte auf sie gehäuft hatten, und Abschied zu neh- men von den rasch gewonnenen Kameraden aus der HI., dem Jungvolk, dem BdM.

Den Tag des Abschieds gestalteten das Gießener Jungvolk und der BdM. nicht nur zu einer großen Aufmerksamkeit für die in Gießen zu Gast ge- wesenen Saarkinder, sondern zu einem Bekenntnis jur Saar überhaupt. Auf dem Brandplatz sammel­ten sich Jungens und Mädels in ihren Formationen. Die kleinen Gäste von der Saar waren mit ihren Pflegeeltern erschienen. Manches der Kinder war noch einmal reich und praktisch beschenkt worden. Alle trugen mehr ober weniger große Extrapäck­chen. Unter den Klängen der Fanfaren und der Trommeln des Jungvolks wurde vom Brandplatz aus der Marsch zum Bahnhof angetreten. Ein Lied nach dem anderen wurde gesungen, in gleichem Schritt und Tritt marschierte die Gießener Jugend und vermittelte den kleinen Gästen noch einmal einen letzten starken Eindruck von der deutschen Jugend. Der Abschied von den Pflegeeltern auf dem Bahnsteig gestaltete sich sehr herzlich. Da wur- den noch Gruße aufgetragen, die Kinder versprachen zu schreiben, noch em letztes Mal wurde die Hand gegeben, es gab Tränen bei Kindern und Pflege- eltern, bis um 10 Uhr der Zug aus der Halle rollte. Das Winken wollte kaum ein Ende nehmen Das Jungvolk schmetterte mit den Fanfaren einen letzten Marsch.

Zugleich mit den Kindern aus der Stadt traten auch die Saarkinder, die im Kreise Gießen unter- gebracht waren, insgesamt 300 an der Zahl, die Rückreise an.

Gießener Vochenmarktpreise.

* Gießen, 6. Dez. Auf dem heutigen Wochen- , markt kosteten: Molkereibutter das Pfund 150 bis ' 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf Käse, das Stück 6 bis 8, Wirsing, bas Pfund 10 Pf^ ,

Freude" einen Skikehrgang für Anfänger und Fort­geschrittene im Erzgebirge in der Zeit vom 25. De­zember 1934 bis 2. Januar 1935 für alle Volks- Sicnoffen, die das Skiläufen lernen und sich darin ortbilben wollen. Als Skiort ist Heibelderg m Erzgebirge auserwählt. Die Leitung ber Kurse liegt in Hänben von geprüften unb erfahrenen Skilehrern unb gibt somit die Garantie für gute und rasche Ausbildung.

Der Skilehrgang kostet mit Fahrt, Unterkunft und Verpflegung einschl. der Sportkursusgebühren 36,60 Mark. Anmeldungen sind bis zum 8. Dezem- der 1934 an bas Sportamt Frankfurt a. M. ber NS.-Gemeinschaft ,Lraft durch Freube", Bürger­straße 60/77 zu richten.

Sobald die Schneeverhältnisse im Taunus es er­lauben, werden auch Tagesskikurse in Oberreifenberg b^ro. Schmitten für Anfänger und Fortgeschrittene eingerichtet. Näheres wird noch in ber Presse be- farjntgegeben. Für Anfang Februar ist ein Ski- lebrgang bei Pfronten im Allgäu vorgesehen.

^Leiiere 8- bis 14tägige Skilehrgänge im Laufe des Monats Februar fino beabsichtigt.

Der 8. Dezember, ein Tag ber Tat!

Vom Winterhilfswerk, Gau Hessen-Nassou, wird geschrieben:

Volksgenossen, weiter geht der Ansturm gegen die Fülle der Not unb des Elends eines schweren Win­ters. Breschen sind geschlagen, Erfolge errungen! Doch nur das dauernde Vorwärtstreiben und be- charrliche Anrennen gegen das Unglück und die Schick- alsschläge der Anderen, zu dem jeder Volksgenosse 1 eine Kraft freiwillig zur Verfügung stellen muß, 1 ichert dem Einzelnen hie eigene gefestigte Lebens- Stellung. In der Geschichte waren es auch immer nur hie -schwersten Opfer und nicht weise Reden, die ein Volk stark und groß machten.

Wir haben das Zeitatter des Liberalismus und des Materialismus überwunden und dürfen keines­falls, durch Teilerfolge geblendet, wieder in die Feh­ler eines überwundenen Zeitabschnitts zurückverfal- len. Der Egoist darf im neuen Deutichland keinen Platz mehr haben. Ein vom völkischen Gemeinschafts­geist beseettes opferbereites Volk muß vielmehr in geschlossener Einheit gegen alle ben Aufstieg hin­dernde Bollwerke anlaufen.

Der 8. Dezember 1934 wird auf diesem Weg ein Markstein sein.

Ein Aufgebot aller der Volksgenossen, die ihre Tätig- kett und ganze Lebenskraft bereits in den Dienst der Bewegung gestellt haben und die -daher berufen sind, an leitenden Stellen die Geschicke des Reicyes und der Partei zu bestimmen, wird eingesetzt, um die Wichtigkeit dieses Tages auch nach außen deutlich

1 der Hessischen Sparkassen flüssig gemacht ©erben i während der Arbeiter 10 bis 15 v. H. aufbrlnoe» , muß, die restlichen 15 bis 20 o. H. werden die L beitgeber ihren Arbeitern bereitstellen, wofür ihnei : erste Hypotheken gewährt werden.

Diese Art der Arbeilersiedlung ist vergleichbar mit dem Reichserbhof der Bauern, da der Ar­beiter die Möglichkeit haben wird, durch ge­ringen Abtrag in 20 bis 30 Jahren schuldenfrei fein eigenes Häuschen zu besitzen.

Mit der Durchführung dieser Aufgaben u Handelskammerpräsident Dr. Luer Syndikus^ Keim beauftragt, ber bisher auf bie Anfrage 145 Firmen im Rhein-Main-Gebiet nur eine lehnung erhalten hat. Das ist ein guter Erfolg &f. von bem Gauleiter eingeleiteten Aktion, bem 6 auch gelungen ist, zum ersten Male eine preM Kasse für bie Finanzierung in Hessen heranzuM i

Die Häuschen sollen burchschnittlich 5000 6000 Mark kosten, im Erbgeschoß ein Küche fot, ein Zimmer unb eine Kammer, im ersten Stj anstatt ber Wohnküche zwei Zimmer unb Kammern, sowie bas nötige Beigelaß mit usw. enthalten. Zu bem Haus gehört ein ei«, sprechenber Nutzgarten. Die Sieblung soll in eiv Grünfläche eingebettet werben, so baß ber Örb?, ter nach feiner Tagesarbeit in frischer, freier Lui leben unb auch gefunbe Kinber erziehen kann, wirb zwar nicht jeber deutsche Arbeiter ein ^ein erhalten können, weil die Mittel nicht oorhanbn sind und er auch keine eigenen Mittel aufweisn kann. Aber ber Versuch muß gemacht werde:, möglichst vielen zum eigenen Heim zu verhelfen.

Bei biefen Bauten, bie durch den Rhein-Maii, scheu Provinzialoerband getragen werden, wir den Wünschen des Einzelnen nach Mögllch!^ Rechnung getragen. Die Tilgungsraten will man so einteilen, daß für den kleinen Mann die Kosten tragbar sind. Das Gelände, das vom Staat, den Gemeinden oder den Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, soll in Erbbaurecht gegeben ober käuflich erworben werden können. Der Preis hier, für soll etwa 20 Pf., höchstens eine Mark pro Quadratmeter betragen. Für Gießen sind die Möglichkeiten zwar gering, weil ein großer Teil der Arbeiter auf dem Lande wohnt. Den anderen Arbeitern soll aber die Möglichkeit hierzu gegeben werden, und die Arbeitgeber werden oeranlotzi werden, an dieser Gemeinschaftsaufgabe mitzu- arbeiten.

Nebenher soll der Bau von kleinen (Eigen- Heimen mit Kostenaufwänden bis zu 150V Mark gefördert und dabei der Charakter ta Eigenheimes gewahrt werden.

Auch hierfür schweben Verhandlungen mit btm Ziel, durch Beihilfen zu den Straßenaufschließung^ kosten unb den Anschlüssen solche Bauten zu för­dern.

Der Redner erläuterte hierauf die Richtlinien für die Einschaltung des Handels in die winter­liche Arbeitsschlacht 1934/35 und wies auf die Ver­günstigungen der Arbeitsbeschaffungsproaramme ber Elektro- unb der Gas-Gemeinschaft Gießen hin, wobei er besonders die steuerlichen ErmäßiauMn unterstrich und dem Wunsche Ausdruck gab, baß der Handel seine ganze Kraft zum Gelingen dieser großen Werkes einsetzen möchte.

In einem Schlußwort nach einer kurzen Aus­sprache faßte Dr. Keim nochmals alle Möglich­keiten der Arbeitsbeschaffung zusammen unb at- buchte bes Mannes, ber sich mit ganzer Kraft für bie Arbeitsbeschaffung feiner Volksgenossen ein- setzt, unb gab ber Hoffnung Ausdruck, daß aud im hiesigen Gebiet dieser Appell des Führen reichen Erfolg haben werde.

Die Jndusttie- und Handelskammer Gießen hatte , die in den Kreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach ansässigen Firmen und Fachgeschäfte des Gas-, Elektto- und Baumaterialien-Handels auf gestern, abend zu einer Kundgebung in das Caf6 Ebel zu Gießen eingeladen. Der Syndikus der Industrie- und Handelskammer Gießen

Dr. Reim

sprach nach Begrüßungworten über die Steige­rung der Umsatz möglichkeiten und Ver- günftigungen im Rahmen der Arbeits- escyaffungsmaßnahmen bei der Elek­tro - G a s - G e m e i n s ch a f t und der Bau­front, insbesondere über die Arbeiter-Sied­lungs- und A r b e i t e r - H e i m b a u-A b- sichten im Rhein-Maingebiet. Er wies barauf hin, daß der Kampf der Reichsregierung gegen die Arbeitslosigkeit unvermindert weitergeführt werde und alle Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung mit Hilfe maßgeblicher Instanzen, und besonders die Anregung des Reichsstatthalters, auszuschöpfen sei, um die in jedem Winter ansteigende Zahl der Arbeitslosen möglichst gering zu halten.

Für den Llektrohandel liegen aus bem vori­gen Jahre noch 12 000 Anträge auf Instand­setzungen und 3500 Anträge auf Instandsetzun­gen in Altwohnungen vor, bei deren Durch­führung 13 000 Elektrotechniker beschäftigt und ein Umsatz von 1,15 Millionen Mark erzielt werden könne.

Das sind Arbeiten, die sonst nicht im Winter ver­geben werden. Gießen kam nun im Vorjahr bei der Zuteilung ungünstig davon, weil die Anträge sehr spät einliefen. Für diesen Winter stehen Reichs­zuschüsse nicht zur Verfügung, aber die Reichsregie­rung hat vorgesehen, daß jeber Volksgenosse mehr als bisher Entgegenkommen findet. Es muß aller­dings nicht immer erst auf Belohnung gewartet werden.

Außer den Anträgen aus dem Vorjahr, die im Rbein-Main-Gebiet 20 Millionen Mark ausmachen, bestehen weitere Möglichkeiten der Arbeitbeschaf­fung durch die Gas- und Elektro-Werbung bzw. Neuanschaffung, die Jnstandsetzungsarbetten in Wohngebäuden, die Arbeiten in den Arbeiter-Sied- lungs-Bauten usw. Hierbei soll von den Arbeiten der Baufront abgesehen werden.

Davon ausgehend, daß das Baugewerbe als Schlüsselindustrie das gesamte Gewerbe be­fruchtet, wird der Gedanke der Arbeiter-Sied­lungen und Arbeiter-Heime propagiert Dank der Initiative des Reichsstatthalters sind diese Vorarbeiten sehr weit vorgeschritten.

Die Preußische Pfandbrief-Anstalt und die Hessi- chen Sparkassen machen Mittel hierfür flüssig. Da­durch soll erreicht werden, daß der Arbeiter in der Siedlung seßhaft wird unb trotz seiner Beschäftigung in ber Industrie nicht die Verbindung mit dem Boden verliert und sich einen zusätzlichen Nahrungs- ;edarf schafft. Es werde dafür gesorgt werden, daß ich die Industrie nicht weiter zusammenballt und um die Großstädte gruppiert, sondern auf dem Lande bleibt und sich einen Stamm von Arbeitern schafft. Von Reichswegen sind dafür besondere Richtli­nien herausgegeben. In Frankfurt-M. ist bereits der i Anfang gemacht worden. Der Arbeiter bekommt - 6 bis 800 Quadratmeter Land für die Siedlung aus dem Besitz des Betriebes selbst oder von den Ge- 1 meinden zur Verfügung, d. h. entweder zu billigem ! Preis, oder in Erbpacht. Natürlich kann nur dann i Boden hierfür freigemacht werden, wenn er im i Sinne der Allgemeinheit voll und ganz ausgenutzt wird. Die Finanzierung ist so gemacht, daß v. H. mit Hilfe der Preußischen Pfandbrief-Anstalt und ;

antritts an; dem . zahl zu Schotten