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Tagung des Landesbauemats im Lumdatal.

Einweihung der modernsten Molkerei Hessens in Seilshausen.

* Geilshausen, 4. Nov. Unser kleines Dorf im Lumdatal prangte heute im Schmucke der Haken- kreuzfahnen. Anlaß dazu war die

Tagung des Landesbauernrats der Landesbauernschast,

der hier unter dem Vorsitz seines Sprechers, des Kreisbatlernführers Geiß- Vadenrod (Kreis Als­feld), in der Gastwirtschaft von Hofmann zusam­mentrat.

In den eingehenden Ausführungen schilderte der Landesbauernführer Dr. Wagner die derzeitige politische Lage, sowie wichtige Fragen des Reichs­nährstandes und der Mitglieder des Landes­bauernrates. Anschließend berichtete der Geschäfts­führer des Landesbauernrates, Pg. Schönheit, über den Ehrenrat und das Ehrengericht des Lan­desbauernrates, insbesondere über ihren Zweck

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Das Gebäude der Genossenschaftsmolkerei.

und ihre Ausgaben. Der Landesbauernführer gab dann die Zusammensetzung des Ehrengerichtes und die vom Landesbauernrat gekürten Mitglieder des Ehrenrates bekannt. Anschließend fand eine gründ­liche Aussprache statt, in der zahlreiche Mitglieder des Landesbauernrates Gelegenheit hatten, dem Landesbauernführer Mitteilung aus ihrer Tagesar­beit zu machen und neue Weisungen zu empfangen.

Die mit gutem Erfolg verlaufene Arbeitstagung des Landesbauernrates wurde von dem Sprecher, Kreisbauernführer Geiß, mit dreifachemSieg- Heil!" auf den Führer und den Reichsbauernführer geschlossen.

Oie Einweihung der Genossenschastsmolkerei.

Vom Sitzungssaale begaben sich die Kreis- und Bezirksbauernführer nach der am Ausgang des Dorfes auf der Straße nach Grünberg gelegenen Molkerei. Vor der Auffahrtsrampe hatte der SA.- Sturm 5/116 unter Sturmführer Kr i e b Aufstel­lung genommen. In Vertretung des Kreisleiters Pg.

Klostermann und der Stadt Gießen war der! technische Amtswalter Pg. Kurz-Gießen erschie­nen. Auch der frühere Kreisleiter Pg. Dr. Harth- Allendorf war gekommen. Aus Gießen waren die Herren Gebrüder Grieb von der Zentralmolkerei, der Direktor des Tierzuchtamtes, Oberlandwirt­schaftsrat Dr. Wagner, Direktor Hartmann von der genossenschaftlichen Volksbank u. a. zugegen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Willi Rein- Allen­dorf von der Molkereigenossenschaft e. G. m. b. H. Geilshausen begrüßte die Vertreter der Partei und Behörden, die Unternehmer, Handwerker und son­stigen am Bau beteiligten Personen, sowie alle Ver­sammelten. Sein besonderer Gruß galt dem Landes­bauernführer Dr. Wagner und seinen Bauern­führern.

Landesbauernsührer Dr. Wagner sagte hierauf: Wenn wir heute alle miteinander, die Bauernführer aus Hessen und Hessen-Nassau, hier-! hergekommen sind, um bei der Einweihung unter [ Ihnen zu weilen, so wollen wir damit zum Aus-; druck bringen, welche Wichtigkeit wirtschaftlicher und kultureller Art wir dieser Neugründung beimessen. Wenn auch Widersacher gerade gegen oieses Werk aufstehen, so werde ich mich nicht abhalten lassen, meine Entschlüsse durchzuführen. Wir sind entschlos­sen, unsere Pläne durchzuführen und lassen uns von keiner Seite dreinreden.

Wir haben bewiesen, daß wir mit unserer Ar­beit auf dem richtigen Wege sind, der Dauer die richtigen preise bekommt und auch ein we­nig mehr bekommt als bisher.

Ich danke dem Milchwirtschaftlichen Verband Hessen durch den dieser Bau zustande kam.

Der Bauer muß zur Einsicht kommen, daß wir nur das Beste für ihn wollen, und er soll das durch

tatkräftige Mitarbeit am Werke des Führers dan­ken; denn der Nationalsozialismus will nichts für sich oder den einzelnen, sondern alles für das Volk und die Gemeinschaft.

wenn das Volk wie ein Wann hinter der Ha­kenkreuzfahne steht, dann werden wir vorwärts kommen.

Wenn wir gesagt haben:Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen", so wird, wie es Ihnen bisher die Bauernführer unter uns, von denen einige die goldene Parteinadel haben, zeig­ten, die Fahne stehen, auch wenn ihr Trager fallt. Wir werden den Nationalsozialismus so weitergeben, wie wir ihn übernommen haben.

In diesem Sinne möge der Neubau dieser Molke- kerei aufgefaßt werden, den ich den Bauern über­gebe die gewillt sind, weiter zu marschieren zum Wohle des Volkes. In diesem Sinne sollen sie den Neubau übernehmen, um in ihm dem Volke zu« dienen.

Aufsichtsratsoorsitzender Willi Rein dankte dem Landesbauernführer und brachte dasSieg-Heil!" auf den Führer aus.

Hierauf wurde die aus einer Privatmolkerei um­gebaute und erweiterte Genossenschaftsmolkerei zur

Besichtigung

freigegeben. Die unter der Bauleitung von Baurat T h a l e r vom Bauamt der Landesbauernschaft un­ter Mitwirkung von Architekt Bundschuh vom gleichen Amt, dem Leiter der Abteilung Molkerei­wesen, Lingg und dem Molkereiinstrukteur Schweitzer errichtete Molkerei ist die modernste Anlage im Gebiet Hessen der Landesbauernschaft (neben Schuppach und Löhnberg in Nassau).

Durch diese Anlage wird es möglich sein, anstatt der bisher 1500 Liter aus den 20 Ortschaften des Lumdatales täglich 5500 Liter und später sogar 12 bis 15 000 Liter Wilch zu verarbeiten.

Das bisherige Gebäude ist nach der West- und der Nordseite erweitert worden. Die herangebrachte Milch wird von der Annahmerampe sogleich auf der elektrischen Waage gewogen und muß den Bas­sins durch eine Pumpe in die Platten-Pasteurisie- rungs-Anlage gepumpt, wo sie vorgewärmt und dann einem hermethisch geschlossenen Alfa Sepera- tor zugeführt wird, der die Entrahmung vornimmt. Der Rahm wird durch den Platten-Pasteur auf 85 bis 90 Grad erhitzt und dann in dem im Westteil des Gebäudes untergebrachten Rahmreifer gesam­melt, dort durch Wärme und Kälte auf besondere Temperaturen gebracht, damit er nicht von selbst säuert. Durch Hinzufügen besonderer Reinkulturen , wird dann ein Säuerungsprozeß herbeigeführt, der ! gleichzeitig bestimmend auf das Aroma, Haltbarkeit usw. wirkt. Dieser Prozeß ist noch am Abend des gleichen Tages abgeschlossen.

Im Vordergrund die Entrahmungssentrisuge, dahinter der Plattenerhitzungsapparat, seitlich der Milchkühler.

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Am anderen Morgen lauft der Rahm ins But­terfaß, wo das Ausbuttern vorgenommen wird. Die Buttermilch wird abgelassen und das zurückbleibende Buttergut nochmals durch eine Wasserschleuder vom letzten Tropfen But­termilch gereinigt, wodurch die Haltbarkeit der Butter gewährleistet wird. Dadurch wird die Butter nicht nur ohne jede Berührung mit den Händen gewaschen, geknetet, sondern auch aus­geformt.

Im Lagerraum wird sie bei tiefer Temperatur ge­halten und mit besonderem Pergamentpapier einge­faßt. Die so unter der Kontrolle des Milchwirt- schaftsverbandes Hessen hergestellte Butter güt als zweite Sorte, als sogenannteDeutsche feine Molke­reibutter", sie wird aber schon in Kurze zur Spitzen­leistung, derDeutschen Molkereibutter' entwickelt

Die Buttermilch wird dem Bauern zurückgeaeben, der sie als Futtermittel benutzen kann. Die Mager­milch wird in der unter der Anfahrt befindlichen Käserei zu Frühstücks- oder Camembert-Kasen ver­arbeitet.

Aufnahmeraum mit der Waage für die Milch.

Bei der anschließenden, von Kreisbauernführer D ö r r s ch u ck - Gießen geleiteten

Bauernkundgebung

im vollbesetzten Hofmannschen Saale wies der Lan­desbauernführer Dr. Wagner darauf hin, daß die Bauernführer aus dem Rhein-Main-Gebiet in Oberhessen den Geist wahrnehmen mögen, den sie an ihren Arbeitsorten vorfinden, den Geist des Na­tionalsozialismus. In großangelegter Uebersicht führte er die Erfolge des Nationalsozialismus in seiner Agrarpolitik an und streifte das Reichserb­hofgesetz, das Reichsnährstandsgesetz, die Markt- und Preisregelung und die Milch- und Fleischmarkt- ordnung, die insgesamt den Bauernstand wieder auf die Höhe bringen werden, wenn nur jeder treu und gläubig wie bisher zum Führer steht, der uns aus tiefster Rot gerettet hat und uns auch über die augenblickliche ernste Zeit hinweghelfen wird. Mit dem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Bauernbundgebung, bei der der Musikzug des Sturmbannes 1/116 unter Musikzugführer Deines (Lollar) mitwirkte.

Keine Bürgersteuer in Lauterbach.

LPD. Lauterbach, 5. Nov. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten wird die Stadt Lauter­bach auch für das kommende Jahr 1935 keine Bürger st euer erheben.

Landkreis Gießen.

* Heuchelheim, 5 Nov. Das Ehepaar Her­mann Römer und Frau Lina, geb. Müller, konnte dieser Tage das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Das Ehepaar, das sich bisher in aller Stille opferbereit in den Dienst der Näch­stenliebe stellte, erfreute aus Anlaß dieses Familien­festes wiederum Hilfsbedürftige unseres Ortes durch Zuwendungen.

* Heuchelheim, 5. Nov. Das Reforma­tio n s f e st in Verbindung mit dem 400jährigen Bibeljubiläum wurde auch in unserer Ge­meinde festlich begangen. Den Auftakt bildete ein feierlicher Gottesdienst mit erweiterter Liturgie un­ter Mitwirkung des Kirchenchors und der Konfir­manden. Ein Kindergottesdienst am Nachmittag machte die 2. Abteilung der Schule bekannt mit zahlreichen alten Heuchelheimer Bibeln. Im Laufe des Nachmittags fand eine Führung durch die von Pfarrer Weisel aufgemachte Bidelauftellung statt. Den Abschluß bildete eine Abendfeier in der Kirche unter Mitwirkung der Konfirmanden. Was die er­wähnte Bibelausstellung betrifft, so sind eine große Anzahl alter und ältester Bibeln aus dem Ort zu­sammengetragen worden Die wertvollsten sind sieben sehr große Bibeln, deren beide ältesten aus dem Jahre 1671 stammen. Zahlreiche Bibeln tragen

Zahllos sind die Nonzen auf den Leerblättern der Bibeln. Außer den Bibeln wurden zahlreiche alte Gesangbücher- und Andachtsbücher ausgestellt. Das wertvollste aller ausgestellten Bücher ist das Pre­digtbuch des Professors Egidius Hunnius in Mar­burg aus den Jahren 1587 bis 1595 Das Buch ist hervorragend gut erhalten und befindet sich in dem Besitze des Schreincrmeisters Ludwig Rinn XVII. Die Ausstellung hat weithin das Interesse der Ge- meinde gefunden und ist bis Sonntag, 11. Novem­ber, geöffnet.

* Lollar, 6. Nov. Sattlermeister Carl Seipp und Ehefrau begehen am morgigen Mittwoch das Fest der silbernen Hochzeit. Wir berichteten vor ungefähr vier Wochen von diesem Fest, das damals schon stattgefunden haben sollte, und be­richtigen heute jene Meldung. Die Eheleute Seipp sind seit ihrer Verheiratung treue Leser unseres Heimatblattes, desGießener Anzeigers".

J) Daubringen, 5. Nov. Am Freitag veran­staltete dieOrtsgruppeLollarde s Re ich s- luftschutzbundes hier in der Gastwirtschaft Zum blauen Hecht" einen Werbeabend. Ortsgrup- venleiter, Altbürgermeister P r e i ß, begrüßte dir Besucher und wies auf die außerordentliche Bedeu­tung des Luftschutzgedankens hin, die von vielen Volksgenossen leider noch nicht genügend erkannt sei. Der Werbeleiter, Lehrer Eberle- Lollar, hielt sodann einen außerordentlich interessanten und lehrreichen Vortrag über das ThemaLuftschutz tut not". Er zeigte, welche Bedeutung der Luft- waffe im modernen Kriege zukommt. Im ersten Teile seines Vortrages zeigte er die Entwicklung der Luftflotte seit dem Weltkriege bei den hochgeruste- ten Staaten. Er gab eine eindrucksvolle Schilde- rung der Gefahr, die unserem Vaterlande, dem diese Waffe durch den Versailler Vertrag untersagt ist, hierdurch droht. Im zweiten Teile des Vortrages zeigte er, wie dieser Gefahr begegnet werden kann. Er schildert eingehend und anschaulich die Auf­gaben des zivilen Luftschutzes und die Tätigkeit des Reichsluftschutzbundes. Lichtbilder unterstützten auf das wirkungsvollste seine Ausführungen. Zum Schluß forderte er zum Eintritt in den Reichs- luftfchutzbund auf. Wohl alle Teilnehmer der Ver- sammlung dürften von der Notwendigkeit des Luft- schutzes überzeugt worden sein. Ortsgruppenfuhrer Will gab sodann die Fragebogen des Reichs­luftschutzbundes aus und forderte zur genauen Ausfüllung auf. Eine Anzahl Zuhörer erklärten ihren sofortigen Beitritt. Gemeindegruppenfuhrer ür Daubringen ist Altbürgermeister Preiß. Zu seinem Stellvertreter wurde Bürgermeister Dei- n e s bestimmt. Lehrer Henkel wurde zum Ge- meidegruppen-Werbeleiter ernannt.

§ Lumda, 5. Nov. 70 Töpfe Honig wurden in unserem Dorfe den hungernden Volks­genossen zur Verfügung gestellt; ferner stehen noch 126 Gläser Gelee, von unserer NS.-Frauen- schäft im Sommer gekocht, zum Abholen bereit. Der Asternverkauf brachte 9 RM. ein.

tn. Lang-Göns, 5. Nov. Die hiesige Orts- gruppe der NSDAP, veranstaltete am Sams­tag eine Feier zur Eröffnung des Winter- h i l f s w e r k e s. Der Ortsgruppenleiter, Bürger- meister Wenzel, begrüßte die zahlreich Erschie- nenen, besonders die Gäste aus Holzheim, und gab in kurzen Zügen ein Bild von der Durchführung des Winterhilfswerkes in der hiesigen Gemeinde. Nach einem Musikstück, gespielt von der Kapelle der Motor-SA., sprach Kreispropagandaleiter Schmelz (Gießen). Er wies zunächst auf die vielen Fragen hin, dis unser Volk nach dem Umbruch bewegen, und betonte, daß die nationalsozialistische Partei niemals einen Zwang in religiösen Fragen aus- üben werde. Das müsse jeder mit sich selber aus- machen, eines aber müßten wir alle: für Deutsch- lands Lebensrecht kämpfen und einstehen. Und das könne nur geschehen in der echten Volksgemeinschaft Da müßte jeder Volksgenosse seinen Mann stellen und auch an die denken, die noch in Not seien. Es gälte, Opfer zu bringen und nicht nach denen zu sehen, die viel hätten und wenig geben, sondern nach denen, die wirklich opfern und die im Sinne unseres Führers handelten, dem wir allein dafür zu danken hätten, daß das deutsche Volk nun geeint sei. Reicher Beifall wurde dem Redner zuteil. Der GesangvereinFrohsinn", unter Leitung von Bei­geordneten Faber, trug mehrere Chöre vor, die ebenfalls beifällig ausgenommen wurden. Viel Freude lösten auch die Lieder, Sprechchöre und Volkstänze des BDM. aus. In seinem Schlußwort dankte Bürgermeister Wenzel zunächst dem Vor­tragenden und dann allen denen, die mitgeholfen hatten, dem Abend einen würdigen Rahmen zu geben. Es folgte das dreifache Sieg-Heil auf den Führer und der Gesang der Nationallieder. Nach dem offiziellen Teil blieben die Besucher noch einige Stunden in echter Kameradschaftlichkeit bei»

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