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Achtung!

Saar-Abstimmungsberechtigte!

Vis zum 9. November müssen alle Saar-Abstim­mungsberechtigten, die Einspruch gegen ihre Nicht­eintragung in die Abstimmungslisten eingelegt haben, durch Einschreibebrief benachrichtigt sein, ob ihrem Einspruch stattgegeben wurde oder nicht. Ist ihrem Einspruch nicht stattgegeben worden, dann können sie innerhalb 15 Tagen, vom Tage der Ab­sendung des Einschreibebriefs ab, Rekurs beim Abstimmungsgericht einlegen.

Die Pässe für die Abstimmungsberechtigten wer­den schon jetzt von den Polizeibehörden unentgeltlich ausgestellt.

3n allen Zweifelsfällen gibt der zuständige Saar- Obmann oder, wo der Obmann nicht bekannt ist, Poskamtmann Hugo Anschütz, Frankfurt a. IN., Tele­graphenamt, Zeil 106, Fernsprecher 200 26, Reben­stelle 372, gerne Auskunft.

Berufsangehörigen in allen Fach- wie naturwissen­schaftlichen und medizinifchen Grenzgebieten.

Es sprach Pg. Dr. Zugschwert vom Reichs- fchulungsamt Berlin überDie Weltanschauung des Nationalsozialismus", dessen Ausführungen von den Versammelten begeistert ausgenommen wurden.

In einem weiteren Dortrag über das Thema Mechanik und Statik im Skelettsystem des Men­schen" referierte Dr. Witte (Bremen), der es in ganz ausgezeichneter Weife verstanden hat, den an­wesenden Dentisten die notwendige Kenntnis auf diesem Gebiete zu vermitteln.

Fachvorträge hielten die Dentisten S). Fischer (Karlsruhe), H. Overbiet (Frankfurt a. M.) und I. S ch e tt e r (Gießen).

Mit einer Schlußansprache und einem dreifachen Sieg-Heil!" aus den Führer und unser deutsches Vaterland war der Pflichtfortbildungskursus be­endet, der als durchaus gelungen bezeichnet wer­den muß.

Gießener Wochenmarklpreise.

* Gießen, 6. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,45 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 6 Pf., der Zentner 3

bis 3,50 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 6 bis 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 12, Römischkohl 5 bis 8, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 50 bis 80, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10 bis 12, Meer­rettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kar­toffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 7 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 12 Mk., Birnen, das Pfund 6 bis 10 Pf., junge Hahne 80 bis 90. Suppenhühner 40 bis 70, Gänse 70 bis 80, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, das Pfund 35 bis 40 Pf., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20 Pf.

Daten für Dienstag, 6. November.

1657: der Große Kurfürst erhält im Bromberger Vertrag endgültig die Souveränität über Ostpreußen; 1672: der Komponist Heinrich Schütz in Dresden gestorben (geboren 1585); 1771: Alois Senefelder, Erfinder des Steindrucks, in Prag geboren (gestor­ben 1834); 1833: der norwegische Dichter Jonas Lie bei Drammen geboren (gestorben 1908).

Vornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadt­theater, 20 bis 22 Uhr,Heimkehr des Matthias Bruck". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Musik im Blut". NS.-Frauenschaft und Reichsgemein­schaft Deutscher Hausfrauen, 20 Uhr, Cafe Leib, Vortrag mit Filmvorführungen überWert, Ver­wertung und Fang von Seefischen". Oberhessi­scher Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr, Gemälde-Ausstellung.

Stadttheater Gießen, heute das Schau­spielHeimkehr des Matthias Bruck" von Graff. Näheres in der gestrigen Anzeige.

Der Gießener K o n z e r t v e r e i n lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zur Bestellung des Konzert-Abonnements für 1934/35 ein. Gleichzeitig kündigt er für den 16. November das erste Sinfonie­konzert im Stadtheater an. Näheres ist aus der heu­tigen Anzeige ersichtlich. *

** Forstpersonalie. Das Personalamt des hessischen Staatsministers gibt bekannt: In den Ruhestand versetzt wurde der Kommunalforstwart Heinrich Wilhelm W e i l zu Muschenheim auf seinen Antrag unter Anerkennung seiner dem Staate ge- leisteteten langjährigen treuen Dienste und unter besonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinnes mit Wirkung vom 1. No­vember 1934 ab.

Ausgaben und pflichten der Volksgenoffen im dritten Reich.

OberbürgermeisterRitter sprichtvor einerüberfüllten Versammlung im Cafs Leib

Die Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, hatte auf gestern abend in den Saal des Caf6 Leib zu einer großen öffeutlichen Kundgebung mit dem Oberbürgermeister unserer Stadt Gießen, Pg. R i t- t e r, als Redner eingeladen. Dem Rufe der Orts­gruppenleitung waren die Volksgenossen so zahl­reich gefolgt, daß der Saal und die Galerien über­füllt waren. Bis zu Beginn der Kundgebung er­freute der Musikzug der Standarte 116 unter Mu­sikzugführer Herrmann mit schneidiger Marsch­musik und mit der Wiedergabe klassischer Kompo­sitionen. Die ausgezeichneten Darbietungen fanden mit Recht den starken Beifall der Versammlung.

Nachdem unter den Klängen des Badenweiler Marsches Ortsgruppenleiter Thomas mit Ober­bürgermeister Ritter zur Bühne geschritten und unmittelbar anschließend der Einmarsch der Fah­nen erfolgt war, eröffnete Ortsgruppenleiter Tho­mas die Kundgebung. Als Auftakt folgte der ge­meinsame Gesang des LiedesVolk ans Gewehr", hierauf sprach

Oberbürgermeister Ritter über das Thema:Aufgaben und Pflichten der Volksgenossen im Dritten Rei ch". In seiner eindrucksvollen und von der Versamm­lung oft von Beifall unterbrochenen Rede sagte er u. a.:

Volk ans Gewehr! Jung und alt, Mann für Mann! Unser Schild ist sauber, unsere Waffe ist blank! Wir sind bereit, komme was kommen will, heute steht ein einiges Volk, ein einiges Deutschland!

heute ist es wieder, wie es während des Krieges von 1914 bis 1918 war. Ringsum Feinde, und sie sinnen auf Mittel und Wege, dieses Volk in seinem einheitlichen Willen wieder auseinanderzu­treiben. Ich war in der vorigen Woche Zeuge des großen Aufmarsches der Deutschen Arbeitsfront in Berlin. 366 000 deutsche Arbeiter der Stirn und der Faust fanden sich zusammen im Lustgarten, um dem Führer zu danken für die Anerkennung, die er ihnen mit dem Gesetz über die Deutsche Arbeits­front zuteil werden ließ. Wir haben mit heißem Herzen dem Führer gedankt, als wir diese Massen versammelt sahen, die noch vor zwei Jahren gegen­einander anstürmten, die damals im Internationa­lismus, im Klassenhaß und Klassenkampf ihr heil und ihre Zukunft sahen. In ihrer Verblendung folg­ten sie damals dem Marxismus, um durch ihn ihren Familien zu helfen.

Dabei ist nichts gegensätzlicher als Familiensinn und Klassenhaß. Wer seine Familie liebt, muh auch sein Volk lieben. Wer dem Klassenhah huldigt und die Internationale will, kann seine

Familie nicht lieben und fördern.

Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Ein­heit aller schaffenden Stände hat der Führer Adolf Hitler uns gegeben. Diese Einheit der schaffenden Stände hat Platz gegriffen in allen Schichten bis auf einige wenige, die wir nicht verstehen können.

Es ist notwendig, in diesem Zusammenhang auf die letzte Volksabstimmung hinzuweisen. Da hat es wieder Volksgenossen gegeben, die glaubten, dem Führer ihr Ja nicht geben zu können oder zu Hause blieben, um ihr Nein zum Ausdruck zu bringen. Ich kann mir denken, daß Menschen, die im monarchischen Geiste erzogen wurden, nicht los­kommen von diesem Gedanken. Man sollte aber dock meinen, das letzte Jahrzehnt hätte auch ihnen Gelegenheit genug gegeben, den Weg zu der neuen Erkenntnis zu finden. Sie hätten erkennen müssen, daß sie bei einer so wichtigen Entscheidung, bei der es um Lebensfragen des ganzen deutschen Volkes ging, nicht fehlen durften. Auch die anderen, die auf Grund des Berufsbeamtengesetzes abgebaut wurden und vielleicht mit Nein gestimmt haben, hätten sich fragen müssen: Bessere ich meine Lage, wenn ich zu Hause bleibe oder mit Nein stimme? Oder wenn die Mehrheit mit Nein stimmen würde,

könnte dann auch an meinem Schicksal etwas ge­ändert werden? Diese Kurzsichtigkeit ist nicht zu verstehen.

Bei solchen Fragen wie bei der Volksabstim­mung geht es nicht um ein einzelnes Schicksal, sondern hier sieht oder fällt das ganze deutsche Volk und damit auch das Schicksal des einzelnen. Wir 'sind alle heute auf einem Schiff. Richt dadurch, daß ein Teil der Besatzung Sabotage an dem Schiff begeht, kann der Kurs geändert werden, sondern nur dann wird es in den Hafen einlaufen, wenn auch der letzte Wann an Bord getreulich seine Pflicht erfüllt und sich in die Sielen legt.

Wir haben wir erlebt, daß die Schulden des Reiches immer größer wurden, die Grundrechte des Volkes und sein Leben immer größere Einengungen erfuhren. Man hat damals diese Dinge mit der all­gemeinen Weltwirtschaftskrisis begründet. Wir haben immer gesagt: Es gibt keine Weltwirtschafts­krise, wenn die einzelnen Wirtschaften gesund sind, wenn der einzelne Staat sich selbst gesund macht, wird auch das Getriebe der Wirtschaft von selbst wieder in Gang kommen, heute sehen wir, daß Deutschland einen sehr wesentlichen Anteil an der Wiederkehr geordneter Zustände in der Weltwirt­schaft hat. Auch das Ausland erkennt die Methoden Deutschlands an. Wenn man bedenkt, was Adolf Hitler bei der Machtübernahme vorgefunden hat, muß man sich geradezu wundern, daß Deutschland nicht nur so rasch im Abwärtsgleiten aufgehalten werden konnte, sondern daß es auch so rasch mit Deutschland wieder aufwärts geht.

heute sehen wir, daß Willionen von Volksge­nossen, die früher nur noch zum Stempeln gehen konnten, wieder eingegliedert sind in die Arbeit und daß das Vierjahresprogramm des Führers wahrscheinlich schon in drei Jahren durchgeführt sein wird.

Wenn wir heute noch mit Schwierigkeiten zu kämp­fen haben, so ist dies auf die gleichen Mächte zurück­zuführen, die uns die Schwierigkeiten im Kriege ge­macht haben, die das deutsche Volk verraten und verkauft haben. Viele sagen, wenn der National­sozialismus die Judenfrage nicht aufgerollt hätte, wäre es besser für uns, dann hätten auch die Juden mit Ja gestimmt. Wir lehnen das ab.

Die Judenfrage ist eine Frage von elementarer Lebensnotwendigkeit, von so großer Bedeutung für das deutsche Volk, daß sie durchgeführt wer­den muß bis zur letzten Konsequenz. (Großer Beifall.)

Die Juden, die an eine Aenderung in der Haltung des Nationalsozialismus glauben, sollten sich vor Augen halten, was der Führer kürzlich wieder gesagt hat:Es kann für uns Schwierigkeiten geben und Hindernisse, aber niemals Kapitulation." Wir kapitulieren nicht, wir werden diesem Gegner ins Auge schauen, und im Vertrauen auf unser Recht werden wir den Sieg erkämpfen. Dabei kämpfen wir mit ehrlichen Mitteln, heute gelten für uns noch dieselben Grundsätze wie 1923. Die Voraussetzung zum Erfolg ist der Mut zur Wahr­heit und zur Wahrhaftigkeit. Wir haben erlebt, daß der Jude, abgesehen von Ausnahmen, im Kriege nicht an der Front zu finden war. Wir haben dann erlebt, daß in dem Slugenbfltf, wo es günstig war, dem deutschen Staate den Todesstoß zu versetzen, die Revolution von 1918 erfolgte, die zurückzuführen war auf die marxistische Propaganda, die geistig vom Judentum geführt wurde.

Nach einem kurzen Rückblick auf die Zeiten Hein­richs IV. und Karls V., in denen dem Judentum schon eine Sonderstellung außerhalb der deutschen Gemeinschaft zugewiesen 'wurde, skizzierte der Red­ner in großen Zügen die beherrschende Stellung des Judentums auf allen Gebieten des öffentlichen

Lebens vor dem Kriege, um abschließend zu be­tonen: Unsere schärfsten Gegner im Ausland sind auch heute wieder die Juden. Wenn wir uns Ein­schränkungen auferlegen müssen und heute noch im Ausland Boykott gegen uns geführt wird, so ist das immer wieder zurückzuführen auf die jüdische Propaganda. Nachdem der Nationalsozialismus die Judenfrage aufgegriffen hat, wird diese Frage nicht in Deutschland gelöst werden, sondern nur inter­national. Es ist die Pflicht der deutschen Menschen, der Welt die Augen darüber zu öffnen, denn der Jude ist die Geißel der Menschheit. (Langanhalten­der starker Beifall.) Dabei soll nicht verkannt wer­den, daß es auch manchen anständigen Juden geben kann, aber sie haben alle denselben Ursprung. Bei dieser Betrachtung sollte sich jeder deutsche Volks­genosse sagen lassen: Wenn dir dein deutsches Volk lieb ist, dann unterstütze auch beim Einkauf die deutschen Volksgenossen.

Die deutschen Wenschen aller Stände müssen zusammenstehen und zusammen arbeiten, einer für den anderen, da sie alle aufeinander ange­wiesen sind.

Wir können nur dankbar dafür fein, daß bei uns in Deutschland die Rassenfrage so durchgefuhrt wird. Deshalb wird die Judenfrage in Deutschland durchgeführt bis zum äußersten. Wenn wir unser Volk in der Rasse sauber halten, dann wird auch unser Weg als Staat wieder aufwärts führen. (Beifall.)

Wir haben noch große Aufgaben vor uns Mil­lionen von Volksgenossen sind noch außer Arbeit. Der Winter ist hart und furchtbar für den Volks­genossen, der für seine Familie nicht das Erfor­derliche gurrt Leben hat. Da müssen wir als deutsche Volksgenossen uns sagen, daß einer für den anderen einzuftehen hat, daß

jeder opferbereit sein muh für die deutschen Brüder und Schwestern in Rot und damit für das ganze deutsche Volk.

Unter dem früheren System fielen die deutschen Menschen immer mehr der Verzweiflung anheim, heute glauben diese Menschen wieder an ihr deut­sches Volk und Vaterland. Wir freuen uns, daß wir bisher schon so gute Fortschritte gemacht haben. Ein Teil unseres Programms in einer Richtung war am 1. Oktober bereits erfüllt. Wenn das auch jetzt noch nicht sichtbar zum Ausdruck kommt, so werden wir es noch wohltuend fühlen. Denn die Voraussetzungen einer geordneten und sicheren Wirtschaft, die wir geschaffen haben, dienen der Kraft der Nation. Diese Wirtschaft haben wir zu verteidigen. (Beifall.) Der Führer hat schon vor Jahren gesagt, daß er, zur Macht gekommen, alles tun werde, was im Interesse des deutschen Volkes liege.

Wir wollen unser deutsches Volk so stark machen, daß es in der Lage ist, den Frieden zu verteidigen. (Starker Beifall.)

Während das deutsche Volk sich immer nur um den Frieden bemüht, sehen wir in anderen Ländern die Korruptionsskandale in der Rüstungsindustrie. Auch dabei sehen wir wieder als Drahtzieher das Juden­tum. Wenn andere Mächte dieses friedliebende neue

Deutschland ängreifen, dann wird unser deutsches Volk beweisen, daß es wie 1914 in Einigkeit und Geschlossenheit zusammensteht (großer Beifall),

weit es den Glauben hat an das Recht des deutschen Volkes auf fein Leben und feine Zukunft, weil es den Anspruch erhebt auf seine Arbeit und auf den Frieden, auf seinen Bestand wie jedes andere Volk.

Diesen Glauben wollen wir auch auf unsere Kinder Übertragen. Wir wollen unserer Jugend diese heilige Liebe zu Volk und Heimat predigen, damit sie unser Erbe, das wir ihr einst hinterlassen werden, zum Segen unseres Volkes immer verteidigen kann. (Großer Beifall.) Wir wollen unsere Jugend er« ziehen im Glauben an Gott, Volk und Vaterland. Unser Volk ist nicht zuletzt dadurch abwärts gegan« gen, daß es den Glauben an Gott und an sich selbst verloren hatte.

Wir haben jetzt die Woche des deutschen Buches. Wir haben erlebt, wie segensreich sich die geistige Schulung in unserem Volke auswirkt. Sorgen Sie dafür, daß diese Werbewocke des deutschen Buches überall bei den deutschen Volksgenossen ihren Nie­derschlag findet, daß überall gute deutsche Bücher wieder Eingang finden in die Familien und die Bücher von dort weitergegeben werden an solche Familien, die sich keine Bücher kaufen können.

Dir haben die Verpflichtung, die Derte des guten deutschen Buches in den Dienst unseres Volkes zu stellen.

Wenn wir auch auf diesem Wege den Glauben an unser Volk den anderen Volksgenossen vermitteln, dann werden wir unsere Pflicht als Staatsbürger erfüllen. Wir erinnern uns dabei des Glaubens an den Führer, den wir in uns ausgenommen haben. Während viele den Glauben an Deutschland verloren hatten und verzweifelten, hat der Führer immer an sein deutsches Volk geglaubt. Wir sind verpflichtet, unbedingt an den Führer zu glauben und alles zu tun, was in unserer Kraft steht, um ihm zu helfen, weil wir aus diesem Glauben heraus den Weg zur Freiheit des deutschen Volkes in eine bessere deutsche Zukunft beschreiten.

Der Redner wandte sich nunmehr in großen Zü­gen einer Betrachtung der Steuerpolitik des frühe­ren Systems und ihrer Auswirkung auf die Lage der Gemeinden und der Steuerzahler zu. Er rief dabei die Erinnerung wach an die Zeiten, in denen es durch Unfähigkeit und Leichtfertigkeit von oben, aber auch durch riesige Zersplitterung der Kräfte auf allen Gebieten des deutschen Lebens immer schneller und immer verheerender bergab ging.

In diesem Zusammenhänge hob er hervor, der Rationalsozialismus siehe auf dem Stand­punkt, daß die aus der Gesamtlage des deutschen Wirtschaftslebens stammenden Lasten auf das Reich zu übernehmen find und daß das Reich die Aufgabe hat, Arbeit und Brot für alle deutschen Volksgenossen zu schaffen.

Er erinnerte dabei an die Tatsache, daß der Führer niemals irgendwelche Versprechungen gemacht hat, aber' von jedem einzelnen Volksgenossen Arbeit, Opfer und Pflichterfüllung zum Gedeihen des gan­zen deutschen Volkes fordert.

Wichtige Feststellungen für die Stadl Gießen.

Nunmehr ging Oberbürgermeister Ritter kurz auf einig; wichtige Gießener Gesichtspunkte em. In diesem Zusammenhang sagte er u. a.: Wir haben in Gießen 40 Familien, die wir auf Grund von gerichtlichen Entscheidungen aus ihren Wohnungen yerausnehmen müssen. Wir haben den Plan gefaßt, in großzügiger Weise der Wohnungsnot zu Leibe zu gehen. Zu der Finanzierung ist es von Bedeu­tung, daß eine Reihe der wohnungsuchenden Volks­genossen bereit ist, sich mit Eigenkapital an der Schaffung von Wohnungen zu beteiligen. Jrn Rah­men dieses Planes sollen 132 Wohnungen erbaut werden, für die bereits 320 000 RM. aufgebracht wurden. Darüber hinaus werden wir noch 56 Häu­ser erstehen lassen, ohne daß dafür die Stadt Aus­gaben machen muß. Wir haben dafür Mittel des Reiches an der Hand, um den Volksgenossen Unter­kunft zu beschaffen. Die Siedlungsfrage konnte bis jetzt infolge der Geldknappheit nicht so durchgeführt werden, wie wir es wollten, aber die Finanzierung für 150 Häuser wird noch im Lause des Winters sichergestellt werden nach dem Plane von Gottfried Feder, und viele Gießener Bürger werden sich da­durch ein eigenes Heim erstellen können. Ich kann nur raten, daß alle diejenigen, die ein eigenes Heim ersehnen, an diesem Plane teilnehmen. Da­neben sind noch manche andere Sorgen für uns gekommen. Aber wir wissen heute:

Durch die neuen Waßnahmen der Reichsregie­rung ist die Zukunft der Stabt Gießen gesichert. (Langanhaltender starker Beifall.) Blanche Fra­gen, die noch vor einem halben Jahre offen waren und unlöslich schienen, find heute für uns gelöst.

So wollen wir uns auch heute daran erinnern, daß wir es nur einem Manne zu danken haben, wenn wir wieder so froh und stolz in die Zukunft schauen können. Dies alles verdanken wir nur un­serem Führer Adolf Hitler. Durch seine un­ermüdliche Arbeitskraft und seine große Liebe zum deutschen Volk und Vaterland sind mir in dieser erfreulichen Lage.

Da heißt es nicht nörgeln, sondern Pflicht­erfüllung für unser Volk und Vaterland, um dem Führer in Dankbarkeit zu bekunden, bah wir alle Mitarbeiten wollen mit ganzer hin^be an sein Werk.

Das sind die Aufgaben, die wir für uns und unser Volk zu erfüllen haben, und darum wollen wir geloben: M i t unserem Führer Adolf Hitler in treuer Verbundenheit in eine gute deutsche Zukunft hinein! Heil Hitler! (Langanhaltender stürmischer Beifall.)

Ortsgruppenleiter Thomas

dankte dem Redner und gab dem Wuüfche Aus­druck, daß jeder Volksgenosse die Worte des Ober­bürgermeisters Ritter beherzigen und hinaustragen möchte in die Gesamtheit unserer Volksgenossen. Hierauf gedachte der Redner unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, dem die große Versammlung mit dreimaligen begeisterten Sieg- Heil-Rufen Gelöbnis zu treuer Gefolgschaft und dankbare Huldigung darbrachte. Gemeinsam wurde bann der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes ge­sungen.

Mit dem gemeinsamen Gesang des Saarliedes und mit dem Ausmarsch der Fahnengruppen fand die Kundgebung ihren Abschluß.

Erste feierliche Immatrikulation

für das:

XX

intersemester 1934/35

Arn vergangenen (Samstag fand in der Kleinen Aula der Universität die erste feierliche Immatriku­lation für bas Wintersemester 1934/35 statt.

Oer Rektor der Landesuniversität/ Professor D. Bornkamrn,

hieß im Namen der Universität die jungen Kom­militonen an der Ahna mater Ludoviciana herzlich willkommen. Dann kam der Rektor auf die bestehen­den Verhältnisse an unserer Universität zu sprechen und führte etwa folgendes aus:

Was erwartet man voneinander in den kommen­den Semestern? Einerseits Führung, Belehrung und Kameradschaft. Auf der anderen Seite werde von den Studenten Fleiß, Aufgeschlossenheit, Selbst- lofigteit und ebenfalls Kameradschaft verlangt. Die Erfahrung der letzten Semester habe gezeigt, daß beide Teile für diese Forderung bereit seien. Die jungen Studenten feien hier an eine Universität aekommen, an der die Möglichkeit bestehe, Auge in Auge miteinander zu reden. Gerade die Universi­tät Gießen habe versucht, etwas von der neuen nationalsozialistischen Hochschule zu schaffen.

Schon im 17. Jahrhundert habe ein Gießener Student gesagt:Giessa est gos" (Gießen ist ein Schleifstein). Denn nur durch gegenseitiges, echtes Fragen und Antworten, durch gegenseitige Reibung gelänge eine erfolgoerfprechende Zusammenarbeit.

Die Abiturienten seien zum erstenmal jetzt in einer geschlossenen Gruppe aus dem Arbeitsdienst ge* kommen und seien so durch eine Schule des Ratio« nalsozialismus hindurchgegangen. Bei der Jmmo« trikulation würden sie auf die Treue zur Unwedy tat verpflichtet. Das heiße, treu zu fein dem ei^nt* lichen Sinn der deutschen Universität, die wie keine andere Universität bereit sei, mit Mut selbst unbequemsten Fragen zu stellen und zu lösen ver­suchen. Wenn wir lange Jahre im Deutschen Volke wegen Dünkels verhaßt und isoliert gewesen seien, so zerstreue man diesen Haß nicht durch lange Reden über Wissenschaft, sondern jeder einzelne müsse es durch feine Haltung später bei den Volksgenossen beweisen, daß ihm Dünkel und falsches Standes- bewußtsein fremde Begriffe sind.

Dann sprach der Rektor noch von der echten Ehre und sagte, die eigentliche Ehre sei die, die anderen auch Ehre zu geben vermöge. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Rektor einen Appell an die Persammelten, daß sie alles daranfetzen sollten, um echte deutsche Studenten zu fein. Dann sprach der Führer der Gießener Studenten- schast,pg. Bernhard Edler von Graeve. Es fei von jeher ein Vorrecht der deutschen Jugend gewesen, wenn es galt, eine Gasse zu bahnen, daß die studentische Jugend immer in der Vorhut ge­wesen fei Auch kurz vor der Machtübernahme |w