im
Nachdruck verboten!
7. Fortsetzung.
hinauf?
auf die geringste Bevorzugung.
Und es kam dann, wie sie befürchtet hatten. Es
mal was kaufen wollt. Nicht wahr? Bin ich nicht
Käthe lächelte. Schüttelte den Kopf.
„Ich gehe nur mit, wenn du auch dabei bist. Allein gehe ich ja nirgends hin."
„Das ist gut, Käthe. Laß es dabei, hörst du? Um dich wäre es nämlich schade! Sehr schade, hörst du?" Und Käthe legte beide Arme um Olga Schiedet
Wachs in ihren Händen. Sie hat dem Filmunternehmen bereits Millionen eingebracht. Wenn sie etwas will, geschieht es. Ihr gegenüber ist der schöne Hilpert völlig machtlos."
Olga sagte es, während sie mit Käthe Arm in Arm dahinging.
Und Olga ging am nächsten Tage noch einmal zur Berani. Schilderte alles.
Die Berani lachte! Aber es war ein halb schluchzendes Lachen. Dann sagte sie:
„Das eigene Ich schaltet man beim Theater genau so aus wie das elektrische Licht. Aber ich will euch natürlich gern helfen, euch beiden kleinen, dummen Mädel. Also ihr spielt eure kleinen Rollen. Dafür werde ich sorgen. Aber ich bin nun sehr neugierig auf diese Käthe Randolf. Könnte ich sie einmal sehen?"
„Nein! Im Gegenteil. Er hat mich zwar ausgelacht, aber er hat uns allen beiden im neuen Film eine kleine Rolle zugedacht. Am Dienstag soll ich mich bei ihm melden. Du wahrscheinlich doch auch. Aber er wird dich allein empfangen wollen. Dazu haben wir wahrscheinlich diese kleinen Rollen zugesagt bekommen."
Olga starrte vor sich hin. Die ganze Angst um aas schöne, blonde, gänzlich unerfahrene Madel war
und sagte dankbar:
„Ich weiß ja, was für ein braver Kerl du bist, Olga, und daß du es nur immer gut mit mir meinst. Und Hilpert, weißt du, der hat mich ein paarmal angesehen — da hab' ich solche Angst bekommen. Ich wollte es dir sowieso noch sagen, daß du immer bei mir bleiben sollst."
„Dann ist ja alles gut, Käthe."
nett?"
„Sehr, Herr Hilpert! Und da kann ich wohl die Rolle für meine Freundin gleich mitnehmen?"
„Wieso? Seine Rolle hat sich jeder selber abzuholen. Das war schon immer so, und das werden Sie wohl nicht gerade abändern wollen?"
„In diesem einen Falle doch. Bitte, geben Sie mir die Rolle für Käthe Randolf."
„Nein!"
„Ich muß sie schützen. Sie ist so unerfahren und jung."
„Das Dümmste, was Sie machen können, Schie- der", sagte er brutal.
Das Mädchen zuckte die Schultern.
„Wie Sie es nennen, ist gleich. Jedenfalls hatte ich Ihr von mir letzthin beobachtetes Interesse anders gedeutet."
Gern, Frau Berank. Wann dürfen wir kommend „Morgen abend. Gegen zwanzig Uhr. Ihr könnt mit mir essen. Habt ihr gute Sachen?"
„Ja! Wir haben uns doch die Kleider zurechtgemacht, die uns gnädige Frau letzthin schenkten!"
„So? Nun, vielleicht habe ich noch etwas."
Sie klingelte.
Das pikante Zöschen erschien. Lächelte freundlich und höflich.
„Lissy, bitte geben Sie doch die Kleider aus dem Schrank zwei. Es sind die, die ich herausgesucht hatte. Ich wollte sie umändern lassen. Ich habe es mir inzwischen anders überlegt. Packen Sie diese Kleider für das Fräulein hier ein!"
Das freundliche Lächeln verschwand vom Gesicht der Zofe. Mürrisch blickte sie ihre Herrin an. Sagte:
„Jawohl, gnädige Frau!" Und verschwand.
Olga war glücklich. Und noch viel glücklicher war sie, als sie auch noch einen Fünfzigmarkschein erhielt.
„Kauft euch etwas! Was ihr noch braucht", sagte die Berani gnädig und freute sich, als Olga die hellen Tränen über die Wangen stürzten. Und dann ging sie glücklich davon. Es störte sie gar nicht, daß die Zofe unsanft hinter ihr die Tür schloß.
Hilpert!
Was hatte der vor? Der hatte sich heute schwer verstellt, als er behauptet hatte, die kleine Käthe Randolf nicht zu kennen. Sich nicht auf sie besinnen zu können. Er hatte natürlich sofort gewußt, wen sie meinte. Am Glitzern seiner wasserblauen Augen hatte sie es gesehen.
Was hatte er vor?
Denn er hatte Käthe bestimmt im Atelier dauernd beobachtet! Sie hatte sich da auch nicht geirrt. Es war schon so gewesen!
Olga packte ihre Handtasche plötzlich ganz, ganz feft.
„Ach so, lieber Hilpert! So denkst du dir das? Nein! Das wird nicht sein. Das nicht! Ich werde Käthe vor dir schützen!"
Olga kaufte unterwegs dann noch in der Straße, in der sie wohnten, etwas Kuchen. Und dann lief sie schnell die vier Treppen im Hinterhause hinauf. Als sie ziemlich oben war, dachte sie: Und ein bißchen kann ich mich doch freuen. Käthe werde ich schützen, und da kann ihr ja nichts passieren. Aber aufmerksam machen auf all die Gefahren muß ich sie wohl. Denn sie denkt ja an so etwas nie. Sie ist noch völlig Kind. —
Droben waren sie froh, als sie wieder da war. Denn es war heute so unfreundlich draußen. Regen mischte sich in das Schneewetter, und ganz trübe und grau hing der Himmel über Berlin.
„Wo warst du denn so lange? Wolltest du nicht bloß etwas besorgen?" fragte Käthe und legte den Arm um die Freundin.
„Ja, Kuchen hab' ich zum Kaffee gleich mitgebracht Aber eigentlich war ich draußen im Atelier."
„Du? Aber wir hatten doch heute nichts zu tun?"
„Ich hab' mit Hilpert gesprochen, Käthe, die Hauptrolle für den neuen Film hat bereits die Kranz!"
„Siehst du! Und nun hast du dich um meinetwillen blamiert oder Hilpert ist nun böse auf uns", sagte Käthe ängstlich.
wieder in ihr.
Mama Kulick ging plötzlich hinaus. Sie wußte,
„Hinaus?"
Da ging Olga. Und sie wußte, daß sie nun auch die Rollen nicht bekommen würden, wenn Käth§ nicht auf die Wünsche des Herrn Hilpert einging.
Sie nahm Käthe beiseite:
„Meine Ahnung war richtig, Käthe. Hilpert will sich dir nähern. Wollte es. Du sollst dir deine Rolle bei ihm abholen. Aber ich denke, daß wir die Rollen gar nicht bekommen. Er ist rachsüchtig."
„Dann können wir es nicht ändern. Warum gingst du zu ihm, Olga? Mir hätte mein kleines Einkommen genügt."
„Das kann er uns jeden Tag auch noch entziehe,;. Er hat es in der Hand", sagte Olga trübe. „Aber ich gehe zur Berani. Die ist allmächtig. Was sie will, geschieht. Und sie hätte der neuen Diva, der Kranz, gewiß schon längst die Augen ausgekratzt, wenn eben beide nicht ein ganz anderes Fach verkörpern würden. Aber die Berani ist wahnsinnig eifersüchtig auf den Ruhm einer andern. Und Ruhm hat ja diese schöne, blonde Mila Kranz gerade genug zur Seite."
Käthe schwieg. Ihr Herz klopfte ängstlich. Wenn sie doch nur ihre bescheidenen Posten nicht einbüßen würden! Sie war doch so unendlich froh gewesen, daß sie etwas gefunden hatte, wovon sie bescheiden und ehrlich leben konnte.
„Willst du zu Hilpert gehen?"
Olga hatte es plötzlich schroff gesagt. Käthe zuckte
Olga ging nach Hause. Vielmehr sie fuhr. Aber
sie machte sich jetzt trübe Gedanken, und aus diesem ö....o
Grunde freute sie auch die Rolle nicht, die sie er- > daß Olga allein mit Käthe sprechen wollte. Und sie halten sollte. Und sie müßte sich doch freuen. Und • konnte ja inzwischen draußen in der kleinen, blitz- Käthe auch. Denn die meisten Filmdiven waren zu- blanken Küche immer ihren Kaffee kochen.
erst in einer kleineren Rolle beschäftigt worden und „Nimm dich vor Hilpert in acht! Er hat keine hatten dann binnen kurzem große Rollen gespielt.' guten Absichten. Zum mindesten wird er dich einmal Vielleicht kamen sie beide auf diesem Wege zur Höhe einladen, mit ihm zu speisen. Vorher vielleicht Oper hinauf? oder so. Sei vorsichtig, Käthe!"
Am andern Tage machten sie sich sehr sorgfältig zurecht. Zwei schöne Mäntel wurden über die Abendkleider gezogen. Für Käthe hatte man weiße Schuhe gekauft, und sie sah ganz entzückend aus. Und sie hatten sogar eine Droschke genommen und fuhren zur Diergartenvilla, wo die Berani wohnte.
Die erschrak!
Daschatte sie nicht ahnen können. Soviel köstlichen, natürlichen Liebreiz. Aus einer Laune heraus hatte sie die beiden Mädels beglücken wollen. Und nun saß sie fassungslos Käthes wundersamer Schönheit gegenüber. Aber sie nahm sich zusammen. Wozu war sie schließlich eine berühmte Schauspielerin?
Käthe aß nicht viel. Sie blickte sich nur immer wieder verstohlen um.
Die wundervollen Möbel! Daß es so etwas geben konnte!
Und die weichen, wundervollen Teppiche, in denen die Füße versanken. Und die schöne, schlanke, große Frau in ihrem silberglitzernden Gewände!
Käthe wagte kaum noch zu atmen, wenn sie die schöne Frau ansah. Und sie hatte keine Ahnung, daß diese bewunderte Frau sie maßlos um ihre Jugend und um ihren köstlichen Liebreiz beneidete.
Und da blitzte ein Gedanke im Hirn der Berani auf: Mila Kranz!
Neben diesem Mädchen hier, das so taufrisch und traumschön war, mußte man genau feststellen können, wie alt Mila Kranz war! Das mußte vernichtend wirken!
(Fortsetzung folgt!)
MMMtölil.
Vornan von Gert Gothberg.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).
ängstlich zusammen, sagte:
„Nein, auf keinen Fall! Bleib bei mir, Olga!"
Und sie blieben mitten unter den anderen Komparsen sitzen. Aber es war wohl allen ersichtlich: a, , , .. ,. . flr. r Käthe Randolf saß wie ein junger Frühling zwischen
Am Dienstag hatten fie Mel.-r zu tun• &e , „ störten Hoffnungen, dem Neid und der fuhren Miteinander hinaus. Und wahrend Käthe $ fj$ g/g^itig begeifernden Eifersucht
Randolf mit anderen Kolleginnen im Komparsen- - ' ~ö
raum wartete, ging Olga zu Herrn Hilpert ins
Bureau uno es tarn oann, wie jie oefurajiei yuuen. v-y
„Ach ja, Schieber, natürlich. Also hier. Sehen Sie wurden einige Kamparsen entlassen neue eingestellt sich die Geschichte mal an. Viel ist's nicht, was ver- UndGunter den Entlassenen waren beide, Olga und langt wird. Aber immerhin war es doch wohl Haupt- Rathe. . . - . ,
sächlich wegen dem Geld. Weil ihr kleinen Mädels!,. ..3* gehe zur Beran,! Sie wird helfen Es kostet mal was tauten wollt. Nicht wahr? Bin ich nicht st- nur em Wort. Der erste Direktor ist weiches
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