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Geschichten aus aller Welt

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Gemeinderat in Gchotten.

K Schotten, 4. Oft. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner jüngsten Sitzung zunächst mit der Errichtung des Ehrentempels auf der Warte. Mit dem Bruch des nötigen Steinmaterials wird alsbald begonnen, die Anfuhr soll im Winter durch die Fuhrwerksbesitzer kostenlos vorgenommen werden. Ein Angebot über Lieferung von Säulen und Brüstung in Lungsteinen wird nochmals ein­geholt.

Als Wassergelderheber wurde Wilh. Schauer- m a n n bestimmt. Die monatliche Erhebung des Wassergeldes hat sich gut bewährt.

Um die Wasserknappheit zu beheben, wird sofort das Quellengebiet am Lud- wigsbrunnen neu gefaßt, da durch Verwach­sungen das Wasser vielfach zutage tritt und den Sammelkammern nicht mehr zufliehen kann. Die Arbeiten werden im Wege der Notstandsarbeiten ausgesührt. Außerdem soll eine weitere st arte Quelle in der Nähe des städtischen Quellen­gebietes, in den sogenannten Flössern, neu gefaßt und an die städtische Leitung angeschlossen werden. Hiermit würde für die Zukunft jeglicher Wasser­knappheit vorgebeugt. Die nötigen Vorarbeiten sind bereits eingeleitet.

Am 21.Oktober soll hier eine Bezirksobst­schau stattfinden. Hierzu wurde ein gewisser Zu­schuß genehmigt.

Heber eine Reihe weiterer Punkte (Errichtung einer Kreisführerschule, Bau einer kleinen Leichen­halle usw.) folgte noch Aussprache. Mit einem Sieg- Heil auf den Führer schloß die Sitzung.

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Der Bezrrkslerter.

fuhr Monsieur Veille sofort ins Krankenhaus, um ich gegen Tollwut impfen zu lassen. Nach der Be­handlung fragte er den Arzt, was er zu bezahlen !labe, und als er die Summe hörte, die er schuldig war, schrieb er einen Scheck über 100 000 Franken aus, den er dem Arzt lächelnd überreichte.

Der Assistenzarzt starrte ihn einen Augenblick entsetzt an, dann schoß er zur Tur hinaus, und Veille hörte, wie der Schlüssel energisch herumge- dreht wurde. Der Millionär war also gefangenge- etzt. Er rief, polterte und verlangte dringend, her- ausgelassen zu werden. Aber stattdessen versuchte man ihn mit sanften Worten durch die Tür zu be-

nen Dank für die Aufnahme hr dem Haufe de» Laubacher Schloßherrn zum Ausdruck brrngen wollte. Der Amtsleiter der NS-DolL^wohlsahrt Köln-Bickendorf, Pg. P a t h e, richtete dabei herz­liche Worte des Dankes an den Grafen Solms-Lau- bad) und an die Laubacher Bevölkerung für die große Gastfreundschaft, die den Jungens überall be­kundet würbe. Die Ansprache schloß mit dreimaligem Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland. Se. Er­laucht Graf Georg Friedrich zu Solms- Laubach sprach einige Wort des Abschieds zu den Jungens und lud sie ein, während ihrer Ferien im nächsten Jahre wiederzukommen und dann er­neut einige Zeit der Erholung hier zu verbringen. Nach einer kurzen Ansprache des Jungbannführers Ernst aus Köln sprach noch Sturmbannführer Hahn für die Partei und die Bevölkerung von Laubach, der der Freude über den Besuch der Köl­ner Jungens Ausdruck gab. Den Abschluß des Abends bildete ein Marsch zum Ramsberg, wo ein mächtiger Holzstoß abgebrannt wurde.

# Eichelsdorf, 4. Okt. Gestern stürzte der 26jährige Karl Knodt, Sohn des hiesigen Bür­germeisters, beim Ob st brechen von der Höhe eines Birnbaumes zu Boden, daß er sich einen schweren Oberarmbruch zuzog. Der Der-

lleidigungsprozeß, den eine mit Namen nicht ge­mannte Dame aus Westminster in einem Städtchen Der Grafschaft Wiltshire angestrengt hatte. Ihr war folgendes widerfahren:

Miß X., die über eine prachtvolle, noch nicht zu »einem Bubenkopf verschnittene Haarfülle von auf- -fallender roter Farbe verfügt, erlitt auf einer Land­straße in Wiltshire auf der Heimfahrt von ihrem Ferienaufenthalt mit ihrem Zweisitzer eine Panne unb begab sich ins nächste Dorf, um Hilfe heranzu- cholen. Der erste Mensch, der ihr begegnete, war ein Steines Mädchen, das bei ihrem Anblik erschreckt ... Das Kreuz schlug und ins nächste Haus flüchtete. War dies der Miß X. schon merkwürdig vorgekom- Snen, so erstarrte sie geradezu vor Empörung, als «uch zwei Bauern, die ihr auf der Dorfstraße ent- «gegenkamen, sich vor ihr bekreuzigten. Aber ihre «Entrüstung erreichte den Höhepunkt, als dies auch won einem kleinen Jungen getan wurde, den sie mach der Schmiede fragte.

Sofort begab sich die Dame zu dem Gemeindevor- ffteher und verlangte Aufschluß über das eigenartige Verhalten der Dorfbewohner. Und dort erfuhr sie Dann, daß das Kreuzschlagen vor rothaarigen Per- ssonen von altersher in diesem Dorfe und seiner Um­gebung Brauch sei, ohne daß man eine Erklärung Lafür wisse. Als während dieses Gespräches die Frau Lies Gemeindevorstehers hinzutrat, bekreuzigte auch Diese sich und zog sich schleunigst zurück.

Kurz entschlossen reichte Miß X. gegen die Frau »ine Klage ein, um wie sie sagte eine belei- Digende Unsitte exemplarisch auszurotten. In der Verhandlung wurde ein bekannter englischer Folk- Rorist und 'Sittenforscher als Sachverständiger ge- chört, der bestätigte, daß sich in vielen Teilen Eng­lands auf dem flachen Lande dieser Brauch noch er­halten habe, denn bei den alten Angeln und Sach- ffen habe man rothaarige Personen alsvorn Dä­mon besessen" angesprochen. Die Bekreuzigung solle durchaus nicht eine Beleidigung darstelten, denn be­kanntlich würden von primitiven Menschen Beses- jene wie Halbgötter und Heilige verehrt.

Miß X., die durchaus keinen Gefallen an dieser ^Rangerhöhung" finden konnte, bestand auf Be­strafung, und die kleine Gemeindevorstehersfrau kwurde vom Gericht auch in eine Formalstrafe von »einem Schilling genommen. Miß X. aber soll sich ge­schworen haben, bei allen künftigen Reisen und »Spazierfahrten Wiltshire zu meiden.

Ein verkannter Wohltäter.

(z) Paris.

Der Millionär Veille wurde in Paris auf der «Straße von einem Hund ins Bein gebissen. Da er ! nicht wissen konnte, ob der Hund auch gesund war,

ruhigen.

Nach einer Stunde, die Veille wie eine Ewigkeit vorgekommen war, öffnete sich die Tür. Der Arzt erschien verlegen lächelnd in Begleitung von Frau Veille, die man schleunigst herbeigerufen hatte Die Aerzte hatten nämlich die Ansicht vertreten, daß die Bereitschaft, 100 000 Franken für eine einfache Se­rumbehandlung zu bezahlen, unbedingt als erstes Symptom doch noch ausbrechender Tollwut anzu- fehen fei. Erft die Versicherung der Frau des Mil­lionärs, daß er auch ingefunden" Tagen solche Schecks auszustellen imstande sei, verschaffte dem Millionär, der übrigens wirklich ganz gesund war, die Freiheit. Er hatte Humor genug, der Anstalt den schönen Scheck trotz allem zu überlassen. Zu wohltätigen Zwecken, wie er sagte ....

Papierhelme wurdengelüstet".

(M) Brüssel.

Ein höherer belgischer Kolonialbeamter, der vor einiger Zeit eine Inspektionsreise in die Umgebung der Stanleyfälle unternahm, machte in Eingebore­nendörfern die Beobachtung, daß viele der Eingebo­renen Papierhüte ähnlich jenen Papierhelmen tru­gen, die sich Kinder aus Zeitungsbogen herzustellen pflegen. Es handelt sich jedoch, wie der Beamte fest­stellen konnte, keineswegs um gewöhnliches Zei­tungspapier, sondern um Aktenpapier des Distrikts­gerichtes von Equateurville. Und nicht etwa um unbeschriebenes Aktenpapier, sondern um ausge­füllte Verträge, Verhandlungsberichte, Protokolle, Anklageschriften usw., die samt und sonders aus den Jahren 1928 bis 1932 stammten!

Das konnte schwerlich mit rechten Dingen zugehen. Der Beamte sammelte deshalb einige dieser Papier­hüte als Beweismittel und begab sich nach Beendi-

Larrdkreis Gießen.

* Großen-Linden, 6. Okt. Das Postamt Gießen macht die Fernsprechteilnehmer in Großen-Linden auf folgendes aufmerk­sam: Wer eine Störung anmelden will, wählt künftig 7. Wer eine Auskunft in Sachen des Fern­sprech betriebe haben will, wählt künftig 8. Wer die genaue Zeit wissen will (Gebühr 10 Pf.), wählt künftig 0.

"Y" Leihgestern, 6. Okt. Gestern konnte das Ehepaar Konrad Seipp, Eisenbahnwagenauf­seher i. R., und Ehefrau Anna Elisabeth, geb. Lau- ber in seltener körperlicher und geistiger Frische im Kreise einer großen Kinderschar, Enkelkinder unb Bekannten das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Während tagsüber die Vertreter der kirch­lichen und weltlichen Behörden, der Reichsbahn usw., chre Glückwünsche und Geschenke darbrachten, er­schien am Abend der GesangvereinEintracht" mit einer stattlichen Anzahl Sänger und ehrte das Ju­belpaar durch den Vortrag einiger Lieder. Dann überbrachte ein Sänger mit einer Ansprache die Glückwünsche des Vereins, für die ein Enkel des Jubelpaares mit herzlichen Worten im Namen feiner Großeltern dankte. Eine große Menschenmenge war auf der Straße Zeuge der herzlichen Ehrung.

Kreis Schotten.

* Laubach, 4. Okt. Die Jungvolkgruppe aus Köln-Bickendors, die feit 5. September ein Ferienlager im Kasino des hiesigen Schlosses abhält, das am kommenden Mittwoch zu Ende geht, brachte dem Graf en zu Solms-Laubach einen Fackelzug dar, mit dem das Jungvolk fei-

unglüdtf jourbe in das Krankenhaus zu Schotten überführt. Das unter der Leitung des Kreis­bauamts Schotten in seinem Aeußeren instand- qesetzte Pfarrhaus ist zu einer Zierde der Dorfstraße geworben. Der häßliche Verputz ist ver­schwunden, und idas schöne Balkenwerk, in kaffee­braunem Farbton gehalten, tritt schwer und wuch­tig aus den leicht gelb getönten Feldern hervor. Von besonderer Wirkung auf den Beschauer ist die breite Giebelwand, deren Raumaufteilung außer­ordentlich ruhig und wirksam gehalten ist. Pfarr- vermalter Voth hat bereits im Pfarrhaus Woh­nung genommen.

. Ulrichstein, 5. Okt. An der Ohm­straße von hier abwärts bis Unter-Seibertenrod sowie an der Straße nach Rebgeshain sollen in diesem Herbst Teerungsarbeiten vorgenom­men werden. Zu diesem Zwecke wird eben mit Lastwagen von Station Mücke aus Basaltsplitt an« gefahren. Die Anfuhr der Teertonnen erfolgt eben­falls in diesen Tagen. Einige Arbeiter werden durch diese Maßnahme wieder für eine gewisse Zeit Beschäftigung finden.

Kreis Alsfeld.

ex) Nieder-Ohmen, 5. Oktober. Die in der hiesigen Gemarkung gelegenen, den Buderus- scheu Eisenwerken in Wetzlar gehörigen alten Schlammteiche sind von der Gemeinde käuflich erworben worden. Die Teiche sollen zu fruchtbarem Ackerland umgerodet werden.

st. Ehringshausen, 5. Okt. Auf der Bahn­linie GießenFulda fiel dieser Tage auf der Was­serscheide zwischen der Bahnstation Ehringshausen unb Zell-Romrod ein Kind aus dem Zuge. Es mußte in das Krankenhaus zu Alsfeld verbracht werden.

# Schellnhausen, 5. Oktober. Um bei den immer kürzer werdenden Tagen keine Entlassungen der Belegschaft an dem Notstandsprojekt Göringer Berg" vornehmen zu müssen, hat man für jede der beiden Schichten die Viertage­woche eingeführt. Die Arbeiter schaffen pro Tag zehneinhalb Stunden, wodurch sie wöchentlich auf 42 Arbeitsstunden, wie seither, kommen. Lediglich zwei Tage sind die beiden Schichten zusammen beschäftigt.

Kreis Büdingen.

A Stockheim, 5.Okt. In dieser Woche wird die hiesige Kirchenorgel, wohl eine der ältesten des Kreises, durch die Firma Förster & Nikolaus (Lich) einer eingehenden Nachschau und Stimmung unterzogen, sämtliche Pfeifen gereinigt und wurmzerfressene, nicht mehr ansprechende Holz­pfeifen durch noch gebrauchsfähige ersetzt. Die Orgel besitzt ein prächtig geschnitztes Gehäuse mit zwei Wappen. ______

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(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Affen als Ankläger.

(mi) Kalkutta.

Die Gerichtsbehörden stehen vor einer kniffligen Frage: In der Nähe von Kalkutta wurde im Dschungel ein Tierbändiger ermordet. Zeugen waren nicht vorhanden, denn nur zwei Menschen­affen begleiteten den Unglücklichen. Kein Mensch hätte wohl je von der Tat etwas erfahren, wenn nicht die beiden Affen in dem Dorf erschienen wären, in dem die Frau des Ermordeten lebt. Die Tiere gebärdeten sich bort so auffallend, baß man schließlich aufmerksam wurde. Als man sich näher mit ihnen beschäftigte, führten die Affen die Frau und die Polizei an den Tatort und zeigten genau die Stelle an, wo der Leichnam verscharrt worden war. Danach drängten sie wieder in das Dorf zu­rück und äußerten angesichts zweier Einwohner solche Zeichen von Wut, daß die beiden Leute als tatverdachtig festgenommen wurden. Man sand bei ihnen versteckt auch blutige Fetzen, die von den Kleidern des Ermordeten herrührten.

Somit wäre das Verbrechen praktisch aufgeklärt, .aber die anglo-indischen Behörden und die bedeu­tendsten Juristen stehen nun vor der Frage, ob .zwei Affen wirklich ausreichende Zeugen sind, zwei Menschen des Mordes zu überführen.

Klage einer Rothaarigen.

() London.

Einen Einblick in die in der englischen Landbe- ivölkerung noch vielfach vorhandenen Reste heid- mischen Aberglaubens vermittelte kürzlich ein Be-

mng seiner Jnspektionsrelse nach Echiateurvilte. Dort wurde dann festgestellt, daß ein beim Distrikts- ;ericht als Hilfsschreiber angestellter Grieche einen äußerst schwunghaften Handel mit erledigten Akten betrieb. Um so mehr als Papier im Kongo ein sehr begehrter Artikel ist, auch wenn es vollgeschrieben ist, hatte der griechische Hilfsschreiber, der offenbar nicht mit der sonst üblichen Pietät von Aktensamm­lungen belastet ist, einen einträglichen Nebenver­dienst. Allerdings ist ihm dieser Altpapierhandel nunmehr rücksichtslos entzogen worden. Und das Distriktsgericht hat neue Akten angelegt, auf einer dieser neuen Aktenbogen prangt nun sein Name, der Name eines ungetreuen und des Diebstahls an­geklagten Beamten ...

Das Messer im Strumpfband.

(v. gss) Madrid.

Daß die oft gehörte Behauptung von der Waffe im Strumpfband ber spanischen Frauen nicht etwa der Eifersucht nichtspanischer Frauenwelt entsprun­gen, sondern auf Tatsachen zurückzuführen ist und daß die glutäugige Südländerin wirklich mitunter ihre vor der Oeffentlichkeit verletzte Ehrebis aufs Messer" verteidigt, davon zeugt folgende Begeben­heit, die sich kürzlich in Westspanien abspielte:

In der Kirche eines kleinen Dorfes in der Nähe der Stadt Zamora war für einen bestimmten Ter­min die feierliche Trauung eines jungen Paares an- beraumt. Da derartige Ereignisse für kleine Ort­schaften auch auf der Pyrenäenhalbinsel von allge­meiner Bedeutung sind, fand sich in Pumarejo de Tera so weißt der Ort der Handlung zum festgesetzten Zeitpunkt fast die ganze Einwohner­schaft in der Kirche ein. Alle aber, die eine Bekennt- nisstunde voller Andacht erwartet hatten, sollten bitter enttäuscht werden.

Der Bräutigam hatte nämlich kaum die heilige Stätte des Zeremoniells betreten, als er sich un­versehens umwandte und davonlief. Sei es, daß ihn eine plötzliche, wenn auch späte Reue über einen vielleicht unüberlegten Schritt überkam, ober sei es, baß er bas Damoklesschwert schon über sich ahnte, kurz: er suchte seine Rettung in ber Flucht. Seine Braut aber blieb keineswegs errötenb in der Kirche zurück, sondern eilte dem Davonrasenden nach und erreichte ihn am Ufer eines kleinen Flusses. Nach kurzer Auseinandersetzung riß die aufs tiefste ge­kränkte und kompromittierte Dame ein Messer aus dem Strumpfband unb stach den Jüngling nieder. Nach diesem blutigen Racheakt stellte sie sich der Polizei.

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