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Welterlebnis" (Das Luftreich als großes neues Er- Mitgliedschaft und Vortragsbesuch den Goerye^uno lebnis des Auges, des Geistes und der Seele). Licht- als starken Kulturträger unser r S adt zum Wohle bilder-Vortrag von Professor Walter, Vertrauens- j der Allgememhett zu fordern und zu starken.

sammengefunden haben.

So wird das neue Programm des Goethe-Bundes eine große Zahl höchst interessanter und wertvoller Vortragserlebnisse bringen. Betrachte es jeder Bür» ger unserer Stadt als seine besondere Pflicht, durch Mitgliedschaft und Vortragsbesuch den Goethe-Bund

Feierabendstunden für jedermann" ist die rechte Bezeichnung und Sinngebung für die Darbietungen des Goethe-Bundes. Dieser Aufgabe soll auch wie­derum das neue Vortragsprogramm des Goethe- Bundes, das in diesen Tagen eröffnet wird, dienen. Aus Anlaß des zwanzigjährigen Bestehens des Bundes ist dieser Vortragsfolge noch ein ganz besonders bedeutsames Gepräge gegeben worden. Denn diesesJubiläum" begeht der Bund nicht durch große und unzeitgemäße Feiern. Für ihn bedeutet vielmehr der Abschluß seines zweiten Le­bensjahrzehnts Mahnruf und Aufforderung zu neuer rastloser und verantwortungsbewußter Ar­beit an seinem großen Kulturwerk. Die kulturellen und gemeinnützigen Leitsätze, von denen das Wol­len des Goethe-Bundes getragen und nach denen seine Vortragstätigkeit ausgestaltet ist, sind seit Jahren allseits bekannt: Die Kenntnis von echtem deutschen Schrifttum und Geistesleben sollen die Dichter-Abende des Bundes vermitteln, an denen bedeutende Dichter und Denker aus ihren Werken lesen und persönlich zu den Vortragsbesuchern sprechen. Durch Heimatvorträge, die die Schönheit deutschen Landes und seine ehrwürdigen Sitten und Gebräuche schildern, soll die Liebe zur Heimat und Scholle gestärkt und die Wahrung echten Volks- tumes gepflegt werden. Männer der Wissenschaft und Forschung berichten über Erfolge und Kühn­heit deutschen Forscher- und Unternehmungsgeistes. Kampferprobte Helden künden von deutschem Hel­denmut. Damit will der Bund zur Achtung vor deutscher Tat und deutschem Heldentum erziehen. Um das Wissen und die Erkenntnis von dem gro­ßen kulturellen Aufbruch unserer Zeit zu mehren, zeichnen namhafte Persönlichkeiten unseres neuen Geisteslebens den großen kulturpolitischen und na­tionalen Aufbruch unserer Nation auf. Ohne Unter­schied des beruflichen und wirtschaftlichen Standes sollen weite Schichten unserer Bevölkerung zusam­mengeführt werden, um sich in gemeinsamem Kunst­erleben an dem Schönen und Guten zu erfreuen.

In der Reihe der Dichterabende werden in diesem Vortragswinter im Goethe - Bund aus ihren Werken lesen: Hans Friedrich Blunck, der Präsident der Reichsschrifttumskammer (diese Vor­lesung ist zugleich Festveranstaltung für die 20-Jahr- feier des Bundes), der bekannte Arbeiterdichter Heinrich L e r s ch und der in unserer Stadt viel gelesene Dichter Manfred Hausmann.

Eine Vortragsreihe über kulturpolitische Gegenwartsfragen wird folgende Redner und Persönlichkeiten an den Vortragstisch führen: Rechtsanwalt Prof. Dr. Grimm, der bekannte Strafverteidiger aus den Ruhrprozessen, wird spre­chen überDer Abstimmungskampf an der Saar". Ludwig Klag es, der großeDenker der Zeit­wende , behandelt unter Zugrundelegung von Goethes Seelenforschung eines der entscheidenden Probleme im Kampf um die geistige Wiedergeburt unseres VolkesMensch und Erde". Oberprasrdent August Winni g, der große Heimatdichter und Vorkämpfer eines gesunden und geachteten natio­nalen deutschen Arbeitertums, hält einen Vortrag Dom Proletariat zum Arbeitertum". Ferner ist vorgesehen ein Vortrag des Universitätsprofessors Dr. Hans Naumann, Bonn, überFührer- idee und Gefolgschaftswesen im ger­manischen Schicksal".

Wir fahren in die Welt" ist eine Reche von fünf Lichtbilder-Vorträgen benannt, die fol-

Feierabendstun-en für Jedermann

Das VortragSprogramm 1934/35 des Goethe-Bundes Gießen.

Don Or. Otto Henning.

gende Veranstaltungen bietet: Lichtbilder-Vortrag mes Süd-Arabienforfchers Hans H e l f r i tz :Chr- kago der Wüste". Lichtbildervortrag des Direktors des Zoologischen Gartens Berlin, Dr. Heck:Auf Großtierfang-Expedition in Ostafrika". Lichtbilder- Vortrag des Kapitänleutnants a. D. Horst, Freiherr Treufch von Buttlar, des erfolgreichen Zep- pelin-Komandanten des WeltkriegesVier Jahre im Zeppelin gegen den Feind". Lichtbilder-Vortrag des Fliegerdichters Dr. Peter S u p f:Das neue

tun auch bte französischen Politiker so, als ob ihnen die österreichischeUnabhängigkeit" aus reiner Menschenfreundlichkeit schlaflose Nachte bereitete. Allein die Ungarn wissen und spuren es an dem höhnischen Pariser Echo unangenehm genug, datz ihr großer Freund Mussolini sie diesmal nur als Trittbrett nach Wien benutzt hat. Ja schlimmer noch, die ritterlichen Magyaren empfinden m den -Vor­gängen ringsum peinlich die Spitze gegen das nati^ nalfozialiftische Deutschland, eme Spitze, die auch den Staatsmännern deszweiten deutschen Staates in Wien allmählich unbequem werden durfte. Die wiederholte Garantiererklärung Englands, Frank­reichs und Italiens vom 27. September 1934 für OesterreichsUnabhängigkeit und Unversehrtheit , vorläufig das jüngste diplomatische Dokument der

mann tn Schweden für das Deutschtum im Aus­land:Oh, du mein Deutschland".

Als Sonderveranstaltung ist aus Anlaß des 175. Geburtstages Friedrich von Schillers für den 11. November 1934 eine Schiller-Gedenkstunde vorge» sehen, zu der der große Sprecher Ludwig Wüll» n e r gewonnen worden ist.

Im Sinne seiner gemeinnützigen Zielsetzung hat der Goethe-Bund das Bestreben, durch niedrig ge­haltene Eintritts- und Beitragsgebühren allen denen, die Bedürfnis nach geistiger Erholung haben, die Möglichkeit zur Teilnahme an seinen Feierabend- stunden zu geben. Aus gleichem Grunde ist auch zum Teil schon seit Jahren mit einer Reihe von Kultur- und Berufsverbänden unserer Stadt (Volks­hochschule, NS.-Lehrerbund, Verband Deutscher Frauenkultur, Reichsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen, u. a.) eine Zusammenarbeit aus­genommen, um den Mitgliedern dieser Verbände weitgehende Eintrittserleichterungen zu gewähren. Im Rahmen der seit Jahren bestehenden Vortrags­gemeinschaft mit dem Kaufmännischen Verein wer­den die oben genannten fünf Lichtbilder-Vorträge gemeinsam veranstaltet. Eine weitere verheißungs­volle und bedeutsame kulturelle Arbeitsgemeinschaft konnte zu Beginn der dieswinterlichen Vortrags­tätigkeit dadurch geschaffen werden, daß sich die Deutsche Angestelltenschaft, Ortsgruppe Gießen^und der Goethe-Bund zur Veranstaltung und Durchfuhr rung eines gemeinsamen Voxtragsprogrammes zu»

Donaupolitik, ist auch nur ein Zeugnis mehr für die Art, wie den Dingen nun einmal nicht zu helfen ist. Dasneue Europa" südlich vom Deutschen Reich leidet seit 1918/19 an dem grundsätzlichen Uebelstand, daß es nur eine halbe Ord­nung darstellt. In allen offenen Fragen, die in ihrer ganzen bedrängenden Vielfalt unter dem Namen derRevision" zusammengesaßt sind, geschieht nicht das normalerweise Notwendige. Kompromiß folgt auf Kompromiß, Vorbehalt über Vorbehalt, nur weil gewisse Mächte starr an der Nichtbeteiligung Deutschlands an allen Donaufragen festhalten. Und ohne deutsche Teil­nahme läßt sich gerade in diesem Teil Europas weder wirtschaftlich noch politisch etwas Ganzes, Dauerhaftes schaffen.

Von -erDeutschen Bühne" zur ,,NG.- Kulturgemeinde".

Von Or. Ruckeishausen, Führer des Orisverbandes Gießen der NG.-Kuliurgemelnde.

Stadttheater zu gewinnen. Das Ergebnis wa» befriedigend, da etwa 130 neue Mitglieder dieses Bezirkes allmonatlich zweimal die Vorstellungen der Deutschen Bühne" besuchten.

Die Auswahl geeigneter Bühnenspiele fand durch einen besonderen Programmausschuß derDeut­schen Bühne" statt. Vorschläge und Wünsche aus dem Kreise der Mitglieder wurden, soweit berech­tigt, nach Möglichkeit berücksichtigt. In der Regel wurde in jedem Monat ein heiteres Stück (Lust­spiel, Operette) und ein ernstes (Drama, Schauspiel) aufgeführt. Allgemein begrüßt wurde es, daß vor den DramenAlle gegen Einen Einer für Alle", Julius Cäsar" undKatte" einleitende Vorträge von 8 bis 10 Minuten Dauer gehalten wurden.

Die Zufriedenheit der Mitglieder mit Organisa­tion und Kunstdarbietung findet zur Zeit ihren Ausdruck darin, daß die bisherigen Mitglieder fast alle ihre Mitgliedschaft für das kommende Spiel- fahr aufrechterhalten haben und auch bei der Wer­bung neuer Mitglieder erfolgreich helfen.

Der zahlenmäßige wie künstlerische Erfolg wäre nicht möglich gewesen, wenn nicht die Stadtver­waltung Gießen und die Intendanz des Stadttheaters volles Verständnis für die Größe der Aufgaben derDeutschen Bühne" gezeigt hätten, indem sie vor allem opferwillig halfen, die finan­zielle Seite zu lösen. Hier wurde der Gedanke der Volksgemeinschaft in die Tat umgesetzt. Auch der unbemittelte Volksgenosse konnte und kann künftig deutsche Bühnenkunst genießen.

Die Theatervorstellungen derNS.-Kulturge- meinde" finden während des kommenden Spiel­jahres imVorstellungsring Deutsche Bühne" statt. -Nähere Einzelheiten ergeben sich aus dem gegenwärtig zur Verteilung gelangenden Aufruf und den Besuchsbedingungen für 1934/35. Die erste Vorstellung findet in der zweiten Half^ des Oktobers statt. Näheres wird, wie bisher, durch- Zeitungsanzeige bekanntgegeben.

Die derzeitige Werbung wird erleichtert durch das Gelingen im ersten Spieljahr und durch die in weite Kreise gedrungene Erkenntnis, daß es sich hier um eine gute Sache im Sinne nationalsoziali­stischer Weltanschauung handelt: einerseits finden Die Mitglieder hier geistige Anregung, seelische Er­quickung und Erholung, andererseits helfen sie aber jauch bei dem Aufbau des deutschen Nationaltheaters.

genanntenKleinen Entente* aefletlt In der sich Südslawien, Rumänien und die Tschechoslowakei untereinander den Status quo garantieren, bei selbstverständlicher Einordnung in die französische Front der ersten Nachkriegszeit. Bis zu Anfang dieses Jahres war dieKleine Entente", die mit zusammen über 500 000 Mann Soldaten (Friedens­stärke) keineswegs ein kleiner Faktor für den Ernst­fall wäre, tatsächlich die einzige politische Kombi­nation im Donaraum, eine vielfache Uebermacht gegenüber den abgerüsteten mittleren Ländern Bul­garien, Ungarn und Oesterreich.

Allein, in dieser ganzen Zeit ist es den von Pa­ris stets lebhaft unterstützten Bemühungen Dr. Be- neschs und seines Freundes, des bisherigen rumäni­schen Außenministers T i t u l e s c u, nicht gelungen, über die gemeinsame Gegnerschaft gegen Ungarn hin­aus das Dreibündnis zu einer engeren Einheit auszu­gestalten. Die räumliche Entfernung Süd- slawiens, trotz der 1918 vorsorglich gewahrten gemeinsamen Grenzstrecke mit Rumänien, ist das eine, der empfindliche wirtschaftliche Unter­schied zwischen der industriell hochentwickelten Tschechoslowakei und den beiden Agrarländern das andere Hindernis für eine wirkliche Interessenge­meinschaft zwischen Prag, Bukarest und Belgrad. Besonders zwiespältig wurden die südslawischen Gefühle angesichts der neuen Sowjetfreund­schaft, die Prag und Bukarest im Gefolge Frankreichs und nicht ohne einen deutlichen Seiten­blick auf den polnischen Druck im Karpathenland und in der Ukraine so eifrig pflegen. Noch pein­licher allerdings wirkt sich die jüngste französische Taktik, Oesterreichs wegen eine Einhei t s s r o n t mit Italien zu schaffen, für das Ansehen der Kleinen Entente" aus. Hat es doch Herr Barthou vor wenigen Tagen in Genf vorgezogen, oie kom­plizierten Verhandlungen über die Oesterreich-Ga­rantie dadurch zu vereinfachen, daß er ine Herren Benesch, Titulescu und Jeftitsch gar nicht um tyre Meinung fragte. Hier werden in einer, selbst für den eifrigsten Westler schmerzlichen Weise die Nach­teile einer Mächtegruppierung auf Befehl, wie sie die .Kleine Entente" darstellt, klar, die eben schließ­lich doch nur dazu da ist, alsglänzender Zweiter Frankreich jederzeit zur Verfügung zu stehen.

Anfang 1934 trat, von langer Hand vorbereitet, ein zweites diplomatisches Gebilde in dieser neuen Staatenwelt auf den Plan, das die lerne Entente" ihres Monopols beraubt und gleichzeitig direkt überschneidet: derBalkanpakt zwischen Türkei, Griechenland, Rumänien und Sudslawlen. Im Unterschied zu dem geopolitisch so künstlichen Bündnis Prag-Bukarest-Belgrad, sollte auf dem Balkan ein echter, geschlossener Regionalpakt ent­stehen. Das gegen Italien gerichtete Unter­nehmen kam allerdings nicht zur vollen Auswir­kung, weil der Zwang zur Aufrechterhaltung des Status quo den Bulgaren unannehmbar er­schien. Es ist denn auch fein Geheimnis, daß ge­rade Südslawien nur mit halbe m Her­zen den Balkanpakt unterzeichnet hat und sich an­dererseits mit erstaunlichem Ernst der Aufgabe wid­met, Frieden mit den feindlichen bulgarischen Bru­dern zu schließen. Der Besuch König Alexan­ders in Sofia bei König Boris dieser Tage spricht eine um so deutlichere Sprache, als die bul­garische Regierung aus diesem Anlaß durchgreifende Maßnahmen gegen die mächtige mazedonische Jrredenta im Lande ergriffen hat. Jedenfalls ist es ein merkwürdiger Vorgang, daß sich hier in der allgemeinen Unsicherheit der Verhältnisse zwei tapfere slawische Bergvölker die Hand über alles Trennende hinweg reichen wollen, weil sie als blutsverwandte Nachbarn einer des andern sicherer zu fein glauben als in der Vereinigung mit dritten Staaten." Ohne sensationelle Prophezeiungen zu wagen, wird man in der wachsenden Verdichtung der südslawischen Ziele von derKleinen Entente" über denBalkanpakt" bis zur Aussöhnung mit Bulgarien eine deutliche Ablehnung der allzu künstlichen Bindungen und komplizierten Siche­rungssysteme erblicken dürfen. Und das nicht um­sonst in einem Augenblick, wo Herr Barthou ge­radezu einem Paktwahn verfallen scheint und, kaum daß der N o r d o st patt über Polens Kopf hinweg gescheitert ist, mit Italien Südost - abmachungen über Südslawiens Kopf hinweg ins Auge faßt.

Völlig unmöglich und auch durch nachbarliche Annäherung untereinander kaum zu bessern, ist bis auf den heutigen Tag die Lage der beiden Rest­staaten in der Mitte, Oesterreichs und Un­garns, geblieben. Gewiß stehen sie seit Ostern dieses Jahres in enger diplomatisch-wirtschaftlicher Verbindung mit der Großmacht Italien, gewiß

Vor wenig mehr als einem Jahr hat der Führer Adolf Hitler die Gründung derDeutschen Bühne" angeordnet, da mit der politischen Um­gestaltung Deutschlands die kulturelle und künstle­rische Erneuerung deutschen Wesens gleichen Schritt halten müsse. Hierbei fand die besondere Bedeutung des Theaters ihre Anerkennung in der Schaffung einer straffen Besucherorgamsation, derDeutschen Bühne". An allen Orten Deutschlands, da vollwer­tige Bühnenkunst gebracht wird, erstanden lebens­kräftige Ortsgruppen, und schon nach einem halben Jahr war die Mitgliederzahl von einer Million überschritten.

Hiernach durfte man folgerichtig an den Ausbau gehen, der im Sommer 1934 durch Zusammenfas­sung derDeutschen Bühne" und desKampfbun­des für deutsche Kultur" in der N S. - Kultur­gemeinde" seinen Ausdruck fand. Die gleich­zeitige körperschaftliche Eingliederung dieser Ge­meinde in die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" gewährleistet ein weites Betätigungs­feld.

Der organisatorische Aufbau hat somit seinen kraftvollen Abschluß gefunden. Gleichzeitig aber sind die Voraussetzungen zur Ausweitung des künstle­rischen und kulturellen Arbeitsgebietes erfüllt. Nach wie vor wird das Theater im Mittelpunkt des Aufgabenkreises stehen. Daneben aber wurde die Reinigung des Filmes durch Gestaltung kulturell und künstlerisch vorbildlicher deutscher Filme in An­griff genommen, deren erste bereits im kommenden Winter zur Aufführung gelangen werden; hierüber soll zur gegebenen Zeit noch im einzelnen berichtet werden. Schließlich hat sich dieNS.-Kulturge­meinde" auch noch die Aufgabe gestellt, an der Pflege deutscher Musik, des deutschen Buches und des V o r t r a g s w e s e n s teilzunehmen.

Damit find auch Organisation und Aufgabenkreis des Ortsverbandes Gießen derNS.-Kulturge­meinde" ausreichend umrissen. Hiernach darf noch erörtert werden, welche Entwicklung dieDeutsche Bühne" im Kreise Gießen während des ersten Spiel­jahres genommen hat. Die Werbetätigkeit wurde zunächst auf die Stadt Gießen und ihre Nachbar­dörfer beschränkt. Erst als die Mitgliederzahl über Tausend gestiegen war, wurde versucht, durch Ein­legung eines Sonderzuges die Ortschaften des Lumdatales einschließlich Lollar dem Gießener

Eigentümer aber war nun ebenso weitblickend wie habgierig, er verübte eine große Roheit an den Bäumen und Inseln: auf allen Eilanden der Mo­lukkengruppe vernichteten die Holländer die Nelken­bäume, nur nicht auf Amboina, einer Insel, die leicht zu bewachen und klimatisch am gesündesten war. Eifensüchtig wurde nun auf diesem Eiland der handelswichtige Baum gehütet und gepflegt, so daß den Holländern sein Besitz und das ganze Nel­kengeschäft anderthalb Jahrhunderte gesichert war. Doch auf die Dauer ist keine Grenze so dicht, daß nicht eines Tages ein Bewachter ausbräche, und wäre es bloß das Reis eines Nelkenbaumes.

daß dieser zauberhafte Wohlgeruch und der wert­volle Besitz andere seefahrende und handeltreibende Völker verlockte, nach diesen Pflanzen-Schatzinseln zu gieren. So mußten die Portugiesen denn auch etwa 200 Jahre später ihre schönen Gewürzinseln den mächtig gewordenen Holländern auf Nimmer­wiedersehen überlassen. Der Händlergeist der neuen

Roman des Nelkenbaums. 11

Von Friedrich Schnack.

Jeder kennt das aus den heißen Ländern ein- I geführte Gewürz: die Nelke, dasNägelein" des l Nelkenbaums. Wie der Dolksaushruck jagt, ist es ein nagelförmiges Erzeugnis des tropischen Bau- i mes, aber nicht etwa seine ausgereifte Frucht, son­dern die noch unerschlossene, getrocknete Knospe.

Schon seit 2000 Jahren würzt die Menschheit mit der Nelke ihre Getränke und Leckereien, aber erst seit dem 15. Jahrhundert kennt man die Geschichte des köstlichen Baumes, feine Abstammung und Her­kunft. Die ägyptischen und arabischen Gewürzhänd­ler trieben mit der Nelke schwunghafte Geschäfte und wurden reich daran. Sie waren durch die Chi­nesen mit dem wohlriechenden Gewürz bekannt ge­macht worden, deren Verdienst es ist, in grauer Vorzeit den Gewürznelkenbaum wie auch den Muskatnuhbaum entdeckt zu haben. Alte Schrift­steller berichten von der Sitte hoher Mandarine Nelken zu b»uen, so wie man heutigentags Mund­pillen und Kaugummi zwischen den Zähnen wälzt: die Nelke verbesserte ihren Atem und machte ihn angenehm, wenn sie mit ihrem Herrscher sprachen.

Wie Gold und Diamanten, Kohle und Del in der europäischen Geschichte wichtige Triebkräfte waren und noch sind, so auch mancherlei Pflanzen und Bäume, um deren Besitz sich Kämpfe, Schurkereien, Intrigen und Abenteuer abspielten. Von derartigen historischen Erinnerungen ist der Nelkenbaum le­gendär umrankt. Das erste europäische Volk, da feiner habhaft wurde, sind die Portugiesen, die einst die Meere beherrschten. Auf ihren ausgedehnten See- und Entdeckerfahrten lernten sie zu Beginn des 15. Jahrhunderts die Molukken als das Heimat­land der Nelke kennen, und sie nannten jene Inseln Gewürzinseln, womit sie einen unbeschreib­lichen Duft in der geographischen Vorstellung des Abendlandes erweckten. Es konnte nicht ausbleiben,

Der Franzose Pierre Poivre, zu deutsch Peter Pfeffer, ein schickjalhafter Mann mit einem Ge­würznamen und ein pfiffiger Bursche, stahl den Holländern eine Anzahl junger Nelkenpflanzen und entführte sie ihnen vor der Nase. Nach mancher Schwierigkeit und Gefahr reifte er mit ihnen durch den Indischen Ozean nach verschiedenen Inseln, wie sie ihm für die Anpflanzung der Nelkensetzlinge ge­eignet erschienen. Die Sechellen, wo es feucht und warm ist, erhielten eine Pflanze, Cayenne in Süd­amerika, wo der Pfeffer wächst, bekam eine zweite; wo die dritte in die Erde gesenkt wurde, ist nicht gewiß; seine vierte und letzte schlug auf der Bour­boneninsel Reunion unweit Madagaskar Wurzel; sie gedieh prächtig. Alle andern gingen mit der Zeit zugrunde, sie hatten nicht die Fähigkeit, in der Fremde sich zu behaupten. Einzig die auf Reunion brachte es fertig und sie, diese eine am Leben ge­bliebene Nelkenpflanze, verdarb in der Folge den Holländern ihr Alleingeschäft. Sie wurde zum Stammbaum der neuen blühenden Kulturen. Don Reunion aus verbreitete sich der Nelkenbaum bald nach Madagaskar, nach Sansibar und den Antil­len in Westindien. Selten brachte eine Pflanze einem Mann so viel Ehre und Ruhm, wie die sti­bitzte Nelkenpflanze dem Peter Pfeffer. Für die weltabgeschiedene kleine Bourboneninsel wurde die Nelkenzucht zu einer Quelle des Wohlstands, aus der auch der mutige Entführer feinen gutgemesse­nen Anteil schöpfte.

Von nun an war der Nelkenbaum keine Geheim­pflanze mehr. Bald wurde er auch an anderen Or­ten eingebürgert, so daß der Handelspreis der Ware, reichlichen Angebots wegen, mehr und mehr sank, und endlich so tief, daß auf der Insel Reunion

nur in besonders guten Jahren die geringeren Sor­ten geerntet wurden. Dazu kam, daß der Verbrauch an Nelke in der Färberindustrie, die sie reichlich verwendet hatte, stark zurückging: sie wandte sich billigeren, von den Chemikern erfundenen Ersatz­stoffen zu.

Auch die Araber hatten, wie schon erwähnt, von der Nelke ihren Vorteil. Zuerst als einzige Zwi­schenhändler, dank einer Art von Monopol, später als Pflanzer, wozu sie begabt sind. Sie pflanzten zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Nelkenbaum auf der Insel Sansibar und der sehr fruchtbaren Nachbarinsel Pemba an, wo der Gewürzbaum so vorzüglich gedieh, daß er rasch die großen Kokos- pflanzungen verdrängte. Diese gärtnerische Umwäl­zung wär aber für die Dauer kein sonderlicher Nutzen die Nelke wurde nämlich immer billiger. Ihr hoher Preis war dahin. Damit hatte auch die weitere Verbreitung des schönen, wohlriechenden Baumes ihre Grenze.

Michelmann kommt!" und anderes.

Kulturgeschichte in Pillen gedreht.

Von Peter Peppermint.

Marcus Aufidius Lurco war ein edler Römer, der sich durch eine Pfauenmästerei (der Pfau galt als ein großer Leckerbissen) zu einem der reich­sten Steuerzahler im alten Romhinaufentwickelte".

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Bevor Otto Gebühr auf dem Theater erschien und beim Film alsFriderikus" eine Weltberühmt­heit wurde, war er Reisender.

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In der Kathedrale von Sevilla hängt Muril­los berühmtes GemäldeDer heilige Antonius". Man sieht ihm nicht mehr an, daß am 5. November 1874 die Hauptfigur des Bildes von einem Dieb herausgeschnitten war. Ein später wurde einem Neuyorker Kunsthändler der herausgeschnittene An­tonius als echter Murillo angeboten. Der Dieb wurde entlarvt und das Bild in feinen ursprüng­lichen Zustand zurückversetzt.

Die D i a m a n t en werden nach Karat = 0,205 Gramm gewogen. Der größte bisher gefundene Diamant ist der sogenannte Cullinan (Cullinan war der Vorsitzende der Premier Diamond Mining Company) im Rohgewicht von 3024% Karat = 620 Gramm. Der am 26. Januar 1905 20 Meilen nord­westlich von Pretoria entdeckte Stein wurde trotz einer Schätzung auf 10 Millionen Mark Wert für 3 Millionen Mark von der südafrikanischen Regie» rung gekauft und am 9. November 1907 König Eduardzum Beweis der Loyalität" geschenkt.

Das Gehirn des Elefanten wiegt 4700 Gramm, das des Drang Utan 400 Gramm, das des Schafs 130 Gramm, das den Menschen 1400 Gramm.

Der Text des erften Telegramms mit dem elektromagnetischen Telegraphen auf zwei Drähten in Göttingen, das sich Gauß und Weber über­mittelten, lautete:Michelmann kommt!" Michel- mann war der Diener des physikalischen Instituts.

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Eine Spinne fraß nach wissenschaftlicher Beob­achtung so viel, daß ihr Gewicht morgens das Vier­fache, mittags das Neunfache, abends das Dreizehn- fache ihres Gewichts bei der Einlieferung betrug. Wäre ein Mensch 160 Pfund schwer, so hätte er morgens einen Dchsen, mittags einen Dchsen, und sieben Schafe, abends zwei Dchsen, acht Schafe und vier Schweineessen" müssen, wenn er es dieser Spinne gleichtun wollte.

Das Höch st e bewohnte Gebäude Deutsch­lands ist bekanntlich das Haus auf der Zugspitze in 2964 Meter Höhe. Das tiefste Haus aber ist ein Haus in der Drtschaft Uphusen-Schwager bei Emden in Dftfrieslanb. Es steht 1,50 Meter unter dem Meeresspiegel.

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Das am 14. Februar 1880 von der Firma Sie­mens & Halske eingereichte Projekt zur Anlage einer elektrischen Hochbahn in Berlin wurde von den Behörden abgelehnt.

Die kürzeste B i 11 s ch r i f t, die einmal einem Fürsten übermittelt wurde, lautete:

Durchlauchtigster Herr und Fürst, Mich friert, mich hungert, mich dürst."

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