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unser Ruf am Ende doch noch auf Verständnis stößt, ebenso wie wir niemals einen Zweifel dar­über lassen wollen, daß die heutige deutsche Nation ihre Ehre, ihre Unabhängigkeit und Freiheit mit allen Mitteln zu wah­ren entschlossen ist. Niemals werden wir Verzicht leisten auf jene Rechte, die für eine große Nation unveräußerlich sind und bloß von einem kleinen Geschlecht kleinster Poli­tiker verhökert werden konnten. Diese Politiker aber war-en vergänglich, und Deutschland ist ewig.

So wie w i r keinem Volk einen solchen charakter­lichen Defekt zutrauen oder ihn gar als Basis un- seres Verhältnisses zu ihm fordern wollen, so wird die Welt sich damit abfinden müssen, daß auch die deutsche Nation nicht zu messen ist nach den Äußerungen eines ihr durch Lug und Trug im Laufe von 60 Jahren aufgeschwindelten Regimentes

internationaler Freibeuter und Politikaster, son- dern nach den in ihr geschichtlich erwiesenen Quali- täten und Werten.

Aus dieser Ueberzeugung mußten wir uns von Institutionen zurückziehen, die nicht gewillt waren, Deutschland'als gleichberechtigte Macht anzuerken- nen, und die aber glaubten, mit einem diskrimi­nierten Volk politische Handlungen vornehmen zu können. Daß die nationalsozialistische Staatssüh- rung damit nur tat, was das ganze deutsche Volk von seinen jüdisch-interntionalen Elementen ab­gesehen für selbstverständlich hält, hat der Volks­entscheid bewiesen. Unsere ganze politische Arbeit aber war nur erfüllt von dem Gedanken, diesen Prinzipien der Friedensliebe einerseits und unserer Ehrlieb e andererseits Geltung zu ver­schaffen.

bauenden Arbeit nicht anerkennen will, dem müssen wir dann einges zur Antwort geben:

1. Was hast du selbst geleistet?

2. Wie lange soll dieses neue Reich bestehen?

3. Wie lange brauchte die Menschheit, um bis zu ihrem heutigen Stande zu kommen?

4. Was sollen wir in den nächsten Jahr­hunderten tun, wenn euch Nörglern schon jetzt jeder Anlaß für eure Kritik weggenommen werden könnte?

Nein, wir haben vor, mit diesen Destrukteuren in Zukunft eine klare Sprache zu reden. Nicht nur, daß sie nichts leisten am Aufbau der Nation, nein,

sie sind die Schuldigen daran, daß Deutschland so tief gefallen ist. In ihrem Lager sehen wir alle d'"ieniaen, die die Nation verkommen ließen, Deutschland in das Verderben führten und dem oamit Eingang verschafften.

Wir Nationalsozialisten und Nationalsozialistin« n >' haben in diesen Tagen ein Recht, in stol­zer Freude den 6. Parteitag zu feiern, denn hinter uns liegt wahrlich ein Jahr der Arbeit, der Leistungen und des Erfolges, und vor uns liegen Aufgaben, die zu erfüllen wir uns ge­rade an diesen Tagen die nötige Kraft und Ent­schlossenheit erneut holen wollen.

Vor neuen Aufgaben.

Das Vertrauen des Volkes ist eine Verpflichtung für die Partei.

I n n e n p o l i t l f ch war die schwerste Aufgabe die der Reorganisation der Partei und ihrer Gliederungen sowie ihre Säube­rung von Elementen, die, pflicht- und ehr­vergessen, nicht würdig waren, ihren Hamen zu tragen. Der Glaube des deutschen Volkes an diese einzige Bewegung ist für uns alle auch eine einzigartige Verpflich­tung. Jeder Führer hat zu erkennen, daß er als Nationalsozialist vorbildlich seinem Volke das geben soll, was er mit Recht vom V o l k e s e l b st erwartet. Treue, Gehorsam, Opferwilligkeit, Bescheidenheit sind Tugenden, die nicht nur vom Geführten, sondern noch mehr von den Führern zu erwarten sind. Das Volk aber wird es uns nie verübeln, wenn wir unter dem Zwang der Not ausbrennen, was ausgebrannt werden muh. Ls wird nur nicht verstehen, wenn wir schweigend zwischen uns dulden, was am Ende am Volke selbst nie ge­duldet werden könnte.

Dieser ununterbrochenen Arbeit an der Besserung unserer eigenen Bewegung steht zur Seite die gleiche Arbeit an der Besserung unseres Staates. Der Aufbau des Reiches zu einer star­ken, für alle Deutschen kraftspendenden Einheit hat wahrhaft geschichtliche Fortschritte gemacht. Allein wir haben damit nicht die früheren Länder zu mißachteten Provinzen heruntergedrückt, sondern im Gegenteil sie mit höchster nationalsozialistischer Sorgfalt gepflegt und zu entwickeln versucht.

Ein Sanierungswerk von früher kaum vorstell­baren Ausmaßen wurde begonnen, die finanziell vor dem Ruin stehenden Länder und Gemeinden in zahllosen Fällen gerettet. Denn: -i ir wollen keine verelendeten Provinzen, sondern blühende Gaue des Deutschen Reiches.

Parallel der Sicherung der Staatsautorität ging unser Kampf für die Autorität einer natio- n a l s o z i a l i st i s ch e n Rechtssicherheit. Es wird für alle Zeit ein seltenes Beispiel sein, eine gigantische Umwälzung, die das Recht hätte, tausend Rachegedanken zu hegen, fast ohne Blutvergießen beendet zu haben. Es war die Kraft des Aufbau­willens der deutschen Nation, der nicht nach Zer­störung strebt, sondern für eine Idee und deren schöpferische Leistung kämpft. So ist schon inmitten des schwersten politischen und wirtschaftlichen Kampfes begonnen worden, aus einer neuen Rechtsauffassung, die in der nationalsozialistischen Lehre ihre Wurzel hat, eine neue Rechtsgesetzgebung zu finden

Gewaltig war vor allem aber die Arbeit, die au dem Verfallsgebiet geleistet werden mußte, das im Auaenblick am fühlbarsten in Erscheinung trat. Wer an der Wirtschaftspolitik dieser letzten zwölf Monate nörgelt, der kann nur entweder boshaft oder von allen guten Geistern verlassen sein. Als wir die Macht übernahmen, befand sich Deutsch­lands Wirtschaft in einem scheinbar unauf­haltsamen Schrumpfungsprozeß. Angst und Mißtrauen, Verzagtheit und Verzweiflung gaben den Nährboden für eine Entwicklung, deren vollkommenen Zusammenbruch man genau voraus­sagen konnte.

Die Wende in her Wirtschaft-eine gewaltige Vorarbeit für künftige Werke.

Es wird die Aufgabe des kommen­den Jahres fein:

1. Die innere Ordnung der Partei und ihrer Gliederungen weiter fort­zuführen. Es wird unsere Aufgabe fein, die Organisationen der alten kämp- f e r, der politischen Gliederungen, der SA. und SS. in eine einzige verschworene Gemeinschaft zu verwandeln, an die jeder stoßen soll, der es wagt, an unserem Staat zu rühren.

2. Wir wollen diese Gemeinschaft säubern von allen, die nicht in bedingungslosem Gehor­sam, in unerschütterlicher Treue und Loyalität zu ihr gehören wollen, von allen, die nicht das äußere Lippenbekenntnis einer nationalsozia- liftischen Idee gewillt sind in ein inneres Glau­bensbekenntnis zu verwandeln.

3. Wir wollen einen neuen Angriff mobilisieren zur Gewinnung jener Volks­genossen, die dem Blute nach zu uns gehören und vielleicht nur aus Verblendung oder Unwissenheit noch nicht den Weg zur Bewegung gefunden haben, wir wollen aber auch Front machen gegen jene, die glauben, daß die Zeit gekommen wäre, ihre alte Tätigkeit der Zerstörung und Unter­minierung wieder aufnehmen zu können. Die Faust des nationalfozialistischen Staates wird sie treffen, wer immer sie auch sein mögen.

4. Wir wollen alles tun, um den Glauben und das Vertrauen unseres Vol­kes immer mehr zu stärken und zu f esi.igen, und um es damit immer mehr fähig zu machen, die Größe feiner Zeit zu erkennen und an ihr die Gröhe der nötigen Opfer zu er­

messen, um so dem Volk und Reich zu geben, was des Volkes und des Reiches ist.

Und wir wollen endlich 5. in diesem kommen­den Jahr die Beharrlichkeilerwecken, um unser Volk immer mehr in den Besitz einer Tugend zu bringen, die mehr wert ist als aus­flammende Erkenntnis, fchwankender Intellek­tualismus und irrlichterndes Talent. Sichere Heroen und eiserne Zähigkeit sind die besten Garanten für die Erfolge auf dieser Welt.

Tausende Jahre Leben unseres Volkes liegen hinter uns. Diese ehrwürdige Stadt ist Zeuge von vielen Jahrhunderten deutschen Schassens und deutscher Kultur. Unser Auge und unser Glaube reichen fern in die Zukunft. Unser Wille ist es, daß unser Glied der Geschlechterkette, die die Vergangenheit mit der Zukunft verbindet, hart sein möge, auf daß diese nicht an uns zerbricht. Die Nachwelt soll dereinst von uns sagen: Niemals war die deutsche Nation stärker und nie ihre Zukunft gesicherter als in der Zeit, ba bas a l t e Heilszeichen der germanischen Völker in Deutschland neu verjüngt Symbol des Dritten Reiches wurde. Es lebe unser deutsches Volk, es lebe die Nationalsozialistische Partei und unser Reich!

Stürmische Heil!-Rufe der 30 000 Teilnehmer am Parteikongreß brandeten immer wieder wäh­rend der Proklamation des Führers empor, die der Leiter des Tradltionsgaues Oberbayern-München, Gauleiter Wagner, verlas. Mit stürmischer Be­geisterung wurden die Schlußworte ausgenommen. Dem Führer wurden minutenlange Ovationen dar­gebracht. Dann verließ der Führer mit den Reichs­und Gauleitern, den Obergruppenführern der SA. und den Obergebietsführern der HI. unter den Klängen des Badenweiler Marsches die Kongreß­halle.

Deutsch sein heißt klar sein."

Des Führers Bekenntnis zu den unvergänglichen Werten des Schönen und Wahren in der deutschen Kunst.

Diese Erfolge find der schlagende Beweis für die Wirksamkeit unserer Wirtschaftspolitik und das Vertrauen des deutschen Volkes zu ihr:

1. Die exekutive Vernichtung des deutschen Bauerntums ist nicht nur abgeftoppt worden, sondern beseitigt.

2. Die Maßnahmen der Arbeitsbeschaf­fung sind, im großen gesehen, von einem unerhörten Erfolg begleitet gewesen.

3. Die Arbeitslosenzahl hat um rund viereinhalb Millionen abgenommen.

4. Die deutsche Mark ist st a b i l geblie­ben, und dies trotz aller Exportschwierig- keiten.

5. Die Sparguthaben nahmen geroal- lig zu.

6. Die Ziffern unseres Verkehrs erfuhren auf den Eifenbahnen, in den Kraftwagen und in der Luft enorme Steigerungen.

7. Die Eingänge an Beiträgen und Steuern haben sich bei sämtlichen frei­willigen, nichtstaatlichen und staatlichen Organisationen sowohl als bei den öffent­lichen Kassen weit über die Voranschläge erhoben.

Als wir vor zwei Jahren für den Fall unserer Machtergreifung diese Entwicklung oorhersagten, da wurde dies nicht nur bestritten und abgeleugnet, sondern als unmöglich hingestellt und sogar mit Gelächter abgetan. Und heute wollen dieselben Menschen, die durch ihre eigene Arbeit Deutschland nur ruiniert haben, es jetzt wagen, -unsere Leistun­gen als belanglos und nebensächlich hinzustellen. Wo würde aber Deutschland sein, wenn diese De- strukteure selbst auch nur ein Jahr länger regiert hätten?

Dieses Jahr, das hinter uns liegt, hat eine g e - waltige Vorarbeit geleistet für Werke, die der Nation erst in den nächsten Jahren sichtbar zum Bewußtsein kommen werden.

Die gigantischen Straßenpläne konnten

nicht von heute auf morgen hervorgezaubert wer­den, sondern benötigten ihre Zeit allein schon für die Planung und Entwürfe. Das deutsche Volk wird aber sehen, was in diesen zwölf Monaten an Vorarbeiten geschaffen wurde, die ihre Ausführung in den kommenden Jahren erfahren. Neben dem Reichsauto st raßennetz find gewaltige neue Reichsbahnhöfe in den Plänen und Entwür­fen fertiggestellt worden. Für eine ganze Reihe deutscher Großstädte sind umwälzende B a u Pro­gramme in Vorbereitung, die in ihrer Größe erst nach vielen Jahrzehnten die end­gültige Würdigung erfahren werden.

Industrien wurden aufgelockert, neue Indu­strien gegründet, das S i e d l u n g s w e f e n zu- fammengefaßt, um nach großen Gesichtspunkten wirksam zu werden. Um dem Weltboykott zu be­gegnen, wurde mit dem Ersatz von Rohstof- f e n begonnen und die ersten Vorbereitungen zu einer Unabhängigmachung Deutschlands von dieser Not getroffen. Immer beherrscht von dem einem Bekenntnis: Was auch geschehe: Der Na­tionalsozialismus kennt keine Ka­pitulation! Eine Agrargesetzgebung geschichtlichen Ausmaßes sorgt für die Erhaltung der deutschesten Quelle unseres Volkstums, der Ausbau unserer Arbeitsfront für die Herstellung des sozialen Friedens, der Arbeitsdienst für die Er­ziehung zu einer ethischen Wertung der Arbeit an sich.

Inmitten dieser wahrhaft großen Anstrengungen wenden wir unser Augenmerk dem kul­turellen Leben und der deutschen Kunst zu. Die Schätze einer großen kulturellen Vergangenheit wurden teils gerettet, teils gepflegt und unzähligen Deutschen zugänglich gemacht. Die Baukunst erhielt Aufträge größten Um­fanges, die deusche Heimat aber wurde allein durch die RiesenorganisationKraft durch Freude" in diesen letzten zwölf Monaten über einer Million Menschen erschlossen. Es ist ein ge­waltiger Impuls, der auf allen Gebieten Hoffnung, Zuversicht und damit neue Schaffenskraft ausstrahlt. Was war Deutschland noch vor drei Jahren, und was ist es heute?

Kirchen und Giaai im neuen Reich

Wir haben uns bemüht, die Versöhnung der Konfessionen mit dem neuen Staat herbeizuführen. Wir sind entschlossen, ihre rein organisatorische Zersplitterung so­weit es sich um die evangelischen Bekenntnisse handelt in einer großen Evangelischen Reichskirche zu beenden, erfüllt von der Ueberzeugung, daß es nicht angeht, die durch die H o t Martin Luther aufgezwungene Rück­sichtnahme und Berücksichtigung der Einzel- staalen zu einer Tugend zu machen in einer Zeit, da die Staaten selb st schon nicht mehr existieren. Und wir wissen: wenn der große deutsche Reformator unter uns stünde, dann würde er, glücklich, der Hot von damals entronnen zu sein, so wie Ulrich von Hutten in einem letzten Gebet nicht an Landes- kirchen, sondern an Deutschland denken und seine evangelische Kirche.

Und ebenso bemühten wir uns mit der zweiten großen christlichen Konfession zu einem aufrich- i i g e n und ehrlichen Verhältnis zu !ommen. Wenn auch auf beiden Seiten in Rück­

erinnerung an eine vergangene Kampfzeit Rückfälle kommen mochten, dann können wir doch nicht daran zweifeln, daß am Ende auch hier der Erfolg der Krönung der Arbeit dieses letzten Jahres fein wird.

Wir alle aber glaubten, im Sinne eines wahrhaften Christentums zu wirken, wenn wir schon in diesen Jahren einen großen Kamps begannen gegen d i e soziale Not und das menschliche Elend: Unzählige Stiftungen zeugen für den Sinn dieses Kamp­fes. Unzählige Hilfen find gegeben worden. An der Spitze aller steht das große Winterhilfs­werk, das mit feinen 350 Millionen Mark Sam­melergebnis wohl die größte Hilfstat aller Zeiten darstellt. Groß war die Arbeit auf dem Gebiete der K i n d e r f ü r s o r g e, der Jugendpflege, der Schaffung von Freiplätzen an Schulen und wohltätigen Einrichtungen, der Gründung von Hilfs­werkslagern, von Sanitätsanlagen und Anstalten ufm. Und dies alles geschah bei tm Durchschnitt fast gleichbleibendem Lebensstandard, nicht nur ohne neue Steuern, sondern sogar bei E r m ä ß i - gung vieler Steuern und bei Erhöhung der am meisten gekürzten Renten.

Wer aber trotzdem dieses Riesenwerk einer auf«

Nürnberg, 5. Sept. (DNB.) Acht gewaltige Hakenkreuzbanner hängen in etwa 20 Meter Länge goldbebändert vor dem Eingang des Apollo- t h e a t e r s , dem Ort der diesjährigen Kultur- tagung des Reichsparteitages. Der Hintergrund der Bühne zeigt das germanische Feuerzeichen lorbeer­umrankt. Darüber das Hoheitszeichen der Bewe­gung, links und rechts auf weiß bespannter Kulisse das Wappen der Kunst. Die ganze Decke aber ist bis zum Kronleuchter mit einem faltenwerfenden weißen Tuch bezogen, auf das wie von spielerischer Hand Lorbeerblätter gestreut sind. Heber die Ränge sind golddurchwirkte Tücher gehängt, über die sich in kurzem Bogen rotbebänderte Girlanden aus frischem Grün ziehen.

Em allgemeines Ah der Bewunderung geht durch die festlich gestimmte Menge, als sich kurz vor 17 Uhr das Haus verdunkelt und durch verdeckt angebrachte Scheinwerfer das Hakenkreuz in gol­denen Lorbeerkränzen erglüht. Heilrufe von der Straße her künden das Nahen des Führe rs. Kinder in Weiß überreichen ihm Blumen. Alfred Rosenberg, der Leiter der Tagung, geleitet den Führer in den festlichen Raum, für den Beethovens feierliche HymneWeihe des Hauses" eigens geschrieben sein könnte. Die Reichssymphoniker unter Adams Stabführung übertreffen sich bei der Wiedergabe des Werkes selbst, feierlich der Auf­takt, unendlich zart die das Motiv umrahmende Ornamentik, wuchtig und mitreißend das grandiose Finale. Theodor Loos spricht ohne Pathos Friedrich Hölderlins DichtungenSchicksal" und An die klugen Ratgeber", die gleich unpathetisch und unerbittlich in ihren Erkenntnissen sind. Kam­mersänger Heinrich Schlusnus steigert die Weihestimmung des Hauses durch den Wohllaut eines prachtvollen Organs, als er SchubertsAn die Musik", Eichendorffs herrliches GedichtHeim­weh" in der Tonsetzung Hugo Wolfs singt. Obwohl die tiefe Ergriffenheit niemand durch lauten Beifall tören mag, schließt er noch, als lese er den Wunsch aus aller Augen, Beethovens herrlichesEhre Gottes in der Natur" an. Der Führer grüßt ihn dankend mit dem deutschen Gruß.

Die Welt des Auges" ist der Vorwurf, über den in Inhalt und Vortrag überzeugend

Alfred Rosenberg,

der Reichsleiter der NS.-Kulturgemeinde uni) der Beauftragte des Führers für die weltanschauliche

Schulung, spricht. Es ist, so führt er u. a. aus, immer das Entscheidende im Entwicklungsprozeß der nationalsozialistischen Bewegung gewesen, daß sie nur von wenigen, dafür aber alles entscheiden­den Grundsätzen ausgeht, daß sie in erster Linie nicht durch ihr Handeln Theorien illustrieren wollte, sondern das erlebte Leben dem Auge darzu- stellen sich bemühte. Wenn wir dabei von Welt­anschauung sprechen, so meinen wir damit ganz unmittelbar das, was dieses feine deutsche Wort aussagt, nämlich eine bestimmte Anschauung der Welt. Dies bedeutet aber, daß wir unserem unbefangenen Auge und dadurch dem unverbind­lichen Instinkt wieder unmittelbar Wert zusprechen und nicht ausgeklügelten Theorien hohler Phan­tasten. Die Welt des Auges, von der Goethe einst als dem Urquell seines Lebens sprach, ist wie­der in Deutschland herrschend geworden, und an diesem Ehrentage dankt die Bewegung und damit die ganze deutsche Nation, Ihnen, mein Führer, daß Sie dieser schöpferischen Welt, damit dem eigentlichen Instinkt wieder Bahn gebrochen haben in Deutschland. So sieht denn heute der Deutsche in seinem Lande mit neuen Augen umher und mehr als jemals empfinden Millionen, daß das weltfremde, nur verstandesmäßige politische Den­ken seinen Niederschlag nicht nur im demokratischen Parlamentarismus, sondern genau so in Öen Denkmälern der Kunst gefunden hatte. Dort, wo früher Berg und Tal, Wälder und Flüsse, Burgen und Städte eine geheimnisvolle Einheit bildeten, da stehen roh in sie hineingesetzt die furchtbarsten Zeugen künstlerischer Verwilderung und instinktloser, Naturentfremdung. Und in diesem Jahre denken wir besonders daran, daß Sie, mein Führer, hier zu allererst eingegriffen und trotz schwerster Wirtschaftsnöte gerade die kulturelle Schöpfung und die Gestattung der deutschen Städte mit ins Zentrum Ihres Handelns stellten. Wir sehen im Geiste schon heute, daß die falschen ba­rocken und pseudogotischen Fassaden in unseren Städten einmal niedergeschlagen werden, um der einfachen, unter ihrem Protz verborgenen Form wieder Geltung zu verschaffen. DieWelt des Auges", die dem Industriearbeiter nahezu geraubt war, sie muß ihm durch unsere Bewegung wieder- gegeben werden, denn, indem ein Mensch die Na­tur auch wieder wirklich anschauen kann, wird er erst erneut die Fähigkeit erwerben, eine Weltan­schauung zu gestalten.

Oie Rede des Führers.

Alfred Rosenberg gab bann dem Führer das Wort zu einer Rede, aus der folgende Gedanken­gänge wiedergegeben feien:

Die Natur liebt es, lange Zeiträume einer ruhi­gen Entwicklung abzulösen durch Perioden vulka­nischer Unruhe und stürmischer Umwälzungen. Sie ind dann wohl auch der Abschluß eines Zeitalters und gemäß der Ewiakeit des Seins der Beginn eines neuen. Uns hat das Schicksal bestimmt, in der Mitte oder am Ende einer solchen Umwälzung zu leben. Seit einigen Jahrhunderten ist die Beschau­lichkeit einer in festen Traditionen erhärteten mensch­lichen Gesellschaftsordnung gestört und diese ins Wanken geraten. Was sich an Spannungen in dieser Ordnung, im Laufe von Jahrhunderten schon durch zahlreiche Beben ankündigte, erfuhr in der Fran­zösischen Revolution seinen ersten elemen­taren Ausbruch. Eine fast tausendjährige Ideenwelt und Ordnung der Gesellschaft wurde bis in ihre innersten Fundamente hinein erschüttert. Seitdem ist Unrast über die Erde gekommen. Fast scheint

es, als ob die heutige nervöse Hast einer bis damals geruhsameren Menschheitsentwicklung tm Zusammenhang ftünbe mit dem zunehmenden ©rol­len einer unruhig gewordenen Natur.

In stürmischer Ungeduld versucht seit dieser Zeit­wende der Mensch die Geheimnisse der Welt und seines eigenen Seins aufzudecken. Konti­nente find erschlossen worden. In die höhe, Breite und Tiefe begann der menschliche Dor-

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