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Ein dreifaches Pflichtgebot

Gießen-Süd: bei Kassen- r; Gießen, Haus der DAF.,

Schanzenstraße 18.

Ortsgruppe ' Walter Ernst Par

eines zweiten Vorsitzenden des Marine-Offizierver­bandes berufen zu werden.

Admiral L ü tz o w hat sich mit großer Hingebung in den Dienst der kolonialen Sache gestellt. Er ver­steht es meisterlich, seinen Zuhörern die Notwendig­keit unserer Arbeit für die Kolonien nahezubringen.

Admiral Lützow wird vor den Gießener Kolonial­freunden eine Ansprache zur kolonialen Flaggen- hissung vor 50 Jahren halten.

Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen

Der NS LV. Kreis Gießen gibt bekannt, daß am Mittwoch, 11. Juli, eine Fahrt zur Besichti- gung der Ausgrabungsarbeiten auf dem Glaubera stattfindet. Die Abfahrt von Gießen erfolgt um 13.39 Uhr, die Rückkehr nach Gießen um 19.37 Uhr oder 21.34 Uhr. Auswärtige Lehrer, die an der Fahrt teilnehmen wollen, erhalten vom Kreisschulamt die Genehmigung, Stunden ausfallen zu lassen, die an einem anderen Tage nachgehalten werden müssen. Der Fahrpreis beläuft sich auf 2,80 Mark. Die Teil­nehmer aus Gießen melden sich bei Bender, Walltorstraste 14, wo auch die Fahrkosten zu be­zahlen sind. Die Teilnehmer von auswärts geben ihre Anmeldung bei dem Bezirksobmann ab und bezahlen dort auch die Fahrkosten. Die Meldungen müssen b'.s spätestens 10. Juli bei Bender abgeliefert sein. Später eintreffende Meldungen, ebenso solche ohne Fahrgeldzahlung, werden nicht berücksichtigt. Unter den gleichen Bedingungen sind die Mitglieder des Reichsbundes Volkstum und Hei­mat zur Teilnahme an der Fahrt eingeladen.

Die NS.-Frauenschaft teilt mit, daß nach Rücksprache mit der Gauleitung die Ortsgruppen­leiterinnen und die Amtswalterinnen der NS.- Frauenschaft an der Kundgebung am nächsten Mon­tag in Frankfurt a. M. nicht teilnehmen.

Kreisbetriebszellenabteilung Gießen.

Elnzelmilgtteder der DAI. Behr.: Kasse.

Um den Gießener Einzelmitgliedern der DAF., die von den Kassierern nicht angetroffen werden, die Möglichkeit zu geben, ihre Beiträge bis ein­schließlich Juni zu bezahlen, werden für die einzel­nen Ortsgruppenbereiche am Donnerstag, dem 5. und 12. Juli, nachmittags zwischen 6 und 7 U h r Kassenstunden eingerichtet, und zwar:

Ortsgruppe Giehen-Nord: bei Kassen- walter Fritz Geißler, Bahnhofstraße 621.

Ortsgruppe Gießen-Mitte: bei Kassen- walter Max Hardt, Gießen, Haus der DAF.,

Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 4,90 Mark ohne Mittagessen und 5,50 Mark mit Mittagessen. Abfahrt des Zuges gegen 8 Uhr. Jeder Teilnehmer bzw. Betriebszelle muß sich selbst darum kümmern, ob er rechtzeitig im Gießener Bahnhof sein kann. Die Zeit ist so gewählt, daß es wahrscheinlich allen ohne Schwierigkeiten möglich ist. Letzter Meldetermin: Mittwoch, 18. Juli.

Sonderfahrt nach Marburg zum Besuch der Marburger Festspiele am Samstag, 7. Juli.

Die Stadtverwaltung Marburg ist der NS.-Ge- meinschaftKraft durch Freude" dadurch sehr ent­gegengekommen, daß sie uns den Eintrittspreis für die Aufführung desSommernachtstraum" von Shakespeare bei 120 Teilnehmern von 1,50 RM. auf 0,70 RM. ermäßigt hat. Der Fahrpreis nach Marburg beträgt 1,60 RM. (Sonntagskarte). Ab- fahrt ab Gießen Samstag mittag 15.48 Uhr oder 18.25 Uhr. In Marburg Trepffpunkt 20 Uhr auf dem Festplatz. Beginn der Vorstellung 20.30 Uhr. Rückfahrt 0.32 Uhr. Die Teilnehmer melden sich bis spätestens Freitag, den 6. Juli, 18 Uhr, auf der Geschäftsstelle der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18.

Vorrronzen

Tageskalender für Freitag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die weiße Majestät".

Baugenossenschaft 1894. Am morgi­gen Samstag, 7. Juli, 20.15 Uhr, findet im Haus der Deutschen Arbeitsfront die ordentliche Haupt­versammlung statt, die aus Anlaß des 40jährigen Bestehens der Genossenschaft als Jubiläums-Haupt­versammlung durchgeführt wird. Die Versammlung wird die Berichte des Vorstandes und des Aufsichts­rates hören, die Rechnungsablage für 1933 ent»

Die Deutsche Angestelltenschaft, Unterbezirk Mittel­hessen, Sitz Gießen, bittet uns um die Aufnahme nachstehender Zeilen:

Während der letzten Wochen sind zahlreiche Auf- rufe der Partei, der Behörden, der Wirtschastsver- tretungen und der Deutschen Angestelltenschaft ins Land gegangen, mit dem Mahnruf:

Vergeht die älteren Angestellten nicht!

Den Anfang machte der Treuhänder der Arbeit für Brandenburg, der an Hand praktischer Beispiele die schädlichen Folgen kurzsichtiger Personalpolitik zeigte. Damit ist eine große Gewissensaufrüttelung eingeleitet, die das freudige Mittun aller fordert, denen nationalsozialistisches Handeln Sache des Herzens ist.

Es ist wirtschaftlich, sozialpolitisch und bevölkerungspolitisch gleichermaßen notwendig, daß jeder Betrieb auf einen aus­reichenden Stamm älterer, beruss- und betriebs­erfahrener Mitarbeiter hält, und daß wir überall in der Wirtschaft von den Fehlern früherer Ein­stellungsgrundsätze loskommen.

Schon rein wirtschaftlich ist es so, daß ältere Mitarbeiter das Mehr an Gehalt, das ihnen zukommt, reichlich ausgleichen durch ihre Um­sicht, Erfahrung, Sicherheit, durch Eigenschaften, die im allgemeinen erst im Laufe vieljähriger Berufsarbeit allmählich erworben werden. Gut geleitete Betriebe haben sich darüber von jeher Rechenschaft gegeben.

Dennoch sind auch solche Betriebsführer zahlreich, die in kurzsichtiger Eintagsrechnung nur den Ge­haltsunterschied berücksichtigen, die besonderen Qua­litäten älterer Mitarbeiter aber außer Acht lassen.

Auch daran sollte man, sowohl volkswirtschaftlich rote einzelwirtschastlich, mehr als bisher denken, daß auf die Dauer sogar die Jugend an ihrer Berufsfreude Schaden nehmen müßte, roenn es dabei bliebe, daß rüstige, schaffensfreudige Männer, die der Jugend nur um anderthalb ober zwei Jahr­zehnte im Alter voraus sind, bei der Stellensuche die harte Abweisung erfahren: Zu alt!

Gebieterischer noch fordern die sozialen Pflichl- gebote des Nationalsozialismus stärkere Berück­sichtigung der älteren Angestellten.

Schanzenstraße 18.

Ortsgruppe Gießen - Ost: bei Kassen- roalter Johann Lixf eld, Gießen, Kaiserallee 57.

Da ab 1. Juli 1934 neue Beitragssätze eingeführt werden, ist dies die letzte Möglichkeit, die benötig­ten Marken bis einschließlich Juni 1934 zu erhalten.

gez. Wagner, Kreisbetriebszellenobmann.

F.d.R.: Schwab (Kasse).

AG.-GemeinschaftKraft durch Freude"

Erste Rheinfahrt am 8. Juli.

Die Fahrkarten für Schiff und Bahn sowie die Gutscheine für Essen und Fahrt auf den Niederwald find angekommen und müssen bis spätestens Freitag abend 6 Uhr auf der Geschäftsstelle der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", Gießen, Schanzenstraße 18, abgeholt werden.

Wer seine Karten nicht bis zu diesem Termine abholt, verliert das Anrecht darauf, die Karten werden dann anderweitig ausgegeben.

Wir fahren ab Gießen Bahnsteig I 7.30 Uhr, ab Groß-Linden 7.40 Uhr und sind in Mainz-Kastell 9.14 Uhr. Abends fahren wir ab Koblenz (nicht Ehrenbreitstein) 20.12 Uhr, kommen in Wetzlar an 21.58 Uhr und sind in Gießen 22.12 Uhr.

Zweite Rheinfahrt am 22. Juli.

Die zweite Rheinfahrt findet am 22. Juli, wie ursprünglich angenommen, statt. Diejenigen Volks­genossen, die die erste Rheinfahrt wegen zu großer Beteiligung nicht mitmachen konnten, sind für die zweite Fahrt vorgemerkt und erhalten in den näch­sten Tagen Bestätigung ihrer Anmeldung. Betreffs des Besuches vom Niederwalddenkmal gilt das gleiche wie obenerwähnt.

gegennehmen und über die Verteilung des Rein­gewinns und den Jahresabschluß zu beschließen haben. Ferner stehen Wahlen in den Aufsichtsrat, Satzungsänderungen und Anträge auf der Tages­ordnung. (Siehe Anzeige vom Dienstag, 26. Juni.)

Ein Familientag der Matthäus- gemeinde findet am kommenden Sonntagnach­mittag auf der Liebigshöhe statt. Die Gemeinde- glieber seien auf bie heutige Anzeige besonbers hingeroiesen.

Saardeutsche Ruderer bei der Gießener Regatta.

Zu der Gießener Regatta haben auch Mann­schaften saarbeutscher Vereine genießet. Zu Ehren biefer beutschen Volksgenossen hält bie Gießener Rubergesellschaft einen Begrüßungsabend auf ihrem Bootshaus am Samstagabenb ab. Oberbürgermei­ster Ritter wirb bie Gäste im Namen ber Stadt begrüßen. Dieser Begrüßungsabend ist nicht als öffentliche Kundgebung gedacht, sondern als Rah­menveranstaltung der sportlichen Wettkämpfe.

Der 116er=$ag in Gießen.

Vom Verein ehemaliger 116er in Gießen (Presse- unb Propaganbaausschuß bes 116er-Tages) erhalten wir folgenbe Zuschrift:

Sie Wiebersehensfeier bes ehema­ligen Kaiser - Wilhelm - Regiments Nr. 116 unb seiner Kriegsformatio­nen finbet de stimmt am 21. unb 22. Juli st a t t.

Nachbem am vergangenen Montag ber Verein ehemaliger 116er Gießen eine Sitzung wegen ber Wiebersehensfeier hatte, fanb am Mittwoch bie voraussichtlich letzte Zusammenkunft bes Geschäfts-

An bie Pflichtgebote mahnt einbringlid) ein Aufruf aus Danzig, an dessen Spitze sich Gauleiter Albert Forster gestellt hat. Er ruft den Be- Hörden, Betriebsführern, Personalleitern zu:Zahl­reiche Familienväter hat die vergangene Zeit nach zehn, zwanzig und mehr Dienstjahren um den Ar­beitsplatz gebracht. Denkt an die Kinder dieser Stellenlosen, indem ihr eurer eigenen Kinder ge­denkt! Denkt an die Frauen und überlegt einmal, wieviel stilles Heldentum von den Frauen ber Stellenlosen schon burchkämpft werben mußte!"

Hier Hingen zugleich bevölkerungspoli­tische Motive an, bie auch in einem leiber wenig beachteten Aufruf bes Aufklärungsamtes für Beoölkerungspolitik unb Rassenpflege in ben Vorder- grunb gestellt werben. Darin heißt es:

Diese angeblich zu alten Volksgenossen sind aber gerade durchaus willens, eine Familie zu gründen oder ihre bereits bestehende Familie zu vergrößern, falls sie nur eine einigermaßen sichere Dauerstellung finden. Erhalten sie diese nicht, so verbringen sie ihre besten Jahre völlig nutzlos; eine Eheschließung und die Geburt von Kindern unterbleiben, und wo bereits Kinder vorhanden sind, drohen Rot, Elend und Verfall.

Diese nachteiligen Wirkungen zu bekämpfen ist aber gerade das Ziel, um dessen Verwirklichung wir uns heute mit allen Mitteln bemühen. Man wende nicht ein, daß ja jüngere Menschen die gleichen Möglichkeiten haben würden, wie die älteren. Diese Möglichkeiten bestehen eben nicht: denn die jungen Leute werden so mangelhaft bezahlt, daß an eine Eheschließung nicht zu denken ist. Der bevölkerungs­politische Nachteil tritt ohne jede Frage ein, und das ist der Hauptgrund, weshalb man sich mit aller Macht gegen den verderblichen Einwand wenden muß: Sie sind zu alt!"

Wenn sich jetzt in breiter Front Parteistellen, Behörden und bie Wirtschaftsvertretungen, an der Spitze der Führer der Wirtschaft, für bie älteren Angestellten einsetzen, bann barf man erwarten, baß biefer Wille Eingang in bie Personalpolitik auch ber Betriebe findet, bie sich früher bem Notwenbigen verschlossen.

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M Werdet

Mitglied im

führenben Ausschusses statt. Daran nahm außer ben Vertretern ber Einzelausschüsse auch ber Füh­rerbeirat bes Verbanbes ehemaliger 116er teil. Da bie Vorarbeiten in ben Einzelausschüssen mit vor- bilblichem Eifer unb Hingabe geleistet worben sind, erstreckte sich die Besprechung auf den Gesamtablauf bes Festes, der in großen Zügen erneut dargestellt wurde und allseitige Billigung fand. Die Vorsitzen­den der Einzelausschüsse erstatteten nochmals Be­richt. Zusammenfassend darf festgestellt werden, daß die Wiedersehensfeier des Gießener Regiments und seiner Kriegsformationen ein bedeutsames Erlebnis für Gießen sein wird. Der Eingang der Meldungen hat noch nicht nachgelassen. Die zu erwartende Teil­nehmerzahl gibt Veranlassung zur Einlegung von drei Sonderzügen auf ben Strecken GießenFulda, Gießen Gelnhausen, Gießen Frankfurt a. M. Außerbem werben bie einzelnen Vereine zu Gesell­schaftsfahrten angehalten werben. Die Extrafahr­pläne werben bemnächst bekanntgegeben.

Der Unterbringungs-Ausschuß ist nunmehr in voller Tätigkeit. Es ergeht auch von hier aus bie Bitte an bie Gießener Bürgerschaft, Freiquartiere für eine Nacht zur Verfügung zu stellen. Der Voi> sitzende bes Geschäftsführenden Ausschusses, Karne- rab Bill, nahm Gelegenheit, schon jetzt ben ein­zelnen Ausschüssen für ihre emsige Tätigkeit zu danken. Nachdem noch eine rege Aussprache über, bie Ausgestaltung bes Vergnügungsprogramms stattgefunden hatte, würbe bie Versammlung ge­schlossen.

Kameryd Bill brachte bem Führer Abolf Hit - ter für fein entschlossenes solbatisches Handeln Dankesbezeugung aus. Das auf ben Reichspräsiden­ten Generalfeldmarschall von Hindenburg und den Dolkskanzler Adolf Hitler ausgebrachte Sieg-Heil wurde begeistert ausgenommen.

*

♦♦ Finanzamts - Person.alie. Regie­rungsrat Dr. Friedrich Dexheimer vom Fi­nanzamt Offenbach-Stadt wurde in gleicher Eigen­schaft an das Finanzamt Gießen versetzt.

* Das Verbot religiöser Beilagen in Tageszeitungen, das kürzlich vom Hessi­schen Staatsminister erlassen wurde, erstreckt sich nach einer weiteren Anordnung des Hessischen Staatspolizeiamtes auch auf diejenigen außerhalb Hessens gedruckten oder verlegten Tageszeitungen,, die im Gebiet des Landes Hessen verbreitet werden.

** Dienstjubiläum. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Dem Tech­nischen Assistenten an der Chirurgischen Universi­täts-Klinik Peter Schmidt wurden zur Vollen­

schwarzem Flor umrahmte Photographie eines jungen Mannes--

Ich dürfte Lottchen gar nicht zum Einholen schicken wenn sie auch schon sehr vernünftig ist, ist sie doch noch zu klein. Aber man hat ja keine Zeit sehen Sie" eine Handbewegung über die ringsum liegende Wäsche hindas muß bis Montag alles fertig werden!"

Herbert Brenken sah auf das Bild im Trauer­flor. Liebe, dachte er Glück, Ehe, Kinder und bann unb bann--Die junge Frau war

feinem Blick gefolgt.

Vor breioiertel Jahren ist er gestorben. An ber Grippe es ging fo schnell, man konnte es gar nicht glauben. Seinen Jungen ba" eine Kopf­bewegung zu bem Baby hinben hat er nicht mehr gesehen. Der kam erst brei Monate nachher. Unb er hatte sich so gefreut auf bas Kinb! Es ging uns ja auch gut. Wenn mein Mann auch nicht immer Arbeit hatte bie letzten Jahre er hat es immer geschafft, baß wir zu leben hatten."

Aber Sie jetzt eine Frau allein mit zwei Kindern--"

Ein ruhiges Abwehren.

Ach ich schaff es auch. Ich habe Glück ich bekomme immer Arbeit. Kräftig bin ich auch wenn ich auch nicht so aussehe. Wir haben zu essen, nicht mal bie Winterhilfe habe ich ge­braucht --Manchmal ist es vielleicht ein biß­

chen viel. Aber es ist ja gut, baß man über ber Arbeit nicht zum Denken kommt. Adenbs mübe ist unb gleich einschläft. Wissen Sie, ich bin ja schon ruhiger geworben aber verstehen kann man bas nicht. Warum bas sein mußte. Wo wir uns so gern gehabt hatten--Lottchen, bräng

bich doch nicht so an ben Herrn!"

Jetzt erst würbe es Herbert Brenken bewußt, baß bie Kleine zu ihm gekommen war unb sich sacht an ihn geschmiegt hatte. Er beugte sich nieber, lächelte ihr zu. Unb bas Kind, das noch kein Wort zu ihm gesprochen hatte, drückte sich eng an ihn und sagte ganz leise:

Du bist gut. Ich hab dich lieb."

Herbert Brenken mußte sich räuspern. Er strei­chelte die Kleine, er antwortete ihr, er sprach mit der Mutter und dachte dabei tief verwirrt: gut ich gut--Ich weih doch, daß die Hilde

mich lieb hat nur mich ich kenne sie doch drei Jahre waren wir zusammen und gehören auch zusammen und nur wegen einer dummen Eifer­sucht --Im Fasching wenn sie sich schon hat

küssen lassen und einen Schwips hat sie auch gehabt--Du bist gut ich hab dich lieb--

.^Lottchen, ich muß jetzt gehen. Aber nächste

Woche komme ich wieder mit einer Tante. Dann gehen wir zusammen spazieren und essen Kuchen mit Schlagsahne du, dann wollen wir mal fein leben--"

Ein Auto. Schmerzhafte Unruhe im Wagen: viel­leicht ist sie nicht zu Haus bei dem schönen Wet­ter irgendwo hinausgefahren über den Sonntag am Ende Aber sie hat ja kein Geld, wenn sie nicht inzwischen eine Stellung oder mit einem anderen Nein. Die Hilde nicht. Nach zwei Minuten nein. Wenn sie nur zu Haus ist wenn ich nur nicht bis Mon­tag --Ich yab ja schon so viele Wochen ausge­

halten, ich weiß ja jetzt erst, wie schwer das war --Sie muß zu Haus fein, sie muh--

Noch einmal vier Treppen hinauf. Dreimal läuten, Drei mal, wie früher immer. Drinnen ein eiliger Schritt, die Tür offen und dann--

Du bist ja nicht rasiert," sagte Hilde eine halbe Stunde später.Rücksichtsloser Mensch. Wenn man schon nach einer Ewigkeit einfach so mir nichts dir nichts hereinkommt bann kann man sich wenigstens vorher rasieren."

Herbert Brenken lachte. Zog sie an sich. Unb sagte orakelhaft:

Du ber neue Milchtopf ber barf nicht roieber in Scherben gehen! Der muß heil bleiben immer!"

Hübe verstanb bas nicht. Sie verstaub überhaupt nur, baß er roieber ba war. Aber ba sie wußte, baß er etwas Gutes meinte, so sagte sie fest unb energisch:

Sicher!"

Oie weiße Majestät."

Das Sommerprogramm bes Lichtspielhauses Bahnhofstraße bringt nach einigen Filmen einer leichten beschwingten Muse unb nach bem Kriminal­film zu Beginn ber Woche nunmehr einen Berg­film, ber mitten hineiuführt in bie Schweiz unb bamit in eine Welt, bie zwar auch ihren Alltag hat, bie aber für uns immer ben Reiz bes Beson- beren haben wirb. Immer roieber erlebt man bie Welt ber Berge gerne unb sei es auch nur im Film- bilb, bas uns ja heute bank seiner technischen Voll­kommenheit schon sehr viel zu vermitteln vermag, auch roenn es uns bie Farbe, bie Luft, bas Licht ber Sonne über bem Schnee unb ben dunkelblauen Himmel nicht so wiedergeben kann, wie wir das mit unseren Sinnen an Ort und Stelle unmittelbar erleben könnten.

Der FilmDie weiße Majestät", ein Ba­varia-Film, zeichnet in kräftigen Strichen das

Schicksal eines Menschen inmitten der Berge feiner Heimat, inmitten feiner Mitmenschen, die ja beide für ihn und für fein Leben bestimmend sind. Der Bergführer Jakob Burckhardt ist ein Verfemter in der Dorfgemeinschaft. Er ist ein uneheliches Kind, er soll ein Testament unterschlagen haben, ja, er soll sogar einen Menschen ums Leben gebracht haben. So geht ihm jedermann aus dem Weg. Obwohl er jene Tat vollbrachte, bie kein anberer wagte, eine Tat, mit ber er ben 200 Gästen bes Berghotels bas Leben rettete. Sie feinben ihn stän- big an, bie Dorfgenossen, sie neiben ihm feinen Be­sitz. Aber schließlich kommt boch ber Tag, ba er feine Ehre retten kann, weil ein einziges Menschen- kinb an ihn glaubt: Monika. Da besteigt er bie Dftroanb bes Monte Verita als Erster unb bezwingt sie, ja, er rettet noch feine stärksten Wibersacher, bie mit ihm gleichzeitig, aber auf einem anberen Wege in bie Wand einftiegen; er beweist allen Miß­günstigen, baß er ohne Makel ist, unb besser als sie, bie über ihn ben Stab brachen. So klingt ber Film aus in Versöhnung unb in bem enbgü'ltigen Sich- finben ber beiben, bie eine höhere Bestimmung zu­sammenführte.

Die vielgestaltige, bramatische Handlung läßt eine lange Skala menschlicher Empfindungen, Haß und Neid, Verachtung und Schmähung, Lüge, Unrecht, menschliche Schwäche und Verzagtheit, aber auch Kraft unb Willen, Heroismus unb Ebelmut in buntem Nebeneinanber nacherleben. Unb für das große und kleine Tun und Treiben ber Menschen ist bie groß­artige Bergwelt der Hintergrund, zeitlos und jen­seits von Gut und Böse. Die Darsteller sind mit gutem Erfolg bemüht, sich in diese Umgebung ein- wfügen, roenn auch jene letzte Verbundenheit mit Der Natur darzustellen, ben Schauspielern unb Schauspielerinnen schwer fällt.

Grstav D i e ß l als Bergführer Jakob ist dieser Welt am nächsten. Das spürt man deutlich daran, wie er über die Höhen sieht und in die Abgründe schaut; er erweist sich als ein ausgezeichneter Schauspieler und als ein ebenso guter Kletterer. Sehr fein sind besonders jene Szenen, in denen er der zarten Mo­nika (Hertha Thiele) gegenübersteht, die trotz ihrer großen mimischen Zurückhaltung, ober vielleicht ge- rabe deshalb, ihre Rolle zu einem starken Erlebnis werben läßt. Beni Führer als ihr Bruder Veit gibt sich sehr leidenschaftlich, sehr gut aber vor allem in den Szenen an ber gefährlichen Ostwanb. Eine glückliche Figur macht Emil Höfer als Posthalter Thöni, ferner Ernst Schrumpf als Dorfpfarrer, unb Rolf Pinegger als Gemeinbevorsteher. Da­vid Zogg, der bekannte Abfahrtsläufer von ber

* Parsenn ist als Bergführer Theodor ebenfalls im

Filmbild zu sehen. Zu nennen sind ferner Richard R.e w y als Direktor des Berghotels, Carl bezogt als Bundesrichter Dr. Reymond und Stephan B l o e tz e r als Bergführer Stephan.

Die Regie gibt der vielgestaltigen Handlung bas nötige Tempo unb faßt bas Wesentliche straff zu­sammen. Die Photographie bringt viele herrliche Bilder, besonders gut sind die Aufnahmen von der Besteigung ber Ostwanb des Monte Verita. Es lohnt, den Film anzuseyen. N.

Zeitschriften.

Der Naturforscher" vereint mitNa­tur und Technik". Juliheft 1934. Vierteljährlicher Bezugspreis: 2.50 RM.; Preis des Einzelheftes: 1 RM. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichter­felde. Das grotesk anmutende, stark vergrößerte Bild eines Fliegenkopfes auf dem Umschlag des Juliheftes lenkt die Aufmerksamkeit zunächst auf den interessanten Beitrag von Dr. H. Homann- Göttingen überDas Sehen ber Insekten". Der Verfasser erläutert bie Bilbentstehung im Jnsekten- auge burch überraschenbe eigene Aufnahmen, bei benen . bie abbilbenben Teile ber Jnsektenaugen selbst als Objektiv gebient haben. Eine uralte Kernfrage ber Naturforschung behanbelt Bros. Paul Schulze-Rostock in seinem Beitrag über bas Wesen ber Instinkte an Hanb zahlreicher Beispiele. Der Instinkt ber Tiere kann nicht auf Erfahrung zurück­geführt werben, er ist vielmehr eine ererbte Ganz- yeitsleistung zur Erreichung eines bestimmten Zie­les innerhalb ber Umweltbedingungen ber betreff fenben Art. Z. B. weist ber Instinkt jebe Rattpe an, einen Puppenkokon von bestimmter Grüße unb Festigkeit herzustellen, ohne bieje Tätigkeit aus Er­fahrung zu kennen. In bie Flora ber höchsten Gipfel ber Alpen führt uns ein mit reizvollen Sil­bern von Dr. Kurt Hueck geschmückter Aufsatz Blütenpflanzen in 4000 Meter Höhe", 'ber bie Le- bensbebingungen im Gebiet bes ewigen Schnees behanbelt unb dem Bergsteiger manche Anregung zu Beobachtungen an Stellen gibt, wo man das Leben schon als ganz erloschen ansehen möchte. Kleinere ^Beiträge behandeln u. a. bie ersten beut­schen Versuche zur Verpflanzung von Schollen aus ber Norbsee in bie Ostsee, bie Strombewegung bes Eises über Norbbeutschlanb zur Eiszeit, Schwere­messungen auf bem Meere usw. Die gut ausge­stattete unb hervorragenb bebilberte Zeitschrift, die als bie führenbe naturkunbliche Monatsschrift gelten barf, sei immer roieber jebem Naturfreunb aufs beste empfohlen. Probehefte sendet der Verlag auf Verlangen gern kostenlos zu.