Oberhessen.
Oer Frankfurter Verein für Geschichte und Altertumskunde in Lich.
ch Lich, 4. Juni. Dank der überaus rührigen Werbetätigkeit des hiesigen Verkehrsvereins unter seinem eifrigen Vorsitzer Lehrer Hild wird unser Städtchen in immer weiteren Kreisen bekannnt. Die beste Empfehlung sind die zufriedengestellten Besucher. Aber nicht bloß die Kurfremden, die in unseren großen Wäldernn vorzügliche Erholung finden, mehren sich von Jahr zu Jahr, sondern auch wissenschaftliche Vereine finden sehr häufig den Weg zu uns. So weilte am Sonntag der Frankfurter Verein für Geschichte und Altertumskunde in unserer alten Stadt, die schon zur Zeit Karls des Großen in Lorscher Urkunden genannt wird. Mit zwei Omnnibussen kamen nach vorheriger Anmeldung gegen 11 Uhr etwa fünfzig Männer und Frauen unter Führung von Justizrat Dr. Schmidt- Kn atz hier an. Zunächst besuchten sie die altehrwürdige Marienstiftskirche, die sie eingehend sich zeigen und erklären ließen. Besonders interessierten die prächtigen gotischen und Renaissance-Grabsteine aus dem 14., 15. und 16. Jahrhundert, die herrlichen buntfarbigen Fenster und das sogenannte Schinderplätzchen, ein kulturhistorisch wichtiges, für die Anschauungen vergangener Zeiten bedeutsames Denkmal. Auch das der Kirche gegenüberstehende altdeutsche Haus aus 1632 mit seinen wunderschönen Schnitzereien im Balkenwerk fand gebührende Bewunderung.
Kurz nach 12 Uhr fand die Weiterfahrt nach dem benachbarten Laubach statt, wo das Mittagsmahl eingenommen und dann unter sachkundiger Führung des am Städelschen Institut zu Frankfurt tätigen Grafen Laubach eine Besichtigung des Schlosses mit seinen reichen Schätzen, besonders der aus Kloster Arnsburg stammenden Bibliothek vorgenommen wurde.
Die Kritik des Wertungssingens des SänaerkreseS Niddatal.
d. Schotten, 5. Juni. Zum Wertungssingen des Sängerkreises „Niddatal" (wir berichteten in großen Zügen bereits darüber), das gegen 14 Uhr feinen Anfang nahm, wurden nur Volkslieder gesungen. Das polyphone Lied fand dabei gebührende Berücksichtigung. Wertungsrichter war Musiklehrer Blaß- Gießen, der sich bereits seit über zehn Jahren durch sein gesangspädagogisches Können und sicheres, sachliches Urteil des uneingeschränkten Vertrauens der Gesangvereine des Niddatals erfreut. 17 Vereine beteiligten sich an dem Kritiksingen. Abseits standen nur einige Ver- «ine, die besonderer Umstände wegen entschuldigt waren.
Im Anschluß an das Wertungssingen, das mit dem Deutschen Sängergruß geschlossen wurde, versammelten sich Chorleiter und Vereinsvorsitzer, eine mündliche Kritik des Musiksachverständigen entgegenzunchmen. Dieser betonte einleitend, daß die gesanglichen Leistungen, allgemein gesehen, seine Erwartungen übertroffen hätten. Er gab Richtlinien für die Liedwahl und regte die Bildung eines M u s i kausschusses an, dem es obliege, das im Sänaerkreis zu singende Liedmaterial zu prüfen und Minderwertiges und nicht mehr Zeitgemäßes auszusondern. Sonder- wünsche der Sänger müßten im Hinblick auf höhere Gesichtspunkte zurücktreten. Die zu wertenden Chöre wurden sodann einzeln besprochen und die musikalischen Licht- und Schattenseiten, die sich aus dem Vortrag ergaben, hervorgehoben. Den Chorleitern wurde eine Fülle von gesangstechnischen Winken gegeben, die der Arbeit in den Uebungsstunden zugute kommen wird, damit die Männergesangvereine ihrer hohen Aufgabe, das deutsche Lied in seiner ganzen Schönheit zu singen, gerecht werden können. Die Sänger trafen sich nach Beendigung des Singens in den ihnen zugewiesenen Standquartieren, und überall sang's und klang's noch bis in die Abendstunden.
Oas Laubacher Ausstbußfeft
t. Laubach, 5. Juni. Vom nächsten Sonntag bis zum Dienstag findet der weithin bekannte, seit dem Jahre 1540 bestehende „Laubacher Ausschuß" unter den alten Linden auf der „Helle" statt. Die Vorbereitungen zu diesem historischen Feste sind in vollem Gange Es wird, wie alljährlich, zahlreicher Besuch von auswärts erwartet. Das Ausschußfest wird am Sonntagnachmittag mit Volksbelustigung eröffnet. Am Montagvormittag bewegt sich der traditionelle Festzug vom Marktplatz nach dem Schloß, wo der von dem Grafen gestiftete Hammel dem Hauptmann übergeben wird. Nach dem Marsch auf dem Festplatz wird das Frühstück eingenommen und anschließend mit dem Schießen begonnen, an dem die Bürgerschaft Laubachs (etwa 400 Schützen) teilnehmen. Abends findet die Preis- Verteilung mit besonderer Ehrung des Hammel
schützen statt. Mit dem Schweine- und Krame r m a r k t am Dienstagvormittag wird diesmal ein Nutz - und Zuchtvieh markt unter Mitwirkung des Tierzuchtamts Gießen verbunden. Mit einem Kinderfest am Nachmittag und anschließender Volksbelustigung findet das bis auf den heutigen Tag in feiner Urform erhaltene Fest seinen Abschluß.
Landkreis Gietzen.
00 Klein-Linden, 5. Juni. Am Montagabend fand im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" der monatliche parteipolitische Schulungsabend der hiesigen Ortsgruppe und der Zelle Allendorf a. d. L. der NSDAP, statt. Nach Be- grüßung durch den Ortsgrupenleiter Dr. Croß- mann sprach der Kreisamtsleiter der NS.-Hago, Pg. Schimmel (Großen-Buseck), ein Sohn unserer Gemeinde, darüber, warum und wie wir unsere Parteigenossen parteipolitisch schulen müßten. Der Redner verbreitete sich zunächst in längeren Ausführungen über die verschiedenen Richtungen der Miesmacher und ihre Wühlarbeit am Volke. Um diesen Nörglern in rechter Weise entgegentreten zu können, müsse unser Volk zum wahren Nationalsozialismus erzogen werden. Der Kampf um die deutsche Seele sei durchzuführen, und alle Volksgenossen müßten daran mitarbeiten, den neuen Staat, namentlich auf wirtschaftlichem Gebiet, organisch aufzubauen. Wer rechter Nationalsozialist sei, befolge nicht nur die von der Regierung herausgegebenen Verordnungen, sondern halte sich auch an das ungeschriebene Gesetz, um die Ideen des Nationalsozialismus durchzuführen. Mitarbeit jedes einzelnen Volksgenossen sei nötig, um der unendlichen Schwierigkeiten Herr zu werden. Um solchen Gefahren, wie der Kampfansage des Woolworth- Konzerns in den Vereinigten Staaten von Nordamerika energisch entgegentreten zu können, müsse heute jeder Volksgenosse wissen, was er zu tun fjabe. Wenn wir in blindem Gehorsam unserem Führer Adolf Hitler folgten und uns im Glauben an ihn festigten, würden wir alle Hindernisse leichter überwinden. Reicher Beifall der Versammlung und der Dank des Ortsgruppenleiters, der die Ausführungen des Redners noch durch örtliche Beispiele ergänzte, lohnten den Redner. Mit dem „Sieg-Heil!" auf unseren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und dem gemeinsam gesungenen Horst-Wtzssel-Lied nahm der Abend sein Ende.
Wg. Großen-Buseck, 5. Juni. Die N S. - Frauenschaft, Ortsgruppe Großen- Buseck, hielt dieser Tage ihren Heimatabend ab. Die Führerin, Frau Schneider, die zu gleicher Zeit auch technische Lehrerin an der Volksschule GroßenBuseck ist, gab unter anderem den erschienenen Frauen eine Reihe neuer Kochrezepte bekannt, die ihrer Einfachkeit wegen großen Anklang fanden. Die anwesenden Frauen freuten sich darüber, daß ihnen durch ihre Führerin Gelegenheit geboten wurde, sich über die Zusammensetzung und Nährwert der Lebensrnittel Klarheit zu verschaffen. Die gegebenen Anregungen wurden dankbar aufgenommen. — Heute morgen wurde das hiesige Gemeindeheugras an Ort und Stelle versteigert. Es kosteten durchschnittlich 1 Morgen Gras geringerer Qualität 2 bis 5 Mark, mittlerer Qualität 10 bis 18 Mark und gute Qualität 25 bis 32 Mark.
♦ Garbenteich, 5. Juni. Der hiesige Einwohner Jakob B r i e g e l erlitt dieser Tage einen U n - fall. Er stürzte eine Treppe hinab und erlitt eine schwere Schädel- und Fußverletzung. Der bedauernswerte Mann mußte sofort in die Chirurgische Klinik gebracht werden.
# ©rüningen, 5. Juni. Auch im verflossenen Schuljahr ging es mit unserer Schulsparkasse aufwärts. Einer Einlage von 826 Mark standen 668 Mark Rückzahlung gegenüber. Im neuen Schuljahr ist die Anzahl der Sparer von 102 auf 110 gestiegen. — Die Restschuld unseres Schulepidiaskops konnte vor kurzem abgetragen werden. Ermöglicht wurde dieses durch die hochherzige Spende von 50 Mark eines hiesigen Einwohners. Genau wie den Lichtbildapparat will nun die Schule aus eigener Kraft eine Derdunklungsanlage erstehen. Obwohl die Kosten mit rund 200 Mark ziemlich hoch find, soll der Plan in Kürze doch ausgeführt werden.
)( L i ch, 5. Juni. Am Sonntag unternahm unser Kirchengesangverein einen Ausflug nach Ortenberg. In flotter Fahrt ging es am frühen Morgen in einem großen Autoomnibus über Hungen und Nidda und nach kurzem Aufenthalt und nach der Besichtigung des Badehaufes und der Kuranlagen von Bad Selters nach dem fchön im Niddertal gelegenen Ortenberg. Im Gottesdienst, der von der Gemeinde außerordentlich stark besucht war, und dem langjährigen früheren Geistlichen Stiftsdechant Kahn (Lich) gehalten wurde, wirkten die vereinigten Kirchenchöre von Ortenberg und Lich und der Licher Chor allein unter der Leitung von Lehrer Stein (Lich) mit und brachten, unterstützt
durch die ausgezeichnete Akustik der Kirche, fünf Chöre zu eindrucksvollem Vortrag. Anschließend wurde unter der freundlichen Führung der Schloß- Herrschaft das Schloß besichtigt und dann das Mittagessen gemeinsam im Gasthaus „Zur Post" eingenommen. Anschließend führte Pfarrer Letzing in einem Vortrag in die Geschichte von Stadt und Schloß Ortenberg ein und zeigte dann in einem Rundgang die Hauptsehenswürdigkeiten des alten Städtchens, den Stadtbrunnen, das Rathaus, die Kirche, Obertor, Stadtmauer mit Wehrgang u. a. m. Die Gäste waren entzückt von dem alten und schönen Stadtbild. Am Nachmittag vereinigte im Saal der „Post" ein von Frauenhilfe und Kirchenchor gebotener Kaffee den Licher Verein mit einem großen Teil der Drtenberger Gemeinde. Vorträge der beiden Chöre — der Drtenberger Chor unter Leitung von Herrn Funk —, Ansprachen von Pfarrer Letzing, Stiftsdechant Kahn und Stiftspfarrer D r aud t, sowie ein im Garten des Hotels stattfindendes Konzert der Standartenkapelle ließen die Stunden des Zusammenseins nur allzu rasch vorübergehen. Mit herzlichem Dank für alle Dar- bietungea und einem „Auf Wiedersehen in Lich"
nahm der Licher Kirchenchor Abschied. Aus der Heimfahrt wurde in dem idyllisch gelegenen Bad Salzhausen noch ein kurzer Aufenthalt genommen. Allen Teilnehmern wird der Tag noch lange in Erinnerung bleiben.
Kreis Schotten
* Schotten, 6. Juni. Der Reichsbund für Volkstum und Heimat und der NSLB. Gedern veranstalten am Freitag, 8. Juni, einen botanischen Lehrausflug nach dem Hochmoor im Odenwald. Prof Dr. S p i l g e r - Darmstadt wird die Teilnehmer, die sich am Zug 8.25 Uhr nach Hartmanns- Hain treffen, führen.
Daten für Donnerstag, 7. Jnni.
1813: der Geschichtsschreiber Karl von Hegel in Nürnberg geboren (gestorben 1901); — 1826 der Physiker Joseph von Fraunhofer in München gestorben (geboren 1787); — 1843: der Dichter Friedrich Hölderlin in Tübingen gestorben (geboren 1770); — 1919: der Großadmiral Henning von Holtzendorf in Prenzlau gestorben (geboren 1853).
Wirtschaft.
♦ 6 (8) °/o Hessische Staatsanleihe v o n 19 28. Die am 1. Juni 1934 nach den Anleihebedingungen vorgesehene planmäßige Tilgung ist durch freihändigen Ankauf der Teilfchuldverschrei- bungen erfolgt.
♦ Bewegungen der Unternehmungen im Mai 1 934. Im Mai 1934 wurden sechs Aktiengesellschaften mit zusammen 2.2 Mill. RM. Nominalkapital gegründet. Ferner wurden 11 Kapitalerhöhungen um zusammen 21 Mill. RM. vorgenommen und 51 Kapitalherabsetzungen um zusammen 48 Mill. RM. 47 Aktiengesellschaften mit einem Nominalkapital von 29 Mill. RM. wurden aufgelöst, darunter drei wegen Konkurseröffnung. Der Kurswert der gegen Barzahluna im Monat Mai ausgegebenen Aktien betrug 6.6 Mill. RM. Ferner wurden im Mai 1934 230 Gesellschaften m. b. H., 1162 Einzelfirmen und Personalgesellschaften und 389 Genossenschaften gegründet. Aufgelöst wurden 455 Gesellschaften m. b. H., 1074 ©inael» firmen und Personalgesellschaften und 165 Ge- nossenschaften.
Frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 5. Juni. Die Börse war wieder fest, allerdings vollzogen sich die Kurssteigerungen heute in etwas gemäßigterem Tempo. Neben zahlreichen neuen kleinen Kaufaufträgen der Bankenkundschaft kamen auch schon auf dem erhöhten Niveau einige Derkaufslimite und Orders zur Ausführung. Im großen und ganzen war das Geschäft wieder ziemlich lebhaft und die Befestigungen von durchschnittlich 1 bis 1,50 o. H. erstreckten sich auf alle Marktgebiete. In wirtschaftlicher Hinsicht fanden einige zuversichtliche Geschäftsberichte größerer Unternehmunaen Beachtung, auch die weitere Steigerung des Zementabsatzes gab einige Anregung. Im Vordergrund des Interesses standen erneut sog. Rohstoffwerte und solche Papiere, die mit Jnland- rohstoffen arbeiten können. Stärkere Befestigungen zeigte heute insbesondere der Elektromarkt, an dem Siemens 2,50, Licht und Kraft 2, Geffürel 1,13, AEG. und Lahmeyer je 0,75 v.H. gewannen. Lebhafte Umsätze hatten wieder Farbenindustrie, die um 1,13 auf 145,65 v.H. anzogen, ferner lagen Metallgefellschaft 1, Rütgerswerke 1,25, Deutsche Erdöl 0,25 v. H. höher, wogegen Th. Goldschmidt 0,75 v. H. verloren. Die starke Nachfrage nach Scheideanstalt am gestrigen Tage war hellte nicht mehr vorhanden und die Taxe hat sich auf 202 bis 203 nach gestern abend 207 ermäßigt. Der Montanmarkt wies durchweg Kurssteigerungen um 0,50 bis 1 v. H. auf. Besonders fest lagen heute Kaliaktien, so Salzdetfurth um 3,50 v.H., Aschersleben und Westeregeln um 4,50 bzw. 4 v.H. Am Schiffahrts- markt waren Hapag um 1,25 v. H. erholt. Zellstoffwerte zogen trotz der gemeldeten Hemmnisse im Papierexport bis 1 v. H. an, auch Kunstseidenwerte zogen weiter an. Im einzelnen eröffneten u. a. Reichsbank und Daimler je 1, Cement Heidelberg 1,50 und Südzucker 0,50 v. H. fester.
Der R e n t e n m a r f t lag verhältnismäßig ruhig und die vorbörslich höheren Taxen wurden nicht erreicht. Vielmehr lagen Neubesitz etwas im Angebot und um 5 Pf. niedriger. Altbesitzanleihe, späte Reichsschuldbuchforderungen und Stahlverein-Bonds lagen behauptet. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse bei kleiner Nachfrage gut behauptet, vereinzelt ergaben sich mäßige Erhöhungen. Stadtanleihen tendierten weiter fest, wobei die Gewinne von 0,50 bis 1,50 v. H. betrugen. Staatsanleihen blieben dagegen ruhig veranlagt. Am Ausland- rentenmarft waren besonders einige ausländische Stadtanleihen stark gesucht, daneben gewannen Anatolier Eisenbahn 0,65 v.H., Ungarn und Mexikaner bis 0,50 v. H. Türken lagen recht ruhig.
Im Verlaufe fetzten sich bei lebhaftem Geschäft bei den meisten Werten nochmals Befestigungen von 0,50 bis 1 v.H. durch, später trat dann etwas Glattstellungsbedürfnis auf so daß bei den Groß- roerten Abbröckelungen von 0,50 bis 1 v. H. zu verzeichnen waren. Indessen blieb die Grundstimmung ourchaus fest und auch die Umsätze blieben beachtlich. Die Neubesitzanleihe schwankte weiterhin zwischen 22,65 bis 22,70 o. H. Reichsmark-Obligationen zogen etwa um 0,25 bis 0,75 v. H. an. Scheide- anftalt waren später wieder plus-plus und zirka 205 v.H. Die später notierten Werte lagen allgemein noch fest.
Der Kassa markt lag fast auf der ganzen Linie fest. Besonders gesucht blieben Hypothekenbank-Aktien, aber auch die meisten Jndustriepapiere erschienen mit Plus-Zeichen. Im Freiverkehr erhöhten sich Frankfurter Handelsbank auf 30 nach 29 v. H., (Breroag galten unv. 55 v. H. Der Geldmarkt blieb leicht und der Satz für Tagesgeld zu 3,50 v. H. unverändert.
Frankfurter Abendbörfe fest.
Frankfurt a. M., 5. Juni. Die Abendbörfe war weiter sehr fest und verzeichnete beachtliche Umsätze. Von der Kundschaft lagen erneut Kauforders vor, daneben wollte man auch Käufe des Auslandes auf Sperrmark-Konto beobachtet haben. Besonders lebhaft und fest waren wieder IG. Farbenindustrie, die bis auf 147,50 (+ 1,75 D.i).) anstiegen, auch Scheideanstalt konnten sich bis auf 210 v. H. erhöhen, wobei die Zuteilung diesmal voll erfolgte. Außer diesen beiden Chemiepapieren traten Montan- und Elektroaktien stärker hervor. Hier betrugen die Kursbefestigungen von 0,50 bis 1,50 v. H. Auch auf den übrigen Marktgebieten setzten sich gegenüber dem Berliner Schluß durchschnittliche Besserungen bis zu 1 v. H. durch, nur Kunstseidewerte waren weiterhin angeboten und gaben zunächst etwa 0,50 bis 1 v. H. nach, um aber im Verlaufe, wo sich auf fast allen Marktgebieten neue Steigerungen ergaben, gut erholt zu sein. Gegen Schluß der Börse war die Entwicklung etwas ruhiger, Farbenindustrie bröckelten um 0,25 v. H. ab, die Grundstimmung blieb aber auf der ganzen Linie fest.
Der Rentenmarkt lag bemerkenswert ruhig und kaum verändert, die Neubesitzanleihe zog später bei etwas lebhafterem Geschäft geringprozentig an. Reichsmark-Anleihen gewannen etwa 0,25 bis 0,50 v. H. Fest lagen Schatzanweisungen des Deutschen Reiches von 1923, die mit 76 v. H. nach heute mittag amtlich 73,25 v. H. taxiert wurden, die übrigen festverzinslichen Papiere lagen ohne Geschäft. Von fremden Werten zogen 4 v. H. und 3,50 v. H. Schweiz. Bundesbahn um je 2 v. H. auf 168 bzw. 157,50 v. H. an, auch Ungarn und Anatolier waren weiter leicht erhöht-. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 22,70, Altbesitzanleihe 95,90, Stahlverein-Bonds 74, Schutzgebietsanleihe von 1913 9,25, OO-Bank 58, Reichsbank 154,25, Buderus 77, Gelsenkirchen 64,50 bis 65, Harpener 98, Kali Salzdetfurth 154 bis 155, Klöckner-Werke 70,75 bis 71, Mannesmann 66,50, Mansfeld 75,75, Phönix 51, Rheinstahl 98, Stahl- verein 43,50 bis 43,90, AKU. 61,13 bis 62, AEG. 26,75, Bekula 137, Bemberg 71 Br., Cement Heidelberg 101,50, Conti Gummi 141,25, Deutsche Erdöl 210, Licht & Kraft 110,50, IG. Farben 146,50 bis 147,50 bis 147,25, Geffürel 102,25 bis 102,50, Holzmann 64,50, Moenus 67,50, Rheag 99, Schuk- fert 91, Metallgefellschaft 84, Siemens 141,50, Aschaffenburger Zellstoff 45,25, Zellstoff Waldhof 50,40 bis 50,50, AG. für Verkehr 68,75, Hapag 27,50, Lloyd 32,65.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die yimei Den Papieren anuetuhrten Zistern geben die Hohe Oer zuietzl velchlotzenen Dividende an — Reichsvankdistoni 4 o Jf). Lombardzinsfuh 5 v H
Hrankiur u. V1
Vertin
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Berlin
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Datum
4.6 |
5-6-
4-6.
5-6-
■Datum
4-6-
5.6-
4-6-
5-6-
•% Deutsche Reichsanleihe v 1927
98
98
98,1
98
4% desgl. Serie II
7,2
7,2
—
—
1% ebem.7% Dl. tUeldtfanl. d. 1929
99,4
99,5
99,6
99,6
6% RumSn. vereinh. Rente v. 1903
4,25
4,13
4
4,1
5^% Doung-Anleihe von 1930
92,75
92,75
93
92,5
-y,%Rumän.vereinh.Rentev.l91S
6
—
6,25
6,75
Deutsche i?lnl.-aiblöl.-<5d)U16 mit
95,75
4% Rumänische vereinh. Rente ..
3,65
—
3,7
3,75
Lu-los..Rechten
95,9
95,9
—
8V4% Anatolier
33,55
34,25
33,5
34,25
te»gl ohne AuSlos.-Rechte .....
6% ehern.8°/, Hess. 'SolHftaai 1929
22,75
93
22,7
22,5
93,13
93,13
pamvurg-Ämenka.Paket o
25
27,5
25
26,9
(rückzahlb. 102%)
93
Hamburg-Sitdam. Dampfschiff 0
26
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<% Hess. Landesbank Darmstadt
90,5
90,75
90,75
Hansa-Dampsschifs . 0
-
—
Gold R. 12
•—
Rorddeutscher Lloyd .. 0
11,25
32,65
31
32,5
5y.% Hess Landes-Hypotheken» bank Darmstadt Liaui
89,75
A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0
68
68,75
67,75
68,13
90
—
—
Berliner Handelsgesellschaft . 4
86,75
86,75
86
85,5
Oberhessen Provinz-Anleih» mit
96
Commerz- und Privat-Bank 0
50,5
51,9
50,5
51,5
Auelos.-Rechten
96,5
—
—-
Deutsche Bank und Discont»
DeuUche Ito mm. Sammelabl. An.
93,75
94,4
94,9
Gesellschaft............... o
55,5
58
55,5
57,5
tMhe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten
•% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
94
Dresdner Bank..............o
Reichsbank ............. 12
60,5
154
62
154,25
60,5
154
62
154,13
90,75
90,75
90,65
90,25
1% ehern 7% Franks Hyp.-Bank
90,75
90,75
A-L.G......................
Goldpse. 16 unkündbar bl« 1986 ty*% ehern <y,% Franks Hyp^
Bank-Liqu.-Psandoriese
90,65
26,25
135,5
100,25
26,75
137
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26
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136,65
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Bekula ....... 0
134
101
90
SO
—
—
Dekkr. LieferungSgeleMchaft .. 6
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91,25
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105,5
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E—
Felten & Guilleaume 0
60,75
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«hSU!Sd'rt,e,JLUn,en,c6munfl- 6
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101
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94
94
—
Rheinische Elektrizität ....... 5
Schuckert & do......... 8
98,5
89,75
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99
91
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98
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Steuerautsch. Verrechnungskurs
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116,5
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27
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8
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1,1
Deutsche Srdbl ......... ... •,
1 120,25
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Gelsenkirchen«..............Ö
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7,5
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7,6
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96,75
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7,65
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8,4
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Berlin
Devlfenmorkl Berlin — Frankfvrl <t Hl
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Budapest ... Reu York ...
0,612 58,60 0,153 3,053 56,81
81,76 12,72 5,621 16,54
169,82
21,72 0,757
5,676 64,91 47,55
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65,57
81,53 34,31 10,45
2,513
0,608
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2,507
Banknoten.
0,633 58,59 0,156 3,047 56,44
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11,49 6-, 18
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2,512
0,637 58,71 0,158 3,053 56,56
81,76
12,665
5,591
16,54
170,02 21,77 0,757
5,676
63,61 47,55 11,51 65,32 81,58 34,33 f0,45
2,518
viansselder Bergbau.........0
KvkSiverke 0
Phonhr Bergbau ........... 0
Rheinische Braunkohlen ..... 10
Rheinstahl 0
Bereinigte Stahlwerke........0
Otaoi Minen 0
Kaliwerke Aschersleben........ 6
Kaliwerke Westeregeln........ 5
Kaliwerke Salzdetfurth..... 7%
3. G. Farden-IndusMe....... 1
Scheide anstatt............... 9
Goldschmidt ................0
Rütgerswerke ...............0
«etallgeielUchatt.............0
Philipp Holzmann ..... •
Zementwerk Heidelberg .... 0
Zementwerk Karlstadt. ...... 0
Schultheis Payenhoset ..... 0
Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg 0
Hellstoff Waldhos ..........0
Zellstoff Aschaffenburg .......0
Dessauer Gas ............. 7
Daimler Motoren ............ 0
Deutsche Linoleum........... 0
Oren stein & Koppel..........0
Leonhard Tietz ............ 0
khade .................IC
A«rumulatorrn-Fabrü........ 0
konti-Gummi 0
Gritzncr.................. 0
Mainkraftwerte Höchst .. 4
Süddeutscher Zucker ......... •
76
50
229 95,75 42,25 14,25 109,5
109
148
144,5
70
41
82
64,25
101
125
63
72,5
49 43,75
48,4
63
20,25
180 172,5
141
I 23,75 I 175,5
75,75
51
226
98
43,9
15,5
113
114
153
147,25
210
42
84
64,5
101,5
62
71
50,5
45,25
62,5
20
182
176
141,25
74,75
176
74,75
97,25
49,5
228,5
94.9
42,13
14,5
108,5
108,5
147
142,75
69,4
41 81,25
1"
104,5
62,9
71
48,4
43
124
48,13
63 62,75 20,13
180
171,75
141
1 24,9
1 1751
75,13
99,75
50,4
228
97,13
43,13
15,13
112,5
114
154
145,75
69
41,5
84
64,5
105,75
61,5
70
49,9
45
124,75
48,75
62
65,75
20
182
175
141,75
25
175,5
Sellin, 5. Juni
(Selb
Erie1
Imerikantsche Rotea..............
Selgische Roten ................
dänische Roten .................
bnglische Roten .................
französische Roten...............
holländische Roten...............
Italienische Roten ..............
-orwegische Roten ..............
Lettisch Oesterreich, tz 100 Schwing Bi manische Roten...............
Schwedische Roten...............
Schweizer Roten................. spanische Rote»................. Unaariicbe Rote» ................
2,465 58,43 56,29
12,59
16,46
169,26 21,61
63,32
65,02 81,24
34,13
""~2,485
58,67
56,51
12,65
16,52
169,94
21,69
63,58
65,28
81,56
34,27


