Samstag, 6.3onuar J95^
Giehener Anzetgrr (General-Anzeiger für Oberhessen)
Nr. 5 Zweites Blatt
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wirken wird.
SirLohn Simons römische Reise
Wenn der Alte nun wieder kam, fiel mir das
Er trat m aueyochgelege- gute anderthalb totunoen «
gen Türen, er tauchte ba unb Dort an n J Straße begann schon stark zu damr ncn Fenstern auf, er Idjmcmb n m? Wm of)ne»in b”ntIe Wald rujfte .mmei LTSte^a^ «nb Keaerfenf.ern I felnbfeliger Rammen. nWenb oben
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Zugenderinnerung
Don Hermann Kesse.
Dieser Blick und dieser Griff der breiten braunen ftanb war schuld daran, daß ich mebreremal von / ... Ä-xA- iinh hiö Trnnmp mären wie-
zu demselben Hotte Hotte, dem ich hundertmal auf der Straße nachgehöhnt hatte.
Der Alte blieb stehen, lachte wieder, rieb sich bte Hände, grinste mich an und fuhr langsam mit der breiten Rechten in die Rocktasche. Es war die hä- misch, häßliche Geste, die ich so oft gesehen und geträumt hatte — der Griff nach jenen langen Messern.
Wie ein Verzweifelter rannte ich davon, daß der finstere Wald widerballte, und hörte nicht aus zu rennen, bis ich verängstigt und atemlos an meines Vaters Haus die Glocke zog.
er ruhig weiter, grinste auch wohl verachtungsvoll herüber; zuweilen aber blieb er wie lauernd sieben, drehte den schweren Kopf mit bösartigem Blick herüber und senkte langsam nut verhaltener Wut die Hand in seine tiefe Rocktasche, was eine seltsam tückische und drohende Geste war
Im Lichtspielhaus mußte der zuletzt hier besprochene Film „Großfürstin Alexandra wegen plötzlich notwendig gewordener Umdispositionen ab« gesetzt werden, soll aber, wie wir hören, später noch einmal erscheinen. Statt dessen läuft seit gestern ein Militär-Lustspiel der Aafa unter dem Titel: „Zwei gute Kameraden". Es spielt während des Krieges in der Etappe, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. (Wir könnten uns jedenfalls einen passenderen Schauplatz denken.) Und soweit kriege, rische Ereignisse eine Rolle spielen, die zum Gluck keinen breiten Raum einnehmen, kann man die Phantasie der Hersteller - Manuskript B. E. ßütb ge, Regie Max Ob al — nur als blühend bezeichnen. Dagegen entfesseln die Abenteuer der beiden sehr verschiedenartigen Temperamente von Paul Hörbiger und Fritz Kämpers in der Kantine, im Quartier und hinter den Kulissen eine» Fronttheaters die ungetrübte Heiterkeit des 'Bublt- kums Von den übrigen Mitwirkenden sind die niedliche Jestie Vihrog als Quartiergeberin unö Hans Hermann-Schaufuß als sachslfcber Theaterbireffor und Derwandlungskünstler zu nennen. — Im Beiprogramm gibt es u. a. schöne Aufnahmen von nistenden Störchen, außerdem einige mimisch-rezitatorische Scherze des aus dem Rund«
waren und sind. .
Wenn man trotz dieser, ganz eindeutig feststen- baren Gefahren doch nicht zu einem praktischen Ergebnis kam, so lag das daran, daß man in einem ewigen Für und Wider st ecken blieb. Gegen jede Maßnahme wußte irgend jemand ge- wichtige Gegengründe anzuführen der Mut zu einem entscheidenden Entschluß, der zwar die Gefahren des eingeschlagenen Weges, aber auch den Zwang zur Tat sieht, fehlte aber, wie nicht nur
Landesobmann Metz von seinen Aemtern beurlaubt.
LPD. Frankfurt a. M., 5. Jan. Wie der San- desbauernführer Dr. W a g n e r mitteilt, hat er den Landesobmann Willi M e tz mit sofortiger Wirkung von seinen sämtlichen Aemtern beurlaubt
Oie Dauer der FeldbereinigungS- arbeiten.
LPD. D a r m st a d t, 5. Jan. Während man früher zur Durchführung der Feldbereinigung s- a r b e i t e n in der Regel 7 bis 10 Jahre benötigte, können diese Arbeiten jetzt bereits in einem Zeit- raum von drei Jahren erledigt werden. In- folgedessen können die im abgelaufenen Jahr in Angriff genommenen Feldbereinigungsarbeiten im Ried, auf die Landesbauernfuhrer Dr. Wagner kürzlich auch in feiner großen Rede in Lampertheim zu sprechen kam, in 12 Gemarkungen bereits in drei Jahren, also bis zum Jahre 1935, beendigt sein.
Wegen politischer Vergehen verurteilt.
LPD. Darmstadt, 5.Jan. Dor dem Straf, senat des Qberlandesgerichts Darmstadt hatten sich heute in nichtöffentlicher Sitzung vier Kommunisten wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu verantworten. Der 29jährige Ludwig Asmus aus Darmstadt erhielt einJahr dreiMonate Gefängnis, der 28jährige Ludwig Schüttler aus Worms eineinhalbJahreZuchthaus, der 3Ojährige Adam Windig und der 28jährige Eugen Keller, beide aus Worms, je einJahr drei Monate Gefängnis. Wegen Bei- Hilfe erhielt der 31jährige Philipp Kiefer der der Kommunistischen Partei nicht angehört hatte, sechs Monate Gefängnis. Sämtliche Ange- klagten hatten zudem noch Waffen versteckt gehalten.
registriert.
Im oberhessischen Selters gab es im vergan- qenen Sommer 209 Gäste und 2259 Uebernachtun- gen, abgegeben wurden 1932 — 3800 IBaber. Schließlich das mehr durch seinen Wasserversand wie als Bade- und Fremdenort bekannte Dilbel, R uux, UH 1™ = 141 Besucher und 248
i, Uebernachtungen hatte — allerdings einen Anstieg in der Zahl der Uebernachtungen gegenüber Dem Vorsommer. Vilbel verabreichte 1932: 3900 Bader.
Das war der Hotte Hotte Putzpulver. Seither bin ich aus einem schmalen Knaben ein alter Mann geworden, unser Städtchen ist gleichfalls gewachsen, ohne schöner geworden zu sein, und sogar in der Falkengasse hat sich allerlei geändert. Der Schuh- mächerle ist gestorben. Die zwei Metzgerburschen sind vollends 'verliedert und verkommen. Aber der alte Mann kommt noch immer, schaut in die Keller- fenfter, tritt in die feuchten Flure, schäkert mit den verwahrlosten Frauen und kennt alle die vielen ungewaschenen strohblonden Kinder mit Ramen. Er sieht kaum älter aus als damals.
i gute Kameraden "
Don einem befreundeten, gastlichen Landpfarr- haus zurückkehrend, wanderte ich einmal durch den tiefen schönen Tannenforft und machte lange Schritte den es wgr schon Abend und ich hatte noch gute anderthalb Stunden Weges vor mir Die *17. - . . _____ ,1, hÄHimorn lltl
Sir John Simon bei Der Ankunft auf Dem Flugplatz in Ostia. Flugzeug hatte ihn von Eavri aus herbeigeführt, wo der englische Außenminister seinen Wechnachts- und Neujahrs, urlaub verbrate Sr l^att, bann in Rom mit dem Duce eine Besprechung über tue Fragen de- Völkerbundes und der Abrüstung___________________
es Abiturienten, Die Die Hochschulreife bekommen haben, aber trotzdem einen praktischen Beruf ergreifen wollen, ausdrücklich verboten ist, von ihrer Hochschulreife bei ihren Bewerbungen irgendwelchen Gebrauch zu machen. Die Hochschulreife soll nur bescheinigen, daß der Betreffende zu dem vorwiegend theoretischen Studium an einer Hochschule als geeignet erscheint; in den praktischen Berufen soll nur d i e praktische Fähigkeit, kein neuer Berechtigungsschein entscheiden! Die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung, die von der Regierung mit der Ueberführung der nicht Hochschulreifen Abiturienten betraut worden ist, hat bereits einen ausführlichen Organisationsplan aufgestellt, nach dem die Abiturienten in die Wirtschaft einge- gliedert werden sollen. Sie und die ihr unterstehenden Landesarbeitsämter sind auch für alle diese
Der Besuch der hessischen Badeorte.
Im Sommer 1933 hatte die größte hessische Bade- stadt Bad-Nauheim 21 216 Fremde zu Besuch mit 442 492 Uebernachtungen; gegenüber dem Sommer 1932 mit 21447 Fremden und 464 939 lieber- nachtungen fällt der verschwindend kleine Rückgana um so weniger ins Gewicht, als der Winterbesuch 1932 mit 3948 Fremden und 100 859 Uebernachtun- gen verhältnismäßig befriedigend war. Auch in der Zahl der abgegebenen Bäder steht begreiflicherweise das Staatsbad Bad-Nauheim an der Spitze der hessischen Badeorte. Es wurden abgegeben 1932: 253 000 (1931: 333 000) Bäder. Die Zahlen für 1933 sind noch nicht bekannt.
Zum zweitstärksten Badeort in Hessen hat sich das Stahlbad K ä n i g im Odenwald heraufgeschafft, sowohl was die Zahl der Fremden (Sommer 1933 = 2858), wie diejenige der Uebernachtungen mit 34 821 betrifft. An Bädern wurden 1933 abgegeben etwa 14 000 (1932: 12 000). Die Zahlen für das kleinere Staatsbad Salzhausen lauten: lieber- nachtungen im Sommer 1933 — 30 613 (im Dorsommer 31 889), Fremde im Sommer 1933 = 1928 (1932 = 1808), abgegebene Bäder: 1932: 10 800 (im Vorjahr 10 600). Bad Wimpfen am Neckar weist für den Sommer 1933 — 3683 Fremde und 12 812 Uebernachtungen auf; die entsprechenden Zahlen des Sommers 1932 lauten 3283 und 11152. Die Bäder werden in Wimpfen anscheinend nicht
Der krumme alte Mann, ohne den ich mir die Falkengasse und die Stadt und meine Knabenzeit nicht denken kann, war ein rätselhafter Mensch, über । dessen Alter und Vergangenheit nur dunkle Der- mutungen im Umlauf waren. Auch sein burger- > lieber Name war ihm seit Jahrzehnten abhanden j gekommen, und schon unsere Väter hatten ihn nie | anders als Hotte Hotte Putzpulver genannt.
Tannenstämmen noch schräge Strahlen roten Abend- lichtes glühten. Ich schaute oft hinaus, einmal aus Freude an dem weichen schönfarbigen Licht, und dann auch aus Trostbedürfnis, denn die rasche Dämmerung im stillen, tiefen Walde legte sich bedrückend auf mein elfjähriges Gemüt. Ich war gewiß nicht feig; wann wäre je ein Lateiner feig gewesen! Aber hier war kein Feind, keine sichtbare Gefahr — nur das Dunkelwerden und das seltsam bläuliche, verworrene Schattengewimmel des Wald- innern. Und gar nicht weit von hier gegen Ernstmühl abwärts, war einmal einer totgeschlagen worden
Die Vögel gingen zu Nest, es wurde still, still, und kein Mensch war auf der Straße unterwegs, außer mir. Ich ging möglichst leise, Gott weiß warum, und erschrak, so oft mein Fuß wider eine Wurzel stieß und Geräusch machte. Darüber wurde mein Gang immer langsamer statt flotter, und meine Gedanken gingen allmählich ganz ins Fabelhafte hinüber. Ich dachte an den Rübezahl, an Die „Drei Männlein im Walde" und an den, der drüben am Ernstmühler Fußweg umgekommen war
Rrrr — erhob sich ein schwaches Geräusch. Ich blieb stehen und horchte — rrrr — das mußte hinter mir auf der Straße sein. Zu sehen aber war nichts, denn es war unterdessen fast völlig dunkel geworden Es ist ein Wagen, dachte ich, und beschloß, ihn abzuwarten. Er würde mich schon mitnehmen. Ich besann mich, wessen Gäule wohl um diese Zeit Hier fahren möchten. Aber nein, es mußte ein Handkarren fein, er kam so langsam näher, und auch dem Geräusch nach. Freilich, ein Handkarren! Und ich wartete. Ob es wohl ein Milchkarren war? Vielleicht vorn Lützinger Hof? Aber jedenfalls mußte er nach Gerbersau fahren, vorher lag keine Ortschaft mehr am Weg. Und ich wartete.
Und nun sah ich den Karren, einen kleinen hoch- gebauten Kasten auf zwei Rädern und einen Mann qebürft dahinter gehen. Warum bückte er sich wohl so schrecklich tief? Der Karren mußte schwer sein.
Gott helfe mir — der Hotte Hotte Putzpulver! Er sah mich einen Augenblick an, fragte: „Nach Ger- bersau9" und ging weiter, ich nebenher. Und so eine halbe Stunde lang wir zwei nebeneinander durch die stille Finsternis. Er sprach kein Wörtlein. Aber er lachte alle paar Minuten in sich hinein, leise, innig und schadenfroh. Und jedesmal ging das böse, irre Lachen mir durch Mark und Bein. Ich wollte sprechen, wollte schneller gehen. Es gelang 1 mir nicht Endlich brachte ich mühsam ein paar
©trafee“begann schon stark zu dämmern und der > ich. mimisch-rezitatorische Scherze Des aus
ohnehin dunkle & stagte es sehr höflich und schüchtern -Ifunk bekannten Komikers Lomm-l.
DasMerwrdemSludmm.1
Don Dr. Reinhard Hübner i
i Die Verordnung des Reichsministers des Innern, । nach der nur 15 000 Abiturienten im [ Jahre 1 934 die Hochschulreife zuer- . kannt werden darf, wird manches Elternhaus r in Sorge versetzt haben Denn diese Verordnung , bedeutet praktisch, daß noch nicht einmal die Hälfte \ der augenblicklichen Oberprimaner und Oderpri- , manerinnen die Hochschule wird beziehen und stu- < vieren dürfen. Aber diese Maßnahme ist nur schein- , bar hart. Denn die Arbeitsmarktlage der 1 akademischen Berufe ist derart katastrophal, daß auch die jetzt zum Studium Zugelassenen große , Schwierigkeiten haben werden, später in dem erstrebten Beruf unterzukommen. In Wirklichkeit liegt überhaupt kein Bedarf an Neuzugang zum Studium vor. Soll man unter diesen Umständen immer von Neuem Tausende auf eine Berufsbahn führen und große, oft sauer ersparte Gelder für eine Ausbildung anlegen lassen, die niemals in einem praktischen Beruf wird enden können?
Mit Recht weist auch der sächsische Kultusminister Dr Hartnacke, schon seit vielen Jahren einer der eifrigsten Vorkämpfer für eine Beschränkung des Zuganges zu den Hochschulen, Darauf hin, daß ein tatenloses Zusehen ein „schleichender Selbstmord" des deutschen Volkes sein werde. Denn alle die ungezählten Akademiker, die niemals oder erst in vorgeschrittenem Alter in einen festen Beruf gelangen, müssen biologisch für den Volksbestand ausfallen, weil sie in den besten Jahren ihres Lebens arbeitslos sind und damit auch f a m i l i e n - l o s bleiben müssen Auf der anderen Seite haben bisher viele Eltern sich auf ein Kind beschränkt, um diesem dann den teueren Bildungsweg über die höhere Schule und die Hochschule in die gehobenen akademischen Berufe ermöglichen zu können. Es w iren gewiß nicht die schlechtesten Eltern, die so, oft unter großen Entbehrungen, ihrem Kinde den Aufstieg in höhere Schichten ermöglichten Um so schwerer mußte es auf die Volksganzheit biologisch zurückwirken, daß gerade diese Kreise sich auf ein Ein- oder Zweikindersystem beschränkten.
Auch in den vergangenen Jahren hat man unentwegt über eine Beschränkung des Zugangs zu den Hochschulen diskutiert und beraten. Die Lage war ja so eindeutig, daß man unmöglich ohne ein Wort zu verlieren, an ihr vorüber gehen konnte. Es ist noch gar nicht so lange her, daß man glaubte, das Schlagwort von der „freien Bahn", die „allen Tüchtigen" offenstehen sollte, in die Wirklichkeit überführen zu können. So schön das Wort auch roar — gegen den Wahrheitsgehalt, der in ihm steckt, wird niemand etwas einwenden können und wollen — die Folgen im wirklichen Leben waren firchtbar Man hatte nicht den Mut, auch für die Tüchtigkeit einen festen, unverrückbaren Maßstab aufzustellen, und öffnete nur hemmungslos alle bis- herigen, sicherlich oft hindernden und veralteten Schranken. Am Ende dieses Weges steht e i n „akademisches Prvletaria t", das nicht nur biologisch eine Gefahr für den Volksbestand war, sondern auch politisch die Staatsqemeinschast gefahr- Dete, da nur zu oft Die verzweifelten und materiell und geistig wurzellosen Akademiker jegliche Gemein- schäft und Ordnung bekämpften. Unvergessen ist es ja, daß Der russische Kommunismus im Wesentlichen von solchen anarchistischen, arbeits- und heimatlosen Akademikern propagiert worden ist, und daß unter den kommunistischen Führern viele derartige ehemalige Studenten und berufslose Akademiker
hier, sondern fast auf allen Gebieten unseres öffentlichen Lebens.
So ist es auch in der Tat eine einschneidende, gegenüber den bisherigen Verhältnissen revolutionäre Maßnahme, daß die Regierung trotz aller ent* gegenstehenden, gewichtigen Gründe sich entschlossen hat, für das gesamte Hochschulstudium D e n „n u m e- rus clausu s“, eine von vornherein begrenzte, „geschlossene" Zahl Der zum Studium Zuzulassenden einzuführen. Vorläufig ist diese Zahl nur erst a u f d i e einzelnen Länder nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt worden. Aber sinnentspre- chend wird man auch zu einer entsprechenden Verteilung der Studierenden auf die einzelnen Fächer schreiten müssen. Denn es geht natürlich nicht an, daß sich nun die zugelassenen Studenten auf einige wenige Ausbildungswege stürzen, diese verstopfen, während andere Gebiete unter Umständen an einem Bewerbermangel leiden Regulieren läßt sich aber eine Derartige Verteilung nur, wenn man mit möglichster Vollständigkeit d i e Arbeitsmarktlage der akademischen Berufe übersehen kann. Hier steht die Arbeitsmarkt- S noch vor großen, wichtigen und dankbaren
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Hand in Hand mit der besprochenen Maßnahme geht gleichzeitig und sinngemäß die Fürsorge für Diejenigen Abiturienten, die nicht zur Hochschule zugelassen werden. Es kommt für den Erfolg dieser Maßregeln alles Darauf an, daß sich nun nicht etwa Diejenigen, die zur Hochschule zugelassen werden, besser Vorkommen und auch als bester anerkannt werden, als ihre nicht zugelassenen Schulkameraden. Der W e $ in d i e praktischen Berufe, den Die Regierung diesen Schülern zu erleichtern sucht, ift ein ande - r e r kein schlechterer Weg als der über die Hochschulen. Jeder soll den Weg gehen, ber feiner Begabung entspricht, niemand aber sich nur um der Berechtigung willen durch die Hochschulen schleifen lassen. Es ist durchaus richtig, daß
hinein. Er gab allen diesen alten, schmutzigen Mannern die Hand, er schäkerte mit den derben, ungekämmten, verwahrlosten Weibern und kannte die vielen strohblonden, frechen, lärmigen Kinder mit Namen. Er stieg auf und ab, ging aus und etn und hatte in seinen Kleidern, Bewegungen und Redensarten ganz den starken Lokalduft der lichtlosen Winkelwelt, die mich mit wohligem Grausen anzog und die mir trotz der nahen Nachbarschaft doch seltsam fremd und unerforschlich blieb
Wir Kameraden aber standen am Ende der Gasse, warteten, bis der Zwerg zum Vorschein kam und
Obwohl bas f>QU6 meines Vaters grob, M)8n P.ltzpMve"" T^n°artenbna°ch. Meistens ging
durchaus patrizisch war, lag es doch nur zehn P nurh mobl verachtungsvoll
Schritt von einem finstern Winkel entfernt, m wel- i chem einige der elendsten Armutgassen zusammen- liefen. Wenn der Typhus ausbrach, so war es dort;
wenn mitten in der Nacht sich betrunkenes Schreien und Fluchen erhob und die Stadtpolizei zwei Mann, hoch langsam und ängstlich sich einsand, so roar cs | Dort- und wenn einmal ein schweres Verbrechen | geschah, so war es wieder dort. Namentlich t)ie w w_ — ---------
Falkengasse, die engste und dunkelste von allen, $otte Hotte träumte. Und bte Traume roaren rote- übte stets einen besonderen Zauber auf mich aus ber i^ulb daran, daß ich viel an den Zllten Denren und zog mich mit gewaltigem Reiz an obwohl sie mußte und zu ihm in ein sonderbares ver chwiege- von oben bis unten von lauter Feinden bewohnt ne5 Verhältnis geriet, von welchem er freilich nichts mar Es waren sogar die gefürchtetsten von ihnen, mußte. Jene Träume hatten nämlich immer trgeno Die Dort wohnten. Man muß wissen, daß in Ger- etwas aufregend Grausiges und beklemmten m d) Dersau feit Menschengedenken zwischen Lateinern roie Alpdrücken Bald sah ich den alten Hotte hotte und Volksschülern Zwiespalt und blutiger Hader in feine tiefe Tasche greifen und lange, jcharse bestand, und ich war Lateiner Ich habe in jener besser daraus hervorziehen, wahrend m'ch ein finitem Gasse manchen Steinwurs und manchen ^ann am Platz festhielt und mein Haar sich vor bösen Hieb auf Kops und Rücken bekommen und Todesangst sträubte Bald sah ich ihn mit scheuß- aueb manchen ausaeteilt, der mir Ehre eintrug. (id)em @rinfen alle meine Kameraden m Jemen Namentlich dem Schuhmächerle und den beiden Dlechkarren schieben und wartete entsetzt, bis er langen Metzgerbuben zeigte ich öfters die Sahne, । aud) mid) ergreifen würde
und das waren Gegner von Ruf und Bedeutung. öenn bcr Alte nun wieder kam, fiel mir das Ajso in dieser Gasse verkehrte der Hotte Hotte,' alles beängstigend und aufregend wieder ein. rotz- fa oft er mi einem kleinen Blechkarren nach Ger- Dem ftanD ich aber m t Den andern ani bei©af en [° O't . fßhr häufig geschah- Wie soll ich ecke und schrie ihm einen Uebernamen nach und
?hn5anur ?lei» b«Wreiben?9 (fr'mar Tin Uli? wenn er in die Tasche griff unb fein un-
rnhiiftpr Qmcra mit zu langen und etwas ver- rasiertes, farbloses Geßcht verzerrte. Dabei hatte ch robuste Z g Dummschlauen Augen, schäbig freilich ein schlechtes Gewissen und roare, so lange «nd^mit einem Anstrich von ironischer Biederkeit j cr um den Weg war, um keinen Preis allein durch Äibet vom eroiaen Karrenschieben war sein hie Falkengasse gegangen.
Rücken krumm und sein Gang trottend u d geworden. Man wußte nie, ob er einen Dort habe
Fragen zuständig
Schließlich ist noch hervorzuheben, daß auch der nun eingeführte „numerus clausus“ nur eine vorübergehende Maßnahme ist. Denn es ist natürlich widersinnig, jahrelang durch die höheren Schulen Schüler mitzuschleppen, die Dann am Ende doch nicht Das erstrebte Ziel erreichen. Man hofft, Durch neue Auslesebestimmungen Die Zahl Der Schüler Der höheren Schulen und vor allem Der Oberstufen schon während der Schulzeit so heruntersetzen zu können, daß auf organische Weise erreicht wird, was in der Not des Augenblicks ein mechanisches, und, wie es nur äußerlich erscheint, gewaltsames Eingreifen erfordert Denn wichtig ist es vor allem, daß einmal ein Punkt gesetzt und eine Entscheidung getroffen worden ist. Jedes Zögern hätte die Not und das Elend vervielfacht. Hier mußte die Regierung handeln wie ein Arzt, Der auch oft einen im Augenblick sehr schmerzhaften Eingriff vornehmen muß --- --- ~ 1933 =
non bem er bann ober hoffen tonn unbbarf, ba6 b« tm er sich in Der Zukunft heilsam und segensreich aus-


