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dann Kommandeur des Infanterieregiments 8. Seit dem 1. Oktober 1933 war er Infanterieführer VI, Hannover.

Oas neue rumänische Kabinett.

B u k a r e st, 5. Jan. (DNB.) Am Freitagabend fand in Sinaja die Vereidigung des neuen Kabinetts durch den König statt. Die Kabinetts­liste weist im letzten Augenblick noch eine Aenderung auf insofern, als Tatarescu vorläufig das Außenministerium behalten wird. Ta­tarescu erklärte Vertretern der Presse, daß das Ka­binett in seinem Programm und in seinem Auf­bau eine Fortsetzung des Kabinetts Duca fei. T i tulescu ist am Freitagabend aus St. Moritz wie- der in Bukarest eingetroffen. Er hatte mit Konstan­tin B r a t i a n u , dem neuen Führer, der Liberalen, bereits eine Besprechung über die Lage. Bis zur Entscheidung Titulescus hat Tatarescu vorläufia das Außenministerium übernommen. Tatarescu soll be­absichtigen, mit allen politischen Parteiführern über einen innerpolitischen Burgfrieden zu verhandeln.

Vor dem Abschluß eines Balkanpaktes.

Rom, 5. Ian. (DNB.) Bon glaubwürdiger Seite verlautet, daß der Abschluß eines Balkanpaktes zwischen der Türkei, Griechenland, Südslawien und Rumänien mit Sicher­heit zu erwarten sei. Der Beitritt sei der b u l g a - rischen Regierung offengehalten wor­den, vorausgesetzt, daß sie den Status q u o aner­

kenne. Der Pakt richtet sich also gegen die Re- oifionsansprüche Bulgariens. Die Un­terredung des griechischen Außenckiinisters Maxi- mos m.t Mussolini dürfte an der Sachlage nichts mehr geändert haben, wenn auch Maximos wahr­scheinlich versichert haben wird, daß Griechenland an seinem Freundsch^stsvertrag mit Italien ausrich- tig festzuhalten gedenke. Der Balkanpakt wird na­türlich die Anerkennung der Grenzen der beteiligten Staaten gegenüber benachbarten nicht beteiligten Staaten nicht betreffen wie etwa die italienisch-südslawische Grenze oder die Grenzen Ungarns.

3000 Deutsche von öer Entziehung der Arbeitsbew.lligungen in Memel betroffen.

Königsberg, 5. Jan. (DNB.) Wie aus Memel verlautet, laufen die den deutschen Staats­angehörigen erteilten Arbeitsbewilligungen fast alle im Laufe des Januars ab. Wenn auch der Auf­enthalt als solcher zum Teil noch für drei Monate bewilligt fein dürfte, so wird durch die Entziehung der Arbeits­möglichkeiten bei vielen wohl kaum ein weite­rer Aufenthalt in Frage kommen. Man rechnet, daß hiervon ungefähr 3000 Personen, Männer,Frauen und Kinder, betroffen werden und daß etwa 900 Arbeitnehmer keine Arbeitsbewilli­gung mehr erhalten werden.

Ausdevnung des Feuers zwingt zur Einstellung des Rellongswerks aus den Ae.sonWch.en.

120 Bergleute verloren. Neue Explosion. Borwürfe gegen die Leitung.

Brüx, 5. Jan. (DNB.) Die Rettungsarbeiten auf den Nelsonschächten sind notgedrungen einge­stellt worden. Die noch in der Grube befindlichen etwa 120 Bergleute sind als verloren zu be­trachten. Diese Maßnahmen der Grubenleitung decken sich mit dem Beschluß der amtlichen Unter­suchungskommission. Beim Vordringen gegen die Arbeitsstelle im Nelsonschacht III sind die Rettungs­mannschaften am Donnerstagabend auf zwei Brandherde gestoßen. Man versuchte ver­geblich, das Feuer mit FeuerlöschappSraten zu er­sticken. ,Offenbar brennt das ganze Kohlen­flöz des Reviers. Das Feuer breitete sich so rasch aus, daß die Arbeiten schließlich e i n g e - st e l l t werden mußten. Auch im nordwestlichen Teil konnte wegen zu starker Vergasung der Strecke nicht weiter gearbeitet werden. Man hat sich daher entschlossen, den Mannschaftsschacht und den durch die Explosion zerstörten Förderschacht, die 50 Meter voneinander entfernt liegen, von der Sohle aus gegen die übrigen Teile der Grube a b 5 u sperren. Während der Nacht wurden die Sperr­mauern aufgeführt. Es bleibt somit nichts übrig, als die Grube ihrem Schicksal zu überlaßen. Heute früh gegen 5 Uhr erfolgte im Ostteil der Grube Nelson III eine mit starken Erschütterungen ver- bundene neue Explosion. Aus dem Wasser­schacht, der bisher als Zugang für die Rettungs­mannschaften diente, steigt mit Rauch vermischter Wasserdampf auf.

Die Erregung der Bevölkerung über das Berg- werksunglück ist außerordentlich gewachsen, vor allem nachdem die Wahrscheinlichkeit besteht, daß man nicht einmal die Leichen der Oofer wird bergen können. Die Bevölkerung ist der An­sicht, daß die Katastrophe vor allem auf die Sparmaßnahmen der B e r g w e r k s l e i - t u n g zurückzuführen ist. In Dux sind st a r k e Gendarmerieabteilungen zusammengezo­gen. Alle Hotels sind mit Gendarmerie belegt. Die Absperrungsmaßnahmen auf dem Schacht Nelson III sind im Laufe des Tages außerordentlich ver- schärft worden. Die Hoffnung, in absehbarer Zeit die noch eingeschloßenen Toten bergen zu können, hat man aufgegeben. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis hinter den heute Nacht er- richteten Mauern die Brände erloschen sein werden.

Die Gewerkschaften fordern Verstaatlichung desBergbaues

Prag, 5.Jan. (DNB.) Die Bergarbeiter­gewerkschaften, die am Freitag hier zu einer Beratung zusammentraten, haben folgende Forde­rungen aufgestellt: Gewährung einer außeror­dentlichen Unter st ützung für die Hinter­bliebenen der Opfer, Unterbringung der infolge der Sperrung derNelson"°Grube beschäftigungs­los g e w o r d e n e n B e r g a r b e i t e r a u f an­deren Gruben der Gesellschaft, Verschär­fung der Grubeninspektionen, insbeson- dere im Hinblick auf die durch die Rationalisie­rungsmaßnahmen hervorgerufenen Gefahren. Es wurde ferner die Verstaatlichung der Koh­lengruben verlangt und darauf verwiesen, daß die gegenwärtigen außerordentlichen Verhältnisse die sofortige Erledigung des Senatsbeschlusses vom Jahre 1932 über die Zwangsverwaltung der Gru­ben erfordern. Diese Forderungen sollen dem Mi­nisterpräsidenten und dem Minister für öffentliche Arbeiten unterbreitet werden. Der von Minister­präsident Malypetr einberufene außerordent­liche Ministerrat beschäftigte sich eingehend mit den Hilfsaktionen auf der Grube Nelson und erörterte die Fragen, die mit der Klarstellung der Ursache der Katastrophe Zusammenhängen. Das Mi­nisterium für öffentliche Arbeiten wird neben den normalen Inspektionen eine Sonderinspek­tion zur Prüfung sämtlicher Gruben anordnen.

Deutsche Anteilnahme.

Prag, 5. Jan. (DNB.) Der deutsche Gesandte Dr. Koch begab sich heute in das Außenministe­rium, um der tschechoslowakischen Regierung an­läßlich der Bergwerkskatastrophe in Dux das Beileid der Reichsregierung auszuspre­chen. Reichsarbeitsminister S e l d t e hat an den tschechischen Minister für öffentliche Arbeiten ein Beileidstelegramm gerichtet. Auch der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, hat den von der Katastrophe betroffenen deutschen Stammesbrüdern seine herzliche Anteilnahme übermitteln lassen.

Die politischen Folgen des Bayonner Leihhausstandais. Bor dem Rücktritt des Kolonialminisiers Dalimier. - Am Dienstag Kammerdebatte.

Das Paradies der Hochstapler.

Von unserem v G.-Äer chterstatter.

Paris, 5. Januar.

Die französische Gesellschaft, jedenfalls soweit sie in Paris eine Rolle spielt, ist merkwürdig organi­siert; leichtlebig, gedankenlos und rasch vom Er­folg geblendet. Das gegebene Milieu also für Aben­teurer, die mit Glück und Schlauheit einen gewissen Nimbus um sich zu verbreiten wissen und dann bedenkenlos in dem Kreis als gleichberechtigt auf­genommen werden. Das bedingt in regelmäßigen Zeitabständen große Skandale, denn es ist ja unvermeidlich, daß alle möglichen helldunklen Exi­stenzen sich diese Schwäche zunutze machen und einen kometenartigen Anlauf nehmen: bis bann eines schönen Tages der Stern unter peinlichsten Nebenerscheinungen zerplatzt. Wir haben ja auf dem Gebiet in den letzten Jahren hinreichend Er­fahrungen gehabt. Panama liegt schon Jahrzehnte zurück, aber inzwischen war die Madame Hanau, war Oustric, waren manche andere, deren Ge­schichte sich zu einem europäischen Skandal aus­gewachsen hatte. . E .

Jetzt ist alle Welt wieder m Aufregung über den Russen S t r a v i s k i, der es in geradezu phantasti­scher Weise verstanden hat, die Schafe anderer Leute zu scheren Die Summen, die da genannt werden, gehen schon ins Astronomische hinein. Sprach man am ersten Tage von 200 Millionen, so sind es letzt schon mehr als eine halbe Milliarde F r a n k en ; ein sehr ansehnlicher Posten auch dann noch, wenn man in Rechnung Fielst, daß es sich um Papierfranzen handelt. Dieser Straviski aber hat es jedenfalls aus dem ff verstanden, Geld aus dem Nichts zu schaffen und das, obwohl seine Bergan- genheit eigentlich ihn hätte warnen muffen. Er ist schon seit Jahrzehnten in Paris und hat sich immer auf den Wegen bewegt, die gerade noch am Zucht­haus vorbeiführten, ist gelegentlich auch schon mit befn Gesetz in Konflikt gekommen, wurde verurteilt, aber freigelassen; schon damals, weil davon gemun­

kelt wurde daß er wohlwollende Gönner habe, die an seinem Schicksal auch finanziell sehr stark interessiert wären.

Jetzt wird natürlich seine Vergangenheit mit der Lupe verfolgt, und alle Welt fragt sich, wie es möglich war, daß sich ein solcher Schieber jahrelang auf dem vornehmen Parkett bewegen konnte. Man wollte eben von seiner Vorgeschichte nichts wissen, so lange er mit Tausend-Franken-Scheinen um sich warf. Dabei hat er das Geld buchstäblich aus dem Aermel geschüttelt, er hat, um nur ein Beispiel herauszugreifen, die Leitung des Leih­hauses in Bayonne übernommen, dann einen guten Freund zum Direktor gemacht und auf dieses Leih­haus Bons ausgegeben, die nicht nur in der nähe­ren Umgebung, sondern auch in Paris reißenden Absatz fanden, obwohl sie buchstäblich das Papier nicht wert waren, auf das sie gedruckt wurden. Eine einzige Gesellschaft soll allein mit mehr als 150 Millionen Franken hereingelegt worden sein.

Er selbst hat sich natürlich rechtzeitig in Sicher­heit gebracht auch dadurch unterscheidet er sich psychologisch von feinen großen Vorbildern, die meist nicht rechtzeitig den Absprung fanden und der ausgleichenden Gerechtigkeit in die Hände fielen. Mit seiner wohlgefüllten Brieftasche sitzt. er jetzt irgendwo im Auslands und lacht sich ins Fäustchen über die Leichtgläubigkeit feiner Mitmenschen. Paris steht Kopf, die Presse tobt, das Kabinett wackelt; aber ... wie lange dauert es, bis auch Herr Stravi­ski wieder vergessen ist und der Boden für den nächsten Hochstapler reif wird!

Die politischen Opfer.

Paris, 5. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps hatte am Freitagabend eine ein» stündige Unterredung mit dem Präsidenten der Republik. Vermutlich hat er über die Maß­nahmen Bericht erstattet, die im Zusammenhang mit dem Krach von Bayonne notwendig wer- den könnten. Kolonialminister Dalimier weilt gegenwärtig im Ministerpräsidium. In gutunterrich­

suchen. Die beiden überfallenen Beamten sind in­zwischen ihren schweren Verletzungen er­legen.

Tödlicher Iagdunfall Im Speffart.

Im Spessart ereignete sich ein schwerer Jagd- Unfall, der den Tod des Sohnes des Jagd­pächters von Heinrichsthal bei Heigenbrücken zur Folae hatte. Der Vater hatte den Sohn auf die Jago mitgenommen. Der Sohn schoß einen Hasen; als er ihn aufgreifen wollte, entlud sich der zweite Schuß in feiner Flinte und tötete den jungen Mann auf der Stelle.

Weidmannsheil im Speffart

Bei Wildschweinjagden im Fürstlich Löwenstein- fchen Park im Spessart konnten 51 Keiler er­legt werden. An den Jagden nahm auch Erb­prinz Albrecht von Bayern teil.

Englisches Flugzeug abgestürzt Pilotin tot, Begleiter schwerverletzt

Ein von der amerikanischen Fliegerin Evelyn F r i st gesteuertes englisches Verkehrsflugzeug streifte zwischen Paris und Nevers infolge schlechter Sicht ein Hochspannungskabel, geriet in Brand und ft ü r 3 t e ab. Die Fliegerin wurde als Leiche unter den Trümmern des Flugzeuges geborgen. Ihr Begleiter, der englische Flieger Rüttle, wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Pfälzer Wein für USA.

In Neustadt a. d. Haardt ist bei einer größeren Weinfirma dieser Tage aus Nordamerika die Be­stellung von 4 0 0 0 0 Flaschen Pfälzer Qua­lität s ro e i n eingelaufen. Zur Zeit ist man mit der Abfüllung der Weine beschäftigt.

Beim Rodeln verunglückt. Ein Toter, zwei Schwerverletzte.

Ein schwerer Unfall ereignete sich in Fram­mersbach (Speffart) beim Rodeln am Hohlweg im Ortsteil Hofreith. Der 24jährige Seilermeister Max ©o^mann geriet mit feinem Schlitten in rascher Fahrt gegen eine steinerne Einfriedigung, wobei ihm durch den starken Anprall der Schädel ge­spalten wurde, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der junge Mann war der einzige Ernährer seiner Mutter, einer Kriegerswitwe.

Aus der Eiersheimer Straße bei Wertheim a. M. ereignete sich ein schwerer Unfall. Drei junge Leute, die auf einem Schlitten faßen, rannten in voller Wucht gegen eine Telegraphenstange. Durch den Anprall erlitt Georg Seubert von Uiffig- heim einen schweren Beckenknochenbruch und gesähr- licke Unterleibsverletzungen. Auch der Landwirts- soyn Haag erlitt schwere Unterleibsverletzungen. Beide mußten in bedenklichem Zustand ins Kranken­haus verbracht werden.

Reue Anklage gegen den ehemaligen Generallandschaftsdirektor von Hippel.

Die Sonderuntersuchungskommission hat, wie die Justizpressestelle Königsberg mitteilt, gegen den früheren Generallandschastsdirektor von Hippel eine neue Anklage wegen fortgesetzter Untreue, fortgesetzten versuchten Betrugs und wegen Be­trugs erhoben. Von Hippel wird beschuldigt, sich durch Aufstellung von Rechnungen über fingierte Dienstreisen unrechtmäßige Gewinne verschafft zu haben. Ferner soll von Hippel versucht haben, durch unrichtige Angaben den Pensivnskürzungsbestim- mungen zu entgehen. Schließlich wird ihm zur Last gelegt, nach Erlaß der Sparverordnung des Reichs­präsidenten das Ministerium durch falsche Angaben über die Höhe seiner Dienstbezüge getäuscht zu haben. Außerdem hat der Untersuchungsrichter gegen von Hippel die Voruntersuchung wegen Meineids in zwei Fällen und Verleitung zum Meineid in einem Falle eröffnet.

Vestechungsfkandal in Brüssel.

Unter dem Verdacht, sich der B e a m t e n be­ste ch u n g schuldig gemacht zu haben, sind in Brüssel der Direktor und ein Beamter des Justiz­ministeriums, ein Sekretär der Generalstaatsan­waltschaft, ein Geistlicher und eine Frau verhaf - tet worden. Durch die Bestechung sollte erreicht werden, daß mehrere Gefangene begnadigt und Ausweisungsbefehle gegen mehrere fremde Staats­angehörige zurückgezogen würden. Der verhaftete Geistliche war bereits wegen unerlaubter syndikali- stiscyer Betätigung aus Frankreich ausgewiesen worden.

Ueberschwemmungskalastrophe in Oranje-Freislaal.

Der Oranje-Freistaat wird van einer U e b e r schwemmungskatastrophe bedroht, wie sie Südafrika noch nie erlebt hat. Hunderte von Men­schen mußten schon ihre Wohnstätten räumen. Der Schaden, der bisher durch den weit über feine Ufer getretenen Oranje-Fluß angerichtet wurde, wird auf mehr als IV2 Millionen Pfd. Sterling geschätzt. Die auf Anordnung der Regierung imTal desOranje-Flus- ses und in dessen Umgebung ausgeführten Bewäs­serungsanlagen sind zerstört. Die meisten Landwirte am Ufer haben all' ihr Hab und Gut eingebüßt. Hunderte von Stück Vieh sind ertrunken und von den Fluten fortgeschwemmt worden. Der Sudwesten des Freistaates ist vollkockmen abgeschnitten. Kein Zug kann mehr über den Oranje-Fluß fahren.

Wettervoraussage.

Nach dem Abzug der nordöstlichen Störung ist der Luftdruck über dem Kontinent sehr rasch gestiegen, so daß sich ein geschlossener Hochdruckkern über Deutschland und Frankreich bildete. In seinem Be­reich tritt zunächst zeitweise Aufklaren ein, wobei in der Nacht die Temperaturen unter den Gefrierpunkt zurückgehen. Ein äußerst kräftiges Tief bei Island treibt aber bereits wieder warme Luft über die bri­tischen Inseln nach dem Festland vor, wodurch neben Bewölkungsaufzug Temperaturanstieg und später auch Regenfälle veranlaßt werden.

Aussichten fürSvnntag: Nach aufklaren­der Nacht mit leichtem Nachtfrost Milderung und Eintrübung mit nachfolgenden Niederschlägen.

Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 2,7 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 6. Januar: morgens 2,4 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum 0,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Januar: abends0,2 Grad; am 6. Januar: morgens0,2 Grad Celsius. Niederschläge 1,9 mm.

Amtliche Winkersportnachrichten.

Vogelsberg, Hoherodskopf: Nebel, minus 3 Grad, 30 cm Schnee, Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, Sportmöglichkeit gut bis sehr gut. Her» ch e n Hainer Höhe: Nebel, minus 1 Grad, 25 cm Schnee, Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, Sportmög­lichkeit gut.

Sauerland, Winterberg: Nebel, minus 1 Grad, 37 cm Schnee, 3 bis 5 cm Neuschnee, Pul­verschnee, Sportmöglichkeit gut

teten Kreisen rechnet man mit seinem Rücktritt. Dalimier, der im Zusammenhang mit dem Bayon- ner Finanzskandal angegriffen wird, da er angeblich d i e V e r s i ch e r u n g s g e s e ll f ch a f t e n auf­gefordert haben soll, die von der Bayonner Städtischen Kreditanstalt herausgegebenen Bonds zu kaufen, überreichte dem Ministerpräsidenten die beiden Briefe, die in der französischen Presse veröffentlicht und von einer feinem damaligen Mi­nisterium unterstellten Abteilung geschrieben worden sind. Einer seiner damaligen Bürodirektoren habe zugegeben, die Briese auf eigene Verant­wortung geschrieben zu haben. Dalimier konnte aber nicht leugnen, daß beide Schreiben feine Unterschrift trugen.

Eine Freitag abend herausgegebene Verlautbarung sagt, Dalimier habe bewiesen, in gutem Glau­ben gehandelt zu haben. In politischen Strei­fen rechnet man aber trotzdem mit dem Rücktritt Dalimiers möglicherweise noch vor dem Wiederzu­sammentritt der Kammer am kommenden Dienstag, da dann der Ministerpräsident die Möglichkeit haben würde, der Kammer in völliger Unabhängigkeit den Standpunkt der Regierung $u dem Skandal dar­zulegen. Der Finanzmini st er veröffentlicht zu dem Skandal eine Verlautbarung, in der darauf hingewiesen wird, daß sich das Finanzministerium sehr zurückhaltend gegen die Absichten des Schwindlers Stravifky verhalten habe. Es habe im Einvernehmen mit dem Außenministerium die Un­terbringung der ungarischen Titel in Frankreich 0 erhind e r t.

Tissier gesteht. Steckbrief hinter Stravifky.

Wie Havas aus Bayonne berichtet, hat der Direk- tor des Städtischen Pfandhauses in Bayonne, Tissier, im Verlauf seiner Vernehmung seine betrügerischen Machenschaften ei n g esta nd e n.

Die Annahme, daß der internationale Betrüger Stravifky von Bayonne nach Südamerika unter» wegs ist, scheint sich zu bestätigen. Durch Funk­spruch wurde den auf See befindlichen Schiffen der Steckbrief Straviskys übermittelt. Ein Abend­blatt erörtert die Möglichkeit, daß Stravifky irn Spionagedienst einer fremden Macht gestanden haben könnte, wodurch sich sein ungeheu­rer Einfluß auf diplomatische und politische Kreise erklären würde. Sollte dies zutreffen, dann aller­dings, so meint das Blatt, werde man wohl jede Hoffnung, feiner habhaft zu werden, aufgeben müssen.

Die Polizei hat am Freitag in der Pariser Woh­nung Straviskys eine Haussuchung abgehalten und dort 40 000 Franken Bargeld gesunden. Die Frau des Betrügers, die in der Pariser Gesellschaft eine große Rolle gespielt hat, hat Paris noch nicht verlassen. Sie weiß aber angeblich nicht, wohin ihr Mann geflüchtet ist.

Kleine politische Nachrichten.

Bei der Reichsgründungsfeier des Kyfshäuserbundes am kommenden Sonntag, mittags 12 Uhr im Berliner Sportpalast wird außer dem Kyfshäuferbundesführer General v. Horn Reichsminister Stabschef Röhm sprechen.

Mit dem Datum des 4. Januar 1934 ist eine zweite Anordnung des Präsidenten der R e i ch s p r e s s e k a m m e r zur Befriedung der wirtschaftlichen Verhältnisse im deütscheq Zeitungs­wesen sowie eine Erläuterung zu dieser Anordnung erschienen, die für die Eingliederung von Verlagen und Verlegern in den Verein Deutscher Zeitungs­verleger oder in den Reichsverband Deutscher Zeit­schriftenverleger Richtlinien auffteüt.

Der Führer hat im Braunen Haus den Leiter der Ausländsabteilung der NSDAP. Pg. E. W. Bohle empfangen, der Geschenke auslands- deutfcher Parteigenossen überreichte und das Ergebnis über die freiwillige Abstimmung un­ter den Deutschen in allen Teilen der Welt am 12. November 1933 über die gleichen Fragen wie innerhalb des Reiches. Das Ergebnis der Abstim- mung stand in keiner Weise hinter dem Reichsergeb­nis zurück.

Im Konsulat in Temesvar fand eine Veran­staltung zugunsten der deutschen Win­terhilfe statt, die ein ausgezeichnetes finanziel­les Ergebnis hatte. Der deutsche Konsul hatte die reichsdeutsche Kolonie, die Schwäbische Gesellschaft und angesehene Mitglieder der rumänischen Gesell­schaft geladen.

Der spanische Ministerrat beschloß die Auf­hebung des verschärften Alarmzu- ft a n b 5 , jedoch wird angesichts der beabsichtigten Zusammenschlußbewegung der Arbeiterorganisatio­nen zur revolutionären Front der einfache Alarm- zuftand beibehalten.

Der Reichsverweser des Mandschukuo hat erklärt, er sei bereit, mandschurischer Kaiser zu werden. Puyi soll außerdem auch noch zum Herr­scher der Innen- und Außenmongolei ausgerufen werden.

Aus oller Wett.

Amerikanische Studentinnen in München.

Eine größere Zahl Studentinnen des amerika­nischen Instituts für internationale Studien in Florenz kam auf einer vierwöchigen Reise durch Norditalien, Oesterreich, Frankreich, Deutschland und die Schweiz dieser Tage nach München. Die jungen Amerikanerinnen wurden von Bürgermeister Küf - n e r im Rathaus begrüßt. Oberstleutnant Röder führte sie durch das Braune Haus, wo sie auch einen Vortrag über bas Wesen bes nationalsoziali­stischen Staates horten, bem sich eine anregende Diskussion anschloß. Mitglieber bes Außenpolitischen Amtes ber NSDAP, vermittelten den amerika­nischen Gästen Einblick in bie Arbeit unb bie bis­herigen Leistungen ber Regierung. Der Aufenthalt war ferner ber Besichtigung sozialer unb kultureller Einrichtungen gewibmet. Ein Besuch bes freiwilligen Arbeitslagers für Mäbchen in Vatterstetten beschloß bie politischen Stubien.

Raubüberfall auf eine Vaster Bank. Zwei Schalterbeamte erschossen.

Auf die Bank Weber & Co. in Basel wurde ein frecher Raubüberfall ausgeführt. Zwei Män­ner fuhren in einem Kraftwagen bei der Bank vor, drangen in das Gebäude ein und gaben mehrere Schüsse auf die beiden Schalterbeamten ab. Die Beamten stürzten blutüberströmt zu Boden. Ein Lehrling konnte entkommen. Den beiden Räubern gelang es, eine Geldkassette mit etwa 4500 Franken m Silber sowie einen Notenbetrag in noch nicht bekannter Höhe zu entwenden und das Weite zu

Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Wilh. Lange.

Verantwortlich für Politik Dr. Friedr. Wilh. Lange; für Feuilleton !Lr. H. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V. Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. 2)2L: 11700.