dann Kommandeur des Infanterieregiments 8. Seit dem 1. Oktober 1933 war er Infanterieführer VI, Hannover.
Oas neue rumänische Kabinett.
B u k a r e st, 5. Jan. (DNB.) Am Freitagabend fand in Sinaja die Vereidigung des neuen Kabinetts durch den König statt. Die Kabinettsliste weist im letzten Augenblick noch eine Aenderung auf insofern, als Tatarescu vorläufig das Außenministerium behalten wird. Tatarescu erklärte Vertretern der Presse, daß das Kabinett in seinem Programm und in seinem Aufbau eine Fortsetzung des Kabinetts Duca fei. T i • tulescu ist am Freitagabend aus St. Moritz wie- der in Bukarest eingetroffen. Er hatte mit Konstantin B r a t i a n u , dem neuen Führer, der Liberalen, bereits eine Besprechung über die Lage. Bis zur Entscheidung Titulescus hat Tatarescu vorläufia das Außenministerium übernommen. Tatarescu soll beabsichtigen, mit allen politischen Parteiführern über einen innerpolitischen Burgfrieden zu verhandeln.
Vor dem Abschluß eines Balkanpaktes.
Rom, 5. Ian. (DNB.) Bon glaubwürdiger Seite verlautet, daß der Abschluß eines Balkanpaktes zwischen der Türkei, Griechenland, Südslawien und Rumänien mit Sicherheit zu erwarten sei. Der Beitritt sei der b u l g a - rischen Regierung offengehalten worden, vorausgesetzt, daß sie den Status q u o aner
kenne. Der Pakt richtet sich also gegen die Re- oifionsansprüche Bulgariens. Die Unterredung des griechischen Außenckiinisters Maxi- mos m.t Mussolini dürfte an der Sachlage nichts mehr geändert haben, wenn auch Maximos wahrscheinlich versichert haben wird, daß Griechenland an seinem Freundsch^stsvertrag mit Italien ausrich- tig festzuhalten gedenke. Der Balkanpakt wird natürlich die Anerkennung der Grenzen der beteiligten Staaten gegenüber benachbarten nicht beteiligten Staaten nicht betreffen wie etwa die italienisch-südslawische Grenze oder die Grenzen Ungarns.
3000 Deutsche von öer Entziehung der Arbeitsbew.lligungen in Memel betroffen.
Königsberg, 5. Jan. (DNB.) Wie aus Memel verlautet, laufen die den deutschen Staatsangehörigen erteilten Arbeitsbewilligungen fast alle im Laufe des Januars ab. Wenn auch der Aufenthalt als solcher zum Teil noch für drei Monate bewilligt fein dürfte, so wird durch die Entziehung der Arbeitsmöglichkeiten bei vielen wohl kaum ein weiterer Aufenthalt in Frage kommen. Man rechnet, daß hiervon ungefähr 3000 Personen, Männer,Frauen und Kinder, betroffen werden und daß etwa 900 Arbeitnehmer keine Arbeitsbewilligung mehr erhalten werden.
Ausdevnung des Feuers zwingt zur Einstellung des Rellongswerks aus den Ae.sonWch.en.
120 Bergleute verloren. — Neue Explosion. — Borwürfe gegen die Leitung.
Brüx, 5. Jan. (DNB.) Die Rettungsarbeiten auf den Nelsonschächten sind notgedrungen eingestellt worden. Die noch in der Grube befindlichen etwa 120 Bergleute sind als verloren zu betrachten. Diese Maßnahmen der Grubenleitung decken sich mit dem Beschluß der amtlichen Untersuchungskommission. Beim Vordringen gegen die Arbeitsstelle im Nelsonschacht III sind die Rettungsmannschaften am Donnerstagabend auf zwei Brandherde gestoßen. Man versuchte vergeblich, das Feuer mit FeuerlöschappSraten zu ersticken. ,Offenbar brennt das ganze Kohlenflöz des Reviers. Das Feuer breitete sich so rasch aus, daß die Arbeiten schließlich e i n g e - st e l l t werden mußten. Auch im nordwestlichen Teil konnte wegen zu starker Vergasung der Strecke nicht weiter gearbeitet werden. Man hat sich daher entschlossen, den Mannschaftsschacht und den durch die Explosion zerstörten Förderschacht, die 50 Meter voneinander entfernt liegen, von der Sohle aus gegen die übrigen Teile der Grube a b 5 u ■ sperren. Während der Nacht wurden die Sperrmauern aufgeführt. Es bleibt somit nichts übrig, als die Grube ihrem Schicksal zu überlaßen. Heute früh gegen 5 Uhr erfolgte im Ostteil der Grube Nelson III eine mit starken Erschütterungen ver- bundene neue Explosion. Aus dem Wasserschacht, der bisher als Zugang für die Rettungsmannschaften diente, steigt mit Rauch vermischter Wasserdampf auf.
Die Erregung der Bevölkerung über das Berg- werksunglück ist außerordentlich gewachsen, vor allem nachdem die Wahrscheinlichkeit besteht, daß man nicht einmal die Leichen der Oofer wird bergen können. Die Bevölkerung ist der Ansicht, daß die Katastrophe vor allem auf die Sparmaßnahmen der B e r g w e r k s l e i - t u n g zurückzuführen ist. In Dux sind st a r k e Gendarmerieabteilungen zusammengezogen. Alle Hotels sind mit Gendarmerie belegt. Die Absperrungsmaßnahmen auf dem Schacht Nelson III sind im Laufe des Tages außerordentlich ver- schärft worden. Die Hoffnung, in absehbarer Zeit die noch eingeschloßenen Toten bergen zu können, hat man aufgegeben. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis hinter den heute Nacht er- richteten Mauern die Brände erloschen sein werden.
Die Gewerkschaften fordern Verstaatlichung desBergbaues
Prag, 5.Jan. (DNB.) Die Bergarbeitergewerkschaften, die am Freitag hier zu einer Beratung zusammentraten, haben folgende Forderungen aufgestellt: Gewährung einer außerordentlichen Unter st ützung für die Hinterbliebenen der Opfer, Unterbringung der infolge der Sperrung der„Nelson"°Grube beschäftigungslos g e w o r d e n e n B e r g a r b e i t e r a u f anderen Gruben der Gesellschaft, Verschärfung der Grubeninspektionen, insbeson- dere im Hinblick auf die durch die Rationalisierungsmaßnahmen hervorgerufenen Gefahren. Es wurde ferner die Verstaatlichung der Kohlengruben verlangt und darauf verwiesen, daß die gegenwärtigen außerordentlichen Verhältnisse die sofortige Erledigung des Senatsbeschlusses vom Jahre 1932 über die Zwangsverwaltung der Gruben erfordern. Diese Forderungen sollen dem Ministerpräsidenten und dem Minister für öffentliche Arbeiten unterbreitet werden. Der von Ministerpräsident Malypetr einberufene außerordentliche Ministerrat beschäftigte sich eingehend mit den Hilfsaktionen auf der Grube Nelson und erörterte die Fragen, die mit der Klarstellung der Ursache der Katastrophe Zusammenhängen. Das Ministerium für öffentliche Arbeiten wird neben den normalen Inspektionen eine Sonderinspektion zur Prüfung sämtlicher Gruben anordnen.
Deutsche Anteilnahme.
Prag, 5. Jan. (DNB.) Der deutsche Gesandte Dr. Koch begab sich heute in das Außenministerium, um der tschechoslowakischen Regierung anläßlich der Bergwerkskatastrophe in Dux das Beileid der Reichsregierung auszusprechen. Reichsarbeitsminister S e l d t e hat an den tschechischen Minister für öffentliche Arbeiten ein Beileidstelegramm gerichtet. Auch der Reichsführer des VDA., Dr. Steinacher, hat den von der Katastrophe betroffenen deutschen Stammesbrüdern seine herzliche Anteilnahme übermitteln lassen.
Die politischen Folgen des Bayonner Leihhausstandais. Bor dem Rücktritt des Kolonialminisiers Dalimier. - Am Dienstag Kammerdebatte.
Das Paradies der Hochstapler.
Von unserem v G.-Äer chterstatter.
Paris, 5. Januar.
Die französische Gesellschaft, jedenfalls soweit sie in Paris eine Rolle spielt, ist merkwürdig organisiert; leichtlebig, gedankenlos und rasch vom Erfolg geblendet. Das gegebene Milieu also für Abenteurer, die mit Glück und Schlauheit einen gewissen Nimbus um sich zu verbreiten wissen und dann bedenkenlos in dem Kreis als gleichberechtigt aufgenommen werden. Das bedingt in regelmäßigen Zeitabständen große Skandale, denn es ist ja unvermeidlich, daß alle möglichen helldunklen Existenzen sich diese Schwäche zunutze machen und einen kometenartigen Anlauf nehmen: bis bann eines schönen Tages der Stern unter peinlichsten Nebenerscheinungen zerplatzt. Wir haben ja auf dem Gebiet in den letzten Jahren hinreichend Erfahrungen gehabt. Panama liegt schon Jahrzehnte zurück, aber inzwischen war die Madame Hanau, war Oustric, waren manche andere, deren Geschichte sich zu einem europäischen Skandal ausgewachsen hatte. . E .
Jetzt ist alle Welt wieder m Aufregung über den Russen S t r a v i s k i, der es in geradezu phantastischer Weise verstanden hat, die Schafe anderer Leute zu scheren Die Summen, die da genannt werden, gehen schon ins Astronomische hinein. Sprach man am ersten Tage von 200 Millionen, so sind es letzt schon mehr als eine halbe Milliarde F r a n k en ; ein sehr ansehnlicher Posten auch dann noch, wenn man in Rechnung Fielst, daß es sich um Papierfranzen handelt. Dieser Straviski aber hat es jedenfalls aus dem ff verstanden, Geld aus dem Nichts zu schaffen und das, obwohl seine Bergan- genheit eigentlich ihn hätte warnen muffen. Er ist schon seit Jahrzehnten in Paris und hat sich immer auf den Wegen bewegt, die gerade noch am Zuchthaus vorbeiführten, ist gelegentlich auch schon mit befn Gesetz in Konflikt gekommen, wurde verurteilt, aber freigelassen; schon damals, weil davon gemun
kelt wurde daß er wohlwollende Gönner habe, die an seinem Schicksal auch finanziell sehr stark interessiert wären.
Jetzt wird natürlich seine Vergangenheit mit der Lupe verfolgt, und alle Welt fragt sich, wie es möglich war, daß sich ein solcher Schieber jahrelang auf dem vornehmen Parkett bewegen konnte. Man wollte eben von seiner Vorgeschichte nichts wissen, so lange er mit Tausend-Franken-Scheinen um sich warf. Dabei hat er das Geld buchstäblich aus dem Aermel geschüttelt, er hat, um nur ein Beispiel herauszugreifen, die Leitung des Leihhauses in Bayonne übernommen, dann einen guten Freund zum Direktor gemacht und auf dieses Leihhaus Bons ausgegeben, die nicht nur in der näheren Umgebung, sondern auch in Paris reißenden Absatz fanden, obwohl sie buchstäblich das Papier nicht wert waren, auf das sie gedruckt wurden. Eine einzige Gesellschaft soll allein mit mehr als 150 Millionen Franken hereingelegt worden sein.
Er selbst hat sich natürlich rechtzeitig in Sicherheit gebracht — auch dadurch unterscheidet er sich psychologisch von feinen großen Vorbildern, die meist nicht rechtzeitig den Absprung fanden und der ausgleichenden Gerechtigkeit in die Hände fielen. Mit seiner wohlgefüllten Brieftasche sitzt. er jetzt irgendwo im Auslands und lacht sich ins Fäustchen über die Leichtgläubigkeit feiner Mitmenschen. Paris steht Kopf, die Presse tobt, das Kabinett wackelt; aber ... wie lange dauert es, bis auch Herr Straviski wieder vergessen ist und der Boden für den nächsten Hochstapler reif wird!
Die politischen Opfer.
Paris, 5. Jan. (DNB.) Ministerpräsident Chautemps hatte am Freitagabend eine ein» stündige Unterredung mit dem Präsidenten der Republik. Vermutlich hat er über die Maßnahmen Bericht erstattet, die im Zusammenhang mit dem Krach von Bayonne notwendig wer- den könnten. Kolonialminister Dalimier weilt gegenwärtig im Ministerpräsidium. In gutunterrich
suchen. Die beiden überfallenen Beamten sind inzwischen ihren schweren Verletzungen erlegen.
Tödlicher Iagdunfall Im Speffart.
Im Spessart ereignete sich ein schwerer Jagd- Unfall, der den Tod des Sohnes des Jagdpächters von Heinrichsthal bei Heigenbrücken zur Folae hatte. Der Vater hatte den Sohn auf die Jago mitgenommen. Der Sohn schoß einen Hasen; als er ihn aufgreifen wollte, entlud sich der zweite Schuß in feiner Flinte und tötete den jungen Mann auf der Stelle.
Weidmannsheil im Speffart
Bei Wildschweinjagden im Fürstlich Löwenstein- fchen Park im Spessart konnten 51 Keiler erlegt werden. An den Jagden nahm auch Erbprinz Albrecht von Bayern teil.
Englisches Flugzeug abgestürzt — Pilotin tot, Begleiter schwerverletzt
Ein von der amerikanischen Fliegerin Evelyn F r i st gesteuertes englisches Verkehrsflugzeug streifte zwischen Paris und Nevers infolge schlechter Sicht ein Hochspannungskabel, geriet in Brand und ft ü r 3 t e ab. Die Fliegerin wurde als Leiche unter den Trümmern des Flugzeuges geborgen. Ihr Begleiter, der englische Flieger Rüttle, wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.
Pfälzer Wein für USA.
In Neustadt a. d. Haardt ist bei einer größeren Weinfirma dieser Tage aus Nordamerika die Bestellung von 4 0 0 0 0 Flaschen Pfälzer Qualität s ro e i n eingelaufen. Zur Zeit ist man mit der Abfüllung der Weine beschäftigt.
Beim Rodeln verunglückt. — Ein Toter, zwei Schwerverletzte.
Ein schwerer Unfall ereignete sich in Frammersbach (Speffart) beim Rodeln am Hohlweg im Ortsteil Hofreith. Der 24jährige Seilermeister Max ©o^mann geriet mit feinem Schlitten in rascher Fahrt gegen eine steinerne Einfriedigung, wobei ihm durch den starken Anprall der Schädel gespalten wurde, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. Der junge Mann war der einzige Ernährer seiner Mutter, einer Kriegerswitwe.
Aus der Eiersheimer Straße bei Wertheim a. M. ereignete sich ein schwerer Unfall. Drei junge Leute, die auf einem Schlitten faßen, rannten in voller Wucht gegen eine Telegraphenstange. Durch den Anprall erlitt Georg Seubert von Uiffig- heim einen schweren Beckenknochenbruch und gesähr- licke Unterleibsverletzungen. Auch der Landwirts- soyn Haag erlitt schwere Unterleibsverletzungen. Beide mußten in bedenklichem Zustand ins Krankenhaus verbracht werden.
Reue Anklage gegen den ehemaligen Generallandschaftsdirektor von Hippel.
Die Sonderuntersuchungskommission hat, wie die Justizpressestelle Königsberg mitteilt, gegen den früheren Generallandschastsdirektor von Hippel eine neue Anklage wegen fortgesetzter Untreue, fortgesetzten versuchten Betrugs und wegen Betrugs erhoben. Von Hippel wird beschuldigt, sich durch Aufstellung von Rechnungen über fingierte Dienstreisen unrechtmäßige Gewinne verschafft zu haben. Ferner soll von Hippel versucht haben, durch unrichtige Angaben den Pensivnskürzungsbestim- mungen zu entgehen. Schließlich wird ihm zur Last gelegt, nach Erlaß der Sparverordnung des Reichspräsidenten das Ministerium durch falsche Angaben über die Höhe seiner Dienstbezüge getäuscht zu haben. Außerdem hat der Untersuchungsrichter gegen von Hippel die Voruntersuchung wegen Meineids in zwei Fällen und Verleitung zum Meineid in einem Falle eröffnet.
Vestechungsfkandal in Brüssel.
Unter dem Verdacht, sich der B e a m t e n beste ch u n g schuldig gemacht zu haben, sind in Brüssel der Direktor und ein Beamter des Justizministeriums, ein Sekretär der Generalstaatsanwaltschaft, ein Geistlicher und eine Frau verhaf - tet worden. Durch die Bestechung sollte erreicht werden, daß mehrere Gefangene begnadigt und Ausweisungsbefehle gegen mehrere fremde Staatsangehörige zurückgezogen würden. Der verhaftete Geistliche war bereits wegen unerlaubter syndikali- stiscyer Betätigung aus Frankreich ausgewiesen worden.
Ueberschwemmungskalastrophe in Oranje-Freislaal.
Der Oranje-Freistaat wird van einer U e b e r • schwemmungskatastrophe bedroht, wie sie Südafrika noch nie erlebt hat. Hunderte von Menschen mußten schon ihre Wohnstätten räumen. Der Schaden, der bisher durch den weit über feine Ufer getretenen Oranje-Fluß angerichtet wurde, wird auf mehr als IV2 Millionen Pfd. Sterling geschätzt. Die auf Anordnung der Regierung imTal desOranje-Flus- ses und in dessen Umgebung ausgeführten Bewässerungsanlagen sind zerstört. Die meisten Landwirte am Ufer haben all' ihr Hab und Gut eingebüßt. Hunderte von Stück Vieh sind ertrunken und von den Fluten fortgeschwemmt worden. Der Sudwesten des Freistaates ist vollkockmen abgeschnitten. Kein Zug kann mehr über den Oranje-Fluß fahren.
Wettervoraussage.
Nach dem Abzug der nordöstlichen Störung ist der Luftdruck über dem Kontinent sehr rasch gestiegen, so daß sich ein geschlossener Hochdruckkern über Deutschland und Frankreich bildete. In seinem Bereich tritt zunächst zeitweise Aufklaren ein, wobei in der Nacht die Temperaturen unter den Gefrierpunkt zurückgehen. Ein äußerst kräftiges Tief bei Island treibt aber bereits wieder warme Luft über die britischen Inseln nach dem Festland vor, wodurch neben Bewölkungsaufzug Temperaturanstieg und später auch Regenfälle veranlaßt werden.
Aussichten fürSvnntag: Nach aufklarender Nacht mit leichtem Nachtfrost Milderung und Eintrübung mit nachfolgenden Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 5. Januar: mittags 2,7 Grad Celsius, abends 1,6 Grad; am 6. Januar: morgens 2,4 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum 0,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Januar: abends —0,2 Grad; am 6. Januar: morgens —0,2 Grad Celsius. — Niederschläge 1,9 mm.
Amtliche Winkersportnachrichten.
Vogelsberg, Hoherodskopf: Nebel, minus 3 Grad, 30 cm Schnee, Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, Sportmöglichkeit gut bis sehr gut. Her» ch e n Hainer Höhe: Nebel, minus 1 Grad, 25 cm Schnee, Pulverschnee, 5 cm Neuschnee, Sportmöglichkeit gut.
Sauerland, Winterberg: Nebel, minus 1 Grad, 37 cm Schnee, 3 bis 5 cm Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut
teten Kreisen rechnet man mit seinem Rücktritt. Dalimier, der im Zusammenhang mit dem Bayon- ner Finanzskandal angegriffen wird, da er angeblich d i e V e r s i ch e r u n g s g e s e ll f ch a f t e n aufgefordert haben soll, die von der Bayonner Städtischen Kreditanstalt herausgegebenen Bonds zu kaufen, überreichte dem Ministerpräsidenten die beiden Briefe, die in der französischen Presse veröffentlicht und von einer feinem damaligen Ministerium unterstellten Abteilung geschrieben worden sind. Einer seiner damaligen Bürodirektoren habe zugegeben, die Briese auf eigene Verantwortung geschrieben zu haben. Dalimier konnte aber nicht leugnen, daß beide Schreiben feine Unterschrift trugen.
Eine Freitag abend herausgegebene Verlautbarung sagt, Dalimier habe bewiesen, in gutem Glauben gehandelt zu haben. In politischen Streifen rechnet man aber trotzdem mit dem Rücktritt Dalimiers möglicherweise noch vor dem Wiederzusammentritt der Kammer am kommenden Dienstag, da dann der Ministerpräsident die Möglichkeit haben würde, der Kammer in völliger Unabhängigkeit den Standpunkt der Regierung $u dem Skandal darzulegen. Der Finanzmini st er veröffentlicht zu dem Skandal eine Verlautbarung, in der darauf hingewiesen wird, daß sich das Finanzministerium sehr zurückhaltend gegen die Absichten des Schwindlers Stravifky verhalten habe. Es habe im Einvernehmen mit dem Außenministerium die Unterbringung der ungarischen Titel in Frankreich 0 erhind e r t.
Tissier gesteht. — Steckbrief hinter Stravifky.
Wie Havas aus Bayonne berichtet, hat der Direk- tor des Städtischen Pfandhauses in Bayonne, Tissier, im Verlauf seiner Vernehmung seine betrügerischen Machenschaften ei n g esta nd e n.
Die Annahme, daß der internationale Betrüger Stravifky von Bayonne nach Südamerika unter» wegs ist, scheint sich zu bestätigen. Durch Funkspruch wurde den auf See befindlichen Schiffen der Steckbrief Straviskys übermittelt. Ein Abendblatt erörtert die Möglichkeit, daß Stravifky irn Spionagedienst einer fremden Macht gestanden haben könnte, wodurch sich sein ungeheurer Einfluß auf diplomatische und politische Kreise erklären würde. Sollte dies zutreffen, dann allerdings, so meint das Blatt, werde man wohl jede Hoffnung, feiner habhaft zu werden, aufgeben müssen.
Die Polizei hat am Freitag in der Pariser Wohnung Straviskys eine Haussuchung abgehalten und dort 40 000 Franken Bargeld gesunden. Die Frau des Betrügers, die in der Pariser Gesellschaft eine große Rolle gespielt hat, hat Paris noch nicht verlassen. Sie weiß aber angeblich nicht, wohin ihr Mann geflüchtet ist.
Kleine politische Nachrichten.
Bei der Reichsgründungsfeier des Kyfshäuserbundes am kommenden Sonntag, mittags 12 Uhr im Berliner Sportpalast wird außer dem Kyfshäuferbundesführer General v. Horn Reichsminister Stabschef Röhm sprechen.
Mit dem Datum des 4. Januar 1934 ist eine zweite Anordnung des Präsidenten der R e i ch s p r e s s e k a m m e r zur Befriedung der wirtschaftlichen Verhältnisse im deütscheq Zeitungswesen sowie eine Erläuterung zu dieser Anordnung erschienen, die für die Eingliederung von Verlagen und Verlegern in den Verein Deutscher Zeitungsverleger oder in den Reichsverband Deutscher Zeitschriftenverleger Richtlinien auffteüt.
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Der Führer hat im Braunen Haus den Leiter der Ausländsabteilung der NSDAP. Pg. E. W. Bohle empfangen, der Geschenke auslands- deutfcher Parteigenossen überreichte und das Ergebnis über die freiwillige Abstimmung unter den Deutschen in allen Teilen der Welt am 12. November 1933 über die gleichen Fragen wie innerhalb des Reiches. Das Ergebnis der Abstim- mung stand in keiner Weise hinter dem Reichsergebnis zurück.
Im Konsulat in Temesvar fand eine Veranstaltung zugunsten der deutschen Winterhilfe statt, die ein ausgezeichnetes finanzielles Ergebnis hatte. Der deutsche Konsul hatte die reichsdeutsche Kolonie, die Schwäbische Gesellschaft und angesehene Mitglieder der rumänischen Gesellschaft geladen.
Der spanische Ministerrat beschloß die Aufhebung des verschärften Alarmzu- ft a n b 5 , jedoch wird angesichts der beabsichtigten Zusammenschlußbewegung der Arbeiterorganisationen zur revolutionären Front der einfache Alarm- zuftand beibehalten.
Der Reichsverweser des Mandschukuo hat erklärt, er sei bereit, mandschurischer Kaiser zu werden. Puyi soll außerdem auch noch zum Herrscher der Innen- und Außenmongolei ausgerufen werden.
Aus oller Wett.
Amerikanische Studentinnen in München.
Eine größere Zahl Studentinnen des amerikanischen Instituts für internationale Studien in Florenz kam auf einer vierwöchigen Reise durch Norditalien, Oesterreich, Frankreich, Deutschland und die Schweiz dieser Tage nach München. Die jungen Amerikanerinnen wurden von Bürgermeister Küf - n e r im Rathaus begrüßt. Oberstleutnant Röder führte sie durch das Braune Haus, wo sie auch einen Vortrag über bas Wesen bes nationalsozialistischen Staates horten, bem sich eine anregende Diskussion anschloß. Mitglieber bes Außenpolitischen Amtes ber NSDAP, vermittelten den amerikanischen Gästen Einblick in bie Arbeit unb bie bisherigen Leistungen ber Regierung. Der Aufenthalt war ferner ber Besichtigung sozialer unb kultureller Einrichtungen gewibmet. Ein Besuch bes freiwilligen Arbeitslagers für Mäbchen in Vatterstetten beschloß bie politischen Stubien.
Raubüberfall auf eine Vaster Bank. — Zwei Schalterbeamte erschossen.
Auf die Bank Weber & Co. in Basel wurde ein frecher Raubüberfall ausgeführt. Zwei Männer fuhren in einem Kraftwagen bei der Bank vor, drangen in das Gebäude ein und gaben mehrere Schüsse auf die beiden Schalterbeamten ab. Die Beamten stürzten blutüberströmt zu Boden. Ein Lehrling konnte entkommen. Den beiden Räubern gelang es, eine Geldkassette mit etwa 4500 Franken m Silber sowie einen Notenbetrag in noch nicht bekannter Höhe zu entwenden und das Weite zu
Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Wilh. Lange.
Verantwortlich für Politik Dr. Friedr. Wilh. Lange; für Feuilleton !Lr. H. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. V. Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. 2)2L: 11700.


