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Aus aller Well

Eine gehaltvoll-wunige Mischung nach echt macedonischer Art imAegygterfonnat

Odyssee der Marmorgöller

Oie seltsamen Abenteuer der herrlichsten Bildwerke der Erde

Don Professor Or. Emil Waldmann, Direktor der Bremer Kunsthalle.

tliche indische Zentralregierung ebne, wie es der Bericht des Indien-Ausschusses tihnge.

8ialdwin bat, den Bericht des Jndienaus- hilses zu billigen, und fügte hinzu: Sie haben lei die günstige Gelegenheit, Indien inner- I <il)ö des Reiches für immer zu erhal- I eit aber wenn Sie diese Gelegenheit nicht er-

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u*rb Salisbury brachte einen Abänderungs- >schlag ein, daß man zwar bereit sei, eine Maß- 1 it'gine anzunehmen, die als provinziale Lei b stre gier ung Indiens zum Zwecke der Eiterung der Polizeiverwaltung an- Hie- en werden könne, daß man aber ernstlich hoffe, Parlament werde keine unrotberruf» ftse Maßnahme treffen, die eine verant -

e iark, um nicht die Verfassung Gesetz werden zu . all in, und die Opposition ist nur aus doktrinären 'Br.mben in England für eine weitergehende 23er» a[|. ng Indiens, dürfte aber wohl kaum in der ? 3nxis den Versuch machen, eine solche, selbst wenn I .r 'n der Herrschaft wäre, zu gewähren, da bei der Eimmung der indischen Rationalisten dann tatsäch- !lii).bas Ende der britischen Herrschaft in Indien glimmen" wäre. Wenn die Diehards das dem L;,cht vorwerfen, ist dieser Vorwurf wenigstens iin!-redjtigt.

Nidersprechende Meinungen.

loo n b o n, 4. Dez. (DRB.) Etwa 2000 Kon- | ( öd a t i d e aus allen Teilen Großbritanniens, ; txrnnter bie K a b i n e t t m i t g l i e d e r, sind un° t<T'Oem Vorsitz von Baldwin zusammengetreten, iiiTieine Prüfung der Vorschläge des P ilamentsausschusses für die indische Lriassungsreform vorzunehmen. Der ehemalige 1 ®r 2 Lord der Admiralität, A m e r y, brachte eine i Ditchließung ein, die die allgemeinen Grundsätze Iwsi Berichtes des Jndienausschusses billigt und > bieAnsicht vertritt, daß die Empfehlungen des Aus- I Avises eine billige Grundlaae für die indische 23er» H4ingsregelung darstellen sollten.

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PräsidiA 'rektor, Dr. ^melländki röffentlichen bii erretenen DiE elung berU, !wckänbifchen 6* neuerlicher Retzj )men ber ßüoiif 'chatten stellt, els werben bk> 'ft bie litai; Ätsche Unta schulen, a(fo ni| 'die litauisch, ische Sprach, lg stützt man ji utschsprechendenk die Nachprüsuac Schulräte. Sow , war bas Ei strophal.ba allen, daß bei II prochen wirb, f i nicht l0s.^/5 noch n$20!-n füN tonnen, wäl lules-iebtui^ itten.

traten <bie gan^e Belegschaft aufs Äußerste gereizt. Er kürzte willkürlich Arbeiterinnen bie an sich geringen Akkordbezüge, verweigerte zustehende Zulagen und zeigte für die Nöte der ihm anvertrauten Gefolq- schaft nicht das geringste 23erständnis.

pazifikflieger nach einer Tlotwafserung verschollen.

Der Flieger U l m, der am Montag in Oakland in Kalifornien zu eiiiem Pazifikflug nach Au­stralien aufgestiegen war, hat nach zweistündigen vergeblichen Bemühungen, den Flugplatz von Hono­lulu zu erreichen, 808-Rufe gesandt. Es sind meh­rere Marineflugzeuge aufaestiegen, um Ulm zu suchen. Gegen mittag hatte Ulm bereits gefunkt, daß er vom Kurs ab geraten fei und nur noch wenig Brennstoff besitze. Er bat dringend um Richtungs» signale und Hilfeleistung. Daraufhin verließen ein Küstenwachtschiff und ein Frachtdampfer unter Voll­dampf den Hafen von Honolulu, um nach dem Flug­zeug Ausschau zu halten. Ein Flugzeuggeschwader stieg sofort auf, um Ulm zu suchen und nach Hono­lulu zu geleiten. Eine Meldung von der Auffindung des Fliegers Ulm durch einen USA Dampfer bestä­tigte sich nicht. Die 808-Rufe Ulms sind feit der Not­wasserung verstummt. Man ist um das Schicksal des Fliegers Ulm und feiner zwei Begleiter in ern»

Dor dem Arsenal in Venedig stehen vier große Marmorlöwen Wache. Einer trägt eine etwas rätsel­hafte Runenschrift, aus dem Jahre 1040 sagt man. Normannen hätten sie eingraviert. Diese Löwen stammen aus Piräus, der Hafenstadt Athens. Fran­cesco M o r o s i n i, der Türkensieger, hat sie als Kriegsbeute mitgebracht, 1687 nach feiner Erobe­rung Athens. Sehr schön und künstlerisch sehr be­deutend sind diese Löwen nicht, aber sie sind ja auch nur Ersatz: eigentlich wollte Morosini den Vene­zianern etwas Besseres mitbringen aus Athen. Als er die Akropolis, damals türkische Festung und Pulvermagazin, gestürmt hatte, machte er sich daran, vom Westgiebel des durch seine Bombe zerrissenen Parthenontempels etwas mitzunehmen. Er wußte genau, was gute Kunst ist, trotz der Bombenwerferei, und wollte die Mittelgruppe aus dem Giebel, den Kampf des Poseidon und der Pallas darstellend, Werke des großen Phidias, Venedig schenken. Aber die Matrosen von der Flotte, die mit Schisss- tauen so gut umgehen konnten, hatten das Gewicht pon Marmorstatuen unterschätzt. Beim Herablassen der kostbaren Last rissen die Stricke, und zwei Göt­ter nebst acht Pferden zerschellten auf dem flieder­farbenen Felsboden der Akropolis in tausend Scher­ben. Da ließ der Sieger ab vom Parthenon und be­gnügte sich mit Löwen aus dem Piräus.

Der Marmorskulpturen am Parthenon nahm sich mit viel größeren Schwierigkeiten da es sich jetzt nicht einfach um Kriegsbeute, sondern um fried­liche Diplomatenkunststücke handelte, war es tatsäch­lich viel schwieriger ein Schotte 122 Jahre später an. Thomas Bruce, siebenter Lord von Elgin, ward, erst dreiunddreißia Jahre alt, als britischer Botschafter an die Hohe Pforte nach Konstantinopel geschickt. Ein ihm nahestehender Architekt, Thomas Harrison, bat ihn, ihm gelegentlich einen Ab­guß eines jonischen Eckkapitells von der Akropolis zu verschaffen. Dieses Samenkorn fiel bei dem jungen Diplomaten auf fruchtbaren Boden. Er meinte, es wäre gut für England, Zeichnungen und Abgüsse von allen besseren Sachen auf der Akropo­lis zu haben. Aber Minister Pitt hatte, was bei den kriegerischen Zeitläufen ums Jahr 1800 kein Wunder war, kein Geld dafür und so machte der Schotte das aus eigenen Mitteln. Er warb in Ita­lien Zeichner, Gipsformer und Architekten an, ließ sie nach Athen kommen und ging auf feinen Posten am Bosporus.

Aber die Türken in Athen ließen die Leute nicht arbeiten. Geldgierig waren sie immer, die Türken, und so erlaubten sie höchstens, daß auf der Festung gezeichnet wurde. Jedoch nur gegen ein Eintritts­geld von fünf Pfund täglich. Was sie für die Er­laubnis des Givsgießens verlangen sollten, wußten sie, da ihnen dies noch nicht vorgekommen war, selber nicht und so unterblieb es ganz. Neun Mo­nate lang saßen die Künstler untätig in Athen.

Da ward General Kleber ermordet, die Eng­länder verhandelten in Aegypten so erfolgreich, daß die Franzosen im Jahre 1801 aus dem Nilland wieder abzogen, und damit hatte England den großen Einfluß in Konstantinopel, den es schon längst ersehnte. So bekamen des Botschafters Elgin Künstler zunächst freien Eintritt in die Akropolis und die Erlaubnis zur Erbauung von Gerüsten und zur Herstellung von Gipsabgüssen. Zwei Privathäuser auf der Akropolis konnte der ßorb erst nach reichlichemBackschich" kaufen. In dem einen fand er eine Menge Giebelskulpturen vom Parthenon. In dem anderen gar nichts mehr; was da gelegen hatte, war in die Kalkbrennerei gewan­dert. Gegen solche Verschleuderung, meinte der Gesandtschaftsprediger Hunt, der fast nie in Kon­stantinopel predigte, sondern meistens auf der Akro­polis war, müßte etwas geschehen, und so ver­schaffte sich Lord Elgin jenen berühmten, heute im British Museum ausgestelltenFirman", daß er auf der Akropolis messen, abformen und nach Fundamenten wie nach Inschriften graben dürfe. Auch sollteniemand ihn hindern, wenn er einige

fier Sorge, da man seit zehn Stunden keinerlei Nach­richt von ihm erhalten hat. Zahlreiche Flugzeuge haben das Gebiet, wo das Flugzeug vermutlich eine Notwasserung vornehmen mußte, besucht, ohne eine Spur von der Maschine oder dem Insassen zu entdecken.

Skimeister Bilgeri tödlich verunglückt.

Der Altmeister des alpinen Skilaufes, Oberst­leutnant Georg Bilgeri, ist am Patscherkosel bei Innsbruck tödlich verunglückt. Er hielt dort seinen ersten Skikurs in diesem Jahre ab. Bei einem Sprung kam er so unglücklich zu Fall, daß er schwere innere Verletzungen erlitt, denen er bald darauf erlag. Bilgeri, der im 64. Lebensjahre stand, hatte als Pionier des Skilaufes europäischen Rus. Schon vor dem Kriege erschloß er die öster­reichischen Alpen dem Wintersport. Er war der Or­ganisator der Wintersportausbildung der alten österreich-ungarischen Armee und bildete ein eige­nes System des alpinen Skilaufes aus. Die von ihm geschaffene Bilgeri-Bindung hat feinen Namen in der ganzen Welt bekannt gemacht. In den letzten Jahren veranstaltete Bilgeri in Oester- reich und in der Schweiz zahlreiche alpine Ski- kurse.

Tragisches Ende

eines ungarischen Universitälsprofessors.

Der in weiten Kreisen bekannte ungarische Uni- versitätsprofessor Dr. Wilhelm Taufte r, der Be­gründer des ungarischen Mütter- und Säuglings­schutzes, ist in Budapest auf tragische Weise ums Leben gekommen. Professor Tauffer, der im 84. Lebensjahre stand, litt seit längerer Zeit an einem schweren Darmleiden und sollte sich einer Operation unterziehen. Obwohl er selbst in seinem Leben viele Tausende von Operationen ausgeführt hatte, hatte Tauffer in den letzten Wochen eine außerordentliche Scheu vor der Operation. Als man ihn in die Klinik bringen wollte, fand man ihn tot im Bett auf. Tauffer hatte sich erschos - s e n.

Bier Familienmitglieder innerhalb weniger Tage gestorben.

In Salchendorf (Kreis Siegen) starb dieser Tage der Landwirt Emil Denker an Lungen­entzündung. Am gleichen Tage ft a r b auch seine Frau an den Folgen einer Geburt. Auch das Neu­geborene blieb nicht am Leben. Nunmehr ist auch die Mutter des Mannes im Alter von 69 Jahren gestorben. Noch nie hatte die Frau an einer Krankheit gelitten; aber der Gram über die so plötz­lich aus dem Leben gerissenen Kinder lähmte jetzt ihre Widerstandskraft gegen eine Erkältung. Die Last der Erziehung der zurückgebliebenen vier un­mündigen Kinder ruht nunmehr auf dem Groß­vater.

Todessturz vom Kirchendach.

Ein 16jähriger Dachdeckerlehrling, der mit Aus­besserungsarbeiten am Dach der evangelischen Kirche in Ruppichteroth (Westerwald) beschäftigt war, stürzte infolge Reißens des Seiles ab, nachdem er erft kürzlich bei Arbeiten an dem Turm der katholischen Kirche mit knapper Not der Absturz­gefahr entgangen war. Er schlug auf dem Dachhelm der Kirche auf und rollte hinunter auf das Straßen­pflaster, wo er mit einem doppelten Schädelbruch liegen blieb. Er starb im Krankenhaus. Der Vater des Verunglückten, der als Dachdeckermeister die Arbeiten am Kirchturm ausführte, war Zeuge des gräßlichen Unglückes.

Explosionsunglück in Köln-Kalk. Sieben Berichte.

In Köln-Kalk ereignete sich in einem Wohnhaus, in dem sich eine Apotheke und ein Lager für Leder befindet, eine Explosion. Zwei Ballons mit einer feuergefährlichen Flüssigkeit waren abgeladen worden. Dabei ging ein Ballon zu Bruch und es gab eine Explosion. Fast sämtliche Türen und Fen­sterscheiben wurden zertrümmert. Das entstandene Feuer breitete sich im ganze Hause aus. Die Hausbewohner konnten nicht mehr über das Trep­penhaus ins Freie gelangen. Die Bewohner des ersten Stockwerkes brachten sich über das Hausge- sims in ein Nachbarhaus in Sicherheit. Zwei Frauen aus dem zweiten Stockwerk wurden von der Feuerwehr mit der Leiter gerettet. Gerade als eine der Frauen die Leiter betreten hatte, schoß eine riesige Stichflamme, die von einer zweiten Explosion herrührte, empor. Die Frau erlitt schwere B r and- wunden. Ein Feuerwehrmann, der in das erste Stockwerk einsteigen wollte, wurde ebenfalls von der Stichflamme erfaßt und stürzte von der Leiter. Auch er trug schwere Brandwunden davon. Der Fuhrmann, der die Ballons abgeladen hatte, wurde von dem Luftdruck bis auf den Flur des ersten Stockwerkes geschleudert. Insgesamt wurden bisher vier Männer, zwei Frauen und ein 12jähriges Kind in das St. Joseph-Hospital eingeliefert. Es han­delt sich in der Hauptsache um Brand- und Schnitt­wunden. Lebensgefahr besteht nicht.

Wegen Wördes rechtskräftig zum Tode verurteilt.

Das Reichsgericht verwarf die von dem 25jäh- rigen Angeklagten Jakob Füchse! aus Landorf (Niederbayern) gegen das Urteil des Stuttgarter Schwurgerichts eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist der Angeklagte wegen Mordes rechts­kräftig zum Tode verurteilt und zur Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit. Füchse! hatte sich in der Nähe des Schlosses Ludwigsburg in einer Höhle eingenistet, von der aus er nächtliche Diebes- züge in die Umgebung unternahm. Am 20. April d. I. feuerte er auf zwei ihn verfolgende Polizei­beamte mehrer Schüsse ab, durch die der Landjäger M a i aus Winneden tödlich verletzt wurde. Auf die Revision der örtlichen Staatsanwaltschaft und des Angeklagten hatte sich das Reichsgericht dreimal mit dieser Sache zu befassen gehabt. Der Angeklagte war zuerst lediglich wegen Totschlages zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden.

Brüning zu adfl Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Kölner Brüning-Prozeß wurde der Angeklagte Dr. Brüning wegen gewinnsüchtiger Un­treue in Tateinheit mit zwei Betrugsfällen und in Tateinheit mit drei versuchten Betrugsfällen zu acht Jahren Gefängnis und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre ver­urteilt. Die Untersuchungshaft des Angeklagten wird angerechnet. Die Kosten des Verfahrens werden dem Angeklagten auferlegt. In der Begründung des Urteils erklärte der Vorsitzende, der Angeklagte sei ein Mann gewesen, der einen absoluten Mangel an jedem Anstandsgefühl und an jedem Empfinden für Treu und Glauben besessen habe, der alles nur seinem Streben nach Macht geopfert habe. Ein Mensch rücksichtsloser Verdienstsucht, ein Hochstapler von großem Format, ein Schädling des Volksganzen. Unsozialer Betriebsführer in Schutzhaft genommen. __Der Direktor Wenk-Wolff von der AG. für Seilindustrie in Mannheim wurde durch die Geheime Staatspolizei in Schutzhaft genommen. Wenk- -äsolff Hal schon seit Jahren der Arbeiterschaft gegen­über ein besonders unsoziales Verhalten an den Tag gelegt, und durch sein rigoroses Auf­

hat jetzt »int SelectT! tiqgeftettt. Ä d'slen Lecket^ j ehemalige Staatssekretäre | lattfeMtof; Komitee, W? für JndiE terhauses, die iten beh^ sorgfältig^ "unTW* M Jena um t Heidelberg inoürbe vtr$ i Furtm«

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Steinblöcke mit Inschriften oder Figuren wegzuneh­men wünschte".

Da wurde 1803 Lord Elgin von seinem Posten abberufen und sein Agent, der italienische Maler L u f i e r i, schickte dann so nach und nach zwei­hundert Kisten mit attischer Kunst auf verschiedenen Schiffen nach England. Dergoethesche" Pferdekopf und der sogenannte Theseus aus dem Ostgiebel des Parthenon waren auch dabei. Aber am Kap Malia, der Südspitze der Peloponnes, scheiterte die Brigg Montor"; dort ist es fast immer sehr stürmisch. Drei Jahre haben dann griechische Taucher, die von den Zykladen geholt wurden, arbeiten müssen, um alle Götterkisten zu bergen.

Jedoch noch immer bekamen die Marmors keine Ruhe: Im Jahre 1807 erklärte die Psorte England den Krieg. Die Franzosen legten Beschlag auf Elgins Eigentum und brachten es nach Piräus, und erst fünf Jahre später konnte Lusieri die letzten 80 Kisten nach England senden. Es war kein Raub. Es war gut, daß die Skulpturen vom Parthenon entfernt waren. Bei den zwanzig Jahren später passierten weiteren zwei Beschießungen der Akro­polis hätten sie sicher schwer gelitten, wo sie auch sein mochten.

Wo sie indessen wirklich waren, wußte Lord Elgin lange Zeit selbst nicht. Er war, wider alles Völker­recht, von den Franzosen in Haft genommen und blieb drei Jahre ein Gefangener. Immer dachte er an seine Marmorgötter, und um aus der Haft ent­lassen zu werden, bot er sie der englischen Regierung als Geschenk an. Vergebens. Im Jahre 1806 endlich entlassen, begab er sich auf eine wahre Odyssee durch sämtliche englische Häfen, wo irgendeines der Schiffe gelandet sein konnte. Sechs Jahre lang suchte er, bis endlich die letzten Kisten aus dem Piräus ankamen.

Nach Türken und Franzosen meldeten sich nun neue Feinde: die Engländer. Die mochten die Göt­ter nicht leiden. Dekorativ wären sie, Handwerker­arbeit, zum Teil aus römischer Zeit, sagten die englischen Kunstkenner. Und bann trat auch noch Lord Byron auf und schimpfte gräßlich. Lord Elgin ließ feine Götter von Ort zu Ort wandern und bettelte überall um Unterkunft für die heimat­los gewordenen athenischen Fremdlinge. Erst als König Ludwig von Bayern, im Jahre 1814 aus Paris von den Friedensverhandlungen nach London gekommen, seinem Bankier eine bedeutende Summe angewiesen hatte, um die Elgin Marbles ZU kaufen, falls sie nicht in England blieben, fingen die Engländer an zu begreifen, daß Phidias Werke am Ende doch nicht solcher Schund wäre, wie sie immer geglaubt hatten.

Napoleons Rückkehr von Elba, die hundert Tage, die Schlacht bei Waterloo und die Vertagung des Parlaments brachten Zeitgewinn für den inzwischen ob der Parthenonskulpturen längst bankrott ge­gangenen Lord Elgin. Im Jahre 1815 kam auch C a n o v a nach London und fand &ie Skulpturen so herrlich, daß die Sache ein Jahr später dann endlich vor das englische Parlament gebracht wer­den konnte. Vierzehn Tage stritten sich die Ab­geordneten darüber, ob Phidias Talent gehabt hätte oder nicht. Schließlich langweilte es die Meisten, und als am 7. Juni 1816 das Unterhaus nur sehr schwach besetzt war, wurde der Ankauf der Elgin Marbles gegen den matten Widerspruch der Libera­len die Sache war inzwischen eine Parteiangele­genheit geworden zum Preise von 35 000 Pfund beschlossen. Eine Forderung hatte Lord Elgin nicht genannt. Ihm war es einerlei, ruiniert hatte er sich für feine Marmorgötter doch, so ober so. Unb bie 700 000 Mark, bie er bekam, beckten nicht einmal die Hälfte seiner Ausgaben. Aber bie Skulpturen von Parthenon, bas größte Wunber des griechischen Meißels, das die Welt kennt, hat er doch durch alle Gefahren und Abenteuer hindurch gerettet und so tragen sie mit Recht seinen Namen, dieElgin Marbles.

ungern Cs verhörte 120 Sachverständige, unter tenen sich zahlreiche Inder befanden, es beantwor- te über 15 000 Fragen und hielt über 150 Sitzun- 2n ab. Die Berichte des Komitees füllen rund ö Kisten.

Die Vorschläge nun trennen Burma von n b i e n unb schaffen zwei neue Provin - iie n: Sinb unb Orissa. Dazu werben elf Provinzen geschaffen, von denen jede einzelne inter einem Gouverneur steht. Dieser Gouverneur einer Provinz hat und das ist der hauptpunft des Programms zwar mit den vom . roDinjialparlament ernannten Ministern zu ar­teten, aber i h m allein steht die Außen- iiolitik unb bie Frage ber Lanbesvertei- !iigung zu. Die Minister, bie nichts Hineinzureben oben, haben nur bie finanzielle Selbst- I lierantmortung mit bem Provinzialparlament .u orbnen, aber biefe Befugnisse abminiftratioer ;:atur ber Minister kann ber Gouverneur der ,irovinz aufheben, wennanderweitige erpflichtungen" für ihn bestehen. Da der Gouverneur stets Brite ist, wird es seinem Er­lassen überlassen, ob die einzelnen Vorschläge ge- «flnet sind, das britische Wohl zu fördern ober zu riletzen. Es ist also eine Selbstänbigkeit mit Zwrbehalten, eine Home rule with safeguar- cte, wie ber Brite sofort herausfühlte.

Darin liegt aber auch dieKritikberJnber uld bie der Engländer begründet. Was eigentlich rti)t besonders hervorgehoben wurde, bleibt aber ftner entscheidend. Das vorgeschlagene Gesetz knnt keine Klassen, Rassen oder losten. Dor ihm sind alle gleich. Unb wer bie Safe des Kastenunterschiebes kennt, wirb ermessen, bg hierin ein Zankapfel liegt, um ben sich bie LDer streiten werben. Das Gesetz sieht ferner eine Wahlbeteiligung von 14 v. H. ft a 11 bis her 4 ber Gesamtbevölkerung vor. Es werben <iId statt 7 Millionen künftighin etwa 29 Millionen rvlhlen, wozu 6 Millionen weibliche Stim- wn kommen. Es ist also auch jetzt noch kein dciokratisches Wahlrecht. Weiter erwartet man, bas Gesetz vielleicht im Jahre 1940 in Kraft irit und daß sogleich erhebliche Mehraus- fiben entstehen, so für die Verwaltung des R ches, da die selbständigen Provinzregierungen iiD Parlamente in Indien eingerichtet werden Jrnfflen, weiter durch die Verselbständiguna Burmas ui:i ber beiben Provinzen, unb ferner burch den Notfall gewisser Steuern, deren Ertrag sich gegen» mtig auf 5 Millionen Pfund Sterling beläuft m die durch andere Einnahmen ersetzt werden trafen. Der Verfassungsvorschlag enthält ferner Scherungen dagegen, daß indische Zölle die biische Industrie schädigen, und zwar ist diese Scherung eingeschaltet worden, um eine bessere 2 satzfahiakeit britischer Waren zu enüchen, als sie bisher vorhanden war.

Me diese Maßnahmen sichern also durchaus das Mbleiben Indiens im britischen Imperium und sii Gegenmaßnahmen zu den Wünschen der Inder, di vor allem die Außenpolitik und die Militärausgaben in ihre Hand brin- gin wollen. Hier hat England den indischen Na- tilnalisten einUnmöglich!" entgegengerufen, und bei Kamps gegen die englische Herrschaft ist daher in loerschärfter Form zu erwarten. Andererseits ist «lllt im konservativen Lager die Opposition nicht

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riifin, wird Indien ihnen unweigerlich leri'orengehen, bevor zwei Generationen das $|<itlj(f)e gesegnet haben.

Schließlich wurde der Abänderungsan- t Iri: von Lord Salisbury mit überwiegender ÄWheit abgelehnt. In ber namentlichen Ab- fl Innung sprachen sich 390 Konservative für den 2! billig Salisbury und 1102 dagegen aus.

Während der Rast: wie köstlich und erfrischend eine ALVA »RUNDE SORTE«