An alle Partei, und Volksgenossen!
Oeffentliche Kundgebung
zu
er-
Kaum eine Stunde später
wieder abrücken.
,Lieber Gott, laß es nun endlich etwas mit dem
7. Fortsetzung.
einer anoarbeit beschäftigt, Hausverkauf werden!", sagte Edelgard halblaut vor
»rt nm WLiffor TrAiimonif* ' r: j. <■ . . - , < . .. z- ,, , r
Nachdruck verboten!
Die guten Menschen!, dachte Edelgard. Was würde
(Fortsetzung folgt!)
der ein
mußte die Feuerwehr bei einem nicht alltäglichen Unfall Hilfe leisten. In der Frankfurter Straße
I 3mmcr wieder, wenn sie seine vor Innigkeit überströmenden Briefe las, schalt sie sich selbst. Wie kühl und gezwungen klangen ihre flüchtigen Zeilen da- gegen! zlber sie vermochte nicht ein Empfinden zu heucheln, das sie nun einmal nicht hatte. Und immer | ^chuuerte durch ihr Herz die bange Frage: Weißt du denn, was Liebe ist?
I c‘n warmer, leuchtender Oktober, als
Edelgard den ersten ihr zustehenden Urlaub bekam. X b'ne Reise war unter den obwaltenden Umstän- den nicht zu denken. Aber sie war schon froh, ein paar Tage des Ausruhens zu haben.
In dem weiten Park unter den goldfarbenen und bronzeroten Baumen im Anblick des blauen Sees ließ es sich ruhen und träumen. Sie wollte diese Tage ausnützen. Vielleicht war es der letzte Herbst den sie hier im Elternhaus verlebte.
Und an einem dieser Tage meldete sich ein Käufer Es war am Sonntag gegen elf Uhr. Frau von Dönitz war gerade nach Berlin gefahren, um ihren geliebten Prediger Doktor Stahn in der Garnison- kirche zu hören. Edelgard hatte sie nicht begleitet.
Kaninchen-Ausstellung in Gießen.
Gestern veranstaltete der Kaninchenzuchtverein Gießen im Cafs Ebel eine lokale Ausstellung, die mit etwa 100 Tieren und einer großen Zahl Produkte beschickt war. Felle der verschiedensten Rassen wurden, naturgegerbt und veredelt in den mannigfaltigsten Nachahmungen, z.B. Tiger, Leopard, Nerz, Zobel, Seal, Marder und dergl. mehr, gezeigt. Auch
Nun war sie am Salon angelangt. Wäre doch die Mutter heute nur hiergewesen! Es war so schwer,
z : es vielleicht auch gut, der Mutter die Unruhe und Aufregungen zu ersparen. Vielleicht
Daran war nicht zu denken. Vielleicht, daß der neue Besitzer ihn mit übernehmen konnte. Einen zuverlässigeren und treueren Gärtner würde er so leicht nicht oekommen.
sich hin, während sie mit Herzklopfen hinunterging. So schwer es auch war, an Scheiden von hier zu denken, der Gedanke, ewig Schuldner der Bank zu sein, war noch viel drückender.
Und selbst wenn man keine Schulden gehabt hätte: man würde das Haus doch nicht halten können. Das bißchen Geld reichte nicht hin und nicht her. Marie und Wilhelm hatten diesen Monat auch noch keinen Lohn bekommen. Aber die treuen Seelen hatten beide wie aus einem Munde erklärt, daß sie ja nichts
Am Montag, 5. November, um 20.30 Uhr findet im (Lass Leib, Walltor- straße eine große
Dabei warf sie einen Blick aus dem Fenster. Draußen vor dem Hause'auf der Straße parkte ein grauer Sportwagen von neuestem Typ. Er gehörte wohl dem Herrn, der da unten im Salon wartete.
der Ortsgruppe Gießen-7!ord statt. Es spricht der
Oberbürgermeister der Stadt Gießen pg. Ritter
über die Aufgaben und pflichten des Volksgenossen im neuen Staate.
Es spielt der Musikzug der SA.-Standarte 116. — Oer Eintritt ist frei. — Es wird erwartet, daß sich die Partei- und Volksgenossen recht zahlreich beteiligen.
Sie war jetzt oft so müde. Und manchmal überkam sie wie eine Verlockung der Gedanke, von all ihrer Not und ihren Kämpfen Robert zu schreiben. Aber sofort verwarf sie diese Idee wieder. Wenn er wüßte, roie schwer sie es hätte, wie sie daheim jeden Pfennig ich absparte, immer in dem Gedanken, wenigstens n kleinsten Summen die Schulden zu mindern — icher würde er nicht ruhen und nicht rasten, um ihr und der Mutter das Leben zu erleichtern. Und solange sie seine zärtlichen Briefe nicht mit dem gleichen Gefühl erwidern konnte, erschien es ihr ganz unmöglich, ihn mit ihrem Kummer zu belasten.
Denn das war das Schlimme; jelänger Robert ,ISJ' * von ihr entfernt war, um so ferner rückte
MlUmMklsl?
Vornan von Klothilde v. Stegmann.
halle hat er sich ebenfalls immer eifrig bemüht.
An seinem 80. Geburtstage kann der alte Herr mit Befriedigung auf sein reich gesegnetes Leben zurückblicken, in dessen Verlauf er auch vielfach Gelegenheit hatte, der Allgemeinheit zu dienen und dabei unserer Stadt wertvolle Förderung weisen.
Verkaufsanzeige des Hauses gefügt. Sie war seit dem Verlust ihres Vermögens vollkommen zusam- mengefallen und beinahe apathisch. Vor ihren Augen stand immer das furchtbare Bild, daß man eines Tages kommen könnte, um ihr das Haus über dem Kopfe weg zu versteigern.
Sooft ihr Edelgard auch versicherte, daß die Bank Rücksicht nehmen würde, sie glaubte es nicht. Sie sah sich schon mit Schimpf und Schande aus ihrem alten stolzen Besitz ziehen. So sehr sie sich auch früher gegen einen Verkauf gesträubt, jetzt war sie es, die beinahe fieberhaft auf einen Käufer wartete.
Edelgard wurde es oft beinahe unheimlich zumute, wenn sie die Mutter tagaus, tagein auf ihrem Beobachtungsposten an dem Fenster des kleinen Wohnzimmers sitzen und auf die Eingangspforte spähen sah. Es schien, als hätte sie keinen anderen Gedanken mehr als den an einen Käufer.
,,Sie sollten versuchen, Ihre Frau Mutter auf andere Gedanken zu bringen, liebes Fräulein Edelgard!" sagte der alte Sanitätsrat. „Dieser Haus» verkauf wird nachgerade zu einer fixen Idee. In dem Alter, in dem Ihrs Frau Mutter ist, ist es
gefährlich, wenn sich irgendein Gedanke so fest ins Hirn setzt."
Edelgard hatte nur trübe gelächelt. Wie sollte sie die Mutter auf andere Gedanken bringen? Da sie selbst doch den ganzen Tag im Büro eingespannt war. Der neue Chef war zwar noch nicht da. Einer der Abteilungsleiter hatte die Vertretung übernommen.
Edelgard hatte mehr denn je zu tun, denn es waren neben der laufenden Arbeit immer noch Berichte an den neuen Direktor zu schreiben, der noch auf seiner Rundreise durch Europa begriffen war.
Auch Robert Kutschner wollte immer noch Berichte über jene Geschäfte haben, die er selbst in Deutschland noch eingeleitet hatte.
Es war Edelgard ganz merkwürdig, wenn sie diese Geschäftsberichte an Robert Kutschner absandte.
Wenn jemand ahnte, welche Beziehung sie verband.
„Nun weißt du es, wie Liebe ist!" klang wieder eine sehnsüchtige Stimme in ihr.
„Gnädiges Fräulein, gnädiges Fräulein!" Die Stimme des alten Gärtners klang vom Hause her durch den Park. Edelgard richtete sich aus ihrem Lieaestuhl auf.
„Was gibt es? Hier bin ich!" rief sie zurück
Gott sei Dank, daß der Ruf des Alten sie aus dieser träumerischen Verzauberung geweckt hatte
Und da kam auch schon der alte Wilhelm, o schnell er konnte, heran.
„Gnädiges Fräulein, gnädiges Fräulein!, ein Herr ist da wegen des Hauses. Ich habe ihn schon eine ganze Weile um das Grundstück herumlaufen sehen. Er hat unser Haus schon von allen Seiten besehen. Ich glaube, der meint es ernst."
„Gehen Sie vor, Wilhelm! Führen Sie den Herrn in den gelben Salon. Ich bin gleich da."
Wilhelm eilte voran. Edelgard ging ihm rasch nach und durch den Seitengang in ihr Zimmer.
Sie wollte sich noch ein bißchen in Ordnung bringen. Wie verwirrt sie um die Haare aussah! Euer- gisch strich sie mit der Bürste um das lichtblonde Seidengespinst.
wachsener, dunkler Herr mit scharfem Gesicht erhob sich artig von einem der Sessel.
„Fräulein von Dönitz?" sagte er fragend mit einem leicht fremdländischen Akzent und verbeugte sich leicht. „Gestatten Sie mir, daß ich mich vorstelle j — Studczynski. Ich komme im Auftrage eines mir ; befreundeten Herrn, der eine Villa hier in einem 1 westlichen Vorort Berlins sucht. Man nannte mir Ihre Besitzung. Sie scheint mir für die Zwecke des 1 betreffenden Reflektanten geeignet. Würden Sie mir gestatten, das Haus einmal zu besichtigen?"
„Gern!", gab Edelgard zur Antwort. „Das heißt, wenn Ihnen das Besitztum nicht zu groß ist? Es sind dreißig Zimmer und ein ausgedehnter Park; es bedarf vieler Dienerschaft, um es richtig zu bewirtschaften. Daran sind schon alle anderen Unterhandlungen gescheitert."
„Das tut nichts! Mein Auftraggeber sucht gerade eine große Besitzung, da er, feiner Stellung entsprechend, ziemlich viel Geselligkeit wird pflegen müssen. Aus diesem Grunde wurde uns das Grundstück von der Dertnittlersirma besonders empfohlen. Hier ist übrigens ein Schreiben der Firma an Sie, gnädiges Fräulein, respektive an Ihre Frau Mutter — vielleicht darf ich Sie bitten, Einsicht zu nehmen?
Anschließend sprach im Saale des Schiffenbergs Dr. Walbrach (Gießen) über die Geschichte des Schiffenbergs. Seinen Ausführungen entnehmen wir folgendes: Im Jahre 1129 gründete Gräfin Clementia von Geldern das Kloster Schiffenberg, das mit Mönchen aus dem Augustiner-Orden besetzt wurde. Weiter steht urkundlich fest, daß im Jahre 1239 auch ein Nonnenkloster auf dem Schif- fenberg bestand, über dessen Gründung man nichts weiß. Die Klosterfrauen besaßen ein eigenes Haus (Zelle genannt) am Südhang des Berges, fein Ort ist nach alten Lageplänen heute noch zu bestimmen. Infolge von Mißständen wurde das Kloster Schiffenberg 1323 aufgehoben. Es erfolgte die Einverleibung in den Deutschen Orden. In der Folgezeit ist die Geschichte des Klosters sehr wechselvoll. 1543 setzte Landgraf Philipp einen hessischen Verwalter ein, verzichtete aber unter dem Druck des Kaisers 1545 wieder auf den Klßsterbesitz. 1561 wurde ein evangelischer Pfarrer für Schiffenberg und Steinbach mit den Filialen Garbenteich und Watzenborn-Steinberg bestellt. Die Kommende Schiffenberg bestand zwar noch weiter, war aber nichts anderes mehr als ein Gutshof. Im Jahre 1809
„Was mich anlangt, Herr Direktor", sagte Edel- gard leise, aber fest, „fjabe ich mich schon entschlossen, und ich werde alles tun, meine Mutter zu der glei- chen Ansicht zu bringen. Diese Schulden bei Ihrer Bank, Herr Direktor, müssen sobald wie möglich abgetragen werden. Und wenn wir heute schon das Haus verkaufen müßten."
„Nun, nun, Fräulein von Dönitz", hatte Direktor Nitschke gemeint. „So überstürzen wollen wir die Sache nicht in Ihrem und unserem Interesse Häuser und auch Grundstücke werden jetzt nach dem Bank- krach für ein Butterbrot angeboten. Soviel kann ich schon verantworten, daß ich Ihnen rate, lassen Sie stch Seit, damit Sie ein möglichst gutes Angebot herausholen. Wenn schon verkauft fein muß, dann ood) wenigstens so, daß Sie nicht nur die Bankschulden abtragen können, sondern noch mit einer kleinen Reserve an Geld herausgehen."
*
„Eine kleine Reserve an Geld!" An diese Worte des Bankdirektors mußte Edelgard oft bitter lächelnd denken.
Familienzusammenlunst auf dem Schiffenberg.
Die Heimatvereinigung Schiffenberg veranstaltete am geftrigen Sonntagnachmittag in Gemeinschaft mit dem Reichsbund Volkstum und Heimat auf dem Schiffenberg eine Familienzusammenkunft, verbunden mit einer Führung durch das Kloster und an- schließendem Vortrag über die Geschichte des Schiffenbergs.
Nach kurzer Begrüßung der zahlreichen Besucher durch Oberforstmeister Nicolaus sprach zunächst Regierungsbaurat Kuhlmann (Gießen) in der altehrwürdigen Kapelle über die baulichen Verhält- nisse des Klosters Schiffenberg. Er führte u. a. folgendes aus: Das Kloster wurde im Jahre 1129 gegründet. Wir wandern aber noch ein gut Stück weiter zurück in die vorchristliche Zeit, bis in das zweite Jahrhundert vor Christi. Dort liegen die Urquellen einer architektonischen Form, die den Anforderungen des späteren ritualen Bedürfnisses des christlichen Gottesdienstes ebenso vollauf zu genügen vermochte, wie sie klar und bedeutsam den idealen Zweck des Raumes im großen, monumentalen Auf-1
fertige Pelzstücke legten Zeugnis von dem wirk» schaftlichen Wert der Kaninchenzucht ab. Für gute Leistungen in dieser Abteilung erhielten die Mitglieder Volz einen Ehrenpreis und Kreiling 1. Preis. In der Abteilung Kaninchen erhielten auf: Belgische Riesen Gg. Schellhaas Ehrenpreis und drei 3. Preise; Weiße Riesen derselbe Silberne Medaille und 2. Preis, H. Feuster Ehrenpreis, zwei 2. und 3. Preis, E. Kern zwei 1., ein 2. und zwei 3. Preise, A. Nuhn drei 3. Preise, Hühnermund 3. Preis, H. Keil 2. Preis, K. Keil Ehrenpreis; Japaner Fischer 1. und 3.Preis; Rheinische Schecken Ullrich 3.Preis; Weiße Wiener K. Kirchner Silberne Medaille, drei 2. und zwei 3. Preise; Gr o ß - Ch i n ch i ll a I. Gries Ehrenpreis; Lux Otto Steih Silberne Medaille, ein 2. und zwei 3. Preise, Kreiling 2. Preis; Eng- lische Schecken L. Kreiling 1., 2. und zwei 3. Preise; Blau-Silber Ullrich 3. Preis; Hol. länder H. Stroh 1. Preis; Russen K. Fißler Ehren- und 3. Preis; Hermelin Ullrich Ehren- preis, Otto Steih 3. Preis, I. Volz zwei 2. und 3. Preis; Angora K. Fißler Ehren- und 3. Preis; C hin.-Rex O. Urstadt 3. Preis; Lux-Rex derselbe 1. Preis.
Als Preisrichter war Herr Haas- Friedberg tätig.
Das Diplom der Reichsfachgruppe erhielt Otto Steih auf Zuchtstamm Lux. Den Joh.-Appel-Ge- dächtnis-Preis für beste Leistung in einer Rasse erhielt K. Kirchner. Den Ehrenpreis für beste Gesamtleistung erhielt Gg. Schellhaas.
Vornothen.
— Tageska lender für Montag: Ortsgruppe Gießen-Nord, 20.30 Uhr, Caf6 Leib, öffent- liche Kundgebung; Redner: Oberbürgermeister Pg. Ritter. — Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr, „Was ihr wollt". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Musik im Blut". — Mechaniker-Innung Gießen, Kreis Gießen, Alsfeld und Lauterbach, 14 Uhr, „Frankfurter Hof", Pflichtversammlung.
— „M usik im B l u t". Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gelangt ab heute ein Film zur Aufführung, der unter der Regie von Erich Wasch- n e k entstand und bas Schicksal einer jungen begabten Musikschülerin an der Dresdener Musikschule schildert, die im Kampf um das Herz des geliebten Mannes zur reifen Künstlerin wird. In den Hauptrollen sieht man Hanna Waag (ein Gießener Kind), Sybille Schmitz, Leo Slezak, Wolfgang Liebeneiner, Hans Junker- mann u. a. Die Musik schrieb Prof. Clemens Schmalst ich. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.
— lieber Wert, Verwertung und Fang von Seefischen finden am morgigen Dienstag, 6. November, Vortrag und Filmvorführungen im Caf6 Leib, (veranstaltet von der NS.- Frauenschaft und der Reichsgemeinichaft Deutsche Hausfrauen) statt. Auf die heutige Anzeige sei hin- gewiesen.
bau ausprSake: Sie römische Basilika. Solche bafilifalen Räume wurden auch in Privathäusern eingebaut, in denen die Römer ihre Versammlungen, die ersten Christen auch Gottesdienste abhielten. Und so wurden schließlich nach diesen römischen Vorbildern die ersten christlichen, frei» stehenden Kirchen gebaut. D i e Altchri st liche Basilika. Die Kunstrichtung, die sich in Europa um die Wende des ersten Jahrtausends weiter auswirkte und im 13. Jahrhundert ihre höchste Vollendung erreichte, wird die romanische genannt. Dieser Epoche entstammt die Klosterkirche unseres Schiffenbergs. Wir haben das hohe Mittelschiff, die Fenster hoch über den Dächern der Seitenschiffe angeordnet. Arkaden tragen auf mächtigen Pfeilern die Wände des Mittelschiffs. Es bildeten sich in dieser romanischen Epoche die modernen Nationalitäten in Sprache, Sitte und Kunstform frei und lebenskräftig aus. Die Kirche war in dieser Zeit die ausschließliche Trägerin der Bildung, und mit dem Christentum verbreitete sie Gesittung und geistiges Leben durch ihre klö st erlichen Anlagen. Der Redner machte dann Ausführungen über die Formen der romanischen Bauweise, brachte noch eine Anzahl geschichtlicher Begebenheiten, die mit dem Kloster Schiffenberg in Verbindung stehen, um zum Schluß noch auf drei weitere Zeichen rotna» nischer Kunst, die Dome von Mainz, Worms und Speyer hinzuweisen. Oberforstmeister Nicolaus dankte dem Redner für seinen interessanten Vortrag.
Die Mutter sah es jetzt gern, wenn immer jemand von ihnen daheim mar, denn sie wartete noch immer auf einen Käufer. Und Edelgard tat ihr den Gefallen, obwohl sie im Innern von der Nutzlosigkeit dieses Wartens überzeugt war.
Sie faß gerade mit eil ' ...........
** Silberne Hochzeit feiern am morgigen Dienstag, 6. November, die Eheleute Georg Flick, Gießen, Liebiqstraße 16 (Alte Klinik).
** Der Apothekendienst am gestrigen Sonntag oblag nicht, wie am Samstag irrtümlich berichtet, der Pelikanapotheke, sondern der Engel- a p o t h e k e. Da der Sonntagsdienst der Apotheken maßgebend ist für den Nachtdienst in der darauffolgenden Woche, sei besonders betont, daß hierfür in dieser Woche die Engelapotheke in Betracht kommt.
** Zimmerbrand im ehemaligen Säuglingsheim. Gestern gegen 18.50 Uhr wurde vom Kirchenplatz aus die Feuerwache alarmiert. In einem Zimmer des ehemaligen Säuglingsheims war auf bisher nicht geklärte Weife Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr rückte sofort aus und bekämpfte die Flammen mit einem Hanü- euerlöscher. Nach kurzer Tätigkeit konnte die Wehr
Heinrich Winn 80 Jahre off.
Am morgigen Dienstag, 6. November, kann der frühere Baumeister Heinrich Winn in Gießen seinen 80. Geburtstag begehen. Durch seine vielseitige berufliche Tätigkeit in früheren Jahren, wie auch durch seine tatkräftige Mitarbeit in zahlreichen öffentlichen Ehrenämtern ist er weit über Gießen hinaus bekannt geworden.
Im Alter von 20 Jahren wurde Heinrich Winn als Bauführer seines Vaters, mit dem Neu- und Umbau des Hofgutes Winnerod betraut, ein Jahr später baute er als erste Arbeit in Gießen die Wieseckbrücke in der Bismarckstraße. Nach seiner Militärzeit, in deren Verlauf er u. a. die Schieß- stände in Babenhausen baute, begann für ihn in Gießen eine außerordentlich rege und vielseitige Bautätigkeit. Aus diesem Schaffen seien hier im Auszug folgende Bauten verzeichnet: Umbau der Heiligenstaedtschen Fabrik, Umbau der Kaserne, Neubyu des Offizierkasinos, Neubau der Brauerei Schmidt in Schotten, Bau des Kreisamts Schotten, der Oberförsterwohnung, der Turnhalle, der Post und des Bahnhofs, Hochbauten an den Strecken Ridda—Schotten und Stockheim—Gedern, Brikett- fabrik bei Inheiden, Herstellung der Burg Gleiberg, Brückenbau an der Main-Weser-Bahn beim Felsen- teilet in Gießen, viele Bahnbauten im Bezirk Gießen u. a., Umbau des Bahnhofs und der gesamten Anlagen im Bahnhof Gießen, vielfache Bauarbeiten aus den Bahnstrecken bis Treysa, Nieder-Gemün- den—Homberg, Mücke—Laubach, Neu- und Umbau der Bahnhöfe Nauheim, Butzbach, Gießen, Bau der Postämter Gießen, Grünberg, Alsfeld, Schotten, Hungen, Bau der Brauerei Jhring in Lich, eines großen Teils des Eisenwerks Buderus in Hirzenhain, Wasserleitungsbauten in Grünberg, Homberg, Alten-Buseck, Lich und Fritzlar, daneben noch viele Wohnhausbauten in Gießen.
Von 1908 bis Ende 1929 gehörte Herr Winn der Stadtverordnetenversammlung, späterem Stadttat an. Ferner war er viele Jahre lang Vorsitzender des Verkehrsvereins, Mitglied der Kirchengemeinde- verttetung der Lukasgemeinde und des Gesamtkirchenvorstandes, Aufsichtsratsmitglied der Handelsund Gewerbebank, daneben hat er sick auch zum Nutzen zahlreicher Vereine betätigt. Als er schon das 70. Lebensjahr überschritten hatte, setzte er sich mit ganzer Kraft im Jahre 1925 anläßlich des Damaligen Kreisturnfestes für den Bau Der Volks- Halle ein, deren Entstehung zu einem großen Teile feiner Energie und unermüdlichen Tatkraft zuzu- schreiben ist. Für den weiteren Ausbau der Volks-
wurde der Deutsche Orden in allen Staaten des Rheinbundes durch Napoleon I. aufgehoben. Schiffenberg siel an Hessen-Darmstadt und wurde eine Domäne, die unter der Verwaltung des Forstamts Schiffenberg steht. Seit 1837 sind Mitglieder der Familie Lyncker die Pächter der Domäne. Oberforstmeister Nicolaus dankte auch diesem Redner für feine Ausführungen und brachte zum Ausdruck, daß durch diese Vorttäge die Liebe zur heimatlichen Scholle immer mehr vertieft werde.
Bei dem unterhaltenden Teil der Veranstaltung erfreute die Trachtengruppe Watzenborn-Steinberg durch Vortrag mehrerer Volkslieder. Frau Pfarrer Steiner (Haufen) fang auf Wunsch das beliebte „Schiffenberglied", außerdem noch ein von ihr verfaßtes und von Pfarrer Steiner vertontes Lied. O. Bender wartete mit einem Violinsolo auf. Im übrigen trugen musikalische Darbietungen und gemeinsame Volkslieder wesentlich zur Vertiefung des Heimatgedankens bei.
Abschied
von den saardeufschen Feriengästen.
Gestern um 13.30 Uhr verließen die saardeutschen Gälte, Die zu acht Ferientagen in Gießen weilten, unsere Stadt. Die Saarländer wurden von ihren Gastgebern zum Bahnhof geleitet. Die Gäste fanden allgemein herzlichste Worte des Dankes und gaben ihrer Freude über Die gastliche Aufnahme Ausdruck.
Zur Verabschiedung hatten sich auch Vertreter Bewegung eingefunden. Die den Saargästen .... herzliches „Auf Wiedersehen im Vaterland!" zurie- fen. Der Sonderzug, der die Saarländer in ihre Heimat zurückbrachte, war schön geschmückt. An den Wagen waren lange Schriftbänder befestigt, die die Treue der Saar zu Volk und Vaterland zum Ausdruck brachten. Es wird den Gästen nicht schwer fallen, unsere Stadt, in der ihnen so vielerlei Schönes geboten worden war, in guter Erinnerung zu erhalten. Mit dem Sonderzug fuhren auch jene Saargäste mit, die in der näheren und weiteren Umgebung von Gießen ausgenommen und gestern mit den fahrplanmäßigen Zügen nach Gießen gekommen waren.
Wochen waren feit diesem Anruf vergangen. Der Bankkrach war vorüber. Die Leute, die unbeliehene Papiere hatten, sahen diese sich wieder langsam er-1 Denn l b°>en. Nur für sie war alles verloren. Und das Kutschner Uu.. ,lJr c,u|er,„ war, um ,o rerner ruaie 6SÄ. &•».”?. ÄI MS “JS SS sra-SM - "H’'«?“.1’ S1 ss ~ä’"««"“•Sä'
auf dem kleinen Seesteg am Wasser. Träumerisch schaute sie hinaus auf das tief erblaute Wasser. Eine milde Herbltsonne stand zwischen dem Gold und Braun des Userwaldes. Weihe Segel glitten ftöhlich dahin. Aus den Paddel- und Ruderbooten leuchteten bunte Sweater. Fröhliche Stimmen klangen vom Ufer her. Alle Welt genoß die letzten warmen Tage, ehe Herbst und Kälte die Sommerfreude verscheuchte.
Sehnsüchtig sah Edelaard hinüber. Ein Segelboot fuhr ziemlich nahe am Ufer. Sie sah ein paar dunkel- roSnS nncr?l‘a“^ a? 4rb- Ä" rr iUn0C utib'lrintenunb
VL ®anf- Bonden Haare nung. Was sollten sie mit dem (Selbe?
S hPunf» miLben, me^en ^nen. yuieil 'benschen!, dachce Edeigarb. Was mürbe
herunter* SmTr tnnnlnaus ihnen werden? Die alte Marie würde man ja f$ien vielleicht mitnehmen können. Aber Wilhelm?
etwas Vtettes, Zartuches zu sagen, denn das junge **> ...
Mädchen hob mit einer strahlenden Gebärde den
hellen Kopf zu ihm empor. Er legte seinen Arm um um
ihren Hals. So die Augen zueinander gewandt, ver- „jcktt bekommen harrten die beiden, indes das Boot langsam an - DerommelL
h^romfpnh*9fnnon^ftnrrfoH ha/luuet gerne nur giergeroejem irg war |O jegroer, 1!nh nfrthfkh Hfi^n faa^ein mit einem fremden Menschen zu verhandeln Und plotzlch, wie eine Vision sah sie sich selber so Mer dennoch war ...... ' ‘ ~
n «'nem Boot sitzen, durch Blau und Sonnengold bie Unruhe und Aufregungen zu enparen it beugt? WtrneKC2Irmanum'(ab H$‘U,8 E'° °ft
Augen zärtlich und liebevoll auf sich gerichtet aber L®1in Ic2?e5 Zot der Befangenheit auf den schönen es waren nicht die Augen Robert Kutschners es ! ^u9crn' . Helgard in den Salon. Ein groß ge/ war nicht fein Blick. Sie wachte auf. Hatte »sie' ge- mnA r hnnFr<*r *orr *"^ f'4xn*'r'*~ träumt? 5)atte sie geschlafen?


