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Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Partei und Behörden.

In der Versammlung der Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetages, über die wir gestern ausführlich berichteten, stellte sich der stellvertre­tende Kreisleiter der NSDAP., Pg. Hopfen- müller, der Versammlung als kommunalpoliti­scher Kreisleiter vor und sprach in kurzen Worten über die Zusammenarbeit von Partei und Behörden. Er stellte hierbei besonders das Wort Adolf Hitlers Die Partei befiehlt dem Staat" heraus und for­derte die Bürgermeister und die Ortsgruppenleiter auf, im Interesse des Volkes und des Vaterlandes harmonische Zusammenarbeit zu pflegen.

Aus parteiamtlichenBekanntmachungen

Eine öffentliche Kundgebung der Ortsgruppe Gießen-Nord der NSDAP, findet am kommenden Montag, 2 0.30 Uhr, im Caf6 Leib statt. Kreisschulungsleiter Pg. Dr. Schmidt- Darmstadt spricht überDie Aufgaben nach dem Wahlgang". Der weitere Verlauf des Abends wird ein Konzert des Musikzugs der Standarte 116 bringen. Alle Partei- und Volksgenossen sind zu der Kundgebung eingeladen.

Der NS. - Lehrerbund Kreis Gießen fordert diejenigen Mitglieder, die sich im bevor­stehenden Winterhalbjahr an den verbilligten Dar­bietungen des Goethebundes beteiligen wollen, auf, sich sofort bei der Geschäftsstelle zu melden.

Die Geschäftsstelle der Ortsgruppe Gie- ß e n - O st befindet sich jetzt in dem Hause Gnauth- straße 2 I.

Werbe- und Kultur-Abend

der 7lö.-GemeinschaftKraft durch Freude".

Wie man uns mitteilt, findet am 13. O k t o!b e r, 19 Uhr, im Stadttheater Gießen ein großer Werbe- und Kulturabend statt, zu dem die ^®^®eniein schäftKraft durch Freude? bzw. die NS.^ultur. gemeinde alle Gliederungen der Partei einladt. tfiir die Orts- und ZellenwarteKraft durch Freude sowie deren Mitarbeiter ist der Besuch der Veran­staltung Pflicht.

In einem beinahe dreistündigen Programm wer­den alle Kräfte erscheinen, die auf heimatlichem Bo- den gewachsen sind und im Laufe des Winters in den einzelnen Orten des Kreises eingesetzt werden können. .

Wir werden in den nächsten Tagen genauer auf die Arbeit der NS.-Kulturgemeinde eingehen. Jeden­falls können wir so wird uns erklärt schon jetzt nach Einsichtnahme in das Programm sagen, daß das Programm, wie bei allen Veranstaltungen in unserem Kreise, ein hohes Niveau trägt.

HrlfszugBayern" passiert Gießen.

Heute gegen 8.45 Uhr passierte der Hilfszug Bayer n", der vom Bückeberg zurückkehrte, un­sere Stadt. Der Zug erregte großes Aufsehen. Er machte sich nicht nur durch den besonderen Klang seiner Sirenen bemerkbar, sondern fiel auch durch die große Anzahl der Kraftwagen, aus denen er sich zusammensetzte, auf. Sechs große Omnibusse, die als Küchenwagen größten Stils eingerichtet sind, fuhren in raschem Tempo durch die Straßen. Etwa 40 bis 45 schwere Lastwagen, mit vielerlei Material, Milchkannen, Kisten, Schüsseln usw. beladen, folgten. Der Zug kam von Marburg her, fuhr über den Wernerwall, Horst-Wessel- und Hindenburgwall, um dann über die Umleitung Licher Straße in der Rich­tung nach Frankfurt unsere Stadt zu verlassen. Die Wagen waren prächtig mit Erntekränzen, Blumen und Girlanden geschmückt und brachten damit einen festlichen Schimmer von den Feierlichkeiten auf dem Bückeberg durch Gießen. Der Zug war von etwa 150 Mann Hilfspersonal begleitet.

Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn zur Gießener Herbstmesse.

Zu der in der Zeit vom 7. bis 14. Oktober in Gießen stattfindenden Herbstmesse gibt die Reichs­bahn von allen Fahrkartenausgaben der nachstehen- den Strecken Sonntags-Rückfahrkarten aus:

WeilburgGießenMarburg, WetzlarLollar Grünberg, GießenAlsfeld, Burg- und Nieder- GemündenKirchhain (Bez. Kassel), Nieder-Jossa Alsfeld, Bad SalzschlirfAlsfeld, MückeHungen Friedberg, SchottenNiddaBeienheim, Büdingen Gießen, Lauterbach NordVilbel Nord Heldenber­genWindeckenFriedberg, Vilbel NordGießen, Friedrichsdorf Friedberg, Friedrichsdorf Weil­burg, Grävenwiesbach Albshausen, Beilstein Stockhausen, DillenburgGießen, HerbornNieder­walgern.

Gültigkeit: Hinfahrt 6. Oktober 12 Uhr bis 7. Oktober: Rückfahrt: 6. Oktober 12 Uhr bis 8. Okto­ber 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt).

Am 10. Oktober für Hin- und Rückfahrt von 0 bis 24 Uhr.

Am 13. Oktober 0 Uhr bis 14. Oktober zur Hin­fahrt.

Am 13. Oktober 12 Uhr bis 15. Oktober 12 Uhr Zur Rückfahrt (Antritt der Rückfahrt).

Odenwälder Heimatvereinigung.

Man berichtet uns: Die Odenwälder Heimatver­einigung erlebt zur Zeit einen erfreulichen Auf­schwung. Schon vor einiger Zeit schloß sie sich dem Raichsbund Volkstum und Heimat an und erfährt seitdem von dieser Seite jedmögliche Förderung in ihrer praktischen Heimatarbeit. Am Mittwoch­abend füllte wieder eine stattliche Zahl Odenwälder mit ihren Angehörigen den Saal im Hotel Köhler. Nach Begrüßungsworten von Herrn Vetter gab Dr. Michel einen Ueberblick über das Winter­programm des hiesigen Ortsrings im RVH. und forderte zu reger Beteiligung auf. Im Anschluß daran hiel Dr. Michel einen dankbar aufgenom- menen Vortrag über das Leben und Schaffen des niedersächsischen Heimatdichters Hermann Löns. Er würdigte seine Bedeutung als Sänger der Heide und als Künder des Dritten Reiches und trug ver­schiedene Stichproben aus seinen Werken vor. Der Leiter des Lobedachores im RVH., Herr Siegler, brachte mit sechs Mitgliedern seines Singkreises verschiedene Natur- und Liebeslieder von Hermann Löns in formvollendeter Weife mit Lauten-, Gitar­ren- und Flötenbegleitung zum Vortrag und fand dankbare Hörer. Auch das freie Singen, das Herr Siegler mit den Odenwälder Landsleuten im­provisierte, fand lebhaften Anklang. Im Schlußwort des Herrn Vetter kam der Dank für Oie Mit­wirkenden bei dem schönen Heimatabend zum Aus­druck. Für eine der nächsten Monatsversammlungen ist ein Lichtbilderoortrag über den Odenwald vor­gesehen.

Taten für Freitag, 5.Oktober.

Gedenktage: 1665: Stiftung der Universität Kiel; 1813: Eleonore Prochaska, Heldin des Befreiungs­krieges, in Dannenberg gestorben (geboren 1785); 1857: der Schriftsteller Fedor von Zobeltitz in Spie­gelberg geboren.

Borrwtizerr.

lägestalenber für Freitag. Stadt­theater, 20 bis gegen 23 Uhr,Der Zigeunerbaron". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Ein Mann will nach Deutschland". Astoria-Lichtspiele, Selters- weg,Der Weltkrieg".

StadttheaterGießen. Heute, 20 Uhr, 1. Vorstellung im Freitag-Abonnement,Der Zi- qeunerbaron", romantische Operette von Johann Strauß, in einer szenischen Neubearbeitung von Paul Wrede; am Dirigentenpult Kapellmeister Fritz Cuj6; choreographische Leitung Hannah Spohr, die westdeutsche Tanzregisseurin. (Siehe gestrige Anzeige.)

** Evangelisch-kirchliche Persona­lien. Ernannt wurden: der Pfarrer Karl Rühl zu Reichelsheim, Dekanat Friedberg, mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 zum Pfarrer der zweiten Pfarrei Friedberg, Dekanat Friedberg und der Pfarrverwalter Friedrich Nies zu Offenthal, De­kanat Offenbach, mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 zum Pfarrverwalter der 2. Pfarrei Groß-Gerau, Dekanat Groß-Gerau. Entlassen wurde: der Pfar­rer Gerhard Kurras zu Krumbach, Dekanat Gla­denbach, auf seinen Antrag mit Wirkung vom 15. Juni 1934 aus dem Dienst der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen. Er hat eine Pfarrstelle in Wanne-Eickel (Westfalen) übernommen.

** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 30. September verstorben: 17. Fried­rich Maus, Fuhrmann, 37 Jahre alt, Neustadt 47; 19. Heinrich Schellenberg, Maschineninspektor i. R., 66 Jahre alt, Ludwigstraße 47; 19. Friedrich Reu- ning, Schreinermeister, 86 Jahre alt, Wilhelmstt. 28; 19. Marie Schott, geb. Giminski, Wwe., 83 Jahre alt, Friedrichstraße 6; 19. Katharine Dunkel, geb. Stein, 42 Jahre alt, Asterweg 10; 20. Christine Noerenberg, geb. Ruppel, Wwe., 77 Jahre alt, Heegstrauchweg 18; 21. Anna Noll, geb. Montanus, 64 Jahre alt, Mäusburg 7; 21. Christian Petersen, Lagerhalter, 75 Jahre alt. Großer Steinweg 11; 21. Marie Tippe, ohne Beruf, 72 Jahre alt, Mar­burger Straße 87; 25. Heinrich Rühl, Friseur­meister, 61 Jahre alt, Wettergasse 5; 25. Gustav Loichinger, Gastwirt, 71 Jahre alt, Wilhelm- straße 49; 28. Dr. Alfred Szubinski, Facharzt für Chirurgie, 59 Jahre alt, Goethestraße 26; 29. Fer­dinand Sturm, Eisenbahn-Assistent i. R., 73 Jahre alt, Buddestrahe 2.

** Besichtigung der Glaub er g-Aus- grabungen nach wie vor gestattet. Der Denkmalspfleger von Oberhessen macht zur Befeiti-

aung von Irrtümern darauf aufmerksam, daß die Besichtigung des Glauberges und der dort statt­findenden Ausgrabungen nach wie vor gestattet ist. Bei gruppenweisen Besuchen ist allerdings recht­zeitige vorherige Verständigung über Zeit der Be­sichtigung und Stellung eines Führers nötig.

** Das Fundsachen-Verzeichnis. Die Polizeidirektion Gießen teilt uns mit: Das Ver­zeichnis über die im Monat September gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der An­schlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingefehen werden. Die Empfangs­berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau während der Dienststunden geltend zu machen.

** Sonntagsrückfahrkarten 5 urKoch­kunstausstellung in Frankfurt a. M. Zu der vom 6. bis 11. Oktober in Frankfurt a. M. statt­findenden 6. Internationalen Kochkunstausstellung gibt die Reichsbahnverwaltung von allen Fahr­kartenausgaben im Umkreis von 75 Kilometer um Frankfurt a. M. Sonntagsrückfahrkarten aus. Die Karten gelten am 6. bis 7. Oktober und 13. bis 14. Oktober von Samstag 0 Uhr bis Montag 12 Uhr (Antritt der Rückfahrt). Am 10. und 17. Oktober von Mittwoch 0 Uhr bis Donnerstag 12 Uhr (Antritt der Rückfahrt). Die Karten gelten nur dann zur Rückfahrt, wenn sie auf der Rückseite von der Aus­stellungskasse abgestempelt sind. Fahrpreis ab Gießen für Hin- und Rückfahrt 2. Klasse 5,20 RM.; 3. Klasse 3,60 RM.

** Sonntagsrückfahrkarten j) u r Heng st parade in Dillenburg. Anläßlich der Hengstparade in Dillenburg gibt die Reichsbahn­verwaltung von allen Fahrkartenausgaben im Um­kreis von 75 Kilometer um Dillenburg Sonntags­rückfahrkarten aus. Die Karten gelten: zur Hinfahrt vom 6. Oktober 0 Uhr bis 7. Oktober, zur Rück­fahrt vom 6. Oktober 12 Uhr bis 8. Oktober 12 Uhr (Antritt der Rückfahrt). Der Fahrpreis ab Gießen beträgt für Hin- und Rückfahrt 2. Klasse 3,20 RM., 3. Klasse 2,20 RM.

** Jeder Hauswirt wird sich leicht davon überzeugen können, daß die Frage der elektrischen Keller- und Bodenbeleuchtung wesentlich dazu bei­trägt, feine Mieter zufrieden zu stellen. Die ein­fachen Leuchten für Boden und Keller sind jetzt sehr billig, und die Jnstallationskosten sind ebenfalls nicht sehr erheblich; verschwindend gering ist der Auf­wand für den Stromverbrauch. Schon die Förderung der Regierungsmaßnahmen zur Arbeitsbeschaffung sollte für den Hauswirt/den dies angeht, Grund genug fein, nicht mehr mit der elektrischen Beleuch­tung dieser Räumlichkeiten feines Hauses zu zögern!

Fahrplan zum Landestreffen -er DAF. in Wiesbaden

am nächsten Samstag und Sonntag.

Ausschneiden! Mitnehmen!

kreis Gießen.

Samstag, 6.10.: Abfahrt

Sonntag, 7.10.: Rückfahrt

Sonderzug DAF. 140 Grünberg

ab

Sonderzug DAF. 640

12.11 an 4.27

Saasen

ab

12.20

an

4.18

Großen-Bufeck

ab

12.31

an

4.07

Gießen

an

12.42

ab

3.62

Gießen

ab

12.52

an

3.36

Großen-Linden

ab

13.04

an

3.28

Lang-Göns

ab

13.13

an

3.22

Wiesbaden (Hbf.)

an

15.14

ab

1.10

Anfchlußfahrtmitplanma

ßigenZügen

1. Lollar

ab

9.09

an 6.28

2. Mainzlar

ab

9.00

an 6.35

3. Trais-Horloff

ab

8.53

6.38

4. Allendorf

ab

8.48

6.50

5. Londorf

ab

8.43

6.57

6. Geilshausen

ab

8.32

7.08

7. Beltershain

ab

8.23

7.16

8. Garbenteich

ab

9.22

5.48

9. Lich

ab

9.12

5.58

10. Langsdorf

ab

9.06

6.04

11. Hungen

ab

9.02

6.07

1 bis 7 ab

Gießen 6.20 Hhr

8 bis 11 ab

Gießen 5.37 Hhr

kreis Gießen.

S o n n t a

9, 7.10.

Abfahrt

Rückfahrt

Anschlußzug 1.

Hungen

ab

3.45

an 4.00

Wölfersheim

4.07

3.38

Friedberg

an

4.27

ab 3.18

DAF. 63

DAF. 563

Friedberg

ab

4.38

an 3.14

Wiesbaden (Hbf.)

an

6.55

ab 1.00

DAF. 61

DAF. 561

Gießen

ab

3.51

an 4.22

Großen-Linden

4.04

4.12

Lang-Göns

4.12

4.06

W.-Biebrich

6.35

ab 1.50

Anschlußzug 2.

Gießen

ab

2.17

Lollar

ab

2.29

an

2.27

Mainzlar

2.33

2.36

Treis

2.43

2.42

Allendorf

2.48

2.46

Londorf

2.54

2.52

Geilshausen

3.04

3.00

Beltershain

3.12

3.08

Grünberg

3.18

3.13

Saasen

3.27

3.22

Großen-Buseck

3.38

3.33

Gießen

an

3.52

Anschlußzug 3.

Wetzlar

ab

3.30

an

2.40

Gießen

an

3.50

ab

2.15

DAF. 62.

Gießen

ab

4.04

an

2.05

Anschlußzug 2 und 3.

Jeder Teilnehmer muß den ihm vorgeschriebenen Zug benutzen.

Die Zugteilnehmer haben unbedingt den Vor­schriften des Bahnpersonals und der vom Kreis bestellten Führer zu folgen.

Ein Beschreiben der Waggons mit Kreide usw. muß unterbleiben. Jeder Kreis haftet für den hier­durch entstehenden Schaden.

Bei der Ankunft find die Bahnsteige sofort zu räumen. Die Ausstellung zum Abmarsch erfolgt vor dem Bahnhof. Der Stellplatz mtrh durch Amts­walter der Kreiswaltung Wiesbaden angewiesen. Zum Abmarsch in die Standquartiere stellt der Kreis Wiesbaden genügend Führer.

Das Sammeln zum Abtransport darf nur am Standquartier erfolgen. Ein Verweilen in der Bahnhofsvorhalle ist verboten, und zwar mit Rück­sicht auf die große Teilnehmerzahl und zur Ver­meidung von Stockungen.

Die Teilnehmergruppen rücken rechtzeitig an den für sie bestimmten Bahnhof an und werden zum Betreten des Bahnhofs aufgefordert, sobald der Leerzug eingefahren ist.

Disziplin erleichtert einen reibungslosen Abtrans­port der großen Zahl der Teilnehmer.

Arbeiisdienst-Studententreffen in Gießen.

Nach der Entspannung und frohen Ausgelassen­heit des Kameradschaftsabends fanden sich die Abiturienten und Studenten aus den Arbeitsbienft- gruppen 222 und 225 am nächsten Morgen wieder zur ernsten Arbeit zusammen. Zuerst sprach

lluierfeldmeister Erdmann

von der Gauleitung XXII über den Sinn des studentischen Einsatzes im Arbeits- dienst. Ausgehend von der Entstehung der Ar­beitslagerform, die geprägt wurde in den Jahren 1930, 1931 und 1932 von der studentischen Jung- mannschast, gemeinsam mit dem jungen Arbeiter und dem jungen Bauern, zeigte Kamerad Erd­mann die innige Verbundenheit zwischen der Stu­dentenschaft und dem Arbeitsdienstgedanken in Deutschland auf. Charakteristisch für diese Entwick­lung war, daß es, wie bei allen großen Bewegun­gen, nur wenige waren, die das Banner des Ar­beitsdienstes in deutschen Landen vorantrugen. Als erste Großgliederung war es bekanntlich die Deutsche Studentenschaft, die von ihren jungen Mitgliedern den geschlossenen Eintritt in den Arbeitsdienst ver­langte.

Damit wurde die Deutsche Studentenschaft gleichzeitig zum Stoßtrupp In dem Kampf um eine allgemeine Arbeitsdiensipflicht. Ls gelte nun, das sozialistische Fronterlebnis des Ar­beitsdienstes mit feiner ganzen Schwungkraft hinüberzutragen auf die deutsche Hochschule. Das fei die kämpferische Aufgabe, die heute als

eine neue Form der Auslese und Bewährung von dem jungen Studenten gefordert werde.

Kamerad Erdmann schloß mit einem Hinweis auf die hohe Anerkennung, die gerade dem natio­nalsozialistischen Arbeitsdienst erst vor kurzem auf dem Nürnberger Parteitage aus dem Munde des Führers gezollt worden fei.

Oer Kameradschastsführer der Universität Gießen G. pallmann sprach dann über die Kameradschaftser­ziehung als neue Form d e s Hochschul- studiums. Er lehnte es zunächst ab, über den Begriff Kameradschaft zu sprechen; Kamerad- schäft sei eine Sache des Erlebens und des Handelns, aber nicht des Redens. Daher beschränkte er sich darauf, über die Entstehung des Gedankens der studentischen Kameradschaftserzie­hung, über ihr Wesen und ihren Inhalt und über ihre Form zu sprechen. Kameradschaft sei immer nur da, wo Kampf sei, wo sich kämpferische Fron­ten gegenüberstehen. Die Hochschule alten Stiles habe in der Hauptsache disputiert, aber nicht mehr gekämpft, darum sei die aktivistische junge Mann­schaft in den Jahren, da die nationalsozialistische Bewegung um ihren Bestand und um ihre Zukunft kämpfte, aus den Hörsälen hinausgeströmt in die kämpferischen Gliederungen der SA., in die Härte und Unbarmherzigkeit des Strahenkampfes. Man habe damals nach einer Form gesucht, in der jeder für jedes Wort, was er sagte, mit feiner ganzen

Person einstehen mußte. Wir haben damals mli dem jungen Arbeiter und dem jungen Bauern zu­sammen die ersten Arbeitslager in allen Teilen des Reiches ins Leben gerufen, als eine Lebens­form, in der es keine Möglichkeit eines Ausweichens in die Bezirke der Bequemlichkeit und des Kompro« mifses gab. Dort draußen hat der nationalsoziali­stische Student zum erstenmal die Frage seines Kameraden, des jungen Arbeiters, nach den Din­gen erfahren; viele der Studenten von damals wer­den diese Frage ihr ganzes Leben lang nicht ver­gessen, sie werden sich immer wieder, auch wenn sie an die Hochschule zurückgekehrt sind, als diä Anwälte jener fühlen, die sie ihnen gestellt haben«

Diese Frage des jungen Arbeiters an den jungen Studenten war die Geburtsstunde einer neuen nationalsozialistischen Wissenschaft.

Jeder neuen Generation von Studenten müsse diese Frage wieder von neuem gestellt werden. S o sei unmittelbar aus dem Gedanken des Arbeitslagers heraus der Gedanke des Kameradschaftshauses in dem gleichen Augenblick entstanden, in dem dis Studentenschaft voller Stolz und Freude die letzten der von ihr gegründeten Arbeitslager in die große Gliederung des nationalsozialistischen Arbeitsdien­stes überführen konnte.

Wie das Gesetz der nationalsozialistischen Be­wegung auf echter Führung und echte, Gefolgschaft beruhe, so seien Führer und Ge. folgschaft die Fundamente jeder Kameradschafts« erziehung. Wie Führer und Gefolgschaft das Wesest der Kameradschaftserziehung ausmache, so beruhe ihr Inhalt auf der ungeheueren geschichtlichen Auf­gabe der jungen Mannschaft von Heutetz

die Drücke zu finden, die hinüberreiche aus der Wett des vergangenen Jahrhunderts, aus der Welt des Bürgers in die Welt des neuen, des kommenden Jahrhunderts, in die Welt des Ar­beiters.

Während der Marxismus wähnte, die Enterbung der besitzlosen Massen dadurch zu beseitigen, daß er das Privateigentum aufhöbe eine Tatsache, durch die er die undeutsche, römisch rechtliche Prä­gung des Eigentumsbegriffes vom 19. Jahrhunoert in keiner Weise abschwächte, sondern im Gegenteil verstärkte und verabsolutierte ist es Aufgabe des neuen nationalsozialistischen Denkens, eine soziale Gliederung zu finden, die den besitzlosen Proleta­rier auch einen Anteil am Vater-Lande gäbe, und die ihn damit wieder mit der Heimat, die er verloren habe, verknüpfe. Diese Aufhebung der Ent­erbung sei jedoch keine Entscheidung im Bereich der Materie allein, sondern in erster Linie eine geistig-seelische Entscheidung. Der Redner zeigte auf, wie das Arbeitertum, aufs innigste verwandt dem ewigen Kriegertum des deutschen Menschen, von Meister Eckhard und der deutschen Kunst des 16. Jahrhunderts über die Gestalten eines Leibniz, eines Goethe, eines Leopold von Ranke, eines Luther, eines Bismarck hinweg zu der ewigen und eigentlichen Erfüllung des deutschen Menschentums im Dritten Reiche zu werden beginne.

Endlich sei die im Kameradschaftsdienst zusam­mengefaßte junge Mannschaft der Stoßtrupp einer jeden Hochschule für die Gewinnung der Landschaft, die allmählich wieder das Antlitz der deutschen Hochschule prägen und daher viel stärker als bis­her in lebendige Beziehung zu der Universität ge­bracht werden müsse. Der Redner, der sich zum Waffenstudententum bekennt, streifte zum Schluß kurz die Form der Kameradschaftserziehung, in der das Kameradschaftshaus der Univer­sität als Führerhaus auch die Erziehung- form der studentischen Bünde durch sein Vorleben zu befruchten habe.

Im übrigen seien alle Befürchtungen, daß die Studentenschaft nicht rückhaltlos und ehrlich alle aufbauwilligen, studentischen Bünde in jeder Beziehung unterstützen werde, unange­bracht und hinfällig.

Gerade in Gießen bestehe zwischen den national­sozialistisch arbeitenden Wohnkameradschaften und der Studentenschaft ein so enges Vertrauensver­hältnis, wie an wenig anderen Hochschulen. Der Redner schloß mit einer eindringlichen Mahnung an die jungen Abiturienten und Studenten, daß von ihnen allein der Sieg der nationalsozialistischen Revolution im Bereich des Frontabschnittes Hoch­schule abhinge.

Heber das Studentenwerk mit seinen verschiedenen Arbeitskreisen sprach dann der Direktor des Gießener Studentenhauses

Oipl.-Bolksw rt Grebe

Er erläuterte den Zweck und die Tätigkeit dieses Wirtschaftsamtes mit seinen fördernden und für- sorgenden Maßnahmen für die Mitglieder der Stu­dentenschaft der Universität Gießen und die Auf­gabe, die hierfür dienenden Einrichtungen und Be­triebe zu schaffen und zu unterhalten. Dann sprach er von den vier Arbeitskreisen, wo er besonders den Arbeitskreis IFörderung" mit den Abteilun­gen Studienstiftung, Kameradschaftsförderung, Stu­dienförderung, Darlehenskasse, Kolleggelderlaß und Stipendienangelegenheiten, und den Arbeitskreis III, Berufsberatung, hervorhob. Dann kam er im be­sonderen auf das Gießener Studentenhaus mit all feinen Einrichtungen und Vorzügen zu sprechen. Manch einer der hier versammelten Abiturienten erhielt durch diesen Vortrag Aufschluß über die Möglichkeit und Ausgestaltung seines Studiums.

Or. Wagenbach,

Berufsberater beim Arbeitsamt Gießen, sprach über die Berufsberatung im Dritten Reich; fein Vortrag stand ebenfalls unter dem Gesichts­punkt der Studentenhilfe. Hier galt es vornehmlich darauf aufmerksam zu machen, daß man von dem sag.Brotstudium" endlich abkommen müsse. Ge­rade das Werkhalbjahr sei eine Zeit zur Heber- legung, welchem Studiengebiet sich der Abiturient zuwenden solle.

Die Berufswahl dürfe nicht mehr dem Er- messen des einzelnen überlassen bleiben, son­dern richte sich allein nach den wirtschaftlichen, und sozialen Gesichtspunkten, den Erfordernissen des Wirtschaftslebens und dem Dienst an sei­nem Volk. Heute trete das Interesse der Ge­meinschaft vor die Interessen des Individuums. Wit seinem künftigen Beruf dürfe man nur das eine vor Augen haben, als guter Bürger fei­ner Nation zu dienen.

Die Zeit der Besinnung im Arbeitsdienst fei ferner auch notwendig, um einen Abstand von der höheren Schule zu gewinnen. Dies fei deshalb notwendig, weil die höhere Schule theoretisch eingestellt sei und dadurch bei den Schülern nicht die praktischen Sei« ten voll und ganz zum Ausdruck kämen. Im Ar­beitsdienst zeige sich neben der Charaktereigenschaft, dem Gemüt vor allem die manuelle Begabung- Deshalb käme es ganz besonders bei der Berufs«