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Ortsgruppenleiter Pg. Karl Kuhn verlas dieser zunächst ein Rundschreiben des Stellvertreters des Führers über die Stellung zur Judenfrage. Anschließend daran ergriff der Schulungsleiter der Ortsgruppe, Pg. Stiftspfarrer Draudt (Lich), das Wort zu seinem Vortrag „Nationalsozialistische Staatsauffassung". Der Redner ging zunächst auf den Putsch in Oesterreich im Juli ein und erklärte die Auswirkungen desselben auf das Verhältnis zwischen Italien und Deutschland. Er erklärte u. a., daß wohl den meisten Deutschen das eigenartige, ja unsachliche Verhalten Italiens in dieser österreichischen und später auch deutschen Angelegenheit unverständlich gewesen sei. Die Ursache dieses Nichtverstehenkönnens liege aber vielfach in uns selbst. Der Redner betonte besonders, daß wir Deutschen uns frei machen müßten von dem Gedanken, daß im Verkehr zwischen den Staaten und Völkern es etwas gebe, das mit dem schönen deutschen Wort „Treue" umschrieben werden könne, wir müßten uns viemehr damit abfinden, daß hierbei nur das Fremdwort „Realpolitik" am Platze sei. In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner in ausführlicher Weise mit dem Begriff „Staat" und erklärte an Hand der Geschichte der deutschen und der anderer Staaten und Völker die verschiedenartige Auffassung und Auswirkung dieses Begriffes und stellte hierzu in Gegensatz die nationalsozialistische Staatsauffassung, die er insbesondere durch Worte des Führers aus dessen Werk „Mein Kampf" belegte. Der Vortrag hinterließ einen nachhaltigen Eindruck und vermittelte zugleich die Erkenntnis der Richtigkeit der von der nationalsozialistischen Regierung in den letzten Monaten getroffenen Maßnahmen. Mit dem Gruß an den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und dem Gesang der nationalen Hymnen fand der Schulungsabend seinen Abschluß. An diesen anschließend fand eine kurze Mitgliederversammlung statt, in der noch einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt wurden.
oo 6 b er ft ab t, 4. Sept. Am Samstag hielt das hiesige Pachtkonsortium seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Bürgermeister Görlach, leitete die Versammlung. Der Rechner Heinrich Weckmann erstattete zunächst den Rechnungsbericht und konnte einen kleinen Kassenüberschuß nachweisen. Die Rechnung wurde einstimmig gutgeheißen. Dem Vorstand und dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Unter Punkt „Verschiedenes" wurde einigen säumigen Pächtern ein letzter Termin (15. Oktober) für die Zahlung ihrer rückständigen Pachtgebühren gesetzt. Den Pächtern, die bis zu diesem Tage ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, sollen die Grundstücke entzogen werden. Erwähnenswert ist, daß jährlich über 11000 Mark aus unserer Gemeinde an Pachtgeldern an die fürstliche Rentkammer in Lich abgeführt werden. Der Pachtpreis für das Jahr 1933 lag hoher als im Jahre 1932. Der Pachtpreis für das Jahr 1934 ist bisher noch nicht festgesetzt wor-
schilderte und zum Eintritt in den Reichsluftschutzbund aufrief. Es konnte auch hier eine Gemeindegruppe gebildet werden. Aehnliche Werbeveranstaltungen hatten schon vorher in Daubrin - gen und Mainzlar stattgefunden, wo ebenfalls nach einem Vortrag des Werbewarts Eberle Gemeindegruppen gebildet werden konnten. Damit ist die Ortsgruppe Lollar des RLB., zu der die Gemeindegruppen Ruttershausen, Staufenberg, Daubringen und Mainzlar gehören, organisiert.
? Lich, 4. Sept. Die Ortsgruppe Lich der NSDAP, hielt gestern Abend in Steins Saalbau ihren ersten Schulungsabend des Winterhalbjahres 1934/35 ab. Nach Eröffnung durch den
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Lollar, 4. Sept. Seit Frühjahr dieses Jah- besteht auch hier eine. Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes, deren Leiter Geschäftsführer Will ist. Am vergangenen Samstag veranstaltete die Ortsgruppe einen Werbeabend in Staufenberg. Der Werbewart Lehrer Eberle hielt dabei einen Lichtbildervortrag, in dem er in eindrucksvoller Weise den Zuhörern die Luftgefahr
worden waren, brach man in den drei Ortschaften nach dem Glaubzahl auf. In herrlicher Lage, mitten im Walde gelegen, von prächtigem Sonnenschein überflutet, war er der geeignetste Platz für gerade dieses Stelldichein unserer NS.-Frauenschaften. Der weite Hof füllte sich bald. Dann eröffnete die NS.- Frauenschast Steinheim mit dem Liede „Freiheit, die ich meine", die reichhaltige Vortragsfolge. Die Führerin der NS.-Frauenschaft Rodhelm, Frau Marg. Hofmann, begrüßte in eindrucksvollen und tiefempfundenen Worten echt deutscher Art die Erschienenen. Lieder, Gedichte, Sprechchöre und Reigen, vorgetragen und ausgeführt von den Veranstaltern, wechselten in bunter Reihenfolge rmtem- ander ab; alle waren eingestellt auf den Gedanken , Deutschland, heiliges Vaterland, dir lebe und sterbe ich, dein bleib ich heut und alle Zeit", der auch den Worten des Redners, Pfarrer Draudt (Lich), zugrunde lag.
Biehmarkt in Nidda.
* Nidda, 4. Sept. Auf dem gestrigen Schweine-, Ziegen- und Rindviehmarkt waren 792 Ferkel, 68 Ziegen und Böcke sowie 92 Stück Großvieh aufgetrieben. Der Absatz war erfreulicherweise recht rege. Es kosteten: Ferkel, vier bis sechs Wochen alt 7 bis 9 Mark, sechs bis acht Wochen alt 10 bis 12 Mark, acht bis zehn Wochen alt 12 bis 20 Mark. Bei der Bockauktion auf dem Ziegenmarkt wurden im Durchschnitt etwa 50 Mark pro Tier bezahlt, im einzelnen lagen die Preise von 30 bis zu 80 Mark. Bei der Bullenauktion wurden prima Qualitätstiere mit 330 bis 810 Mark bezahlt.
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Gefallenen-Gedenkfeier des VHC.
X Herchenhain, 3. Sept. Am Ehrenmal auf der Herchenhainer Höhe fand am gestrigen Sonntag eine stimmungsvolle Gedenkfeier für die im Weltkriege gefallenen Mitglieder des Vogelsberger Höhen-Clubs statt, die nicht nur aus fast allen Zweigvereinen des VHC., sondern auch von der umwohnenden Bevölkerung sehr zahlreich besucht war. Die Gedächtnisrede hielt Pfarrer Schanz von Herchenhain. Ihr folgte unter den Klängen des Liedes „Ich halt' einen Kameraden" ein stilles Gedenken an die toten Helden. Rektor Dorn (Offenbach a. M.) legte an dem Ehrenmal einen Kranz aus Eichenlaub nieder, dessen Schleifen die Inschrift trugen: „Der VHC. seinen gefallenen Brüdern". Gleichzeitig gedachte er des größten Soldaten des Weltkrieges und feiner Nachzeit, des Heimgegangenen Reichspräsidenten, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, der nun mitten unter seinen gefallenen Kriegern ruht und von dem wir Opfersinn, Pflichttreue und Vaterlandsliebe lernen müssen, wenn wir wahre Volksgenossen in dem Dritten Reiche unseres Führers Adolf Hitler fein wollen. Ihm, dem Führer, erscholl ein heimattreues Sieg-Heil, dem das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied folgten. Die Feier wurde verschönt durch passende Gedichte, Dorgetrdgen von Herchenhainer Schulmädchen, und Darbietungen der SA.-Kapelle von Grebenhain, die in anerkennenswerter Weise sich zur Verfügung gestellt hatte. In seinem Schlußwort dankte der VHC.-Führer Dr. Bruchhäu - f e r = Ulrichstein, bet Bevölkerung, sowie allen Mitwirkenden und forderte auf zu treuer Liebe für unsere schöne Heimat.
Frauenschaftstreffen auf Glaubzahl.
A Steinheim b. Hungen, 4. Sept. Die NS.- Frauenschaften Nodheim, Steinheim und Rabertshausen hatten zu einer gemeinsamen Veranstaltung auf vorigen Sonntag nach dem Forst Haus Glaubzahl eingeladen. Ein Gewitterregen um die Mittagszeit des Sonntags stellte das Treffen am vorgesehenen Orte in Frage. Doch eine Stunde später grüßte die Sonne wieder mit ihrem freundlichen Schein. Nachdem die von auswärts eingeladenen Gäste bei Kaffee und Kuchen von den Frauenschaftsmitgliedern bestens bewirtet
den. Nachdem noch verschiedene Fragen allgemeiner Art geklärt waren, schloß der Vorsitzende die Ver, sammlung.
c>o Eberstadt, 5. Sept. Gestern um die Mittagsstunde ereignete sich in unserem Dorfe, in der Kurve an der Butzbacher Straße, ein Verkehrsunfall. Ein Auto und ein Motorradfahrer stießen zusammen. Der Motorradfahrer erlitt einige Verletzungen, fein Rad wurde beschädigt. Der Kraft- wagenlenker erlitt keinerlei Schaden. — Am Montag erhielt unsere Gemeinde einen neuen Bullen, der auf einer Auktion in Nidda von Bürgermeister Görlach und Fachberater P. Görlach zum Preise von 530 Mark erstanden worden war. Züchter ist ein Landwirt aus Rixfeld.
<XD Bettenhausen, 3. Sept. Die heute vor- genommene Versteigerung des Gemeinde- obstes brachte durchschnittliche Preise. Zwetschen kosteten pro Stamm im Durchschnitt 4 Mark. Der Behang ließ zu wünschen übrig. Birnen, von denen nur Wirtschaftsobst zur Versteigerung kam, kosteten 0,60 bis 8 Mark pro Stamm, Aepfel je nach Behang 1 bis 20 Mark. Der Obstertrag bleibt in unserer durch ihre gute Obstlage bekannten Gemeinde Heuer weit unter dem Durchschnitt. Die Absatzmöglichkeiten, besonders für Kernobst, sind vorläufig noch gering.
Kreis Schotten.
* Laubach, 4. Sept. Am 1. September konnte der Molkereibesitzer Lorenz 6Hing (Dampfmolkerei und Weichkäsefabrik Solms-Laubach) auf ein 25jähriges Bestehen feiner Firma zurückblicken. Nach schwerem Anfang konnte die Gründerfamilie das Unternehmen durch Pflichttreue und großen Fleiß züm heutigen Umfang entwickeln.
° Laubach, 4. Sept. Am Sonntagnachmittag veranstalteten die Laubacher Jäger auf den gräflichen Ständen oberhalb des „Jägerhauses" das alljährlich stattfindende Jagdschießen. Es wurde auf Rehbock (100 Meter), Keiler (60 Meter) und auf Tontauben geschossen. Die Ergebnisse waren gut. Ehrenscheiben errangen Hch. Becker, Hch. Melchior II. und Hch. Neuß. Bei der Gesamtbewertung wurden folgende Resultate erzielt: 1. Hch. Günther (21,9 Punkte); 2. O. Högy (19,9 P); 3. Fr. Melchior (19,5); 4. Hch. Melchior II. (17,1)1 5. Hch. Becker (15,6); 6. Graf Georg Friedrich zu Solms (15,1); 7. Hch. Schmier (13,1); 8. Hch. Schmidt (12,8); 9. E. Mönnig (10,7); 10. Hch. Neuß (7,0); 12. Hch. Melchior I. (3,4); 13. Gg. Tröller (3,4); 14. Fr. R. Stotz I. (2,0 Punkte).
ch Groß-Eichen, 4. Sept. Am gestrigen Abend fand hier ein Schulungsabend der Partei und ihrer Unterorganisationen statt. Schulungsleiter Lehrer Bell hielt einen Lichtbilder» Dortrag über das Thema: Wird Deutschland ein 60-Millionen-Volk bleiben?" Anschließend zeigte Lehrer Appenheimer einige Bilder aus der Schweiz und unserem Hessenland.
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