Vorschau auf -ie Herbstmode.
Äon velnu.
Es läßt sich nicht länger verheimlichen! Wenn auch morgens und mittags die Sonnenstrahlen noch die leuchtend bunten, einfarbigen und gemusterten Sommerkleider bescheinen, für den Rest des Tages ist es doch schon kühl, und der Sonne gelingt es kaum, an klaren Herbsttagen die Illusion des Sommers aufrechtzuerhalten. Es wird eben doch Herbst, und allzu leicht Fröstelnde beginnen schon, die eingemotteten dicken Mäntel aus dem diesjährigen langen Sommerschlaf im Garderobenschrank zu holen. Glücklich die Frau, der schon mit einem warmen Mantel gedient ist, und die sich damit zufriedengibt, daß er aufgefärbt und die Form modernisiert wird. Noch glücklicher der Mann, der niemals den „durch die Blume" gesprochenen Satz seiner Frau: „Ach, ich habe wieder mal nichts anzuziehen!" zu deuten braucht.
Jetzt beginnt wieder einmal das ernste Problem: Was ist modern? Was kann ich tragen? Die erste Frage ist einfacher zu lösen! Hier haben unzählige eifrige Modeschöpfer unseren Damen das Kopfzerbrechen darüber abgenommen. Ihre fleißigen Finger halten in ruhigen Stunden das Rieftn-Füll- horn der Frau Mode über Frauen und Mädchen und streuen schon für jeden das Passende aus. Und andere Frau Mode dienstbare Geister geben durch die Reklame-Trompete rechtzeitig für den Herbst ihre Parole aus. Zuerst gilt die einmal dem neuen Hut. Und der ist diesmal verwegen und malerisch. Es ist nämlich ein großer Unterschied, ob das Hütchen auf dem Kopf oder, wie es jetzt die Mode befiehlt, bloß auf dem Haar schwebt. Im Herbst überwiegen schräg nach vorn gesetzte Kappen, und vor Jahren verschollene D r e i s p i tz e tauchen wieder auf. Ungewohnt ist das Bild der flachen Köpfe und neuen Formen, dem man im Herbst auf den Straßen begegnen wird. Aber zum Trost der Frauen sei verraten, daß der Hut immer noch individuell getragen wird, und daß bei seiner Wahl weiter Form des Gesichts und die Gesichtszüge maßgebend sind. Diesmal bevorzugt Frau Mode für Herbst und Winter Samt, Plüsch, Filz. Erstaunlich sind da die Unterschiede vom einfachen zum eleganten Hut. Oft hat er die gleiche Form und unterschiedet sich nur in seiner Bestimmung durch die Garnierung, die manchmal aus dem gleichen Stoff ist, meistens aber in der Farbe kontrastiert. Zu eleganten Hüten, harmonierend zum Kleid, trägt man den schon bekannten, das Gesicht geheimnisvoll beschattenden Schleier und sogar wallende Federn.
Wer sich nun neu „behütet" hat, wird auch die neue Dime des Kragens nicht verschmähen. Der Kragen will diesmal nämlich ganz hoch hinaus, und wie weit er sein Ziel erreicht, bestimmt der Geschmack seiner Träger. Manchmal verlängert sich das in Rüschen gelegte kleidsame weiße oder kremfarbene Jabot bis zum neuen Stuartkragen, und Trichter- und weiche Umlegekragen bilden neue Linien.
Und nun zu den Kleidern! Wendet man sich zu den vorjährigen einfarbig wollenen, so wird die sparsame und geschmackvolle Frau sich gern das schlichte graue und braune Kleid mit schottischem oder leicht gemustertem Stoff verzieren. Ist aber gar eine Neuanschaffung im Etat genehmigt, so kann sie getrost die hübschen und praktischen Jersey st o f f e in Dunkelrot, Beige, Grün, allen Schattierungen von Blau oder gar die neuartigen Stichelhaar- und Angora-Wollstoffe wählen. —
Praktisch und geschmackvoll für das Nachmittagsund Theaterkleid ist der bunte, apart gemusterte S e i d e n k a s a k zum schwarzen, dvppelseitig zu tragenden Seidenrock aus Reversible. Kasaks und wieder Kasaks mit leuchtenden Blüten- und Farbeffekten beherrschen das Bild an festlichen Gelegenheiten. Für das Abendkleid aber bleiben alle Seidenstoffe in Mode; soll es einen besonders feierlichen Zweck erfüllen, so wählt man Chiffon oder gar mit Silberfäden durchwirkte Seide.
Aus dem Leben einerVauerssrau.
(afp.) Acht Jahre bin ich jetzt auf dem Hof. Gebürtig bin ich ja auch schon aus der Wetterau, nur wär das ein anderer Betrieb, den mein Vater hatte. Er hatte 2200 Morgen in Pacht; Sie können sich ja wohl denken, was das heißt in unserer Ge- gend. Das heißt, er hat es nicht allein gemacht, er hatte es zusammen mit meinem Onkel. Aber es war natürlich schon in der Anlage ganz etwas anderes als so ein kleiner Zweihundert-Morgen- Bauer. Aber ich habe dann manches übernommen, wie ich es dort im Haushalt bei meiner Mutter gesehen habe. Darin unterscheidet sich, glaube ich, auch unser Haus etwas von den anderen Bauernhäusern, die man hier sieht. Ich war zwar noch recht jung, als die Pacht ablief, und mein Bater sie nicht mehr erneuert hat. Er war schon alt, konnte nicht mehr recht arbeiten und zog sich in die Stadt zurück.
Ich wollte damals Lehrerin werden, für eine .Haushaltschule ober für eine Landwirtschaftschule; ich kam zunächst auf eine Schule nach Berlin, das War kombiniert Handels- und Haushaltschule. Wir Ihaben viel dort gelernt, utb wie ein paar Monate mm waren, mußten wir ein Zwischenexamen machen. 'Und wie ich damals in den Ferien zuhause war, — iba kam mir dann mein Mann dazwischen. — Ich nneine, — damals habe ich mich verlobt. Da habe nch bann natürlich nicht mehr an das Lehrerinnensexamen gedacht.
Der Hof, den wir heut' haben, der gehörte dem Dnkel meines Mannes, und der war schwer krank. Die Tante war das Jahr vorher gestorben; nun mur nur noch eine alte Wirtschafterin da, die schon bald zwanzig Jahre im Hause gewesen war. Die mar ja schon recht, aber es sollte doch noch jemand für den Onkel sorgen, und da kam ich heraus und iührte sozusagen den Haushalt. Aber Sie wissen ja, wie das ist, wenn so eine alte Person im Haus ist; und ich war damals noch kaum achtzehn Jahre alt. Außerdem wollte der Onkel gern, daß wir heiraten wüten. Aber wir waren beide noch sehr jung, mein ■Rann wollte auch eigentlich noch vorher ein Jahr ■uf einem Rittergut lernen. Und es hätte sicher 3Ud) nicht gut getan, wenn wir so beim Onkel gemessen hätten, und es hätte ausgesehen, als warteten wir nur, bis er stirbt. Aber es kam dann doch am '-ers, im November wurde er auf einmal sehr krank, mb noch keine vier Wochen darauf war er tot. Nun wußte mein Mann das Gut übernehmen, und dazu gehörte eine Frau. Dann haben wir halt geheiratet.
Anfangs war das eine recht schwere Zeit. Der Hof war furchtbar heruntergewirtschaftet. Alles
Aus dem Reiche der Krau.
Aber nur keine Angst für den bedrohten schmalen Geldbeutel! Der wichtigste Garderobestand ist und bleibt immer noch das schwarze, verwandlungsfähige Kleid aus Rips ober Seide, das auch diesmal wieder feine modische Tragbarkeit durch kleine Abänderungen, den neuen Kragen, farbige Schals, von neuartigen Klips und Schiebern gehalten, beweist. Hier gilt es für die geschmackvolle und praktische Frau, sich modisch zu behaupten und schon jetzt zu überlegen, was unter dem vorjährigen Garderobebestand noch eine Verwandlung lohnt. Sie wird dann überrascht sein, wie neu und originell auch
das im Wandel der Mode unvergängUche S ch neide r k o st ü m durch einen hübschen Ledergürtel wirken wird, und wenn sie gar bann selbst mit Geschicklichkeit und Geduld die modischen Verwandlungen an ihren Sachen vornimmt, lohnen ihren Fleiß allein schon die bewundernden Ausrufe und Blicke der Freundin — eine nicht zu unterschätzende Genugtuung!
Und diese kleine Freude kann jede Frau wieder einmal tüchtig auskosten. Die neue Herbstmode hilft ihr sogar dabei. Drum an die Scheren, und auf in einen modischen Herbst.
Seide auf Handwebstühleu.
Neues Material — neue Möglichkeiten.
Äon Liselotte Gervais, puibus, Zfiügen.
Wer noch den alten Webftuhl unserer Ureltern kennt, diesen „Stall" aus schweren Balken, dicken Schnüren und groben Geschirren, der wird erstaunt fein, das wundervollste, weichste und empfindlichste Material aus dem Handwebstuhl zu finden. Man darf aber schon heute sagen, daß für den primitiven Webevorgang jedes Material in Frage kommt, vom hauchdünnen Naturseiden- bjs <jum griffigen Bast-Faden, vom Kunstseiden-Schuß bis zur Vistra- Kette. Und obwohl man allzu leicht vom „Seide- Rausch" betört wird, von der Möglichkeit, nun in diesem köstlichen Material wühlen zu können, aus spinnwebseinen Fäden die haltbarsten Sachen herzustellen, gilt es gerade bei der Seide und Kunstseide auf Handwebstühlen hunderterlei Vorsicht walten zu lassen, um einigermaßen brauchbare Gebilde zu erzielen. Denn das von Natur aus gegebene Material ist immer noch die Wolle. Daher gilt ein Abschweifen von diesem Material als Extravaganz, die sich lohnen, aber auch rächen kann.
Seide. Was ist sie? Das Bett eines verhinderten Schmetterlings. Die abgetötete Frucht einer nicht gerade schönen Raupe, die aber mütterlich und überaus widerstandsfähig verpackt wurde. Aber gerade das Bett dieses Embryo entdeckten die Schlitzaugen raffinierter Chinesen, und ihre gelenkigen Finger verstanden es, das Kunstwerk der Seidenraupe abzuhaspeln, den hauchdünnen Seidenfaden zu lösen, ihn zu zwirnen und jene kostbaren Gewebe herzustellen, die heute kaum eine Technik zu erreichen vermag. Dieses wundervolle Produkt aus entwirrten Kokon ist trotz erstaunlicher Haltbarkeit (es kommt relativ einem Drahtseil an Reißfestigkeit gleich) äußerst empfindlich. Schon beim Spulen zeigt sich die Neigung der Seide zum Ringeln. Auf Dem Stuhl dann merkt man ärgerlich, daß die Fäden ungleich an Spannung werden, daß die Seide flockt und sich aufrauht, weil sie zu stark gezwirnt ist. Das schöne weiche und glänzende Material geht beim Versuchen zum Teil verloren.
Man beziehe daher Seide (dasselbe gilt für Kunstseide bis zu 240 beniers) nur auf Scheibenspüler! ober Bobinen, niemals im 100-Gramm- Strang. Diese Stränge sind meistens auf Doppelkreuzhaspel geordnet und lassen sich auf einfachen Garnwinden nicht ohne Schwierigkeit abspulen. Unnütz ist es zu sagen, daß nichtgewerbliche Unternehmen darauf verzichten sollten, die Ketten selbst zu schlichten (mit Ausnahme bei der Brettchen- ober Rahmen-Weberei), da diese, fertig bezogen, stets vorteilhafter im Gang- und Fadenkreuz geschoren sind, weil die Firmen Spezialmaschinen mit Präzision dafür haben, die mit den groben Schereinrichtungen für Wolle, Flachs ober Baumwolle niemals zu vergleichen finb. Zu bead)ten ist ferner, will man sich Enttäuschungen mit der Seide (dasselbe gilt auch immer für Kunstseide) ersparen, daß möglichst Metall-Litzen für den Einzug verwendet werden und — wo es möglich ist — der Kontermarsch, weil Hub und Zug leichter wirken und das Gewebe durch gleichmäßigeres Tempo und konstanten Rhythmus ebenmäßiger wird. Denn nicht überall wird sich der Ketten-Regulator anbringen lassen,
den man heute bei den schweren Handwebstühlen verwendet, der aber auch seine Dor- und Nachteile hat, denn er mechanisiert schon die Handarbeit zu viel und das Gewebe büßt oft gerade jene Merkmale ein, die es als „handgewebt" kennzeichnen: nämlich jene unterschiedlichen, reizvollen Streifen, die durch verschiedenen Anschlag der Kammlade entstehen und durch die von Zeit zu Zeit weiter- aedrehte, mit groben Zahnrädern laufende Kettbaum- und Warenbaum-Anordnung.
Glänzend und matt, in tausend Farben, in einer UeberfüIIe von Zwirnungen und Spinnarten ist heute das Seiden- und Kunstseiben-Material zu haben. „Reslekta"-Seibe, Mez-Seide, 'Bemberg- Seide, bie Frottee-, Straußen- und Chenille-Seiden, Seidenbast und Frotteebast, glasklare Kupfer-, Viskose- oder Azetat-Seide — es ist eine erdrückende Ueberfülle an dem schönsten Material vorhanden, das für alle Webarten geeignet ist. Seidenbast kann man natürlich nur als Kette verwenden, denn der dünne, feine, aber überaus haltbare Faden füllt zu wenig. Ebenso selbstverständlich ist es, daß ornamentale Webarten in Ripsart möglichst stark auftragendes, fülliges und griffiges Material erfordern, also etwa schwach gezwirntes Perlgarn oder derbe Frottee-Seide. Glänzend und matt lassen die reichsten Kombinationsmöglichkeiten zu, aber auch hier gilt, was überhaupt für bie Handweberei viel zu wenig beachtet wird: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister!" Die Industrie hat im Zusammenwirken mit der urältesten Kunst der Menschheit neue Materialien erschlossen; sie lassen ungeahnte Gebiete, bie der Handarbeit Vorbehalten sind, wieder entdecken; davon ist eins bie Seibe und Kunstseide auf dem alten Handwebstuhl.
»Mein Kind kann morgens nichts effen."
Wie oft hören Mütter wohl: „Mutti, muß ich meine Milch trinken, muß ich mein Brot essen?"
Mutters Antwort wird wohl meistens sein: „Ja, du mußt, du kannst doch nicht ohne Frühstück in die Schule gehen."
Weichen wir einmal von dem gewohnten Frühstück ab. Geben wir unserem Kind zu der Tasse Milch ein Stück Schokolade, es macht sich Schokoladenmilch und ißt dazu gern sein Brot. Oder geben wir einen Löffel Honig in bie Milch, Honigmilch schmeckt gut, und das Brot verschwindet dazu schnell. Oder wie ist es mit einem Schokoladen- oder Honigkuchenbrot, es ist einmal eine Abwechselung.
Manche Kinder können des Morgens überhaupt schlecht essen oder Milch trinken und holen es bann in der Frühstückspause nach. Stets soll man Kindern auch reichlich Zeit zum Frühstück geben, nicht hetzen, lieber etwas früher aufstehen lassen.
Oft essen Kinder auch gern Obst ober Tomaten zum Butterbrot. Zwischendurch ißt faßt jedes Kind einmal gern eine Suppe, einen Brei ober eine Grütze.
Schaffen wir Abwechselung beim Frühstück unserer Kinder, dann brauchen wir nicht zu klagen: „Mein Kind kann morgens nicht essen." A. D.
Die Körperpflege der Landfrau.
Gerade die Landfrau bedarf dringend der Körperpflege, da ihr Arbeitsaang es mit sich bringt baß sie in Haus, Stall, Feld und Garten tüchtig flupacken mutz. Auch läßt es sich nicht vermeiden. Daß sie unsaubere Gegenstände anfaßt, denn bekanntlich find die Viehzucht und das ganze Drum und Dran eines ländlichen Anwesens recht irdische Dinge. Es heißt also mit Verstand und möglichst wenig Belastung dagegen ankämpfen.
Das morgendliche und abendliche Säubern sollte stets eine Ganzwaschung fein. Man wird sich dadurch frisch fühlen und bleibt elastisch und jung. Ist man bei den Feldarbeiten stark in Schweiß geraten, muß die Abwaschung nach dem Heimkehren wiederholt werden. Man glaube nicht, daß dies nutzlos vergeudete Zeit fei. Der Schweiß bringt Stoffwechselschlacken und Gifte aus dem Körper heraus, die sich auf der Haut und in Wäsche und Kleidern festsetzen, wenn man sie nicht entfernt. Ganz abgesehen von dem hygienischen Standpunkt. Es würde sich bald eine unangeehme Ausdünstung um uns herum verbreiten.
Der Nagelpflege sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Einmal am Tage finden sich schon fünf Minuten, die Hände in warmes Seifenwasser zu stecken, tüchtig zu bürsten, oberflächlich zu trocknen, mit Creme einzureiben, ihn einziehen zu lassen und bann kräftig zu frottieren. Die Haut schiebt man mit bem Handtuch zurück. Alle acht Tage werden die Nägel vorsichtig geschnitten, besser aber gefeilt
Das Haar wird alle 14 Tage gewaschen. Man schont es, wenn man bei der Arbeit ein schützendes Kopftuch trägt.
Sehr wichtig ist die Pflege der Füße. Unendlich Diel Schmerzen könnten vermieden werden, wenn man sie nicht so stiefmütterlich behandeln würde. Warme Seifenbäder, wenn man längere Zeit durch Staub gegangen ist, und tägliche kalte Waschungen sind unerläßlich. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß man in Pantoffeln ausruht. Wenn der Körper schwer ist, wird die Belastung für unseren, durch Jahrhunderte entarteten Fuß zu groß, und es entsteht (Senfneigung.
Jede Arbeit, die nicht unbedingtes Stehen erfordert, soll im Sitzen vorgenommen werden. Da- Durch vermeidet man Krampfadernbildung und allgemeine Ermüdung. Die Zahnpflege dürfte heute wohl überall selbstverständlich sein. Morgens und abends werden die Zähne mit Zahnpasta gründlich gebürstet und gut gespült. Der Zahnarzt soll halbjährlich aufgesucht werden, auch wenn keine Schmerzen vorhanden sind.
Einmal in der Woche sollte, wenn es möglich zu machen ist, ein warmes Vollbad genommen werden. Es gibt heute auf bem Lande fast in jeder Schule ein Brause- ober Wannenbad, das den Anwohnern zur Verfügung steht. Und dann: laßt Licht, Luft und Sonne so oft wie möglich an euern Körper, bann kann auch die härteste Arbeit uns nichts anhaben, und wir bleiben lange Jahre hindurch gesund, frisch und abrett . . .
Wie bewahrt man Wintervorräte ans?
Kartoffeln werden im Keller auf die Erde geschüttet. In Jahren, wo sie zur Fäulnis neigen, wird lagenweise Holzkohlenstaub dazwischengestreut. Bei großer Kälte überdeckt man den Vorrat mit Heu oder Stroh, das bei eintretender milder Witterung sofort entfernt wird.
Weiße Rüben schichtet man in trockenem Sand in Tonnen ein.
Aepsel und Birnen legt man im Keller auf Holzstellagen mit Rand, immer den Stiel nach oben und mit soviel Abstand, daß bie einzelnen Früchte sich nicht berühren.
Blaue Pflaumen halten sich monatelang, auf Backbretter geschüttet (nicht zu dick schütten), wenn man sie in eine luftige Bodenkammer stellt. Kirschen, die nicht mit der Hand berührt sein dürfen, bleiben in neuen Steintöpfen, die mit
mußte neu gemacht werden. Es mar fast kein Gerät, keine Maschine da, die wirklich in Ordnung und zu brauchen war. Und die Gebäude haben ausge- sehen! Davon machen Sie sich gar keinen Begriff. Wir konnten anfangs nur das Nötigste machen lassen, und doch prasselten uns die Rechnungen bann schon so auf den Kopf, als sollten wir darunter ersticken. Außerdem haben wir nicht den ganzen Hof geerbt; es war noch ein anderer Familienzweig da, und denen mußten wir die andere Hälfte, die die geerbt hatten, abpachten. Aber in der Familie Geschäfte — bas ist vielleicht bas Schlimmste, was einem passieren kann. Mein Mann hat bie frembe Hälfte bann auch nicht mehr selber gemacht, fonbern verpachtet, und wir haben erst einmal unser Teil in Ordnung gebracht.
Das alte Dienstmädchen, das mein Onkel noch hatte, die konnte ich auch nicht mehr behalten. Sie haben das sicher auch schon erlebt, wie das sein kann, wenn bann eine junge Frau ins Haus kommt. Das tut ja kein gut. Unb so jung ich mar, ich mollte doch gern bie Herrin in meinem Hause sein. Und das Geflügel und den Garten habe ich dann von Anfang an übernommen. Ob es schmer mar? Ich meiß nicht, ich glaube nicht. Man hatte ja nicht viel Zeit zum Nachdenken. Wir maren jung verheiratet auf unserem eigenen Hof, und überall drängte die Arbeit und mollte gemacht sein. Meinem Mann ist es mit feinem Sach ja sicher auch nicht besser gegangen. Aber der Garten, roie der aussah, jahrelang nichts Rechtes mehr drin gemacht! Ich habe oier Jahre ununterbrochen zu tun gehabt, bis ich nur einigermaßen des Unkrautes Herr geworden bin. Und denken Sie, neben der Hofeinfahrt, vor dem Leutehaus, da mar der Schweinpfuhl.' Das hat uns natürlich so nicht gepaßt; und eines Morgens haben mein Mann unb ich je einen Spaten in die Hand genommen, und mir haben den Schweinepfuhl umgegraben, er von der einen und ich von der anderen Seite, und am Mittag find wir zufam- mengestoßen und das erste Beet mar fertig. Das ist der neue Garten, in dem mir jetzt unser Spargelbeet haben, und das Spalierobst, unb einen Teil vom Gemüse.
Nach ein paar Jahren habe ich bann angefangen, mit Haustöchtern zu arbeiten. Allmählich hatte ich so viel gelernt, baß bie jungen Dinger mirklich mas profitieren können, menn sie bei mir mitarbeiten. So eine schwere Zeit macht man ja nicht umsonst burch. Es ist ja manchmal nicht schön, wenn man so viel zu tun hat, baß man nie ganz mit fertig wirb, unb boch nicht recht sieht, wie es vorwärts geht. Aber wenn man nur bran bleibt, kommt es ja allmählich boch wieber in Zug. Und bann
meiß man, wie man es machen muß, baß es auch wirklich in Drbnung bleibt. Meinem Mann ist das auch so gegangen. Allmählich ging es auch mit der Landwirtschaft voran, und vor zwei Jahren hat er bie andere Hälfte von der Erbschaft zurückgekauft, so daß wir den Hof jetzt wieder so beieinander haben, wie er seit ein paar hundert Jahren in der Familie meines Mannes war. Und so soll ihn dann später unser Bub als Erbhof übernehmen. Denn Kinder haben wir ja natürlich auch. Vorläufig zwei. Die Inge, bie ist jetzt bies Jahr in bie Schule gekommen, unb der Bub geht ins sechste Jahr. Urlaub? Nein, Urlaub habe ich eigentlich nie gehabt. Voriges Jahr da waren wir auf der Ausstellung in Mün- chen, und dann wollten wir noch zwei ober brei Tage am Bobensee sein, den wir beide noch nicht gesehen hatten. Aber es ist bann auch nichts braus geworden. Mein Mann hat auf einmal Heimweh bekommen, eine Unruhe, er wollte wieder nachhause und da war er nicht mehr zu halten. Da sind wir eben nicht an den Bodensee gefahren, sondern wieder auf unseren Hof. — Gott, es wäre vielleicht nicht nötig gewesen, die Kinder waren gesund und auch sonst war alles in Ordnung. Aber geschadet hat es nicht. Und es ist schon richtig: ein Bauer und seine Frau die gehören auf ihren Hof, die haben keine Reisen zu machen. Wenn man nicht selber da ist und wirklich nach allem selber sieht, hat man ja doch nie die Gewähr, daß alles richtig gemacht wird. B—nn
Pflaumenmus.
Man pflücke 3'/r Liter Holunderbeeren von den Stielen, setze sie aus gelindes Feuer, lasse sie flüssig werden und aufkochen, presse den Saft durch ein Tuch, gieße ihn in einen Kessel, füge 20 Liter ausgesteinte Pflaumen (zuerst etwa 6V2 Liter, und, wenn diese flüssig geworden, nach und nach die übrigen), 20 Gramm gestoßene Gewürznelken, etwas gestoßenen Zimmt, nach Belieben auch klein geschnittene Zitronenschalen hinzu, und koche die Pflaumen auf nicht zu starkem Feuer zu so steifem Mus ein, daß es aus einem Löffel, wenn man ihn umkehrt, nicht herausfällt. Man bewahre das Muß durch fleißiges Rühren vor dem Anbrennen, mache auch von Zeit zu jReit bas sich an ben Seiten bes Kessels angesetzte Mus los und vermische es wieder mit den übrigen. An manchen Orten kocht man, um bas Muß bunkel zu färben und um es zu würzen, etwa ein halbes Dutzend Walnüsse in ihren grünen Schalen mit ben Pflaumen. Viel feiner wirb bas Mus, wenn man bie weich gekochten Pflaumen burch ein Drahtsieb rührt, so baß bie
Schalen Zurückbleiben und es dann dick einkochen läßt. — Sobald das Mus nun steif genug eingekocht ist, entferne man das unter dem Kessel befindliche Feuer, fülle das Mus in Steintöpfe und setze diese, bis zum Rande gefüllt, in einen warmen Brat- oder Backofen, damit es vor dem Schimmeln bewahrt wird. Derselbe Zweck läßt sich auch dadurch erreichen, daß man das Mus mit klar ausgelassenem Hammel- oder Rindertalg übergießt. Man bindet die Töpfe nach bem Erkalten mit starkem Papier fest zu unb verwahrt sie an einem trockenen Ort.
Oer Schuh hält länger...
wenn er passenb gekauft wird. Das nachträgliche Ausweiten geht auf Kosten feiner guten Form.
wenn er vor dem ersten Ausgang mit einer milden Krem eingeriebe wird. Das macht ihn elastischer und schützt ihn zugleich vor Wassertropfen, die auf neuem ungeschütztem Leder Flecken hinterlassen.
wenn er sofort nach dem Ausziehen auf Leisten gezogen oder wenigstens mit geballtem Zeitungspapier ausgestopft wird. Falten werden zu Rissen und lassen sich rie wieder gutmachen.
wenn er beim Reinigen zuerst sorgfältig von Schmutz befreit und dann immer nur mit einer zu feiner Forde genau passenden Krem eingerieben wird. Statt der Bürste nimmt man für feines Schuhwerk besser weiche Lappen. Schuhe müssen schnell gereinigt werden, Schmutz frißt sich in bas Leder hinein unb nimmt ihm fein Ansehen.
wenn er, naß geworden, sofort mit einem Tuch ab- getrocknet wird und, noch bevor er ganz trocken ist, mit Krem eingerieben wird. Nasse Schuhe niemals an der Luft, sondern in normal warmem Raum trocknen lassen, weil sie sonst spröde werden.
wenn er, aus Lack, hin und wieder mit e-in wenig Vaseline eingerieben wird. Das schützt ihn vor dem Brüchigwerden.
wenn er, aus Wildleder, mit einer Drahtbürste behandelt wird, die in Kreisbewegungen geführt wird. Auch die flüssigen käuflichen Kreme für Wildlederschuhe sollen mit der gleichen kreisenden Bewegung aufgetragen und etwa eine halbe Stunde unverrieben auf dem Schuh belassen werden. Danach wirb ein nochmaliges Ueberarbeiten mit ber Drahtbürste bem Schuh neue Schönheit verleihen.
Schuhe aus feinem Material, wie sie heute getragen werden, bedürfen zu ihrer Erhaltung br» fonberer Pflege. Ein ungepflegter Schuh verdirbt ben Einbruck bes besten Anzuges und schadet, sobald er ausgetreten Ist, den Füßen.


