Auf -er Spur des Krebserregers.
Aufsehenerregende Forschungsergebnisse.
Berlin, 4. Sept (DRV.) 3n der Oessenklich- feif beschäftigt man sich lebhaft mit Fvrschungs- ergebnissen, die Regierungsrat Dr. W. v. Brehmer, Mitglied der Biologischen Reichsanstalt in Berlin-Dahlem, dieser Tage in der „Medizinischen Welt" verösfentlicht hat und die die Hoffnung zuzulassen scheinen, dah es gelungen ist, den Er
reger des Krebses feslzustellen. Gleichzeitig scheint sich damit der Weg zu einer Methode zu eröffnen, die es möglich machen wird, die furchtbare Krankheit zu bekämpfen. Wie sich aus einer Unterredung, die ein Vertreter der „Rachtausgabe" mit Dr. v. Brehmer hatte, ergibt, handelt es sich um einen Mikroorganismus, der die Eigenschaft hat, sich so dicht an die roten Blutkörperchen anzuschmiegen, dah man ihn bisher mikroskopisch nicht einwandfrei feststellen konnte. Man muh ihn daher erst durch die Vornahme besonderer Injek
tionen von den roten Blutkörperchen abtrennen. Run war es zwar schon früher gelungen, die Organismen im Blut Krebskranker festzustellen. Da es aber nicht gelang, sie auf gewöhnlichen Rcihr- böden zu züchten, hat man sie für harmlos erklärt und sich nicht weiter mit ihnen beschäftigt. Jetzt ist es gelungen, festzustellen, dah der Krebserreger auf alkalischen Rährböden weitergezüchtet werden kann. Mit den Kulturen wurden Mäuse und Ratten infiziert, und es zeigte sich, dah sie alle typische Krebsgeschwülste bekamen. Dr. v. Brehmer hofft, wie er erklärte, eine Methode gefunden zu haben, die es möglich macht, den Krebs in einem Stadium bereits zu erkennen, in dem er noch heilbar ist. Zu diesem Zweck erhält der Patient eine Einspritzung unter die haut. Durch Methoden, deren Beschreibung hier zu weit führen würde, ist dann einwandfrei feskzustellen, ob der Patient krebsfrei ist, ob er zum Krebs veranlagt, aber noch nicht infiziert ist, oder ob er tatsächlich schon erkrankt ist. Durch weitere Injektionen läht sich wahrscheinlich im letzteren Fall der Erreger wieder aus dem Blut entfernen und eine Heilung erzielen.
. Diese umwälzenden Feststellungen hatte v. Brehmer schon im Sommer 1932 erzielt. Ehe er aber zu ihrer Bekanntgabe schritt, wollte er sie einer Kontrolle durch mahgebende Wissenschaftler unterziehen. 3m Einverständnis mit den Behörden wurden für diese Prüfungen Professor Dr. Viktor Schilling, ein führender Mediziner auf dem Gebiete der Blutlehre, und die Bakteriologen Dr. L. Börner und Dr. O. 3 a n ck e zugezogen. 3hre Arbeiten, die im wesentlichen eine Bestätigung der Feststellungen von Brehmers enthalten, sind zusammen mit der Arbeit Brehmers in der „Medizinischen Welt" erschienen.
Der Deutsche Evangelische VischofStag antwortet dem Oekumenischen Rat.
Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die Pressestelle der Reichskirchenregierung teilt mit:
Die zum Evangelischen Bischofstag am 9T vntag in Berlin anwesenden Landesbischöfe und Bischöfe der Deutschen Evangelischen Kirche haben sich in feierlicher Stunde um den Reichsbischof versammelt, um nach gemeinsamem Gebet das Wort au erfahren, das der Oekumenifche Rat in feiner Entschließung vom 30. August an die Deutsche Evangelische Kirche gerichtet hat. Dabei haben sich die deutschen Kirchenführer von dem Bestreben leiten lassen, der hohen Würde, die dem Oekumenischen Rat eigen ist, ebenso Rechnung zu tragen wie den großen Ernst, mit dem hier um die Grundfragen des Lebens gerungen wird, auf sich wirken zu lassen. Die Einmütigkeit und gemeinsame Ueber- zeugung des Deutschen Evangelischen Bischofstages zu der in Fanö gefaßten Entschließung findet in nachfolgenden Punkten Ausdruck:
1. Unser Herr Jesus Christus will die Bewährung des Glaubens an ihn durch praktisches Christentum in Taten und Handeln (life and work). In der Ueberzeugung, daß die christlichen Kirchen der verschiedenen Länder und Konfessionen den Dien st der fördernden Gemeinschaft einander schuldig sind, um den Willen des gemeinsamen Herrn im Leben recht auszurichten, bekennen sich die deutschen Bischöfe zur sogenannten Stockholmer Oekumenischen Bewegung (life and work) und billigen d i e Teilnahme der deutschen Delegierten an der Konferenz in Fanö.
2. Die großen Notstände, die auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet in allen Ländern die menschliche Gesellschaft mit einer völligen Zersetzung bedrohen, haben die Oekumenifche Bewegung (life and work) 1925 aus echt kirchlicher Verantwortung heraus erstehen lassen. Nöte der Völker sind Aufgaben der Kirche. Es entspricht deshalb der ursprünglichen Zielsetzung der Oekumenischen Bewegung (life and work), wenn sie nach dem Beschluß des Rates in Fanö in den nächsten Jahren die Neubesinnung über die Beziehung von Kirche, Staat und Volk im Lichte der Grundanschauungen christlichen Glaubens unternehmen will. Die deutsche Evangelische Kirche ist bereit, in ökumenischer Zusammenarbeit und Gemeinschaft hierbei mitzuwirken, zumal der Fortgang des inneren Aufbaus und die Ueberwindung der christentumsfeindlichen Mächte im deutschen Volksleben sich als ein Werk bewährt in Einklang mit den Forderungen eines praktischen Christentums der Tat und wie es der ewige und einzige Herr der Kirche fordert.
3. Die Deutsche Evangelische Kirche bekennt sich als Kirche der Reformation zum allgemeinen Priestertum aller Gläubigen. Aus diesem reformatorischen Grundprinzip, das die Bischaftstagung unter der Führung des Reichsbischofs feierlich bestätigt, ergeben sich alle mahnenden Worte, die der Oekumenifche Rat an die Deutsche Evangelische Kirche glaubt richten zu müssen, als unbegründet. Es ist den verantwortlichen deutschen Kirchenführern heiligstes Anliegen, daß in dem Lande, in dem Martin Luther Glaubensfreiheit für die Welt erkämpfte, die Freiheit und Verkündung von der überschwenglichen Gnade Gottes in Jesus Christus gewahrt bleibt und für jeden evangelischen Christen möglich ist, Gottes Wort gemäß zu leben. Es wird ausdrücklich versichert, daß kein A m t s t r ä g e r der Deutschen Evangelischen Kirche in der Verkündigung des lauteren Wortes der Schrift und in der Verwaltung der Sakramente weder bisher einem Zwange ausgesetzt war noch darin in Zukunft irgendeine Beschränkung erfahren wird. Er ist darin an nichts anderes gebunden als an sein Gewissen und sein Ordinationsgelübde und damit an den lebendigen Herren der Kirche selbst. Ja, es darf darüber hinaus gesagt werden, daß der nationalsozialistische Staat mit seiner reichen sozialethischen Betätigung und seiner Gewährleistung von Ordnung und Eintracht im staatlichen Leben der Verkündigung des Evangeliums große n e u e M ö g-
lichkeiten erschlossen hat. — Die Maßnahmen der zeitgemäßen Neugestaltung der äußeren Ordnung des kirchlichen Lebens entsprechen einem Jahrhunderte alten Wunsch des deutschen evangelischen Kirchenvolkes; sie dienen dem echt kirchlichen Ziel, der Verkündigung des Evangeliums im deutschen Volk, der Gegenwart Wege zu ebnen und sind nach lutherischer Auffassung nur insoweit Anliegen des- Glaubens.
4. Der Deutsche Bischofstag legt Wert darauf, dem Oekumenischen Rat zu versichern, daß er in dem Austausch über innerkirchliche Fragen eine Bemühung brüderlicher Gemeinschaft erblickt. Weil aber der Entschließung von Fanö eine offensichtlich einseitige Unterrichtung zugrunde liegt, ist diese Stellungnahme nicht ein Wort der Hilfe. Die Deutsche Evangelische Kirche wird unter steter Selbstprüfung vor dem Herrn Christus und in der Verantwortung für ihr Volk aus der Kraft des Geistes und des Gebetes der Schwierigkeiten selbst Herr werden.
Die Einführung
-es Reichsbischofs beantragt.
Berlin, 4. Sept. (DNB.) Die am 3. September in Berlin versammelten deutschen evangelischen Kirchenführer faßten folgende Entschließung:
„Wir können als Kirchenführer nicht zum ersten Mal nach dem großen Tag des 19. August 1934 zusammen kommen, ohne in tiefer Dankbarkeit vor Gott hinzutreten, der den Führer ein solches Werk der Einigung gelingen ließ. Wir erkennen gerade bei dem gesunden Charakter unseres Volkes in diesem Einigungswerk eine väterliche Fügung und ein gnädiges Geschenk Gottes. 'Wir vertrauen in fester Glaubenszuversicht dem Herrn Christus, dem Haupt der Kirche, daß er unsere evangelische Kirche der Einigkeit zuführen wird, um die er für seine Jünger gebetet hat. Wir bitten Gott, den Herrn, daß er den Reichsbischof als dem erwählten Führer der deutschen evangelischen Kirche die Kraft geben möge, den großen Dien st an der Kirche zu vollbringen, der ihm verantwortlich anvertraut ist. Darum haben die Kirchenführer als Sprecher der Landeskirchen und des Kirchenvolkes den herzlichen Wunsch, sich mit dem Reichsbischof erneut in herzlicher Treue und verantwortungsvoller Kameradschaft und Gemeinschaft zusammenzu schließen, diesen Zusammenschluß vor unserem Volk und vor aller Welt zu bekunden und im gemeinsamen Gebet um die Vollendung der ihrer Gemeinschaft gegebenen Aufgaben zu bitten. Die Kirchensührer bitten daher den Reichs bischof, bald einen Tag zu bestimmen, an dem in einem feierlichen Einführungsgottesdienst diesem festen Willen Ausdruck gegeben werden kann."
Schulfeiern am Reformationsfest.
DNB. Berlin, 4. Sept. Reichsminister Rust hat zur 400. Wiederkehr des Jahres der Bibelübersetzung durch Dr. Martin Luther folgenden Erlaß herausgegeben:
Vor 400 Jahren hat Martin Luther feine Bibelübersetzung vollendet. Angesichts der großen Bedeutung, die diese Tat für die religiöse und sprachliche Entwicklung des deutschen Volkes gehabt hat, ordne ich an, daß für alle evangelischen Schüler des Reiches anläßlich des diesjährigen Reformationsfestes diese Tatsache in Feierstunden oder in den betreffenden Unterrichtsfächern gebührend gewürdigt wird.
Zwei wiener Bergsteiger tödlich abgestürzt.
In den Wänden des Großen Höllentales auf der Har sind zwei Wiener Bergsteiger, der Beamte Michael Dirich und der Beamte Johann Weiß, abgestürzt und tot liegen geblieben. Eine Expedition ist unterwegs, um die Leichen zu bergen.
Aus aller Wett.
Dr. Eckener
spricht in Kopenhagen über die Lustschiffahrt.
Nach dreitägigem Aufenthalt in Kopenhagen hat Dr. Eckener die Rückreise nach Berlin angetreten. Vor seiner Abreise hielt Dr. Eckener einen Vortrag in der Industrievereinigung, dem ein zahlreiches Publikum, darunter viele Ingenieure, beiwohnten. Dr. Eckeners Vortrag war reich an technischen Einzelheiten, insbesondere beschäftigte er sich nach einem Vergleich zwischen Flugzeug und Luftschiff mit der Navigation in der Luftschiffahrt, worauf er dem Publikum, das ihm mit herzlichem Beifall dankte, Lichtbilder von den verschiedenen Fahrten des „Graf Zeeppelin" zeigte. Den letzten Tag seines Kopenhagener Aufenthaltes benutzte Dr. Eckener u. a. zu einem Besuch der Deutschen Schule, wo er von den Kindern begeistert begrüßt wurde.
Französische Bauern erzwingen Vertagung einer Versteigerung landwirtschaftlicher Maschinen.
In dem Dorfe Trugny bei Dijon sollte auf Antrag einer landwirtschaftlichen Genossenschaft beim Bürgermeister eine Versteigerung vorgenom- men werden. Die Freunde des Bürgermeisters, unter Führung eines Generalratscklitgliedes, legten P r o- t e ft gegen d i e zu geringen Preise für die landwirtschaftlichen Maschinen ein und versuchten, die Sitzung abzubrechen. Im Hinblick auf mögliche Zwischenfälle waren aus zwei Nachbarstädten Gendarmen eingetroffen, deren Dazwischentreten das Signal zu einer allgemeinen Schlägerei gab. Die Parteigänger des Bürgermeisters behielten die Oberhand und sperrten die Hüter der Ordnung in einem Pferde st all ein, so daß dem Gerichtsvollzieher nichts anderes übrigblieb, als die Vertagung der Versteigerung um drei Monate vorzunehmen.
Todesurteil
wegen des Ueberfalles auf die Pölteuer Hütte.
Das Wiener Standgericht erkannte wegen des räuberischen Ueberfalles auf die St. Pöltener Hütte die beiden Räuber Bendinger und E g g e r l in zwei Fällen wegen vollendeten und in mehreren Fällen wegen versuchten Mordes schuldig und verurteilte Bendinger zum Tode durch den Strang; der zweite Angeklagte wurde wegen seiner Jugend zu neuneinhalb Jahren Arrest verurteilt. Beide haben der Kommuni st ischen Partei angehärt. Das Gnadengesuch für Bendinger wurde abgelehnt. Er wurde um 17.30 Uhr hingerichtet.
Drei junge Leute vorn Blitz getroffen.
Auf dem Niederwald am Rhein hatten sich drei junge Leute aus Düsseldorf, die mit einer Reisegesellschaft in Bingen waren und zum Denkmal aufstiegen, vor einem Gewitter Schutz unter einer Eiche gesucht. Durch einen einschlagenden Blitz wurden sie alle drei zu Boden geschleudert, wo sie bewußtlos liegen blieben. Zwei von ihnen kamen bald wieder zum Bewußtsein, der dritte jedoch war noch mehrere Stunden an beiden Beinen gelähmt. Sie wurden alle drei ins Krankenhaus gebracht.
Feuer auf dem Bromberger Hauptbahnhof.
Auf dem Bromberger Hauptbahnhof brach in einer der letzten Nächte Feuer aus. Ein Teil der großen Eisenbahnwerkstätten geriet in Brand. Es brannte das etwa 100 Meter lange Gebäude der Modellierwerkftatt. Don dort drohte das Feuer auf die angrenzenden Gebäude überzugreifen. Durch den Einsatz aller Bromberger Feuerwehrzüge, des gesamten Eisenbahnhilfsdienstes und eines größeren Militäraufgebotes gelang es, eine noch größere Brandkatastrophe zu verhüten. Bei den Rettungsarbeiten haben mehrere Feuerwehrmänner schwere Brandverletzungen erlitten.
Der Brand des mandschurischen kaiferpalastes gelöscht.
Der Brand des mandschurischen Kaiferpalastes ist gelöscht. Der Kaiser von Mandschukuo wohnte selbst den Löscharbeiten bei und sprach den Feuerwehrmannschaften für ihre aufopfernde Tätigkeit seinen Dank aus. lieber die Brandursache liegen noch keine amtlichen Verlautbarungen vor. Nach wie vor vermutet man jedoch Brandstiftung, da festgestellt wurde, daß das Feuer an vier Stellen gleichzeitig zum Ausbruch kam. Die unter dem Verdacht der Brandstiftung verhafteten Personen wurden bereits mehrfach verhört; ein Ergebnis ist noch nicht bekannt geworden.
Grauenvoller Gattenmord aus Eifersucht.
Eine grausige Bluttat spielte sich in Wittenberge in der Wohnung des Justizoberwachtmeisters C a l b u s ab. Calbus wurde dort z erst ü ck e l t aufgefunben. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, daß die Bluttat von der Ehefrau des Ermordeten ausgeführt worden war, die ihrem Mann im Verlauf einer Streitigkeit den Hals mit einem Schlachtmesser durchschnitten und den Leichnam dann im Blutrausch zerstückelt hat. Calbus, der zum zweiten Male verheiratet war, lebte mit seiner jetzigen Frau in Unfrieden. Allem Anschein nach hat die Frau die Tat aus Eifersucht und Verzweiflung begangen. Als im Verlaufe von heftigen Auseinandersetzungen die Frau erklärte, sie würde Selbstmord verüben, und der Mann ihr erwiderte, seinetwegen könne sie das ruhig tun, ergriff die Frau in sinnloser Wut das Messer und schnitt ihrem in der Badewanne sitzenden Mann die Kehle durch. Den Leichnam zerstückelte sie.
Ein Erdbeben im karwenbelgebiet.
Am Dienstag früh würben von ben Instrumenten ber württembergischen Erbbebenwarten Stuttgart, Ravensburg unb Meßstetten ein mittel- starkes Nahbeben ausgezeichnet. Die erste Vorläuferwelle kam in ber Stuttgarter Erbbeben- roarte um 2 Uhr 26 Minuten 45 Sekunben, bie zweite um 2 Uhr 27 Minuten 13 Sekunben an. Daraus ergibt sich eine Herbentfernung von 225 Kilometer. Die Richtung nach bem Herbe weicht von ber Ostrichtung um 40 Grab nach ©üben ab. Der Herb bes Bebens liegt bemnach in ben Ostalpen, un zwar im Gebiet bes Karwenbel-Gebirges.
Elli Beinhorn in Guatemala.
Die beutfche Fliegerin Elli Beinhorn ist am Dienstag um 12.28 Uhr in ber Stabt Guatemala, aus San Jofö (Costarica) fommenb, gelanbet.
Aller Blann vom Zuge erfaßt unb getütet.
In ber Nähe von Vallendar am Rhein wurde ber 79jährige Heinrich ßemmter, als er bie Gleise überschreiten wollte, von einem Güter- zug erfaßt unb 15 Meter weit über bie Böschung auf ben Uferranb bes Rheins geschleubert. Man fanb ben Verunglückten, ber außer einer Kopfverletzung auch Arm- unb Beinbrüche erlitten j hatte, t o t auf.
Ruhrepibemie in Wolhynien. — Bisher 200 Todesfälle.
Im Bezirk von Okremenez im Bezirk Wolhynien ist bie Ruhr ausgebrochen. Die Seuche breitet sich trotz aller Gegenmaßnahmen ber polnischen Behörden weiter aus. Bisher find etwa 1400 Krankheits- fälle bekannt geworben, wovon 250 mit bem Tobe enbeten. Um eine Verschleppung ber Seuche möglichst zu verhinbern, ist bie Abhaltung von Märkten unb großen Versammlungen untersagt worben.
Schweres Unwetter über Wien. —
2 lote, 2 Schwerverletzte.
lieber Wien ging ein überaus starker Wolkenbruch nieber. Gleichzeitig entlub sich ein heftiges Gewitter. Auf bem Kahlenberg würben zwei Männer getötet unb ein Mann unb eine Frau burch Blitzschläge schwer verletzt.
Verheerende Feuersbrunst in einem thüringischen Dorf.
Das im thüringischen Landkreis Hildburghausen gelegene Dorf Marisfeld ist durch eine verheerende Feuersbrunst heimgesucht worden. Während eines schweren Gewitters schlug der Blitz in die Scheune eines Landwirtes und zündete. Zu allem Unglück waren die Fernsprechleitungen während des Gewitters zerstört worden, so daß die Nachbarwehren nicht zu Hilfe gerufen werden konnten. Da die Ortswehr allein zu schwach war, um des Feuers Herr zu werden, fraßen sich die Flammen mit unheimlicher Schnelligkeit weiter und erfaßten drei Wohnhäuser, fünf Scheunen und zehn Nebengebäude, die in Schutt unb Asche gelegt würben. Die gesamte Ernte, lanbwirtschaftliche Maschinen unb viele Geräte sowie Kleinvieh würben ein Raub bes Branbes.
Evangeline Booth, bie Tochter bes Begründers der Heilsarmee, wurde durch den Hohen Rat zum General der Heilsarmee gewählt. Die jetzige Kommandeurin der Heilsarmee, bie lange Jahre an ber Spitze ber amerikanischen Heilsarmee ftanb, ist bie erste Frau, bie bie Leitung dieser Riefenorganisation übernimmt.
M v.
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Zwei Arbeiter in einer Schiefergrube tödlich verunglückt.
In ben Schiefergruben bei Thomm (Hunsrück) ereignete sich ein schweres Unglück, bem zwei Grubenarbeiter zum Opfer fielen. Bei ber Ausfahrt ber Tagesfchicht aus bem Stollen ber Kefselstattschen Gruben würben 2 Arbeitskameraben vermißt, bie zusammen in einem Nebenstollen arbeiteten. Die gesamte Belegschaft mürbe zurückgerufen. Als man ben Stollen absuchte, fanben bie Grubenarbeiter eine Strecke vor, bie zu Bruch gegangen war. Die beiben Vermißten konnten nur noch als Leichen geborgen werben. Die Ursache bes Unglücks ist noch nicht geklärt.
Dreitausend 3ahre alter Goldschmuck in der Pfalz gefunden.
Beim Sandgruben in einem Acker bei Speyerdorf (Pfalz) bemerkte der Landwirt Wilhelm Theobald, wie vom Sieb, durch das der Sand geworfen wurde, ein blinkendes Metallstück herunterrollte. Beim näheren Zusehen ergab sich, daß es ein Schmuckstück aus reinem (Selbe war. Es befanb sich neben einem anberen Schmuckstück aus reinem Golb unb einer Bernsteinperle in einer Urne, bie allerbings nur zerbrochen geborgen werben konnte. Museumsbirektor S p r a t e r (Speyer), ber von bem Funb verstänbigt würbe, stellte fest, baß bie noch völlig unversehrten Gegenstänbe breitaufenb Jahre alt sinb. Die Bernsteinperle ist bie zweite in Sübbeutschlanb, bie man bisher fanb. Man vermutet noch weitere Perlen an ber Funbstelle unb will in nächster Zeit Nachgrabungen anstellen.
Drei Blonafe Bettler wegen einer Delle.
Die Wette bes Börsenmaklers Ebwarb Harms bildet bas Stabtgespräch von Lonbon. Er hatte sich zu einem Kollegen bahin geäußert, baß er als Bettler mehr oerbienen könne wie als Börsenmakler. Der Kollege hatte ihm eine Wette von 300 Pfund vorgeschlagen, wenn Harms sich verpflichtete, drei Monate lang zu betteln. Harms hat tatsächlich drei Monate gebettelt unb babei soll er so viel eingenommen haben, baß er bequem baoon leben könnte. (Da unseres Wissens bie Bettelei in Lonbon von vielen Tausenben betrieben wirb, klingt bie Geschichte nicht sehr wahrscheinlich.)
Ein streilendes Liebespaar duellierl sich.
Ein ungewöhnliches Duell fanb biefer Tage in einem Stäbtchen in ber Nähe von Neapel statt. Die Duellanten, eine Frau unb ein Mann, bis ihres schon seit Monaten burch ftänbigen Streit getrübten Liebesverhältnisses überbrüffig waren, hatten beschlossen, burch ein Duell ben Schlußstrich unter ihre Beziehungen zu setzen. Als Waffe wählte bas ungleiche Paar ben Revolver, boch war ber Ausgang ihres Vorhabens ganz an- bers, als man hätte erwarten fallen. Die Frau, wohl bie bessere Schützin, verwunbete ihren männlichen Kontrahenten lebensgefährlich, wäh- renb sie selbst mit einem leichten Streifschuß an ber Wange als Siegerin aus bem Kampfe hervorging.
Lin Langschläfer.
In ben Vereinigten Staaten, im ßanbe der unbegrenzten Möglichkeiten schläft ber kleine nunmehr neun Jahre alte Joseph Higgins aus Memphis, Staat Tennessee, schon über 600 Tage. Die Aerzte wissen sich keinen Rat. Das Kind ist von einem tiefen Schlaf befallen und wird natürlich künstlich ernährt, sein Zustand ist sonst zufriedenstellend, es ist sogar gewachsen. Die Aerzte hoffen, bas Kinb bock; noch eines Tages wach zu bekommen, ba es sich hier offenbar nicht um bie löblich uerlaufenbe afrikanische Schlafkrankheit hanbelt.


