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gebnis war ein wirtschaftlicher Erfolg, wie er in diesem Ausmaß selbst nicht von den Optimisten erwartet worden war. Der Nationalsozialismus an sich ist eine grandiose Umstellung der gesamten organischen Funktionen unseres Volkslebens. Diese Umstellung aber konnte in der Situation, in die wir hineingestellt wurden, nur vollzogen werden nach Maßgabe der organischen Funktionsmöglich- leiten.

Die deutsche Wirtschaft selbst war innerlich schon so zermürbt und widerstandsunfähig ge­worden, daß man ihrer alleinigen und einzigen Initiative den zu vollziehenden Umschwung nicht mehr zutrauen konnte. Die Regierung hat ihr deshalb ihre helfende Hand gereicht. Sie hat mit ganz großzügigen und manchmal kühnen Projekten in den Wiederankurbelungs­prozeß der deutschen Produktion eingegriffen, hat ihn geregelt und in feste Bahnen hineinge­lenkt, hat ihm Sinn, Methode, Klarheit und Ziel gegeben. Anderseits durfte sie aber dafür mit Recht von der Wirtschaft erwarten, daß sie nun nicht ihre einzige Hoffnung auf den Staat setzte und sozusagen darauf wartete, daß Kre­dite und Aufträge vom Himmel herunterregne- lAi, daß sie vielmehr mit wachem Verständnis den Maßnahmen von oben ihre Unter- stühung lieh und die großzügig getätigte amtliche Initiative durch eine ebenso kühne und hoffnungsfrohe pri- i vate Initiative ergänzte. In diesem Sinne und aus solchem Geiste heraus sind Re­gierung und Wirtschaft gemeinsam an die Arbeit gegangen. Der Erfolg, der gezeitigt wurde, ist der beste Beweis für die Richtigkeit

der Methode, die dabei zur Anwendung kam. In der ersten Offensive gegen die Arbeitslosigkeit gelang es uns, die Erwerbslosenziffer um 2,24 Millionen zu senken. Im Jahre 1933 hat die Zahl der Konkurse um 46 v. h. und die Zahl der Vergleichsverfahren um 76 v. H. abgenommen. Im Jahre 1933 sind mengen­mäßig 12 v. h. mehr Waren erzeugt worden als 1932. Der Produktionswert der Industrie beläuft sich 1933 auf rund 41 Milliarden gegenüber 38 Milliarden im Jahre 1932. Produk­tion und Umsatz der Maschinenfabriken be­trugen im Januar 1933 etwa 80 Millionen, im Dezember 1933 etwa 140 Millionen. Die Erzeugung der gesamten deutschen T e x t i l i n d u st r i e be­trug 1932 6,4, 1933 7,2 Milliarden. Die Beschäfti­gung im Baugewerbe stieg im Jahre 1933 um 60 v. h. Es wurden im Jahre 1933 etwa 200 000 Wohnunaen errichtet, das sind rund 40 000 mehr als im Jahre vorher, und die Erzeugung in der A u t o m o b i l i n d u st r i e lag im letzten Halbjahr 1933 um rund 121 v. h. über dem Stande des entsprechenden Halbjahres 1932. Oder um es an dem nächstliegenden Beispiel klarzumachen: Die Leipziger Frühjahrsmesse 1934 wird um mehr als 1 200 Firmen stärker b e - schickt, als die Frühjahrsmesse im Jahre 1933. Damit aber nicht genug! Das deutsche Volk hat durch ein ganz großzügiges soziales Hilfs­werk auch für die Aermsten der Armen die Ueber- dauerung dieses schweren Winters möglich gemacht. Das Winterhilfswerk, das mit dem 3. März seinen Kampf gegen hunger und Frost für diese Kälte­periode abschließen wird, kann dabei voraussichtlich einen Umsatz von rund 3 2 0 Millionen in Geld und Sachwerten verbuchen.

Mit Beginn des Frühlings, am 21. März, er­öffnet die Regierung zusammen mit der deut­schen Wirtschaft die zweite große Jah­resoffen five gegen die Zeitkr ank- heit der Arbeitslosigkeit. Sie wird sogleich mit einem fertigen Programm an die Oeffentlichkeit treten, in dessen Vollzug wir wiederum rund zwei Million en der grauen Etendsarmee von der Straße in die Fabriken und Kontore zurückzuführen hoffen. Die Regierung rechnet dabei auf die tatkräftige Unterstützung aller Kreise des deutschen Wirt­schaftslebens. Sie ist der Ueberzeugung, daß es gelingen muh, das große Ziel zu erreichen, wenn niemand sich den Verpflichtungen ent­zieht, die die Rot der Zeit jedem von uns aufbürdet. An die Stelle eines lähmenden Pes­simismus find gläubige Zuversicht, tapfere Lebensbejahung und konsequente, stolze Lebens- gestaltung getreten. Die deutsche Ration erhebt sich wieder aus der drohenden Gefahr eines alles zerstörenden Primitivitätskutts und er­klimmt wieder mutig den steilen Weg zur höhe eines europäischen Kulturstaates.

In diesem glückhaften Zeichen steht die Eröffnung der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse. In einer großen internationalen Schau präsentiert sich die deutsche Wirtschaft in edlem Wettstreit mit der Wirt­schaft anderer Länder. Sie gibt dem ganzen Volke einen plastischen und imponierenden Ueberblick über die höhe ihrer Leistungsfähigkeit, über den Rang deutscher Wertarbeit und über die Güte deutschen Schaffens, hier aeigt sich, was deutscher Erfinder- ge-ist, deutscher Unternehmersinn und Fleiß und Tüchtigkeit des deutschen Arbeiters zu leisten ver­mögen. Die Leipziger Messe ist deshalb auch von der nationalsozialistischen Regierung als einzige, all­gemeine internationale Messe im Deutschen Reich ausdrücklich anerkannt worden.

Ihr im Namen der gesamten Regierung all unsere Hoffnungen und unsere wärmsten Wünsche mit auf den Weg zu geben, ist mir ein herzliches Bedürfnis. Mit starkem Selbstvertrauen wollen wir auf dem einmal eingeschlagenen Wege deutscher Zukunft weiter schreiten und uns durch keine Not und durch keine Gefahr vom klaren Kurs abdrängen lassen. Wo Mut und Tatkraft, Fleiß und Beharrlichkeit, Wärme des Gefühls und Tapferkeit des Denkens sich miteinander vermählen, da muß es am Ende auch wieder nach oben gehen. Der größte Teil der deutschen Not liegt hinter uns. Den klein- ren, der vor uns liegt, werden wir in gemeinsamem Kampfe bezwingen. Wenn Regierung und Volk treu zusammenstehen, wo gäbe es ein Unglück, das uns in unserem Gleichmut erschüttern könnte? In diesem Sinne erkläre ich die Leipziger Frühjahrs­messe 1934 für eröffnet!

Keine besonderen Studenten- Arbeitslager.

Berlin, 3. März. (DNB.) In der Presse war verschiedentlich die Ansicht aufgetaucht, daß für die Studenten besondere Arbeitsdienstlager eingerichtet würden. Demgegenüber wird betont, daß die ©tu? denten nicht in eigenen Studentenar­beitslager untergebracht, sondern daß sie auf

die verschiedenen Arbeitslager ver­teilt werden. Eine Zusammenballung der Stu­denten in eigenen Arbeitslagern soll auf jeden Fall vermieden werden. Im Gegenteil soll ja gerade erzielt werden, daß die jungen Leute sich in die Volksgemeinschaft einfühlen, für sie Verständnis finden und nicht Sondergruppen bil­den.

Erleichterung des Auslands­studiums.

Berlin, 3. März. (DNB.) Der Reichsführer der D. St., Dr. S t ä b e l, hat eine Verfügung erlassen, die sich mit den Studierenden befaßt, die ihr Studium an deutschen Hochschulen unterbrechen, sei es, um als Werkstudent zu arbeiten oder an einer ausländischen Hochschule zu studieren. Diese Studenten haben bei der örtlichen Studentenschaft, der sie angehören, um Urlaub nachzusuchen.

Die ins Ausland gehenden Angehörigen der D. St. erhalten künftig eine besondere Mit­gliedskarte, die deutschen Behörden und Organi­sationen im Ausland gegenüber und während der auf den Ausländsaufenthalt folgenden Ferien auch im

Reiche als Ausweis gilt. In Fällen plötzlicher Erkrankung oder wirtschaftlicher Not­lage wird daraufhin den im Auslande weilenden Studenten die kameradschaftliche Hilfe der Deutschen Studentenschaft zuteil werden. Damit ist ein großes Risiko, das bisher mit dem Auslandsstudium ver­bunden war, beseitigt.

Eine weitere Förderung des Auslandsstudiums ist in einer gleichzeitigen Anordnung zu erblicken, wonach diejenigen Abiturienten, die im Besitze der Hochschulreife sind und das Sommer-Semester an einer Universität der franzö­sischen Schweiz verbringen wollen, vom Werkhalb­jahr bedingungsweise beurlaubt werden. Diese Studierenden werden ihrer Arbeitspflicht in anderer Weise zu genügen haben; ge­gebenenfalls wird das Werkhalbjahr für sie auf das Winter-Semester gelegt werden. Die Abiturienten, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wol­len, können bei der Deutschen Studentenschaft (Ber­lin SW. 68, Friedrichstraße 235) eine vorläu­fige Mitgliedskarte beantragen, die ihnen die gleichen Vorteile sichert wie den übri­gen im Auslande befindlichen Angehörigen der Deutschen Studentenschaft.

Gute Erfolge des ersten Messetages.

Lebhaftes Interesse des Auslandes.

Leipzig, 4. März. (DNB.) Der erste Tag der Frühjahrsmesse erhielt seine Prägung durch die große Zahl der in- und ausländischen Regierungs­oertreter, die der Eröffnung beiwohnten, und durch die packende Rede des Reichspropagandaministers. Nirgends war das Bedrücktsein der Menschen festzu­stellen, das die letzten Messen in der Zeit des Nie­derganges kennzeichnete. Ueberall trat eine hoff­nungsfrohe Stimmung in Erscheinung. In vielen Fällen sind bereits am ersten Tage die Hoffnungen, die man auf die Messe setzte, erfüllt worden. Selbstverständlich war nichts zu hören von Abschlüssen, die wichtige Umsätze dar­stellen. Darin unterscheidet sich das bisherige Er­gebnis nicht von dem der Vorjahre, denn am ersten Tage der Messe kommt zunächst die Kundschaft aus der Umgebung Leipzigs, die ihren kleinen Bedarf deckt. Es ist aber zu erkennen, daß dank der erfolg­reichen Maßnahmen der Reichsregierung eine h e - bung der Kaufkraft der Bevölkerung eingetreten ist und daß ihr dadurch Rechnung ge­tragen wird, daß die Verkaufsläger mit kleineren Tagesbedarfsartikeln aller Art auf gefüllt werden.

Die Saar und Oberschlesien haben ihre hauptsächlichsten Erzeugnisse gesammelt ausgestellt. Auf der Technischen Messe gibt es eine Fülle von Neuheiten. Dies gilt namentlich für den Fahr­zeugbau. Mit einer ganzen Anzahl von außer­ordentlich zweckmäßigen Neuerungen wartet die för- üertechnische Industrie auf. Die Maschinen­fabriken haben beachtliche Neukonstruktionen ausgestellt. Ihnen schließt sich die Elektrotech­nik an, in der der Drang nach Sicherheit und Sparsamkeit erkennbar ist. Die R a d i o i n d u st r i e stellt sehr große Geräte zur Schau, doch wurde hauptsächlich großes Interesse für (Empfänger» Verbesserungen bekundet. Bei den Ver­brennungskraftmaschinen fällt auf, daß mehr Viertakt- als Zweitaktmotoren sieht. Der

Kraftwagenmotorenbau hat wahrscheinlich die Kon­struktion der übrigen Maschinen beeinflußt. Auf der B a u m e s s e stehen die Neuerungen auf dem Ge­biete des Straßenbaues (Holzsteinpflaster und Stahl­roststraße) im Vordergründe des Interesses. Auf der T e x t i l m e s s e wurden Artikel für den täglichen Bedarf am ersten Tage bereits sehr lebhaft gefragt. Auch die M ö b e l m e s s e übt eine große An­ziehungskraft aus. Die Werbe- und Verpackungs­messe konnte zu gewissen Zeiten des Tages kaum die Besucher fassen.

Man spricht für die Frühjahr'messe von etwa 16 0 0 0 Einkäufern, eine Zahl, die nach den wenigen beim Messeamt bisher eingegangenen Mel­dungen recht erheblich ist. Von 7562 Aus stel­le r n sind 133 000 Quadratmeter Fläche belegt, das sind 18 v. h. mehr Aussteller und 21 v. h. mehr belegter Raum als bei der Frühjahrsmesse 1933. Unter den Ausstellern sind 5 4 7 aus dem Aus - lande, also etwas weniger als bei der letzten Frühjahrsmesse. Diese Abnahme ist zum Teil durch die hemnisse zu erklären, die den Ausstellern aus Oesterreich in den Weg gelegt werden. Außerdem ist festzustellen, daß die Ausländsaussteller sich zur Frühjahrsmesse 1934 auf 24 Auslands st aa- ten verteilen, während im Vorjahr nur 22 fremde Staaten an der Messe als Aussteller ver­treten waren. Die Zahl der deutschen Aus­steller hat gegenüber der Frühjahrsmesse u m 1200 zugenommen. Ueberaus zahlreich sind die Aussteller aus der Tschechoslowakei erschienen. Die Tschechoslowakei stellt die zweit­größte Auslandsgruppe unter den Ausstellern dar. Von den Auslandsvertretern in Leipzig sind messe­amtliche Anmeldungen durchschnittlich in f a ft doppelter Zahl gegenüber denen zur Früh­jahrsmesse 1933 eingegangen, besonders aus Schwe­den, Norwegen, Dänemark, Groß-Britannien, Hol­land, aus der Schweiz, der Türkei und Südslawien,

Die Allpreußische Landeskirche derLeikung der Reichskirche unterteilt

Einheitliche Führung der Gesamtkirche. - Verbilligung der Verwaltung.

Berlin, 3. März. (DNB.) Der Evangelische Pressedienst teilt mit: Durch eine am 1. März in Kraft getretene Verordnung hat der Reichsbischof als Landesbischof der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union seine Befugnisse aus die Deutsche Evangelische Kirche übertragen. Die Verordnung ist auf Grund der Verordnung zur Sicherung einheitlicher Führung der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union" vom 26. Januar erlassen.

Das geistliche Ministerium hat darauf ein Kir­che n g ese tz beschlossen, das am 2. März in Kraft getreten ist. Nach § 1 dieses Gesetzes übernimmt die deutsche evangelische Kirche unter Führung des Reichsbischofs als Landesbischof durch ihre Organe die Leitung der evangelischen Kirche der altpreußi- chen Union. Die Einrichtung der General- ynode wird aufgehoben, an ihre Stelle tritt die Landessynode, welche aus den ge­wählten altpreußischen Mitgliedern der Natio­nalsynode besteht. Der Reichsbischof ist befugt, die Zahl der Mitglieder durch Zuernennung auf 30 zu erhöhen. In ß 3 wird die Umbildung der Provinzialsynoden geregelt. Diese treten innerhalb der nächsten 2 Wochen zur Bildung einer neuen Provinzialsynode aus ihrer Mitte zusammen. Die neue Provinzialsynode besteht aus dem Bischof (Landespfarrer) als Präses, achtzehn Mitgliedern und einem Vertreter der evangelisch-theologischen Fakul­tät der Provinzialuniversität. Von den achtzehn Mitgliedern werden zwölf durch die bisherige Pro- vinzialsynode gewählt und sechs durch den Bischof ernannt. Die Hälfte der Mitglieder müssen Laien ein. Die Wahl erfolgt im Verhältnis der auf Grund der Wahlen vom 23. Juli 1933 bestehenden Zusam­mensetzung der bisherigen Provinzialsynode. Das Fakultätsmitglied wird auf Vorschlag der Fakultät durch den Bischof (Landespfarrer) ernannt. Kommt eine Wahl in einmaliger Sitzung durch die bis­herige Provinzialsynode nicht zustande, so ernennt der Bischof (Landespfarrer) sämtliche Mitglieder der neuen Provinzialsynode.

Der Provinzialkirchenrat besteht aus dem Bischof (Landespfarrer) und fünf Mitgliedern, oon denen zwei der Bischof (Landespfarrer) aus der neuen Provinzialsynode ernennt. Die übrigen drei -Nitglieder werden durch die neue Provinzialsynode aus ihrer Mitte gewählt. Bei den Beratungen der Landessynode und der Provinzialsynode erar= e Srwode ihre Willensmeinung in brüder- llcher Aussprache. Kommt eine einmütige abschließende Stellungnahme nicht zustande, so sind für die Ent- chlleßurm der Kirchenbehörde die Stimmen zu wägen.

Der Rechtsausschuß der Kirche besteht aus dem durch den Reichsbischof ernannten Vorsit- jcnben sowie sechs weiteren Mitgliedern, von denen der Relchsbischvf zwei aus der kirchlichen Verwal- tung und vier aus der Landessynode ernennt. Der u a ui 5 a 11 v f u der Kirchenprovinz besteht aus dem durch den Bischof (Landespfarrer)

ernannten Vorsitzenden sowie vier weiteren Mit­gliedern, von denen der Bischof (Landespfarrer) ein Mitglied aus der kirchlichen Verwaltung und drei aus der Provinzialsynode ernennt. Die Mit­glieder der Rechtsausschüsse werden auf die Dauer von zwei Jahren bestimmt.

In der Erläuterung zu dem Gesetz heißt es u. a.: Das Gesetz stellt das Verhältnis zwischen der deutschen evangelischen Kirche und der größten deutschen Landeskirche auf eine völlig neue Grund­lage. Die evangelische Kirche der Altpreußischen Union bleibt als solche bestehen. Ihre Leitung wird dagegen mit der der Reichskirche vereinigt. Durch diese Uebersührung der leitenden Organe der Alt- preußischen Union in die Reichskirche ist eine wesentliche Voraussetzung für eine einheit­liche unb bewegliche Führung der Ge­samtkirche geschaffen. Die Verfassungsreform, die das neue Gesetz einleitet, erstreckt sich innerhalb der Landeskirche bis hinunter zur Stufe der Pro­vinzialkirchen. Die Synoden werden wesentlich verkleinert, ihr parlamentarischer Charakter verschwindet. Die Meinungsbildung erfolgt nicht mehr durch Abstimmungen, sondern auf dem Wege brüderlicher Aussprache. Auch die Gesetzgebung wird auf eine neue Grundlage gestellt. In Zukunft werden die altpreußischen Kirchengesetze entweder durch die Landessynode im Zusammenwirken mit dem geistlichen Ministerium oder aber von diesem allein erlassen. Vor allem aber tritt eine wesentliche Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung da­durch ein, daß die beiden großen Kirchenregierungs­behörden, die bisher unabhängig von einander be­standen, in ein organisches Verhältnis zu einander gebracht werden. Damit ist die Möglichkeit gegeben, Aufgaben, die kraft alter Uebedieferungen bisher von der altpreußischen Landeskirche erledigt wurden, mit den entsprechen­den Aufgaben der Gesamtkirche unter eine ein­heitliche Leitung zu bringen und wiederum die alt- preußische Verwaltungserfahrung weit unmittelbarer als früher für die Interessen der Reichskirche nutz­bar zu machen.

Durch ein besonderes Gesetz wird die Tätig­keit des geistlichen Ministeriums auf die unmittelbar verfassungsmäßigen Auf­gaben beschränkt. Das Ministerium ist nicht mehr Verwaltungsinstanz. Seine Mit­glieder sind deshalb ehrenamtlich tätig.

Das Fugendwerk der evangelischen Kirche.

Berlin, 3. März. (DNB.) Das geistliche Mi­nisterium der Deutschen Evangelischen Kirche hat am 2. März ein Kirchengesetz beschlossen, das die Jugendarbeit der Deutschen Evangelischen Kirche regelt. Danach faßt die Deutsche Evangelische Kirche die gesamte evangelische Jugendarbeit zusam­

men und führt sie, von der Gemeinde ausgehend, alsJugendwerk der Deutschen Evangelischen Kirche" durch. Mit der Leitung des Jugend- wertes beauftragt der Reichsbischof den Reichs- jugendpfarrer, der Landes - und Kreis­jugendpfarrer bestellt. Alle bisherigen Rechtsbestimmungen über das evangelische Jugend­werk werden aufgehoben. Der Reichsjugendpfarrer erläßt die zur Durchführung des Gesetzes erforder­lichen Ausführungsbestimmungen.

Das Gesetz lenkt eine 100jährige erfolgreiche und gesegnete Arbeit in neue, unserer Zeit gemäß« Bahnen. Die Jugendoerbände hören auf, in der bisherigen Form zu bestehen. In Zukunft gibt es nur noch Jugendarbeit auf dem Be­ben der Kirchen und der Gemeinden. Das Jugendwerk erstreckt sich nicht nur auf die bis- herigen hündischen Wirkungskreise, sondern auf all« Gebiete, auf denen die Kirche mit der Jugend zu tun hat, insbesondere auch auf den Konfirmanden- unterricht, Kindergottesdienst, Freizeitgestaltung, Schulungsarbeit, Gemeinde-Jugendkreise. Das Ge­setz nimmt ausdrücklich Bezug auf das Abkommen zwischen dem Reichsbischof und dem Reichsjugend­führer und beschränkt dementsprechend die kirchliche Jugendarbeit auf die Wortverkündigung in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit. Zugleich gibt es der Ju­gendarbeit einen universalen Charakter, indem es jede Sondermitgliedschaft auf hebt und jeden evangelischen Jugendlichen in den Wirkungskreis kirchlicher Jugendarbeit ein­bezieht.

Baldur von Schirach begrüßt die evangelische Jugend.

Berlin, 4. März (DNB.) Der Reichsjugend- führer, Baldur von Schirach, erläßt folgen­den Tagesbefehl an die Hitlerjugend: Mit dem heutigen Tag wird die Eingliederung der evangelischen Jugendorganisation in die Hitlerjugend abgeschlossen. Ich begrüße unsere neuen Kameraden, die mit ihrem Bekenntnis zu uns ihren Willen zu einem Deutschland der Einheit und Kameradschaft bekundet haben. Die Tat der evangelischen Jugend hat den wenigen, die noch beiseite standen, ein Beispiel gegeben. Seid will­kommen, Kameraden, die Jugend Adolf Hitlers ist stolz auf Euch!

GAR I. und Stahlhelm.

Berlin, 3. März. (DNB.) Auf zahlreiche Anfragen über das Abkommen, das am 25. Januar 1934 betreffs SAR. I zwischen dem obersten SA.- Führer und dem Stahlhelm, BdF., abgeschlossen wurde, teilt der Bundesführer des Stahl­helms folgendes mit:

Durch dieses Abkommen des obersten SA.-Füh- rers also des Führers selbst mit der Gegen­zeichnung des Stabschefs, ist das Verhältnis zwischen SAR. I und dem Stahlhelm völlig geklärt und ge­regelt. Hiernach treten möglichst alle S t a hl- hel m k a m e r a d e n zwischen 35 und 45 Jahren in hie SAR. I. Gleichzeitig können sie, Mitglieder des Stahlhelms bleiben.' Diejenigen Kameraden, die aus körperlichen oder beruflichen Gründen, z. B. wegen Kriegsverletzung, sich nicht in der SAR. I betätigen können, ver­bleiben w i e bisher im Stahlhelm, BdF., dessen wehrsportliche Betätigung auf die SA. und SAR. I übergegangen ist. Für diejenigen Kameraden, die hiernach nur Mitglieder des Stahlhelms find, gilt folgende An­ordnung:

Meine (d. h. des obersten SA.-Führers) nach­folgenden Anordnungen berühren das Fortbestehen des Stahlhelm, BdF., nicht. Dieser stellt eine Ver­einigung von Kriegsteilnehmern und solchen Män­nern über 35 Jahre dar, welche als Träger der Tradition des Frontsoldatenerlebens für geeignet gehalten werden. Der Bund ist dem Führer unterstellt, er wird vom Bun­desführer Seldte geleitet. Im Einver­ständnis mit diesem weise ich darauf hin, daß d i e bisherige Bundestracht mit der roten Hakenkreuzkampfbinde auch weiterhin von den Bundesmitgliedern, soweit sie nicht der SAR. I angehören, getragen werden kann.

Hinsichtlich der Eingliederung selbst spricht das erwähnte Abkommen die Erwartung aus, daß diese Zusammenfassung von SA. und SAR. I reibungs­los und harmonisch vor sich geht, und daß von keiner Seite auf den einzelnen ein Zwang aus­geübt wird".

Nach diesen klaren Bestimmungen des Abkom­mens vom 25. Januar 1934 verstoßen alle eigen­mächtigen Handlungen, die auf eine Schädigung oder teilweise Auflösung des Stahlhelm hinaus­laufen, einerseits gegen die ausdrücklichen Anord­nungen des Führers und des Stabschefs, anderer­seits auch gegen diejenigen des Bundesführers des Stahlhelms.

Oie Eingliederung des Kernstahlhelms in die SA. am Niederrhein.

Duisburg-Hamborn, 3. März (DNB.) Anläßlich der Eingliederung des Kernstahlhelms in öie SA. wird von dem bisherigen Landesführer des Stahlhelms, Major a. D. N i e d e r h o f f, ein Tagesbefehl ausgegeben, in dem er mitteilt, daß er bie Uebersührung des Landesver­bandes Niederrhein des Stahlhelms indieSAR. I verfügt habe. Führer in der SAR. I können, so heißt es in dem Tagesbefehl weiter, auf Grund des Befehles des obersten SA.-Führers, nicht gleichzeitig Führer im Stahlhelm fein. Nach Meldung der mir unterstellten Verbände, hat sich keiner der Kameraden bereit erklärt, den Stahlhelm weiterzuführen. Damit stelle ich fest, daß der Stahl­helm im Bereich des Landesverbandes Niederrhein ohneFührer ist und somit zu bestehen a u f g e h ö r t h a t.

Auch der Führer der SA^Gruppe Niederrhein, Gruppenführer Knickmann, hat einen Tages­befehl ausgegeben, in dem gesagt wird:

Mit der Eingliederung des Kernstahlhelms ist >er letzte Schein einer Trennung zwi- chen den politischen Kampforganisationen des beut» chen Volkes beseitigt, alle tragen in Zukunft Jas braune Ehrenkleid; unter alles Vergangene ist omit ein Strich gezogen. Gemeinsam werden wir im gleichen Marschtritt und im gleichen Glauben unter Hitlers Fahnen einer neuen deutschen Zu­kunft entgegengehen.

Französisches Kapital für die Mandschurei.

^aris, 4. März. (DNB.) Havas meldet aus Tokio, daß nunmehr endgültig eine französisch- japan i s ch e Gesellschaft zur Investierung von Kapitalien in der Mandschurei gegründet wor­den ist. Das Abkommen wurde von dem Vertreter einer französischen Wirtschaftsgruppe und von einem leitenden Mitglied der südmandschurischen Eisev-