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Londesberatungsstelle

für das Büchere»wesen in Hessen.

Der Herr Hessische Staatsminister Jung hat das nachstehende Ausfchreiben an alle unterstellten Be- hörden gerichtet:

Die nationalsozialistische Revolution hat auch das Schrifttum in einen tiefgehenden Umbildungsprozeß einbezogen und damit den Büchereien als Verwal­tern und Vermittlern dieses hohen Gutes grund­legend neue Aufgaben und außerordentliche Ver­pflichtungen im Hinblick auf die geistige und seelische Erneuerung unseres Volkes und seine Erziehung im Sinne des neuen Staates auferlegt. Der hessische Staatsminister hat es daher allen verantwortlichen Stellen zur Pflicht gemacht, den Büchereien ihres (Hnflußgebiets erhöhte Aufmerksamkeit und Förde­rung in ideellem und materiellem Sinne zukommen zu lassen. Dies gilt für die öffentlichen Volks- und Schülerbüchereien, für die Büchereien von Organi­sationen, Verbänden, Arbeitslagern, Fabriken, Ge­fängnissen usw.

In Anbetracht der Bedeutung einer klaren, ein­deutigen Zielsetzung hat das Hessische Staatsmini­sterium Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum im Einvernehmen mit mir den Aufgabenkreis, zualeich aber auch die Befugnisse der Staatlichen Landesberatungs­stelle für das Büchereiwesen in Hessen erweitert und neu festgelegt. Der Leiter dieser Stelle ist beauftragt, die Bücherbestände aller genannten Büchereien zu überprüfen und die Entfernung und Vernichtung aller politisch, geistig, sozial und religiös zersetzen­der, art- und oolksturnsfremder Bücher durchzumh- ren. Mit der Bereinigung des Bestandes ist aber nur ein erster Schritt getan; der zweite, Auf- und Ausbau, muß folgen. Die Staatliche Landesbera­tungsstelle, die für alle Anfragen fachlicher und tech­nischer Art zur Verfügung steht, wird laufend An­schaffungsoorschläge hinausgehen lassen, die den Büchereioerwaltern als Richtlinien dienen sollen. Die Neuanschaffungen haben in Zukunft in Zusam­menarbeit und im Einverständnis mit der Bera­tungsstelle zu erfolgen. Sie steht ihrerseits in enger Arbeitsoerbindung mit den politischen und kulturel­len Körperschaften des Staates und des Reicks. Aus­führungsbestimmungen im einzelnen zu dieser Ver­fügung ergehen noch; vor allem auch für Fragen der Bückereitechnik und Büchereiverwaltung. Ebenso folgen Bestimmungen für die privaten (gewerb­lichen) Leihbibliotheken. Die Veröffentlichungen der Beratungsstelle erfolgen im NS.-Erzieher, dem Or­gan des NSLB., außerdem ist das Wiedererscheinen derMitteilungsblätter der Beratungsstelle" in Aussicht genommen.

. Die Staatliche Landesberatungsstelle für das Bü­chereiwesen in Hessen steht unter der Leitung von Bibliothekar Dr. Fuhr und befindet sich seit 1. Januar 1934 in Darmstadt, Neckarstraße 3, II. (Gewerbemuseum). Sprechtag zunächst nur Mitt­wochs von 8 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, an anderen Tagen nur nach vorheriger Anmeldung, Fernruf 1233. Sie ist dem Arbeitsbereich des Refe­renten für das Schrifttum der Ministerialabteilung für Bildungswefen, Kultus, Kunst und Volkstum eingegliedert, der gleichzeitig Verbindungsmann für die'Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrift­tums ist.

Der Oienstverkehr mit den Lehrer­verbänden.

Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kul­tus, Kunst und Volkstum veröffentlicht die nach­stehende Verfügung an alle unterstellten Behörden:

3m Neichsministerium des Innern, beim Leiter der PO. der NSDAP, und in der Reichskanzlei wurde am 8. Dezember 1933 nachstehende Verfü­gung unterzeichnet:

1. Im Hinblick auf den NSLB. und die gegen­wärtigen organisatorischen Maßnahmen verfügt das Reichsministerium des Innern, daß ein Wiederaufleben alter aufgelöster oder in Auf­lösung befindlicher Verbände absolut oeronten ist. Letztere sind in den Fachschaften des NSLB. aufgegliedert und üben dort ihre Fach­arbeit aus.

2. Der NSLB. stellt im Hinblick auf Politik und Weltanschauung die große deutsche Erzieher­front analog des Reichsleiters Schcmm als selbständiges Amt der politischen Organisation dar.

3. Der NSLB. stellt im Hinblick auf seine Fach­schaften vom Kindergarten über Volksschule, höhere Schule und Hochschule einschließlich aller Fach- und Arbeitsgebiete die auf Erziehung bezügliche fachliche Organisation der NSDAP, dar.

gez.: Frick, Reichsminister des Innern,

Dr. R. Ley, Leiter d. polit. Organisation, R. Heß, Stellvertreter des Führers und

Reichsminister,

H. Schemm, Reichsleiter des NSLB. und Staatsminister für Unterricht und Kultus in Bayern,

Dr. Schmitt, Reichsuirtschaftsminister.

Auf Grund vorstehender gemeinsamer Erklärung der NSDAP, und des Reiches, die wir hiermit allen unterstellten Behörden zur Kenntnis geben, ordnen wir an, daß in Zukunft ein amtlicher Verkehr mit anderen Erzieherorganisationen außer der des NS.-Lehrerbundes nicht stattzufinden hat.

Eine Bitte des Saupresseamtes.

Dom Gaupresseamt wird mitgeteilt: Das Gau­presseamt bittet die Herausgeber von Zeitschriften und Mitteilungsblättern jeglicher Art, von der ersten nach dem 5. Januar erscheinenden Ausgabe zwei Belegstücke an das Gaupresseamt (Gauarchiv), Frankfurt a. M, Adolf-Hitler-Haus, einzureichen

Reichsmusikkammer und Dolksmusskvereine.

stpa. Im Rahmen der Reichsmusikkammer wurde einReichsoerband für Chorwesen und Volksmusik" gegründet. Die Fachgruppe IIVolksmusik" gliedert sich in folgende Fachschaften:

1. Laien-Orchestervereine. a) Streich-, b) Blas-, c) Symphonieorchester.

2. Handharmonika.

3. Mundharmonika.

4. Konzertina und Bandonion.

5. Laute (Gitarre) und Mandoline.

6. Zither.

Im Auftrag der Landesleitung Hessen und -Nassau der Reichsmusikkammer fordert die unterzeichnete Organisation alle Vereine, die zu den unter 2 bis a6 genannten Fachschaften gehören auch die Mu­sikgruppen anderer Vereine auf, ihre Meldung mit folgenden Angaben umgehend an den Gau- Werbe und -Pressewart Ph. Schweitzer, Darm­stadt, Schlageterstraße 4, vorzunehmen-. Name des Vereins, Namen der Vorstandsmitglieder, Zahl der Mitglieder (namentliches Verzeichnis) und in wel­chem Volksmusikoerband bereits Mitglied Es be­steht Veranlassung daraus hinzuweisen, daß die

G IVÜR8EL

Deutschland macht mit dem SterMsiernngsgefeh Weltgeschichte^ Das ist das Urteil eines ausländischen Gelehrten von Weltruf über das deutsche Gesetz zur Bekämpfung erbkranken Nachwuchses, das am 1. Januar 1934 in Kraft getreten ist.

Dieses Gesetz ist von einschneidender Bedeutung für die at- sarnte Zukunftsentwicklung des deutschen Volkes. Wer das Gesetz und die wichtigsten Teile seiner Begründung liest, wird überrascht fein von der unangreifbaren Folgerichtigkeit seiner Gedanken. Jeder Deutsche muß den Wortlaut dieses Gesetzes und das ihm zugrundeliegende Material kennen und begreifen.

Die dritte Aufklärungsschrift,Gesunde Eltern gesunde Kinder", die die N. S. Dolkswohlsahrt im Rahmen der bevölke­rungspolitischen Aufklärungsaktion herausbringt, gibt diese Mög­lichkeit. Sie vermittelt in unterhaltsamer Form alles Wissenswerte und Wichtige über diese Frage. Verbände und Vereine beziehen sie in Sammelbestellungen durch die Ortsgruppen der N.S.D.A.P. Einzelexemplare werden an jedem Postschalter im ganzen Deutschen Reich für 10 Pf. abgegeben. Auch die ersten beiden Broschüren, Mütter, kämpft für eure Kinder!" undDie kommende Ge­neration klagt anl", sind noch bei denselben Stellen zu haben.

Vereine nach dem Gesetz zur Meldung verpflichtet sind und Ausnahmen nicht gestattet werden.

Sie unter 1) genannten Vereine melden die ge­forderten Angaben direkt an die Landesleitung der Reichsmusikkammer in Darmstadt.

Rhein-Main-Gau im DMGB.

(Reichsverband für Mandolinenmufik) im Reichsdeutschen Großverband für Zupfmuflk.

Ortsgruppe Gieyen-Süb.

Am Sonntag, 7. Januar, werden anläßlich des Eintopsgerichts Haussammlungen oorgenom- men. Hierzu haben vormittags 10 Uhr im Hotel Hopfeld sämtliche Amtswalter der NSV. und die Blockwarte der PO. zu erscheinen. Die im Besitze der Amtswalter befindlichen Spendelisten find mit­zubringen. Die Ablieferung der Sammelbeträge er­folgt ebenfalls im Hotel Hopfeld, in der Zeit von 16 bis 17 Uhr.

gez. Schwarz, Ortsgruppenleiter.

Deutsches Iungvoik.

Stamm Delfen und Stamm Geusen.

Der für Freitag ursprünglich angesetzte Führer- avpell wird auf Montag, 8. IanUar 1934, verschoben. An diesem Appell haben sämtliche Führer und Stell­vertreter vorn Jungenschaftsführer aufwärts, teilzu­nehmen Antreten: 17.30 Uhr, Universitätsbibliothek.

Der Führer des Stammes I Welfen: Hans Ebe. Der Führer des Stammes II Geusen: Karl Thron.

BornoNzen.

Tagestalender für Freitag. Stadt­theater: 20 bis 22.30 Uhr,Der Herr Senator". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Zwei gute Kame­raden". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Nagana".

Aus dem Stadttheaterbureau wird mitgeteitt: Am morgigen Samstag findet eine Wie­derholung desBunten Abends" statt. Der Rein­ertrag fließt dem Winterhilfswerk zu. (Siehe heutige Anzeige.)

Die Ortsgruppe Gießen des Deut­schen Techniker-Derbanoes veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Einladung zu einer Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.)

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♦♦ Eine öffentliche SitzungdesStadt- rotes findet am kommenden Montag, 18 Uhr be­ginnend, im Sitzungsfaale des Stadthauses Berg­straße statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. fol­gendes: Amtseinführung und Verpflichtung des Stadtratsmitgliedes Versorgungsanwärters Her­mann Wagner, Niederschlagung uneinbringlicher Ausstände von 1930, Baugesuche, Vergebung von Arbeiten und Lieferungen, Rechnungslegung von städtischen Betrieben von 1931, Umstellung des Stromoersorgungsnetzes der Gemeinde Annerod, Jn- standfetzungsarbeiten im Volksbad.

** Finanzamtsperfonalie. Infolge Er­reichung der Altersgrenze tritt der Leiter der Steuer­abteilung beim Landesfinanzamt Darmstadt, Lan­desfinanzamtsdirektor Linden struth, mit Ab­lauf des Monats Januar 1934 in den dauernden Ruhestand. Bei dieser Gelegenheit ist ihm von der Reichsregierung die besondere Anerkennung für die in verantwortlicher Stellung der Reichsfinanzver­waltung geleisteten Dienste ausgesprochen worden.

** Po st Personalien aus Oberhessen. Uebertrageni sind die Dorsteherstelle des Postamts in Friedberg dem Postamtmann Schmidt in Fried­berg; eine Postassistentenstelle dem Postschaffner Hch. K ö h l e r in Lauterbach. In den Ruhestand treten der Postdirektor Harresin Friedberg, Postdirektor im Wartestand Zimmer in Bad-Nauheim, Post­amtmann im Wartestand Zinck in Niedermörlen, Postinspektor Kinzenbach in Gießen, die Ober­postsekretäre I a n s o h n in Nidda, Ringenwald in Gießen; die Oberpostsekretäre im Wartestand Geldbach und Menges in Gießen. Keller in Grünberg, Scheer in Lauterbach die Obertele­graphensekretäre Espenschied und R u p p e l in Gießen, Postafsistent Schmitt in Gießen; die

Postassistenten im Wartestand Kemps und Sauerwein in Vilbel, L o h s i n k in Bad-Nau­heim, Schneider in Allendorf (Gießen), der Tele­graphenoberleitungsaufseher Blei in Stockheim (Oberhess.), der Telegraphenleitungsaufseher Wag­ner in Gießen, die Oberpoftschaffner Becker, Gräf und Hahn in Gießen, Kircher in Schlitz, die Oberpostschaffner im Wartestand Birx und L i n ck in Gedern, H ö ch st in Londorf, Nies in Oberseemen, Weider in Gießen; die Postschaffner im Wartestand Hofmann, Stamm und D a - lentin in Gießen, Mietzner in Wieseck, R h e i s in Rüddingshausen über Grünberg.

** Zur Bekämpfung des Kartoffel­käfers. Um die hessische Lehrerschaft mit dem Aussehen und der Bekämpfung des Kartoffelkäfers vertraut zu machen, werden in den einzelnen Krei­sen Lehrvorträge für die Gesamtlehrerfchaft einge­richtet. Ministerialrat Ringshausen empfiehlt den Kreis- und Stadtschulämtern, sich alsbald mit dem Naturhistorischen Museum der Stadt Mainz (Professor S ch m i d t g e n) wegen der Abhaltung dieser Vorträge ins Benehmen zu setzen.

** Saar-Umschau in der Sender­gruppe W e st. In Zukunft bringt die Sender­gruppe West jeden Samstag von 20 bis 20.10 Uhr aus Frankfurt eineSaar-Umschau", die sich jeweils mit den brennend gewordenen Fragen des Saargebietes befassen wird. Erstmalig wird am 6. Januar, 20 Uhr, diese Saar-Umschau des drahtlosen Dienstes über die Sender der Gruppe West gehen.

** Tragischer Unfall auf der Jagd. Unweit von Saasen ereignete sich gestern Nachmit­tag ein schwerer Jagdunfall. Der etwa 60jährige Mühlenbesitzer Wilhelm Möser von Gießen, der sich allein auf der Jagd befand, wurde mit schweren Schrotschußverletzungen im Unterleib und im Ober­schenkel, sowie mit einem Oberschenkelbruch hilflos im Walde auf gefunden. Don hilfsbereiten Personen wurde der bedauernswerte Mann, der beim Gang im Walde offensichtlich gestürzt war, wobei sich die Iagdwaffe entlud, zunächst nach Saasen gebracht und von dort von der sofort benachrichtigten Frei­willigen Sanitätskolonne Gießen nach der Chirur­gischen Klinik gebracht. Bereits eine Stunde nach der Einlieferung erlag der Verunglückte leider seinen schweren Verletzungen.

** Zur Richtigstellung. Wir werden leider erst heute darauf aufmerksam gemacht, daß uns in dem Bericht über den Bunten Abend des Stadt­theaters zu Silvester infolge eines Mißverständ­nisses bei der Programmansage ein Irrtum un­terlaufen ist: die Jongleur-Nummer wurde nicht von Herrn Sieten, sondern von einem Berufs­artisten, Herrn Solton, Mannheim, ausgeführt.

** Zur Weihnachtsfeier der Kriegs­blinden. Wie wir nachträglich erfahren, ist das Aur Bewirtung der Kriegsblinden und ihrer Ange- yörigen (etwa 150 Personen) erforderliche Backwerk von den diesigen Bäckern und Konditoren gestiftet worden. Die Hilfe, die das Bäcker- und Konditor­gewerbe den Kriegsblinden dadurch erwies, ver­dient dankbare Anerkennung. Sie Dorbereitungs­arbeiten für die Feier wurden auch in diesem Jahre wieder von dem einzigen sehenden Mitglied des Vorstandes des Bundes erblindeter Krieger, Herrn Vogel, geleistet.

** Filmvorführung der Friseur- Zwangsinnungen. Sie Frifeur-Zwangsinnun- gen Gießen-Stadt, Gießen-Land und Wetzlar hatten für gestern Abend zu einer Pflichtversammlung ein­geladen. Ser Abend war, auch von Gästen, sehr gut besucht und brachte nach kurzen einleitenden Worten des Jnnungsführers Schäfer- Gießen _ einen Film, der in den Laboratorien und Derfuchsräumen einer großen Haarpflegemittel-Firma aufgenommen worden war. In klaren Bildern waren zunächst die mannigfachen für das Haar schädlichen Ein­wirkungen eines harten Wassers in Verbindung mit Seife dargestellt, dann wurden alle Haarpflege­mittel in der Anwendung gezeigt, die die Wissen­schaft dem Handwerk an die Hand gab, um eine schonende Behandlung des Haares zu ermöglichen.

Zahlreiche hervorragende Mikroaufnahmen ließen die Wirkungen im einzelnen genau erkennen. Mit großem Interesse dürften die Zuschauer den Bildern gefolgt fein, die das richtige und falsche Ondu­lieren in der Gegenüberstellung veranschaulichten. Sas Waschen, Färben und Bleichen des Haares, sowie die Anfertigung von Dauerwellen, Wasser­wellen usw. nach schlechter ober nach veralteter Methode, dann aber auch in der Gegenüberstellung der richtigen Arbeit, entsprechend den Erkenntnissen der Wissenschaft der Haarpflege, das alles wurde so gezeigt, daß jeder Handgriff genau beobachtet werden konnte. Der Film war sehr lehrreich und für den Laien, wie für den Fachmann interessant. Innungsführer Schäfer schloß den Abend mit einem dreifachenSieg-Heil" auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hiller.

Große Strafkammer Gießen.

Ein Kaufmann aus Gießen wurde kürzlich vom Gießener Schöffengericht wegen Kreditbetrugs zu ünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde gestern entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts kostenpflichtig zurückgewiesen. Der Angeklagte be­stellte im Januar 1932 bei einer Berliner Firma einen größeren Posten Maskenkostüme. Um seiner Bestellung eine kreditwürdige Note zu geben er war Wohlfahrtsempfänger fragte er z. B. an, ob der angefetzte Preis der Nettopreis fei. Seine Bestel­lungen blieben aus. Eine Pfändung blieb erfolglos. Ser Schaden belief sich auf rund 1000 Mark, der aber später auf wiederholtes Srängen der Firma durch Zurücksenden der Kostüme gedeckt wurde. Strafverschärfend wirkte die Tatsache, daß der An­geklagte wegen Betrugs bereits rückfällig ist.

Ein Schneidermeister und dessen Ehefrau wurden wegen Verstoßes gegen die Sevifenbewirtschaftungs» Verordnung vom Schöffengericht zu je drei Wochen Gefängnis und je 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Auf die Berufung der Angeklagten wurde gestern das Urteü der Vorinstanz aufgehoben und die An­geklagten freigesprochen.

Ein Schlosier aus Geisa (Rhön) fertigte zwecks Erlangung von Provision 16 fingierte Aufträge an und schädigte auf diese Weise einen Kaufmann, z. Z. im Zuchthaus Marienschloß, in Höhe von etwa 35 Mark. Sas Schöffengericht verurteilte ihn deswegen zu einem Monat Gefängnis. In An­betracht der großen Nollage, in der sich der An­geklagte befand, wurde das Urteil der ersten In­stanz aufgehoben, die Gefängnisstrafe auf eine Woche herabgesetzt und dem Angeklagten drei Jahre bedingter Strafaufschub gewährt.

Kalender für 1934.

Historischer Kalender des Sritten Reiches. (Verlag Jos. C. Huber, Siehen vor München.) (653) Ser Kalender ist die Zu­sammenfassung der Geschichte der nationalsozialisti­schen Bewegung in kurzen, prägnanten Sätzen, in klar geordneten Säten, in charakteristischen Aus­sprüchen der Führer des Nationalsozialismus und vieler, die den völkischen Staat bejahen. In der Gegenüberstellung sind aber auch Aussprüche von Daterlandsverrätern wiedergegeben, die durch ihre Handlungsweise das deutsche Volk systematisch zu­grunde richten wollten und nun auch in diesen Blättern und in dieser Form für alle Zeiten ge- branbmarft sind. Sie Trennung der in Verbindung mit jedem Tag des Jahres genannten geschichtlichen Säten ist sehr klar durchgeführt. Es ist unter­schieden zwischen den Ereignissen vor und während des Weltkrieges und jenen nach dem Weltkrieg, jener Epoche des Kampfes um die Behauptung der nationalsozialistischen Bewegung. Erschütternd ist es, fast auf jeder Seite des Kalenders das Kreuz des Todes zu finden, denn fast auf jedem Blatt muhte der Tod eines oder mehrerer Kämpfer der national­sozialistischen Bewegung festgehalten werden. Neben den Säten geschichtlicher Ereignisse in unserem Vaterlande sind auch viele Erinnerungen an welt- geschichtlicke Vorgänge ausgezeichnet worden. Der Kalender ist von bleibendem Wert.

Seutscher Handwerks-Kalender 1934, illustrierter Abreißkalender, 7. Jahrgang, herausgegeben vom Reichsstand des deutschen Handwerks, Berlin NW 7, Dorotheenstr. 35. (Kon­kordia-Verlag, Leipzig. Preis 2 Mark.) (656) Sie Bilder dieses Kalenders gewähren einen lehr­reichen Einblick in die Arbeitsweise der einzelnen Gruppen im Handwerk und zeigen formgerechte, schöne Handwerkserzeugnisse, daneben Aufnahmen aus dem Zeitgeschehen des letzten Jahres. So wird die Gründung des Reichsstandes des deutschen Handwerks festgehalten. Mehrere Aufnahmen be­richten von dem eindrucksvollen Verlauf der Reichs- handwerkswoche. Kurze Begleitterte geben Auf­schluß und Erläuterung. Ein schönes, aufschluß­reiches Werk über die Bedeutung des Handwerks für Volk, Kultur und Wirtschaft.

Jugend-JahrbuchTechnik voran" 19 3 4. Herausgegeben vom SATSch.-Lehrmittel- dienst GmbH, und dem Reichsbund Seutscher Tech­nik E. V., 248 Seiten mit 9 Kunstdruckbeilagen und 110 Abbildungen, sowie einer Kartenbeilage. Ta» schen-Format S3NA. 6. In Ganzleinen gebunden 0,90 Mark. Zu beziehen vom SATSch.-Lehrmittel- dienst GmbH., Berlin W 35, Potsdamer Str. 119 b. (341) Sas Jahrbuch enthält eine Menge Material aus dem Bereiche der Technik und der Wirtschaft. Sarüber hinaus werden die Lebensinter- effen der Nation mit anerkennenswerter Frische ver­treten. lieber die Stellung der Technik und des Technikers im nationalsozialistischen Staate werden grundlegende Ausführungen in dem Einführungs­artikelTechnik im neuen Seutschland" gebracht. Ferner verdienen die Aufsätze über das Saargcoict, die Kolonien und den germanischen Menschen be­sondere Erwähnung. Eine Karte über die Weft- grenzen des Reiches ergänzt das Kartenmaterial früherer Jahrgänge. Ser Text findet weitgehende Erläuterungen durch klare Zeichnungen und Bilder.

Kalender für Geflügelzüchter auf das Jahr 1934." Jahrbuch des Reichsverban­des der Geflügelwirtschaft. 670 Seiten mit 104 Ab­bildungen und zwei Farbtafeln. In Halbleinen ge­bunden mit Tasche und Bleistiftöse 75 Pf. (Verlag Fritz Pfennigstorff, Berlin W. 57. (583) lieber die verschiedenen Rassen ist in dem Kalender ein längerer Aufsatz enthalten, auch über die Grund­linien der Zucht wird etwas gesagt, viele Aufsätze behandeln die Fütterung unter Berücksichtigung der billigsten Futtermischungen. Ein längerer Artikel ist der Erkennung und Heilung der wichtigsten Geflü- gelkrankheiten gewidmet, ein anderer Aufsatz be­schreibt an Hand von Skizzen, wie man sich die gebräuchlichsten Geräte selber zimmern kann. An­dere Beiträge behandeln den Anbau von Futter­pflanzen, die Erfahrungen und Forschungen der Lehr- und Versuchsanstalten im letzten Jahr, Brut und Aufzucht, kurz, der Kalender stellt einen prak­tischen Ratgeber dar.