die
Aus aller Welt
e
'S v
it
V
IV
Denkt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"!
Einzahlungen an ReichskredilgefellfchafI Berlin W S. Vehrensslrahe 21/22, sowie ans deren Reichs- bankgirokonlo und deren Postfcheckkoulo Berlin 120 unter Angabe der Konlobezeichnung: „Stiftung fflt Opfer br Arbeit"
Hauptschriftleiter: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Friedr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H. Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i. A.
Th. Kümmel, sämtlich in Gießen. DA.: 11700.
V - i* '6 e it t* ¥
Chautemps untersucht den Bayonner Leihhausskandal
Schmuckstücke im Wert von Millionen mit Stravisky verschwunden.
den Nachforschungen erfuhr aber die Polizei, daß die Eingeborenen allgemein des Glaubens waren, der junge Engländer sei für das Fest der blutigen Speere gemordet worden, damit man die Speere der Krieger in fein Blut eintauchen könne.
Wie amtlich mitgeteilt wird, find die „Bremer Na chrichten" wegen ihres ersten Artikels zum Ausgang des Lahusen-Prozesses auf drei Tage verboten worden.
Die Londoner Zeitschrift „The Autocar" bringt die Meldung, das Reich wolle die Opelwerke kaufen. Diese Meldung, die offensichtlich als politische Brunnenvergiftung ausgedacht ist, ist frei erfunden und enthält kein Körnchen Wahrheit.
repräsentieren, für etwa vier Millionen Pengö. Die ungarischen Optanten erhielten aber diese Summe nicht.
Kunft und Wissenschaft.
Zwei ukrainische Lehrstuhle an der Warschauer Universität.
Der polnische Ministerpräsident hat in seiner Eigenschaft als Kultusminister durch Verordnung vom 1. Januar die Errichtung zweier neuer Lehrstühle an der WaZchauer Universität, und zwar für ukrainische Geschichte und ukrainische Sprachlehre, verfügt. Seit einigen Jahren bestehen an der Universität für diese beiden Lehrfächer Lektorate, die von Ukrainern besetzt sind. Außerdem gibt es einen Lehrstuhl für ukrainische Literatur an der Universität Krakau, der seit Jahren von dem bedeutenden ukrainischen Dichter, Bohda L e p k y , besetzt ist. In Lemberg, wo vor dem Weltkriege elf ukrainische Lehrstühle bestanden haben, gibt es augenblicklich nur polnische Lehrstühle.
Wie haben sich die Finanzen der Reichsbahn entwickelt?
Die Auswirkungen der Wirtschastsbelebung.-Oie Reichsbahn als Arbeitgeber.
Budapest, 4. Jan. (DNB.) Bisher sind Namen von elf ungarischen Aristokraten bekannt, die ihre Ansprüche aus der Haa- ger Optantenregelung dem Hochstapler Stravisky, dem Urheber des Bayonner Bankkrachs, verkauft haben. Sie verkauften Ansprüche, die etwa 200 Millionen Goldkronen
Angestellte an Stelle der ehrenamtlich tätigen Vertonen einzustellen, um so auch ihrerseits an dem Kampf gegen die Arbeitslosigkeit teilzunehmen.
Kleine politische Nachrichten.
Die Steigerung der Beschäftigten- za h l hat in der A n g e st e l l t e n v e r si ch e- r u n g ZU einer erfreulichen Vermehrung der Beitragseinnahmen geführt. Die Beitragseinnahme betrug im Juli 1933 21 Millionen Mark, im August stieg sie auf 22,6 Millionen Mark, im September auf 23,3 Millionen Mark, im Oktober auf 23,8 Millionen Mark und hielt sich im November auf 23,6 Millionen Mark.
Als Beisitzer zur ersten Kammer des obersten Parteigerichtes unter dem Vorsitz des Pg. Reichsleiter Walter Buch tritt neben den Pg. Reichsleiter Dr. Hans Frank II. der Pg. Ludwig Schneider. Der zweiten Kammer, deren Vorsitz Pg. Reichsleiter Wilhelm Grimm übernimmt, stehen als Beisitzer zur Verfügung die Pg. Ulrich Graf und Konrad Hofer.
Schweres Krastwasterwerksunglück im Elsaß.
3n der Nahe von Urbeis (jetzt Orbeyi, das westlich von kolmar liegt, hat sich ein schweres Wafferkraftwerkunglück ereignet Der Damm eines zu dem Weck gehörenden Kanals ist gebrochen, wodurch die ganze Umgegend überflutet wurde. Nach noch unbestätigten Blei- düngen hat das gesamte Personal des Kraftwerkes den Tod gefunden. Das Dorf Urbeis soll ebenfalls von den Fluten bedroht fein. Die Feuerwehren und die Garnison von Kolmar sind an der Unglücksstelle. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt Das Wasserkraftwerk liegt zwischen dem sogenannten Weißen und dem Schwarzen See. Der letztgenannte See ist etwa 100 Meter höher gelegen. 3n der vergangenen Nacht ist nun der Derbindungs- Fanal zwischen den beiden Seen gebrochen und in ganz kurzer Zeit hatten die herunterstürzen- den wassermasfen das Kraftwerk vollkommen überschwemmt
Nach dem letzten Funkspruch sind neun Personen In den Fluten umgekommen, darunter der Direktor und der leitende 3ngenleur des Wasser-Kraftwerkes. Nur zwei Arbeiter tonten noch im letzten Augenblick gerettet werden. Da Gefahr bestehl, daß die i m lal gelegenen Gehöfte ebenfalls von den wasfermaffen erreicht werden, hat der Präfekt die sofortige Räumung angeordnet. Trotz der Schnelligkeit der Hilfsarbeiten befürchtet man einen Bruch der Deiche. Die Arbeiten des Mi litärs und der Feuerwehr werden durch den Schnee erschwert, der etwa ein Meter hoch liegt. Der durch die Ueberschwemmung der Kraftwerksantagen angerichtete Sachschaden soll sich auf mehrere Millionen belaufen.
Indianer Aufstand in Bolivien.
Lima, 4. Jan. (DNB.-Funkspruch) 5000 Indianer befinden sich in Aufruhr. Sie haben die Kaserne von Quaqui an der Grenze von Peru und Bolivien in Besitz genommen. Die Stationen der Eisenbahn La Paz und Titicacasee wurden g e- plündert. Die Eisenbahn gehört einer britischen 'Gesellschaft. Die Eisenbahner setzten sich xur Wehr. Auf beiden Seiten soll es schwere Verluste gegeben haben. Die bolivianische Regierung hatte Truppe n in das Aufruhrgebiet entsandt.
Aufhebung der Sperre für den (Eintritt in den Reichsbund Der Deutschen Beamten.
Wie der Beamten-Nachrichten-Dienst meldet wird die seit dem 29. Dezember 1933 bestehende Sperre für Beitrittserklärungen zum Reichsbund der Deutschen Beamten am 5. Januar 19 3 4 wieder auf gehoben. Dem Reichsbund der Deutschen Be-
sätzliches Programm von 560 Millionen Mark aufgestellt, das zum größeren TeU auf 1934 entfällt. Um im Winter 1933 bis 1934 der Arbeitslosigkeit erfolgreich zu begegnen, wird ein besonderes W i n t e r p r o g r a m m zusätzlicher Arbeiten von 25 Millionen Mark durch- geführt. Für zusätzliche Arbeiten im Jahre 1934 sind noch weitere 40 Millionen Mark vorgesehen. Der Gesamtbetrag des zusätzlichen Arbeitsbeschaffungsprogramms 1933 bis 1934 beläuft sich somit auf 625 Millionen Mark. Für 1934 sind im ganzen ebenso wie für 1933 rund f,4 Milliarden Mark für Arbeitsbeschaffungen vorgesehen.
Die Ausgaben der Betriebsrechnung werden sich 1933 voraussichtlich auf etwas über 3000 Millionen Mark belaufen. Die Reichsbahn wird ihre ganze Sorge darauf richten müssen, wenigstens einen buchmäßigen Rechnungsausgleich für 1933 zu finden. Im Geschäftsjahr 1933 find keine neuen Anleihen begeben worden. Die Eingänge an Steuergutscheinen von rund 181 Millionen Mark dienen 3ur teilweisen Deckung des zusätzlichen Arbeitsbeschaffungsprogramms. Die Reichsbahn hatte einschließlich eines Betrages an das Reich von jährlich 70 Millionen Mark Ende 1933 an politischen Lasten im ganzen 472 Millionen Mark, d. s. rund 16 v. H. der Betriebseinnahmen, zu tragen.
Im Gesamtpersonenverkehr werden nach den bis Anfang November vorliegenden Ziffern die Einnahmen aus dem Personen- und Ge- päckoerkehr 92,5 v. H., die Zahl der beförderten Personen 93,5 v. H. und die Zahl der geleisteten Personenkilometer 96 v. H. der Ergebnisse von 1932 ausmachen. Die Entwicklung des Güterverkehrs bietet zum ersten Male seit 1929 ein erfreulicheres Bild. Die Tagesleistung an Zugkilometern aller Güterzüge ist gegenüber dem Vorjahre um 3,9 v. H. gestiegen.
Im Jahre 1932 betrug die Kopfzahl des Personal st andes 600 595. Sie wird für das Jahr 1933 voraussichtlich auf durchschnittlich 602 619 steigen. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden rund 62 000 Zeitarbeiter und rund 7500 Werkstättenarbeiter neu eingestellt.
Berlin, 4. Jan. (DNB.) Nach einem vorläufigen Bericht der Deutschen Reichsbahn wird das Jahr 1933 voraussichtlich mit dem gleichen Ergebnis wie das Vorjahr abschließen, während in den Jahren 1930 bis 1932 regelmäßig ein beträchtlicher Einnahmerückgang zu verzeichnen war. Die Betriebsleistungen der Reichsbahn sind infolge der Wirtschaftsbelebung 1933 bereits höher gewesen, als im Vorjahr. Die Einnahmeentwicklung hat damit jedoch nicht Schritt gehalten, weil die Beförderungsleistungen aus sozialen Gründen und zur Unterstützung der Regierungsmaßnahmen in erheblichem Umfange frachtfrei oder zu ermäßigten Frachtsätzen ausgesührt worden sind. Erst in dem nächsten Jahr wird mit einem der Verkehrsbelebung entsprechenden Anstieg der Einnahmen gerechnet werden können. Die Gesamteinnahmen des Berichtsjahres werden etwa drei Viertel der Einnahmen des Jahres 1931 von 3849 Millionen Mark erreichen. Verblieben die Gesamteinnahmen etwa auf dem Stande des Vorjahres, so glitten die Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckoerkehr gegenüber 1932 um 7 v. H. auf voraussichtlich 840 Millionen Mark (im Vorjahre 901 Millionen Mark) ab. Im G ü t e r° verkehr ist seit 1929 erstmalig eine Einnahme- teigerunft eingetreten. Gegenüber dem Jahre 1932 ergibt sich eine Zunahme um rund 3 v. H.
Die Reichsbahn mußte eine Erhöhung ihrer Ausgaben in Kauf nehmen, wenn sie die Maßnahmen der Reichsregierung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit tatkräftig unterstützen wollte. Aller Voraussicht nach wird sich infolgedessen der wichtigste Ausgabeposten, der Personalaufwand, der etwa 70 v. H. der Gesamtausgaben ausmacht, entsprechend dem Anwachsen des durchschnittlichen Jahreskopfstandes auf etwa 603 000 Mann erhöhen.
Die Reichsbahn führte zunächst zu Beginn des Jahres das im Vorjahr in Angriff genommene zusätzliche Arbeitsbeschaffungspro- g r a m m von 280 Millionen Mark im vollen Umfange durch und erweiterte es später auf insgesamt 336 Millionen Mark. Nach dem Siege der nationalsozialistischen Bewegung wurde ein neues zu -
Entgegen anderslautenden Meldungen, daß eine Wiederaufnahme der deutsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen unmittelbar beoorstehe, muß mitgeteilt werden, daß sich durch die von französischer Seite festgesetzte Kontingentierung eine neue Lage ergeben hat. Jrn Verlauf der hierüber stattfindenden Verhandlungen wird sich ergeben, ob wieder direkte Handelsvertragsverhandlungen beginnen können.
Die finnische Regierung hat das vorläufige deutfch-finnifche Handelsübereinkommen vom 21. April 1922 gekündigt. Das Ueberein- tommen tritt mit dem 2. April 1934 außer Kraft. Finnland ist von der deutschen Meistbegünstigungsliste gestrichen worden. Nachdem Finnland es abgelehnt hat, eine Uebergangsregelung für bie Zwischenzeit bis zum Ablauf des deutsch-finnischen Handelsabkommens zu schaffen, ist von deutscher amtlicher Seite die Einstellung der Buttereinfuhr aus Finnland angeordnet worden.
Die Leiter der Staatsgefängnisse und der Irrenhäuser des Staates Oklahoma sind angewiesen worden, entsprechend der kürzlich erfolgten Ausdehnung des Sterilifierungsgefetzes dreimal rückfällige Verbrecher und unheilbare Irrsinnige zur Sterilisierung anzumelden.
amten von diesem Tage an beitretende Beamte zahlen als Mitglieder stets erst vom Ersten des dem Eintrittstage folgenden Monats. Sie haben den für sie in Frage kommenden ersten Monatsbeitrag bei der Abgabe der Beitrittserklärung sofort bar zu entrichten. Vom 25. bis zum Schluß jeden Monats werden Beitrittserklärungen nicht entgegengenommen. , „ .. .. . .
Schwabe nach Kapstadt gestartet.
Der deutsche Jungflieger Karl Schwabe- München ist auf seinem Afrikaflug von Kairo nach Kapstadt gestartet. Die erste Zwischenlandung wird vor- aussichtlich in Wadi Haifa vorgenommen werden.
Kopenhagen will den Eiffelturm übertrumpfen.
Auf dem alten Bahnhofsaelände in Kopenhagen unweit des jetzigen Bahnhofs will man einen 3 2 0 Meter hohen Reklarneturm aus Eisenbeton errichten, der also den Eiffelturm noch um 20 Meter Überragen würde. Das Millionenprojekt soll aus Einnahmen für Reklame finanziert werden. Der Turm wird u. a. Sportklublokale und in einer Höhe von 300 Meter ein Restaurant erhalten.
zwei Todesopfer eine Flugzeugabsturzes in Braunschweig.
Auf der Rückkehr von einem Uebungsflug stieß bei unsichtigem Wetter ein Flugzeug der Deutschen Verkehrsfliegerschule Braunschweig bei der Landung auf dem dortigen Flughafen gegen ei ne n Funkmast und stürzte ab. Die betten Insassen, Flugzeugführer Schröder und Werkmeister H u h n d o r f kamen dabei ums Leben.
General der Kavallerie a. D. Eugen v. Falkenhayn t-
Der General der Kavallerie a. D. Eugen von Falkenhayn ist in seiner Wohnung in Berlin- Lichterfelde im Alter von 80 Jahren v e r st o r b e n. General von Falkenhayn, ein älterer Bruder des bekannten Kriegsministers, war Oberhofmeister der Kaiserin Auguste Viktoria und führte im Krieg das 22. Reservekorps. Er war Inhaber des Ordens „Pour le mdrite“.
Explosion einer Sauerstoffflasche. — Drei Tote, drei Schwerverletzte.
In einer Fabrik in St. Juery bei Albi in Südfrankreich explodierte eine große Sauerstoff- lasche Durch die umherfliegenden Eifensplltter wurden drei Arbeiter g e t ö t e t und drei lebensgefahr- lick verletzt. Der durch die Erplosion verursachte Luftdruck war so stark, daß sämtliche Fensterscheiben der umliegenden Häuser in Trümmer gingen.
Selbstmord des Giftmörders Wittenburg.
Der Oberlehrer Wittenburg, der in der Nacht zum 2. Januar in Berlin feinen Freund und seine Schwiegermutter vergiftet hatte, hat S e l b st m o r d begangen. Vor wenigen Tagen war Wittenburg mit der Bahn nach Braunschweig gekommen und hatte eine ihm bekannte Frau auf- gesucht; mit dieser fuhr er nach Königslutter und
Auf drei Grubenbetrieben trn Dombrowaer Revier sind die Belegschaften, etwa 3000 Arbeiter, in einen Proteststreik getreten gegen das neue polnische Versicherungsgesetz, das eine Zesamrnenfassung aller polnischen Versicherungsanstalten vorsieht und eine Beschränkung der sozialen Vorteile für die Arbeiterschaft mit sich bringt.
mietete in einem dortigen Gasthaus ein Zimmer. Am nächsten Morgen erhiell die Stadtpolizei in Königslutter einen Brief, in welchem das Paar mitteiUe, daß es sich im Elm das Leben nehmen würde. Am späten Abend wurde die Frau mit Vergiftungserscheinungen kurz vor Königslutter, wohin sie sich geschleppt hatte, durch einen Einwohner aufgefunden. Sie wurde dem Krankenhaus Helmstedt zugeführt. Wittenburg wurde in der Nähe eines Steinbruches im Elm tot aufgefunden. Er hatte Selbstmord durch Einnehmen von Gift verübt.
Deutscher Dampfer in der Nordsee gesunken.
Bei dichtem Nebel ist auf der Nordsee vor dem Eingang zum neuen Wasserweg bei Hoek van Holland der deutsche Dampfer „Ceres" mit dem aus Rotterdam kommenden englischen Dampfer „Sagres" zufammengestoßen. Die „Ceres" ist nach dem Zusammenstoß gesunken. Die Besatzung konnte gerettet werden bis auf den Ersten Steuermann, der über Bord gespült wurde. Es handelt sich um den 29jährigen K. Ammermann aus Oldenburg. Die „Sagres", ein englischer Bananendampfer, scheint nicht stark beschädigt worden zu fein. Das Schiff konnte die Reise fortsetzen. Der Dampfer „Ceres" (660 Tonnen) gehörte der Neptun- Linie.
Drei Todesopfer einer Lokomolivkesselexplosion.
Bei Oviedo in Nordfpanien explodierte der Kessel der Lokomotive eines Lokalzugs. Der Lokomotiv- sichrer und zwei Heizer wurden getötet, fünf Reifende wurden schwer und zehn leicht verletzt.
Eine Blutter erschießt ihren Sohn.
Die Ehefrau des Schlächtermeisters Tiedemann in Lühe bei Grünendeich (Altes Land) hat in einem Anfall von Hysterie ihren 14jährigen Sohn durch einen Pistolenschuß in die Schläfe getötet und die Waffe dann gegen sich selbst gerichtet. Infolge einer Ladehemmung, die sie nicht zu beseitigen vermochte, wurde sie jedoch an der Ausführung des Selbstmordes gehindert. Die völlig zusammen- gebrochene Frau wurde in das Duxtehuter Krankenhaus geschafft.
Vierzehn Todesurteile in Kabul.
Wie Reuter aus Kabul meldet, hat ein Sondergericht, dem acht Mitglieder des afghanischen Kabinetts angehörten, 14 Personen wegen Beteiligung an dem Mordanschlag gegen Nadir Khan zum Tode verurteilt. Unter den Verurteilten befinden sich der Vater, der Onkel und einige Freunde des Mörders Abdul Khalik, ferner ein Offizier des Heeres und ein Lehrer der Schule, wo Abdul Khalik und feine Mittäter studiert hatten. Der König hat die Todesurteile bereits bestätigt.
Paris, 4. Jan. (DNB.) Im Innenministerium fand unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Chautemps eine Besprechung mit hohen Beamten des Justizministeriums statt. Sie galt der gerichtlichen Untersuchung des Bayonner Leihhausskandals. Nach Havas soll die französische Regierung bereits ausländische Staaten gebeten haben, ihre Grenzen zu überwachen, um die Ergreifung der flüchtigen Betrüger zu ermöglichen. Chautemps hatte ferner eine Unterredung mit Arbeitsminister Lamoureux und mit dem Kabinettsdirektor des Handeisministers. Es soll untersucht werden, wie die den beiden Ministerien unterstellten Kontrollorgane die ihnen obliegende Ausgabe der Ueberwachung dcs Städtischen Leihhauses in Bayonne erfüllt haben.
Bei der Buchprüfung der städtischen Kreditanstalt von Bayonne hat sich herausgestellt, daß sieben oder acht Schmuck stücke, deren Wert auf j e eine halbe Million Franken geschätzt wird und die die Kreditanstalt mit großen Summen be- liehen hat, spurlos verschwunden sind. Der verhaftete Direktor des Unternehmens, T i f f i c r, erklärte, daß er sie am Vorabend feiner Verhaftung an Straoifky nach Paris geschickt habe. Ein Mitglied des Verwaltungsrates der Kreditanstalt erklärte dem Vertreter Der „Petit Gironde", der Verwaltungsrat habe liemals im geringsten Unregelmäßigkeiten in der Gefckäfts- gebarung Tiffiers festgestellt. Die verschiedenen Nachprüfungen, die von einem Vertreter des Han-
Wettervoraussage.
Mit dem Weiterzug des nördlichen Tiefdruckgebietes haben die Winde auf Westen umgedreht, so daß die Zufuhr maritimer Luft eingeleitet wurde, wodurch bereits Regenfälle auftraten. Im Westen steigt der Luftdruck wieder an, doch fließt zunächst weiterhin Ozeanluft zu, jo daß der Witterungscharak» ter noch feucht und unoeftänbig bleibt. Die Bewölkung wird aber teilweise aufreißen und sich mehr wechselhaft gestalten. Dabei ist vereinzelt noch mit schauerartigen Niederschlägen zu rechnen.
Aussichten für Samstag: Wechselnd wolkig, Temperaturen wenig verändert, einzelne Niederschläge.
Aussichten für Sonntag: Teils neblig und bewölkt, teils aufklarend, nachts etwas (älter, noch Neigung zu leichten Niederschlagen.
Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags 1,7 Grad Celsius, abends 1,4 Grad; am 5. Januar: morgens 1,1 Grad. Maximum 2 Grad, Minimum —0,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Januar: abends —0,3 Grad Celsius; am 5 Januar: morgens — 0,2 Grad Celsius. — Niederschläge 3,4 mm.
Amtliche Mntersportnochrichteu.
Vogelsberg, Hoherodskopf: Nebel, — 4 Grad, 25 Zentimeter Schnee, 5 Zentimeter Neuschnee, Firnschnee, Sportmöglichkeit gut. — Her« chenhainer Höhe: Nebel, — 2 Grad, 20 Zentimeter Schnee, 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichreit gut.
Alpen, Garmisch-Partenkirchen: wolkig, — 5 Grad, 30 Zentimeter Schnee, gekörnt, Sportmoglichkeit sehr gut. — Berchtesgaden: wolkig, — 1 Grad, 45 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit gut.
Schwarzwald, Triderg - Schneefall, —3 Grad, 32 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut.
OaS Fest der blutigen Speere.
Im Kenia-Gebiet, Britisch-Ostafrika, ist kürzlich ein Menschenschädel aufgefunden worden, der die Lösung eines grauenvollen Rätsels bringt und zugleich bestätigt, daß sich in Teilen dieser englischen Kolonie unter den Wilden noch uralte blutige Gebräuche und Sitten erhalten haben, gegen bie alles Zivilisationswerk der Europäer bisher machtlos geblieben zu (ein scheint. Vor mehr als zwei Jahren ritt ein junger Engländer, der in diesem Gebiet eine Farm leitete, zur Suche nach günstigen Weideplätzen aus — und kehrte nicht wieder. Nur sein Pferd kam später reiterlos zurück. Eine von Ansiedlern und Polizeikräften sofort organisierte Streife stieß bald auf seinen Leichnam. Der Vermutung, daß der junge Mann einem Löwen zum Opfer gefallen sei, stand die schauerliche Tatsache entgegen, daß der Kopf von der Leiche abgetrennt war. Lange Zeit blieb das Ereignis in Dunkel gehüllt, bis eines Tages ein in dem Distrikt arbeitender Eingeborener behauptete, daß der Engländer von einem Krieger der Sarnburu getötet worden sei, die seinen Kopf für das „Stam- mesfest der blutigen Speere" geraubt hätten. Die unheimlichen Riten des Stammes verlangten für diese Zeremonie, in der bie jungen Männer ihre kriegerische Mannbarkeit bestätigt erhielten, solche furchtbaren Opfer. Der Eingeborene, ber feine Angaben damals nicht gleich belegen konnte, wurde wegen falscher Aussagen ins Gefängnis gesteckt. Bei
delsministeriums durchgeführt worden feien, hätten im Gegenteil jedesmal „vorzügliche Ergebnisse" gezeitigt. Stravisky hat in Biarritz einen Laden errichten lassen mit einer in goldenen Lettern aufgeführten Inschrift „Zweigstelle des Städtischen Leihhauses von O r l e a n s". Stravisky soll das Städtische Leihhaus von Orleans um 10 Millionen betrogen haben, bie Inschrift „Zweigstelle des Leihhauses von Orleans" habe auf eine Klage hin entfernt werben müssen. Stravisky selbst soll auf feinen Reisen stets von einer sehr schönen und eleganten Fron begleitet gewesen fein, habe äußerst großzügig gelebt und ein Luxusautomobil besessen, bas bei einem Autoschonheitswettbewerb den ersten Preis erhielt.
Ungarische Opfer des Bayonner Betrügers.


