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Kaum hatten die SA.-Aerzte der Gruppe Hessen, die zu einem Schulungskurs im Gießener Studen­tenhaus versammelt waren, das Kameradschafts­haus verlassen, als schon neue Uniformen dort zu sehen waren. In ihrer schmucken Arbeitsdienst­kleidung trafen Abiturienten und Studenten der Gruppen 222 und 225 des Nationalsoziali- stischenArbeitsdienstesim Kameradschafts-

dentenschaft gezeigt. Hervorgehoben sei nur die Ar­beit unserer Gießener Kameraden von Graeve

seine Gründe, die im einzelnen erläutert werden sollen.

Fangen wir mit unserer Universität an, so müsse man als erstes betonen, daß die Gieße­ner Hochschule nicht nur einige Fakultäten hätte, sondern eine Volluniversität sei, deren Einzelfakultäten einen sehr guten Ruf ge­nießen.

gegeben.

Selbstverwaltung müsse als Selbstverantwor­tung betrachtet werden.

Die Interessen der Gemeinden müßten vom Bür­germeister unter allen Umständen gewahrt werden. Der Gemeinderat sei zu hören. Die Berufung eines Bürgermeisters werde nur im Einverständnis mit dem politischen Leiter geschehen können. Staatsauf­sicht sei, in Interesse der Gemeinden, in der zu erwartenden Reichsgemeindeordnung verankert.

Bei den Erörterungen der Steuerreform

Jahre 1933, mit dem Stand der Gemeindefinanzen 1934, den Aussichten für die nächste Zeit und mit der Kassenlage. Die Aufstellung der Haushaltspläne 1934 sei rechtzeitig erfolgt. Der Ausgleich konnte je­weils geschaffen werden.

Die Kassenlage der Gemeinden sei befriedigend, mit Ausnahme jener Gemeinden, die noch unter der Arbeitslosigkeit zu leiden hätten.

Die Marschroute sei klar: Die Gemeinden möchten gerne Aufträge an die Wirtschaft gebendes sei aber hierbei Vorsicht zu empfehlen solange, bis der neue Steuerausgleich eine Uebersicht über die zu erwar­tenden Mittel gestatte. Aus allen bisherigen und vorbereiteten Maßnahmen fei zu erkennen, daß der Führer gewillt sei, den Gemeinden zu helfen. Es fei bisher schon eine ganze Reihe von wesentlichen Er­folgen zu verzeichnen. Aus dem Trümmerfeld, das die früheren Regierungen hinter sich ließen, könne aber nicht mit einem Schlage ein Prachtbau erstellt werden.

Zunächst werde erreicht werden müssen, daß die Gemeinden zu einem gesunden Eigenleben kom­men können.

Im schwersten Ringen um die außenpolitische Be­hauptung und im Kampf um die Erringung einer

dieser Treffen.

Den ersten Vortrag hielt der Hauptamtsleiter V der Gießener Studentenschaft,

Kamerad Hans Fritz Schuster

über das ThemaGießen, die alte Uni­versitätsstadt an der Lahn, ruft euch!" undDas Studium in Gießen". Der Referent führte ungefähr folgendes aus:Die Hörer ständen jetzt bald am Ende ihres Werkhalb­jahres und damit vor der Entscheidung, an welcher Hochschule sie ihr Studium beginnen bzw. weiter­führen wollten. Wenn jetzt für die Gießener Universität gesprochen würde, so habe das

Zur Stadt Gießen gehört der Student!

ArbeitsdienstGtudententreffen.

Der Stand der kommunalen Gesetzgebung

Oie Arbeitsmarktlage im Arbeitsamtsbezirk Gießen.

Nach einer kurzen Pause sprach der Führer der Gießener Studentenschaft

Kamerad H.I.Adam

überEinsatz der Studentenschaft an der Hochschul e". Diesem Vortrag entnehmen wir folgendes: Ausgehend von der alten Hochschule kennzeichnete der Redner die Fehler der Vergangen­heit und kam dann auf die neuen Wege zu prechen.

7Nan dürfe nicht nur kritisieren und verneinen, sondern man müsse auch positive Wege zur Verbesserung zeigen.

Schon die Laufbahn von der Reifeprüfung bis zur Hochschule zeige deutlich, daß ein anderer Wind in der Studentenschaft wehe. Alle Abiturienten, die tudieren wollten, müßten durch das W e r k h a l b - j a h r hindurch und würden das Erlebnis des Arbeitsdienstes mit in das studentische Kameradschaftshaus bringen. In dem Kame­radschaftshaus würde das Erlebnis der Gemeinschaft weiter fortgesetzt. Die später an- chließende Fachschaftsarbeit habe ebenfalls )en Zweck, bei der Neugestaltung der Hoch­schule mitzuarbeiten. Gerade auf die Jungmann­schaft, die jetzt zur Hochschule komme, komme es ganz besonders an. Es gehe nicht so, daß man einen Strich unter das Vergangene setze und dann neu anfange, sondern man müsse gerade bei der Wissenschaft auch das alte kennengelernt haben.

An der Universität mühten sich fast alle Diszi­plinen mit dem Nationalsozialismus ausein­andersehen, was an einer Technischen Hoch­schule nicht ganz der Fall wäre.

Dann kam der Führer der Studentenschaft auf die Korporationen zu sprechen und bezeichnete sie als st u d e n t i s ch e M ä n n e r b ü n b e ; diese kleinen Gemeinschaften seien erfor­derlich, denn heute käme es darauf an, daß die ganze Arbeit v o n G e m e i n s ch a f t e n getragen werde. Diese Bünde müßten unbe­dingt Mitarbeiten und neue Ziele weisen, denn in der alten Form könnten sie nicht weiter­bestehen. Die Generation, die nach 1933 auf dem Plane stehe, dürfe nicht einfach abtreten, sondern müsse Stand halten, um das Erlebnis der national­sozialistischen Revolution hinüberzutragen in kom­mende Generationen. Hier gelte es nur Bestehen oder Versagen.

Selbst wenn man bei seiner Arbeit Enttäuschun­gen erlebe, müsse man trotzdem daran gehen, es besser zu machen, damit man unser schönes

Ziel erreiche.

Nach dem Abendessen fand dann In der Tages- , halle des Hindenburghaufes ein Kamerad« schaf tsab end statt, der mit feinem improvi­sierten Programm die Werkhalbjahrsabiturienten einige frohe Stunden verleben ließ.

lieber die anderen Vorträge werden wir in Hfl* serer morgigen Ausgabe beruhten.

und Paul Seipp.

Das Kameradschaftshaus der Gießener Stu­dentenschaft entspreche mit seiner einfachen, aber dem neuen Geist der Deutschen Stu­dentenschaft voll gerecht werdenden Einrichtung ganz dem Sinn der neuen Zeit.

Jeder echte nationalsozialistische Student, der sich bewußt in die Aufbauarbeit einschalte, werde eine Reklame anderer Hochschulen, die mit ihren luxu­riös ausgestalteten Kameradschaftshäusern hausie- ren gehen, strikte ablehnen. Ferner sei die Mög­lichkeit der Ausübung jeglichen Sports in Gießen gegeben: der herrlich gelegene Universitätssportplatz und die Universitätsreitbahn, ferner die Strand­bäder und die Bootstouren auf der Lahn; im Winter locke der nahe Vogelsberg mit dem Hohe- rodskopf zum Skilaufen und Rodeln, ferner das städtische Hallenschwimmbad und die Turnhallen zur Sportausübung. Außerdem würden Stadt- theater, Lichtspielhäuser, Vortragsabende des Goethebundes, die Konzerte des Konzertvereins und die alten Studentenlokale die freien Abende ver­kürzen helfen.

Zur Sfabf Giehen gehöre der Student, das würden sie bald bei dem Umgang mit der Gie­ßener Bevölkerung merken.

Die Kreisabteilung Gießen des Deut­schen Gemeindetages, Landesstelle Hessen- Hessen-Nassau, vereinigte gestern vormittag im Hotel Hindenburg die Bürgermeister und Orts­gruppenleiter des Kreises Gießen zu einer Tagung. Bürgermeister Pg. Euler - Wieseck eröffnete die Versammlung, hieß besonders den stellvertretenden Kreisleiter der NSDAP., Pg. Hopfenmüller, ferner Oberregierungsrat Pg. Dr. S ch ö n h a l s , Regierungsrat Grein, Bürodirektor Fabian vom Kreisamt und außerdem den Hauptredner der Tagung, den Leiter der Geschäftsstelle der Landes­stelle Hessen-Hessen-Nassau des Deutschen Gemeinde­tages, Pg. Dr.' G ö b - Frankfurt a. M., herzlich willkommen.

Or. Göb, Frankfurt a. M.

hielt sodann einen Vortrag über das Thema:D er Stand der kommunalen Gesetzgebun g". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen:

Auf allen Gebieten der Kommunalpolitik seien die bisherigen.Maßnahmen sehr rasch getroffen worden. Die Zusammenlegung der kommunalen Spitzenverbände sei im Rahmen der Vereinheit­lichung notwendig gewesen. In erster Linie war da­bei der Gedanke der Wirtschaftlichkeit maßgebend. Ein weiterer Hauptgrund für die Zusammenlegung der kommunalen Spitzssnverbände sei die Notwen­digkeit gewesen, die Gegensätze zwischen Stadt und Land überwinden zu helfen. Der Deutsche Ge­meindetag, inzwischen zur öffentlich-rechtlichen Kör­perschaft geworden, fei in erster Linie dazu da, die Bürgermeister bet iyrer Arbeit in den Gemeinden zu beraten. Engste Verbindung zwischen dem Ge­meindetag und der obersten PO. sei gewährleistet. Alle Arbeit stehe im Zeichen des Dienstes für die Allgemeinheit.

Es gebe keine Gesetze mehr, die nur für ein­zelne Slädle, kreise ober Gemeinben Geltung hätten.

Dann berichtete der Redner noch von den Sehenswürdigkeiten der Stadt und der nächsten Umgebung, wobei er besonders auf den durch die Studentenschaft aller Zeiten schon historisch gewor­denen Gleiberg zu sprechen kam, in dessen Mauern sich das Schulungslager der (3 t e - jener Studentenschaft befände. Es würde ich schon lohnen, einige Semester an der alma mater ludoviciana zu verbringen. Ueberhaupt ge­höre der junge Student in die Klein« t a d t, heraus aus der Großstadt, wo er nur im Trubel und in der Menge unterginge.

Die Hochschule und bie Studentenschaft müsse lm Drillen Reich mit Sfabf unb Landschaft eng verbunden fein, nur dann sei es möglich, daß aus den Sfubierenben später einmal rechte Führer würben.

Mit dem Wunsche, bald die Versammelten als Kommilitonen an unserer Hochschule hier begrüßen zu können, schloß Kamerad S ch u st e r feine Ausführungen.

In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich bet' Redner mit der großen Frage der Gemeinden: der Finanzlage. Diese Frage sei besonders bedeutungsvoll geworden durch die ungeheure Be­lastung von der Seite der Arbeitslosigkeit her. Noch vor anderthalb Jahren sei die Lage der Gemein­den trostlos gewesen. Wenn die Gemeinden in jener Zeit nicht zusammengebrochen seien, so sei das ein Verdienst der Gemeindeverwaltungen und der von ihnen bekundeten Widerstandskraft.

Der Führer Adolf Hitler habe zwei besondere Aufgaben herausgestellt: die Rettung des Bauernstandes und die Eingliederung der Erwerbslosen in den Arbeitspro- z e ß. Das bedeute grundsätzlich, daß Bauer und Arbeiter voneinander abhängig seien. Durch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sei die Finanzlage der Gemeinden mit einem Schlage geändert wor­den. Die Gemeinden standen in der Arbeitsschlacht kn her ersten Front; das möge in Zukunft auch so bleiben. Es sollten aber nicht willkürlich Projekte entworfen werden, denn man müsse vor allem mit der Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen rechnen. Allerdings solle auch nicht eine gewisse Aengstlichkeit, etwas zu unternehmen, Platz greifen.

Denn auch bie einzelne Gemelnbe arbeitslosen- frei fei, fo fei bie Frage bet Arbeitsbeschaffung für ben befreffenben Bürgermeister noch nicht gelöst. Aus ber anfänglichen Arbeitsanregung bürch bie Regierung müsse sich eine organische Dirtschaftsbelebung entwickeln. Die Steuer­gesetzgebung ber Zukunft werbe dieser Entwick­lung förberllch fein.

Hitler, ferner von der Reichsbahn-Hauptverwal- . tunq, der Reichsbahndirektion und dem Retchsbahn- betriebsamt I überreicht. Von dem Amtsvorstand des Bahnbetriebsamtes I, Oberbahnrat Wilke, ^urde dem Jubilar als persönliches Geschenk das Buch des Führers Adolf Hitler,Mein Äampf , übermittelt. In feiner Glückwunschansprache würdigte der stellv. Dienststellenleiter die Pflichttreue, den Diensteifer und das verträgliche Wesen des treuen Thtarbeiters, der sich durch diese Eigenschaften das Vertrauen der Verwaltung erworben habe. Von seinen Mit-1 arbeitern wurde ihm als Ausdruck der allgemeinen Wertschätzung durch Reichsbahn-Inspektor Schmidt ein Landschaftsbild mit entsprechender Widmung überreicht. Auch hierbei wurde zum Ausdruck ge­bracht wie beliebt der Jubilar bei seinen Arbeits- kameraden ist. Alle äußerten den Wunsch, noch recht lange mit ihm zusammenarbeiten zu können. Der Arbeitsplatz des verdienten Mannes war mit Blumen prächtig geschmückt.

** Personalien. Ernannt wurden: der Ober- justizinspektor bei dem Amtsgericht Vilbel Wilhelm Klaus zum Oberjustizinspektor bei dem Amtsge­richt Gießen; der Oberjustizinspektor bei dem Amts­gericht Osthofen Wilhelm Stetter zum Ober­justizinspektor bei dem Amtsgericht Vilbel, beide vom 1. Oktober ab; der Hilfsbibliothekar I,ic. Erwin Schmidt aus Gießen zum Bibliothekar bei der Universitätsbibliothek in Gießen mit Wirkung vom 1. November ab; der Oberförster Karl Simon zu Laubach zum Forstmeister mit Wirkung vom 1. Septbr. ab; der Amtsarzt bei dem Kreisgesund­heitsamt Offenbach Medizinalrat Dr. Adolf Otto zum Kreisarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Bü­dingen mit der AmtsbezeichnungMedizinalrat" mit Wirkung vom 16. Oktober ab. In den Ruhestand versetzt wurde der Strafanstaltsoberwachtmeister beim'Landgerichtsgefängnis zu Gießen Karl Orth auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wiederher­stellung des Berufsbeamtentums.

* Eine Kraftpostfahrt zur Lahn- quelle findet am kommenden Sonntag von Gießen aus statt. Näheres ist aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich.

** Herb st messe auf Oswaldsgarten. In der Zeit vom 7. bis einschließlich 14. Oktober findet auf Oswaldsgarten die diesjährige Herbst­messe statt. Viele verschiedenartige Verkaufsgeschäfte werden auch diesmal wieder zum Markte erscheinen. An Volksbelustigungen wird es auch nicht fehlen, denn eine Wasserrutschbahn, eine russische Schaukel, Humoristisches Velodrom, Asfendressuvschau, Ma­rionettentheater usw. werden genügend Gelegenheit zur Unterhaltung bieten. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

** Unfall bei der Arbeit. Der 28jährige Drucker Karl Theiß, Seltersweg 77, kam bei der Arbeit mit der rechten Hand in die Maschine und erlitt dabei erhebliche Verletzungen. Er mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

Alle Gesetze müßten in nationalsozialistischem Erdmann vom Arbeits-

Geiste ihr- Durchsührung finben. Um Ines zu Unt-rf-ldme.st-r E r dm.a n Dom , arbeite

währleisten, seien Kreise und Gemeinden mit der ha t-! aus Anordnung oer or°uys.enung

L^Reichs-''u7d VermLnasreform werde'un'- W °7n°°er

gen Brn nächsten Schritt werde d.e Fmanzresorm o^/biih^ bc5 Hi-ß-ner Kameradschaft-.

Öa%r (Tnhnnrf h»r sRPtA6rt»mpinhPnrh. WWs Gerhard Pallrnann begrüßte mit ferm- ®er Entwurf der R e i ch s g e rn e i n d e o r d Worten die Kameraden aus dem Arbeitsdienst nung wolle "1 der Leitung der Gemeinden das 6 erläuterte in kurzen Ausführungen den Sinn Fuhrerpnnzip. Die Leitung solle m einer Hand I etLul.vlc 0 1 ' ö

liegen. Ausschlaggebend sei die Persönlichkeit. Ihr sei Autorität nach unten, Verantwortung nach oben

genösse bringt fein Saaropfer durch Erwerb des Kalenders. In jedem deutschen Arbeitsraum soll am 5. Oktober ein Abstimmungs- kalender hängen.

Neuregelung Der Genußrechte von Industrie-Obligationen.

Don der Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes wird uns geschrieben:

Vor wenigen Tagen fand im Reichswirtschafts­ministerium eine durch mehrere Eingaben des Sparerbundes veranlaßte Besprechung wegen Neu­regelung der Genußrechte statt. Da sich schon bis­her die Abhängigkeit von der Dividende als unzu­träglich erwiesen hat, schlägt der Sparerbund in feinem Antrag vor, daß die seiner Zeit im Auf­wertungsgesetz vorgesehene Zusatzaufwertung der Jndustrieobligationen in Höhe von 10 v. H. in Form von Genußrechtsurkunden jetzt endlich klar gelöst werden müsse. Dies kann auf mehreren Wegen er­reicht werden. Verzinsung und Tilgung muß ent­weder schon bei Ausschüttung einer Dividende oder schon bei Ausweis eines Reingewinns eintreten. Gegen eine Behandlung als schuldendes Unter­nehmen sprechen Bilanzbedenken wegen der neuer­lichen Passivierung dieser Posten. Der Sparerbund hat vermittelnd Verzinsung und Auslosung gefor­dert bei Vorliegen eines Reingewinns. Eine weitere Eingabe des Sparerbundes bezüglich einer end­gültigen und klaren Regelung der Jndustrieobliga­tionen mit Zahlenmaterial liegt bereits dem Reichs- wirtschaftsministerium vor.

BornoNzen.

Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Ein Mann will nach Deutschland". - Astoria-Lichtspiele Selters­weg,Der Weltkrieg". DHC., 20.30 Uhr, Mo­natsversammlung mit Lichtbilderoortrag. J-ov Uhr, Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft, Dolksmissionsvortrag. .

Der Weltkrieg". In den Astona-Llcht- spielen gelangt von heute bis Sonntag einschließlich der Großfilm der UfaDer Weltkrieg, wie er wirk­lich war" zur Aufführung. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerfam gemacht.

*

** D i e Sprechstunden des Staats­ministers fallen, nach einer Mitteilung des Staatspreffeamts, am kommenden Samstag, 6. Ok­tober, aus. ,

** Dien ft Jubiläum bei der Reichs­bahn. Der beim Gießener Bahnhof in Dienst stehende Reichsbahn-Obersekretär Georg Kuhn, Liebigstraße 77 II, konnte heute auf eine 40jähnge Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm heute vormittag von dem stellv. Leiter des Gießener Bahnhofs, Reichs­bahn-Inspektor L o ck e m a n n, je ein Glückwunsch-, Dank- und Anerkennungsschreiben des Deutschen Reiches durch den Führer und Reichskanzler Adolf

festen wirtschaftlichen Position unter den Völkern müsse sich der Staat auf gesunde Gemeinden stutzen können. Alle Gemeinden, die dem Führer die Treue gelobten, müßten nun mit allen Mitteln am Aufbau mithelfen. (Anhaltender lebhafter Beifall!)

Jm weiteren Verlaufe der Verfammlung erinnerte Oberregierungsrat Dr. Schönhals an den Tag der Saarabstimmung unb warb für den Sa a r - kalender, der aus Anlaß der Saarabstimmung herausgebracht werde und der in feinem Haufe und bei keiner Behörde fehlen dürfe.

Oer Leiter des Arbeitsamtes Gießen, pg. Or. List

sprach dann an Hand interessanter graphischer Dar­stellungen über denStan d der Arbeitslo­sigkeit im Bezirk des Arbeitsamts Gießen" und überAnträge auf N o t - stanüsar beiten". Die Reichsregierung wolle, so führte er u. a. aus, im kommenden Winter nicht in gleichem Maße Mittel zur Verfügung stellen, wie es bisher geschehen sei. Neue Darlehen seien also kaum zu erwarten.

Als erfreuliche Tatsache fei festzustellen, daß die Einstellungen in der Wirtslchaft stärker gewesen seien, als man vielleicht aus allgemeinen Zahlen entnehmen könne.

Unser Gebiet habe in der Arbeitslosenbewegung außerordentlich hohe Spannungen aufzuweisen. Bei höchstem und niedrigstem Stand ergebe sich eine Dif­ferenz von 12 000 Menschen. Die Industrie der Steine in Oberhessen erweise sich immer wieder als sehr stark saisonbedingt. Die Spannungen im Arbeits­amtsbezirk Giehen ergäben sich klar aus der Struk­tur des Bezirks.

Rückgänge in der Beschäftigung feien gegen­wärtig bei Buderus in Lollar und in Hirzen­hain zu verzeichnen. Dieser Rückgang sei darauf zurückzuführen, daß die großen hausinstand- sehungen, die von der Reichsregierung stark ge­fördert worden waren, zu einem großen Teil abgeschlossen sind. Die Textil- und die Schuh­industrie seien befriedigend beschäftigt. Durch die Einführung der 36-Stunden-Woche in der Tex­tilindustrie werde eine große Anzahl von Ar­beitern und Arbeiterinnen gehalten werden kön­nen. Die Zigarrenindustrie sei sehr stark beschäf- tigt, und es sei kaum möglich, die Anzahl der verlangten weiblichen Arbeitskräfte zu vermit­teln. Die Steinbrüche waren bisher gut beschäf­

tigt, man müsse aber tn diesem Winter einen gewissen Rückfluß an Arbeitskräften erwarten. Die Bauindustrie in unserem Bezirk werde durch zwei größere Bauvorhaben eine erfreu­liche Belebung erfahren, und zwar durch den Ausbau der katholischen Kirche in Gießen und durch die Errichtung eines Pädagogiums in Friedberg. 3m Arbeitsamtsbezirk Gießen fei es gelungen, die Wohlfahrtserwerbslofen zum größten Teil in Arbeit zu bringen.

Das Ergebnis, bas hier erzielt worben sei, erweise sich als bas beste in den 17 Bezirken des Lanbes- arbeitsamtes. Leider sei aber in Gießen die Ar­beitslosenziffer noch sehr groß, und sie habe sich hartnäckig konstant gehalten.

Bei ber Genehmigung von Notstandsarbeiten habe bas Arbeitsamt Gießen immer besonberen, Wert barauf gelegt, baß werbenbe Maß­nahmen (Meliorationen, Wegebau, Bachregu­lierung usw.) unterstützt würben. Die Arbeiten, bie in bieser Hinsicht zur Ausführung gelangt feien, wären auch zu anberer Zeit im Finanzgebahren einer Gemeinde burchaus als normal bezeichnet worben. Die Durchführung von Notftanbsarbeiten solle nicht in höherem Maße als unbedingt not- wenbig betrieben werben, denn es sei richtig, daß bie Erwerbslosen völlig organisch in ben Arbeits­prozeß eingegliebert würben.

Wenn gegenwärtig auch kaum eine besondere Förderung von Rotslandsar.beiten möglich fein werde, so sei es doch angebracht, Pläne bereit­zuhalten, die dann zur Ausführung kommen könnten, wenn weitere Unterstützungen von Notstandsmaßnahmen möglich würden.

Eventuell sollten größere Arbeiten auf zwei Etats­jahre verteilt werben. Mit allen Mitteln solle ver­hütet werben, baß neue Arbeitslose geschaffen würben.

Die Ausführungen des Rebners wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt unb fanben viel Beifall.

Nachdem Diplom-Ingenieur Umlauf von der Wassermesser - Vertriebsgesellschaft noch über die Vorteile des Einbaues von Wassermessern gesprochen und nachdem Bürgermeister Euler (Wieseck) noch einige Rundschreiben des Deutschen Gemeindetages bekanntgegeben hatte, beschloß der Versammlungsleiter bie anregende Tagung mit einem breifachenSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler.

stellte der Redner heraus, daß die Steuerreform eine Verminderung der Steuerarten, gerechte und soziale Verteilung unb Vereinfachung ber gesamten Steuergesetzgebung, sowie wirtschaftliche Tragbar­keit für ben Steuerzahler erstrebe. Das Steuerauf­kommen solle so gestaltet werden, daß lediglich der notwendigste Bedarf des Reiches gedeckt werde.

Der Finanzausgleich fei überfällig. Es werde in Zukunft auf die kleineren Gemeinden mehr Rücksicht genommen werden müssen. Die Er- $as Verhältnis zwischen Dozenten und Studenten Hebung von bestimmten Steuern müsse deni Gemein- in Gießen sei schon immer ein gutes gewesen, und ben für bie Erfüllung ihrer ureigensten Pflichten zu- na$ ber nationalsozialistischen Revolution sei an gestanden werden. unserer Hochschule ein vorbildliches tarne-

Den Gemeinden solle auch die Wöglichkeit ge- radschaftliches Verhältnis zwischen geben werden, ihre Aufgaben hinsichtlich der Hochschullehrern und Schülern entstan- Volksschule zu erfüllen. Der jetzige Volksschul- ben. Die Gießener Stubentenschaft, bie schon lange laffenausgteid) fei unzulänglich. ?°r Machtübernahme nationalsozialistisch gerne--

. . . fen sei, habe ebenfalls m ihrer stubentlschen Arbeit

Der Gemeindevorsteher werde auch hier zu verant- nur Vorbildliches geleistet. Dies habe sich deutlich warten haben. Er werbe sich Nicht mehr hinter auf bem Deutschen Stubententag 1933 in Aachen und Mehrheitsbeschlüssen verschanzen können Er sei ber bei ber letzten Neugestaltung ber Deutschen Stu- Regierung verantwortlich, unb bannt sei ihm eine * - - ' - - - - -

finanzpolitischeHausorbnung" gegeben.

In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich ber Rebner mit dem Abschluß der Gemeinden im

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