Nr. 252 (Elftes Blatt
184. Jahrgang
Donnerstag, 4. Oktober 1934
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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(An anlimarristisches Konzeniraüonskabinett in Spanien.
Lerroux wiederum der Nothelfer aus beständigen Derlegenheiien.-Keine Aussicht auf einen Giern erster Ordnung am politischen Himmel Spaniens.
Madrid, 4. Off. (DNB.) Der mit der Regierungsneubildung beauftragte Führer der Radikalen Partei, Lerroux, wird am Donnerstag dem Staatspräsidenten eine M i n i st e r l i st e zur Genehmigung vorlegen. In maßgebenden Kreisen verlautet, dah dies offiziell bereit- erfolgt sei, die Liste
aber nicht vor Donnerstagmlttag veröffentlicht würde. Das kommende Kabinett wird sich danach wie folgt zusammensehen:
Ministerpräsident: Lerroux (Radikal) Auhenministerium: Samper (Radikal) Justizministerium: A i z p u n (katholische Volks- aftion)
Marineministerium: R 0 cha (Radikal) Finanzministerium: Marraco (Radikal) Innenministerium: Salazar Alonso (Radikal)
Unterrichtsministerium: V i l l a l 0 b 0 s (Liberaldemokrat)
Arbeitsministerium: Anguero de Soso (kath. VolksaEtion)
Verkehrsministerium: LloyVaquero (Rad.) Landwirtschaftsministerium: Iimenez Fer- n a n d e z (kath. Volksaktion)
Oeffentliche Arbeiten: Guerra del Rio (Radikal)
Industrie und handel: Lid (Agrarier)
Minister ohne Portefeuille: Martinez de V e l a s c 0 (Agrarier) und Pita Römers (Unabhängig.)
Außer dem Ministerpräsidenten, der der Radikalen Partei angehört, gehören also dem kommenden Kabinett sechs Vertreter der Radikalen Partei, drei Vertreter der Katholischen Volksaktion (Leda), zwei Vertreter der Agrarier, ein Vertreter der Liberaldemokraten und ein Unabhängiger an. hieraus ergibt sich, dah man es mit einer Koalitionsregierung zu tun hat, die alle ftaafser- haltenden und au f b au w i ll i gen r e - publikanischenGruppen umfaht. Der Ideologie nach kann sie als a n t i m a r x i st i s ch angesprochen werden.
Das neue Kabinett hat infolge des Eintrittes der Katholischen Volkaktion in die Regierung eine entscheidende Mehrheit im Landtag hinter sich. Die neue Regierung ist entschlossen, den Grundsatz der Staat sautorität mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten und dem Zustand der Unsicherheit und dem revolutionären Zustand in Spanien sowie den Uebergriffen des Separatismus ein Ende zu bereiten. . ,
Bemerkenswert ist, dah diese Ministerliste acht Mitglieder der zurückgetretenen Regierung enthält, darunter Samper, den von allen Seiten immer wieder sehr stark angegriffenen Präsidenten des zurückgetretenen Kabinetts. Die amtliche Bestätigung sowie die Besetzung des Postens des K r i e g s m i n i st e r s, den wahrscheinlich ebenfalls Lerroux übernehmen wird, erfolgt erst am Donnerstagmittag.
Als die spanischen Cortes am 1. Oktober zu der kritischen Sitzung in Madrid zusammentraten, da konnten die Tribünenbesucher, die sich das aufregende parlamentarische Schauspiel einer Kabmettskrste nickt entgehen lassen wollten, eine aufschlußreiche Beobachtung machen: Zum erstenmal in der ®e- ffhichte der spanischen Volksvertretung hatte man die traditionelle Sitzanordnung der Parteien auf- aeboben und die Abgeordneten im Saale so verteilt, daß die gefährlichsten und radaulustigsten Gegner rnick am weitesten voneinander entfernt saßen. Diese Beobachtung ist bezeichnend für die Linie der ««ne Beova^n» k'tit fcit w und Tag Panih^i Neaierunqen eingehalten wird. Diese Takttk, von den Regierungen n s 8 tz e b e s ch w i ch - Y'ÄKS'ä Ö teilten Äobindbme4[el und zugleich das vierte
Kabinett Le rr 0 ux, denn auch Ministerpräsident Samper galt von vornherein nur als Stellvertreter des Parteiführers der Radikalen in der Regierung.
Wer mit den Gepflogenheiten anderer parlamentarischer Demokratien vertraut ist, fragt sich verwundert nach dem Sinn einer solchen Regierungsmethode. Tatsächlich ist es nicht nur taktische Vorsicht und Gewandtheit, die Herrn Lerroux so langsam Schritt für Schritt vorwärts gehen läßt, sondern es ist auch einStück spanischen Volkscharakters, ein Teil jener verhängnisvollen Re- signatton, die nun schon seit Hunderten von Jahren fast ununterbrochen über dem Volke lastet und es von jeder befreienden Tat ausschließt.
Spanien war einst ein Weltreich, dessen Macht und Stärke kein anderer Staat auf dieser Erde aleich kam. Aber ebenso schnell wie dieses gewaltige Imperium mit seinem überreichen Kolonialbesitz entstand, ebenso schnell und unerwartet zerfiel es wieder. Ein plötzlich aufflammender, beispielloser Heroismus, der sich die halbe Welt unterwarf, verwandelte sich ebenso plötzlich in die Trägheit eines ewig untätigen Daseins. Im Schatten Don Quichottes stand Sancho Pansa. So wie sich aus der von den heißen Strahlen der Sonne ausgedörrten, vegetationslosen Landschaft plötzlich der gewaltige Gebirgszug der Sierra Nevada mit seinen von
ewigem Eis und Schnee bedeckten Gipfeln in den Himmel erhebt, so ragt auch aus der unfruchtbaren Ebene der spanischen Geschichte nur das 16. Jahrhundert einsam und groß als Höhepunkt des staatlichen Lebens heraus.
Seitdem haben die plötzlich ausbrechenden Leidenschaften des Spaniers ein großes Ziel nicht mehr erreichen können, heute erschöpfen sie sich in einem Kleinkrieg gegen die staatliche Autorität, und ihre negativen Vorzeichen werden von fremden Mächten ausgenutzt. Auch dem spanischen Königtum fehlte die überragende Persönlichkeit und die entscheidende Tat, denn Primo de Riveras Diktatur war nicht mehr als ein retardierendes Moment, das die allgemeine Entwicklung kaum aufhalten konnte. Aber heute ist der große Mann, der die Geschicke des Vaterlandes in seine starken Hände nehmen könnte, noch weniger sichtbar. Auch der Führer der Katholischen Volksaktion, Gil Nobles, auf den viele ihre Hoffnung gesetzt haben, droht augenscheinlich der Gefahr der Verantwortungsscheu zu unterliegen. In ihm sehen viele Spanier, die ihrem Lande endlich die innere Ruhe und eine starke Staatsgewalt wiedergeben wollen, den kommenden Ministerpräsidenten. Spanien schläft einen unruhigen Schlaf. Wird es zur rechten Zeit erwachen, um aus der Wüste der staatlichen Zerrüttung zu fliehen?
Um den Zusammenschluß der Mitte in Frankreich.
Oaladiers Appell an die Republikaner.
Paris, 4. Oft. (DNB.-Funkspruch.) Der frühere Ministerpräsident D a l a d i e r veröffentlicht in dem in Marseille erscheinenden „Petit Proven^al" einen Artikel, der die innerpolitische Lage grell beleuchtet. Daladier schreibt u. a.: „Die Kantonalwahlen stehen vor der Tür. Die Tribünen der gemeinsamen Front, auf der S 0 zialiften und Kommuni st en miteinander ausgesöhnt die Lehre vom Klassenkampf und der Diktatur des Proletariats verteidigen, hallen von Schritten gegen die Radikalsozialisten wieder. In Paris verfügt der Faschistische Block über wenigstens 30000 bewaffnete Mitglieder, die sich auf den Bürgerkrieg vorbereiten, obwohl sie behaupten, daß sie einzig und allein bezwecken, Frankreich vor der kommenden Revolution zu schützen. Inzwischen verschärft sich die Wirtschaftskrise. Der Winter verspricht gefährlich zu werden. Wäre nicht die Zeit gekommen, an den Zusammenschluß der Republikaner zu denken, die die demokratischen Freiheiten erhalten möchten und eine tiefgreifende Reform der Wirtschaftsbedinqungen sowie den inneren und äußeren Frieden wünschen? Das aber wird nicht möglich sein, solange die heftigen Angriffe gegen die Radikalsozialistische Par- t e i fortgesetzt werden. In 18 Monaten sind vier radikalsozialistische Regierungen unter dem Kreuzfeuer der Sozialisten und Reaktionäre gefallen.
Diese wiederholten Regierungskrisen in einer Zeit ernster Wirtschaftsschwierigkeiten haben stark dazu beigetragen, eine vorfa- s ch i st i s ch e Atmosphäre zu schaffen. Die Ra- dikalsozialisten kennen die gemeinsame Front, jedoch nicht ihr Aktionsprogramm. Die Unterstützung der Arbeiterklasse, so nötig sie auch sein mag, kann nicht genügen. Die Republikanische Verteidigung verlangt auch die Mitwirkung aller Demokraten, selbst solcher, die weiter rechts stehen als wir."
Der Vorsitzende des nationalen Frontkämpferverbandes ß e b e c q und das Vorstandsmitglied des Verbandes Abgeordneter G 0 y erklären sich im „Excelsior" mit Doumergues Staatsreformplänen grundsätzlich einverstanden, weil der Ministerpräsident die Lösung nicht in der Umwälzung, sondern in einer langsamen Entwicklung suche. Auch die Frontkämpfer zögen die Evolution einer Revolution vor. Es sei aber höchst bedauerlich, daß der Ministerpräsident dabei den Unterbau für sein Werk vollkommen vergesse: die Wahlreform. Unmöglich könne man das Parlament zur Achtung des Wohles der Allgemeinheit und zur Zurückstellung von Sonderinteressen veranlassen, wenn das gegenwärtige Wahlsystem beibehalten werde. Die Frontkämpfer forderten die s ch l e u n i a e Einführung d e s Verhältniswahlsystems.
HatBarthou dieHoffuuug auf -en Ostpakt noch nicht ausgegeben?
Frankreich sucht angeblich erneut Fühlungnahme mit Berlin und Warschau.
London, 4. Oft. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt: Der französische Außenminister Barthou hat beschlossen, die Besprechungen mit verdeutschen und der polnischen Regierung über den osteuropäi- schen Sicherheitspakt wieder aufzunehmen. In Paris find die Antworten Deutschlands und Polens sorgfältig geprüft worden. Die Schlußfolgerung war, daß sie die Möglichkeit einer Verständigung nicht völlig ausschließen. In Erwartung des Ergebnisses dieser Besprechungen wird kein weiterer Schritt zu einer engeren Vereinbarung Sowjetrußlands mit Frankreich getan werden. Barthou weiß genau, daß jeder Schritt in dieser Richtung Polen unvermeidlich noch mehr in die Arme Deutschlands treiben würde und vielleicht zu einer Kündigung des französisch- polnischen Bündnisses führen könnte. Gleichzeitig sieht man, ein, daß Polen nicht bereit sei, an einem Pakt teilzunehmen, dem Deutschland fernbleibt. Polen ist sehr zufrieden mit der Ernte, die es jetzt aus der neuen Verständigung mit Deutschland gewinnt und wird nichts tun, um diese Vereinbarung zu stören. Die Politik Frankreichs in Osteuropa wird daher gegenwärtig darauf gerichtet sein, bessere Beziehungen mit seinem alten Freund Polen und infolgedessen auch mit Deutschland herzustellen. Die Aussichten auf Erfolg sind nicht besonders glänzend. Aber die so erzielte Atempause wird Barthou mindestens ermöglichen, die Zudringlichkeiten Sowjetrußlands abzuwehren.
Don der Romreise Barthous erwartet das Blatt keine Verständigung über das Problem der österreichischen Unabhängigkeit. Im besten Falle
werde Barthou eine Besserung d e r Beziehungen zwischen Italien und Süd - s l a w i e n erreichen. Hierbei werde ihm zustatten kommen, daß in Paris und Rom die Ueberzeugung herrsche, daß die südslawische Feindschaft gegen Italien nicht das Ergebnis eines neuen und engeren Einvernehmens zwischen Südslawien und Deutschland sei. Aber trotzdem werde Mussolini sich kaum zu gemeinsamem Vorgehen mit der Kleinen Entente oder zu einer Unterordnung seiner Beschlüsse unter den langsamen Apparates des Völkerbundes bereit finden.
Eine polnische Stimme.
Warschau, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Gazeta Warszawska" schreibt über die österreichische Frage, ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung, insbesondere die Jugend, spreche sich entschieden für Eitler aus. Daher besitze die Politik des Dritten Reiches an der Donau eine wichtige Unterstützung sowohl in der Gedankenwelt der Oeffentlichkeit, wie in den großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, in denen sich Oesterreich befinde. Das einzige Hindernis für denAnfchluß fei im wesentlichen d e r Widerspruch der Großmächte, die ein Wachsen der deutschen Macht fürchten. Wenn dieser Umstand nicht wäre, so wäre die österreichische Frage schon lange g e l ö st und Oesterreich würde sich in den Grenzen des Reiches befinden: fo aber werde als Folge der HaltungJtaliens und Frank- re i ch s die österreichische Frage noch lange d 1 e Quelle der Beunruhigung und Ueber- raschungen sein, die mittelbar auch Polen berühren müssen.
Das Winterhilfswerk.
Das Winlerhilfswerk des deutschen Volkes wird am 9. Oktober durch den Führer eröffnet. Erft an diesem Tage beginnen die Sammlungen für das Winterhitfswerk.
Die Sammlungen der landwirtschaftlichen Spenden für das Winterhilfswerk werden diesmal durch die Orguisation des Reichsnährstandes unter der Leitung der Landesbauernführer vorgenommen.
Spenden, die zu anderen Sammlungen vor dem 9. Oktober gegeben werden, kommen also dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes nicht zugute.
Das Rezept der „Times".
Das beste Mittel gegen das Wettrüsten heißt selber rüsten.
London, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) „Times" schreibt, niemals sei d i e öffentliche Meinung der Welt so nachdrücklich für Beseitigung des Krieges gewesen wie gegenwärtig. Aber die Regierungen aller Länder zeigten die entgegengesetzte Neigung Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß die Hauptursachen des Aufsteigens der Rüstungskurse die japanische Politik im Fernen Osten und das vorsätzliche Aufrüsten Deutschlands unter dern Hitlerregime sind. (!) Die weiteren Ausführungen der „Times", die den Rüstungen der einzelnen Länder gewidmet sind, beziehen sich auf allgemein bekannte Tatsachen, wie den Bau des französischen Festungsgürtels, die letzte Verordnung des polnischen Präsidenten über Mobilmachung der Zivilbevölkerung, die bekannte Verfügung Mussolinis betreffend Beginn Tier militärischen Erziehung im neunten Lebensjahr, die Rüstungen der S 0 w j e t st a a t e n usw. Am ausführlichsten berichtet „Times" über Deutschland und läßt dabei wieder einmal den üblichen Phantasien über Aufrüstung usw. freien Lauf. Das Blatt kommt zu dem Schluß: Ein Fieber des Militarismus, das an Wahnsinn grenzt, fegt über Europa hinweg. Unter diesen Umstanden ist es offenbar verfrüht, Pläne für einen Weltstaatenbund auszuarbeiten oder die Bildung einer internationalen Polizeimacht vorzuschlagen. Das beste was geschehen kann, ist, auf der negativen Seite, die Verteidigungsmittel Englands gut instand zu halten und auf der positiven Seite eine Politik der Versöhnung und Gerechtigkeit zu betreiben und in Wort und Tat den Abschluß regionaler Verträge nach dem Locarno-Muster für gemeinsames Auftreten gegen einen Angreifer hochzuhalten. Auf diese Weise wird allmählich ein allgemeines Sicherheitssystem aufgebaut werden.
Farbige Truppen
werden nach Frankreich verlegt.
Paris, 3. Okt. (DNB.) Im Zusammenhang mit dem durch den Geburtenrückgang während der Kriegsjahre eingetretenen Rekrutierungsausfall während der kommenden fünf Jahre hat der französische Generalstab im Einvernehmen mit der Regierung beschlossen, farbige Truppen aus Marokko nach Frankreich zu verlegen, um die hier entstehende Lücke auszufüllen. Das- 14. und 15. algerische Schützenregiment werden auf Chateauroux, Angers, Chatelleraült (sämtlich südlich und westlich von Orleans), Perigueux, Bergerac (östlich von Bordeaux) verlegt werden, während das 8. marokkanische Schützenregiment in Agen, Marmande und Auch (südöstlich und südlich von Bordeaux) untergebracht werden soll. Außerdem ist beabsichtigt, das 41. Ko- lonial-Maschinengewehrregiment, das bisher in Fontenay in Garnison lag, nach Toni (Lothringen) zu versetzen, um die erste französische Linie im Osten zu verstärken. In Chälons (Champagne) soll in den nächsten Tagen des 8. Zuavenregi- ment zusammengestellt werden, das zum größten Teil aus motorisierten Streitkräften bestehen wird.
Titulescu beharrt auf die Unantastbarkeit der Verträge.
London, 4. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der nach Montreux entsandte Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" meldet, Titulescu werde Donnerstag oder Freitag von Montreux nach Bukarest abreisen. Der wahre Grund seines Rücktrittes sei sein W i - derstand gegen jede Vertragsrevi- s i 0 n. Er betrachte, ebenso wie viele andere Staatsmänner, die Erklärung des polnischen Außenministers Beck über das Minderheitenproblem als einen Vorstoß in der Frage einer etwaigen Revision der Friedensverträge. Die Aufrechterhaltung dieser Verträge sei sein Programm und wenn er bei dieser Politik keine Unterstützung finde, werde er nicht länger rumänischer Außenminister bleiben.
13 Todesopfer des Eisenbahnunglücks bei Krakau.
Die Liste der Todesopfer der Eisen- bahnkatastrophe in Krzeszowice bei Krakau hat sich auf 13 erhöht, da noch drei Schwerverletzte im Krankenhaus geftorben sind. Die Gesamtzahl der Schwer- und Leichtverletzten beträgt 56. Als Schuldige an der Katastrophe wurden der Fahrdienstleiter der Station Krzeszowice und ein Blockwärter verhaftet; der Untersuchungsausschuß hat feftgeftellt, daß der Schnellzug Wien—Warschau auf dem Streckenabschnitt gelassen wurde, ohne das die Strecke als frei zurückgemeldet worden war.


