mer N. zu Grabe getragen. (Eine Abteilung SS. und mehrere Vereine mit ihren Fahnen eröffneten den langen Leichenzug. Die Feier am Grabe wurde durch einen Chor der „Cacilia" unter Leitung von Chormeister I l g e eröffnet. Stiftdechant Kahn zeichnete in seiner Grabrede ein eindrucksvolles Lebensbild des Entschlafenen als Familienvater, Handwerksmeister und Frontkämpfer, der leider schon mit 54 Jahren plötzlich und unerwartet aus seinem gesegneten Wirkungskreis gerissen wurde und dessen Tod eine empfindliche Lücke im Geschäfts- und Handwerksleben unserer Stadt hinterläßt. Wieder einmal stirbt ein in unserer Zeit selten gewordenes Handwerk in der Gemeinde aus. Die Vereine ließen prachtvolle Kränze am Grabe niederlegen, der Kriegerverein unter dem Kommando von Kamerad Müller schoß die Ehrensalve über das Grab.
V Lich, 3. Sept. Die hiesige S a n i t ä ts- ko l o n n e, die der Freiwilligen Feuerwehr angegliedert ist und sich schon große Verdienste um das Sanitätswesen unserer Stadt erworben hat, ist vor kurzer Zeit auf Grund von besonderen Verhandlungen und Vereinbarungen dem Deutschen Roten Kreuz (Hessischer Männerverein) bzw. dessen Sanitätskolonnen beigetreten. Sie wurde der Sanitätskolonne Gießen als dem größeren Verband zugeteilt.
I Ettingshausen, 3. Sept. In einer Versammlung der hiesigen Pflichtfeuerwehr wurde nach einem Vorträge des Kreisfeuerwehrinspektors Bouffier über die Zweckmäßigkeit und den Wert einer Freiwilligen Feuerwehr der Beschluß gefaßt, auch in unserem Orte eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. 45 Mann traten der neuen Wehr sofort bei. Kommandant wurde Eduard Seipp, stellvertretender Kommandant ist der seitherige Führer der Pflichtfeuerwehr, W. Alb ach. Bürgermeister Opper begrüßte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mit herzlichen Worten.
cxd Langsdorf, 3. Sept. Es läßt sich jetzt ein Ueberblick gewinnen über die landwirtschaftlichen Ergebnisse des Erntejahres. Die Getreideernte, deren Ausdrusch noch im Gange ist, brachte einen vollwertigen Körnerertrag, während das Stroh unter dem Durchschnitt blieb. Es bewahrheitete sich die alte Regel: „Die S
noch keinen Bauern aus dem Lande geschienen, sie kann ihn aber sehr groß machen." Die Futtermittel- ernte ist auch hier sehr knapp. Das Grummet brachte, aufs ganze gesehen, eben ein Viertel eines Normaljahres. Seit vielen Jahren zum ersten Male mutz wieder das Waldfutter zur Ernährung des Drehes herangezogen werden. Der zweite Schnitt auf den Gemeindewiesen kostete pro Morgen ie nach dem Wuchs 3 bis 32 Mark. - Bei der Versteigerung des Frühobstes, besonders der Zwei- schen kostete der Stamm je nach Behang 0,40 bis 5 Mark Das Spätobst verspricht einen wesentlich besseren Ertrag. Auf dem Gebiet unserer Gemarkung auf dem die Obstbäume seit zwei Jahren einer planmäßigen Behandlung unterzogen wurden, sieht man keine schorfigen und fleckigen Früchte mehr. Der Aufwand an Mühe und Kosten hat sich gelohnt.
Kreis Büdingen.
* Geiß-Nidda, 4. Sept. Der vor acht Tagen hier von einem ausschlagenden Pferde gegen den Unterleib getroffene 34 Jahre alte Fuhrmann Josef Beul, der mit schweren inneren Verletzungen in die Chirurgische Klinik zu Gießen überführt werden mußte, ist dort am gestrigen Montagabend leider verstorben.
Unter-Schmitten, 3. Sept. Einen tragischen Tod fand der in den fünfziger Jahren stehende Bürgermeister und Landwirt D ö l l. In der Nacht zum Sonntag war er im Viehstall beschäftigt, wo eine Kuh kalbte. Als er nach längerem Ausbleiben nicht zurückkehrte, fand ihn seine Frau tot im Stalle. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Der Heimgegangene erfreute sich als Beamter und als Mensch größter Beliebtheit und Verehrung. Sein rasches Hinscheiden wird von der ganzen Gemeinde als schmerzlicher Verlust empfunden.
Preußen.
Kreis Wetzlnr
* Rodheim a. d. B., 4. Sept. Der 63 Jahre alt? Landwirt Wilhelm Schütz von hier hat sich gestern Nachmittag beim Holzhacken mit dem Beil in die Hand gehackt, so daß er mit erheblichen Verletzungen der linken Hand nach Gießen
Die nun folgenden Vorführungen der Turnerinnen des DfB.-R. wurden mit viel Beifall aufge- nommen. Besonders das anmutige Keulenschwingen nach den Takten eines Walzers fand viel Beachtung.
Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Handballspiel
Reichsbahn-Rolweiß Frankfurt — VfB.-Reichsbahn Gießen 8:4.
Die Gießener lieferten eine gute Partie und waren bis auf den Torwurf unbedingt gleichwertig. Vielleicht war bei den Frankfurtern das Zusammenspiel etwas besser. Ihr Sieg war durchaus verdient, wenn auch nicht in dieser Höhe. Bei Frankfurt wirkte der frühere Mtv.-Spieler Stremm e l mit, der fein Können mit einigen Prachttoren unter Beweis stellte. Bei Gießen war die Verteidigung der bessere Mannschaftsteil. Im Sturm gefielen am besten Gries und Jakob. Die eingestellten jungen Kräfte ließen noch die körperliche Härte vermissen. Torman Goldschmidt war diesmal sehr gut. Einige scharfe Bälle hielt er ganz groß.
Ein gemütliches Zusammensein, umrahmt von schneidigen Märschen der Kapelle Krengel, hielt die Gäste noch einige Zeit im Vereinsheim des VfB.- Reichsbahn beisammen.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1900 I unterliegt Wehlar I 1:2 (0:0).
In diesem Freundschaftsspiel auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wurde noch nichts Ueberragen- des geboten. Lediglich die beiden Hintermannschaften genügten den Anforderungen, während die Angriffsreihen wenig Ersprießliches leisteten. So verschenkte der Gießener Angriff bis zur Pause den sicher scheinenden Sieg. Nach dem Wechsel war der Halbrechte Schad infolge einer schmerzlichen Hüft- verlehung nur noch Statist bis zu seinem gänzlichen Ausscheiden. Damit fiel der Gießener Angriff ziemlich auseinander. Trotzdem wäre auch jetzt immer nach der Ausgleich bei etwas mehr Einsatz zu erzielen und ein Unentschieden gerecht gewesen.
In der ersten Spielhälfte hat 1900 immer mehr vom Spiel. Die Verteidigung steht fast ständig im Mittelfeld und wehrt hier die durchsichtigen Wetzlarer Angriffe ab. Lediglich der linke Gästeflügel wurde durcb aroße Scknelliakeit bin und wieder
hier die Bemühungen durch den Erfolg belohnt. Eine Flanke von Schmelz fchießt der Linksaußen Roth unhaltbar ein. 1900 drängt weiter. Wetzlar verursacht viele Eckbälle und verteidigt zahlreicher. Der Ausgleich gelingt infolge der Kürze der Zeit nicht mehr.
Schiedsrichter R ü f p e l e r (Gleiberg) war diesmal nicht sicher. — Das Spiel war gut besucht.
1900 II — Heuchelheim I 1:3 (1:2).
Von dieser Begegnung, dem ersten Meisterschasts- fpiel der Saison, hätte man sich mehr versprochen. Die Gießener Reserve war mit ihren Leistungen gegenüber dem Vorjahr nicht mehr wiederzuerken- nen, so schlecht spielten sie. Heuchelheim errang zuerst die Führung. Best glich für Gießen durch schonen unhaltbaren Schuß aus. Heuchelheim kam wieder in Front, als die Gießener einen Regelverstoß reklamierten und den Gegner ungehindert ziehen lassen. Kurz darauf wechselte man die Seiten. 1900 spielte jetzt mit dem Wind, der Sturm brachte aber nichts zuwege. Als Jäckel einen Ausflug zu weit nach vorne machte, nutzten die Gäste die Gelegenheit durch einen schnellen Durchbruch aus, der nach einigem Hin und Her zum dritten und letzten Treffer führte, da sich niemand in den Gießener Reihen bemühte, den Schützen anzugreifen.
Fußball im Turnverein Wieseck.
VfB. Kurhessen Warburg (Ligareserve) — Wieseck I. 1:2.
Zu einem fälligen Rückspiel war Wiesecks erste Elf am vergangenen Sonntag in Marburg zu Gast. Dem Unparteiischen stellte sich Wieseck mit Ersatz für seinen linken Verteidiger und Halbrechten, während Marburg verstärkt durch einige Spieler der ersten Elf erschien.
Das Spiel begann sehr flott. Wieseck konnte durch seinen Halblinken in der 7. Minute in Führung gehen. Marburg brachte nun mehr Härte ins Spiel. Wohl waren die Gastgeber technisch gut, sie versagten vor dem Tore. Auf der Gegenseite verhinderte nur die sehr harte Abwehr der Platzbesitzer greifbare Erfolge. Zur Mitte der zweiten Halbzeit kam Marburg zum billigen Ausgleichstor. Das Spiel wurde immer härter, da die Marburger auf Sieg drängten. Wieseck konnte jedoch auch diese kurze Dranaveriode überwinden und lag dann wieder
Gaarringer in Gießen erfolgt
Der „1. Kraft- und Sportklub 1893" Gies am Samstagabend im Caf6 Leib den Sac meister Saarbrücken-West zu einem Freui kampf verpflichtet. Vom veranstaltenden begrüßte Herr H e n d r i ch in kurzen 1 Worten die Saarringer, außerdem begi Kreispropagandaleiter Schmelz und Bi ster Dr. Hamm als Vertreter der Stadt, meister Dr. Hamm hielt eine kurze Ansp der er die Gäste in unserer Stadt herzlich men hieß.
Sorgfältig vorbereitete Marmorgrupper bei den Zuschauern lebhaften Beifall. s. darauf folgenden Gewichtheben konnte I der zur deutschen Spitzenklasse zählende So ner Bantamgewichtler M e tzg e r gefall einem Körpergewicht von 112 Pfund brach Pfund beidarmig zur Hochstrecke. Die nui den Kraftpyramiden stellten das solide Kö Gießener unter Beweis.
Der Saarbrückener Mannschaftsführer ! richtete treudeutsche Grüße von den Bri der Saar aus. In das von ihm ausgebra fache „Sieg-Heil" auf den Führer stimmten sammelten freudig ein.
Dann folgte der Freundschaftskampf im den der Saarbezirksmeister mit 18:3 gewa
Großer Gie des VfB./A
Für diesen Klubkampf hate der VfB.-R« größere Vorbereitungen getroffen. Das Programm sollte eine anschauliche Demo der verschiedenen Abteilungen des VfB.-R« darstellen. Da beide Gegner in guter F traten, gab es oft schöne, fesselnde Käm; neuhergerichtete Laufbahn, die außerdem t vorausgegangenen Regen noch befand wurde, ließ auch gute Zeiten erzielen. Na Einmarsch und den Begrüßungsworten ! einsführers Baurat Nieder st raßer so fort die Wettkämpfe.
Frankfurt hatte eine gute Mannfchaf: bracht. Aber die Gießener, auf eigenei kämpfend, brachten Leistungen zuwege, über dem Durchschnitt standen und siche einen klaren Sieg. Bei 18 Konkurrenzen i die Gießener 16 098,43 Punkte, die Fr 14 231,83 Punkte. Gießen gewann also m Vorsprung von 1866,60 Punkten. Ein ( das die Erwartungen weit übertraf.
Ergebnisse und Verlauf der Kä
Herren:
100 Meter: 1. Rodriguez, VfB.-9 Sekunden; 2. Luh, DfB.-R., 11,2 Sek., (Bi zurück); 3. Koch, Fsm., 11,4; Traudt, Ffi Diesmal schlägt Rodriguez Luh knapp. E Lauf von Rodriguez, der im Endspurt mi breite gewinnt.
200 Meter: 1. Rodriguez, VfB.-R., 2 2. Traudt, Ffm., 24,2; 3. Siegmund, 24,6; 4. Bechtold, Ffm., 25,4 Sekunden. 9i läuft in schönem Stil ein großes Rennen.
800 Meter: 1. Koch, Ffm., 2.06 Mir Pfaff, VfB.-R., 2.06,8; 3. Bongartz, Ffr 4. Sobezak, VfB.-R., 2.10,5 Minuten. ( Meter-Lauf, wie man ihn selten sieht. Ko ins Ziel, in dem die Läufer nur gering schiede trennen. Koch gewann durch ener Spurt.
3000 Meter: 1. Wied, Ffm., 9.25, 2. Pfaff, VfB.-R., 9.41,9; 3. Sobezak, 9.42; 4. Dörrstein, Ffm., 9.43,9 Minuten, kannte Wied gewann sicher.
4 X 100 Meter - Staffel: 1. 45,12 Sek.; 2. Ffm. 47,12 Sekunden. Die ( gewannen in der Aufstellung Siegmund, guez, R. Fischer, Luh sicher. Die Staffel stark verbessert.
Schweden st affel (400, 300, 200, 10( 1. VfB.-R. 2.06,5 Min.; 2. Ffm. 2.09,6 ! Hier kam es zu dem Zweikampf über 40i


