Nr. 207 Erstes Blatt
184. Zahrgang
Mittwoch, 5. September M4
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Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Die Stadt des Reichsparteitags begrüßt den Führer.
Bekanntmachung.
Betr.: Aenderung des arbeitsvertragsrechtlichen Zustandes gegenüber Angestellten und Arbeitern der Gemeinden und Gemeindeverbände.
An die Bürgermeistereien des Kreises.
Nachstehendes Rundschreiben des Herrn Reichsministers des Innern vom 21. August 1934 zu Nr. I 5700/25. 6. erhalten Sie zur Kenntnisnahme und Beachtung.
Gießen, den 3. September 1934.
Kroisamt Gießen. I. V.: vr. S ch ö n h a l s.
Der Reichsminister des Innern
15700/25. 6. Berlin NW. 40, den 21. August 1934.
An die Innenministerien
«(obersten Kommunalaufsichtsbehörden) der Länder.
!Betr.: Wie oben.
Es wird von feiten der Gemeinden und Gemeindeverbände, aber auch won Kommunalaussichtsbehörden erwogen, den bestehenden arbeitsver- Lragsrechtlichen Zustand der Arbeitnehmer der Gemeinden und Gemeinde- roerbänbe zu ändern. Teils sollen die Lohnbedingungen, teils die Bedin- tguhgen des Arbeitsoertrages, z. B. Ueberzeitarbeit, Urlaub, Krankengeld, Kündigung u. dgl. geändert werden. Einer künftigen allgemeinen Behand- ung der dieses Gebiet betreffenden Fragen für die Arbeitnehmer der Gemeinden und Gemeindeverbände sowie derjenigen Betriebe der Gemeinden und Gemeindeverbände, die unter das AOGO. vom 23. März 1934 (Reichsgesetzblatt I S. 220, 300) § 1 Abs. 1 b und c fallen, darf aber
Nürnberg zum Empfang der Gäste gerüstet.
DNB. Nürnberg, 4. Sept. (Eigener Drahtbericht unseres Sonderberichterstatters.) Nürnbergs große Tage sind wieder angebrochen. Als aus leichtem Nebel in den frühen Morgenstunden die stolze Kaiserburg ihre Türme reckte, da lag das bunte Band der Fahnen und Tücher, der Wimpel und Standarten, der golddurchwirkten, smaragdenen Girlanden wie immer an diesen Feiertagen der Nation über den Straßen. Und doch ist Nürnberg seinem alten Ruf als Hort der Kunst treu geblieben, ja, es hat ihn erst recht in diesem Jahre wiedergewonnen. Alles, was fremd und aufdringlich die wundervolle Geschlossenheit der alten Stadt zu stören — - - Xr- »„»..a S. --------f—S. . _ _
Schreck, den Gauleiter Streicher und den Nürnberger Oberbürgermeister Liebel.
Auf der Fahrt zum Flughafen zum Hotel „Deutscher Hof" wurde der Führer von einer begeisterten Menschenmenge, die auf dem ganzen viele Kilometer langen Weg Spalier bildete, m i t außerordentlichem Jubel begrüßt. Vor dem Hotel „Deutscher Hof" war eine Ehrenkompanie der SS. aufmarschiert. Der Führer begab sich sofort auf sein Zimmer. Als er sich bald darauf am Fenster zeigte, begann ein ungeheurer Jubel der Massen.
Nürnbergs Glocken läuten den Parteitag ein.
Punkt 19.30 Uhr strömte in tiefem Ton die
Dröhnen der Friedensglocke schmolz der Vierklang des herrlichen St. Ludwigs-Geläutes. Dazwischen ertönten das Silberglöckchen von St. Lorenz, die Sturmglocke der Sebaldus-Kirche und eine Anzahl kleinerer Turmglocken. Es war ein wundersamer Klang, dieser eherne Ruf, der die Feiertage der alten Noris und mit ihnen die stolze Melodie der erfüllten Sehnsucht vieler Jahrtausende, die deutsche Einigkeit und Schicksalsverbundenheit verkündete.
Die Anmarschstraßen zum Rathaus waren schon eine Stunde vor dem Eintreffen des Führers so dicht besetzt, daß der Fahrweg nur mit Mühe durch die Absperrmannschaften und die Polizei freigehalten 'werden konnte. Vor dem Rathaus war je eine Ehrenhundertschaft der preußischen und der bayerischen Landespolizei unter Führung des Majors von Stubenrauch aufmarschiert. Als
Amtsverkündigungsblatt
für die provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen
Jtr. 45 Erscheint Dienstag und Freitag. 4. (5cp(Ctllt>Cr Aur durch die Post zu beziehen. 4934
Inhaltsübersicht: Ausstellung von Jagdpässen. — Aenderung des arbeitsvertragsrechtlichen Zustandes gegenüber Angestellten und Arbeitern der Gemeinden und Gemeindeverbände. — Antrag des Ueberlandwerks Oberhessen zu Friedberg auf Genehmigung der Anlage einer elektrischen Hochspannungsfreileitung mit einer Betriebsspannung von 20 000 Volt zwischen Leihgestern und Lich. — Meldungen für den freiwilligen Arbeitsdienst. — Dienstnachrichten.
Verordnung über die Ausstellung von Iagdpössen.
Vom 25. August 1934.
Aus Grund des § 66 des Reichsjagdgesetzes vom 3. Juli 1934 (Reichsgesetzblatt I S. 549) wird mit Zustimmung des Reichsjägermeisters folgendes verordnet:
Artikel 1.
(1) Für die Ausstellung von Jahresjagdpässen ist in Zukunft nur noch das Kreisamt zuständig, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen ständigen Wohnsitz oder, falls er im Deutschen Reich einen ständigen Wohnsitz nicht hat, seinen Aufenthaltsort hat.
(2) Für die Ausstellung von Wochen- und Tagesjagdpässen (Artikel 4 Abs. 1 Ziff. 2 und 3 des Hessischen Jagdpaßgesetzes vom 25. März 1929) und von Jnhaberjagdpässen (Art. 5 des Hessischen Jagdpaßgesetzes vom 25. März 1929 (Regierungsblatt S. 46) fein Bewenden.
Artikel 2.
Ein nach Jnkraftreten dieser Verordnung bei einer örtlich nicht zuständigen Behörde ausgestellter Jagdpaß ist ungültig; er ist durch die Behörde, die ihn ausgestellt hat, wieder einzuziehen.
Artikel 3.
Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in der Darmstädter Zeitung in Kraft.
D a r m st a d t, den 25. August 1934.
Der Staatsminister: Jung.
Bekanntmachung.
Betr.: Antrag des Ueberlandwerks Oberhessen zu Friedberg auf Genehmigung der Anlage einer elektrischen Hochspannungsfreileitung mit einer Betriebsspannung von 20 000 Volt zwischen Leihgestern und Lich.
Das Ueberlandwerk Oberhessen beabsichtigt, eine 20 000 Volt Hochspannungsfreileitung zwischen Leihgestern und Lich zu legen. Entsprechender Antrag bei dem Hessischen Staatsministerium ist gestellt. Die Pläne und Beschreibungen hierzu liegen in der Zeit vom 10. bis 17. September 1934 auf der Registratur des Kreisamts Gießen, Landgraf- Philipp-Platz 3, während der üblichen Dienftstunden (Montag bis Freitag von 7 bis 15 und Samstag von 7 bis 12 Uhr) zur Einsicht offen. Etwaige Einwendungen gegen die geplante Anlage können während der Offen- legungsfrift und innerhalb einer Woche nach Ablauf derselben bei dem Kreisamt Gießen schriftlich unter Angabe der Gründe vorgebracht werden.
Gießen, den 1. September 1934.
Hessisches Kreisamt Gießen
I. V.: Grein.
nicht durch einzelne Handlungen vorgegriffen werden. Ich ersuche deshalb zu veranlassen, daß jede Veränderung der bisherigen Bestimmungen (Tarifordnungen, Dienst- oder Betriebsordnungen, Satzungen usw.), durch die die Arbeitsvertragverhältnisse der Arbeitnehmer der Gemeinden und Gemeindeverbände geregelt werden, ausnahmslos unterbleibt.
Nach Ziffer II der Anordnung über die Weitergeltung von Tarifverträgen als Tarifordnungen (RA. Bl. I, S. 85) war die Weitergeltung der am 30. April 1934 noch laufenden Werk-(Firmen-)Tarifverträge als Tarifordnungen bis zum 30. Juni 1934 beschränkt. Solche Verträge sind auch von den Gemeinden und Gemeindeverbänden in großer Zahl abgeschlossen worden. Die Frist vom 30. Juni 1934 für das Außerkrafttreten dieser Tarifordnungen ist inzwischen durch den Reichsarbeitsminister für die Gemeinden und Gemeindeoerbände und deren Betriebe um drei Monate verlängert worden.
In Vertretung: gez.: P f u n d t n e r.
Bekanntmachung.
Betr.: Meldungen für den freiwilligen Arbeitsdienst.
Nach Mitteilung des Meldeamts für den freiwilligen Arbeitsdienst, Meldestelle Gießen, müssen häufig Bewerber für den freiwilligen Arbeitsdienst wegen des schlechten Zahnzustandes zunächst abgewiesen werden. Dies bedeutet nicht nur für den Staat durch die Vornahme einer nochmaligen ärztlichen Untersuchung Mehrkosten, sondern verursacht auch den sich meldenden Personen unnötige Ausgaben und Zeitverlust.
Es wird daher empfohlen, daß Personen, die die Absicht haben, sich für den freiwilligen Arbeitsdienst zu melden, zuvor sich die Zähne in Ordnung bringen lassen.
Gießen, den 31. August 1934.
Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: (Brei n.
Dienstnachrichten des Kreisamts.
Dem Kreiskasse-Oberbuchhalter Mank ist mit Wirkung vom I.Juli l. I. an die Kreiskasse-Rechnerstelle übertragen worden.
halb haben wir alle auch gar nicht die Empfindung» in einer fremden Stadt Fremde zu sein, sondern wir fühlen uns hier heimisch und glücklich wie im eigenen hause. Das fränkische Volk kann mit Stolz von sich sagen, daß es dem schon so frühzeitig in feinem Lande gepflanzten neuen Banner stets in vorbildlicher Treue anhing und darin auch in schlimmen Tagen niemals wankend wurde. Das wissen wir, und um so mehr ist daher die Zeit der Reichsparteitage für uns in dieser Stadt nicht nur ein großes geistiges und seelisches Erlebnis, sondern darüber hinaus e i n wahrhaft glückliches Gedenken, eine allen unvergeßliche Woche in einer wunderschönen Stadt. Den besten Dank aber für das, was Rürn- bera in diesen Tagen uns wiedergibt, wird die Ve- lbstatten, indem sie in hunderttausenden jen im ganzen Deutschen Reiche und weit hinaus erzählen und reden wird vom dieser Stadt, von Nürnbergs ein- tscher Städkeherrlichkeit.
inmal schmettern die Fanfaren, dröhnen :n das Lied der Deutschen und den Frei- ig Horst Wessels; ein Fanfarenmarsch be- e eindrucksvolle Stunde.
ei der Rückfahrt zum „Deutschen Hof" be- 2 Tausende, die die Straßen der Jnnen- nten, dem Führer begeisterte Huldigungen, otel „Deutscher Hof", das Hauptquartier Leitung der NSDAP, während des Reichs- s 1934, ist, wie bei allen anderen Reichs- n, wiederum der Mittelpunkt n t e r e s s e s. Es ist bei weitem nicht das otel Nürnbergs, aber es hat eine gewisse Bedeutung. Hier wohnen außer dem ■ und seinen Begleitern der Stellvertreter ers, Rudolf Heß, fast alle Reichsleiter 'AP., darunter der Chef des Stabes Lutze, zführer der SS. Himmler, der Reichs- der NSDAP., SS.-Gruppenführer Dr. h, die Reichsminister Dr. Goebbels • r £, der Stabsleiter der PO. Dr. Ley, andere mehr. Links und rechts vor dem tal stehen ehern und unbeweglich die en der SS. Im Hotel herrscht auch in i t e n Abend st unden noch Leben eiben. Ordonnanzen gehen ein und aus. *n Besprechungen abgehalten. Der Füh- die letzten Abendzeitungen und gibt An- i. Und die Bevölkerung, die draußen nun x frühen Morgen ab des Führers geharrt die ihn fast bei jedem Erscheinen am ürrnisch begrüßte und bejubelte, geht nun Hause, um die abendlichen Arbeitsstunden ers und seine Nachtruhe nicht zu stören, hr erlöschen die großen Scheinwerfer, die m strahlenden Sternenhimmel die Alter Bauten beleuchteten und die munber- mheit dieser Stadt auch in den Nachtstun- Dar machten.
Deutsche Diplomaten auf dem Dieichsparteitag.
n, 4. Sept. (DNB.) Auf Einladung des und Reichskanzlers nehmen neben dem Öfter des Auswärtigen Frh. von N e u - d dem Staatssekretär von Bülow an hsparteitag in Nürnberg als Ehren- il: Die deutschen B o t s ch a f t er in ßon- is, Rom und Moskau, die deutschen G e» n im Haag, .Sofia, Warschau, Bern, Brüs- pest und Stockholm sowie deutschen Ge» o n f u I n in Zürich, Danzig und Mailand.
U
ergraben.
d Steindruckerei. A. Lange, Giehen.


