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Oie Lag- im (September

ver- be-

Saarringer in Giehen erfolgreich!

Der1. Kraft- und Sportklub 1893" Gießen hatte am Samstagabend im Caf6 Leib den Saarbezirks­meister Saarbrücken-West zu einem Freundschafts­kampf verpflichtet. Dom veranstaltenden Verein begrüßte Herr Hendrich in kurzen herzlichen Worten die Saarringer, außerdem begrüßte er Kreispropagandaleiter Schmelz und Bürgermei­ster Dr. Hamm als Vertreter der Stadt. Bürger­meister Dr. Hamm hielt eine kurze Ansprache, in der er die Gäste in unserer Stadt herzlich willkom­men hieß.

Sorgfältig vorbereitete Marmorgruppen fanden bei den Zuschauern lebhaften Beifall. Bei dem darauf folgenden Gewichtheben konnte besonders der zur deutschen Spitzenklasse zählende Saarbrücke­ner Bantamgewichtler M e tzg e r gefallen. Bei einem Körpergewicht von 112 Pfund brachte er 190 Pfund beidarmig zur Hochstrecke. Die nun folgen­den Kraftpyramiden stellten das solide Können der Gießener unter Beweis.

Der Saarbrückener Mannschaftsführer Junker richtete treudeutsche Grüße von den Brüdern an der Saar aus. In das von ihm ausgebrachte drei­facheSieg-Heil" auf den Führer stimmten die Ver­sammelten freudig ein.

Dann folgte der Freundschaftskampf im Ringen, den der Saarbezirksmeister mit 18:3 gewann.

Großer Sieg -er Leichtathleten des VfB./Reichsbahn Gießen.

überrumpeln.

Zusammenfassend darf gesagt werden, daß die Saarringer einen ausgezeichneten Eindruck hinter­ließen. Auch die Mannschaft des gastgebenden Ver­eins fand durch ihre ausgezeichnete Arbeit dienten Beifall. Die Darbietungen hätten einen deutend besseren Besuch verdient.

noch keinen Beuern aus dem Lande geschienen, sie kann ihn aber sehr groß machen." Die Futtermittel­ernte ist auch hier sehr knapp. Das Grummet brachte, aufs ganze gesehen, eben ein Viertel eines Normal­jahres. Seit vielen Jahren zum ersten Male muß wieder das Waldfutter zur Ernährung des Vlehes heranaezogen werden. Der zweite Schnitt auf den Gemeindewiesen kostete Morgen ie nach dem Wuchs 3 bis 32 Mark. Bei der Versteige­rung des Frühobstes, besonders der Zwet- schen, kostete der Stamm je nach Behang 0,40 bis 5 Mark. Das Spätobst verspricht einen wesentlich besseren Ertrag. Auf dem Gebiet unserer Gemar­kung auf dem die Obstbäume seit zwei Jahren einer planmäßigen Behandlung unterzogen wur­den, sieht man keine schorfigen und fleckigen Früchte mehr. Der Aufwand an Muhe und Kosten hat sich gelohnt.

Kreis Büdingen.

* Geiß - Nidda, 4. Sept. Der vor acht Tagen hier von einem ausschlagenden Pferde gegen den Unterleib getroffene 34 Jahre alte Fuhrmann Josef Beul, der mit schweren inneren Ver­letzungen in die Chirurgische Klinik zu Gießen überführt werden muhte, ist dort am gestrigen Mon­tagabend leider verstorben.

-^-Unter-Schmitten, 3. Sept. Emen tra­gischen Tod fand der in den fünfziger Jahren stehende Bürgermeister und Landwirt D ö l l. In der Nacht zum Sonntag war er im Viehstall be­schäftigt, wo eine Kuh kalbte. Als er nach längerem Ausbleiben nicht zurückkehrte, fand ihn seine Frau tot im Stalle. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Der Heimgegangene er­freute sich als Beamter und als Mensch größter Beliebtheit und Verehrung. Sein rasches Hinschei­den wird von der ganzen Gemeinde als schmerz­licher Verlust empfunden.

preutzeu.

Kreis Wetzlnr.

* Rodheim a. d. B-, 4. Sept. Der 63 Jahre alt' Landwirt Wilhelm Schütz von hier hat sich gestern Nachmittag beim Holzhacken mit dem Beil in die Hand gehackt, so daß er mit er­heblichen Verletzungen der linken Hand nach Gießen in die Klinik gebracht werden muhte.

Im Feldrevier steht die Jagd im Zeichen des Feldhuhns. Sie stellt für nicht wenige Jäger eine der beliebtesten Jagdarten dar. Denn kaum kommt sonst die Zusammenarbeit zwischen Jäger und Hund so sehr zum Ausdruck wie gerade jetzt bei der Hühnerjagd. Hühnerjagd mit schlechtem Hund ist eine Qual, und Hühnerjagd ohne Hund ist über­haupt keine Jagd. Der gute Hund aber, der in ver­ständiger, flüchtiger Suche das Wild zu finden weih, es seinem Herrn durch Vorstehen verweist, das ge­schossene Huhn sauber bringt, das Geläufe des ge­flügelten Huhnes brav ausarbeitet und nicht eher ruht und rastet, bis er es im Fang hat, das stt des Jägers Weidgeselle, der Freude bereitet und Erfolg verschafft. Dort, wo gegen die Feinde der Nieder- jaqd, wie Krähen, Wiesel und Katzen, etwas geschah, und wo im Winter für das Huhn durch Fütterung gesorgt wurde, scheint der Besatz besser wie im Vor­jahre zu sein. Auch der Hühnerabschuh muß im Gedanken an die Erhaltung des Besatzes ausgeubt werden. Stärker wie bis auf sechs bis acht Stuck sollte keine Kette abgeschossen werden. Der Winter fordert auch noch sein Opfer- Hühner in Ketten überstehen ihn erfahrungsgemäß viel besser als ein­zelne. Verkehrt wäre es, Grenzketten restlos abzu­schießen und Ketten im Herzen der Jagd völlig zu chonen.Das Huhn will beschossen sein , lautet eine alte Jägerweisheit, die auf der Beobachtung fußt daß starke Völker gern zum Wandern neigen. Also' verspricht auch hier ein vernünftiger und plan­mäßiger Abschuß das meiste für das Folgejahr.

Von sonstigem Federwild sei vor allem die Wild­taube erwähnt, die man häufig im Felde antrifft, oder der der Ansitz an der Tränke gilt. Die E n t e n- jagd kann an Flüssen und stehenden Gewässern weiter mit Erfolg ausgeubt werden. Der Erpel trägt bald wieder sein Prachtkleid und läßt sich dann leicht von der Ente unterscheiden, die der Jäger möglichst vom Abschuß verschonen sollte. Die Lebensbedingungen für unsere Entenvögel werden immer ungünstiger, so daß wir alle Ursache haben, die braven Legerinnen und Brüterinnen zu er­halten. Ende des Monats ist die Waldschnepfe bereits auf dem Zuge gegen Süden. Nur wenige Jäger wissen, daß sie dann auch abends streicht und dann eigentlich mit viel besserem Gewissen besagt werden kann als im Frühjahr. An nassen Gräben liegt wieder die Bekassine.

Gelegentlich trifft man bei der Hühnerjagd auch die Wachtel an. Sie und ihr Schlag sind in Deutschland fast unbekannt geworden. Deswegen ist sie auch durch das Gesetz vor dem Abschuß geschützt.

Erfreulich lauten die Nachrichten über den Fa° s a n. Aus allen Revieren, in denen der bunte Vogel schon heimisch war, oder in denen er durch Mitglieder desHubertus" Gießen oder durch den Verein selbst ausgesetzt wurde, hört man von Ge- sperren gut entwickelter Jungfasanen. Bis der Ab­schuß am 16. Oktober freigegeben wird, werden sie voll ausgewachsen sein. Zunächst ist er noch ver­boten.

Wer die Freude hat, bei der Hühnerjagd seine Jungfasanen anzutreffen, denke jetzt schon an den Winter. Das Dreschen ist vielerorts schon vorbei, ; Maschinenabfall nicht mehr leicht zu bekommen. 1 Jeder besorgte Jäger kümmere sich baldigst darum und beschicke umgehend seine Fütterungen damit, t Kommt einmal der Winter, ist es zu spät. Dann ist nichts mehr zu bekommen.

Die nun folgenden Vorführungen der Turnerin­nen des DfB.-R. wurden mit viel Beifall ausge­nommen. Besonders das anmutige Keulenschwingen nach den Takten eines Walzers fand viel Beach­tung.

Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein Hand- rÄchsbahn-Rolweih Frankfurt DsB.-Reichsbahn

Gießen 8:4.

Die Gießener lieferten eine gute Partte und waren bis auf den Torwurf unbedingt gleichwertig. Vielleicht war bei den Frankfurtern das Zusammen­spiel etwas besser. Ihr Sieg war durchaus verdient, wenn auch nicht in dieser Höhe. Bei Frankfurt wirkte der frühere Mtv.-Spieler S t r e m m e l mit, der sein Können mit einigen Prachttoren unter Be­weis stellte. Bei Gießen war die Verteidigung der bessere Mannschaftsteil. Im Sturm gefielen am besten Gries und Jakob. Die eingestellten jungen Kräfte ließen noch die körperliche Harte vermissen. Torman Goldschmidt war diesmal sehr gut. Einige scharfe Bälle hielt er ganz groß.

Ein gemütliches Zusammensein, umrahmt von schneidigen Märschen der Kapelle Krengel, hielt die Gäste noch einige Zeit im Vereinsheim des VfB.- Reichsbahn beisammen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

1900 I unterliegt Wetzlar I 1:2 (0:0).

In diesem Freundschaftsspiel auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe wurde noch nichts Ueberragen- des geboten. Lediglich die beiden Hintermannschaf­ten genügten den Anforderungen, während die An­griffsreihen wenig Ersprießliches leisteten. So ver­schenkte der Gießener Angriff bis zur Pause den sicher scheinenden Sieg. Nach dem Wechsel war der Halbrechte Schad infolge einer schmerzlichen Huft- verletzung nur noch Statist bis zu seinem gänzlichen Ausscheiden. Damit fiel der Gießener Angriff ziem­lich auseinander. Trotzdem wäre auch jetzt immer noch der Ausgleich bei etwas mehr Einsatz zu er­zielen und ein Unentschieden gerecht gewesen.

In der ersten Spielhälfte hat 1900 immer mehr vom Spiel. Die Verteidigung steht fast ständig im Mittelfeld und wehrt hier die durchsichtigen Wetz­larer Angriffe ab. Lediglich der linke Gästeflügel wurde durch große Schnelligkeit hin und wieder einmal gefährlich. Balser im 1900-Tor rettet einmal in einer kritischen Situation durch entschlossenes Wegfausten, findet aber sonst kaum Beschäftigung. Anders sein Gegenüber, der hat stets alle Hände voll zu tun. Den Gießenern fehlt der Drang nach dem gegnerischen Tor und der beherzte Schuß. Mit 0:0 werden die Seiten gewechselt.

Jetzt hat 1900 die Sonne im Rücken, und es wird wenige gegeben haben, die an einem Sieg der Gießener zweifelten. Zum Unglück kam aber nun der Ausfall von Schad. Es wollte nichts gelingen. Wilhelmi spielt nun einmal unnötig lange mit dem Ball, bis er ihn abgenommen bekommt, und ein Wetzlarer Stürmer aus kürzester Entfernung an dem herauslaufenden Balser vorbei unhaltbar ein­schießt. Jetzt erst tauen die Hiesigen auf, sind aber vom Glück nicht so begünstigt wie der Gegner. Im Gegenteil, die Niederlage wird besiegelt, als Schnei­der in freier Lage den Ball erhält, mit dem Ab­spiel etwas zögert und dann einen Gegner an­schießt. Dessen überraschenden Schuß aus 16 Meter Entfernung läßt Balser in der.Aufregung passie­ren. Gießen wird offensiver. Endlich wurden auch

zwischen Koch (Frankfurt) und R. Fischer (Gießen). Fischer war wieder einmal in Form und schlägt in einem kraftvollen 400-Meter-Lauf den Frankfurter mit etwa drei bis vier Meter. Rodriguez, Luh und Siegmund vergrößern den Vorsprung auf etwa 20 Meter.

Kugelstoßen: 1. Luh, VfB.°R., 13,40 Meter;

2. Mohl, VfB.-R., 11,34; 3. Koch, Ffm., 11,18; 4. Müller, Ffm., 10,70 Meter. Luh gewinnt sicher. Mohl stößt aus dem Stand, da er an einer Hüft- verletzung leidet. Seine Leistungen sind sonst höher.

Diskus: 1. Luh, VfB.-R., 37,10 Meter; 2. Jakob, VfB.-R., 30,43; 3. Stützer, Ffm., 26,78; 4. Koch, Ffm., 26,30 Meter.

Speer: 1. Jakob, VfB.-R., 50,60 Meter; 2. Rieh, VfB.-R., 48,74; 3. Feller, Ffm., 39,14; 4. Müller, Ffm., 38,70 Meter. Beachtliche Leistungen der beiden Gießener. Technisch waren beide sehr gut.

Keulenwerfen: 1. Luh, VfB.-R., 68,70 Meter; 2. Wittmann, Ffm., 65,10; 3. Stötzer, Ffm., 62,05; 4. Mohl, DfB.-R., 59 Meter. Luh auch hier der bessere. Mohls Leistung ist nur relativ zu werten.

Weitsprung: 1. Luh, VfB.-R., 6,28 Meter; 2. Feller, Ffm., 6; 3. Sauer, VfB.-R., 5,52; 4. Bongartz, Fm 5,47 Meter. Der Mehrkämpfer Luh erringt hiermit seinen vierten Einzelsieg.

Hochsprung: 1 Mohr, Ffm., 1,61 Meter; 2. Pich, VfB.-R., 1,56; 3. Luh, DfB.-R. und Stötzer, Ffm., je 1,51 Meter. Der Frankfurter springt tech­nisch richtiger und gewinnt damit.

Frauen:

Hier waren, wie erwartet, die Frankfurter Damen besser.

10 0 Meter: 1. Franke, Ffm., 14,1 Sekunden;

2 Bauer, Ffm., 14,2: 3. von Baumbach, VfB.-R., 14,4; 4. Mandrella, DfB.-R., 15,7 Sekunden.

Weitsprung: 1 Franke, Ffm., 4,20 Meter; 2. v. Baumbach, VfB.-R., 4,13; 3 Bauer, Ffm., 3,96; 4. Mandrella, VfB.-R., 3,90 Meter.

Hochsprung: 1. Bauer, Ffm., 1,29 Meter;

2. Luh, VfB.-R., 1,27: 3. Fischer, VfB.-R., 1,24;

4 Franke, Ffm., 1,21 Meter

Kugel: 1. Wolf, Ffm., 9,82 Meter; 2. Bauer, Ffm., 8,55. 3. Luh, DfB.-R., 8,52; 4. Mandrella, DfB-.R., 8,10 Meter.

Diskus: 1. Luh, DfB.-R., 23,84 Meter; 2. Wolf, Ffm., 22,80; 3. v. Baumbach, DfB.-R., 20,60; 4. Bauer, Ffm., 20,80 Meter. Hier gelang den Gie­ßener Damen der einzige Sieg.

4X100 - Meter - Staffel: 1. Frankfurt 58,8 Sek.; 2. VfB.-R. 60,1 Sekunden.

Bantamgewicht: Gegen den außerordent­lich kräftigen Saarbrückener Metzger hielt sich Funk überraschend gut. Er unterlag einem blitzschnellen Ueberwurf des Saarbrückeners.

Federgewicht: Der Gießener Klotz mußte gegen den famosen Glöckner überraschend auf die Schultern.

Leichtgewicht: Der neue Mann der Gieße­ner, Detter (J.-R. 15), führte sich durch einen Schul­tersieg über den Saarbrückener Bickel gut ein.

Weltergewicht: Der Einheimische Tuzel wehrte vorerst alle Angriffe seines Partners Baus ab. Schließlich siegte die größere Kraft des Gastes.

Mittelgewicht: Hier gab es einen Schulter­sieg des Saarbezirksmeisters Jung gegen Wagenpfeil.

Halbschwergewicht: Nach langer Pause rang Meininger wieder. Er hielt sich überraschend gut. Schließlich wurde ihm ein Ueberstürzer des Saarbrückener Schmidt zum Verhängnis.

Schwergewicht: Gegen den Saarbrückener Ries hatte Belloff zuerst Aussicht auf den Sieg. In der Bodenrunde ließ er sich jedoch durch Ausreißer

Im Hochwildrevier beginnt des edlen Hirsches hohe Zeit.An Aegide (1. September) tritt der Hirsch in die Brunft", sagt eine alte Weidmanns­regel. Das äußert sich darein, daß nun bereits die Hirsche anfangen, zum Rudel zu treten, und daß die Rudel allmählich den gewohnten Brunftplätzen zuwechseln. Es vergehen aber noch Wochen bis gegen Monatsende, bis das Röhren des Hirsches in kalter Herbstnacht verrät, daß die Brunft wirklich im Gonge ist.

Der D a m s ch a u f l e r steht noch in der Feiste. Seine Jagd stellt in freier Wildbahn an den Weid­mann die höchsten Anforderungen, die der nicht ahnt, der das Wild nur aus dem Tierpark kennt.

Schwarzwild geht auf den Kartoffelfeldern zu Schaden. Auf Pirsch und Ansitz versucht der Jäger ihm Abbruch zu tun. Wirkliche Aussichten aber bietet erst ein schneereicher Winter.

Die Brunft des Rehwildes ging zu Ende, der Bock wurde heimlich. Doch nun im September hält er seinen Wechsel oft wieder wie im Mai. Wer also seinen Abschuß noch nicht erfüllt hat, hat dann noch die Aussicht, dem einen oder anderen braven Bock die Kugel anzutragen, nachdem dieser sich in der Blattzeit noch vererben konnte.

Hasen trifft man bei Hühnerjagd in allen Größen. Die Wahrheit zeigt sich wieder, daß viele Mäuse auch viele Hasen bedeuten.

Der Dachs ist fett. Besondere Vorliebe zeigt Schmalzmann jetzt für das Fallobst, vor allem Zwetschen. Das Verbot des Schliefens der Erd­hunde auf Schliefplätzen zur Vorbereitung für ihre Arbeit im Naturbau und im Revier wird leider bewirken, daß die Zahl der brauchbaren Erdhunde nicht größer wird. Das an sich begrüßenswerte Verbot des Tellereisens rettet auch manchem Grimmbart die Schwarte. Andererseits ist der Dachs bei uns keine Seltenheit, vielleicht in manchen Revieren in größerer Zahl vorhanden, als die Niederjagd es verträgt. Drum sei an den Abschuß am Bau am Herbstabend erinnert, der fast immer Erfolg und bestimmt manche interessante Beobach- tung verspricht.

Der Vogelzug hat bereits eingesetzt. Schon in den ersten Augusttagen sind nächtliche Wanderer (Regen« Pfeifer) über Gießen gehört worden, Mauersegler und Störche sind fort. Nun treffen die Raubvögel bei uns auf dem Durchzug ein. Gerade der Jäger des Lahntales kann manchen guten Anblick und wenn er ein Naturfreund und damit überhaupt erst ein Jäger ist seine Freude an Weihen und Falken haben. Neigt er aber zum krummen Finger auf diese herrlichen Gescköpfe der Natur, dann fei er gewarnt: alle Raubvögel außer Habicht, Sperber und Mäusebussard (dieser aber vom 1. April bis 1. Oktober) sind geschützt! Abschuß geschützter Tiere hat im letzten Jahre verschiedentlich neben sonstigen Strafen den Jagdschein gekostet. Die Zeiten sind vorüber, wo der Schießer alsHeger" auf alles krumm machen durfte, was krumme Fänge trug und einen krummen Schnabel besaß.Raum für alle hat die Erde!" Der wahrhaft weidgerechte Jäger ist stolz darauf, seinerseits an der Erhaltung und am Schutze der einheimischen Tierwelt mit« helfen zu dürfen. Er fühlt sich als Diener seines Volkes. Hubertus,

hier die Bemühungen durch den Erfolg belohnt. Eine Flanke von Schmelz schießt der Linksaußen Roth unhaltbar ein. 1900 drängt weiter. Wetzlar verursacht viele Eckbälle und verteidigt zahlreicher. Der Ausgleich gelingt infolge der Kürze der Zett Schiedsrichter Rüfpeler (Gleiberg) war dies- mal nicht sicher. Das Spiel war gut besucht.

1900 II Heuchelheim I 1:3 (1:2).

Von dieser Begegnung, dem ersten Meisterschafts­spiel der Saison, hätte man sich mehr versprochen. Die Gießener Reserve war mit ihren Leistungen gegenüber dem Vorjahr nicht mehr wiederzuerken- nen, so schlecht spielten sie. Heuchelheim errang zu­erst die Führung. Best glich für Gießen durch scho­nen unhaltbaren Schuß aus. Heuchelheim kam wie­der in Front, als die Gießener einen Regelverstotz reklamierten und den Gegner ungehindert ziehen lassen. Kurz darauf wechselte man die Seiten. 1900 spielte jetzt mit dem Wind, der Sturm brachte aber nichts zuwege. Als Jäckel einen Ausflug zu wett nach vorne machte, nutzten die Gäste die Belegen» heit durch einen schnellen Durchbruch aus, der nach einigem Hin und Her zum dritten und letzten Tref­fer führte, da sich niemand in den Gießener Reihen bemühte, den Schützen anzugreifen.

Fußball im Turnverein Wieseck.

VfB. kurheffen Marburg (Ligareserve) Wieseck I. 1:2.

Zu einem fälligen Rückspiel war Wiesecks erste Elf am vergangenen Sonntag in Marburg zu Gast. Dem Unparteiischen stellte sich Wieseck mit Ersatz [ur seinen linken Verteidiger und Halbrechten, wahrend Marburg verstärkt durch einige Spieler der ersten Elf erschien. _ , . , . .

Das Spiel begann sehr flott. Wieseck konnte durch seinen Halblinken in der 7. Minute m Fuhruna gehen. Marburg brachte nun mehr Härte ins Spiel. Wohl waren die Gastgeber technisch gut, sie versag­ten vor dem Tore. Auf der Gegenseite verhinderte nur die sehr harte Abwehr der Platzbesitzer greif­bare Erfolge. Zur Mitte der zweiten Halbzeit kam Marburg zum billigen Ausgleichstor. Das Spiel wurde immer härter, da die Marburger auf Sieg drängten. Wiefeck konnte jedoch auch diese kurze Drangperiode überwinden und lag dann wieder mehr im Angriff um kurz vor Schluß zum Sieges- tor zu kommen.

$(£. Teutonia Steinberg II. Wieseck II. 7:1.

Wieseck zweite Mannschaft war mit nur zehn Mann in Steinberg und verlor.

Turnverein Treis a. d. Lda.

Treis a.d.Lda. VfB. Gießen III 4:2 (3:1).

Die Gäste, die mit Ersatz antraten, mußten sich nach einem sehr schnellen und fairen Spiel mit obigem Resultat zufrieden geben. Treis als An­fängermannschaft war fast auf jedem Posten gut be­setzt, und Schiedsrichter R i h m leitete gut.

Kurze EportnoNzen.

Im Preis der Nationen belegte beim Reitturnier in Riga Polen den ersten Platz vor Lettland und Deutschland. Der deutsche Reiter Temme kam mit Sachsenwald schwer zu Fall und zog sich einen Schulter- und Schlüsselbembruch zu. Am Schlußtage des Turniers gewann Axel Holst auf Egly das schwere Jagdspringen unter zwanzig Bewerbern.

Für diesen Klubkampf hate der VfB.-Reichsbahn , größere Vorbereitungen getroffen. Das gesamte Programm sollte eine anschauliche Demonstration der verschiedenen Abteilungen des VfB.-Reichsbahn darstellen. Da beide Gegner in guter Form an- traten, gab es oft schöne, fesselnde Kämpfe. Die neuhergerichtete Laufbahn, die außerdem durch den vorausgegangenen Regen noch besonders gut wurde, ließ auch gute Zeiten erzielen. Nach einem Einmarsch und den Begrüßungsworten des Ver­einsführers Baurat Nieder st raßer folgten so­fort die Wettkämpfe.

Frankfurt hatte eine gute Mannschaft mitge- bracht. Aber die Gießener, auf eigenem Platze kämpfend, brachten Leistungen zuwege, die weit über dem Durchschnitt standen und sicherten sich einen klaren Sieg. Bei 18 Konkurrenzen erreichten die Gießener 16 098,43 Punkte, die Frankfurter 14 231,83 Punkte. Gießen gewann also mit einem Vorsprung von 1866,60 Punkten. Ein Ergebnis, das die Erwartungen weit übertraf.

Ergebnisse und Verlauf der Kämpfe:

Herren:

100 Meter: 1. Rodriguez, VfB.-R., 11,12 Sekunden; 2. Luh, DfB.-R., 11,2 Sek., (Brustbreite zurück); 3. Koch, Fsm., 11,4; Traudt, Fsm., 11,9. Diesmal schlägt Rodriguez Luh knapp. Ein feiner Lauf von Rodriguez, der im Endspurt mit Brust­breite gewinnt.

200 Meter: 1. Rodriguez, DfB.-R., 23,1 Sek.; 2. Traudt, Ffm., 24,2; 3. Siegmund, DfB.-R., 24,6; 4. Bechtold, Ffm., 25,4 Sekunden. Rodriguez läuft in schönem Stil ein großes Rennen.

800 Meter: 1. Koch, Ffm., 2.06 Minuten; 2. Pfaff, DfB.-R., 2.06,8; 3. Bongartz, Ffm., 2.08; 4. Sobezak, VfB.-R., 2.10,5 Minuten. Ein 800- Meter-Laus, wie man ihn selten sieht. Kamps bis ins Ziel, in dem die Läufer nur geringe Unter­schiede trennen. Koch gewann durch energievollen Spurt.

3000 Meter: 1. Wied, Ffm., 9.25,3 Mm.; 2. Pfaff, VfB.-R., 9.41,9; 3. Sobezak, DfB.-R., 9.42; 4. Dörrstein, Ffm., 9.43,9 Minuten. Der be­kannte Wied gewann sicher.

4 X 100 Meter - Staffel: 1. DfB.-R. 45,12 Sek.; 2. Ffm. 47,12 Sekunden. Die Gießener gewannen in der Aufstellung Siegmund, Rodri­guez, R. Fischer, Luh sicher. Die Staffel hat sich stark verbessert.

Schweden st affel (400, 300, 200, 100 Meter): 1. VfB.-R. 2.06,5 Min.; 2. Ffm. 2.09,6 Minuten. Hier kam es zu dem Zweikampf über 400 Meter

merll. zuGrabe getragen. Eine Abteilung SS. und mehrere Vereine mit ihren Fahnen eröff­neten den langen Leichenzug. Die Feier am Grabe wurde durch einen Chor derCäcilia" unter Lei- tung von Chormeister Jlge eröffnet. Stiftdechant Kahn zeichnete in seiner Grabrede ein eindrucks­volles Lebensbild des Entschlafenen als Familien­vater, Handwerksmeister und Frontkämpfer, der leider schon mit 54 Jahren plötzlich und unerwartet aus seinem gesegneten Wirkungskreis gerissen wurde und dessen Tod eine empfindliche Lücke im Geschäfts- und Handwerksleben unserer Stadt hinterläßt. Wieder einmal stirbt ein in unserer Zeit selten gewordenes Handwerk in der Gemeinde aus. Die Vereine ließen prachtvolle Kränze am Grabe niederlegen, der Kriegerverein unter dem Kom­mando von Kamerad Müller schoß die Ehren­salve über das Grab.

V Lich, 3. Sept. Die hiesige S a n i t ä ts- ko l o n n e, die der Freiwilligen Feuerwehr ange­gliedert ist und sich schon große Verdienste um das Sanitätswesen unterer Stadt erworben hat, ist vor kurzer Zeit auf Grund von besonderen Verhand­lungen und Vereinbarungen dem Deutschen Roten Kreuz (Hessischer Männerverein) bzw. dessen Sani­tätskolonnen beigetreten. Sie wurde der Sanitäts­kolonne Gießen als dem größeren Verband zuge- teilt. .

I Ettingshausen, 3. Sept. In einer Ver­sammlung der hiesigen Pflichtfeuerwehr wurde nach einem Vortrage des Kreisfeuerwehr­inspektors Bouffier über die Zweckmäßigkeit und den Wert einer Freiwilligen Feuerwehr der Beschluß gefaßt, auch in unserem Orte eine F r e i - willige Feuerwehr zu gründen. 45 Mann traten der neuen Wehr sofort bei. Kommandant wurde Eduard Seipp, stellvertretender Komman­dant ist der seitherige Führer der Pflichtfeuerwehr, W. A l b a ch. Bürgermeister O p p e r begrüßte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mit herz­lichen Worten. , , ,, .

csd ßangsborf, 3. Sept. Es laßt sich jetzt em Ueberblick gewinnen über die landwirtschaft­lichen Ergebnisse des E r n t e j a h r e s. Die Getreideernte, deren Ausdrusch noch im Gange ist, brachte einen vollwertigen Körnerertrag, wäh­rend das Sttoh unter dem Durchschnitt blieb. Es bewahrheitete sich die alte Regel:Die Sonne hat