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in Konflikt bringen könnten. Es ist ihnen von Mos­kau versichert worden, daß ihr Bestand von Deutsch­land bedroht sei. Aber, sei es, daß sie dies nicht glauben, sei es, daß sie sich dem Schutz, der ihnen von Frankreich und Rußland angeboten wird, nicht anvertrauen wollen, sie ziehen es vor, die Sicher­heit in ihrem Zusammenschluß zu suchen in der begründeten Hoffnung, daß es schwerer sein wird, drei auf einmal zu verschlucken als drei nach­einander!

Wenn man sich erinnert, welch klägliche Rolle dieNeutralität" im Weltkrieg gespielt hat, wie die meisten der kleinen und mittleren Staaten durch den politischen oder wirtschaftlichen Druck der Entente in den Kriegsbund gegen Deutschland hin­eingezwungen oder zu einer sehr einseitigen Auffas­sung der Neutralität genötigt wurden, kann man ermessen, wie wichtig ein solcher Zusammenschluß von Staaten und Völkern ist, deren Interessen nur darin bestehen, nicht von einer der großen Macht­gruppen verschluckt oder als Werkzeug zur Verwirk­lichung von Plänen benützt zu werden, die ihnen an sich ganz fern liegen. Nicht nur für einen etwaigen Krieg ist dies wichtig, von dem man jetzt wieder spricht, als sei er ein Kinderspiel, sondern mehr noch für d i e Verhinderung eines leichtsinnig her­aufbeschworenen kriegerischen Zusammenstoßes. Von diesem Gesichtspunkt aus gesehen, kann Deutsch­land, das keinen Krieg will, jede Regung der Neutralen nur begrüßen, die ihre Fernhal­tung von den Konflikten der Großmächte zum Ziele hat.

Es scheint, daß auch die skandinavischen Länder dem Beispiel der baltischen Staaten fol­gen wollen. Am 6. und 7. September treffen sich auf Einladung der schwedischen Regierung in Stock­holm die Außenminister Schwedens, Norwegens, Dänemarks und Finnlands, um, wie es heißt, über die wirtschaftliche Zusammenarbeit der nordischen Länder zu beraten. Aber das Thema dieser Konfe­renz ist sicher viel weiter gesteckt und dasselbe, wie das der Konferenz von Riga. Denn für die nordi­schen Staaten ergeben sich aus der immer klarer sich herauskristallisierenden Vo'rkriegssituation Euro­pas dieselben Gefahren und dieselben Folgerungen. Vielleicht und hoffentlich ist die diplomatische Regsamkeit, die sich bei den Mittel­und Kleinstaaten zeigt, ein Zeichen ihrer Wachsam- teit und ihrer Sorge, daß sie eines Tages wieder gezwungen werden könnten, ihre Armeen oder ihren Handel fremden Interessen zur Verfügung zu stellen. Deutschland würde eine solche Stärkung des Neutralitätsbegriffs ohne übertriebenen Opti­mismus, aber um so ehrlicher begrüßen.

Oie wirtschaftliche Rüstung Sibiriens.

Das erste sowjetrussische Benzolwerk in Betrieb gesetzt.

M o s k a u, 3. Sept. (DNB.) Im Kusnezk-Becken ist das erste der in der Sowjetunion errichteten Ben­zolwerke, dis etwa acht Millionen Rubel gekostet haben, in Betrieb genommen worden. Bisher waren ganz Sibirien und der russische Ferne Osten auf die Belieferung mit Erdölprodukten entweder aus Baku oder aus dem nördlichen Teil der Halbinsel Sachalin angewiesen, was nicht nur mit Trans­portschwierigkeiten verknüpft war, sondern auch mit großen Kosten. Die Sowjetregierung hat sich bei der Errichtung der Benzolwerke von dem Gedanken lei­ten lassen, daß bei einem etwaigen Streit im Fernen O st e n damit gerechnet werden muß, daß die Erdöllieferungen aus Sachalin unter­brochen werden würden. Die Erdöllieferungen aus Baku dagegen stoßen insofern auf große Schwierigkeiten, als die sowjetrussischen Eisen­bahnen noch nicht genügend Tankwagen besitzen.

Oesterreichs Weg zum 2S.Iuli

Eine Unterredung mit dem ehemaligen Vizekanzler Winkler.

Prag, 3. Sept. (DNB.) DasPrager Montags­blatt" veröffentlicht ein Interview mit dem ehe­maligen österreichischen Vizekanzler Winkler, der sich in Egerland (Tschechoslowakei) aufhält. Zu den Ereignissen des 25. Juli erklärte Winkler: Die na­tionale Opposition dachte nicht an eine ge­waltsame Erhebung, da die Lage vor dem 25. Juli die absolute Gewißheit bot, daß bei dem fortschreitenden Verfall der Regierungsfront und dem Erstarken der Opposition die Frucht von selbst reifen mußte. Ich habe auch die lieber« zeuguna, daß es sich um keine von her NSDAP, und SA. vorbereitete Ak­tion handelte, da ja nicht einmal die SA. von Wien alarmiert wurde. Es handelt sich also nur um die Teilaktion einer kleinen Gruppe, die eine revolutionäre Entwicklung nicht ab- warten wollte. Winkler erklärte weiter, daß Heimwehrführer und Heimwehrgruppen in den letz­ten Tagen vor dem Putsch intensiv mit den Natio­nalsozialisten verhandelt hätten. Fen, durch die Regierungsumbildung vom 11. Juli sehr erbittert, sei entschlossen gewesen, mit den Nationalsozialisten gemeinsame Sache zu machen, um Dollfuß Jo rasch wie möglich zu stürzen. Noch in den letzten Tagen vor dem Putsch habe Fey mit den National­sozialisten verhandelt. Dadurch habe er sie außer­ordentlich ermuntert, den Kampf gegen Dr. Dollfuß zu verstärken.

Auf die Frage, wie eine Befriedung Oesterreichs möglich sei, erklärte Winkler u. a.: Das außenpolitische Ränkespiel um Oesterreich muß aufhören. Es muß eine Lö­sung zwischen allen Nachbarstaaten gesunden wer­den. Oesterreich muß wieder zu demokratischen Me­thoden zurückkehren, wenn wieder Friede werden soll. Die Habsburger Frage hält Winkler für ernsthafter als viele andere Fragen. Ein sehr er­heblicher Teil der Oesterreicher halte die Rückkehr der Habsburger für das kleinere liebet Innerhalb der Regierung bestehe heute zweifellos eine legiti- misiische Mehrheit.

Oer amerikanische Textil­arbeiterstreik.

Keine Klarheit über die Streilausdehnung

Neuyork, 4.Sept. (DNB. Funkspruch.) lieber die Ausdehnung des Textilarbeiterstreiks herrschen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern scharfe Meinungsverschiedenheiten. Während die Unter­nehmer behaupten, daß h ö ch st e n s 21 v. H. der Arbeiterschaft am Streik betei­ligt seien und die Streikaufforderung namentlich in den Südstaaten vielfach unbeachtet geblieben sei, erklärt der Textilarbeiterverband, daß bis zum Mittwoch mindestens 90 v.H.

Der Stellvertreter des Führers eröffnet den Internationalen Straßenbaukongreß in München.

M ü n ch e n, 3. Sept. (DNB.) Im Thronsaal der Münchener Residenz wurde der VII. Internationale Straßenkongreß in einer feierlichen Vollsitzung er­öffnet. Der Aufgang zum Saal war mit den Fah­nen der am Kongreß beteiligten 52 Nationen ge­schmückt. Das kunstvolle Weiß und Gold des Thron­saales mit feinen wuchtigen Säulen und über­lebensgroßen Figuren berühmter Wittelsbacher be­darf keines weiteren Schmuckes. Taufende von Kongreßteilnehmern sind versammelt. Unter den Ehrengästen sah man u. a. den Stellvertre- ter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, Reichsverkehrsminister Freiherrn von Eltz- R ü b e n a ch , die Reichsstatthalter Sprenger, Ritter von Epp, Murr und S a u ck e l, Generaldirektor Dr. Dorpmüller, General­direktor Dr. K l e i n m a n n , Vertreter von Wissen­schaft, Technik, Gewerbe usw.

Mit dem deutschen Meister Richard Wagner gab das Reichs-Symphonieorchester unter Leitung des Kapellmeisters Adam den würdigen Auftakt zu der Veranstaltung.

Oberbürgermeister F i e h l e r (München) dankte der Leitung des Verbandes, daß sie der Einladung der Reichsregierung nach München gefolgt ist. Er verwies auf die Reichsautvbahnen und Die große Straßenausstellung, auf das hochentwickelte Tief­baugewerbe Münchens und sprach die Hoffnung aus, daß der Kongreß zum Segen der gesamten Kulturwelt wirken werde.

Lebhaft begrüßt trat dann

der Stellvertreter des Führers

Reichsminister Rudolf Heß an das Rednerpult.

Der Minister führte nach der Begrüßung der Ver­treter von fast 50 großen Staaten u. a. aus:

Wir empfinden es dankbar, -daß dieser VII. Inter­nationale Straßenkongreß in Deutschland stattfin­det, weil damit ein Anlaß besteht, für eine so große Zahl auf ihrem Fachgebiet bedeutender Män­ner, die gewohnt sind, klar und nüchtern zu sehen, was ist, nach Deutschland zu kommen und in Augen­schein zu nehmen, was dieses neue Deutsch­land insbesondere auf ihrem eigenen Arbeits- gebiet schaffte. Sehen Sie sich unsere Arbeits­dienstlager, die Landgewinnungsmaßnahmen, die Flußregulierungs- und Urbarmachungsarbeiten, sehen Sie sich überhaupt alle sichtbaren Be­weise unserer Anstrengungen zur Wirtschaftsbelebung und Bekämp­fung der Arbeitslosigkeit an. Betrach­ten Sie unvoreingenommen die Menschen auf der Straße und den Ausdruck ihrer Gesichter. Beson­ders diejenigen von Ihnen, welche bereits vor der Machtergreifung des Nationalsozialismus Gelegen­heit hatten, in Deutschland Beobachtungen zu machen, werden feststellen können, wie die frühere Bitternis und Verkrampfung auf den Gesichtern abgelöst wurde durch den Ausdruck ruhiger Zuver­sicht und Hoffnungsfreudigkeit. Sie werden auch feststeUen können, daß alle Klassengegensätze ge­wichen sind dem Zusammengehörigkeitsgefühl.

Die Wett mag dem nationalsozialistischen Sy­stem sympathisch gegenüberstehen ober nicht, eines muß sie anerkennen: Die Ergebnisse dieses Regierungssystems sind bei uns auf aUe Fälle derart, daß es lm Hinblick auf die große Krise, welche die Wett augenblicklich durchmacht, und im Hinblick auf die Gebote und Erforder­nisse in anderen Ländern für diese zumindest geboten erscheint, unsere Regierungsart und -form nicht ohne weiteres abzulehnen, sondern sie auf alle Fälle zu studieren. Wir betrachten die Wett wirtschaftlich gesehen als ein System von sich gegenseitig ergän­zenden nationalen Einheiten, so daß Krisen bei einem Teil derselben auch den an­deren Teil treffen, d. h. Arbeitslosigkeit und Armut als deren Folge in einzelnen Staaten nicht ohne Rückwirkung auf die übrigen bleiben. Ich glaube, daß die Entwicklung seit Ende des

Krieges mit Diktaten und internationalen Ver­trägen, welche darauf keine Rücksicht nehmen, dies zur Genüge bewiesen hat. Wir sind bereit, alles zu tun, um den Austausch dieser Erfah­rungen zu erleichtern, um in gemeinsamem Wirken die Wirtschaftskrise der Wett zu über­winden.

Der deutsche Straßenbau ist ein Erfor- dernis des modernen Verkehrs­wesens, um die Straßen in jenen bestmöglichen Zustand zu versetzen, den der Stand der Technik ermöglicht, und zum anderen ist es der Gedanke der Arbeitsbeschaffung, der im deutschen Straßenbauprogramm seinen Niederschlag findet. Die Planungen für unseren modernen deut­schen Straßenbau sind eng verbunden mit dem Streben nach Jahrhunderte überdauernder Festi­gung der vom Nationalsozialismus errungenen politischen Einheit des Reiches. Das im Aufbau begriffene Verkehrsnetz, welches in Deutschland entstehen wird, erfüllt die Forderung nach Reichseinheit auch auf verkehrstechnischem Ge­biete.

Es ist uns vom Auslande der Vorwurf gemacht worden, wir legten unser Geld in großen inner­deutschen Projekten an, anstatt unserenSchuld- verpflichtungen nachzukommen. Nach mei­ner Anschauung kann das Problem der deutschen Arbeitsbeschaffung nicht mit dem der Schuldver­pflichtungen in Zusammenhang gebracht werden. Denn mobilisieren wir die Millionen Arbeitslosen nicht zu praktischer Arbeit, geben wir ihnen nicht Lohn und Brot, so liegen bie Arbeits- fräfte brach. So wenig wie ein anderes Volk der Erde könnten und wollten wir die arbeitslosen Volksgenossen zugrunde gehen lassen, wir mußten sie erhalten. Millionen Menschen sahen wir, als wir an die Macht kamen, zur Untätigkeit verdammt. Wir sahen auf der anderen Seite, daß alle Materialien, die wir zum Straßen­bau benötigen, innerhalb unserer Gren­zen erreichbar find. Was war näherliegend, als daß wir die Frage der Mobilisierung von Menschenkraft und Materialien auf organisatori­schem Wege lösten? Damit verwandelten wir vor­handene Arbeitskräfte und vorhandenes Material im Werte, die weiterhin geeignet sind, im Laufe der Zeit neue Werte hervorzubringen.

Es ist ein grundlegender Irrtum, zu glau­ben, man konnte etwa ebensogut mittels dieser Arbeitskräfte und dem lm Inland vorhandenen Material Schulden bezahlen. Schulden be­zahlen, heißt exportieren. Die übrige Welt hat den Güteraustausch mit uns einge­schränkt und damit uns die Möglichkeit des Schuldenzahlens genommen. Sie kann nicht erwarten, daß wir deshalb etwa darauf ver­zichten, die vorhandenen Arbeitskräfte und Materialien im eigenen Lande nutz­bringend zu verwerten. Unsere Waren will man vielerorts in der Wett nicht haben; die Menschenkraft, die früher zu ihrer Herstellung verwandt wurde, müssen wir also anderswo ansehen.

Zu bedenken ist ferner, daß nur ein Bruch­teil der für den Bau her Autobahnen benötigten Mittel dem Staat über die an Jid) für eine ent­sprechende Zahl Arbeitsloser notwendigen Aufwen­dungen zur Last fällt. Tatsächlich sind seitens des Staates nur etwa 35 bis 40 v. H. der Baukosten für den Bau über das hinaus aufzuwenden, was an sich der Staat aufzubringen hat, wenn die Bahnen nicht gebaut würden. Mit dem Einsatz von hunderttausenden schaffenden Händen für die Straße erkennen wir zugleicy deren wieder wachsende Be­deutung an. Je mehr die großen Durchgangsstraßen der Nachbarländer zueinander in Einklang gebracht werden, um so mehr wird sich über die großen Straßen der Nationen im Reiseverkehr des Alltags

bei wachsendem internationalen Verkehr auch eine wachsende Anerkennung der Völker untereinander ergeben. Wir wissen, daß dann ein ehrliches Urteil über unser Volk entstehen wird. Auf der Basis gegenseitiger Achtung der Völker wird dann ehestens eine Konsolidierung der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen ein­treten. Auch in diesem Gedanken ließ der Führer die deutschen Reichsautobahnen Gestalt werden. Erkennen Sie, meine Herren Delegierten des Aus­landes, auch darin seinen Willen zum Frieden und zu friedlicher schaffender Arbeit. Möge auch dieser internationale Kongreß einen Beitrag darstellen zur Förderung des Friedenswillens aller Völker, und möge insbesondere die Tatsache, daß der Inter­nationale Ständige Verband der Straßenkongresse in Paris sein 25jähriges Jubiläum nicht in Frank- reich, dem geschichtlichen Land des Straßenbaues, sondern in Deutschland feiert, als gutes Omen zu werten fein für die Verständigung der beiden Völker, für deren beiderseitige Wohlfahrt ein gesicherter Frieden die Voraussetzung gibt. Wie dieser Austausch der Gedanken und des Wissens unzweifelhaft allen teilnehmenden Staaten zugute kommt so möge auch ein auf gleicher Basis entwickelter allgemeiner Austausch der gei­stigen und materiellen Güter der Völker wieder erstehen. Das ist unser Wunsch für alle Nationen dieser von der Freudlosigkeit von Millionen gequäl­ten Erde!

Der Generalinspektor des deutschen Straßenwesens Or.Todt überbrachte dann dem Internationalen Ständigen Verband der Straßenkongresse zu seinem 25jähri- gen Bestehen, das mit dem Jahre des VII. Kon. gresses zusammenfällt, die herzlichsten Glückwünsche aller internationalen Straßenbau-Fachleute. Stra­ßen sind ein Werk des Friedens, selbst wenn sie ursprünglich zu anderen Zwecken gebaut wurden. Je mehr Länder Europas ihre haushalt- mäßig verfügbaren Mittel intensiv für den Bau von Straßen verwenden, je mehr die Industrie und die Arbeitskräfte in ganz großem Maß für eine der­art friedliche Arbeit eingesetzt werden, je mehr Teils der Wirtschaft von einer Derart friedlichen Arbeit leben, desto stärker wird im eigenen Land die Ab­neigung, diese friedliche Tätigkeit zu stören oder zu unterbrechen, desto stärker wächst in eigenem Land der Wille, die begonnenen Arbeiten bei einem lang- anhaltenden Bestand des Friedens weiter^uführen und zu vollenden. Ich bin überzeugt, daß die europäischen Länder ihre Straßenbau-Programme, die meist auf ein Jahrzehnt abgestellt sind, u n g e ftört durchführen werden. Ich bin über­zeugt, daß, ähnlich wie internationale Eisenbahn­linien entstanden sind, internationaleAuto- b a t) n I i n i e n entstehen werden. Ich würde es be­grüßen, wenn dieser VII. Internationale Straßen- kongreß den Anlaß gibt, die Schaffung von inter­nationalen Autobahnverbindungen allerorts mit Energie zu fördern. Internationale Aufgaben für unser Arbeitsgebiet, den Straßenbau, sind in rei­cher Fülle vorhanden.

Der Präsident des Internationalen Ständigen Verbandes der Straßenkongresse Senator Ma­tz i e u (Paris) dankte der deutschen Regierung und seinen deutschen Kollegen für Die freundliche Ein­ladung nach München. Wir haben hier, so erklärte er, eine Atmosphäre freundichaf11 icheit Vertrauens und echten Zusammen­arbeitens gefunden. Wir sind versammelt in einem Lande, welches auf dem Gebiete des Stra­ßenbaues außerordentliche Fortschritte gemacht hat. Wir haben das vollste Ser trauen km Dem Talen/ und der Schaffensfreude Der deutschen Ingenieure und wissen, daß, wenn sie etwas in Angriff neh» men, sie auch sicherlich Fortschritte erzielen. Anschlie­ßend übermittelten die Führer von 22 ausländischen Abordnungen dem Kongreß die herzlichsten Glück­wünsche.

der Textilindustrie stilliegen würden. Vorläufig arbeiten jedoch in Nord- und Südkarolina allein noch 220 Betriebe, während 200 geschlossen sind. Diele Fabriken sind unter Militärschutz gestellt worden, da Zusammenstöße befürchtet werden.

Antwort an Knox.

Die Wahrheit über die Saardeutschen im Arbeitsdienst.

Berlin, 3. Sept. (DNB.) Die Reichslei­tung des Arbeitsdienstes teilt inbezug auf die Behauptungen des Präsidenten der Regierungs­kommission des Saargebiets in seinem Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes hinsichtlich des Arbeitsdienstes mit:

1. Die Behauptung, daß eine militärische Ausbildung der saardeutschen Arbeitsmänner (Arbeitsfreiwillige) im Deutschen Arbeitsdienst statt­findet, entspricht nicht den Tatsachen. Es hat weder solche Ausbildung stattgefunden, noch findet sie statt, wie der Arbeitsdienst überhaupt keinerlei militärische Ausbildung be­treibt.

2. Die Behauptung, daß die saardeutschen Arbeits­männer außerhalb der entmilitarisier­ten Zone Dienst tun, ist falsch. Tatsache ist viel­mehr, daß innerhalb der entmilitarisierten Zone 2115 saardeutsche Arbeitsdien st frei­willige ihren Standort haben.

3. Diebesondere Ausbildung für den S a a r k a m p f" besteht darin, daß den jungen Saardeutschen im Arbeitsdienst eine besondere Be­treuung in Hinsicht ihrer Erziehung zu be­wußt deutschen Menschen zuteil wird.

4. Von dem Kredit von 12 900 000 Mark für die Unterhaltung von 10 000 jungen Saardeutschen weißt d e r Deutsche Arbeitsdienst nichts. Er trägt die Kosten für die Saardeutschen in seinen Reihen aus eigenen Mitteln. Diese Kosten sind ihm bis jetzt von keiner Stelle und in keiner Form erstattet worden.

Die Reichsangehörigkeit

bei der Verleihung des Ehrenkreuzes.

Berlin, 3. Sept. (DNB ) Für die Feststellung der Reichsangehörigkeit des Antragstellers als Vor­aussetzung der Verleihung des Ehrenkreuzes (T. 3 der Verordnung des Reichspräsidenten) ist grund­

sätzlich der Zeitpunkt der Antrag st el lung maßgebend. Hiernach können auch Kriegsteil­nehmer, die erst nach dem Weltkriege die R e i ch a n g e h ö r i g k e i t erworben haben, das Ehrenkreuz erhalten, und zwar gleichgül­tig, ob sie auf deutscher Seite oder auf Seite der Verbündeten Kriegsdienste geleistet haben.

Empfang der Berliner Diplomaten durch den Führer.

Berlin, 3. Sept. (DRB.) Nachdem das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers vereinigt und der Führer und Reichskanz­ler Adolf Hitler in der Volksabstimmung vom 19. Äugust mit Neunzehntel-Mehrheit a l s Staatsoberhaupt bestätigt worden ist, werden die in Berlin akkreditierten Botschaf­ter, Gesandten und Geschäftsträger der fremden Mächte vom Führer und Reichskanzler zur Entgegennahme ihrer offiziellen Antrittsbesuche und der Glückwünsche der fremden Staatsoberhäupter und Regierungen am Mittwoch, dem 12. September, im Reichspräfidentenpalais feierlich empfangen werden.

Kommissarische Beauftragung der Führer der Deutschen Studentenschaft.

Berlin, 3. Sept. (DNB.) Der Führer der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen Andreas Fe ick er t hatte Ende August die Führer der deutschen Studenten­schaften in Rittmarshausen bei Göttin­gen einberufen. Im Mittelpunkt dieses Lagers landen die wichtigen Fragen des Arbeits- ) i e n ft e s als Vorauslese zum Hoch- chulzugana, der Kameradschaftser- Ziehung und des akademischen Nach­wuchses, vor allem aber die wissenschaft­liche Zielsetzung der Deutschen Studenten­schaft.

Nach der Ernennung der Hauptamtsleiter und Amtsleiter der Reichsführuna der Deutschen Stu­dentenschaft und der Kreisführer der Deutschen Studentenschaft soll den Kreisführern Gelegenheit gegeben werden, für die zukünftige Arbeit der Deutschen Studentenschaft nach der Kenntnis der

Arbeit in Rittmarshausen die geeigneten Studentenschaftsführer auszuwäh« l e n. Der Reichsführer der Deutschen Studenten­schaft Andreas F e i ck e r t hat aus diesem Grunde die Führer der Einzelstudentenschaften an den Universitäten und Technischen Hochschulen bis zur Entscheidung durch die Kreisführer lediglich mit der kommissarischen Weiterführung ihrer Aemter beauftragt.

Deteranentreffon in Heringsdorf.

Der Ehrentag des großen Reichstreffen­der Altveteranen, zu dem zahlreiche Alt­krieger aus allen Teilen des Reiches nach Herings­dorf gekommen waren, wurde mit einem Be­grüßungsabend eingeleitet. Dieser Abend erhielt durch die Anwesenheit des Feldmarschalls von Mackensen und des Führers des Kyffhäufer- bundes, Oberst a. D. Reinhardt, sowie der höheren Führer alter ruhmreicher Zeiten, wie General der Kavallerie Grafen (5 a) l i e f f e n, Generalleutnant vv n Schwerin, Generalleut­nant D o u s s i n, Generalmajor Klein und des stellvertretenden Bundesführers General von K ü h l w e i n und von Enkevort eine besondere Note. Kurdirektor ©tallberg und General Garnier begrüßten die Erschienenen. General­feldmarschall von Mackensen gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Oberst Reinhardt das Reichstreffen der Altoeteranen wieder ins Leben gerufen hat. Er gedachte der großen Heldentaten des deutschen Heeres im Weltkriege und schloß mit einem Appell an die Veteranen, dazu beizutragen, daß der Geist von Düppel, Königgrätz und Sedan unserem Volke und unserer Jugend erhalten bleibe. Der Führer des Kyffhäuserbundes, Oberst a. D. Reinhardt, gedachte der gefallenen Kameraden, erinnerte an die Schlacht von Tannenberg und des Jahrestages der Schlacht von Sedan. Seine Rede klang in ein Sieg-Heil auf den Führer und das Vaterland aus. Zum Feldgottesdienst am zweiten Tage waren u. a. Gauleiter Schwede und Grup­penführer Friedrich erschienen. Dem Feldgottes­dienst schloß sich ein Festakt an, in dessen Mittel­punkt die Festrede des stellverttetenden Führers des Kyffhäuserbundes, General von Enkevort stand. Den Abschluß bildete Der Ehrenvorbeimarsch der SA., SS. und der Kriegervereine vor den Altveteranen.