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Wirtschaft.

Oer Reichsbankausweis zum Halb­jahreswechsel.

Die Inanspruchnahme der Reichsbank zum Halb­jahreswechsel war lt. Ausweis vom 30. Juni mit 586 Millionen RM. recht erheblich, auch wenn man berücksichtigt, daß dieser Termin immer eine stärkere Inanspruchnahme bringt. Im Vorjahr be­trug die Inanspruchnahme der Kapitalanlage der Reichtsbank 375 Millionen RM. Es hängt die dies­jährige stärkere Inanspruchnahme wohl zum größten Teil mit den Einzahlungen auf die neue Reichs­anleihe zusammen.

Im einzelnen stiegen die Bestände an Wechseln und Schecks um 424 auf 3392 an, Reichsschatzwechsel um 56 auf 70 und an Lombardforderungen um 90 auf 171 Millionen RM. Daneben sind diesmal er­heblicher die deckungsfähigen Wertpapiere um 16,0 auf 361 Millionen RM. und die sonstigen Aktiven um 35 auf 600 Millionen RM. gestiegen. Die Stei­gerung des letzteren Postens hängt zum Teil zu­sammen mit einer Inanspruchnahme des Reichs­kredites zum Ultimo.

Der Notenumlauf stieg um 379 auf 3777 Milli­onen RM. und daneben der Umlauf an Renten­bankscheinen um eine auf 345 Millionen RM. An Scheidemünzen flössen 109 Millionen RM. in den Verkehr, neu ausgeprägt wurden 8,6 Millionen RM. und wieder eingezogen 0,9 Millionen RM. Die Steigerung der Giroverbindlichkeiten um 111 Millionen RM. auf 623 Millionen RM. ist eine normale Erscheinung.

Die täglichen Deoisenrepartierungen haben sich dahin ausgewirkt, daß kein weiterer Verlust am Gold- und Devisenbestand eingetreten ist. Einen Rückgang des Goldbestandes um 2,3 auf 70,2 Milli­onen RM. steht eine Steigerung des Bestandes an deckungsfähigen Devisen um 2,6 auf 6,6 Millionen RM. gegenüber. Das Deckungsverhältnis der Roten beträgt nunmehr 2 v. H. gegen 2,3 v. H. in der Vorwoche.

Der Gesamtzahlungsmittelumlauf betrug 5781 Millionen RM. gegen 5521 Millionen RM. zur gleichen Zeit des Vorjahres.

1 Milliarde Währungsgewinn bei den Lndustrievbligationen.

Der Umlauf an Jnduftrieobligationen und ver­wandten Schuldverschreibungen betrug, lautWirt­schaft und Statistik", Ende Dezember vorigen Jah­res 3,2 Milliarden RM., gegenüber 4,2 Milliarden am 31.12.32. Aus die aufgewerteten Schuldverschrei­bungen entfielen 153 (i. V. 169) Millionen RM., auf Sachwerte lautende Schuldverschreibungen 17 (22) Millionen RM., auf Reichsmark-, Goldmark- und Festmarkschuldverschreibungen zusammen 915 (945) Millionen RM., auf inländische Schuldver­schreibungen zusammen 1086 (1136) Millionen RM. Die Summe der im Ausland aufgelegten Schuld­verschreibungen ging auf 2099 (3069) Millionen RM. zurück. Ohne Berücksichtigung der Währungs­entwertung würde der Umlauf sich Ende vorigen Jahres auf 4079 Millionen gegen 4309 Millionen Ende Dezember 1932 bela'üfen haben. Ende 1930 betrug die Anleiheverschuldung der Unternehmungen 4,7 Milliarden RM. Ohne Währungsentwertung würde er Ende 1933 4,1 Milliarden betragen, er stellt sich aber auf 3,2 Milliarden RM. Von dem Rückgang um 1,5 Milliarden RM. entfallen 0,9 Milliarden RM. auf die Währungsentwertung und 0,6 Milliarden auf die Rückzahlungen.

Was will das Getreidegrundgesetz?

Fwb. Zu dem soeben in Kraft getretenen Gesetz schreibt der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes:

Es bildet die folgerichtige Fortführung der im Herbst 1933 mit der Einführung des Festpreis- silstems eingeleiteten Maßnahmen. Die Ziele natio­nalsozialistischer Getreidepolitik können erst bei voll­ständiger Regelung des Getreideverkehrs vom Bauern zum Markt erreicht werden. Für das Wirt­schaftsjahr 1933/34 mußten Uebergangsmaßnahmen genügen. In diesem Jahre ist das neue Getreide» gesetz bereits zum Beginn der Getreideernte in Kraft. Der ziellosen Verkaufstätigkeit wird nun end­gültig ein Riegel vorgeschoben. Künftig wird es nicht mehr möglich sein, daß jeder Getreideverkäufer ohne Rücksicht auf den anderen verkauft und sich vielleicht dadurch auf Kosten der Allgemeinheit be­reichert. Künftig wird vielmehr durch sorgfältige Be- redjnunßen vorgeschrieben, welche Getreidemengen zu den jeweiligen Zeitpunkten abgenommen werden können. Der Bauer wird dann genau wissen, für welche Summen er zu den einzelnen Zeitpunkten verfügen kann. Nationalsozialistischer Zielsetzung, die. Rechte stets mit Pflichten verbindet, entspricht es, wenn dem Ablieferungsrecht eine Ablieferungs­pflicht gegenübergestellt wird. Wenn sich zeigen sollte, daß die den einzelnen Betrieben zugeteilten Getreidemengen nicht in ausreichendem Umfang zur

Ablieferung gelangen und dadurch ein ungedeckter Bedarf entsteht, so wird die Ablieferung angeord­net werden können. Es ist keineswegs gesagt, daß diese Ablieferungspflicht sofort praktisch durchgeführt wird, sie ist aber im Gesetz vorgesehen, um für alle Möglichkeiten gerüstet zu sein. Gerade dieser Teil des Gesetzes zeigt wieder, wie die ganze Reichs­nährstandgesetzgebung nicht nur das Wohl des Bauern, sondern die Bedürfnisse der Verbraucher im Auge hat.

* Konkurse und Vergleichsverfah­ren im Juni. Nach Mitteilungen des Statisti­schen Reichsamts wurden im Juni d. I. durch den Reichsanzeiger" 227 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Kon­kurseröffnung und 67 eröffnete Vergleichsverfah­ren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 249 bzw. 65.

Frankfurter Börse.

Aliltagsbörse freundlich.

Frankfurt a. M., 3. Juli. Die Börse lag zu Beginn wieder außerordentlich ruhig. Vor allem vermißte man die Anlagekäufe nach dem Zinster- min zur Halbjahreswende. Auch die Sperrmark­käufe fanden nicht in dem Umfange der Vorwoche ihre Fortsetzung. Infolge der Geschäftsstille war die Kursentwicklung am Anfang uneinheitlich, ging aber im Verlaufe zur festen Haltung und Erholung über, da später Kaufaufträge für Rechnung des Aus­landes einliefen, denen sich die Kulisse wieder mit neuen Käufen anschloß. Die festere Grundstimmung stützt sich auf die Ausräumung all der unsinnigen Gerüchte, bekundet vielmehr das allgemeine Ver­trauen des Volkes zur gefestigten Staatsführung. Farbenindustrie zogen nach anfänglich 146,50 (146,75) auf 148 v. H. an, auch die übrigen Chemie­werte lagen freundlich. Am Elektromarkte setzten Siemens 1 o. H., Bekula 0,25 v. H., AEG. 0,40 o. H. höher ein, Schuckert und Gesfürel glichen ihre leich­ten Anfangsverluste wieder aus. Accumulatoren lagen zu 180 v. H. unter Berücksichtigung des Di­videndenabschlages von netto 10,80 v. H. gut be­hauptet. Auch am Montanmarkt waren die Kurse anfangs gedrückt, wobei Harpener 0,65 v. H., Man­nesmann 2 v. H., Rheinstahl ausschließlich Dividende 1,50 o. H., Kali Aschersleben 2 v. H. und Kali We­steregeln 1 v. H. verloren; später traten auch hier Erholungen ein, jo bei Harpener um 1,25 v. H. und Phönix um 0,50 v. H. Am Zellstoffmarkt Aschaffen­burger weiter anziehend, Waldhof aber erneut 1,75 o. H. niedriger. Schiffahrtswerte bröckelten ab, Ha­st ag um 0,25 v. H., Nordd. Lloyd um 0,75 v. H. Im einzelnen eröffneten AG. für Verkehrswesen trotz der günstigen Bilanzvorlage 1,25 v. H., ferner Aku 0,65 v. H. leichter, dagegen Conti Gummi, Bemberg, Deutsche Linoleum und dement Heidel­berg eine Kleinigkeit freundlicher. Renten lagen ebenfalls sehr ruhig und infolgedessen nur knapp gehalten. Altbesitzanleihe und späte Reichsschuld­buchforderungen bis 0,25 v. H. niedriger, dagegen Stahlverein-Bonds etwas freundlicher, desgleichen Reichsmark-Anleihen.

In der zweiten Börsenstunde machte die Besse­rung des Kursniveaus Noch leichte Fortschritte, Gesfürel gewannen 1 v. H., Bemberg 0,90 v. H., Mannesmann 0,50 v. H. usw. Reichsbankanteile kamen 1,50 v. H. höher, Südd. Zucker unverändert zur Notiz. Das Geschäft war vorübergehend etwas größer, im weiteren Verlauf schrumpfte es aber wieder stark zusammen, die Kürfe lagen aber nicht schwächer. Farbenindustrie schwankten zwischen 147,75 bis 148 v. H.

Am Rentenmarkt blieb es gleichfalls still bei geringen Veränderungen. Reichsmark-Obligationen neigten jedoch überwiegend nach unten, besonders Stahlvereins-Werte. Der Pfandbriefmarkt lag für Goldpfandbriefe bei kleinen Veränderungen nicht ganz einheitlich. Frankfurter Liguidationspfand- briefe zogen etwas an, während Pfälz. Hyp. 0,75 n. H. verloren. Kommunal-Obligationen und Stadt­anleihen blieben gut behauptet.

Tagesgeld wurde erneut um 0,25 v. H. auf 3,25 v. H. herabgesetzt.

Abendbörse sehr still.

Mangels jeglicher Anregung verkehrte die Abend­börse in sehr stiller Haltung, zumal auch die Ku­lisse in Zurückhaltung verharrte. Die Grundstim­mung war dessen ungeachtet freundlich, wenn auch die Berliner Schlußnotierungen nicht immer ganz gehalten wurden, woran hauptsächlich die außer­ordentliche Geschäftsstille schuld war. Von Tarif- werten konnten sich Gesfürel um 1 v. H. befestigen, während Lahmeyer 1 v. H. verloren. Fqrben- industrie unterlagen kleinen Schwankungen, wobei sie per Saldo 0,25 v. H. nachgaben. Auch auf den übrigen Marktgebieten hielten sich die Veränderun­gen in engsten Grenzen. Der Rentenmarkt stagnierte ebenfalls fast vollkommen, es schien aber doch etwas

Nachfrage zu bestehen. Beachtung fand der Ultimo- Ausweis der Reichsbank. Kommunal-Umschuldung war höher gefragt. 11. a. notierten: Altbesitz 94,25, 6proz. Stahlverein 77,75, Commerzbank 57,50, DD.- Bank 62, Dresdner Bank 65, Reichsbank 154,50, Gelsenkirchen 58,75, Harpener 104,' Mansfeld 76, Phönix 46, Rheinstahl 90,13, Stahlverein 39,75, Aku 60,25, Bekula 141,50, Cement Heidelberg 108,50, Scheideanstalt 208, Licht und Kraft 106,75.

Mainzer Schlachtviehmarkt.

Mainz, 3. Juli. Auftrieb: 621 Rinder, darunter 35 Ochsen, 21 Bullen, 565 Kühe oder Färsen, 395 Kälber, 725 Schweine. Notiert wurde pro ein Zent­ner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 27 bis 33, c) 22 bis 26; Bullen c) 27 bis 30; Kühe a) 24 bis 30, b) 16 bis 23, c) 11 bis 15; Färsen a) 29 bis 35, b) 24 bis 28. Kälber b) 32 bis 40, c) 26 bis 31, d) 17 bis 25. Schweine b) 40 bis 43, c) 38 bis 43, d) 37 bis 41. Marktverkauf: Rinder mäßig belebt, langsam geräumt, Kälber ruhi'g, langsam geräumt. Schweine mäßig belebt, geringer Ueberftayd.

Frankfurter Obst- und Gemttsemarkt.

Frankfurt a. M., 3. Juli. Arn Gemüse- markt blieben die Zufuhren in Bohnen, Gurken und Tomaten reichlich, im übrigen waren sie ge­nügend angeboten. Frühkartoffeln und Zwiebeln waren nur knapp vorhanden. Für Bohnen find die Preise wesentlich zurückgegangen, während sie sonst kaum verändert lagen. Das Kartoffelgeschäft verlief

sehr lebhaft, auch sonst gestaltete sich das Geschäft zufriedenstellend. Es erzielten: Blumenkohl 10 bis 30, Bohnen 12 bis 16, Erbsen 10 bis 12, Salat­gurken 10 bis 25, Einmachgurken 6, Karotten 3 bis 4, Einmachgurken, lose, 50 Kilogramm 8 bis 10, Kartoffeln, Erstlinge 775 bis 800, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 4 bis 7, Petersilie 20 bis 25, Rettich 4 bis 6, rote Rüden 8 bis 10, Spinat (Wurzel) 10 bis 14, Spinat (Blätter) 15, Tomaten (Treibhaus) 50 Kilogramm 20 bis 24, Tomaten holl. 18 bis 19, Weißkraut 6 dis 8, Wirsing 6 bis 7, Zwiebeln mit Schloten 4 bis 5.

Am Obstmarkt hielt das starke Angebot von Kirschen an, auch Himbeeren und ausländische Pfir­siche blieben stark offeriert. Deutsche Aprikosen so­wie die übrigen Obstsorten sind gut bis genügend am Markt. Frühbirnen und Sommeräpfel wurden erstmals in geringen Mengen angeboten. Die Preise für Kirschen und Himbeeren sind etwas ge­fallen, im übrigen traten keine nennenswerte Acnderungen ein. Das Geschäft verlief nur teilweise zufriedenstellend. Es erzielten: Svmmeräpfefl 15, Aprikosen 20 bis 25, Aprikosen ital. 16 bis 18, Frühbirnen 12 bis 15, Himbeeren 20 bis 32, Jo­hannisbeeren 11 bis 13, Kirschen la 18 bis 20, I 12 bis 16, II 8 bis 10, Sauerkirschen 11 bis 14, Pfirsiche 20 bis 30, Pfirsiche ital. 16 bis 23, Stachel­beeren rote 8 bis 10, gelbe 12 bis 14, Zitronen, Kiste, 300 Stück, 700 bis 750 ital.

Rechtsfragen für die Ferienzeit.

Wenn jemand eine Reife tut, fo kann er was erleben". Das Dichterwort fällt uns meist erst nach unseren Ferien ein, wenn wir dies ober jenes Un­angenehme hinter uns haben. Besser also, man richtet sich von vornherein auf die Dinge ein, die nun einmal erfahrungsgemäß auch beim Reisen etwas beschwerlich sind, sieht sie sich von allen Sei­ten an, damit man vor Nachteilen ober auch nur vor unangenehmen Überraschungen geschützt ist. Denn bie Sache beginnt schon, bevor man bie Reise antritt. Gegen Feuerschaben ist man zwar zumeist versichert, aber bie ganze Versicherung nützt nichts, wenn ausgerechnet bie Prämie währenb ber Abwesenheit fällig ist unb von niemanb beglichen wirb. Der Schutz ber Versicherung fetzt bann nicht ein. Für bie Versicherungen gegen Einbruch unb Diebstahl ist es wichtig zu wissen, baß bie meisten Versicherungsverträge vorschreiben, ber Wohnungs­inhaber bürfe nicht mehr als 60 Tage aus ber Wohnung abroefenb sein, wenn er nicht eine er­wachsene Person zur Verfügung hat, bie währenb längerer Abwesenheit minbeftens bie Nacht in ben versicherten Räumen verbringt.

Es besteht zwar keine allgemeine gesetzliche Pflicht, daß jedermann stets einen Ausweis über feine Person bei sich tragen müßte. Wer ins Ausland fährt, hat allerdings einen Paß vorzuweisen: im Jnlande verzichtet man meist auf Auslandspapiere. Leider zu Unrecht! Denn oft genug ergeben sich Situationen, beispielsweise im Verkehr mit der Post, wenn es gilt, Einschreib- ober Gelbsenbungen in Empfang zu nehmen, in benen amtliche Ausweis- papiere recht wertvoll finb.

Nützlich ist es auch, wenn man über die recht­lichen Verhältnisse bei ber Eisenbahn Bescheib weiß. Man verläßt sich auf bas Kursbuch unb auf bie amtlichen Fahrpläne; aber bie Reichsbahn hat im § 24 ihrer Verkehrsorbnung auch bestimmt, baß verspätete Abfahrt ober Ankunft ober sogar bas Ausfallen eines Zuges keinen Anspruch auf Ent­schädigung begründen. Nimmt man zu seiner per­sönlichen Hilfe einen von der Reichsbahn bestellten Gepäckträger, so haftet die Reichsbahn für das dem Gepäckträger übergebene Reife- ober Hcmbgepäck ebenso, als wenn es ihr selbst zur Beförberung übergeben wäre. Benutzt ber Reisenbe bie Eisen­bahn, so hat er nach bem einführenben Para­graphen bes sog. Haftpflicht-Gesetzes bie beruhigenbe Gewißheit, daß, wenn er bei dem Betriebe ber Bahn zu Tobe kommt ober körperlich verletzt wirb, bie Bahn. für ben baburch entftanbenen Schaben haftet, sofern sie nicht nachweist, baß ber Unfall durch höhere Gewalt ober burch eigenes Verschul­den des Getöteten verursacht ist. Nach § 7 dieses Gesetzes wird das Gericht die Höhe des Schadens nach freiem Ermessen festsetzen und für ben zukünf­tigen Unterhalt ober Erwerb in ber Regel eine Rente zubilligen. Die Schadensersatzforberung ver­jährt in zwei Jahren vom Tage bes Unfalls an. Gibt ber Reisenbe sein Gepäck zur Beförberung auf, so haftet bafür bie Bahn; sie haftet jeboch nicht für bas Gepäck unb bie übrigen Sachen, bie ber Reisenbe mit ins Abteil nimmt.

Wenn wir an unserem Ankunftsort eine Woh­nung nehmen, so gehen wir mit bem Gastwirt, ober bem Inhaber bes Pensionats, ober bem Besitzer bes Zimmers einen Vertrag auch bann ein, wenn keine schriftlichen Abmachungen bestehen, lieber Streitig­keiten zwischen Gastwirten unb Gästen

haben bie höchsten beutschen Gerichte eine große An­zahl von Entscheibungen gefällt. Nach einem alten Rechtssatz gelten bie Sachen bes Gastes als bem Gastwirt übergeben, wenn seine Angestellten sie am Bahnhof bereits in Empfang genommen haben. Vlad) ber Rechtsprechung beginnt bie Haftung bes Gastwirtes dann, wenn der Gast ausgenommen ist; es bleibt aber gleichgültig, ob der Gastwirt selbst, oder ein Geschäftsführer, ein Kellner, ein Pförtner die Aufnahme getätigt hat. Der BegriffBeher­bergung" setzt nicht voraus, daß der Gast im Gast­hof übernachtet. Es genügt vielmehr, wenn dem Gast auch nur tagsüber ein Zimmer zum Aufent­halt überlassen wird. Für Sachen, bie der Gast nach endgültigem Verlassen bes Gasthofs zurückge- lassen hat, haftet ber Wirt nicht mehr, wenn nicht etwa eine befonbere Vereinbarung getroffen ist. Die Haftung bes Wirtes tritt bann ein, wenn bie Sachen bes Gastes in Verlust gegangen ober be- schäbigt finb, einerlei, ob durch Diebstahl, Feuchtig­keit oder auf andere Weise. Belanglos ist es, ob der Schaden durch ben Gastwirt, seine Leute, an« bere Gäste ober brüte Personen vorsätzlich, fahrläs­sig ober ohne Verschulben verursacht ist. Den An­spruch auf Haftung muß ber Gast dem Gastwirt unverzüglich anzeigen. Das Abkommen, baß ber Gast mit bem Gastwirte trifft, ist im wesent­lichen ein Mietvertrag; es ist aber mit einem Kaufvertrag oerbunben, wenn ber Gast Speise unb Trank im gleichen Hause zu sich nimmt, liebergibt ber Gast bem Wirte Sachen zur Aufbewahrung, so wirb boch ein Verwahrungsvertrag abge­schlossen. Wirb bie Verwahrung unentgeltlich über­nommen, so braucht ber Wirt nur biejenige Sorg­falt anzUwenben, bie er in eigenen Angelegenheiten anzuwenben pflegt. Er haftet aber für jede Fahr­lässigkeit, wenn er bie Aufbewahrung gegen Entgelt übernimmt. Ein etwaiger Anschlag bes Wirts, baß er bie Haftung ablehnt, ist wirkungslos.

Bei ber Rückkehr von Reifen ins Auslanb liegt für manche Menschen anscheinenb ein großer Reiz barin, zollpflichtige Sachen unverzollt burchzu- schmuggeln, um sich bann später biefer Tat noch zu rühmen. Hanbelt es sich, wie es boch wohl bie Regel ist, um weniger wertvolle Sachen, so ist durch­weg ber Zoll so gering, baß man sich nicht ber Gefahr aussetzen sollte, zur eigenen Beschämung er­tappt, mit einer höheren Zvllftrafe belegt unb viel­leicht solange aufgehalten zu werben, baß man bie Reise nicht in ber vorgesehenen Weise fortsetzen und dadurch in Ungelegenheiten kommen kann. Beson­dere Achtung soll man auf die Vorschriften über die Geldaus- und -einfuhr haben! Sie sind peinlich zu beachten.

Daten für Mittwoch, 4.Juli.

1715: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Hainichen (Sachsen) geboren (gestorben 1769); 1776: Unabhängigkeitserklärung Nordamerikas; 1807: der italienische Nativnalheld Giuseppe Gari­baldi in Nizza geboren (gestorben 1882); 1844: ber Kunsthistoriker Karl Woermann in Hamburg geboren (gestorben 1933); 1851: ber Geograph Joseph Bartsch in Schreiberhau geboren (gestorben 1925); 1888: ber Dichter Theodor Storm in Hademarschen gestorben (geboren 1817); 1920: der Bildhauer, Maler und Radierer Max Klinger in Großjena gestorben (geboren 1857); 1926: l Zweiter Reichsparteitag der NSDAP, in Weimar.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibenbe an. Reichsbankbiskont 4 v. H., Lombarbzinsfuß 5 v. H.__________________________

Frantturi a. 2)1.

Lerttn

Frankfurt a.M.

Berlin

Frankfun a. M.

Äerlin

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 2H.

Schluß» fur4

Gchlußk. Abend» börse

Schluß» tert

Gchlußk. Mittag» börse

Schluß­kurs

Gchlußk. Abend- börsc

Schluß» kurs

Gchlußk. Mittag» börse

Schluß» kurs

Schluß!. Abend» börse

Schluß» furd

Gchlußk. Minag- börse

2-Iuli

3-Iuli

Amtliche Dotierung

Geld | 25rie>

Amtliche Rotierung

Geld | Lrie

'Datum

2-7.

3-7-

2-7-

1 3-7.

Datum

2-7-

3-7-

2-7-

3-7.

Datum

2.7.

3-7.

2-7.

3.7.

Buenos Aires Brüssel.....

Rio de Jan. . Sofia......

Kopenhagen. Danzig.....

London .....

Helsingfors.. Paris ......

Holland .... Italien.....

Japan......

Jugoslawien. Oslo.....:

Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......

Budapest ... Neuyork....

0,600 58,50 0,184 3,047 56,49 81,67

12,650 5,594 16,50

169,73 21,53 0,749 5,664 63,59 48,45

11,51 65,23

81,44 34,32

10,44

2,510

0,604 58,62 0,186 3,053

56,61 81,83

12,680 5,606

16,54

170,07 21,57

0,751 5,676

63,71 48,55

11,53 65,37 81,60

34,38

10,46

2,516

Banknoten

0,598 58,53 0,184 J,C47 56,54 81,67 12,665

5,599 16,50

169,73 21,53 0,749 5,664 63,64 4ö,45 11,53

65,28 81,47 34,32

10,44

2,511

0,602 58,65 0,186 3,053 50,66 81,83

12,695 5,611 16,54

170,07 21,57 0,751

5,676 63,76

48,55 11,55

65.42 81.63

34,28 10,46

2,517

6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 «% ehein.7% Dl. Reichsanl. v. 1929 6Vi% Doong-Anlethe von 1930 .. Deutjche Aitt.'Ablös.-Schuld mit AuSlos.«Rechten .........

DeSgl. ohne Ausloj.-Rechte......

S% etjem.8% Hess. Volksstaat 1929 trückzahlb. 102%) ...........

6% Hess. LandeSbanI Darmstadt Gold R. 12 .............

6%% Hess. LandeS^ypotheken» bank Darmstadt Staut.....

Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos. «Rechten .........

Deutsche Komm. Sammelabl. An­leihe Serie 1 mit AuSlos.«Rechten

% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935

% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 iK% et)em. 4K,% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.»Pfandbriefe.....

Wi% ehem. <y,% Rheinische Hyp.'Bank'Ltau.-Goldpse. ...

< % ehem. 8% Pr. Landespfand. briefanflalt, Pfandbriefe R 19 <% eyem. 7% Pr. LandeSpkand- briefanstalt, Pfandbriefe R. IO Steuergutsch Verrechnungskurs

< % OeiterrelchlfHe Goldrenre.... 4,20% Oeslerreilytsche SUberrente 4% Ungarische Goldrente -------

1% Ungarische Slaatsrente v. 1910 desgl. von 1918 ........

5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagdaübahn-Anleihe M I.....................

93,25

90

93,9

90,5

89,25

87,25

95,5

94,9

88,5

88,5

87,75

89,4

91,5

92

101,13

24,5

7,4

6,9

7

8,25 7,65

7,6

93,25

90

94,25

90,5

89,25

88

95,5

95

88,5

88,25

88,25

89,25

91,5

92

101,13

1,1

7,4

6,8

7 8,25 7,5

7,6

93,65

90

93,9

89,5

89

94,9

87,75

91,5

92

101,13

25

1,2

7,35

7,2

8,7

7,2

93,4

89,75

94,25

90

94,75

88,4

91,5

92

101,13

25

7,4

7,1

7,15

8,5

4% desgl. Serie 11 .............

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4/i%Rumän.vereinh.Rentev.lS13

4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier ........

Hamvurg-AmerUa-Paker .....o

Hamburg-Südam. Dampfschiff . O

Hansa-Dampfschiff........... O

Norddeutscher Lloyd ......... O

A.G. für Verkehrswesen Qltt .. 0

Berliner Handelsgesellschaft ... 4

Commerz- und Prioat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto»

Gesellschaft................o

Dresdner Bank..............o

Reichsbank ............... 12

A.E.G.......................

Bekula.....................o

Dektr. LieferungSgesellschast... 6 Licht und Sfraft g

Felten & Guilleaume......... O

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5

Rheinische Elektrizität ........ 5

Schuckert S Co............... 6

Siemens & Halske............ 7

Lahmever L Lo....... 10

Buderus ........... ... O

Deutsche Lrdbl..............4

Gelsenkirchen«..............0

Harpener................. C

Hoesch EisenKöln-Neuesfeu .. O

Ilse Bergbau ...............t

Ilse Bergbau Genüsse ........6

Klöckn erwecke ...............C

tRannrimann-Äßtera ........ O

7,7

4,25

6,6

3,7

33,5

25,5

31,25

62,75

89,5

57,5

62,5

65,5

153

23

141

80,5

107

67,13

105,5

100,5

90,25

146

116,25

118

58.25

103,4

170

129

70,25

64,5

7,7

4,3

6,75

3,7 33,13

25,5

62 89,13

57,5

62

65 154,5

23,4 141,5

81 106,75

63,75 106,5 100,5

90,5 147

116

74,25 118,5 58,75

104

129 68,75

4,4

3,75 33,5

25,5

30,25

62 90

57,5

62,5

65,5

153

22,65

142 80,75 108,25 65,75 105,5

101

90,5 145,75

116

76 118,5 58,5

104

72

170 129,5 69,5

64

4,3

6,8

3,75

33,13

25,4

30,75

62,25

90

57,5

62

65

154,9

22,65

141,5

81,25

106,75 64,25

105,5

100 90,75 147,5

117

74,5

118,25

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»ansfelder Bergbau.........O

okswerke ..... O

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Heinische Braunkohlen .....10

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bereinigte Stahlwerke........O

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aliwerke Aschersleben........ 6

Kaliwerke Westeregeln........6

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G. Farven.Jnvustrte.......7

scheideanstalt......... 9

svldschmtdt ...... O

liütgerSwerke....... O

Netallgeiellichast.............O

jhtltpp Holzmann ...........O

Zementwerk Heidelberg ...... O

Zementwerk Karlstadt ...... O

Schultheis Payenhoser .......O

Hu (Allgemeine Kunstseide) .. 0

gemberg..................O

Zellstoff Waldhof ............O

iellstoff Aschaffenburg .......O

oessauer Gas ............7

Daimler Motoren ............ 0

deutsche Linoleum...........O

^renstetn & Koppel ..........O

Leonhard Tietz ......... O

chade......................10

lau mal Moren-Fabrik........O

lontt-Gumwt...............O

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llainkraftwerke Höchst a.®L... 4

süddeutscher Zucker8

45,5

235

94,25

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207

68,5

37,5

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76

46 234,25

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46,75 56,5

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18,25 177,5 179,5

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I 22,25 1 180

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68,5 37,75 85,75

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63,5 48,25

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133

46,75

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179 191,5 130,25

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65,5 47,25

56

132 47,25

61,5 62,25 18,25

180

179 130,75

I 22,75

1 182,5

Aerlln, Z.>>i

Geld

Amerikanische Roten..............

Belgische Roten.................

Dänische Roten .................

Englische Roten .................

Französische Roten...............

Holländische Roten...............

Italienische Ro'en................

Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Roten...............

Schwedische Roter» ...............

Schweizer Roten.................

Spanische Rote«.................

Ungarische Notar m.wwhm..»m

2,464

58,37

56,49

12,62

16,46

169,31

21,41

63,47

65,12

81,29

34,18

2,484

58,61

56,71

12,68

16,52

169,99

21,49

63,73

65,38

81,61

34,32