Nr. 127 Erstes Blatt
184. Jahrgang
Montag, 4 Juni 1954
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Von der
zum System
der Militärbündnisse.
Englische Gedanken zur neuen Wendung in Genf.
Mustolmis Warnung
Bon unserem römischen ^.-Korrespondenten
Rom, Ende Mai.
„Was die Mutterschaft für das Weib, das ist der Krieg für den Mann!" Und weiter: „Die Geschichte lehrt uns, daß zur Entwicklung der Menschheit der Krieg gehört. Er ist das tragische Geschick, das auf ihr lastet." Auf diese harte Formel also glaubt Mussolini die Folgerung aus einer ungewöhnlichen Laufbahn in ungewöhnlicher Zeit bringen zu müssen. Dabei bekannte er sich noch einmal ausdrücklich als „Jünger von Nietzsche" und stützte sich auf Proudhon, der gesagt habe, der Krieg sei göttlichen Ursprungs, sowie auf Heraklit, nach dem der Krieg der Vater aller Dinge wäre. Dreitausendjährige Weisheit also! Dann wandte er sich zu dem verstümmelten Kriegsblinden D e l Croix, dem ersten Patrioten Italiens, und rief sarkastisch aus: Lieber Kamerad, du weißt das so gut wie ich, und daher wirst du nur im Schmerz vom Nobelpreis gesprochen haben!
Um diese Wendung zu verstehen, muß daran erinnert werden, daß Mussolini für den Friedens-Nobelpreis vorgefchlagen werden sollte. Und in der Tat, er hätte ihn verdient, verdient wenigstens bis gestern, denn niemand konnte eifriger als er für die Erhaltung des Friedens in den letzten Jahren arbeiten. Heber Nacht aber kam der Umschwung, Mussolini ist in seine alte Skepsis zurückgefallen, er „glaubt nicht mehr an den ewigen Friede n". Er wird weiter daran arbeiten, den Krieg so lange wie möglich hinauszu- schieben, jedoch ohne Hoffnung. Ja, ohne Begeisterung, denn „der Friede ist für die Mannestugenden niederdrückend und verneinend, nur im blutigen Kampf erheben sie sich zum vollen Licht des Tages!" Darauf eine praktische Einschränkung: „Dies unsere theoretische Ueberzeugung, unser politisches Leben freilich, unsere Interessen, die Wiederaufbauarbeit im Innern lassen uns eine lange Friedensperiode wünschen. Wie dem nun auch sei, sollte der dramatische Tag kommen, so wird das von der Aristokratie des Liktorenbündels erzogene und geschulte italienische Volk den Ereignissen in voller Ruhe, mit bewußter Disziplin und unbeugsamer Entschlossenheit entgegentreten!"
Damit endete d i e historische.Kammerrede vom 26 Mai, als die Gemüter noch berauscht waren "on der eben beendeten Kriegseröffnungsfeier, die vierhundert Abgeordneten sprangen auf, die Tribünen rasten, ein Orkan brach sich an den Wänden: Duce! Duce! Die Revolutions- Hymne brandet heran, schäumt über Straßen und Plätze hinweg, es ist, als ob die „strahlenden Mai- tage" von 1915 zurückgekehrt seien.
Wer das in Rom miterlebt hat, mußte über das anfangs nur schwache, wenn auch durch die tropfenweise Berichterstattung erklärliche Auslandecho staunen. Jenseits der Alpen wird mancher die entscheidenden politischen Worte in der scheinbaren Wirtschaftsrede gar nicht gelesen haben. Und die Nationen spielen ja auch in Italien Fußball und Autorennen, als ob gar nichts Böses in der Luft liege. Berechtigt oder nicht, es ist eine nachweisbare Zeiterscheinung, daß man vor Sport im internationalen Blätterwald die gewichtigeren Bäume nicht sieht. Inzwischen haucht die Abrüstungskonferenz ihre letzten Seufzer aus und nüchterne Briten können schreiben, der Völkerbund habe sich als ein Kriegsherd erwiesen. „Der Ausrüstung entgegen!" Auch dies ein Ducewort. Gleichzeitig kündet er die Verstärkung der Luftflotte und den Bau von mächtigen Kriegsschiffen an. Wem fällt es ein, darüber überhaupt noch abzustimmen? Der Rüstungswettlauf ist in vollem Gange.
Da das baldige Erwachen und Erörtern einer „Schuldfrage" mit Sicherheit erwartet werden kann, geziemt es sich, in aller Ruhe festzustellen, daß heute noch, wie in den Junitagen vor zwanzig Jahren, der Friede gerettet werden könnte. Italien hat eine Derständigungsformel vorgeschlagen, die von Deutschland und England angenommen wurde. Mussolini hat ferner den Viererpakt zustande gebracht, Italien, Deutschland und England sind bereit, abzurüsten ober nicht weiterzurüsten. Nur Frankreich will nicht mitmachen, keinen Mann und fein Gewehr aufgeben. Auch das eine historische Tatsache, an der zu dieser Stunde nicht zu rütteln ist — während man morgen bereits versuchen wird, sie zu verschleiern. Erschütternd bereits, zu sehen, wie jetzt Demagogen aufstehen und das arme Frankreich als bedroht hinstellen, weil es demokratisch sei, während die autoritären Staaten kriegslüstern zu sein haben. Da wird wacker unterschlagen, daß Hitler, seit er an der Macht ist, den Frieden und immer nur ben Frie- ben geprebigt unb gepriesen hat, baß Musso- 1 i n i bis auf bie Luftgewehre abrüften wollte, währenb man links vom Rhein sich nicht scheute, mit einem Präventivkrieg zu liebäugeln. Warum ist ber Umschwung in Rom über Nacht gekommen? Er kam in ber gleichen Stunbe, als bie stärkste Militärmacht Europas ihr enbgüüiges Veto gegen iebe Abrüstung einlegte.
Die Flugzeuge kreisen wie hungrige Abler, ^r- binien und Korsika spähen aufeinander wie feindliche Horste, Skoda arbeitet mit Nachtschicht, die parfümierten Kanonenherren schmunzeln. Fragt sich nur: wem gilt es? Nun, gegen wen woh^ sollte Mussolini Kriegsschiffe bauen? So sagt sich ber Mann auf ber Straße. Aber zur selben Stunde kann er von französisch-italienischen Verbrüderungsfesten lesen. Er rechnete, wenn er Italiener ist, nut ber bulgarischen Freundschaft, und nicht erst feit dem Tage, da eine Tochter Viktor Emanuels als Königin in Sofia einzog. Jetzt auf einmal wollen ihn ausländische Blätter darüber aufklären daß der faschistische Umschwung dort für das faschistische Italien — eine Schlappe bedeute. Ist vielleicht auch auf Ungwn kein Verleih? Unb mn« mä^e non brtr
Gegen Litwinows Sicherheitsplan
London, 4. Juni (DNB.-Funkspruch.) Zu Litwinows „Sicherheitsplan" bemerkt „Daily Telegraph": Der Plan bildet zweifellos den Keim eines neuen Bündnisses zwischen gewissen europäischen Ländern — Frankreich, Sowjetrußland, Kleine Entente, Türkei und Balkanstaaten. Diese würden eine sehr starke Gruppe werden, doch sei es fantastisch und übereilt, schon von einer „Isolierung" Großbritaniens zu sprechen. Die Vereinigten Staaten, Italien, Belgien und die skandinavischen Länder würden gar nicht daran teilnehmen. Die Neutralen würden somit zahlreich genug ein, um kein Gefühl der Isolierung haben zu brauchen. - Eine Gegenkoalition würde sich beinahe automatisch bilden, wenn der Plan der Vollendung nahekäme, und es würde sich die furchtbare Aussicht auf ein ins Schwanken geratenes Europa bieten.
Der Genfer Korrespondent der „Times" meldet: Die Vorschläge, die jetzt das Feld beherrschen, sind die ber türkischen Delegation vom letzten Freitag, bie von bem Gebauten ausgehen, baß Sicherheit unb Nichtabrüstung bie unmittelbare Sorge ber Konferenz sein sollte. Die Delegationen Rußlanbs unb Frankreichs finb entschlossen, bie Konferenz womöglich auf biefen Wegen entlang zu ühren, gleichviel, ob bie britische Delegation ein- jerftanben ist ober nicht. Welche Ergebnisse sie zu- tanbe bringen werben, ist eine anbere Frage. Die britische Delegation sollte sich bemühen, eine Vertagung bis zum Herbst burchzusetzen. Manche Leute behaupten, baß Henberson biefe An- icht teile unb baß Norman Davis sich anschließen nerbe. Was in Wahrheit in Genf im Gange ist, ist, baß Frankreich unb Rußlanb, unterstützt von ber Kleinen Entente unb bem Balkanblock, eine Flucht von ber „gefährlichen Jbevlogie" ber Abrüstung weg unb eine Rückkehr z u bem System mi- litärischer Bündnisse begonnen hat.
Die französischen Frontkämpfer melden sich znm Wort.
Paris, 3. Juni. (DNB.) In Blois fanb ber Kongreß bes nationalen Verbanbes ber Kriegsverletzten im Beisein ber ehemaligen Ministerpräfibenten Paul-Boncour sowie Ehautemps feinen Abschluß. Der Kongreß verurteilte die Aufrüstung, bie sich nur unter Verletzung ber Verträge vollziehen könne, sowie bie Herstellung unb ben Hanbel mit Waffen unb sprach bie Ansicht aus, baß unter ber Voraussetzung gewisser Garantien unb ber Gewährleistung bestimmter Grunblätze bi rekte Verhanblungen mit Deutsch- l a n b ausgenommen werben können. Der Pensionsminister R i v o l e t, ber als Vertreter ber Kriegsteilnehmer bem Kabinett Doumergue angehört, erklärte, bie Regierung habe bas Gespenst bes Zusammenbruchs gebannt. Frankreich werbe sein Friebenswerk in ber Stärkung bes Völkerbunbes fortsetzen. Auf bie öffentliche Meinung gestützt, werbe bie Regierung ihre Arbeit für ein Zeitalter bes Friebens burch Schiebsgerichte, Sicherheit unb Abrüstung fortsetzen.
In Anbelys tagte ber ßanbesoerbanb Normanbie ber UNE. Nationalverbanb ber Kriegsteilnehmer) ber zweitgrößten Organisation bes Spitzenverbanbes, In ber bort angenommenen Entschließung wirb gefordert, baß bie Kriegsteilnehmer ihre bisherige Zurückhaltung aufgeben unb f i ch aktiver ins nationale Leben einfchal- t e n sollen. Der Kongreß sprach sich für eine Staatreform aus im Sinne einer Stärkung ber Gewalt im Rahmen ber Republik. Frankreich befinbe sich an einer entscheibenben Wenbung seiner Geschichte, unb bie ehemaligen Kriegsteilnehmer mühten ihre Stimme erheben, um Frankreich nicht abwärtsgleiten zu lassen.
Annäherung Deutschlanbs an Jugoslawien zu halten?
Man könnte dieses Rätselraten nach Belieben fortfetzen, denn tatsächlich vermag sich bas italienische Volk über bie gegenwärtige Konstellation am außenpolitischen Himmel kein rechtes Bilb zu machen. Um so stärker wacht roieber bas instinktive „Italia farä da se“ auf, bas heißt: Italien wirb jetzt nicht mehr nach links ober rechts blicken, fonbern ben Weg gehen, ben ihm feine ureigenen Interessen vvrschreiben. Selber muß man stark sein, sagt Mussolini, bann fehlt es einem nie an Freunden. Militärisch wenigstens soll eine Autarkie angestrebt werden und daher wird bie Nation zur größten Sparsamkeit, zur Bescheidenheit in ber Lebenshaltung unb zur Opferwilligkeit für ben Staat angefeuert. Die Steuern, erklärt Mussolini, können nicht noch höher hinaufgeschraubt werben, folglich muß bas Gelb auf anbere Weise hereinkommen. Vor allem nichts mehr ins Ausland hinaus! Italien ist eingeschwenkt in bie Front ber Länber mit Devisenkontrolle
Allerbings leistet auf ber Apenninenhalbinsel ber nicht zu oertretenbe Alpbruck bes Rohstoffmangels, bes Kohlenmangels, lastet bas furchtbare Gefühl im Mittelmeer eingeschloffen zu sein, so wie es bem Herrn ber Meerengen gefällt. Ueberlegungen, die auch einen Mussolini zum Fatalisten machen könnten
In Angouleme trat ber republikanische Verbanb ber Kriegsteilnehmer zujammen. Unter ben Rebnern erntete ber ehemalige Ministerpräsibent Dalabier großen Beifall, ber von ber Einschaltung ber Kriegsteilnehmer in bas öffentliche Leben sprach. Dalabier richtete einen unmißverstänblichen Angriff gegen bie Hintermänner ber heutigen Regierung. Vor einiger Zeit, so sagte er, seien bie Kriegsteilnehmer von einer gewissen Koalition Dunkelmänner a u f g e h e tz t worben, gegen bie republikanischen Freiheiten zu kämpfen (Das ist eine Anspielung auf bie Ereignisse im Februar.) Heuet aber wollten b ie f e l b e n Leute, baß bie Kriegsteilnemer s i ch nicht mehr rühren sollten. Die Kriegsteilnehmer würben biefen Zauberlehrlingen halb eine Lehre erteilen. In einer Zeit, wo bie große Presse unb mit ihr bie mächtigsten Ausbrucksmittel in bie Hänbe einiger Jnteres- fentengruppen gefallen seien, sei es außerordentlich schwer geworben, bie Wahrheit zu verbreiten. Den ehemaligen Kriegsteilnehmern gebühre es, im Lanbe einen Damm zu errichten, an bem sich alle Lügen brechen könnten. Die Löjung ber Gegenwartsfragen hänge vielmehr von bem Willen ber Kriegsteilnehmer ab als von allzu schematischen Phrasen, in bie sich bie Wirklichkeit nicht zusammenpressen lasse.
Aus diesen Tagungen verschiedener Kriegsteilnehmer-Verbände, den bei dieser Gelegenheit gehaltenen Reden und zahlreichen Entschließungen kann man deutlich eine gewisse Spannung ersehen, die sich feit einiger Zeit in Frankreich wieder stärker bemerkbar macht. Alles spricht von einer bevorstehenden Einschaltung der Kriegsteilnehmer, aber es zeigt sich, daß die Kriegsteilnehmer untereinander nicht einig finb. Nur eines scheint daraus hervorzuaehen, daß alle mitder gegenroärtigenßöfung unzufrieden sind. Die nächsten Wochen werden daher wahrscheinlich wieder eine erhöhte innen-
ß ü b e cf, 2. Juni. (DNB.) Auf dem ßübeefer Marktplatz fand am Samstagmittag eine große nordische Kundgebung aus Anlaß der Reichstagung der Nordischen Gefellschaft statt. Strahlender Sonnenschein lag über dem altehrwürdigen Platz mit seinen vielen historischen Gebäuden, als nacheinander die Formationen der Polizei, ber SA., ber Reichswehr, eine starke Abteilung ber Reichsmarine von ber zweiten Torpebohalbflotille, weiter HI., BbM., Freiwilliger Arbeitsbienst unb VDA. mit flingenbem Spiel aufmarschierten. Nach Einleitung ber Kunbgebung burch Fanfarenbläser trat
Reichsleiier Alfred Rosenberg
ans Mikrophon, an bem er u. a. ausführte: Die große Erneuerungsbewegung, bie heute Deutsch- lanb beherrscht, zieht ihre Kraft aus einer einzigen Wenbung bes Geistes, bie in ebenso einfacher wie großer Weise burch bie Kraft Abolf Hitlers vollzogen worben ist. Der Begriff bes Nationalsozialismus würbe von allen wirtschaftspolitischen unb bynastischen Zusätzen gereinigt, bie soziale Idee aber auf ihr eigentliches Wejen, eine rechtlich ge- grünbete Volksgemeinschaft, zurückgeführt. Trotz verschiedenster Völkertemperamente ist die Welt in den letzten vier Jahrhunderten europäisch bestimmt worden. Ueberaü empfand man ben Europäer als einen Anhalt, solange sich bie europäischen Völker nicht selbst ben furchtbarsten aller Kriege lieferten unb bie eine Seite zur Unterstützung ihrer Bestrebungen alle Rassen ber Welt gegen ein europäisches Volk
Ein Ami der Technik
Berlin, 3. Ium (DNB.) Wie bie NSK. melbet, hat ber Stellvertreter bes Führers folgenbe Verfügung erlassen:
1. Die Unterkommission für Wirtfchaftstechnik ber Politischen Zentralkommission (U 3 b ber BZK. ber NSDAP.) wirb hiermit aufgelöst.
2. Ihre Aufgaben werben übernommen vom „Amt für Technik".
3. Die Oberleitung bes Amtes für Technik liegt in ben Hänben bes Pg. Gottfrieb Feder, dessen Stellvertreter Pg. Dr. Todt ist. Zum Amtsleiter bes Amtes für Technik, bas feinen Sitz in München hat, ernenne ich Pg. Seebauer.
4. Das Amt für Technik ist ber Stabsleitung ber PO. bei ber Reichsleitung unterstellt.
5. Die Gebietsbeauftragten unb Gaufachbearbeiter ber aufgelösten Ü 3 b werben vom Amt für Technik personell unb mit ihrem bisherigen Arbeitsbereich übernommen.
Der Kampfbunb ber Architekten unb Ingenieure (KbAJ.) wirb mit Zustimmung bes Pg. Alfreb Rosenberg hiermit aufgelöst.
Seme Aufgaben übernimmt ber „National- sozialistische Bunb beutcher Teknik" (NSBDT.), ber ber Stabsleitung ber PO. bei ber Reichsleitung untersteht. Zum Vorfitzenben bes NSBDT. ernenne ich Pg. Gottfrieb Feber. Zum fteüoertretenben Vorfitzenben bes NSBDT. ernenne ich Pg. Dr. ing. Tobt. Pg. Seebauer über-
politische Tätigkeit mit sich bringen, beren Ausgang jeboch noch nicht zu übersehen ist.
Frankreich
befestigt die Kanalküste.
GegenDeutschland sagt man, gegen England meint man.
ß o n b o n, 3. Juni. (DNB.) Wie „Sunbay Ehronicle" melbet, erwägen bie französischen Be- hörben zur Zeit einen Plan für eine groß angelegte Befestigung ber französischen Kanalküste. Die soeben beenbeten kombinierten Manöver ber französischen Armee, Flotte unb ßuftftreifräfte, hätten gezeigt, baß ein feinblicher ßanb= unb Seeangriff längs ber franzö, fischen Kanalküste unb ber Atlantikküste unter ben gegenwärtigen Umftänben erfolgreich sein würbe. Der G r u n b zu bem neuen Befestigungsplan soll, wie bas Blatt schreibt, „selbstoerstänblich" bie Furcht vor einem beutschen Seeangriff fein. Frankreich sehe ein, baß es sich nicht mehr auf bie Unter st ützung ber britischen Flotte verlassen könne. Die jetzigen Erwägungen ber französischen Militär» und Regierungsbehörden richteten sich daher u. a. auf folgende Maßnahmen:
1. Bau einer zweiten Verteidigungslinie von Schlachtschiffen im Format der „Duncergue" (22 000 Tonnen), angeblich um ben beutschen „Taschenpanzerkreuzern" entgegentreten zu können.
2. Bau einer „Mauer von Stahl unb Eisen" längs ber Kanalküste mit Boben- forts unb ben schwersten Küstengeschützen.
3. Schaffung eines mächtigen Unterseebootsstützpunktes in Calais.
4. Verlängerung ber gegenwärtig bis zur belgischen Grenze gehenden französischen Ostbefestigun- gen bis zur Kanalküste.
mobilisierte. Diese Sünbe nüber bie fahr- tausenbalte Trabition bes europäischen Erbkreises roieber gutzumachen, ist eine ber größten Pflichten aller jener, bie außerhalb Europas wirtschaftlich, kulturell unb politisch tätig finb. Aus biefer Erkenntnis heraus geht heute eine Neugeburt bes europäischen Gebankens vor sich. Das Blut bedingt in hervorstechenbem Maß Charakter unb geistige Haltung eines Volkes ober einer Volksgemeinschaft, bas politische Schicksal aber formt von außen bas Bewußtsein einer sprachlichen Gemeinschaft, unb bie ßanbfchaft, in ber Blut unb Charakter eingebettet finb, weckt ben Willen, Blut, ©oben unb Staat als eine Einheit zu oertelbigen. Jnbem ber Nationalsozialismus eine glühenbe ßiebe zu Blut, Boben unb Ueberliefeerung geweckt hat, hat er zu gleicher Zeit auch bas Verstänbnis auf- zubringen gewußt für bie Selbstachtung unb ßiebe anberer Nationen zu ihrem Blut, zu ihrem Charakter, zu ihrem Boben unb zu ihrer Geschichte.
Den Ostseeftaaten ist bie Aufgabe gestellt, alles zu prüfen, was im wirklichen Lebensinteresse eines jeben Volkes liegt unb bernnach organisch bie Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ber Sphären zu finben, nicht im Sinne einer roilben, hemmungslosen Konkurrenz unb bes „Aller gegen Alle", wie es bas Prinzip bes 19. Jahrhunberts war, sonbern eben in bem aus bem neuen Nationalismus geborenen allseitigen Gerechtigkeitsbewußtsein. Wir haben ber alten kleinlichen Kabinettsbiplomatie entsagt. Wir glauben, baß über ben verschiebenen Regie» rungssystemen unb ihren politischen Prinzipien b i e große Schicksalsgemeinjchaft Skanbi-
nimmt kommissarisch bie Geschäftsführung des Nationalsozialistischen Bunbes Deutscher Technik. Die Mitglieber ber bisherigen KDAJ., bie Parteigenossen finb, werben in ben Nationalsozialistischen Bunb Deutscher Technik übergeführt. Die Mitglieber bes KDAJ-, bie nicht Parteigenossen finb gelten vorläufig als außer» o r b e n 11 i d) e Mitglieber bes Nationalsozialistischen Bunbes Deutscher Technik. Mitglieber für ben Nationalsozialistischen Bunb Deutscher Technik bürfen in Zukunft nur aus ben Reihen ber Parteigenossen geworben werben.
Dazu gibt ber Stabsleiter bes Stellvertreters des Führers Reichsleiter Martin Bormann nach» stehenbe Aborbnung heraus: Die vorstehenbe Verfügung des Stellvertreters des Führers liegt im Sinne ber Arbeiten bes vom Stellvertreter bes Führers ernannten Ausschusses zum Aufbau einer Reichskammer ber Technik. Es besteht als weitere Aufgabe bie allseitig erwünschte unb als notmenbig erkannte Zusammenarbeit bes „Nationalsozialistischen Bunbes Deutscher Technik" unb ber „Reichsarbeitsgemeinschaft ber technisch-wissenschaftlichen Arbeit" (RTA.). Pg. Dr. Tobt übernimmt baher bie Leitung ber Reichsarbeitsgemeinschaft (RTP.) unb tritt als Vertrauensmann für alle Fragen ber Technik unb beren Organisationen zum Stabe bes Stellvertreters bes Führers. Mit ber Vertretung bes Pg. Dr. Tobt in ber Reichsarbeitsgemeinschaft ber technisch-wissenschaftlichen Arbeit würbe Pg. Dr. Schult beauftragt
Deutschland und der nordische Gedanke.
Die Lübecker Ueichstagung her Nordischen Gesellschaft.


