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rung in den Reichsnährstand verbunden jein werde. «Die Gaue in ihrer bisherigen Form würden voraussichtlich aufgehoben. Die Zeitschrift *Die Biene" werde bestehen bleiben. Die Ho­nigernte sei im Jahre 1933 nicht voll b e - friedigend gewesen. Bienenseuchen seien wenig in Erscheinung getreten. Die Osterfeiertage dieses Jahres seien verheißungsvoll gewesen, und man hoffe, daß sich das Jahr 1934 für die Imker günstig gestalte, damit die Imker instand gesetzt würden, ihre Aufgaben im Interesse der Volksgesamtheit zu erfüllen.

Im weiteren Verlaufe der Versammlung erstat­tete der bewährte Rechner

Herr Echäfer-Gießen

den Kassenbericht, der einen befriedigenden Kassenstand auswies. Der Vermögensstand des Gaues belief sich am 1. Januar 1934 auf insgesamt 2641,43 Mark.

Körper zugeführt werde.Honig kaut, Honig verdaut!" laute ein bekannter Spruch.

Die beste Werbung für den Imker sei und bleibe immer die gute Ware. Jeder Imker müsse sich für seine Arbeit verantwortlich fühlen, müsse ehrliche Arbeit leisten, damit er mit seiner Arbeit vor dem Dolksganzen bestehen könne.

Der Vortrag löste eine außerordentlich angeregte Aussprache aus, in der von den Versammlungsteil­nehmern auf eine Reihe von praktischen Erfahrun­gen hingewiesen wurde. Die einzelnen Redner teil­ten mit, daß sich der Honig bei einer ganzen Reihe von Krankheiten als ein Ü n i v e r s a l h e i l m i t- t e l erwiesen habe. Besonders müßten, so wurde verschiedentlich ausgeführt, die Aerzte für die Ver­wendung des Honigs gewonnen werden. Im Schluß­wort gab Pfarrer Aifch noch eine Reihe von Werbemitteln bekannt, die es einzusetzen gelte.

Im weiteren Verlaufe der Versammlung wies der Gauobmann

noch auf die notwendige Schulungsarbeit hin. Er sprach weiter kurz über organisatorische Fragen und betonte, daß sich die A n g l i e d e r u n g an die Bauernkammer vorbereite. Er refe­rierte ferner über die Seuchenbekämpfung und emp­fahl, bis zum Inkrafttreten des neuen Seuchenge­setzes nach den bisherigen Richtlinien zu verfahren. Zum Schluß wies er außerdem noch auf die große Ausstellung hin, die in den ersten Dezembertagen in Frankfurt a. M. stattfinden solle, und forderte schon jetzt zu zahlreicher Beteiligung auf. Mit besten Wünschen für ein erfolgreiches Jahr schloß der Gau­obmann seine Ausführungen.

Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Volk und Vaterland, auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und den Reichspräsidenten v. Hinden­burg fand die Gauversammlung ihren Abschluß.

Der Gauobmann wies darauf hin, daß im vergangenen Jahre wiederum gut gewirtschaftet worden sei. Die Rechnung fei geprüft und in bester Ordnung befunden worden.

Herr R u n k (Nidda) regte an, für die Veranstal­tung von Vorträgen und die Zuziehung von Wan- iderrednern einen größeren Geldbetrag einzusetzen, damit die

Fortbildungs- und Schulungsarbeit auf größere Grundlage

gestellt werde. Allerdings müßten auch die Vereine ihrerseits bestrebt fein, von diesen Vorträgen Ge­brauch zu machen. Insbesondere müsse die Zu­ziehung von Rednern den kleineren Vereinen da­durch erleichtert werden, daß der Gau einen Teil der Kosten trage.

Herr Riedel erstattete den Bericht über die Prüfung der Seuchen-Hilfskasse, die in Ordnung befunden wurde. Die Kasse schloß nach dem Bericht des Rechners mit einem Vermögensbestand von 1400,28 Mark ab.

Im Mittelpunkt der Versammlung stand dann ein außerordentlich anregender und lebendiger Vor­trag von

Pfarrer i. ZR. Aisch-Bad-Nauheim, der über Las ThemaDie Werbung des Imkers" sprach. Seinen Ausführungen fei fol­gendes entnommen: Die Werbung des Imkers müsse in ganz bestimmter Form geschehen. Wer­bung sei eine Angelegenheit der Großzügigkeit, bei der allerdings die wirtschaftliche Seite im Vorder­grund stehe. Jmkerwerbung! Was habe sie zum Ziel? Sie wolle die Freude an der Bie­nenzuchten der Biene und am Honig fördern. Ziel sei die Mehrung der Bienenzucht. Es müsse mehrgekonnt", mehr erreicht und vor allem mehr geerntet werden. Große Aufgabe fei es aus diesen Gründen und zur Erreichung dieser Ziele, über die Bienenzucht grundsätzlich Aufklärung zu schaffen. Die Erkenntnis von der großen Bedeutung der Bienenzucht müsse auf breitesten Grund gestellt werden.

Die Bedeutung des Honigs, insbesondere für die Volksgesundheit, müsse im ganzen Volke er­kannt werden.

Oer Giernhimnet im April.

Nachdruck verboten.

Sonnenaufgang von 5.35 bis 4.30 Uhr.

Sonnenuntergang von 18.30 bis 19.25 Uhr.

Lichtgestalten des Mondes: Letztes Viertel am 7. um 2 Uhr, 1. Viertel am 21. um 22 Uhr, Voll­mond am 29. um 14 Uhr.

Der Abendhimmel erhält in erster Linie durch den hell leuchtenden Jupiter sein Gepräge. Er kommt am 8. in die Gegenstellung zur Sonne und damit in die Stellung allergünstigster Sichtbarkeit. Er geht auf, wenn die Sonne untergeht; wenn die

Für gewöhnlich geht man von den zwei Vorder­rädern des Wagens aus und legt durch sie und die drei sogenannten Deichselsterne einen Bogen, den man etwa um die Länge des Himmelswagens verlängert; man kommt dann auf den hell, aber rötlich strahlenden Arctur, und indem man den Bo­gen noch einmal um ein etwa gleiches Stück ver­längert, auf die Spica. Der sogenannteHimmels­wagen" im Großen Bären, von dem wir ausgin­gen, steht schon recht hoch am Himmel, nicht allzu weit vom Scheitelpunkt. SeineHinterräder" füh­ren in der dem Polarstern entgegengesetzten Rich-

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Der die 24 Stundenzahlen von Mitt er* nacht bis Mitternacht eines Tages ent haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest* stehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei* ger der Himmelsuhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht­baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo­natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin­eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo­natsmitte ist der gerade Pfeil 1/j Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats­mitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun­gen ein, wenn er die angedeutete Licht­gestalt zeigt.

Zu werben gelte es ferner für Len deutschen Honig. Es müsse erreicht werden, daß die Biene und ihr Honig überall geliebt werden. Der Imker müsse besonders vom Bauern, darüber hinaus aber von jedermann geschätzt werden.

Obstbau ohne Bienenzucht ist un­denkbar." Der Bienenzüchter habe in vielerlei Hinsicht auf den Obstbau einzuwirken. Es sei nur daran erinnert, daß die Spritzung mit Arsenpräpa­raten in die offenen Blüten zum Zwecke der Schäd­lingsbekämpfung Gift für die Bienen bedeute. An Hand vieler Zeichnungen wies der Redner sodann die Auswirkung der Arbeit der Bienen für den Obstbau nach und gab zu erkennen, welchen Wert die Bestäubung Lurch die Bienen in bezug auf ge­steigerte Erträge, nicht zuletzt aber auch auf die Qualität des Obstes habe. Wissenschaftliche Er­hebungen (ebenfalls graphisch dargestellt) ließen außerdem deutlich werden, wie durch die Anpflan­zung von geeigneten Sorten unter der Hilfeleistung durch die Bienen die Erträgnisse weiter gesteigert werden könnten. Insbesondere komme es darauf an, Laß eine Obstsorte mit der richtigen anderen Obstsorte der gleichen Obstart zusammenstehe, so daß sie sich mit dem Blütenstaub günstig wirkend er­gänzen könnten. Die Arbeit der Bienen werde dann ein übriges tun. Der Obstbauer gebe dem Imker viel, noch viel mehr aber der Imker dem Obstbauern. Der unmittelbare Gesamtertrag der Bienenzucht betrage etwa 40 Millionen Mark, der mittelbare Ertrag aus der Frucht- und Obsternte und der Samengewinnung werde auf 400 Millionen Mark errechnet.

In Oberhessen sei der Honig von besonderer Bedeutung, da die Badeorte für die Provinz ein Geschenk, aber auch eine Verpflichtung be­deuten.

Für den Herzkranken zum Beispiel sei der Honig ein Lebenselixier. (Prof. Dr. Koch (Bad-Nauheim) habe über dieses Thema einen grundlegenden Vor- trag auf der letzten Deutschen Jmkertagung in Bad- Nauheim gehalten.) Der Honig sei eine Kraft- quelle f ü r das Herz.

In seinen weiteren Ausführungen schilderte der Redner die Bedeutung des Honigs für den Strafte- haushalt des menschlichen Körpers.

Die Energie komme aus der Erde, die Pflanze vereinige sie in sich, unter dem Einfluß des Sonnen­lichtes werde Kohlenstoff umgestaltet in Stärke diese Starke werde abgebaut in Dextrine, und diese Dextrine würden bann weiterhin unter dem Einfluß der Sonne zu Zucker umgestaltet. Dieser Zucker sei der Träger der Energie. In den Pflanzen baue sich die Energie auf und werde umgestaltet in die feinorganisierten Nahrungsstoffe. Der Mensch nehme diese Nahrungsstoffe auf, baue sie ab, verwandle den Zucker in Frucht- bzw. Traubenzucker und gebe in seinen Verdauungsorganen den abgebauten Zucker vom Dünndarm zur Leber, von hier aus an alle Muskeln und somit auch an das Herz. In diesen Kreislauf der Kräfte fei der Honig und da­mit die Arbeit der Biene eingeschaltet.

Das der Densch erst im Dünndarm durch die Bauchspeicheldrüse an Verdauungsarbeit zu leisten habe, das habe die Biene im Honig schon alles vollbracht, so daß dieser unmittelbar vom Magen aus in den Blutkreislauf gelange und fomit schnell und leicht zur Kraftquelle für das

Herz werde.

Außerdem wirkten die Fermente des Honigs, an erster Stelle die Diastase auf alle Stärkenahrung so, daß jede Mehlspeise, sei sie als Brot oder sonstwie gereicht, in Verbindung mit Honig halbverdaut dem

Dämmerung heraufzieht, ist er schon so hoch gestie­gen, daß er den Dünsten des Horizonts entrückt ist. späterhin steht er dann beim Eintritt der Dunkel­heit immer höher am Himmel, und den ganzen Monat bleibt er die ganze Nacht sichtbar. Er steht im Sternbild der Jungfrau, und zwar sehr nahe dem Stern, den man, von der Spica ausgehend, als den zweiten Stern in dem nach rechts gerich­teten Jungfraubogen bezeichnen kann. Er bewegt sich nach rechts,rückläufig", also der gewöhnlichen Bewegungsrichtung der Wandelsterne entgegen. Bei sich bietender Gelegenheit empfiehlt es sich, diesen Riesenwandler durch ein Fernrohr zu betrachten und das abwechslungsreiche Spiel feiner Monde zu verfolgen.

So sehr überstrahlt der Jupiter alle andern Sterne, daß auch die links von ihm stehende Spica sofort zu finden ist. Die übliche Art, sie zu finden, muß natürlich eine andere sein, weil ja der Ju­piter ein andermal ganz wo anders stehen kann.

OieIagd

Jagd" selbst im landläufigen Sinne, also Er­legung von Wild, spielt im Monat April in unseren einheimischen Revieren nur eine ganz untergeord­nete Rolle. Auer - und Birkwild, deren Be- jagung in der Balzzeit in anderen Gegenden unse­res Vaterlandes der Apriljagd einen besonderen Reiz verleiht, fehlen bei uns, und nur die Jagd auf den rufenden Tauber, denHahn des kleinen Mannes", vermag einen schwachen Ersatz zu bieten. Um so eifriger sollte sich der Jäger jeht der Wild­pflege widmen. Je mehr es ihm gelingt, seinem Revier Ruhe und Ungestörtheit zu geben, um so mehr jagdlicher Erfolg wird ihm später beschie- den sein.

Im Rehwildrevier machen sich leider schon -wieder, wie sich aus den starken Anlieferungen von Fallwild an das Veterinär-Pathologische Institut der Universität Gießen ergibt, Frühjahrserkrankun­gen bemerkbar, wie sie wiederholt in den letzten Jahren zu schweren Schädigungen der Rehstande geführt haben. Da es sich mit großer Wahrschein­lichkeit fast immer um Magen, und Darmerkran­kungen handelt, an deren Entstehung Aufnahme alzhaltiger Ackererde mit Krankheitserregern be­teiligt ist, muß überall durch reichliche Salzgaben weiteren Eingängen oorgebeugt werden. Der außer­ordentliche Wert von Salzlecken wird leider von vielen Revierinhabern immer noch nicht erkannt. Sie scheuen die Ausgaben für Salzfteine, um dafür viel größere Werte an Wild zu verlieren. Wo Salz in den Revieren fehlt, müßte es rafchestens aus­gelegt werden, und zwar vor allem in den Rand­hölzern in Feldnähe, besonders dort, wo das Wild sttzt gern auf die Wintersaat auszutreten pflegt. Im übrigen ist die Form, in der Salz geboten wird, ziemlich gleichgültig. Wo Stöcke und Baumstümpfe ich im Walde befinden, ist es sehr gut, diese zu aUcn. Sie werden mit der Zeit vom Wild förmlich aufgeleckt. Steinfreier Lehm, mit Viehsalz richtig ou und gestampft, gibt gern angenommene

. Die bequemste Form sind Salzsteine, Abfallprodukte der Salinen, die u. U. einfach auf öen Boden gelegt werden können. Bezugsquelle für fofort ,9 reif bare Lecksteine kann der VereinHu- °:L^eßen,der größeren Bezug veranlaßt hat, Nachweisen Auch im Rotwildrevier, wo der Hirsch mit dem Neuaufbau seines Geweihes beginnt, sind Sülsen unentbehrlich. Bei diesen Hegegängen wird der Weidmann auch bald die ersten Fegestellen finden und .ich schon ein Bild über die Gehörnent-

tung auf den Löwen, und etwa zwischen dem Bä­ren und dem Löwen sehen wir das Sternbild des Luchses, von dem zwei Sterne leicht kenntlich sind. Noch hinter den Hinterrädern folgen einige wei­tere zum Großen Bären gehörige Sterne, und von hier aus in der Richtung zur Cassiopeia gelangen wir zur Giraffe, die eine noch über den höchsten Teilen der Winterbilder liegenden, an hellen Ster­nen nicht sehr reiche Himmelsgegend ausfüllt. Die meisten Winterbilder wie der Stier, der Orion und der Sirius verschwinden vom Himmel; nur die Zwillinge, und unter ihnen der Prokyon, zeugen am Monatsende noch von entschwundener Pracht.

Am Morgenhimmel leuchtet die Venus als Mor­genstern etwa eine Stunde lang. Der Saturn steht am 1. zwar ganz in ihrer Nähe, ist aber an diesem Tage, zumal er etwas unter ihr steht, noch zu schwach, um mit bloßem Auge gesehen zu wer­den. Er kommt bald besser heraus.

im April.

Wicklung seiner Böcke machen können. Auch den hes­sischen Jägern kann nur empfohlen werden, die kommenden Wochen zu einerWildzählung" zu be­nutzen. Jetzt geht es noch verhältnismäßig gut. Mrd der Wald erst einmal grün, ist es damit vor­bei. Denn in Kürze werden auch die Besitzer von Schalenwildrevieren in Hessen Angaben über ihren Bestand machen und einen darauf begründeten '21b= schußplan einreichen müssen. Da grobe Fehlschät­zungen nach oben ober unten sich im Laufe des Jagdjahres sehr zum Nachteil des Weidmannes auswirken können, erscheint es gut, wenn er sich rechtzeitig auf einen richtigen Abfchußplan einstellt.

Das Schwarzwild frischt. Abschuß von füh­renden Bachen ist jagdlich betrachtet Aasjägerei und in Preußen gesetzlich verboten. Der gleiche Grund­satz gilt auch für alle weiblichen Stücke sonst nicht geschützter Tiere, wie z. B. des Fuchses. Wer die säugende Fähe auf dem Bau abschießt, um die Jungen dem Hungertode zu überantworten, hat mit weidgerechter deutscher Jägerei nichts gemein und gehört aus ihr ausgestoßen.

Die Rebhühner sind gepaart, der Fasan steht in der Balz. Bald werden die Hennen auf die Suche nach geeigneten Nistgelegenheiten gehen und dabei leider recht oft auf Schwierigkeiten stoßen. Es geht ihnen wie der Häsin, deren Junge oft vollkommen schutzlos in Furchen, zwischen Schollen oder in Huftritten gesunden werden, weil es an Deckung fehlt. Die Folgen der Feldbereinigungen für Vogelwelt und Niederjagd sind hinlänglich be­kannt. Wo die Hecken verschwunden sind, muß der Jäger selbst für Deckung sorgen. Bei gutem Willen ist das fast überall möglich. Ein Stück Oedland wird die Gemeinde meist zur Verfügung stellen können, ein kleinerer Acker ist auch zu pachten. Als ganz besonders zu empfehlen muß der Topinambur ge­nannt werden, eine Knollenpflanze, die im Mai ge­setzt wird, auf einigermaßen gepflegtem Boden Stengel bis zu 2,50 Meter Höhe heroorbringt und ausgezeichnete Deckung liefert. Dazu können die Stengel zum Teil gewonnen, getrocknet und im Winter als Trockenfutter dem Wild gereicht wer­den. Die Knollen selbst stellen ebenfalls hochwer­tige Winteräsung für Fasanen, Hasen und Schalen­wild dar. Bezugspreis pro Zentner etwa 3, RM. Je mehr kleine Remisen mit dieser oder ähnlichen Pflanzen vorhanden sind, um so sicherer ist der Erfolg. Leider muß man beobachten, daß bis in die letzten Tage hinein Hecken gerodet und Raine

gesengt werden. Der Jagdpachter sollte in fedem Falle mit Anzeige vorgehen ober ein Eingreifen bes Gemeindefeldschutzpersonals forbern. Alle der­artigen Arbeiten waren laut Naturschutzgesetz am 1. März oinzustellen.

Die mangelnde Deckung setzt Jungwild und Ge­lege in erhöhtem Maße ihren Feinden aus. Da kommt vor allem das Großwiesel in Frage, das an Jungwild, Eiern oder Brutvögeln vernichtet, was vor es kommt, und dem bei feiner heimlichen Le­bensweise sehr schlecht beizukommen ist. Hier hilft nur die in Durchlässe, Steinhaufen usw. einzu­bauende Wiefelfalle. Wenn in einem einzigen Gra­benlauf eines Revieres in unserer Gegend in einem Jahre 65 Stück in die Falle gingen, so zeigt das zur Genüge, welche Mengen davon vorhanden sind, welche Gefahr von ihnen droht. Es kommt ferner vor allem die Krähe in Frage, die nunmehr nach dem Durchzug der Saatkrähen sich paart und die Felder in der Umgebung ihres Brutplatzes mit großer Gründlichkeit ausplündert. Abschuß am Nest ist sicherlich ein Weg, der eine gewisse Erleich­terung schaffen kann. Aber bei dem fast völligen Mangel an natürlichen Feinden reicht das meist nicht hin, zumal wenn Feld und Wald jagdlich nicht in einer Hand sind. Dann wird dem Feldjäger oft nichts anderes übrig bleiben als bas Phosphorei, besten Berechtigung auch bas neue preußische Jagd­gesetz ausdrücklich wieder anerkannt hat. In den Revieren, in denen im letzten Frühjahr ausgiebig damit gearbeitet worden ist, wurden im Winter sehr gute Hasenstrecken erzielt. Auch hier lohnt sich die Ausgabe unbedingt. Wer keinen Pfennig für Wildhegemaßnahmen übrig hat, sondern nur ernten will, entspricht nicht den Anforderungen, die die moderne jagdliche Gesetzgebung an ihn stellt.

Daß jagende Hunde und streunende Katzen um so gefährlicher werden, je mehr Jungwild sich draußen findet, ist selbstverständlich. Auch in ihrer Bekämp­fung findet der Jäger ein ausgiebiges Betäti­gungsfeld.

Mitte des Monats geht die Schußzeit auf Schnepfen zu Ende. Von örtlichen Ausnahmen vielleicht abgesehen entsprach der diesjährige Schnep­fenstrich an Stärke in unserer Gegend nicht dem gewohnten Bild.

Die Wildtauben sind zurückgekehrt, und überall lockt der Ringeltauber seine Taube. Auch ihn hat das Gesetz bis zum 15. April freigegeben und damit eine Jagdart, die zwar keine große Beute verspricht, aber an Können und Ausdauer des Jägers immerhin gewisse Anforderungen stellt, mag er den Tauber nun selber locken oder ihn an- springen. Und es kommt ja bei der weidmännischen Jagdausübung und dem jagdlichen Genuß nicht nur auf dasWas", sondern auch auf dasWie" an.

Oberheffen.

Oer Licher Voranschlag für 1934.

> Lich, 3. April. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurden der Voranschlag für den Haushaltsplan 1 9 3 4 der Stadt Lich, der in Einnahmen und Ausgaben mit 328 750 Mk. a b schließt, und gleichzeitig der Vor­anschlag der städtischen Wohlfahrtskasse, dsr in Ein­nahmen und Ausgaben mit 41 500 Mk. abschließt, erledigt. Im Haushaltsplan entfallen auf den Be­trieb 255 000 Mk. und auf den Vermögensteil Mark 73 750,. Die Umlagen stellen sich auf 74 256 Mk. (im Vorjahr 82 900 Mk.). Vorgesehen sind für Un- terhaltungs- usw. Arbeiten an den städtischen Ge­bäuden, die Wasserversorgungsanlage, den Baum­beständen, Friedhofsmauern usw. für 1934 4000 Mark mehr als im Vorjahre, für Neuanlage von Bürgersteigen 2500 Mk., für die Ausführung von Notstandsarbeiten als Anteil der Stadt 10 000 Mk., Zuschuß zur städtischen Wohlfahrtskasse 17 000 Mk. (Vorjahr 16 000 Mk), für die Einrichtung einer Feueralarmanlage 500 Mark. In Einnahmen sind in diesem Jahre der Ertrag aus dem Stadtwald um 10 000 Mk. und die Einnahmen aus Kanal­benutzungsgebühr und Wassergeld um 2500 Mark höher als im Vorjahre. Die Kosten für die Erneue­rung der Kirchenheizungsanlage, für Erneuerung und Erweiterung der Wasserleitungs- und Kanal­anlage in der Bahnhofstraße, für die Erbauung einer neuen Betonbrücke über den Weidegraben (Ringstraße) sind mit 48 000 Mk. im Vermögensteil enthalten. Die Bürgersteuer und die Biersteuer ge­langt in diesem Jahr, wie im vergangenen, mit dem einfachen Satz zur Erhebung. Außer dem Haus­haltsplan und dem Voranschlag der Wohlfahrtskasse wurden noch einige weitere kleinere Vorlagen be­raten bzw. genehmigt.

Landkreis Gießen.

* Großen-Buseck, 3. April. Der Hoch­behälter unserer Wasserleitung, der im Jahre 1900 erbaut wurde, hat sich angesichts des starken Wachstums der Bevölkerungszahl als zu klein erwiesen. Trotzdem vor etwa drei Jahren eine neue Quelle gefaßt und dadurch Wasser in ge­nügender Menge erschlossen worden war, kam cs in heißen Sommermonaten vor, daß tagsüber bei starkem Verbrauch der Hochbehälter bald leer war und nachts das Wasser ungenutzt fortlief. Um die­sem Uebelstand abzuhelfen, beschloß die Gemeinde­vertretung die Errichtung eines zweiten Was­serbehälters, der im Laufe des Winters im Rohbau fertiggestellt wurde. Die Maurerarbeiten wurden von den Maurermeistern Wilhelm Har­bach III. und Wilhelm Melchior Hahn von hier ausgeführt, die Jnstallationsarbeiten lieferten die Spenglermeister Heinrich Schn egelsberg, Hein­rich Mootz und Karl Müller. Der Steinsplitt zum Bau des Hochbehälters wurde mit Hilfe eines Steinbrechers von der Gemeinde selbst gewonnen. Bis auf kleinere Arbeiten ist der Behälter nun­mehr fertiggestellt, so daß er in den nächsten Tagen seiner Bestimmung übergeben werden kann. Man hofft in unserer Gemeinde, daß damit der Wasser­mangel für die Zukunft beseitigt sein wird.

wg. Großen-Buseck, 3. April. Dieser Tage hatte die hiesige Ortsgruppe der NS.-Hago zu einer Versammlung im Saale LerGermania" ein- geladen. Der mit den Symbolen der Bewegung fest­lich geschmückte Saal vereinigte fast alle Handwer­ker und Gewerbetreibende unseres Dorfes und der Nachbargemeinden. Der NS.-Hagofuhrer Heinrich Schnegelsberg gab zunächst einen kurzen Ueberblid über die Werbewoche des Handwerks und orderte alle Handwerker auf, das Handwerk und die Idee unseres Führers noch fester miteinander zu verbinden. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden noch verschiedene Fragen (Zusammenset. zungen der Arbeitsfront, GHG. und NS.-Hago) besprochen. Erfreulicherweise konnten wieder einige Mitglieder in die Arbeitsfront ausgenommen wer­den. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und das Vaterland wurde die Versammlung geschlossen.

t Treis a. d. L d a., 3. April. Sein 25jäh- riges D i e n st j u b iläu m als Polizeidiener der hiesigen Gemeinde konnte am 1. April unser Mit»