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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
ilii genau das erreichten, was einige Kavallerie-
f&rouiUen hätten feststellen können, nämlich, daß >ie ganze Höhenlinie, hinter welcher Saarbrücken
der sich an den Roten Berg anschließend in den
in,etter neue Stellungen bezogen hatte und in
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Lhnmismus und der Reformation vornehmlich b;itn Buche zugute, das aus mehr als einem Grunde . il *iL. (Uiirkor npnrtnnf wird, und das seit
aus von und um-
vom Kelsch-Berg mit 389 Meter über den Pfaffen- | Berg mit 356 Meter, den Forbacher Bera mit 344 , Meter, den Spicherner Berg mit 305 Meter^und
nächst keine Infanterie gegen ihn einsetzte, sondern seine gesamte Artillerie gegen ihn spielen ließ. Seine Infanterie, zunächst die vorderste Brigade von W o y n a, überschritt unterdessen auf der Eisenbahnbrücke Malstatt—Bürbach dickt westlick von Saar-
Höhenrand. Eine kurze Atempause, und dann begann mit donnerndem Hurra der Sturm. Die Besatzung, das französische 10. Jäger-Bataillon, wich in die höher liegenden Gräben zurück. Die Stellung war genommen, aber der tapfere Führer gefallen! An der Spitze der 9./39 war General v. Francois von fünf Kugeln zu Tode getroffen worden. Mit den Worten: „Es ist doch ein schöner Tod auf dem Schlachtfelde, ich sterbe gern, da ich sehe, daß das Gefecht vorwärtsgeht",starb er den herrlichsten Soldatentod, ein Muster der Pflichttreue und Tapferkeit für Freund und Feind.
Rur mühsam gelang es den schwachen preußischen Kräften, die gewonnene Stellung zu behaupten. Jeder Versuch, vorwärts zu kommen, scheiterte. Denn
ben, beim Heraustreten aus dem Walde durch das preußische Artilleriefeuer zu große Verluste zu erleiden, der Hauptgrund war aber wohl die Sorge um die linke Flanke. Denn hier hatten sich inzwischen überraschende Vorgänge abgespielt. Das I/JR. 53 hatte auf einem großen Umweg ganz plötzlich durch den dichten Wald Stieringen-Wendel erreicht und gegen dessen Besatzung, fast schon im Rücken der Franzosen, ein lebhaftes Feuer eröffnet. Der Schrecken der Franzosen, die s(ch bereits vollständig umgangen fühlten, war ein derartiger, daß- sofort alle noch vorhandenen Reserven zur Abwehr des unerklärlichen Angriffs in größter Eile herangezogen wurden. Zu ihnen gehörte auch die Brigade (Regimenter 32 und 55), welche bei Forbach an drr Straße nach Völklingen stand und diese gegen einen Angriff aus der Richtung Groß-Rosseln—Völklingen sichern sollte. Nun wurde das ganz überraschende Auftreten des I/JR. 53 bei Stieringen-Wendel für die von Völklingen im Anmarsch gemeldete feindliche Kolonne (Division v. Glümer) gehalten und die Straße fast völlig freigegeben. Nur 2 Dragoner- Eskadrons 12 und 1 Genie-Kompanie blieben zur Deckung zurück.
Denn den 10 preußischen Kompanien im Gifert- Walde und am Roten Berge standen 55 französische Kompanien gegenüber. Nach dem französischen Ge- neralstabs-Werk soll die Befürchtung überwogen ha-
Das Geschick oder besser gesagt das Ungeschick der Aufklärung versagte der Division, wie wir bereits lesehen, die Riesen-Chance eines ungeheuren Er-
Brigade v. Woyna in dem dichten Unterholz stark durcheinander gekommen waren und vereinzelt fochten, sogar zu mehreren gefährlichen Rückschlägen. Die Gefechtskraft der Division o. Kamecke war völlig erschöpft. Da trafen zum Glück die ersten Verstärkungen der 16. und 5. Division ein, die General v. A l v e n s l e b e n , der kommandierende General des III. AK., persönlich auf das Schlachtfeld heran- aeholt hatte, in dankenswertester Weise dabei von seinen Unterführern unterstützt. Im Ganzen waren es 12 Bataillone und 4 Batterien, die somit noch in
die Schlacht eingreifen und sie zu Ende führen konnten. Auch dem kommandierenden General des VIII. AK., v. (Soeben, gelang es noch, das JR. 40, Hus.-Rgt. 9 und 2 Batterien / FAR. 8 heranzuholen.
Immerhin waren die Franzosen noch in bedeutender Ueberlegenheit und besonders bei Stieringen- Wendel im siegreichen Vordringen. Lediglich die Rücksicht auf seine von Völklingen her bedrohte linke Flanke und die schlechten Nachrichten von seinem rechten Flügel bei Spichern, wo die neu eintreffenden Kräfte des 40. Jnf.-Rgts. und das 1/12 die höchste Terrasse des Roten Berges erstürmt hatten, bewogen General Frossard nicht weiter vorzu-
jcmgteit der Truppe fast völlig aufhob. So kam es irit nur nicht zu dem von Napoleon heiß er- vmschten überraschenden Vorstoß über die Saar lin Wegnahme des Saar-Gebietes, sondern zu einer Du.ffommenen Stockung d e s Aufmarsches. Ird} der zahlreichen Kavallerie überschritt auch nicht । nr Patrouille die Saar. Vom Feinde wußte man hui. daß er nördlich von Saarbrücken aufmarschierte.
‘SieUtoetfe und inneres Reich.
Zur ..Woche des deutschen Buches".
Iiorgen beginnt die „Woche des deutschen Buches". Z n^anzen Reich wird man während der kommen- ijten iad)t Tage, von Sonntag zu Sonntag, einer 3piung der Reichsregierung folgend, des deutschen HiCtiC5 gedenken und für das deutsche Buch werben.
Veranstaltung hat, sofern wir es recht oer= slbchn, einen doppelten Sinn. Wenn es in den Auf-
der 14 Division, Generalleutnant v. Kamecke, vom Roten Berg erhielt, ein derartiger, daß er zu
heute von keinem Buch nur annähernd wieder erreicht worden ist. Und wenn vor wenigen Tagen erst, aus anderm Anlaß, an die großartige, bahnbrechende und wahrhaft reformatorische Tat der lutherischen Bibelübersetzung erinnert worden ist — der Name des Mannes aus Eisleben, die Namen Wittenberg, Wartburg und Worms müßten auch hier wiederum genannt werden, denn wir begreifen in ihnen Wende und Aufbruch im Leben unseres Volkes, sie stehen am Anfang einer neuen Zeit und sind aus der Geschichte des deutschen Geistes nicht wegzudenken.
Oil Such der Bücher genannt wird, und das eit jftrr Zeit eine Verbreitung gewann in Deutsch- h ii) imb in allen Sprachen der Erde, wie sie bis
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brücken die Saar und ging tn sehr schwierigen Un- terholz-Verhältnissen durch den Saarbrückener Kom- munal-Wald gegen Stiering-Wendel vor, das der linke franzchische Flügel mit einer Jnf.-Brigade besetzt hielt. Gegen den rechten französischen Flügel,
isr-eckt im Saar-Tal liegt, von nur schwacher In- (üförie (es war das II. Batt. JR. 40 und 3 Esk.- llcien 7) verteidigt wurden. „Natürlich" kam es u inem großen Siege, der in ganz Frankreich den •jellttcn Jubel auslöste, aber weiter erfolgte auch
5. Die Franzosen beschossen von ben-„eroberten" ..)6l°n aus den Saarbrückener Bahnhof mit 34 Ge- s hiFen, aber fast ohne jede Wirkung. In die Stadt s .'lii wagten sie aus Furcht vor einem Ueberfalle rid hinabzusteigen und am nächsten Tage gaben V? Llbst den mit so großem Truppenaufgebot ge- nomenen Höhenzug wieder auf und kehrten, froh iiessglänzenden Sieges, in ihre alten Stellungen • iitorf.
(•o kam es, daß am Morgen des 6. August die <u- dem Biwak bei Hilschbach entsandten preußi- ■ff)c Kavallerie-Patrouillen die Höhen südlich von Gar-brüden frei fanden und sich ihnen zunächst das Nil! weit auseinandergezogener feindlicher Kräfte EioUbie in fortgesetzter Bewegung waren und abzu- Zsihin schienen. Es war das AK. Frossard, das iirlr Nacht vom 5./6. August bei einem furchtbaren
Erinnerung an 4820.
Frankreichs Einfall in das Gaargebiet. - Die Schlacht bei Spichern.
Von Rudolf Mohr, Generalmajor a. £)., Gießen.
l’rlfen, so heißt das zunächst, daß wir Bücher ifin und damit dem deutschen Buchhändler, dem liijen Verleger und dem deutschen Autor unsere t itiiiftige Hilfe angedeihen lassen sollen.
Ucker diese praktische und lebendige Werbung h raus scheint uns aber in einer Veranstaltung wie de-^vorstehenben Buchwoche noch eine andere und nftl minder wesentliche Berpflichtung beschlossen zu sickunämlich ein allgemeines und weithin vernehm- bpie. Bekenntnis äbzulegen zur Welt des deut- fifcr Buches und also des deutschen Geistes-, in den fbunenben Tagen soll jebermann unter uns ftiLs er etwa währenb bes ganzen übrigen Jahres k riun Sinn ober keine Zeit bafür haben sollte — si'ck ,u seinem Volke als bem „Volke ber Dichter um) Denker" bekennen unb sich darauf besinnen, bty -s vielleicht im Grunbe auch seine Sache, An- gMl^nheit jebes einzelnen unter uns ist, Dafür Wirres 3u tragen, baß bas oft mit Stolz gesagte geschriebene Wort nicht zur gewichtlosen Phrale
befahl Napoleon für ben 2. August eine ge- n :11 f a m e Erkunbung auf Saarbrücken, jjuibiejem Zwecke setzte er brei Armeekorps in Be- veoing, von benen aber nur eines, bas' II. A.K. im r General Frossarb, zum Eingreifen kam. Jrn- Nieihin waren es 3 Infanterie- unb 1 Kavallerie- Dir-fion, bie am 2. August Saarbrücken angriffen
fein soll: auch ber „Faust" ist, wie bie Bibel, um ben Erbball gewandert als ein weltliches Evangelium unb Zeugnis ewigen Deutschtums. Wir aber, bie wir vor bem Vorhang sitzen, wenn ber Prolog im Himmel beginnt, ober bas Buch aufschlagen im stillen Zimmer allein am Abenb vor Ostern, wir erleben barin immer aufs neue bie geheimnisvollste Spiegelung unseres Wesens, unenblichen Zwiespalt unb unenbliche Sehnsucht bes beutschen Menschen, in biesem einen unb einmaligen Buch von Liebe unb Tob, von Schulb unb Schicksal, von Verzweiflung unb Verbarnrnnis, von ben Müttern unb ben Engeln, vom tätigen, roirfenben Leben unb seliger Erlösung —: so ersteht vor uns, bie wir lesen ober zuhören unb schauen, in Lachen unb Tränen, in Lust unb Qualen ber beutsche Mensch. Unb inbem wir ihn begleiten, „wanbelnb mit be- bächtiger Schnelle vom Himmel burch bie Welt zur Hölle", umspannen wir zugleich bie ganze großartige Lebensfülle beffen, bem bieses Buch Inhalt unb Hauptgeschäft feines Daseins geworben ist von ber Kinbheit am Main bis an bie Schwelle ber Fürstengruft.
Noch eines anberen Buches wäre hier vielleicht zu gebenfen als eines Beispiels, wie wir es heute meinen; es steht noch am Anfang jenes langen und fo sehr gesegneten Weges von Frankfurt nach Weimar: bie braufenbe Liebesgeschichte des jungen
8 elleichi ist es, gerade für uns, in einer Be- tlrichrung zur Woche des Buches nicht unbillig, zu Übgnn eines Mannes zu gedenken, dem Deutsch- 1 n t und die gesamte Kulturwelt unendlich viel i erbauten haben, mit dessen Werk der Begriff b e; Ruches schlechthin für alle Zeiten höchst ehren- r ioi Verbunden bleiben wird: jenes Johann Gens-
l- f [<i|ci oder Gutenberg aus Mainz nämlich, ber vor Vji pi f üif junbert Jahren, in einem braufenben Zeitalter «0 bie: Srfinbungen, Sntberfungen unb vielerlei Neu- Wjm g im tun gen, im Zeitalter ber großen Seefahrer W u$i) )oer großen Reformatoren, ber Welt bie Kunst ieW" dH: Kuchbruckes schenkte, bie geniale Idee ber be- in v^;l-chen Lettern, bie bem Wort, von welchem gelt" 11 sHstoen steht, baß es am Anfang war, Flügel ver-
D [jie _ unenbliche unb unbegrenzte Wirkung in bie go" Dl ÜBit • unb Breite.
g0"Ä iDt-tenberqs Erfinbung kam im Jahrhunbert bes F ^iMmnnismüs unb ber Reformation vornehmlich
chnchtorbnung, b. h. ba, wo es einem feinblichen nriff entgegentreten wollte, lagerte. Alle beherr- ipiüben Höhen bei Spichern waren besetzt, ber vor- rvogenbe, terrassenförmig aufsteigenbe Rote Berg >k'seinen unbewalbeten felsigen Hängen mit diW^engräben in Stockwerken unb Geschützein- j-irten versehen. Die Spicherner Höhen bilden 'D sermaßen das abfallende Dach eines Hauses,
rtiei heiA, jeder Volksgenosse $olle es sich in diesen 2Eigm zur Aufgabe unb zp nationalen Pflicht rp:tjen, einem anbern, oermanbten, befreunbeten dir am Enbe gar ganz fremben, ein Buch zu
Stelle nach unb nach 24 preußische gegen 12 französische Geschütze im Feuer stauben unb langsam bie Ueberlegenheit gewannen. Die Nichtbeschäftigung bes Roten Berges aber hatte zur Folge, baß bie bort stehenben französischen Reserven sich gegen bie Angreifer auf beiden Flügeln wenden konnten und besonders im Gifert-Walde ein Vorwcirtskommen der beiden Bataillone 39 zunächst verhinderten.
Erst der Erfolg seines Artilleriefeuers bestimmte General von Kamecke zu dem Versuche, sich des Roten Berges zu bemächtigen. Hierzu standen nur poch das. I und F./J.-R. 74 zur Verfügung, die ihr Brigade-Kommandeur, Generalmajor v. Francois (der Vater des bei Tannenberg entscheidend wirkenden kommandierenden Generals des I. AK.) persönlich gegen die feuerspeienden Hänge vorführte, deren Ersteigen vollkommen aussichtslos erschien. Tatsächlich mißlangen alle ersten Versuche unter großen Opfern. Erst als am linken Flügel der beiden Bataillone die 9./30 die Linie verlängerte und eine kleine Mulde geschickt zum Aufstieg benutzte, gelang das unglaublich Erscheinende. Den heldenmütigen Brigade-Kommandeur, General v. Francois, an der Spitze, erreichten die Stürmenden den
Und noch eine dritte Gestalt sei beschworen etwa dem gleichen Zeitraum, obwohl damals minderem Gewicht, von geringerer Wirklichkeit Reichweite — vielmehr gleichsam verschleiert, wittert von Geheimnis unb bunkler Beschwörung, mehr vertraut unb erkennbar als phantastische Ge
stalt eines alten Volksbuches benn als körperhafte Erscheinung: ber große Abenteurer unb Magier Doktor Faust. Sein Name ist boch für unser Volk bis auf ben heutigen Tag lebenbig geblieben, weil er eingegangen ist in jenes Buch, bas wir wohl am ehesten zu nennen pflegen, wenn wir mit einem einzigen Namen, einem einzigen Wort ben Inbegriff unseres bichterischen Wesens zusammenfassen wollen. Kein Name wäre auch besser geeignet, um an einem lebenbigen Beispiel zu zeigen, was ba« mit gemeint sei, wenn hier von ber Weltweite unb bem inneren Reich bes beutschen Buches bie Rebe
Ä pr. 258 Zweites Blatt
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steilen Hangen bes Eifert - Walbes entlang zog, gesehen, bie Riesen-Chance eines ungeheuren Ergingen I unb 11/39 unter großen Verlusten unb W* m ben Rucken ber Franzosen. Auch bie Ein-
Mühen vor. Die Mitte, ber Rote Berg, blieb somit Wirkung des vereinzelten I/JR 53 bl.eb bei bem
ausgespart unb lag nur unter bem Feuer ber brei I schnellen Einsetzen der französischen Resernen ohne
Batterien ber Division Kamecke, so baß an bieser nachhaltigen Erfolg. Es kam, da die Bataillone der
Werther. Begreift man heute noch, was das Erscheinen dieses Buches auf der Michaelismesfe 1774 bedeutet hat; erinnert man sich, daß die Veröffentlichung, wenn der Vergleich gestattet ist, unter den Zeitgenossen wie em Vulkanausbruch wirkte ober wie eine Revolution; baß bie Gestalt bes unglücklichen Helben einer ganzen Epoche ben Namen gab unb halb in aller Welt bekannt war: „Auch sogar ber Chinese malet mit ängstlicher Hand Werthern unb Lotten auf Glas" ..
Und wiederum umgekehrt: wie dieses Buch einmal im Sturm die Welt erobert hat, so erschließt es heute noch dem, der sich darin vertieft, in einer einzigen hingegebenen Stunde des Lesens eine ganze Welt, einen Teil vom inneren Reich unseres Volkes, ein Stück deutschen Lebens, das längst ausgelöscht in seinen irdischen Spuren, aber unverlierbar und unzerstörbar eingegangen ist mit seinem geistigen Vermächtnis in den Besitz der Nation.
Die Namen und die Bücher, die wir hier eben genannt haben, sollen und können, wie sich versteht, nur als mehr oder minder zufällige, vielleicht besonders kennzeichnende Beispiele dessen gelten, worauf es uns in dieser Betrachtung ankam; die Reihe der Namen kann beliebig und fast ins Unendliche verlängert werden. Jeder, dem bas beutsche Buch am Herzen liegt, mag auf seine Weise bie Reihe fortführen, ben Kreis erweitern unb abrunden unb Buch an Buch, .Namen an Namen fügen; besinne sich jeher unter uns einmal auf ben Reichtum bie Fülle, ben ewigen Vorrat unb unveräußerlichen Besitz, ben ihm bie Welt bes beutschen Buches erschlossen hat unb immer aufs neue erschließt; wir alle wollen ihn mitteilen unb wei- ferqeben an jene unter uns, bie bieses Besitzes noch nicht teilhaftig finb; es sollen ihnen bie Augen qeöffnet unb Lust gemacht werben, selber einzu- brinqen ins innere Reich bes beutschen Geistes, bas bie Besten bes Volkes uns hinterlassen haben als Erbteil unb Verpflichtung. Besinnen wir uns in diesen Tagen einmal auf alles, was an Traum unb Tröstung, an Beglückung unb Erschütterung aus ber Welt bes beutschen Buches auf uns einströmt an Lächeln unb Tränen, an Erkenntnis unb Bestätigung, an Vertiefung unb Erweiterung unseres Blickfelbes, an Formung unb Bilbung unserer Persönlichkeit. Denken mir einmal im Jahre baran was wir bem beutschen Buch verbauten feit der Zeit, ba wir lesen gelernt haben, — von ber Fibel unb ber biblischen Geschichte unserer ersten Schulstunben an bis auf ben heutigen Tag.
Nimm unb lies; kauf dir ein Buch, schlag es auf unb erkenne bich selber barin, bich unb dem Vott; nimm dir den Luther her und lies einmal die Tischreden, den Sendbrief vom Dolmetschen ober tue parabiesische Epistel an sein Söhnlein Hans Wenn bu willen willst, wie es ein Jahrhundert spater m Deutschland ausgesehen hat, mußt du ben „Aben
, , .. „. ... . nun trafen starke französische Verstärkungen ein, bie
unb 39er wie bei ber Eskalabier-, sofort zum Angriff übergingen unb bas I/J.-R. 39 itig auf bie Schultern steigen muß- ■ aus bem Gifert-Walbe herauswarfen. Es ist schwer on nnrh.pron Wnnh orffimmpn 111 u;fn.
II. I vom Kelsch-Berg
Zevor ich nun näher auf bie eigentliche Schilbe-! ^er9 nttt 356 M ru--a ber Schlacht bei Spichern eingehe, was ich nur . v ~
inqrofcen Zügen tun kann, muß ich in kurzen Wor- den Roten Berg mit 320 Meter unb einem Stellte, die Tage vor bem 6. August berühren. Die obfall in bie sich zwischen ihm unb ben Saarbrücker 6i»qserklärung Frankreichs an Preußen, bem sich Höhen erftrerfenbe Ebene (Exerzierplatz) van 230 qeien jebes Erwarten bes Kaisers Napoleon III. Meter Höhe. Dieser Steilabfall muß zur Zeit ber südliche anberen deutschen Staaten anschlossen, war Schlacht ein viel schrofferer gewesen sein, da die ihn an 18. Juli 1870 erfolgt. Bereits am 12. Juli stürmenden 74 er *Q<”* """ hpi ff^fninhiPr, a! e r waren die französischen Regimenter aus ihren Wand sich gegenseitig . . .. .. . ..... ..... --
Grnisonen in ihre Aufmarschgebiete abtransportisrt ken, um nur den vorderen Rand erklimmen zu. zu verstehen, weshalb die Franzosen hier nicht so- mriien, immobil, ohne Ausrüstung, ohne Trains j können. . fort bei ihrer großen Ueberlegenheit nachstießen,
nn Kolonnen. Das gab ein tolles Durcheinander, Jedenfalls war der Eindruck, den der zunächst auf •* [>a! geradezu unentwirrbar wurde und die Marsch-' den Saarbrückener Höhen eintreffende Kommandeur
Samstag, 5. November 1934
Ein Denkmal für Carl Hans Lody, ber am 6. November 1914 a l s Offizierskundschafter im Tower zu London erschossen wurde, wird an seinem 20. Todestage in Lübeck enthüllt werden. Es ist am alten Lübecker Burgtor angebracht und stellt einen gefesselten Ritter mit geschlossenem Visier bar, ber von ber Schlange bes Verrats umstrickt wirb.
gehen, um bie Verwirrung nicht noch zu Der» größern. Aber auch bei den preußischen Truppe» im Gifert-Walbe unb am Roten Berge war das Durcheinanber ein furchtbares. 43% preußische Kompanien stauben bort gegen 90 französische im Kampf, die bazu noch überhöhenb bie Angreifer mit Artillerie- und Mitrailleusenfeuer überschütteten. Es war bie höchste Zeit, baß eine energische Hanb bie Leitung ber Schlacht ergriff. Es war General v. Alvens- leben, der 4.30 Uhr nachmittags auf bem Winterberg südlich Saarbrücken nach Orientierung über die Gefechtslage den Entschluß faßte, in der Mitte der ' französischen Stellung bei ber ©olbenen Bremm I (Bremm = Ginster) burchzustoßen unb von bort die I steile Höhenstellung der Franzosen anzupacken. Da drei kommandierende Generäle (III., VII. und VIII. AK.) auf dem Schlachtfelde vorhanden waren, übernahm General v. Alvensleben den Befehl auf dem linken Flügel, da hier nur noch Truppenteile seines Armeekorps in den Kampf eingriffen. Unter unsäglichen Mühen gelang es, zunächst ein Geschütz unb dann noch 7 weitere die steilen Abhänge des Roten Berges hinauf zu zerren und 6 Uhr nachmittags fiel
teuerlichen Simpliciffimus" des Grimmelshausen lesen: Feuerschein und Feldgeschrei des Dreißigjährigen Krieges sind darin. Wenn du im Radio vielleicht eben eine Serenade ober ein Menuett von Mozart gehört hast, dann nimm dir die Briefe vor, die Wolfgang Amadeus an die „allerliebste Schwester", an das „Bäsle" in Augsburg ober an seinen Papa geschrieben hat, — bann lies baneben bie Ansprache Friebrichs an seine Generale vor Leuthen, unb es wirb ein unvergleichliches unb vielleicht sehr über« raschenbes Bilb eines großen Jahrhunberts vor beinen Augen erstehen. Den „Prinzen von Homburg" mußt bu lesen von Kleist, weil es eines ber bcrrlichsten Schauspiele ist, bie jemals in beutscher Sprache geschrieben würben; Hyperions Schicksals- lieb unb vom alten Matthias Claubius bas Wiegenlieb beim Monbschein zu singen, weil sie zu ben schönsten Gebichten gehören, die unser Volk hervorgebracht hat. Von Mörike kauf bir nur lieber gleich alle Gebichte auf einmal unb stelle sie neben bie Sieben Legenben von Keller — ach, man könnte viele Seit-'füllen unb käme wohl boch nie zu Enbe bamit, unb dabei haben wir nur so hingeschrieben, was uns gerade durch den Sinn gegangen und eingefallen ist; und noch haben wir dabei mit keinem Wort der Lebenden gedacht, noch keinen der Namen genannt, die später einmal das geistige Gesicht unserer Zeit bestimmen und formen werden. Denken wir etwa an die Gedichte Georges, an die „Perpetua" von Scholz, an die Erzählungen der Ina Seidel, an die Anekdoten von Schäfer —: taucht nicht mit jedem dieser Namen eine neue, eigene, in sich gerundete Welt vor uns auf, und tragen nicht dennoch alle, fo verschieden sie sein mögen, das gemeinsame Schicksal und geschwisterliche Antlitz ihrer unverwechselbar deutschen Herkunft?
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Wiederum nur einige wenige Namen an Stelle von hundert andern, und dabei haben mir doch bisher immer nur eine einzige Saite flüchtig angeschlagen, nur ein einzelnes Gebiet herausgegriffen — bas bichterische Buch. Aber neben bie Dichter treten alsbalb bie Philosophen unb bie Geschichtsschreiber, bie großen Felbherren, bie berühmten Staatsmänner, bie Abenteurer unb Reisenben, bie Flieger über ben Polen ber Welt, bie Forscher in ben Urwälbern Brasiliens unb Afrikas, bie Tier- freunbe unb bie Naturkunbigen, bie Rechtsgelehrten unb bie Aerzte, bie Felbsolbaten an allen Fron- ten bes großen Krieges unb bie Wegbereiter bes Dritten Reiches — Namen über Namen könnte einer nennen unb käme boch nie zu Enbe bamit, benn bie Welt bes beutschen Buches ist wie ein unerschöpflicher Brunnen ...
Ein Buch aber, bas bu bir gekauft, erspart, vielleicht sogar erhungert hast, bas bir lieb geworben unb ans Herz gewachsen ist, wirb bich burch bein ganzes Leben begleiten; es wirb immer für bich bereit fein, zu jeber Stunbe, bei Tag unb bei Nacht. hth.
ß
MUMM


