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Aus aller Welt.

Dle hundertste Fahrt derBremen".

SchnelldampferBremen", das Flaggschiff

Jekaterinenburg, als die Zarenfamilie ermordet wurde, nur leicht verwundet worden fei. In der allgemeinen Verwirrung gelang es ihr, über die Straße zu entkommen und in einem Frauen­kloster Zuflucht zu finden. Die Oberin Radischewa versteckte sie und pflegte sie gesund. Später flüchte­ten dann beide weiter nach' Kiew und Warschau, wobei die Zarentochter den Namen der Oberin an­nahm. Immer aber blieb sie noch in klösterlicher Einsamkeit verborgen, da sie gelobt hatte, nie wie­der als Großfürstin aufzutreten. Bei einem Besuch im Allgemeinen Krankenhaus wurde sie jedoch von dem leitenden Arzt sofort alsGroßfürstin Tatjana" erkannt. Seinem Einfluß ist es zu verdanken, daß die Frau ihrem Gelübde doch untreu wurde und sich bewegen ließ, mit dem Arzt nach Belgrad zu gehen, wo sie viele hohe Würdenträger des einstigen Zarenreiches finden und von ihnen ihre Anerken­nung als Großfürstin bestätigt haben wollten. Ob­wohl diese Geschichte lebhaft an das Auftauchen der Zarentochter" Anastasia erinnert, sind bereits viele russische Emigranten des Glaubens, es handele sich tatsächlich um die Großfürstin Tatjana, so daß die

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Hattet zum deutschen Buch!

Zur Woche des deutschen Buches 4.11. November.

Belgrader Gesellschaft einigermaßen in Aufregung versetzt ist.

Vier rNörder hingerichtek.

Im Hofe des Dessauer Gerichtsgefängnisses wur­den h i n g e r i ch t e t: Der 45jährige Paul Rolle aus Gerlebogk, der 23jährige Albert Lehmann aus Dessau, der 18jährige Fritz Gehre aus Dessau und der 19jährige Theo Wolf aus Dessau.

Der Reichsstatthalter in Braunschweig und Anhalt hat von seinem Begnadigungrecht keinen Gebrauch gemacht. Paul Rolle war wegen Mordes an seiner Ehefrau durch Urteil des Dessauer Schwurgerichtes vom 5. Mai 1934 zum Tode ver­urteilt worden. Das Reichsgericht hat das Urteil bestätigt. Rolle hatte seine Ehefrau einer anderen Liebschaft wegen im Bett erschossen und einen Selbstmord seiner Frau vorgetäuscht. Die ge­meine Mordtat an dem Dipl.-Jng. Wiederhold der Grube Leopold-Edderitz aus Bitterfeld wurde durch das Dessauer Schwurgericht geahndet, das Albert Lehmann, Fritz Gehre und Theodor Wolf zum Tode und den jugendlichen Hans Joachim

Herbstfahrt hinter der Westgrenze

Von unserem Or. $. L.'Äerichterstatter.

r ü d) e zu verüben, wird allmählich zum Schrecken l es nordöstlichen Niederösterreich. Schwer bewaffnet bringt er in kleine Bauerndörfer ein, plündert und i.aubt und versteckt sich dann wieder in den Wäl- t em. In den letzten Tagen verübte er drei Ein- I rüche, zuerst einen bei seinem Vater, dann einen im der Ortschaft Niederkreuzstätten und einen dritten m der durch seine Brandstiftung ohnedies so schwer l.eimgesuchten Gemeinde Oberkreuzstettcn. In den in Betracht kommenden Bezirken Niederösterreichs ourben zahlreiche Gendarmen zusammengezogen, irm die Verfolgung in ganz großem Maßstabe auf- «unehrnen. An dieser Verfolgungsaktion werden außerdem noch Schutzkorpsleute und bewaffnete Sauern teilnehmen.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Eupen, Ende Oktober 1934.

Eigentlich" sollte es nach Brüssel gehen, aber die Devisenvorschriften kürzten die Reise und be­schränkten den Aufenthalt auf das deutsch­sprachige Land hinter der Grenze. Ge­lobt sei diese Regelung, die uns ein herrliches Stück deutschen Herbstzaubers im Ausland sehen ließ!

Nur durch ein Versehen sind die rund 20 000 Deut­schen im äußersten Nordosten Belgiens zu diesem Staate gekommen: 1815 wurden sie alsHochzeits­gabe" den Vereinigten Niederlanden dargebracht; als diese 1830 im Gefolge der Pariser Unruhen auseinanderbrachen, teilte man das Dutzend hochdeutsch sprechender Gemeinden in Un­kenntnis ihrer nationalen Eigenart dem jungen belgischen Staate zu. Da dieser auch in seiner Südostecke um Arel westlich von Luxemburg hoch­deutsche Gemeinden umfaßt, ist er seit der Stunde seiner Geburt ein Drei sprachen st aat. Das deutsche Binnenland hat freilich vor dem Kriege an diesen Volksgenossen leider noch weniger Anteil ge­nommen als an dem Selbstbehauptungskampf der stammverwandten Flamen. Und so darf man nicht überrascht sein, daß diese Deutschen Altbelgiens sich immer mehr dem Gesamtvolk entfremdeten; ja, es ist als ein Wunder und als ein Beweis der Schol­lenverbundenheit dieses mittelfränkischen Bauern­tums zu bezeichnen, daß es zum Unterschiede von seinerIntelligenz" nicht auch noch sprachlich ver- welschte.

Der Grenzlandwanderer aus dem Reich, der etwa gerade von der österreichischen Grenze kommt und dort mit Erschütterung die gesamtdeutsche Op­fergesinnung der Heimattreuen Tiroler und Salz­burger erlebt hat, ist betroffen von der kühlen Zu­rückhaltung, mit der hier Menschen deutschen Blutes und deutscher Sprache die Dinge sehen. Allein, jeder Schatten eines Vorwurfs verschwindet, wenn man diese prächtigen Menschen näher kennenlernt und sieht, wie sie auf ihre Art von dem allge­meinen Verwelschungsfirnis frei zu kommen suchen und mit gradliniger Hartnäckigkeit die Sprache der Väter den Kindern erhalten wollen. Wie reizvoll ist es, den unpolitischen Erzählungen dieser vielen, fast oerlorengeglaubten Volksgenossen zu lauschen, ihrer Schlagfertigkeit und ihrem herben Witz.

Langsam' rollt der Wagen durch die herbstliche Landschaft und läßt sie wie im Film vorübergleiten, aber doch gewissermaßen im Zeitraffer gegenüber dem Schneckentempo, in dem wir 1914 und 1915 hier vorbeikamen. Da ist das kleine einst neutrale M o - resnet, das von 1830 bis 1914 durch Preußen und Belgien gemeinsam verwaltet wurde und damals alsNiemandsland" einen leichten Schußmondä­ner Jnternationalität" hatte. Jetzt freilich ist es wie­der solide, bäuerlich und handwerklich geworden. Die Straßenbahn von Aachen her ist durch die nahe Grenze fühlbar zerschnitten und bietet ein ähnliches Bild wie etwa die gleichfalls in zwei Staaten lau­fende Straßenbahn zwischen Beuthen und Kattv- witz. Da sehen wir hinter den schon im Altertum abgebauten Galmeigruben und gegenüber der wie­derhergestellten Emmaburg, von wo der Geheim- schreiber Karls des Franken namens Einhard die Tochter des Kaisers entführte, den im Kriege errich­teten stattlichen Viadukt der von Deutschen erbauten Fernbahn AachenTongern. An der Straße, die bis 1914 neutraler Grenzweg zwischen dem Deut­schen Reich und Belgien war, grüßt uns ein alter

preußischer Adler, der zu der Dekanatskirche des altbelgischen deutschsprachigen M o n tz e n hinüber­schaut. Im nahen Homburg berichten uns die Grabinschriften des 18. Jahrhunderts, daß hier nur deutsch gesprochen wurde, während das 19. Jahr­hundert hier wie überall dieVerwelschung" auf dem Vormarsch sah. Erst die allerjüngsten Gräber tragen wenigstens teilweise wieder deutsche Worte.

Von der gleichfalls hochgelegenen uralten Kirche von Heinrichkapellen, wo deutsch gepredigt wird und sogar die belgische Verwaltung sich zu zweisprachigen Bekanntmachungen entschlossen hat, umfaßt der Blick das abwechslungsreiche herbstliche Land über die Essen von W e l k e n r a d t zum früheren Grenzbahnhof Herbesthal, über das gesegnete Hügelland nach dem gleichfalls deutsch­sprachigen Balen (westlich von Eupen), dessen Kirche schon vor 1000 Jahren erwähnt wurde und die heute einen ganz einzigartigen gedrehten Turm trägt, nordwestwärts aber bis zu Den Höhen von Aubel. Auch dieser Ort hat ähnlich dem südvst- belgischen Arel schicksalhafte Bedeutung. Verwelscht find Straßennamen, Schulunterricht und Amts­sprache heute in beiden. Hier wie dort wird das Andenken an die Kriegsereignisfe mit Nachdruck ge­pflegt; ist es in Arel das bekannte Standbild des Bajonettbelgiers, nach mancher Meinung das un­versöhnlichste Gedenkzeichen Europas für die im Weltkrieg Gefallenen, fo ist es in Aubel ein künst­lerisch besser gelungenes Denkmal eines Trompeters, der immer wieder alte Wunden aufreißen soll. In Aubel, das bezeichnenderweise einen dreieckigen Marktplatz fyat, berühren sich heute d i e d r e i Sprachgebiete des Hochdeutschen, des Flämi-

IBefferoorausfage.

Die Zufuhr kalter Luft ist abgeschnitten, doch kam es in der Nacht zum Samstag infolge verstärkter Ausstrahlung auch bei uns zu verbreiteten Frösten. Dabei ist in den Niederungen vielfach Nebel aufge­kommen, während die Mittelgebirge in ihren obe­ren Lagen heiteres Wetter zeigen. Ein bei Irland liegender Wirbel ist nur schwach entwickelt, so daß er keinen nennenswerten Einfluß auf unser Wetter gewinnen wird. Es wird im wesentlichen durch einen über Mitteleuropa liegenden Hochdruckaus­läufer bestimmt.

Aussichten für Son n t a g : In den Nie­derungen vielfach neblig, darüber zunächst heiter, später aufkommende Bewölkung, nachts leichte Frostgefahr, schwache Luftbewegung.

Aussichten für Montag: Entwicklung noch nicht genau absehbar, doch voraussichtlich noch keine stärkere Niederschlagstätigkeit.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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schen und des Wallonischen.

Wird i>as belgische Deutschtum in seiner Vereins«- mung diese doppelt gefährdete Stellung halten kön­nen? Beim Verlassen dieser Dreisprachenecke umfaßt das Auge noch einmal die ganze gesegnete Land­schaft, die mit ihrer Weite, aber auch mit Den zahl­reichen Hecken, den vielen Rindern erster Qualität unD dem überall zutreffenden, zahllv>sen lieben Federvieh in aleicher Weise an Flandern wie an das südschwedische Schonen erinnert, während von Nordosten der Aachener Stadtwald, von Westen -die 1914 so hart umkämpften Maas­höhen bei Visä und von NorDwesten schließlich die riesigen Kohlenhalden Des nach dem Kriege aus dem Baden geschossenen holländischen Industrie­gebietes im Maastrichter Zipfel herüber grüßen. Drei Sprachen und drei Staaten. Aber mit Grenzen und Menschen, die sich gegenseitig verflechten ...

Welch anderen Eindruck macht Eupen! Bis zu den Bestimmungen von Versailles im Verband des Deutschen Reiches und aufs glücklichste mit feiner Wirtschaft verknüpft wie viele von uns trugen doch im Kriege feldgraues Tuch Eupener Herkunft bietet Der Ort heute noch das bezeichnende Bild einer preußischen Kreisstadt. Hier hat man sich frei- gehalten von Der Problematik Des altbelgischen Deutschtums, Das sich in hundert bitteren Jahren der Einsamkeit mit dem belgischen Staate abgefunden hat. Hier sehnt man fich mit allen Kräften Der Sc.le heim ins R e i cy". Deutsch ist das Fühlen, deutsch die Sprache und deutsch der Zukunftsglaube. Man gibt pflichtgetreu dem Staate, was des Staa­tes ist, aber Alt und Jung, NieDrig unD Hoch haben, auch in Tagen der stärksten Verleumdungen des neuen Reiches stets betont und vorgelebt, ,^> die Staatssgrenzen von heute nicht die Volksgrenzen sind und niemals Kullurgrenzen werden dürfen.

Lehmann zur höchsten Strafe für Jugendliche, zu zehn Jahren Gefängnis, verurteilte. Das Urteil Des Dessauer Schwurgericht wurde durch das Reichs­gericht bestätigt. Die vier jungen Burschen hatten im Mai den Dipl.-Jng. Wiederhvld aus Bitterfeld in feinem Kraftwagen überfallen und ermordet.

Herzog Karl Eduard von Sachsen Loburg und Gotha schenkt der Stadt Erfurt das Schloß Gleichen.

Nachdem im vorigen Jahr die Wasserburg Ka­pellendorf wieder in das Eigentum der Stadt Er­furt gelangt ist, ging nunmehr auch SchloßGlei» ch e n durch Schenkung des Herzogs Karl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha an Die Stadt Erfurt Über. Oberbürgermeister P i ch t e r hat die Schenkung artgenommen, wodurch zugleich für zahlreiche Volksgenossen Erfurts und der Um­gebung neue Arbeitsmöglichkeiten erschlossen worden sind. Die Stadt hat mit dem Bund Heimatschutz einen Erbvertrag auf 90 Jahre abgeschlossen, der dem Bund Heimatschutz das ausschließliche Recht des Ausbaues, der Unterhaltung und der Nutzung der Burg und ihrer Anlagen gewährt. Die seit zwei Jahren dem Publikumsverkehr entzogene Burg wird am Reformationstag, 31. Oktober, nach den notwendigsten Sicherungsarbeiten in einer schlichten Feier der Oeffentlichkeit übergeben werden.

40 Jahre Ingenieurschule Ilmenau.

Am 3. November 1934 kann die Ingenieurschule Ilmenau in Thüringen, die als höhere technische Lehranstalt für Maschinenbau und Elektrotechnik weit über Deutschlands Grenzen ein hohes Ansehen genießt, auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Gründung fällt in die Zeit der glänzenden Entwicklung der deutschen Industrie, der Bedarf an jungen Ingenieuren war groß und es war dem Bedürfnis der Industrie nach praktisch und theore­tisch gut ausgebildeten Konstrukteuren und Be­triebsingenieuren noch wenig Rechnung getragen. Auf diesem günstigen Boden gelang es Dem ersten Leiter Der Anstalt, Direktor Eduard Jentzen, in Ver­bindung mit seinem jugendlichen Mitarbeiter, Dem derzeitigen Leiter, Professor Georg Schmidt, Der Anstalt einen glänzenden Aufschwung zu geben. Mit 142 Studierenden beginnend, nahm deren Zahl von Jahr zu Jahr zu und hatte 1901 bereits 800 überschritten. Den Anstoß zu dieser Entwicklung gab die von Schmidt als wissenschaftlichem Organisator der Anstalt durchgeführte Unterrichtsgestaltung in der Elektrotechnik. Bereits 1894 organisierte er, eine selbständige elektrotechnische Abteilung mit Maschi- nen- und Meßlaboratorium und verstand es, mit der raschen Entwicklung der Elektrotechnik auf allen Gebieten Schritt zu halten, so daß die Anstalt mit ihren musterhaft eingerichteten Laboratorien in Elektromaschinenbau, Fernmeldetechnik, Radiotech- nif. Meß- und Zählertechnik, Hochspannungstechnik, Elektrowärme- und Hochvakuumtechnik durch ihre Vielseitigkeit im elektrotechnischen Ausbildungswesen einen anerkannten Ruf genießt.

Die englischen Ausiralienflieger Jones und Waller stellen zwei neue Weltrekorde auf.

Die englischen Flieger Jones und W a 1,1 e r trafen auf ihrem Rückflug von Australien auf dem Flugplatz Lympne ein. Sie benötigten für den Flug England Melbourne und zurück ins­gesamt 13 Tage, 6 Stunden, 43 Minuten und 30 Sekunden und für den Rückflug Melbourne Eng- land 6 Tage, 15 Stunden und 39 Sekunden. Die beiden Flieger haben damit zwei neue Welt­rekorde ausgestellt.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister Dr. Goebbels spricht am Man- ta g, den 5. November, 20 Uhr, zurW o ch e des deutschen Buches" im Sportpalast. Außer Dr. Goebbels werden noch Hans Friedrich Blunck, Der Präsident der Reichsschrifttumskammer, und ihre Mitglieder Hanns I o h st, Joseph Magnus Weh­ner und Friedrich Kayßler sprechen.

Der japanische Konsul in Los Angeles hat ge­gen d i e Ausweisung japanischer Ko­lonisten aus Arizona (USA.) Einspruch er­hoben. Die Zahl der ausgewiesenen Familien ist von 30 auf 51 gestiegen. Insgesamt haben 160 Ja­paner die Anweisung erhalten, die Vereinigten Staaten in kürzester Frist zu verlassen.

Sensation um eine angebliche Zarentochter in Belgrad.

In Belgrad wiederholt sich zur Zeit Der aufsehen- arregenDe Fall DerZarentochter" Ana ft a- I lii a, Die seinerzeit als Schwindlerin entlarvt wurde. I diesmal soll es die zweite Tochter des russischen i .Vaiferpaares sein, Tatjana, die plötzlich in Bel- rab aufgetaucht ist. Es handelt sich um eine ! ?:rau Natalie Radischewa, in Begleitung des russischen Arztes Dr. Krassowski, des einstigen Leiters der chirurgischen Abteilung des Allgemeinen Zirankenhauses in Warschau. Das Erscheinen Dieser s rau erregt in Belgrad, besonders in den russischen (imigrantenfreifen, lebhaftes Aufsehen. Die Frau sllbst lebt sehr zurückgezogen und empfängt nieman- b»n, doch gerade hinter diesem Verhalten witterte man eine Sensation und wird durch die Aus- f: gen des Arztes in dieser Mutmaßung nur noch be» siürkt. Dr. Krassowski berichtet, Daß Die Grvß- fi rftin Tatjana in Der Nacht zum 17. Juli 1918 in

Kann es etwas Wunderbareres geben als über Raum und Zeit mit dem Geist großer Menschen verbunden zu sein? Ist es nicht so, als ob wir Zwiegespräche mit Walter von der Vogelweide, Hans Sachs, Schiller ober Goethe hielten, wenn wir die Werke ihres Geistes aufschlagen? Oder ist es nicht wie das beglückende Gefühl der persön­lichen Aussprache, wenn wir das Buch eines leben­den Schriftstellers lesen? Wer Den G e i st der Großen liebt und s i ch am Schönen er­freuen, wer das Leben und die Kämpfe der Menschheit in allen Tiefen und Hohen erleben will, wird ein Freund des Buches ein, wie das Buch fein Freund fein soll. Bücher ind treueste Freunde; sie stehen immer bereit, in guten und bösen, in heiteren und trüben Tagen. Bücher sind die besten Waffen und Rüstungen im Kampf Der Geister. Ihr persönlicher Besitz bringt ie uns erst recht nahe. Darum erwerbt gute ) eutsche Bücher, hütet sie und haltet ihnen die Treue! Das deutsche Buch ist Wahrer und Hüter des deutschen Geistes.

Gez. Dr. Wilhelm Frick, ReicHsminister des Innern.

Deutsche Volksgenossen! Der Nationalsozialismus hat uns zu einer Volksgemeinschaft fest zusammen­gefügt. Volksgemeinschaft ist Gemeinschaft des Blu­tes, Der Geschichte und des Geistes. Täglich erleben wir diese Zusammengehörigkeit aufs neue. Kame­raden, Arbeiter der Stirn und der Faust! Wir haben die Schranken niedergerissen, die euch den Anteil am Geistesgut der Nation ver­wehren sollten. Das Kulturgut im Buch ist nicht eine Angelegenheit des einzelnen, nicht nur für eine Schicht derGebildeten" bestimmt, sondern

plus 53,2 v. H. der Uebernachtungen) auf. In den Bädern und Kurorten hat der Fremdenverkehr auch infolge des außerordentlich günstigen Wetters gegenüber Dem Sommerhalbjahr 1933 um rund ein Drittel (plus 38 v.H. der Meldungen und plus 27 v. H. der Uebernachtungen) zugenommen, darun­ter für Auslandsfremde um 138 v.H. (Meldungen) und um 82 v. H. (Uebernachtungen).

Kunst und Wissenschaft.

Auftakt zur deutschen Buchwoche in Berlin.

Die Reichsfchrifttumskammer veran­staltete zur Woche des deutsches Buches imKaiferhof" in Berlin einen Empfang, auf dem hervorragende Persönlichkeiten des öffentlichen und geistigen Lebens über Zweck und Ziel der Buch­woche sprachen. Präsident Dr. Blunck begrüßte Die Erschienenen. Der stellvertretende Präsident Der Reichsschrifttumskammer Dr. Wismann sprach über Den künstlerischen Wert des deutschen Buches und seine Bedeutung für Das Deutsche Kultur- und Gei­stesleben. Oberbürgermeister Dr. Sahm kündigte an, daß Die Stadt Berlin vom nächsten Jahre an einen Preis der deutschen Literatur be­reitstellen werde. Schulrat Dr. Meinshausen erklärte u. a., daß das gute deutsche Buch immer nationalsozialistisch sein werde, auch wenn es nicht ausdrücklich vom Nationalsozialismus handele. Der Redner wandte sich nachdrücklich gegen jene Mach­werke und Kitschprodukte, Die mit Dem Na­tionalsozialismus Geschäfte machen wollen. Der PräsiDent Des Deutschen Industrie- und Handels- tages, Dr. v. Renteien, befaßte sich mit Der wirtschaftlichen Seite; etwa 300 000 Volksgenossen feien in Der materiellen Herstellung Des Deutschen Buches tätig; Das Buch stelle somit einen mächtigen Wirtschaftszweig Dar. Den Dank Des Buchhandels stattete Verlagsbuchhändler H i 11 g e r ab, Der in einer Parallele zum Reichsautobahnenstraßennetz Das deutsche Schrifttum als den geistigen Wegebau bezeichnete, für Den sich Schriftsteller und Buch- hanDel, Industrie und Produktion vereint zur Ver­fügung stellten. Der Geschäftsführer Der Schrift- himsfammer, Dr. Haupt schloß Den Empfang mit einem Appell an Die Oeffentlichkeit, Die Woche des Deutschen Buches mit leidenschaftlicher Anteil­nahme zu unterstützen, getreu dem Wahlspruch: .Haltet zum deutschen Buch!"

das Deutsche Buch ist für jeden geschrieben, der den Weg zum Geistesgut der Nation sucht. Das politische Buch läßt euch die Größe deutscher Geschichte und die Bedeutung der nationalsozialisti­schen Revolution erkennen. Das Fachbuch bringt euch Wissen und Können. Die Dichter aber sprechen zu euch von Wesen und Art deutscher Seele und deutschen Geistes. Deshalb: Haltet zum deutschen Buch!

(Gez.) Dr. Ley, Stabsleiter der PO.

Die Reichsschrifttumskammer veranstaltet unter der besonderen Förderung des Reichsministers Dr. Goebbels vom 4. bis 11. November eine Woche des deutschen Buches. In ihr soll für Das gute Deutsche Buch geworben werden. Als Handwerker kann ich diese Werbung nur warm befürworten. Niemand erlebt es deutlicher als der Handwerker, welcher gefährliche Unsinn es ist, Handarbeit und Kopfarbeit voneinander zu trennen. Der tüchtige Handwerker i ft zugleich ein gut g e - fchulter Geistesarbeiter. Er muß nicht nur fachlich, betriebstechnisch und kaufmännisch auf dem Laufenden sein, sondern auch die Tradition, die Lebensnotwendigkeiten und Ziele seines Berufsstan­des kennen. Er muß Darüber hinaus seine Zeit so verstehen, daß er in ihr an seinem bescheidenen Teil als Kulturschaffender wirken kann. Darum braucht d e r H a n d w e r k e r das gute Buch Das zugleich im Preis erschwinglich und im Inhalt knapp, lebendig und wesentlich sein muß. Solche Bücher für den Handwerker aus der Flut des Schrifttums herauszusuchen und zu verbreiten, ist eine Aufgabe, die weit über die Woche des Schrift­tums hinaus uns lange Zeit beschäftigen muß.

gez. W. G. Schmidt, Reichshandwerksmeister."

Norddeutschen Lloyd, ist unter Führung von Kapi­tän Ziegenbein aus Bremerhaven zu seiner 10 0. Fahrt nach Neuyork ausgelaufen. Das ' Schiff wurde am 19. Juni 1929 auf Der Linie Bre- imenNeuyork in Dienst gestellt. Bereits auf dieser «ersten Reise erwarb sich SchnelldampferBremen" foasBlaue Band des Ozeans".

Zuchthaus für einen rabiaten Apfeldieb.

Bei einem nächtlichen Rundgang entdeckte ein -Flurhüter in Weis bei Neuwied am Rhein auf «einem Apfelbaum einen Dieb, Der fich gleich Körbe iinD Säcke mitgebracht hatte. Da Der Dieb trotz Auf­forderung des Flurhüters nicht herunterstieg, stellte fich der Hüter auf Posten; einmal mußte der Wursche schließlich seine Stellung verlassen. Nach einer Weile aber feuerte der Dieb plötzlich mehrere Schüsse auf Den Flurhüter ab. Beim Dritten Schuß sprang er vom Baum und suchte das Weite. Aber auch der Flurhüter hatte zur Waffe gegriffen und brachte Dem Mann einen Schuß in Den Unter­arm bei. Durch Die Blutspuren konnte Der Dieb von I Einwohnern von Weis ermittelt werben. Da Der Bursche schon mehrjährige Zuchthausstrafen auf fei» I mem Konto und eines Obstdiebstahls wegen ein Menschenleben aufs Spiel gesetzt hatte, verhängte bie Strafkammer Neuwied eine ganz exemplarische I Strafe in Höhe von einem Jahr und sechs Monaten ! Zuchthaus.

MUhFAckter Raubüberfall auf Der Wiener Sudbahn.

Ein frecher R a u b ü b e r f a 11 hat sich in einft ber letzten Nächte auf der Semmeringstrecke Der Wiener Südbahn ereignet. Als gegen Mitternacht ein Personenzug zur steilsten Stelle der niederöster- ^eichischen Rampe der Semmeringbergstrecke bei der Station Wolfsbergkogel kam, sprangen drei Bur­schen mit Masken auf den Postwagen des Zuges. Zwei Burschen hielten mit einem Revolver Den Beamten in Schach. Der dritte durchwühlte die Postsendungen. Zu ihrer größten Ueberraschung i:anben die Räuber aber kein Geld. Wütend spran­gen Die Drei Burschen knapp vor Der Station Sem­mering, wo sich Der Zug noch in langsamer Fahrt befindet, wieder ab. Es wurden sofort Gendarmerie- litreifen eingesetzt. Es gelang auch, die drei Täter jiU verhaften. Sie scheinen auch durch abgerissene Knöpfe, die sie im Eisenbahnwagen verloren haben, überführt zu sein.

IDer Brandstifter Sailer, ein niederösterreichischer Dauernschreck.

Der Brandstifter und Einbrecher Alois Sailer, d«er, wie bereits gemeldet, kürzlich vier Bauernhöfe in einer Ortschaft Niederösterreichs nieder- hrannte, um während Der Verwirrung Ein-