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Nr. 55 viertes Blatt

Gießener Anzeiger (General-AnzeigerfürOberheffen)

8am§tag.Z.Mrz 1934

Kraft durch Freude.

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Blick in den Saal des Cafe Leib. (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

Die erste Veranstaltung der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" war ein Opern- und Operettenabend des Gießener Stadt­theaterorchesters, über den bereits ausführlich be­richtet wurde. Unsere Bilder geben je einen Blick

in den vollbesetzten Zuschauerraum und auf die mit den Fahnen und Hoheitszeichen der Bewegung reich geschmückte Bühne und das Orchester mit seinem Leiter, Kapellmeister C u j 6 (neben dem Podium stehend). (Aufnahmen: Photo-Pfaff.)

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Programms bildete ein musikalischer Sketch, den die Musiker mit viel Hingabe aufführten und sich da­durch abermals lebhaftesten Beifall sicherten.

In seiner Schlußansprache wies der Verbands­kreisleiter auf die ernste Arbeit hin, die innerhalb des Verbandes zu leisten sei. Er forderte zu eifrigem Besuch der Fortbildungskurse, insbesondere des Näh­

kurses auf, wies auf die Pflichten der Hausgehil­finnen im Haufe ihrer Arbeitgeber hin und ließ feine Rede in einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Führer Adolf Hitler ausklingen, in das die Be­sucher lebhaft einstimmten. Gemeinsam wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen.

Eingliederung der Landheiser in die Hiiler-lugend

Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mit-t geteilt: I

Durch die in den Händen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung liegende Landhilfe sind bisher rund 200 000 arbeitslose Jugendliche, besonders aus den Groß- tädten, auf das Land in bäuerliche Arbeit gebracht worden.

Die Landhilfe will diese Jugendlichen möglichst dauernd mit der ländlichen Wirtschaft verbinden.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Landhel­fer in die Familien- und Hausgemeinschaft des Bauern ausgenommen. Darüber hinaus ist es not­wendig, die Landhelfer auch mit der b ä u e r - lichen Jugend der Dörfer, in denen sie ihre Arbeitsstellen haben, in möglichst engen kame­radschaftlichen Zusammenhang zu brin­gen. Nach einer kürzlich getroffenen Vereinbarung zwischen dem Reichsbauernführer und dem Jugend­führer des Deutschen Reiches sind die noch bestehen­den landstänhischen Jugendorganisationen in die Hitler-Jugend überführt werden. Damit ist die Hit­ler-Jugend auch auf dem Lande die einzige Jugend­bewegung.

3m Zuge der Vereinheitlichung der gesamten deutschen Jugend und um insbesondere isolierten Gemeinschaftsbildungen unter den durchweg städtischen Landhelfern vorzubeugen, sind der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermitt­lung und Arbeitslosenversicherung und der 3u- gendführer des Deutschen Reiches übereingekom­men, die Landhelfer und Landhelserinnen in die hitler-3ugend einzugliedern.

Damit ist die weltanschaulich-politische Erziehung und die körperlich-sportliche Ertüchtigung derjenigen Landhelfer und Landhelferinnnen, die in den Al­tersgrenzen der Hitler-Jugend und des Bundes Deutscher Mädels stehen, gewährleistet. Die Rege- hing gilt sowohl für die in bäuerlichen Betrieben angesetzten Landhelfer, als auch für Landhelfergrup- pen auf Siedlungsgütern. Der Anschluß der Land- Helfer an die Gemeinschaft der deutschen Jugend wird ihre Umstellung zu bäuerlicher Arbeit und landverbundenem Denken fördern. Wegen der Be­treuung derjenigen Landhelfer, die nicht unter die Altersgrenze der Hitler-Jugend fallen, wird die Reichsanstalt mit den entsprechenden Organisatio­nen der Bewegung demnächst Fühlung nehmen.

Bunter Abend des Deutschen Heimarbeiter- und Hausgehilfen Verbandes in Gießen.

Im Cafe Leib fand am Donnerstagabend ein außerordentlich gut besuchterBunter Abend" des Deutschen Heimarbeiter- und Hausgehllfmnenver- bandes im Gesamtoerband der Deutschen Arbeiter (Vcrbandsort Gießen) statt. Der Abend, der nach der Tage ernster Arbeit für die Heimarbeiter und die Hausgehilfinnen eine Ausspannung bedeuten sollte, brachte ein außerordentlich abwechslungs­reiches, sehr unterhaltendes Programm, in dem be­sonders der Humor zu seinem Rechte kam.

Verbandskreisleiter Pg. Metzler (Gießen) be­grüßte die Teilnehmer, hieß insbesondere den Be­zirksleiter Pg. Rahner (Frankfurt) und den Be- zirksfinanzwart Pg. Schneider (Frankfurt) herz­lich willkommen. Verbandskreisleiter Metzler be­tonte, es fei wünschenswert, daß die Fachschafts­abende ebenso gut besucht sein möchten, wie der Bunte Abend.

Bezirksleiter Rahner hielt eine kurze Ansprache, in der er u. a. ausführte, daß zwar keine Zeit für große Feste sei, daß aber einige unterhaltsame Stunden wohl dann Sinn und Berechtigung hätten, wenn sie Ausspannung bedeuten und der Erholung dienen. Die Hausgehilfin, die heute inmitten des Verbandes stehe, habe neben ihren Rechten auch Pflichten zu erfüllen, denen sie sich nicht entziehen dürfe. Wenn man von Pflichterfüllung spreche, muffe uns immer der Führer Adolf Hitler als großes Beispiel vor Augen stehen. Wer im Verband sei, müsse mit aller Kraft die Interessen der Deutschen Arbeitsfront wahren helfen. Mit einem dreifachen I düng

genommen. , ...

Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als sich die Kapelle auf Schrammelmusik umstellte und durch i volkstümliche Darbietungen engste geistige, Verbm- I bung mit der Zuhörerschaft schuf. Den Schluß des

Sieg-Heil! auf den Führer schloß der Redner seins beifällig aufgenommene Ansprache.

Der weitere Verlauf des Abends, der zunächst durch schneidige Musik der Kapelle des SA.-Marine- Sturmes eingeleitet worden war, brachte in der Folge einige ausgezeichnete musikalische Darbietun­gen der Kapelle, die dankbare Zuhörer fanden. Mit anhaltendem Beifall wurden die Lylophonsolis des 11jährigen Söhnchens des Bezirksführers Rahner ausgenommen. Der kleine Künstler beherrscht sein Instrument mit einer erstaunlichen Virtuosität. Studienrat Philipps (Friedberg) hielt eine lau­nige Ansprache über den wahren Humor und brachte bei seinem zweimaligen Auftreten eine Reihe rei­zender Gedichte in Wetterauer Mundart zum Vor­trag, die stürmische Heiterkeit auslösten. Die Mu­sikkapelle brachte weiterhin verschiedene Konzert­stücke für Streichmusik zu Gehör, die ebenfalls viel Beifall fanden Herr P r o m m a ch e r sang einige bekannte Lieder, die durch die ausgezeichnete Art des Vortrags ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlten. Der Sänger mußte sich zu einigen Zu­gaben verstehen. _ . .,

Mit großer Freude und herzlicher Dankbarkeit wurde die Bemühung der Verbandsleitung um das leibliche Wohl der Teilnehmer des Abeiws (aus­reichende Versorgung mit Kaffee und Kuchen) auf-

3m Bilde links der B-zirksleiter des Deutschen I Bezirkssinanzwatt Pg.

i Schneider (Frankfurt jer Verbandskreisleiter Pg. (Aufnu Photo-Pfaff, Gießen.)

Oie Durchführung des Reichserbhofgefehes in Oberhessen

Bis Ende Februar bereits über 2500 Anmeldungen.

Die Anerbengerichte bei den Amtsgerichten der Provinz Oberhessen sind gegenwärtig mit den Arbeiten zur Durchführung des Reichserbhof­gesetzes beschäftigt. Zunächst handelt es sich dar­um, die Anmeldungen zur Eintragung in die Erbhöferolle entgegenzunehmen. Bis Ende Februar lagen bereits über 2500 Anträge vor, je­doch ist bei der Würdigung dieser Zahl zu beachten, daß bei verschiedenen Gerichten ein abschließendes Ergebnis über die Anmeldungen bis jetzt noch nicht feststeht.

Auf Anfrage bei den Geschäftsstellen der Amts­gerichte über den Umfang der eingereichten Anträge erhielten wir bisher folgende Mitteilungen. Es wur­den Anträge auf Eintragung in die Erbhöfe- rolle gestellt bei den Anerbengerichten in

Gießen

91 Anmeldungen

Grünberg

zirka 250

Alsfeld

684

Lauterbach

304

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Schlitz

220

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Herbstein

517

,,

Vilbel

77

Laubach

zirka 70

Schotten

zirka 140

Hungen

63

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Büdingen

118

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Insgesamt handelt es sich hiernach um 2534 An­meldungen. Wieviel davon zur Eintragung in die Erbhöferolle kommen werden, kann zur Zeit noch nicht gesagt werden, da nunmehr die Anmeldungen erst in den einzelnen Gemeinden zur Veröffent­lichung gelangen, um etwaige Einsprüche.zu ermit­teln. Nach Ablauf der Aushangfrist wird die wei­tere Behandlung der eingereichten Anträge durch das Anerbengericht mit dem Ziele der endgültigen Ermittlung der Erbhöfe und deren Eintragung in die Erbhöferolle Platz greifen.

Von den Amtsgerichten in Butzbach, Friedberg, Nidda und Ortenberg konnten uns bisher noch keine zahlenmäßigen Angaben über den Umfang der An­meldungen gemacht werden, da die bisher vorliegen­den Gemeindeverzeichnisse noch keinen Abschluß ermöglichten. Ferner fehlen uns zur Zeit noch die Angaben der Gerichte in Lich, Bad-Nauheim und Homberg. Die oben vermerkte vorläufige Gesamt­zahl der Anmeldungen wird also noch eine wesent­liche Erhöhung erfahren.

Wieviel Erbhöfe wir nach Abschluß aller gericht­lichen Arbeiten zur Durchführung des Reichserbhof­gesetzes in Oberhessen schließlich haben werden, wird Isich nach Lage der Dinge erst im Verlaufe des kom­menden Sommers ergeben.

wo in bentfcblanA galt öas kcdhofcecht

Die Zersplitterung des landwirtschaftlichen Besitzes.

Durch das Erbhofgesetz wurde bestimmt, daß alle Betriebe, die heute noch mindestens die Größe einer Ackernahrung haben und nicht größer sind als 125 Hektar Ackerland, als Erb- Höfe ungeteilt auf den äl­testen bzw. jüngsten Stamm­halter übergehen. Als Acker­nahrung ist die Menae Lan­des anzusehen, welche not­wendig ist, um in den ein­zelnen Teilen Deutschlands eine Familie unabhängig vom Markt und der all­gemeinen Wirtschaftslage zu ernähren. Das Bild zeigt, wohin die hauptsächlich in West- und Südwestdeutsch­

land bisher übliche Erbteilung der Bauerngüter führt. Die einzelnen Nachkommen haben in diesen Gebieten oft nur noch so kleine Güter, daß sic gezwungen sind, noch etnen anderen Verdienst zu suchen. Auch derjenige, der die ehemaligen Gebäude des großen HofeSi erbt, ist dadurch nicht in die Lage versetzt, ohne daß er noch einen Betrieb In den Gei bäuoen aufmacht, seinen Lebensunterhalt zu erarbeiten.

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MW gesdilossene Vererbung, Reafe'lung

L- l qeschtoasene Vererbung ohne Bevorzugung der Anerben