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Nr. 53 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)8amtag,3.Märzl934

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Aus der Provinzialhauptstadt

stibt

der

Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen sind

Hungerdemonstranten in London

Die

(Sine Löwenfamilie überschreitet die Autostraße. Bevölkerung Transvaals gerät beim Anblick

da er auf des Herrn Geheih feine Netze auswarf: voll Vertrauen auf den allwaltenden Helfer. Er weiß, daß er nur Werkzeug ist, nur sichtbare Hand, aus der die glatten, prallen Körner in die Erde rinnen. In gleichmäßigem Rhythmus mit den schrei, lenden Füßen wiederholt sich der Schwung des Ar- mes. Golden rieseln die Körner durch die Strahlen der Sonne. Unermüdlich wandert der Sämann das riesige Rechteck der Flur auf und nieder, von Grenze zu Grenze. Zuweilen verschnauft er und überblickt, was getan und was noch zu tun ist. Oder er muß sich aus dem abseits stehenden Sack eine neue Körnerlast in die Schürze holen.

Der Himmel strahlt in wolkenloser Bläue wie Gottes gütiges Daterauge, in Wohlgefallen geneigt. Er lächelt Gnade dem demütigen Werk. Er wird das große Wunder wirken, die Keimkraft jedes Kornes erwecken und zu grünen Halm aussprießen lassen. Weil du geglaubt hast", so weht es verheißungs- voll um die schweißbeperlte Stirn des Mannes, wird dir hundertfältig gelohnt werden. Jeder Halm wird eine Aehre tragen, nicht ein Korn, sondern eine ganze Spindel voll Körner."

Bald ist des Sämanns Arbeit getan. Getrost geht er heimwärts. Das kleine menschliche Vorspiel der Feldbestellung ist zu Ende. Run setzt das heilige Wirken Gottes ein mit Regen und Sonne, mit Tau und Wind. Bald umbrausen uns wie eine ge-

beschieden fein.

Oer Dank des Landesbischofs.

EPH. Landesbifchof Lic. Dr. Dietrich olgendes bekannt:

Zu meiner Berufung 311111 Landesbischof

der Raubtiere Afrikas nicht gleich in Furcht und Zittern. Man hat sich an sie gewöhnt, ja manche unter ihnen werden wie Haustiere angesehen und behandelt. Und umgekehrt vertragen sich die Tiere in manchen Gegenden schon ganz gut mit den Men- scheu. Das veranschaulicht eine hübsche kleine Be­gebenheit, die ein Beamter dort im Wildschutzgebiet auf einer Autoreise erlebte.Büffel, Hyänen, Leo­parden sahen wir auf unserer Fahrt", erzählte er, und einmal kreuzte eine Löwenmutter mit ihren Jungen den Weg, dicht vor unserem Wagen, der natürlich angehalten hatte. Kaum mar sie mit ihren ersten Sprößlingen drüben, so kehrte die Löwin zurück, um zwei weitere Junge im Maul herilber- zutragen, behutsam eines nach dem anderen, im ganzen sieben an der Zahl. Der alte Löwenvater ftano während dieser ganzen Zeit mitten auf der Landstraße und hielt den Verkehr auf, wie ein Schupo an einer verkehrsreichen Straßenecke. Erst als die ganze Familie heil auf der anderen Stra» ßcnseite gelandet war, wandte er sich um und folgte den Seinen in das Gehölz.

seinen Lebensberuf und im öffentlichen Leben hat das edle Weid werk im Leben des Jubilars immer eine besondere Rolle gespielt. Oekonomierat H 0 f f - in a 11 n dürfte einer der erfolgreichsten oberhessischen Weidmänner sein. Wem es vergönnt war, In seinem Atlerheiligsten", seinem Jagdzimmer, sein Gast zu sein, oder in seinem Schußbuch zu blättern und sich dabei von früherem Weidwerk erzählen zu lassen, der fühlt überall die Liebe heraus, die den Weid­mann mit seinen Revieren und seinem Wilde ver­band. Dem Allgemeinen Deutschen Jagdschutzverein, der dieses Weidwerk schützen will, hat er jahrzehnte­lange Treue gehalten.

Mit seinem Uebersiedeln nach Gießen vor etwa 10 Jahren wurde derHubertus", Verein weidge- rechter Jäger, der Kreis, in dem er sich am wo hl st en fühlte und in dem er durch den reichen Schatz seiner Erfahrung am besten wirken konnte für den Wie­deraufbau der durch den Krieg zerrütteten deutschen Jagd. Mit beispielhafter Regelmäßigkeit nahm er an allen Sitzungen des Vorstandes oder Versammlun­gen teil, und war immer zur Stelle, wo er raten und helfen konnte. Es entspricht dem Gefühle tief­ster Dankbarkeit und Verehrung, wenn der Vorstand den Jubilar anläßlich seines 80. Geburtstages zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt hat und damit den Wunsch verband, daß es dem alten Weid­mann von rechtem Schrot und Korn noch lange vergönnt sein möge, im deutschen Wald die Büchse zu führen.

Möge dem greisen Landwirt und Nimrod noch ein fernerer heiterer Lebensabend in Gesundheit

persönlich zu antworten. Ich darf daher auf diesem Wege meinen h e r z l i ch c n Dank sagen.

Lic. Dr. Dietrich, Landesbifchof.

An die Einwohnerschaft Gießens!

Anläßlich der Kundgebung des Gauschulungvleiters für Hessen-Nassau pg. p r 0 f e f s 0 r w e r n e r am $ 0ii 111cig, 4. 2Uär 3, in der Voltshalle fordern wir die Bewohner Gießens auf, ihre Ver­bundenheit mit der nationalsozialistischen Idee und ihr Interesse an der großen Anfgabe. welcl^e das Amt für nationalsozialistische Schulung für Deutscl)- land zu leisten hat, dadurch zu bekunden, daß Gießen in reichem A l a g g e n s ch m u rf prangt.

Gießen, 1. März 1934.

Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus.

Oie parfcirunöflcbuiifl in der Volkshalle.

Oie weiße Squaw.

Im Kiowa-Reservatgebiet in Oklahoma ist jetzt die siebzigjährige Millie Durgan gestorben, die ein seltsames Lebensschicksal gehabt hat. Als vierjähri­ges Mädchen wurde sie mit einer Anzahl anderer weißer Frauen und Kinder nach einem Uebersall auf eine Farm im nördlichen Texas geraubt. Wäh­rend man die Leidensgefährten nach einiger Zeit unversehrt wieder entließ, wurde die kleine Millie von dem Stamm zurückgehalten, während man den anderen Gefangenen mitteilte, daß sie gestorben sei. Fortab lebte das weiße Mädchen unter dem Na­men Oogie Goombi mit den Indianern zusammen, nahm völlig ihre Gewohnheiten und Sitten an und fühlte sich bald nicht mehr als eine Fremde. Drei mal heiratete sie nach den Riten des Jndianerstam- mes und ging ganz in der Gemeinschaft ihrer roten Mitmenschen auf. Später lüftete man den Schleier des Geheimnisses und gab ihr Auskunft über ihre Herkunft. Die weiße Squaw hat ihre Verwandten daraufhin verschiedentlich besucht, aber niemals die Sehnsucht verspürt, wieder zu den Wei­ßen zurückzukehren. So blieb sie eine weiße India­nerin bis zu ihrem Tod.

nach der Studienzeit an den Universitäten Gießen und Halle a. d. S. der angestammten Landwirtschaft.

Ausgestattet mit vorzüglichen züchterischen Talen- tcn förderte er die hessische und die deutsche Land­wirtschaft, insbesondere auf dem Gebiete der Pferde- und Schweinezucht und errang vielfach auf bedeutenden Ausstellungen hohe und höchste Preise. Er machte Hof-GUU zu einem landwirtschast- lichen Musterbetrieb, in dem landwirtschaftliche und kaufmännische Erfahrungen in einer exakten Buch­führung derart Hand in Hand arbeiteten, daß die in dieser Wirtschaft gesammelten Erfahrungen mehr­fach als Grundlage wissenschaftlicher Doktorarbeiten dienen konnten. Hoffmanns Leistungen fanden An­erkennung weit über die deutschen Grenzen hinaus. Jahrzehntelang führte er die Oberaufsicht über Witt- aensteinsche tschechoslowakische Güter. Er ist Inhaber der Großen Max-Eyth-Medaille. Bis vor kurzem mar er Mitglied des Vorstandes der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Berlin und Vorsitzen­der der Zuchtabteilung Deutsches Edelschwein. Roch heute ist es erster Führer des Landwirtschaftlichen Klubs in Frankfurt a. M. und Vorsitzender des Auf- sichtsrats der Friedberger Zuckerfabrik. Der Butz- bach-Licher Eisenbahn hat er gleichfalls wertvolle Dienste geleistet. Schließlich sei auch noch seiner 17jährigen Tätigkeit im Kreisausschuß des Kreises Gießen gedacht.

Der Jubilar, Inhaber mehrerer Ordensauszeich­nungen, legte feine militärische Dienstzeit als Ein­jährig-Freiwilliger bei dem Regiment der Darm­städter weißen Dragoner zurück, deren ältester noch lebender einstiger Reserveoffizier er ist.

Neben der damit kurz umriffenen Tätigkeit für

Krühjahrspräludium.

Von Peter Bauer.

Weithin wirft der Osten seinen Feuerschein wie die Esse einer Schmiede. Der junge Tag ist am Werk sich seine Lichtwaffen zu schweißen. Lautlos glüht er sich Sonnenpfeil um Sonnenpfeil und läßt einzelne schon probeweise über den Himmel flitzen. Sein Antlitz rötet sich in fieberhaftem Eifer und bald ist die Arbeit getan. Strahlend schreitet der himmlische Jäger westwärts, die flüchtigen Schatten und Rebel mit einem Hagel von flammenden Pfei- len zerstreuend. Jedes der schimmernden Geschosse zieht eine leuchtende Spur, die nach allen Seiten goldene Helle sprüht und Himmel und Erde ver­klärt.

Aus den braunen Ackerbreiten liegt festlicher Ab­glanz. Wie Silber blitzt die stählerne Pflugschar, die sich lautlos durch die Schollen vorwärts wühlt und den Grund sich aufbäumen läßt und ausein­anderwogen wie ein Schiffskiel die Wasser eines Stromes. Die schwarzbraune Erde dampft in der leichten Brise des Frühlingswindes, wie die Nüstern der stampfenden Pferde und ihre warmen Flanken dampfen. Die Stille einer feierlichen Weihe stimmt zu andächtigem Schauen. Fest ruht die gebräunte Faust des Pflügers am Sterz. Schweigend schreitet er in der srischgebrochenen Furche. Streng hält er mit sparsam gerufenem!" undHott!" die Tiere in der Richtung. Nur in nächster Nähe ist der dumpfe Tritt der Hufe zu vernehmen und dann und wann ein helles Klirren, wenn die rhythmisch in Schritt nickenden Pferdeköpfe sich einmal im Geschirr schütteln. Hinter dem Pflüger, in gemesse­nem Abstand, nicken ein paar schwarz glänzende Raben die ilirejÄ Erdschlaf entrissenen Engerlinge und feisten WiMlier auf. Rein soll die Erde sein, die gewürdigt wird zu empfangen und gesegneter Schoß zu werden, spendende Mutter für uns alle.

Schweigend gürtet sich der Mann die körner- schwere Last vor den Leib. Er hat den Rock abge­legt trotz der Morgenfrische und den rechten Hemds­ärmel bis zum Ellenbogen hinaufgewulstet. Den braunen Unterarm strafft gesunde Kraft. Hinter dsrn Handgelenk schwellen die Muskeln von dichtem Flaum dunkler Haare umspielt. Jetzt greift die Faust eine Handvoll Saat und schlägt auf der Mitte des Ackers mit zwei Würfen ein Kreuz wie der Priester mit der Monstranz die Gemeinde segnet: von oben nach unten, von links nach rechts. Dabei ist feine Stirn ins Licht gerichtet wie das Gesicht eines gläubigen Beters.

Ernst schreitet er zum Ackerrain und beginnt im Namen Gottes die Arbeit. Wie Petrus der Fischer,

der Welt, das ermöglicht, die scheinbaren Durch" messer einiger besonders großer Fixsterne zu be­stimmen. Die Größe des Sternscheibchens von Mira Eeti ergab sich zu 0,056 Bogensekunden, was bei einer Entfernung von 170 Lichtjahren dem 300- fachen Sonnendurchmefser entspricht. Mira Ceti ist also ein Niesenstern erster Ordnung, ein sogenann- ter Ueberglgant, der mit elneih Durchmesser von 420 Millionen Kilometer nahezu die Größe der Marsbahn erreicht. In dem hohl gedachten Innern dieses Sternes könnte die Sonne stehen und Mer­kur, Venus und Erde in ihren wahren Abständen um sie kreisen. Freilich ist die mittlere Dichte eines solchen Riesensternes außerordentlich gering. Sie entspricht etwa der Dichte der Luft in den höheren Schichten der Stratosphäre, 30 Kilometer über dem Erdboden, während unsere Sonne als Zwergstern rund eine Million mal so dicht ist. Daraus folgt aber, daß Mira Eeti kein alternder, dem Erlöschen naher Stern ist, sondern eine Junge Riesensgnne.

Auch die absolute Helligkeit ober Leuchtkraft von Mira ist sehr groß. Im Lichtmaximum strahlt der Stern etwa tausendmal so stark wie die Sonne. Merkwürdigerweise halten sich die Temperatur- schwankungen in ziemlich engen Grenzen. Im Mini- mum der Helligkeit beträgt die Temperatur 1800 Grad und steigt im Maximum auf 2300 Grad. Die Wärmestrahlung von Mira Ceti schwankt daher nur um den dreifachen Betrag, die Helligkeit aber um das 600fache.

Zur Erklärung des Lichtwechsels genügen die Temperaturschwankungen nicht. Man nimmt daher an, daß sich der Niesenstern periodisch zusammen- zieht und wieder ausdchnt. Im Helligkeitsmaximum ist Mira größer als Erdbahn, im Minimum kleiner. Solche periodischen Schwingungen oder P u l s a - t i 0 n c n sind bei dem roten Niesenstern Beteigeuze im Orion direkt nachgewiesen. Mira Eeti ist nun im Minimum leider zu schwach für Interferometer- Messungen. Wenn es gelingt, die Empfindlichkeit und Genauigkeit dieser Methode weiter zu steigern, wird man wahrscheinlich auch bei Mira Eeti rhythmische Schwingungen, Pulsationen von elf monatig er Pe­riode feststellen können.

Der Wunderstern im Walfisch ist nur ein beson- ders typischer Vertreter einer ganzen Klasse von roten Veränderlichen, der er den Namen gab. Man kennt bis jetzt etwa 800 Mrasterne. Wenn wir nun gegenwärtig das Aufleuchten des Wundersterns im Walfisch beobachten, so ist dabei zu bedenken, daß dieser Vorgang auf dem Stern in Wirklichkeit vor 170 Jahren, zur Zeit Friedrichs des Großen, sich ab- . gespielt hat.

Oer Wunderstern im Walfisch. ;

Don Dr. Erwin Kossinna.

Unter den Sternbildern, die während der Winter- monate am Südhimmel sichtbar sind, zeichnet sich das des Walfisch s mehr durch die eigenartige < Form als durch besonderen Glanz aus. Dafür ent­hält es einen der merkwürdigsten veränderlichen Sterne, der feit feiner Entdeckung durch den Pfar­rer David Fabricius im Jahre 1596 die Auf­merksamkeit aller astronomisch interessierten Kreise auf sich gelenkt hat. Als Fabricius den neuen Stern zuerst beobachtete und bemerkte, daß feine Heilig- teil ständig abnahm, glaubte er, eineNova ge- funben zu haben, bie einmal ausslammt, um bann ür immer ben Blicken zu verschwlnben. Fabricius hat dann einige Jahre später an derselben Stelle im Walfisch wieder einen Stern gesehen, und bereits vermutet, daß es sich dabei um dasselbe Objekt handle, ohne jedoch an einen veränderlichen Stern zu denken. Mehrere Jahrzehnte spater, um 164ch erkannte Johann Holvarda in Friedland nach jahrelangen Beobachtungen die Veränderlichkeit dieses merkwürdigen Sterns. Den NamenWun- berftern im Walfisch" ober -Mira Ceti verdankt er fieDel in Danzig, der zuerst bemerkte, daß ber Stern burchschnittlich sieben Mona e unsichtbar bleibt und vier Monate dem freien Auge sichtbar wirb. Noch im 17. Jahrhunbert tonte Bo ui klaub in Paris bie Perlobe bes Lichtwechsels zu ^^geii hpftimmen unb bald erkannte man auch, baß recht erhebliche Abweichungen von biesem Mittelweg> vor- Pnmmon Tiip für;<efte Verlobe betrug nur 306 Tage, bie länafte 367 läge. Ebenso ist die Helligkeit, welche der Stern in den einzelnen Peroden erreicht, sehr verschieden Miro kann ebenso hell werdeni »ie Aldebaran, der Hauptstern «rster Große 'm Stier. kann aber auch nur die vierte Größenklasse erre, chen. Im Minimum sinkt Mira Ceti bi» »urYachten oder neunten Größe herab und «st dann nur >im Fernrohr sichtbar. Ausnahmslos "ber geht der An stieg zur größten Helligkeit viel rascher vor s ) bas Absinken zum Minimum.

Gegenwärtig läßt sich am südwestlichen Himmel wieder bas Aufslammen von Mira Ceti zur «roßten Helligkeit gut beobachten. Nachbem der Stern fahr - lang dem freien Auge unsichtbar geblieben war da die Maxlma gerade in bie Sommermonate sielen, wo er wegen der Nähe ber Sonne nicht sich war isl, bietet sich Enbe Februar unb Anfang Marz eine belonbers günstige Gelegenheit zu seiner Beob- acytung.

Welches finb nun die Ursachen dieses merkwürdi gen Lichtwechsels von Mira Ceti? Es lag nahe, bie Veränderlichkeit des Wundersterns auf die Bildung 1 ausgedehnter Flecken auf feiner Oberfläche zuruck- zuführen. Wenn das Auftreten solcher Flecken wie bei der Sonne periodisch ist, würden dadurch auch periodische Helligkeitsschwankungen entstehen. Doch erheben sich gegen diese Erklärung schwere Beden­ken. Die Strahlungsänderungen der Sonne infolge von Fleckenbildungen sind so gering, daß sie sich praktisch kaum bemerkbar machen, wahrend bei Mra Ceti der Lichtwechsel nicht weniger als sieben Größenklassen umfaßt, die Helligkeit dieses Sternes also um den 600fachen Betrag schwankt! Die F ecken müßten die ganze Oberfläche einnehmen, um solche enormen Unterschiede der Leuchtkraft zu verur­sachen, und Mira Ceti wäre nach dieser Theorie eine alternde, dem Verlöschen nahe Sonne, die fast stän­dig mit dunklen Flecken bedeckt ist und nur alle elf Monate zur ursprünglichen Helligkeit aufleuch et. Nun spricht zwar die rote Farbe des Sterns für eine relativ niedrige Oberflächentemperatur, aber es ist physikalisch nicht gut denkbar, daß ein dem Er­löschen naher Stern alle elf Monate von derartigen Umwälzungen betroffen wird, daß sich seine Strah­lung auf das 600fache steigert.

Auch die sorgfältigen Untersuchungen von Joy aus dem Mount Wilson - Observatorium in Kall° fornien brachten noch nicht des Rätsels Lösung. Joy hatte durch zahlreiche Spektralaufnahmen fcftgeftellt, daß sich das Miraspektrum zur Zeit des Minimums auffällig ändert und bann teilweise die Merkmale eines weißen Heliumsterns zeigt. Heliumsterne haben sehr hohe Temperaturen, 12 000 Grad und darüber, während rote Sterne nur 2000 bis 3000 Grad be sitzen. Mira Ceti müßte danach im Minimum heißer sein als zur Zeit seiner größten Helligkeit, was ganz unwahrscheinlich ist. Joy nahm daher an, daß das Heliumspeltrum bei Mira von einem schwachen Begleiter herrühre, ber nur zur Zeit des -Mini­mums sich bemerkbar mache, sonst aber von Mira überstrahlt wirb. Dieser vermutete Hellumstern wurde nun systematisch gesucht und tatsächlich am 19. Oktober 1923 von Aitken aufgefunben. Jedoch handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich um einen : optischen Begleiter, der nur zufällig dicht neben dem i Hauptstern steht, aber mit diesem keinen physischen Zusammenhang hat.

i Der Lösung ber Frage des Wunbersterns Mira , tarn man näher, als es Pease 1925 gelang, mit , bem Interferometer ben Winkelburchmesser von : Mira Ceti zu messen Das Interferometer des , hunbertzölliaen Hookerspiegels auf bem Mount Wilson - Observatorium ist das einzige Instrument

wattige Fuge bie ©timnten bes Frühlings unb aus Knospen und Schollen entfaltet sich die ewig über­wältigende Schau ber grünenden Natur.

80. Geburtstag des Oekonoinierats Hoffmann.

Am morgigen Sonntag begeht Oekonomierat Hoffmann von Hof-Güll in voller körperlicher unb geistiger Frische seinen 80. Geburtstag.

Geboren in Hof-Güll, einen» ehemaligen Arns, burger Klostergut, das im Jahre 1803 bei ber Säku­larisation ber Klöster an bas Fürstliche Haus Sollns- Braunfels fiel unb bas sich nunmehr feit über 130 Jahren im ununterbrochenen Pachtbefitz ber Fami­lie Host mann befinbet, widmete sich ber Jubilar nach kaufmännischen Lehrjahren in Frankfurt a. M. unb

Als erster der Züge, bie von überall her jetzt auf die englische Hauptstadt zuströmen, hat eine Abteilung von 400 schottischen Arbeitslosen jetzt London erreicht. Tausende von Kommunisten veranstalteten im Hydepark eine Kunbgebung zu ihrem Empfang.

Von der Kreisleitung der NSDAP. Gießen wird darauf ausmerksam gemacht, daß die Kundgebung in der Bolkshaiie am morgigen Sonntag nachmit­tag, 16 Uhr beginnend, mit Gaufchulungsleiter Pg. Prof. Dr. W e r n e r als Redner für j e b e r - m an n also nicht nur den Politischen Leitern und Parteigenossen zugänglich ist. Von 15,30 Uhr ab werden Mufikvorträge der SA. ^Re­serve Kapelle die Besucher unterhalten. Um 16 Uhr wird bie Kundgebung mit dem Einmarsch ber Fah­nengruppen ber PO., NSBO., NS.-Beamtenschaft, des RS.-Lehrerbunbes, sowie der Politischen Leiter beginnen. Hieraus wird Kreisschulungsleiter Pg. M i ch e l die Eröffnungsansprache halten. Dann ... wirb der stellvertretenbe Kreisleiter Pg. H opsen- .... mir müll er bie Versammlung begrüßen. Anschließend freundliche Glückwünsche aller Art in großer Zahl folgt die Rede des Gauschiilungsleiters und Gau- zugegangen. Es ist mir unmöglich, jedem einzelnen I Inspekteurs Pg. Prof. Dr. W e r n c r. Gegen 18 Uhr