nenlande, eins für Uebersee und eins für Marinezwecke. Somit beläuft sich die britische Luftflotte auf 81 reguläre und 13 nichtreguläre Geschwader. Lord Londonderry erklärte, man wolle um jeden Preis in Anbetracht des zu erwartenden Ergebnisses der Abrüstungs- konkerenz jeden Rüstungswettlauf auf dem Gebiet der Luftfahrt vermeiden. Die neuen britischen Einheiten entsprächen dem Mindestbe- darf. Das Sicherheitsinteresse Großbritanniens gestatte es der Regierung nicht, sich weiterhin mit einer Unterlegenheit der britischen Luftflotte abzufinden.
Große englische Flottenmanöver vor Gibraltar.
London, 1. März (DRB.) Flottenmanöver in der Art der Vorkriegszeit mit voller Beteiligung der britischen Heimat- und Mittelmeerslotte werden am 15. März zwischen St. Miguel, den Azoren, Spanien und Gibraltar beginnen. Die Manöver dauern fünf Tage. Sie haben den Zweck, alle Teile der Flotte in der Kriegführung zu üben. Der Plan der Manöver ist in großen Zügen der, daß „Blauland" eine Expeditionsstreitkraft entsendet, um die H a f e n b a s i s des befreundeten, von „Rotland" bedrohten „Ostlandes" au besetzen. Die gegnerische „Rotland"-Flotte mit Basis G i - b r a l t a r muß in See stechen, um die „Blauland"- Flotte daran zu verhindern. Beide Flotten sollen auf hoher See zusammentreffen. Flugzeuge nehmen in großem Maße, vor allem bei der Erkundung, an den Manövern teil Den Zerstörerflottillen wird gestattet, mit einer Geschwindigkeit von 24 Knoten zu fahren, während den Schlachtschiffen 16 Knoten zugestanden werden.
Ostafrikas Zukunst.
Stärkere britische Einwanderung gefordert
London, 3. März. (DRB.) Die „Morning Post" veröffentlicht einen Bericht aus Dar-es- Salaam, in dem es heißt: „Die Wohlfahrt der Eingeborenen in Tanganyika ist die Richtlinie unserer Verwaltung des Mandats. Aber wir fahren doch aus unserem Schlafe auf, wenn wir entdecken, daß Deutschland sich um die Rückgabe seinerfrüheren Kolonie bemüht, um eigenen Raum für seine überschüssige Bevölkerung zu erlangen.
Und wir horchen auch mit einer gewissen Vor- ahnung auf ein Grollen aus Südwest- a f r i k a, das mehr nationalen als Rassen-Empfin- düngen entspricht."
Das Blatt tritt daher für einen engeren Z u - sammenschluß von Kenya (Britisch-Ost- ofrika) und Tanganyika (Mandatsgebiet) ein. Das ist ein alter Lieblingsgedanke der englischen Imperialisten, der sich aber mit den Bestimmungen des vom Völkerbünde verliehenen Manüatsrechts nicht in Einklang bringen ließ. Der englische Berichterstatter sagt weiter: „Fünfzehn Jahre nach dem Waffenstillstand sind mehrere Hunderte deutscher Staatsangehöriger mehr alsBriten in Tankanyika angesiedelt, und sie werden für ein ferneres Bleiben finanziert. Fünfzehn Jahre lang haben Deutsche, Griechen, Holländer und Inder mehr Förderung erhalten, dies Land zu dem ihrigen zu machen als unserer eigenen Landsleute. (?) — Es ist eine müßige Be- bauptung, daß Tranganyika Raum für Zehntausende hat, aber es hat ein dringendes Bedürfnis nach einer beschränkten britischen Einwanderung, und gewisse gesunde und fruchtbare Distrikte z. B., die außerhalb der unmittelbaren Nachbarschaft von Moschi und Aruscha im Norden liegen, und deren gute Aussichten für d e n Anbau von Tee ober Kaffee nachgewiesen sind, schreien direktnach ihrer Entwicklung. Wenn auch der Gedanke immer wieder geäußert wird, daß eine weitere weiße Besiedelung von Tanganyika keine Aussichten hat, die glänzende europäische Kolonie an den Südhängen des Kilimandscharo beweist das Gegenteil und zeigt, welches Aufblühen erreicht werden kann."
Wien Dementiert Den plan einer Rückkehr DerHabsbnrger
Wien, 2. März. (DNB.) Von maßgebender Regierungsseite wird zu der in der ausländischen Presse viel erörterten Frage einer Wiederherstellung der habsburgischen Monarchie erklärt, daß Gerüchte über dahingehende Verhandlungen und Dorberei- tunaen in keiner Weise den Tatsachen entsprechen. Die Regierung vertrete vielmehr den vom Bundesführer Starhemberg eingenommenen Standpunkt, daß diese Frage nicht aktuell sei und die Regierung vorläufig dringendere Probleme zu lösen habe.
Das Pariser Blatt „Le Jour" veröffentlicht eine Erklärung eines Vertrauensmannes der Habsburger, des Ritters von Wiesner. Darin werden die Gerüchte in Abrede gestellt, daß eine Thronbesteigung Erzherzog Ottos unmittelbar bevorstehe und daß die österreichischen Legitimisten einen Staatsstreich vorbereiteten. Die Wiedereinsetzung der Habsburger würde nach vollkommen unanfechtbaren Verfahren von st a 11 e n gehen. Die österreichischen Legitimisten planten die Wiedereinsetzung der Monarchie nur für Oe st erreich und blieben damit i m Sn a hmen der bestehenden Verträge. Sie begriffen deshalb die Besorgnisse in Kreisen der kleinen Entente nicht.
Oeutsch-dänischesWirtschastsabkommen
Berlin, 3. März. (DNB.) Die Wirtschafts- Verhandlungen zwischen Deutschland und Dänemark haben am I.März 1934 zur Unterzeichnung eines deutsch-dänischen Abkommens über den gegenseitigen Warenverkehr geführt, das geeignet ist, die wirtsä-astlichen Beziehungen beider Lander auf eine befriedigendere, ihren wichtigsten Ausfuhrbedürfnissen entgegenkommende Grundlage zu stellen. Für die deutsche Ausfuhr nach Dänemark yat die dänische Dalutaregelung den beson- J’“’1 deutschen Bedürfnissen in angemessener r -i c.r?cd)nun9 öu tragen. Deutschland hat ander- Jetts Dänemark zugesagt, einen der dänischen Aus- fuhr des letzten Jahres im wesentlichen entsprechen- den Anteil an Molkereierzeugnissen " £0 Eiern zur Einfuhr nach Deutschland zuzulassen Darüber hinaus hat sich durch die Ausdeh- nung Des Uebernahmescheinversahrens auf Schlacht- meh ein Weg finden lassen, der es ermöglicht, Dänemark auch auf dem für dieses Land beson- ders wichtigen Gebiet ein gewisses Entgegenkommen zu gewähren, ohne daß dadurch der deutsche Schlachtviehmarkt gestört wird.
Oie Toten Des 4. März 4949
Trauertag des Sudetendeutschtums
Die Hoffnung der Sudetendeutschen lebte nach all dem Leid und Der Not mächtig auf, als bei Kriegs- schluh 1918 Wilsons „vierzehn Punkte" als Verhandlungsgrundlage für die Friedensverträge angenommen wurden. War das mit den vierzehn Punkten ehrlich gemeint? Dann war der Weg zu einer glückhafteren Zukunft offen. Wartend stand das sudetendeutsche Volk an der Schwelle des Friedens, der dem blutigsten Ringen der Geschichte ein Ende setzte, und das hoch nicht vergebens gewesen war, wenn für die Volker der Erde das freie Selbstbeftimmunysrecht erkämpft wurde. Bald aber sollten auch die Sudetendeutschen schwer enttäuscht werden. Die Friedenskonferenz nahm vom Vorhandensein der 3,5 Millionen Sudetendeutschen und ihren Wünschen nicht die geringste Kenntnis. Die Hoffnung darauf, Daß das Brudervolk im Reiche trotz seiner Wehrlosigkeit sich ihrer annehmen oder nur zu ihnen bekennen würde, schwand schnell dahin. Für dieses gequälte, ausgeblutete, hundertfach enttäuschte sudetendeutsche Volk blieb kein anderer Weg als der des Prote st e s. Trotz der Aussichtslosigkeit ging man auf die Straße. Die gewaltige Demonstration des 4. März in allen sudetendeutschen Städten sollte das „Weltgewissen" wachrütteln.
Da strömte dieses Volk, subetendeutsche Männer, Jünglinge, Frauen, Greise und Kinder, aus den Häusern, auf die Gassen, auf die Marktplätze. Sie Sm herab von den Einödhöfen des Böhmer- es, herunter vom Riesen- und Erzgebirge, im Egerlande, in Nord- und Ostböhmen, in Mähren und Schlesien, im Weinland Südmährens, überall in den Hunderten von Städten und Stadeln des 600 km langen deutschen Siedlungsgürtels, der um die Länder der „böhmischen Krone" gelegt ist. Waffen- und wehrlos. Sie wollten nichts anderes als noch einmal laut und vernehmlich in die hoffnungslose Welt hinausrufen: „Was nun geschieht, geschieht wider unseren Willen und wider unser gutes Recht. Man vergewaltigt uns, weil wir zu dem Volk der Besiegten gehören, weil wir Deutsche sind!"
Gewehrsalven und Maschinengewehrgeknatter war die Antwort auf den Aufschrei eines wehrlosen Volkes. 54 Tote uni) 112 Schwerverletzte blieben Die stummen Zeugen des 4. März. Der Arbeiter lag neben dem Dauern, der Student neben dem Handwerker, unter ihnen Jünglinge, Frauen und Kinder. Am 10. März 1919 wurde im Friedensdiktat von St. Germain das sudetendeutsche Land der Tschechoslowakei zugesprochen. Der Anschluß Oesterreichs an Deutschland wurde verboten. Vom Selbstvestim- mungsrecht sprach man nicht mehr! Wilson aber, der amerikanische Apostel, bekam in Prag ein Denkmal gesetzt.
Fünfzehn Jahre sind seit dem blutigen 4. März vergangen, und das sudetendeutsche Volk ist sehr arm geworden. Doch die Armut kann sein Schicksal allein nicht besiegeln, denn dem, der Not und Leid standhaft zu ertragen weiß, erwachsen Kräfte, mit denen er die Not dermaleinst bannen und durch die er eine glücklichere Zukunft erringen wird. „Denn nicht, was wir erleben, sondern w i e wir erkennen, was mir erleben, macht unser Schicksal aus" sagte die sudetendeutsche Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach.
Ein junges Geschlecht wächst heran, das Kraft und Mut in sich fühlt, die Not zu bannen. Das fröhliche und sorglose Lachen hat dieses junge Geschlecht niemals gekannt, hart und verbissen geht es daran, den Schutt hinwegzuräumen, der sich hindernd in den Weg stellt. Parteienwesen und Klassenkämpfe haben reichlich Schutt angesammelt, Schutt, den das große Brudervolk im Reich innerhalb eines Jahres beseitigen konnte, gläubig und voll Vertrauen auf die eigene Kraft will das junge Geschlecht seinen Weg gehen. Es hat keine Zeit für Träume. Ein glühender Wille regt sich allerorten und ist am Werke. Die Toten dss 4. März sollen nicht u m s o n st gestorben sein.
Das Schicksal rief, die Stunde hat's geboten, Und ohne Zögern folgtet Ihr der Pflicht! Heut feiern wir die Stunde unserer Toten! Gefallen seid Ihr, — doch vergessen nicht.
Und roie’s für Euch kein Zögern gab, kein Wanken Und wie Ihr so dem Volk ein Vorbild ward, Woll'n Euer Opfer wir durch Taten danken. Aus Gräbern klingt die Mahnung: Werdet hart!
Am 4. März 1919 wurde das Bekenntnis der dreieinhalb Millionen Sudetendeutschen, unlösbar zum großen deutschen Volke zu gehören, von den Tschechen mit Pulver und Blei beantwortet. Am 4. März 1934 veranstalten siebenundzwanzig nationale tschechische Verbände unter dem Protektorate des „Narodni räda“ (Nationalrates) einen Tag f ü r das Auslandstschechentum. An dem Tage also bekennt das Tschechenvolk vor aller Welt, daß es die außerhalb der Grenzen seines Staates lebenden Volksgenossen als zu sich gehörig betrachtet. Wegen des gleichen Bekenntnisses schoß die tschechische Soldateska am 4. März 1919 in die wehrlosen Sudetendeutschen. Es scheint diesem Volke das Selbstverständlichste von der Welt, daß mit zweierlei Maß gemessen wird. Das ist im Angesicht der Tatsache, daß das deutsche Volk den guten Willen, mit allen Völkern in Frieden und guter Nachbarschaft zu leben, nunmehr hundertfach bewiesen hat, ein Rückfall in den ärgsten Vorkriegsnationalismus. Hat denn dieses Volk, dessen Schicksal durch die Jahrhunderte unlösbar verbunden war mit dem deutschen Schicksal nichts hinzugelernt?
Senkung Der Abgaben für Arbeitslosenhilfe ab 4. April, Durchgreifende Maßnahmen
Hamburg, 2. März (DNB.) Das „Hamburger Fremdenblatt veröffentlicht eine Unterredung mit dem Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt. Es kam dabei die Notwendigkeit zum Ausdruck, die Wirtschaft durch Steigerung der Kaufkraft der Bevölkerung weiterhin zu beleben. Besonders beschäftigt den Staatssekretär die Hebung der Kaufkraft der ärmeren Bevölkerungsschichten. Die Spanne zwischen Brutto- und N e 11 o l o h n erscheint ihm gegenwärtig aus verschiedenen Gründen z u hoch. Dazu trügen nicht nur die staatlichen Abgaben bei, sondern vielfach auch die hohen Pflichtbeiträge ü r Organisationen usw., für deren Verringerung er sich bereits mit Nachdruck eingesetzt habe. Das Reich werde mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Abgaben für Arbeitslosenhilfen erbringen im laufenden Rechnungsjahr rund 525 Millionen Mark. Er beabsichtige nun, die Abgabe mit Wirkung ab 1. April 1934 um rund 285 Millionen Mark zu senken. Dom 1. April ab wolle er alle Einkommen von nicht mehr als 200 Mk. monatlich völlig frei von der Abgabe zur Arbeitslosenhilfe gestatten. Für die in Betracht kommenden Schichten ergibt das eine Ersparnis und dementsprechende kauskraftsteigerung von insgesamt 225 Millionen Mark. Die Einkommen
zur Hebung der Kaufkraft.
von 200 bis 300 Mark monatlich sollen um 35 Millionen Mark weniger und die Linkom- mensstufen von mehr als 300 Mark monatlich um 25 Millionen Mark weniger als bisher an Abgabe zur Arbeitslosenhilfe aufbringen. 3m übrigen komme die freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit, die ihre große Wirkung in den Wintermonaten getan habe, am 1. April ebenfalls in Fortfall.
lieber die bevorstehende F r ü h j a h r s o f f e n- sive in der Arbeitsschlacht äußerte sich der Staatssekretär durchaus optimistisch. Er verwies dabei auf die erheblichen Mittel, die nod) aus den verschiedenen Arbeitsprogrammen zur Verfügung stehen. Auch die Haushaltlage des Reiches sei günstig zu beurteilen. Als ein Zeichen der wachsenden Wiederkehr des wirtschaftlichen Vertrauens sei eine anhaltende Erhöhung der Einkünfte aus faft sämtlichen Steuer» arten festzustellen. Dafür machen sich freilich im neuen Haushaltsjahr erstmals die großen Vorbelastungen aus den verschiedenen Arbeitsbeschaffungsprogrammen fühlbar.
Staatssekretär Reinhardt machte energisch Front gegen alle Gelüste nach einem inflationistischen oder devalvationistischen Kurs, der ein Verbrechen an der Wirtschaft darstellen würde. Regierung und Partei seien entschlossen, nicht das Vertrauen der Sparer zu enttäuschen. In dieser Beziehung sei die Reichsregierung nur einer Meinung.
Die deutsche Eidgenossenschaft an der Saar
Das Fiasko der französischen Rheinlandpolitik. - Will Frankreich auch heute noch keine Verständigung?
Vizekanzler von Popen über Frankreichs Saarpoliiik.
Berlin, 2. März. (DNB^) Vizekanzler von P a p e n hielt vor der Lessing-Hochschule einen Vortrag über „Frankreichs Saarpolitik". Der Vortragende zeichnete in großen Zügen ein eindrucksvolles Bild von der jahrhundertealten, immer wieder zum Rhein drängenden Ostpolitik Frankreichs und unter- trich die zähe Widerstandskraft der Bevölkerung des -eutigen Saargebietes gegenüber den verschiedenen ranzosischen Eingliederungsversuchen. Der Saar- bevollmächtigte schloß seine Ausführungen mit etwa den folgenden Worten:
Die Abstimmung im nächsten Jahr wird Den unrühmlichen Abschluß dieser Rheinlandpolitik Frank- relchs bringen. Die in Versailles erfundene Kon- truktion des Saargebietes war der letzte Der- altes Ziel zu erreichen. Mit dem 2lbftimmungstage, Der aller Welt eindeutig und unmißverständlich den Zusammenbruch dieser Annex,onspolltik auf Umwegen beweilen wird, ist HF* eV1i.d,tponti^r Vergewaltigung, imperiali- ttid}er Methoden in Zukunft nicht mehr gangbar. Urne wieder erstarkte Nation, urdeutsches Volkstum stehen als unerschü 1 terliche B o l l w e r ke einer Fortführung überholter außenpolitischer Methoden entgegen. Frankreich wird sich deshalb
schlüssig werden müssen, ob es den vom Führer angebotenen Weg der Zusammenarbeit und der Verständigung mit uns gehen will.
Die Politik der deutschen Reichsregierung ist ganz aus diese Verständigung und Zusammenarbeit ge- ridptet. So unerschütterlich unser durch die Geschichte eines Jahrtausend fundierter Glaube an das Deutschtum des Volkes an der Saar ist und so unerschütterlich daher die Reichsregierung die territoriale Rückgliederung des Saargebietes an das Reich nicht nur als eine geschichtliche, sondern als eine weltpolitische Angelegenheit betrachtet, ebenso sehr sind wir überzeugt davon, daß g e ° raöe dieses Gebiet mit (einer vielseitigen Entwickelung d i e beste Brücke geistiger und wirtschaftlicher Verständigung zu der großen französischen Nachbarnation bildet. Der Staatsmann, der versucht, dem durch die Folgen des Versailler Friedens zerrissenen europäischen Zustande wieder eine gewisse Stabilität zu verleihen, müßte schon aus diesem Grunde ablehnen, den gegenwärtigen Status quo des Saargebietes' auf weitere Zeit verlängert zu sehen. Damit mürben alle Unruhenmomente der deutsch-franzosischen und der europäischen Politik bestehen bleiben, und der große Befriedungsakt zwischen den beiden Nationen, der endgültige Ausgleich jahrhundertealter Differenzen würde auf weite Zeiten unmöglich ge-
Der neu erstandene Geist deutschen Volkstums, der Geist gemeinsamen nationalen Erlebens hat sich an der Saar gerade gestern aufs neue in einem grandiosen Akte manifestiert. Man hat an der Saar alle Fesseln der Parteien und Konfessionen und der Klassenunterschiede abgeftreift, um sich zur gemeinsamen deutschen Front zusammenzuschließen. Wir hoffen, daß diese geistig-seelischen Vorgänge auch auf der andern Seite der Grenze als Das gewürdigt werden, was sie sind: Das glühende Bekenntnis eines Volkes, das heim will zur Heimat, aber das zugleich beseelt ist von einer tiefen Sehnsucht nach Frieden und Verständigung mit seinem großen Nachbarn.
Oie NGOAP. im Dienst Der Deutschen Front.
Staatsrat Spaniol Führer der Deutschen Front im Reich.
Berlin, 2. März. (DNB.) Staatsrat «Spaniol ist mit der Führung der Deutschen Front irn Reich beauftragt worden. Diese umfaßt alle außerhalb des Saargebietes wohnenden abstimmungsberechtigten Saardeutschen. Staatsrat Spaniol hat folgenden Aufruf erlassen:
„Deutsche Volksgenossen an der Saar! Parteigenossen! Mit dem 1. März 1934 sind wir an der Saar in eine bedeutende geschichtliche Stunde ein« fietreten. An diesem Tage hat das «Saarvolk durch eine führenden Männer vor der ganzen Welt d i e deutsche Eidgenossenschaft gebildet. Nicht zuletzt ist dies das Verdienst der Getreuen Adolfs Hitlers, die unverdrossen gegen ungeheure Widerstände die Idee der Volksgemeinschaft in Die Herzen Des Saarvolkes hineingetra- gen haben. Die Selbstlosigkeit ihres Kampfes hat ihre Krönung an diesem Tage darin gefunden, daß alle Volksgenossen an der Saar ohne Unterschied der Konfession, Partei und des Standes den Männern heute zur Schicksalsgemeinschaft Die HanD reichen, Deren Fahnen mit Blutopfern geweiht finD. Mit gewohnter selbstloser Hingabe stehen Diese alten Kämpfer freudigen Herzens in der Eidgenossenschaft.
Als Landesleiter Der NSDAP. Des Saargebietes gebe ich bekannt:
Im Zuge Der getroffenen Vereinbarung, Die zur umfaffenDen Volksgemeinschaft aller an Der Saar geführt hat, erkläre ich:
1. Die MitglieDscha ft zur NSDAP. Saargebiet ruht vom heutigen Tage an mit allen an Diese gebunDenen gelblichen und sonstigen Verpflichtungen.
' 2. Der gesamte Parteiapparat Der NSDAP. (Amtswalter unD Mitarbeiter) geht mit Dem heutigen Tage nach Den Richtlinien Der Deutschen Front in Deren Besitz über, Desgleichen werden die gefaulten Räumlichkeiten sowie deren Einrichtung dieser bis zum Abstimmungstage überlassen.
Hiermit lege i ch Die Führung der NSDAP., einem höheren Ruse folgend, nieder. Unser einziges Ziel ist: Unser Deutschland! Heil dem Führer!
(geg.) Staatsrat Spaniol, Führer der Deutschen Front im Reich.
OerZuristenausschuß zur Vorbereitung der Saarabstimmung.
Genf, 2. März. (DNB.) Dem Juristenausschuß ür die Klärung von Vorfragen für die Saarabstimmung werden folgende Persönlichkeiten angehören: Eugen Bore.l (Schweiz), K o st e r s (Mitglied Des hollänDischen Kassationshofes) und Baron Marks von Württemberg (PräsiDent eines schwedischen Appellations- Hofes). Die nächste Tagung Des ^Ausschusses wird voraussichtlich am 19. März in Genf stattfinden. Er soll sich darüber äußern, was unter „Personen, die qjn 28. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben" und deshalb abstimmungsberechtigt sind, zu verstehen ist. Er soll weiter Vorschläge darüber machen, welcher Gemeindeverband als „Bezirk^ oder „Gemeinde" im Sinne des Vertrages anzusehen ist. Schließlich oll er sich über eine Reihe von Rechtsfragen äußern,die nach vollzogener Abstimmung Bedeutung gewinnen werden.
Das Gutachten des Juristenausschusses wird Dem Dreier-Ausschuß, dessen Vorsitzender Baron Aloisi (Italien) ist, vorgelegt werden.
Wie man weiter hört, roirD im Völkerbunds» efretariat auch eine Liste neutraler Per- önlichkeiten vorbereitet, aus Denen Der Abstimmungsausschuß für Das Saargebiet gebildet werden soll. Dieser Ausschuß selbst soll allerdings voraussichtlich nur aus Drei Jeronen bestehen. Dabet besteht Der Eindruck, daß eine Befugnisse sich nur auf einen Teil der bei )er Saarabstimmung auftauchenden Fragen er- trecken werden und Daß geplant ist, Der Regierungskommission immer noch weitergehende Vollmachten bei Der Durchführung Der Abstimmung zu überlassen.
. Erste Tagung der Deutschen Dozentenschaft.
München, 2. März. (DNB.) Die Gruppe Dozentenschaft in Der Fachschaft I Des Nationalsozia- ustlschen Lehrerbundes hielt ihre erste Unterführer» agung ab. Dr. Gall von Der Technischen Hoch- chule München begrüßte Die Erschienenen und gab )er Freude Darüber Ausdruck, daß der National- ogialtsmus mit den „Hochschuldynastien" und mit dem Hochschuldünkel aufgeräumt habe. Die erste Avraussetzung für den Neuaufbau der Deutschen Hochschulen ist nicht irgend eine StunDenplanarbeit, onpern Die Durchsetzung Der Hochschule mit Dem nationalsozialistischen Ideengut. — Der Führer Der Deutschen Dozentenschaft an der Universität Berlin, s ?!? Hvlzlöhner, sprach von Der Krise Der Wissenschaft, Die nicht eine Konjunktur, sondern eine Strukturkrise sei. Die Wissenschaft habe dem Nationalsozialismus keine Konzessionen zu machen, ie habe nationalsozialistisch zu werden oder sie werde zugrunde gehen. Der nationalsozialistische Staat habe ein lebhaftes Interesse gerade auch an der Heranziehung des akademischen Nachwuchses. — Der politische Referent Des Reichs-SA.-Hochschul- amtes Reinhold Schulze, gab einen Ueberblick über Die bisherigen Bemühungen und Erfolge in Der einheitlichen Erziehung Des Deutschen Studie« renden und Dozenten an Den Hochschulen im Wehrport., Es bestehen zur Zeit 33 SA.-Hochschulämter mit eigenen Lagern. - Daran schloß sich eine ein-
,^usfPractK über Fragen, Die mit Den hier einschlägigen Problemen im Zusammenhang stehen. - ureitagabenD verkündete in Der Technischen Hochschule Kultusminister Schemm als Führer


