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Aus aller Welt

ermor-

Die lettländische Regierung unter Füh­rung des Ministerpräsidenten Blodnlk ist zurück­getreten, nachdem der Ministerpräsident im Parla­ment ein Mißtrauensvotum, das der Bauernbund eingebracht hatte, erhalten hat. Von 100 Abgeord­neten sprachen nur 9 dem Ministerpräsidenten ihr Vertrauen aus. Der Bauernbund wird die Neu­bildung der Regierung übernehmen.

Wie die englische Presse aus der Stadt Michigan (USA) meldet, wurde dort unter außergewöhnlichen Umständen der Mörder Hagley Edward hin- gerichtet, der im Juli 1932 seine Frau------

bet hat. Die Hinrichtung war genau auf Mitter­nacht vom Donnerstag auf Freitag anberaumt. Am Donnerstagnachmittag verschaffte sich Edward je- doch aus unerklärliche Weise ein Stück Glas und schnitt sich damit die Pulsadern auf. Er hatte so viel Blut verloren, daß er das Bewußtsein zu oer-

Berlin, 2. März. (DNB.) Der Berliner Presse erklärte der Leiter der Berliner Städtischen Gesund­heitsverwaltung Stadtmedizinalrat Dr. Klein: Am 20. April,

lieren begann. Da wurde der Wärter aufmerksam und alarmierte die Gefängnisleitung. Obwohl nur noch wenige Stunden bis zur Hinrichtung waren, fetzte man alles daran, das Leben des Verbrechers

Der Präsident der spanischen Republik hat den Führer der Radikalen Partei Lerroux wieder mit der Kabinettsbildung beauf­trag t. Lerroux will versuchen, eine Regierung aus Mitgliedern der eigenen Partei, der Katalanischen Liga und der Agrarier zu bilden.

' " g Stadtmedizinalrat Dr.

Am 20. April, dem Geburtstag des Führers, wer­den mit der Errichtung derBeratungsstel­len für R a f s e n p f l e g e" die neuen bevölke­rungspolitischen Maßnahmen der Stadt Berlin ver­wirklicht werden, die ihre Krönung in der lieber» nähme von Ehrenpatenschaften finden. Für jedes dritte und oierteKind einer erbgesunden Familie, das nach diesem Zeitpunkt empfangen wurde, und für das d i e Reichshaupt ft adt die Ehrenpaten­schaft übernimmt, wird im ersten Lebensjahr eine Ehrengabe von monatlich je 30 Mk., in den fol­genden 13 Jahren von monatlich je 20 Mark an Die Eltern zur Auszahlung gelangen. Voraussetzung für die Verleihung einer Ehrenpatenschaft ist G e s u n d - beit und Erbgesundheit der ganzen Sippe. Hierbei werden sorgfältige behördliche Prüfungen stattfinden.

gericht in Leipzig das ergangene Urteil auf. Es ver­wies die Sache zu nochmaliger Verhandlung nach Dessau zurück. Diese Maßnahme war erforderlich, da das angefochtene Urteil durchgreifende Mängel in prozessualer Hinsicht aufwies. Die Angeklagten waren in unzulässiger Weise von der Teilnahme an einem Lokaltermin ausgeschlossen worden, indem sie während dieser Zeit im Polizeikraftwagen festgehal­ten wurden. Auch ist die Beeidigung zweier wäh­rend des Lokaltermins vernommenen Sachverständi­gen unterblieben.

Ein hitterjunge und ein

Invalide von einem Betrunkenen niedergestochen.

Kleine politische Nachrichten.

Bei der Obersten S A. - F ü h r u n g wird ein Minister amt errichtet, das die Aufgabe hat, alle die Angelegenheiten zu bearbeiten, die den Stabschef der SA. Röhm in seiner Eigenschaft als Reichsminister berühren. Das Ministeramt hat sei­nen Sitz vorläufig in Berlin, Wilhelmstraße 63. Zum Chef des Ministeramtes wurde SS.-Gruppen- führer Reiner ernannt.

Gläubiger kann durch Verzicht auf das Auslosungsrecht nebst Anleiheablösungsschuld die Vorzugsrente auf 100 v. H. des Nennbetrages erhöhen, und wenn er zur Zeit des Verzichtes bereits 60 Jahre alt ist, auf 120 v.H. des Nennbetrages. Alle drei Jahre findet eine Nachprüfung d e r Bedürf­tigkeit statt, soweit nicht der Rentenempfänger inzwischen das 60. Jahr vollendet hat. Solange die Rente gewährt wird, nimmt das Auslosungsrecht nicht an der Auslosung teil. Die Rente ist unver­äußerlich und nicht'vererblich, sie unterliegt nicht der Pfändung, und bei der Festsetzung von öffent­lich-rechtlichen Unterstützungen bleibt sie bis zur Höhe von jährlich 270 Reichsmark außer Ansatz.

Die Vorzugsrente ist also für die große Zahl der früheren Reichs- und Staatsanleihebesitzer, denen von ihrem ersparten Vermögen wenig ober nichts mehr als die abgewertete Anleiheablösungs­schuld nebst Auslosungsrecht verblieben ist, von allergrößter Bedeutung. Auch wenn Bedürftigkeit im Sinne des Gesetzes (Jahreseinkommen unter 1000 Reichsmark) noch nicht vorliegt, so mag doch die Gefahr des Sinkens unter diese Grenze jeder­zeit drohen. Da nun aus ausgelosten Stücken ein Rentenanspruch nicht mehr hergeleitet werden kann, so empfiehlt sich die Prüfung, ob nicht gegebenen­falls zur Wahrung des Rechts auf die Rente, bis auf weiteres auf Teilnahme an der Auslosung verzichtet werden soll, was jederzeit widerrufen werden kann. Ein solcher Ver­zicht müßte der Reichsschuldenverwaltung unter Ueberfenbung des Auslosungsscheines erklärt wer­den. Der Reichsschuldenverwaltung liegt die Ver­waltung der Vorzugsrenten und die Entscheidung über den Antrag auf ihre Gewährung ob. Der An­tragsteller hat sich zunächst an die für seinen Wohnsitz zuständige Bezirkssürsorge- st e 11 e (Wohlfahrtsamt) zu wenden, wo er unent­geltlich jede Auskunft und den Vordruck zum An­träge erhält, den er dort ausgefüllt und eigenhän­dig unterzeichnet wieder abzugeben hat. Die Für­sorgestelle prüft sodann die Verhältnisse des An­tragstellers und sendet den Antrag, falls sie ihn für berechtigt hält, der Reichsschuldenverwaltung zu. Diese trifft schließlich die Entscheidung und zahlt die Rente durch die Post aus.

zu retten. Ein Gefangener stellte sich für eine Bluttransfusion zur Verfügung, und unter Mitwirkung mehrerer Aerzte gelang es dann, das Leben des Delinquenten bis Mitternacht zu erhal­ten. Um 12 Uhr wurde er dann auf den elektrischen Stuhl geführt und hingerichtet.

Blutiger Kampf in Neu-Guinea.

Nach einem amtlichen Bericht aus Brisbane wur­den bei einem Kampf zwischen einer polizeilichen Strafexpedition und Eingeborenen in Neu-Gumea 19 Papuas getötet und 10 verwundet Die Strafexpedition soll in einem unter australi­schem Völkerbundmandat stehenden Teil Neu- Guineas durchgeführt worden sein, um eines des Mordes verdächtigen Mann zu verhaften.

keine Konkurrenz für Loch Netz. Es war nur ein Walfisch.

Zum größten Bedauern der Bevölkerung von Quergueville (bei Cherbourg) haben drei Wissen- schofler, die man zur Begutachtung des dort an» gespülten S e e u n g e h e u e r s " herangezoaen hatte, feftgefteüt, daß es sich um eine Abart des Walfisches handelt. Hiermit ist also dieser ge­heimnisvolle Fall, über den dieser Tage berichtet wurde, geklärt.

Kunst und Wissenschaft.

Der neue Intendant des Südwestfunks.

lieber die Persönlichkeit und den Werdegang des, neuen von Minister Dr. Goebbels zum kom­missarischen Leiter des Südwestfunks ernannten Intendanten Hans Otto Fricke erfahren wir folgendes: Hans Otto Fricke ist Niedersachse und steht im 38. Lebensjahre. Im Weltkrieg stand er über drei Jahre in vorderster Front. Nach dem Kriege nahm er an den Kämpfen in Oberschlesien teil. Dann widmete er sich dem Theaterberuf, war u. a. Leiter des Hannoverschen Städtebund-Thea- ters und übernahm bann die Vereinigten Städti­schen Bühnen Dorderwestfalens. Frick ist seit fah­ren Mitosied der NSDAP, und war früher SA.- Sturmführer im Gau Groß-Berlin. Im Frühjahr 1933 wurde ihm die Leitung des Deutschen Volks­theaters in Berlin übertragen.

Ehrenvolle Berufung des Frankfurter Chef­dramaturgen Bethge.

Der Chefdramaturg des Frankfurter Schauspiel-« Hauses, Friedrich Bethge, der Autor vonReims", ist vom Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in den Dichterkreis des Reichsbundes für Freilicht- und Volksschauspiele berufen worden.

Die chinesische Regierung hat gegen die Ausrufung des mandschurischen Kaiserreiches p ro­te st i e r t und Japan dafür verantwortlich aemacht. Das japanische Außenministerium hat beschlossen, keine Antwort auf diese Note zu geben, da irgendwelche chinesische Ansprüche nicht geltend ge­macht werden können.

Rennwagen rast in die Zuschauermenge. 7 Tote, 15 Schwerverletzte.

Aus Rosario in Argentinien wixd berichtet, daß bei dem Rennen um den großen Automobilpreis von Argentinien ein Wagen in der Kurve ins Schleudern kam und in die Z u s ch a u e r m e n g e hineinraste. Sieben Personen wurden getötet und fünfzehn schwer verletzt.

Einheitlicher Binder znm Festanzug der Deutschen Arbeitsfront.

Berlin, 2. März. (VDZ.) Von der Reichszeug- meifterei der NSDAP, ist zum Festanzug der Deut­schen Arbeitsfront neben der Festmütze auch die F e st k r a w a t.t e festgelegt worben. Es soll ein einheitlicher Binder hergestellt werden, ein£)rigi= nalbinber", ber eine besonbers glatte Webart des Stoffes aufweist. Die Festkrawatte wird in fünf Ausführungen herausgegeben. Die Reichszeugmeiste- rei will benDriginalbinber" mit einer Siegelmarke zeichnen und die Krawatten durch die zugelassenen 10 000 Uniformverkaufsstellen vertreiben lassen. Das Gerücht, es fei angeordnet, den Festanzug ber Deut­schen Arbeitsfront bis zum 1. Mai 1934 für jedes Mitglied zwangsmäßig einzuführen, entbehrt jeder Grundlage.

Grohfeuer in der Wittenberger Oelmühle.

In Wittenberge brach nachts aus noch unbekann­ter Ursache in der Herzschen Oelmühle ein Groß- feuer aus, das einen fünfstöckigen Speicher, der mit großen Mengen Delfaaten und Deien ange- üllt war, vollständig einäscherte. Die Witten­berger Feuerwehr mußte die Werkfeuerwehren der Singer-Nähmaschinen" und des Reichsbahnausbes­serungswerkes zu Hilfe rufen. Außerdem wurden SA.- und SS.-Abteilungen und die Perleberger Feuerwehr zur Bekämpfung des Brandes herange­zogen. Die Stadt war taghell erleuchtet von riesi­gen Flammen, die wie aus einem glühenden Hoch­ofen, aus dem Speicher aufftiegen und einen Fun­kenregen verursachten, ber die benachbarten Hafen­anlagen und die im Hafen liegenden Fahrzeuge ge­fährdete. Erst nach mehrstündigen Löscharbeiten war die Gefahr beseitigt. Der Schaden durfte eine Million Mark übersteigen. Die Oelmühle, die zur Zeit rund 180 Mann beschäftigte, ist das größte Unternehmen dieser Art in Deutschland.

Verheerendes Grotzfener in einer mexikanischen

des NSLB. die Gründung der bayerischen Dozentenschaft. Kultusminister Schemm for- derte die organisatorische Zusammenfassung des Stoßtrupps, der bas geistige Leben an unseren Hochschulen im nationalsozialistischen Geiste beein­flussen müsse. Es müsse an ben deutschen Hochschu­len nunmehr endlich ans Werk gegangen werden. Diese zusammenfassende Organisation müsse bas i geistige deutsche Leben genau so erobern, wie die ! SA. die politische Macht im Staate erobert hat. I Diese Eroberung der Hochschulen könne nur aus- i gehen von Kräften, die sich eingliedern in das Volks- ' ganze. Der Minister verkündete dann die Fach- gruppe der bayerischen Dozentenschaft als Zusam­menschluß von Menschen, welche die Verbindung mit der Jugend absolut besitzen. Er bat alle betei­ligten Kreise, am Ausbau dieser Gründung mitzu- mirfen.

Der Arbeitsdienst

der Deutschen Studentenschaft.

Berlin, 2. März (DNB.) Das Amt für Ar­beitsdienst der Deutschen Studentenschaft teilt mit: Alle Abiturienten und Abiturientinnen, die zu studieren beabsichtigen, dürfen sich nicht bei den Meldämtern bzw. Arbeitsämtern melden und müssen diese Meldungen, soweit sie sie schon vorgenommen haben, sofort rückgän­gig machen. Sie werden automatisch ab 5. M a i in den Arbeitsdienst eingezogen und erhalten bann das Pflichtenheft für bas Diensthalbjahr. Wer außerhalb dieses Diensthalb­jahres von ihnen in den Arbeitsdienst geht, kann bas Pflichtenheft nicht erhalten und später bas Stu­dium auch nicht beginnen.

Lastenausgleich zugunsten kinder­reicher Aerzte.

Berlin, 3. März. (DNB.) In ber Erkenntnis, daß gerade die deutschen Aerzte in ber Familien­politik richtung- und beispielgebend voranzugehen haben, wird bei der Hauptgeschäftsstelle der Kas­senärztlichen Vereinigung Deutschlands eineAus­gleichskasse" errichtet, die sich in eineFa­milienlastenausgleichskasse" und in dieAerztliche Ausgleichskasse für Notstandsgebiete" gliedert. Die letztere hat den Zweck, durch Unterstützung der Kassenärzte in wirtschaftlich notleiden­den Gebieten die ärztliche Hilfe der Bevölke­rung sicherzustellen. DieFamilienlastenausgleichs­kasse" dagegen dient dazu, bei der Verteilung des Kassenarzthonorars kinderreiche Aerzte besonders zu berücksichtigen. Vom 1. Januar J934 führen sämtliche Orts-, Betriebs-, Jnnungs- und Ersatzkassen 3 v. H. und sämtliche Landkranken- kassen 2 v. H. der von ihnen für die Kassenärzte zu zahlenden Vergütungen an die Hauptgeschäfts­stelle der Kassenärztlichen Vereinigung ab. Aus diesen Beträgen zahlt dann die Zentrale Familien- ausgleichskasse vom 1. April 1934 ab an alle Aerzte, die Mitglieder der Kassenärztlichen Vereini­gung sind und drei und mehr Kinder haben, für jedes dritte und weitere Kind monatlich den Betrag von 50 Mark aus. Vorläufig werden etwa 7500 Aerzte mit 4 und mehr Kindern den Vorteil von dieser Regelung haben. Die Zuschüsse werden bis zum 21. Lebensjahr geleistet.

Berlin übernimmt die Ehrenpaten­schaft für erbgesunde Kinder.

Berlin, 2. Marz (VDZ.) Der Bundesführer desStahlhelm", R-ichsarbeitsmimst-r Franz S e l d t e , veröffentlicht folgenden Sefe^LIch habe den Landesfuhrer von Schlesien, Graf von Pückler, seines Amtes enthoben, weil er wider alles Recht und gegen meinen ihm bekannten Willen den Stahlhelm, Bund der Front­soldaten, in Schlesien f ur a u fg e l oft er f la rt bat Der Stahlhelm bleibt wie überall |o au* in Schlesien bestehen. Ich h°b- die Führung de? Landesverbandes Schlesien bis °uf weiteres selbst übernommen und erwarte, daß dl«i schl-st- schen Kameraden ihr- Pflicht tun, b. h. treu ;um Bunde halten, ebenso wie ich zu ihnen .

Die Organisationsabteilung des Stahlhelm Buno amtes gibt gleichzeitig bekannt, daß der Bun ' fütjrer ben Kameraden aus allen Teilen des -weiches, besonders aber denen aus Schlesien, f u r o i e Treuerklärungen danken lasse, die m ben letzten Tagen beim Bunbesamt spontan uno zahlreich eingegangen feien.

Wettervoraussage.

Ein Ausläufer des nörblichen Tiefs erstreckt sich bis nach Deutschland vor und hat besonders im nörd­lichen Teil des Reiches zu Niederschlägen geführt. Von Südwesten her ist aber Luftdruckanstieg zu er­kennen, der sich über das Festland ausbreitet und somit eine Hochdruckbrücke nach dem Finnlandhoch hin schaffen wird. Bei meist westlichen Winden ge­staltet sich das Wetter zwar noch wechselhaft, doch wird infolge des steigenden Luftdrucks bei uns keine bedeutendere Niederschlagstätigkeit aufkommen. Die Temperaturen werden sich zunächst meist über Null bewegen, dürften aber später bei nächtlichem Auf- klaren wieder Gefrierpunktsnähe erreichen.

Aussichten für Sonntag: Wechselnd be­wölkt mit Aufheiterung, nur vereinzelt leichtete Schauer, Temperaturen meist über Null.

Aussichten für Montag: Im ganzen noch etwas wechselhaftes, aber ruhigeres Wetter.

Lufttemperaturen am 2. März: mittags 3,2 Grab Celsius, abends 2,4 Grad; am 3. März: morgens 1,5 Grad. Maximum 3,2 Grad, Minimum 0,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. März abends 1,5 Grad; am 3. März morgens 1,3 Grad Celsius.

Amtliche Wintersportnachrichten.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, 4 Grad, im Walde 40 cm Schnee, Bruchhavsch, Sportmöglichkeit im Walde gut.

Sauerland. Willingen: Klar, 3 Grab, 20 bis 30 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit gut.

Schwarzwal b. Feldderg: Bedeckt, vier Grad, 55 cm Schnee, gekörnt, Sportmöglichkeit sehr gut. _______________________________________________

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. 1.34: 11700. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steinbruckeret R. Lange, K. G., sämtlich in Meßeru

Die Erfahrungen, ber berVolksbunb ber Spa­rer" bei feinem Rate, bie Auslosungsscheine über bie Auslosungsrechte in bas Reichs- schulbbuch einzutragen, gemacht hat, schei­nen zu beweisen, daß noch immer nicht überall die Bedeutung der mit den Auslosungsscheinen verbun­denen Rechte voll erkannt ist. Uebrigens glauben irrigerweise viele Besitzer von Papiermarkanleihen des Reiches ober der Länder, welche den Umtausch auf Grund des Anleiheablösungsgesetzes versäumt haben, daß mit diesen alten Papieren dieselben ober ähnlichen Rechte verbunden seien, wie mit denen den Altbesitzern erteilten Umtausch stücken nebst Auslosungsscheinen. Das ist natürlich nicht ber Fall. Andrerseits stellt sich noch immer eine gewisse Unkenntnis ber Möglichkeit heraus, auf Grunb der Auslosungsrechte den Anspruch auf die V o r z u g s r e n t e" geltend zu machen.

Dieser Anspruch des wirtschaftlich schwach gewor­denen Volksgenossen gegen das Reich ist nicht etwa ein Almosen, ober ein Gnadengeschenk, sondern e i n echter Rechtsanspruch. Ihn kann jeder be­dürftige Reichsdeutsche erheben, der am 1. Juli 1920 Besitzer von Anleihen des Reichs ober ber ßänber war unb (als sog. Altbesitzer) daraufhin im Umtauschwege Stücke der Anleiheablösungsschuld des Reichs und Auslosungsrechte erhalten hat und diese noch besitzt. Das gleiche gilt auch, wenn bas Auslosungsrecht nicht ihm selbst, sondern seinem verstorbenen Ehegatten oder einem seiner verstor­benen Eltern, gewährt war, und er es als deren Rechtsnachfolger erhielt. Der Antragsteller muß im Jnlande wohnhaft fein und gilt als bedürftig, wenn fein Einkommen in dem dem Anträge vorauf­gegangenen Kalenderjahre 10 0 0 Reichsmark nicht überstiegen hat.

Die Vorzugsrente beträgt 80 v. H. jährlich vom Nennbetrag des Auslosungsrechtes, aber höch­stens 8 0 0 Reichsmark jährlich, also bei einem auf 50 Reichsmark lautenden Auslosungs­rechte 40 Reichsmark, bei 1000 Reichsmark Aus­losungsrechte 800 Reiksmark, jährlich ufw., und wird bei 1O0 Reichsmark einmal im Jahre, bei höheren Beträgen in zwei gleichen Teilen halbjähr­lich gezahlt, und zwar lebenslänglich, sofern nicht eine ber genannten Voraussetzungen fortfällt. Der

In der mexikanischen Stadt Fresnillo brach ein Brand aus, der ungeheuren Umfang annahm und erst im Laufe des folgenden Tages gelaicht werden konnte. Mehrer Häuserblocks wurden voll­ständig v e r n i ch t e t. Bei den Aufraumungsarbel- ten fand man die verkohlte Leiche einer Greisin. Man befürchtet jedoch, baß noch weitere Opfer unter den Trümmern liegen. Der Ge amtschaden wird auf über eine Million Pesos geschätzt. Der Brand konnte so außergewöhnlich große Ausmaße annehmen, weil in der Stadt kein e Fe u e r wehr besteht und überdies die Loscharbeiten durch Wassermangel sehr erschwert wurden.

Explosion in einer Tuchfabrik.

Im Betriebe dec Tuchfabrik und Wollspinnerei August C. Mohr in Kellinghusen (Schleswig- Holstein) explodierte beim Anlassen eines Dieselmotors der Luftdruckbehälter, dessen Deckel sämtliche Decken des Gebäudes durchschlug und au dem Dach liegen blieb. Die Fensterscheiben und Fensterrahmen des Fabrikgebäudes wurden aus­nahmslos herausgeschleudert. Die Explosion riß in eine dicke Mauer ein zweimal drei Meter großes Loch. Wie durch ein Wunder kam der Betriebs­inhaber, der den Motor anließ, ohne wesentliche Schäden davon. Da die eine Wand des Gebäudes eingestürzt ist, mußte das Gebäude abgestützt wer­den.

Oberbürgermeifterwechfel in Potsdam.

Der preußische Minister des Innern Hal sich, mit Erlaß vorn 1. März 1934 auf Grund bes Gemeinde­verfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 mit dem Rücktritt des Oberbürgermeisters Ra u s ch e r in Potsdam einverstanden erklärt. Als Nachfolger hat der preußische Minister des Innern den Kreis- leiter der NSDAP, in Potsdam, Generalmajor a. D. Friedrichs, berufen.

Die Todesurteile im zweiten hecklinger-Prozeh aufgehoben.

Auf die Revision ber zehn im zweiten fietflin- ger-Prozeh am 28. November v. I. vom Schwurgericht Dessau wegen gemeinschaftlichen Mordes an dem SA.-Mann S t e s l i t rum Tode verurteilten Kommunisten hob das Reichs-

Die Borzugsrente des bediWgenSparers

Äon Dr. Ernst Springer, Geh. Oberfinanzrat.

Selbstauslösung des Bundes Königin Luise.

Halle, 2. März. (DNB.) Die Bundesführung bes Bundes Königin Luise gibt in einem 2lufruf an alle Mitglieder des Bundes bekannt, baß nach Rück­sprache mit dem Stellvertreter des Führers, Rubolf Heß, und der Führerin der NS-Frauenichaft, Frau S ch o l tz - K l i n f, der Bund feine Auf­lösung mit Wirkung vom 1. April 1934 beschlossen habe. Die Abwicklung der Geschäfte läuft bis 1.Juli 1934. Der Eintritt in Die NS. -Frauenschaft und den Bund beut- cher Mädels wird in dem Aufruf den Mitglie- >ern des Luisen-Bundes nahegelegt. Die Bundes- ührerin Charlotte Freifrau von H adeln chließt ihre Abschiedsworte an Die KarneraDinnen mit Dem Ausdruck ber Gewißheit, baß die elfjährige Bunbe»arbeit nicht umsonst 95^" . .

Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat der Bundesführerin, Freifrau von H ad ein, feine Anerkennung für bie gute und ver­dienstvolle Arbeit ausgesprochen, die der Bund in ben vergangenen Jahren geleistet hat. Er gab der ftoffnuna Ausdruck, daß die im Bunde wurzelnden Werte durch das Aufgehen in die gesamte national- sozialistische Frauenorganisation w e 11 e r h i n für Deutschland erhalten bleiben.

OerStahlhelm".

In Hindenburg (Oberschlesien) trat der Maler Watzlawski, ein alter Zuchthäusler, in b e - trunkenem Zustande zu dem 18 Jahre alten Hitlerjungen Schottet, pöbelte ihn an und ragte ihn, weshalb er nicht grüße. Es kam zu einer Auseinandersetzung, in Deren Verlauf schließlich Watzlawski mit einem Stock auf Den Hitlerjungen einschlug. Der JnvaliDe L a m i k wollte Den Streit chlichten. Plötzlich zückte Watzlawski ein Messer unD tach auf den Hitlerjungen und Lamik ein. Der Hitterjunge erhielt einen schweren Rückenstich und Lamik einen lebensgefährlichen Stich in die Lunge. Außerdem wurde ihm die linke Hand durchstochen. Die beiden Schwerverletzten mußten in das Krankenhaus geschafft werden. Der Täter wurde verhaftet.

Drei Kinder durch Schierlingswurzeln vergiftet.

In Liebenwalde (Brandenburg) fanden zwei Brüder im Alter von vier und sechs Jahren und ihre kleine Schwester beim Spielen in der Nähe der Kanalbrücke Pflanzenwurzeln. In der Meinung, Kalmuswurzeln gefunden zu haben, aßen sie da­von. Das Mädchen spie jedoch den Bissen sofort wieder aus und lies nach Hause. Der kleinere Knabe wurde gleich darauf bewußtlos. Sein Bruder bemühte sich, das Elternhaus zu erreichen, gelangte aber nur bis zur Treppe der elterlichen Wohnung, wo auch er das Bewußtsein verlor. Der Arzt konnte nur noch das Mädchen retten. Bei den beiden Knaben war jede Hilfe vergebens. Die Er­mittlungen ergaben, daß die Kinoer von Schier­lingswurzeln gegessen hatten.

TNasern-Epidemie unter schlesischen Schulkindern.

In Ottendorf (Niederschlesien) sind in letzter Zeit die Masern sehr stark aufgetreten. Insgesamt liegen 70 Schulkinder darnieder. In den meisten Fällen verlaufen die Erkrankungen sehr schwer, weil zu den Masern noch Lungenentzündung hinzutritt. In zwei Tagen sind bereits zwei Todesopfer zu verzeichnen. Auf Anordnung des Kreisarztes ist die Schule in Ottendorf vor­läufig auf 14 Tage geschlossen worden.

Brandstiftung und gescheiterte Sträflingsrevolte.

Im Hauptgefängnis von Rangoon (Birma), in dem sich ungefähr 1500 Strafgefangene befinden, brach ein Brand aus, den ein Teil der Sträflinge selbst gelegt hatte, um bei der eintretenden Panik und der allgemeinen Verwirrung ausbrechen zu können. Das Feuer griff mit rasender Schnelligkeit um sich; jedoch wurde die Hoffnung der Sträflinge nicht er­füllt, denn starke Abteilungen von Polizei und Mili­tär gingen mit Bajonetten gegen Die aus» brechenden Gefangenen vor und hielten sie im Schach. Nach mehrstündiger Arbeit ist es dann auch der Feuerwehr gelungen, des Brandes Herr zu werden.

Amerikanischer Gattenmörder nach vereiteltem Selbstmordversuch hingerichtet.