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Wehr und Waffen.

Englands Drang nach Luftüberlegenheit

Die militärische Vedeulung der Valearen

ist das Bewußtsein, daß keine noch so feierliche, ver-

gers bestätigt, den französischen an Mut, Gewandt- heit und technischem Können meist übertrifft. Wenn man die technische Entwicklung der Militär­flugzeuge in England und Frankreich verfolgt hat, so kann man immer wieder beobachten, daß auf eine neue französische Konstruktion eine solche eng­lische folgt und umgekehrt. Hierbei zeigt sich aber offenkundig, daß dennoch die englische mei- st e n s besser ist als die französische. Bor allem geht man jetzt in England daran, ein hochwer­tiges Flugboot mit besonders großem Aktionsradius zu entwickeln, das unabhän­gig vom Flugzeugträger ist, welcher sich in seiner jetzigen Form in den letzten Manövern nicht sehr bewährt hat.

Zahlenmäßig besitzt Frankreich doppelt soviel Militärflugzeuge als England heute, wenn auch ge­rade in Frankreich sehr viel Material überaltert sein soll und teilweise allerdings, infolge Korruption, tat­sächlich minderwertige Maschinen geliefert worden sein sollen. In England hingegen herrscht in der Mi- litärfliegerei und Luftrüstungsindustrie eine klare Linie. Das beweist die hohe Qualität aller Maschi­nen und vor allem der unübertroffene englische Motor.

Das große technische Können also der Engländer und ihre hochwertige Qualitätsarbeit soll eine ge­wisse Ueberlegenheit zur Luft erreichen, die es vor allem befähigt, überraschende Luftangriffe auf das Inselreich abzuschlagen. Daneben vollzieht sich eine beachtliche Entwicklung der Erdabwehr, des Flugmelde- und Luftschutzwarndienstes sowie des passiven, zivilen Luftschutzes überhaupt. G. v. M.

Truppenteile zurückareifen, die sie aus den Be­wohnern Afrikas bilden. Eine große Anzahl solcher Verbände steht sckon im Frieden im europäischen Frankreich; der Rest muß bei der Mobilmachung von den nordafrikanischen Häfen nach Marseille und Toulon gebracht werden. Das ist ein gefährliches Unternehmen, weil die Transporte von den italienischen See- und Luftstreitkräften bedroht sind. Diese beiden Waffen der italienischen Wehrmacht haben in vielbeachteten Manövern ausprobiert, ob und wie man die Eingebvrcnen-Transporte stören könnte. In der italienischen Presse konnte man lesen, daß man in Rom gegebenen Falles auf gute Beute rechnet.

Die französischen Militärbehörden zeigen sich durch diese Tatsache sehr beunruhigt. Die Gefahr für die Transporte wäre wesentlich geringer, wären die Balearen in französischer Hand. Das zeigt schon ein Blick in den Atlas. Von dort aus könnten die französischen See- und Luftstreit­kräfte die italienischen angreifenden Schiffe und Luftschiffe in Schach halten. Früher, zur Zeit Primo

ten hat, wenn es zur Rettung der Gesamtheit not­wendig ist, nennen wir die heroische oder die tragische Weltanschauung. Ihr Ausfluß ist der Wehrwille: Der Entschluß, sich für die Erhaltung der Gattung so tauglich wie möglich zu machen. Ich kann für mich allein etwa Jiu-Jitsu lernen, um dem Angriff eines Verbrechers auf meine Person wirksam entgegentreten zu können das ist noch nicht, was wir unter Wehrwillen verstehen. Wehr­wille dient der Gesamtheit, er kann nur in einer großen Gemeinschaft ausgeübt werden. Wir kennen sie als Heer, und das bedeutet im Zeit- alter der Millionenvölker das Volksheer, das Volk in Waffen. Wehrwille ist also zugleich der Wille zum Dienst, zum Heeresdienst, zur Mas­senausbildung und zur Massenzucht. Wehrwille ist der Selbsterhaltungswille der Nation, verkörpert im Wehrdienstwillen eines jeden seiner Glieder.

Es ist das große Erziehungsproblem unserer Ge­genwart: in jedem Volksgenossen den Frie­denswillen unii den Wlhrwillen glei ch z e i t i g zu wecken und zu festigen. Zu diesem Wehrwillen darf und muß sich jeder gerade im Zeichen der Friedensbestrebungen unserers Führers mit Wort und Tat bekennen!

Daß innerhalb der Kgl. Britischen Luftstreitkräste schon lange eine starke Bewegung nach Erhö­hung der Luftstreitkräfte besteht, ist be­kannt und verständlich, da Englands Luftempfind­lichkeit sehr hoch ist. Bereits 1923 (!) wurde eine Aufrüstung auf 52 Geschwader beschlossen, tatsächlich aber, z. T. in Rücksicht auf Frankreich z. T. wegen der hohen Kosten nur im geringen Maße durchge­führt. Der jetzige englische Luftminister Lord L o n - donderry sucht die Luftaufrüstung durchzuset­zen. Die Ueberlegung geht zweifellos dahin, daß ein hochgerüstetes Frankreich mit seiner überlegenen Luftarmee unter Umständen einmal für England, mit seiner Massierung von Menschen in Industriezentren und seiner überraschenden Angreif­barkeit überhaupt, eine Gefahr werden könnte. Das wird naturgemäß öffentlich nicht ausgesprochen, ist aber tatsächlich der Fall. Aus den Manövern an der Ostküste Schottlands ergab sich eindringlich, daß eine starke und operationsfähige Luftstreitmacht der Flotte überlegen ist und in einem künf­tigen Kriege kein großes Vertrauen auf eine Ent­scheidung zu Wasser gesetzt werden kann. Das bedeu­tet für England, dasdie Meere beherrscht", einen schweren Stand. Eine starke Luftmacht soll nun Er­satz für die zurückgegangene Seegeltung sein.

Man sagt: Besitzt England eine ebenso starke Luftflotte wie Frankreich, so wird es ihm d r e i - m a l überlegen sein. Und warum? Weil das un­bestritten große technische Können der Eng­länder den Franzosen in diesem Verhältnis über ist. Ganz abgesehen davon, daß der englische Pilot, wie es auch die Kriegserfahrung jedes Kampfflie-

Jm Mittelmeer, unweit der spanischen Küste, liegt eine Inselgruppe, die seit altersher den Namen Balearen trägt. Wir erinnern uns ihrer aus dem lateinischen Unterricht. Denn die Schriftsteller, die den Ruhm Roms verherrlichten und die wir in den Unterrichtsstunden lasen, erwähnten immer die balearischen Schleuderet, die in Hannibals Heeren fochten und den Legionen zusetzten. Die beiden größ­ten Inseln tragen die Namen Mallorca und M i n o r c a. Auf ihnen suchten besonders in den letzten Jahren viele Fremde aus der ganzen Welt Erholung, wozu die Inseln wegen ihres herrlichen Klimas und ihrer landschaftlichen Schönheit einladen.

Die Inseln spielen aber auch militärisch, s e e - strategisch eine bedeutende Rolle. Seit vielen Jahrzehnten sind sie der traditionelle Exerzierplatz

Friedens- und Wehrwille zugleich

Bon Walter Bloem.

Unser Führer hat in den programmatischen Reden der letzten Wochen mit der Eindringlichkeit, der nur Bosheit sich verschließen kann, den unbeding­ten Friedenswillen s e i n e r R e g i e r u n g und des ganzen deutschen Volkes betont. Er hat an die Nation die Frage gerichtet, ob sie hinter seiner Politik stehe, und die Nation hat in ihrer überwältigenden Mehrheit mit einem begei­sterten Ja zugestimmt.

Ist dasPazifismus"? Nein! Denn ebenso klar hat Adolf Hitler bei unzähligen Gelegenheiten er­klärt, daß er seine Deutschen auf die heldische Welt­anschauung, das ist auf das Bekenntnis zur Wehrhaftigkeit und zum Wehrwil- l e n verpflichten und erziehen will.

Ist das ein innerer Gegensatz? Nein! Aber ein Problem steht hinter dem Entschluß, friedens­willig und wehrwillig zugleich zu sein und zu bleiben.

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt!" Zum Friedenswillen gehören zwei zum Wehrwillen nur einer. Wehrwille ist der Wille, sich zu wehren, gegen den Friedensunwilligen; Frie­denswille ist der Wille, Frieden zu halten. Pazifis- mus ist der Entschluß, sich gegen den Friedens­störer nicht zu wehren. Vielleicht ist das ein sehr christlicher" Entschluß,lieber Unrecht leiden als Unrecht tun". In der harten Welt der politischen Wirklichkeit hat er niemals zu etwas anderem ge­führt als zu moralischem oder auch physischem Un­tergang.

Also Abrüstung? Ja! Wenn die anderen im Zustande der Hochrüstung verharren. Abrüstung? Die haben wir ja und von uns aus soll es bub ei bleiben, wenn die anderen tun, was wir längst getan, und erfüllen, was sie uns hun­dertmal versprochen haben.

Aber wenn nun die allgemeine Abrüstung da wäre, dürften wir dann aufhören, den Wehr- willen in unserem Volke wachzuhalten? Gesetzt, der Fall träte ein, daß alle europäischen, alle abend­ländischen, alle weißen Nationen abgerüstet hätten: Wie steht es mit den Farbigen? Und gesetzt, auch die alle hätten abgerüstet, wäre damit der ewige Friede sichergestellt? Hat es etwa ewigen Frieden auf Erden gegeben, ehe das erste Schwert geschmie­det wurde, der erste Gewehrlauf, das erste Ka­nonenrohr? Sind die Horden der Urzeit einander nicht mit Knütteln und Keulen, mit Steinäxten und Schleudern zu Leibe gegangen? Wer wagte zu be­haupten, daß alle die schönen Kriegsächtungspakte von keinem der Unterzeichneten jemals gebrochen würden?

Ist also die Abrüstung eine Utopie? Sie braucht es nicht zu sein. Wenn heute, ärger noch als vor dem Weltkriege, die ganze zivilisierte Welt in ein riesiges Kriegslager von Nationen verwandelt ist, die allesamt bis auf eine! in einer schwer wuchtenden Kriegsrüstung stecken, vom Scheitel bis an die Finger- und Zehenspitzen, dann ist das freilich der Zustand des oft angeführten Pulver­fasses, das ein Funke zum Bersten bringen kann. Diese dauernde Bedrohung des Weltfriedens kann und soll beseitigt werden. Es darf in Zukunft nicht mehr sein, daß die Nationen mit gesträubtem Haar, gewetzten Klauen und Zähnen lauernd ein­ander gegenüberstehen, jede des tückischen An­sprungs der anderen gegenwärtig, jede darauf ge­faßt, sich plötzlich einem Bündnis ihrer Nachbarn qegenüberzusehen, die entschlossen sind, sie zu ver­sklaven ober zu vernichten. Dieser Zustand beständi­ger allerschärfster Kriegsbereitschaft muß ver­schwinden.

Zu solcher Abrüstung muß die seelische kom­men: Die Erkenntnis, daß der Krieg ein Schrecknis ohnegleichen ist, daß er auch dem Sieger viel mehr kostet, als im günstigsten Falle durch ihn errungen werden kann, daß sein Ausgang, wie immer er ausfallen möge, den Sieger wie den Besiegten am Lebensnerv trifft.

Aber eines darf in einer Nation nie erlöschen: der Wehrwille! Was ist das? Wehrwille? Es

auch nur, nachdem alle anderen Waffen verschrottet sind, was eine vollkommene Utopie ist mit Knüppel und Werkgerät.

Wehrwille ist die Erkenntnis, daß es Pflicht jedes lebenswilligen Volkstums ist, sich selbst in seiner nationalen Beson- verheil zu erhalten, daß eine Nation diese oberste Lebenspflicht nur üben kann, wenn jeder einzelne ihrer Angehörigen, Mann und Weib, be­reit und entschlossen ist, an solcher nationalen Selbst­erhaltung ohne Augenzucken sein Alles zu setzen, Hab und Gut, Leib und Leben.

Wehrwille ist schließlich die Erkenntnis, daß mir nicht auf Erden sind, um glücklich zu sein, sondern um unsere Pflicht zu tun, daß alles Zu­sammenleben der Menschen nur möglich ist um den Preis der Opferbereitschaft, daß im Menschen zwei entgegengesetzte Triebe wirksam sind: Der Trieb des Einzelwesens zur Selbsterhaltung, und der Auf­trag Gottes an die Gattung zu ihrer Selbsterhal­tung, daß es der Schöpfung und dem Schöpfer auf Erhaltung der Gattung, nicht des Einzel­wesens, ankommt: Das wirb geopfert, wenn es die Rettung der Gesundheit gilt.

Diese Erkenntnis, daß der einzelne nicht ber letzte Zweck bes Lebens ist, daß er sich freubig darzubie-

. , , , , , , , - ber britischen Mittelmeerflotte. Ihre operative Be-

duchte und beschworene Friedensderedung ber Na-! beutung ist außerordentlich gewachsen, seitdem sich tionen, keine noch so effektive Abrüstung eine voll- Frankreich unb Italien nicht mehr als tommene Gewähr gibt, daß kein Volk, keine Na- Bundesgenossen, sondern als Gegner gegenüber» tion, keine Rasse es sich in der Zukunft mehr ein» stehen. Die Franzosen wollen in einem zukünftigen fallen lassen werde, den Frieden zu brechen und europäischen Kriege in erster Linie zur Entlastung über ein Nachbarvolk herzufallen, und wäre es der Bevölkerung des Mutterlandes auf die farbigen

Bekämpfung neuzeitlicher Panzerwagen.

Nachdem wir uns in den beiden letzten Aufsätzen (Beilage Wehr und Waffen vom 7.10. und 25.11. 1933) mit der neuesten Kriegswaffe befaßt haben, wenden wir uns nunmehr ihrer Bekämpfung zu. Auch hier stoßen wir im Versailler Diktat auf ein Verbot, nicht einmal Verteidiaungswafsen wollte man uns damals zuaestehen. Ihn so mehr müssen wir uns mit den Möglichkeiten der Bekämpfung dieser Waffen, selbst mit unseren hierfür eigentlich untauglichen Mitteln befassen, denn nicht allein die Waffe zeitigt den Erfolg, sondern vor allem ber Kerl, unb es muß ein ganzer Kerl sein, ber sie bebient. Mögen bie Waffen noch so gut, ober noch so schlecht sein, werben sie von einem furcht­losen, Daterlanbsliebenben Deutschen bedient, so wer­den sie immer noch bie Furcht unserer Feinbe wecken.

Die Erfolge unserer Feldkanonen, Maschinenge­wehre und nicht zuletzt unserer Infanteristen im Weltkriege waren in erster Linie auf das tadellose Verhalten und das korrekte Schießen der Bedienun­gen, also kurz auf die unübertreffliche Ausbildung, zurückzuführen. Hierbei ist allerdings zu bedenken, daß die Geschwindigkeit der Kampfwagen im Kriege noch eine sehr geringe war, so daß man tadellose Ziele hatte. Aus dem Kampfwagen des Stellungs» krieges ist aber heute der des Bewegungskrieges geworden, mit feiner verhältnismäßig hohen Ge­schwindigkeit gerade im Gelände und mit seinem niedrigen Aufbau, sowie seiner starken Panzerung. Schließlich hat sich noch die Feuerwirkung bis zu 1200 Meter im ganzen gehoben. Dasselbe gilt vom Straßenpanzerwagen mit seinen 70 Kilometer Oe» schwindigkeit (im Durchschnitt 30 bis 40 Kilometer) und seiner gewissen Geländegängigkeit. Alle diese Fortschritte konnten auf die Entwicklung der Ab- wehrwaffen natürlich nicht ohne Wirkung bleiben, ebensowenig auf die Taktik der Abwehr, heute muß man überall, vor allem in rückwärtigen Gebieten mit dem plötzlichen Auftreten von Kampfwagen

und Straßenpanzerwagen auf Entfernungen von 100 Kilometer und mehr rechnen.

Die Abwehrmittel teilt man in aktive und passive. Die aktiven Abwehrmittel sind: die Maschinengewehre, besonderer Art, Geschütze aller Art, Minenwerfer und besondere Kampfwagen- Abwehrgeschütze, schließlich Bomben aus Flugzeugen und nicht zu vergessen ein in jeder Beziehung besse­rer Kampfwagen.

Zu den passiven Abwehrmitteln rech­nen wir alles, was den Zweck hat, das Herankom­men von Panzerwaffen zu verhindern bzw. zu er­schweren. Ein Gelände, das ein Dorwärtskommen von Kampfwagen verhindert, nennt man kampf­wagensicher. So sind passive Abwehrmittel natür­liche und künstliche Hindernisse, Tarnung und Flie­gererkundung. Natürliche Hindernisse müssen stets ausgenutzt werde, soweit die taktische Lage es zu­läßt. Hierzu gehören Wälder, Gewässer, Gebirge, Sümpfe. Wir müssen aber hier insofern einen Un­terschied machen, als wir unterscheiden müssen zwi­schen Hindernissen, die unbedingt kampfwagensicher sind und solchen, die das Dorwärtskommen nur er­schweren.

Als unbedingt kampfwagensicher sind anzusehen, Wälder mit starkem und engem Baumbestand ohne Wege unb Schneisen, Sümpfe, stark eingeschnittene Hohlwege, Schluchten, beren Wänbe über 45 Grad Steigung haben, schließlich felsige Steilhänge und Gewässer über 3 Meter Breite und 1,50 Meter Tiefe. Hierher gehört aber die Einschränkung, falls nicht Schwimmkampfwagen in Frage kommen. Zu das Vorwärtskommen verzögernden Hinder- nif en gehören, lichte Wälder mit jungen Beständen, Ortschaften, Wasserläufe, steilere Hänge, schwieriges steiniges Gelände und lange Steigungen oder Ge­fälle. Solche Hindernisse kann man eventuell kampf- wagenßcher ausbauen.

Zu den künstlichen Hindernissen rechnet man Anstauungen von Wasserläufen, breite und tiefe Graben (über 3 Meter breit und über 1 Me­ter tief) mit steilen Abfällen, Schienen» oder Pfahl» sperren, Minensperren. Da aber die Anlage von Hindernissen viel Zeit erfordert, müssen natürlich Hlndermsse angestrebt werden, die man durch fünft-

liche verstärkt. Auch das Schließen von Lücken zwischen Hindernissen gehört hierher.

Vor allem ist aber stets der wichtigste Grundsatz zu beachten, daß die Anwendung von passiven Ab­wehrmitteln nur denkbar ist in Verbindung mit aktiver Abwehr. Dieses geschieht durch Bereitstellung von Abwehrwaffen aller Art in der Nähe ber passiven Abwehrmittel, so daß ein lang­sames ober stoßweises Ueberschreiten, oder gar ein Beseitigen unmöglich ist.

Zu ben passiven Abwehrmaßnahmen gehören noch bie Mittel der Tarnung d. h. alle Mittel, Sie dem Kampfwagen das Erkennen der Infanterie­linie, der Maschinengewehr- usw. Nester, vor allem der Kampfwagenabwehrwasfen und Hindernisanla­gen verwehren oder zum mindesten erschweren. Der Gegner muß unvorbereitet auf unüberwind­liche ober nur schwer überwinbliche Hindernisse stoßen, unb den dadurch unbedingt entstehenden Halt in der Vorwärtsbewegung oder vor bem Rück­züge muß man mit aller Wucist bereitgestellter Ab- wehrwassen zu einem vernichtenden Feuer aus­nutzen.

In fremden Heeren hat die Entwicklung der aktiven Abwehrmittel mit der Vervollkomm­nung der Kampfwagen Schritt gehalten. Auf ber immer stärker werbenden Panzerung, der erhöhten Schußfolge, ber größeren Geschwindigkeiten auf« bauend, entwickelte man folgende Waffen: Maschi­nengewehre zunächst mit Kaliber 13, als diese in der Durchschlagskraft nicht mehr ausreichten, nicht zum wenigsten durch bie schrägen und abgerundeken Auftreffflächen, ging man zum Kaliber 20 und mehr über. Die Infanterie- und Feldgeschütze stattete man mit Springlafetten aus, die ein schnelles Schwen­ken innerhalb eines Seitenrichtfelbes von 60 Grad ermöglichen. Man baut heute besondere Tank- abwehrgefchütze mit einem Kaliber von 3,7 Zentimeter. Diese haben eine Springlafette, sind leicht zerlegbar, leicht zu ziehen ober zu tragen von Menschen und Pferden unb können so der In­fanterie überallhin folgen. Ein weiteres neuzeit­liches Abwehrmittel ist die Selbstfahrlafette, die gepanzert ist und großkalibrige Maschinenge­wehre ober Geschütze mit Kaliber 3,7 Zentimeter

de Riveras, neigte Spanien zu Italien. Nach ber Ausrufung der Republik, die die französische Politik nicht ungern die Monarchie ablösen sah, hat sich Madrid stark Paris genähert. Herriot machte wäh- renb seiner Regierung einen Staatsbesuch am Manza­nares. Zweifelhaft blieb nur, was er erreicht hat.

Das eine steht jedenfalls fest: die Balearen wer­den unter Aufwand erheblicher Mittel b e f e st i g t. Der Hafen von Mahon wird ausgebaut, vergrößert und mit modernen Küstengeschützen versehen. An sich wäre die Befestigung der Inseln noch fein Be­weis, daß Spanien für eine der beiden Parteien optiert hat; müßte es doch gewärtig fein, daß im Kriegsfälle die unbefestigten Inseln leicht unter Bruch der Neutralität vergewaltigt würden. Man sagt, daß bie Engländer die Geschütze für bie neuen Befestigungen liefern. Das bedeutet, daß Spanien sich unter bem Schutze Englands aus dem Ringen im westlichen Becken des Mittelmeers her­aushalten unb vielleicht bas Zünglein an ber Waage bilden will. v. Oe.

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Wehrpolitisches Schrifttum.

Dr. Philipp Losch: Soldatenhandel. Mit einem Verzeichnis der Hefsen-Kasselischen Sub- fibienoerträge und einer Bibliographie. 110 Seiten. Kart. 2,80 Mark. Im Bärenreiter-Verlag zu Kassel, 1933. (504) Eine geschichtlich und kultur­geschichtlich interessante, gründliche und fenntnis- reiche Arbeit über ein heikles und gerade für unsere Gegend besonders beziehungsreiches Thema, aus einer vierzigjährigen Beschäftigung mit dem Ge­genstände. Ueber den Sinn seiner Schrift sagt Losch im Vorwort u. a.:Ich bin nicht so eingebildet, auch nicht so optimistisch zu glauben, durch meine Darlegungen das Gerede von den verkauften Hessen ganz zum Schweigen bringen zu können, oder, wie man gesagt hat,mit dem Soldatenhandel aufzu­räumen", aber ich möchte wenigstens meinen hessi­schen Landsleuten ein paar Waffen in die Hand drücken, die sie vielleicht im Redefampf um dieses Thema gebrauchen können." Das Verzeichnis ber hessischen Subsidienverträge, eine umsassenbe Biblio­graphie unb bas Porträt bes ßanbgrafen Fried- rich II. nach einem Gemälbe von Tischbein bilben eine willkommene Bereicherung ber banfensroerten Untersuchung.

W ehrgebanke n". Eine Sammlung wehr- politischer Aussätze, herausgegeben von Generalleut­nant a. D. Friebrich von Cochenhausen. Kart. 5 Mk., Leinen 6,50 Mk. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 36. 455) Hier finb Abhandlungen zusammengefaßt, bie sowohl aus ber Feber bewähr­ter Militärs, als auch aus ber bebcutenber Wirt­schaftskenner unb weitschauenber Politiker bie Fra­gen bes Wehrwillens, bes neuzeitlichen Krieges unb einer beutschen Miliz behandeln. Die in der Ver­gangenheit sowohl als auch die im Ausland wäh­rend der letzten Jahre gemachten Erfahrungen wer­den für unsere deutsche Ausgabe nutzbar gemacht. Es ist nicht der Standpunkt des Militärs allein, der hier eingenommen wird; gerade daß Politiker, Techniker und Wirtschaftler an der Lösung des Wehrproblems teilnehmen und hier ihre Erkennt­nisse niederlegen, zeichnet dieses grundlegende Werk vor allen anderen aus.

K. L. von Oertzen:Grundzüge der W e h r p o l i t i k" Kart. 6 Mark, Leinen 7 Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. (632) Das Werk von Oberst von Oertzen ist kein Kriegs­buch, sondern ein Buch der Sicherung unserer natio­nalen Existenz, deren Heil der Verfasser in der Zu­sammenfassung und im Zusammenhalten der Kräfte der gesamten Nation sieht. Ebenso wie auf dem Ge­biete der Landesverteidigung ein müßiges Beiseite­stehen zu verwerfen ich, kann auch eine romantische Hingabe an Utopien, die mit der nüchternen Be­trachtung der Weltlage durch den Nationalsozialis­mus nicht in Einklag zu bringen ist, diese Lebens­frage des deutschen Volkes nicht lösen. Viele Einzel­heiten auf wehrpolitischem Gebiet bringt Oberst von Oertzen aus einer erstaunlichen Sachkenntnis, ohne dabei jeweils den Boden des Möglichen unb Realen zu verlassen. Alle Fragen über bie Erziehung ber Truppe, ihrer Zusammensetzung, ihrer Beziehung zur Technik, zur Politik, zu besonders bedingten Formen des Kampfes werden sorgfältig untersucht und ein­gehend bargefteü. Ein ausführliches Kapitel über ben Rüftungsstanb ber mächtigsten Staaten ber Welt, bas von einem bauernben Stubium dieser Fragen zeugt, vervollständigt das Werk.

und mehr trägt. Ein besonderer Vorteil der Selbst­fahrlafette ist die sofortige Feuerbereitschaft.

Im Auslande beschäftigte man sich weiter mit der Konstruktion wirksamer Tankminen; man sieht die Verwendung von Panzer-, Brand-, Säure­munition vor. Die letztere soll beim Auftreffen große Hitze und giftige Dämpfe entwickeln, ober Gift­tropfen verspritzen. Auch eine Verwenbung neu­zeitlicher Flammenwerfer ist vorgesehen. Auch die Flugzeuge, beren Wirkung mit Bomben unb Maschinengewehren gegen Kampfwagen heute ja kaum noch möglich ist, sollen mit besonderen Ab­wehrmitteln ausgerüstet werden. Schließlich tref­fen unsere Gegner Vorkehrungen zur Sicherung von motorisierten und Nachschubverbänden durch beson­dere Begleitzüge zur Abwehr von Panzerwaffen. Aber überall ist man der Ansicht, daß das beste und wirksamste Abwehrmittel gegen Kampfwagen der bessere Kampfwagen selb st ist.

Im Stellungs- ober Festungskrieg, in bem man ja Zeit unb Material nach Bedarf hat, kann man nicht nur die natürlichen Hindernisse besonders gut verstärken, man kann auch künstliche Hindernisse von ganz anderen Ausmaßen und anderem Mate­rial bauen. Hier finden wir daher Gruben oder Fallen, die mindestens 5 Meter breit und mehrere Meter tief finb, mit senkrechten Wänden. Mit Boh­len, Brettern oder Maschendraht werden sie zuge- deckt und schon während des Baues (Fliegererkun­dung) getarnt, und so dem Umgelänbe gleichgemacht. Schienensperren sind 2 Meter tief, schach­brettförmig in mehreren Reihen eingegrabene Bahnschienen, die mindestens einen Meter aus der Erde herausragend feindwärts geneigt sind. In glei­cher Art werden Pfahlsperren, bie Pfähle mit Eisenspitzen versehen, gebaut. Mauer hin­dern i sse sind Betonklötze, bie burch Eisenstäbe ober Drahthindernisse fest miteinander verbunden sind. Sie lassen sich nicht tarnen.

Sv sehen wir rings um unser Vaterland die Feinde bis zu den Zähnen gerüstet, immer neue Kampfmittel erfinden, sie verbessern und appro­bieren, uns aber hat man alles verboten. L.