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Wehr und Waffen.

gesetzliche Dienstzeit ist von 18 Monate

Ansiedlunq

ii i c u i u nIW" "i ' y 1 ' ,

Für die Versorgung der ausscheldenden Soldaten! kann er seine Abfindung zur Ansasslgmachung IN

Ulf wi u «UHU v______ ) _____ h Qnnhmirf rhnH erbo ten. Ausnabmen besteben

schleunigst in Deckung gezogen.

und

Es war allmählich 3 Uhr morgens geworden

uns

und

hauptamtliche Truppenunterrichtsleiter" geleitet. Diese leiten auch mit Landwirtschaftsassessoren als vollbeschäftigte, nebenamtliche Landwirtschaftslehrer die landwirtschaftlichen Lehrbetriebe, aus denen die anfallende Arbeit durch die Soldaten verrichtet wird. Der Unterricht in den landwirt­schaftlichen Heeressachschulen schließt sich eng an die Praxis an und wird teils theoretisch (in drei je drei­monatigen Kursen im 10. und 11. Dienstjahr), teils praktisch erteilt. Die praktische landwirtschaftliche Ausbildung vollzieht sich in landwirtschaftlichen Lehrbetrieben (Größe 80 bis 150 Tagwerk) und dauert im 10. Dienstjahr drei Monate und im 12. Dienstjahr, nach Ableistung der theoretischen Abschlußprüfung, noch 9 Monate. Nur wenn der Soldat Zeugnisse über die bestandene theore­tische und praktische Abschlußprüfung erworben hat.

der Landwirtfchaft erhalten. Ausnahmen bestehen nur bei Einheirat oder bei Uebernahme des elter­lichen Anwesens. Besonders wichtig ist natürlich auch die Auswahl einer passenden Frau!

wehr Die Eidgenossenschaft verteilt zu diesem Zweck jährlich rund 4 Millionen Franken (3,2 Mill Mk.) an die Kantone und überwacht durch ihre Offiziere die Verwendung dieser Mittel und die sachgemäße Durchsührung des Schießbetriebes

Dieser findet in den einzelnen Gemeinden i n Schießoereinen statt, denen alle Wehrpflich­tigen des Auszuges und der Landwehr angehören müssen, den Landsturmpflichtigen ist die Teilnahme freigestellt, sie nehmen aber in der Mehrzahl an den Schießübungen auch teil Insgesamt beteiligen sich jährlich fast 500 000 Mann an den Schießübun­gen Jede Gemeinde verfügt über ihren eigenen Schießplatz mit Ständen bis zu 400 Meter Entfer­nung. manche auch darüber hinaus Die Schieß­übungen werden an den Sonntagen unter Aufsicht von Offizieren abgehalten- bei Versäumnissen hat der Wehrmann ohne Sold bei besonderen Schießkur­sen nachzubienen; auch für die Teilnahme an den sonntäglichen Hebungen wird kein Sold gezahlt. Die Munition liefert der Staat, geschossen wird nur mit dem Militärqewehr, das der Wehrmann (in Zi­vilanzugs selbst mitbringt; denn die Leute des Aus­zugs und der Landwehr haben ihr Gewehr ebenso wie die Uniform bei sich zu Hause Die gute In­standhaltung der Ausrüstung wird übrigens außer bei Gelegenheit der Schießübungen auch noch bei be­sonderen Kontrollversammlungen streng geprüft. Nebenbei bemerkt ist in dieser Aushändigung der Waffe ein starker Ausdruck des Vertrauens in die

sie weitestgehend unterstützt.

Das Heer zählt, tn 4 Landes-Militärkommandos (Prag, Brünn, Preßburg, Kaschau) zusammenge­faßt, 12 Infanteriedivisionen und 3 selbständige Kavallenebrigaden mit 8000 leichten und 2500 schweren Maschinengewehren, 792 leichten und 412 schweren Geschützen, 100 Flakgeschützen, 140 Mmen-

, auf 14 herabgesetzt, das jährliche Kontingent an Rekruten als Ausgleich um 5000 erhöht. Trotzdem wurde es nötig, eines der vier Infanterieregimenter jeder Division in ein Rahmenregiment umzuwandeln Es soll künftig Schulungs- und Unterrichtszwecken dienen und im Mobilrnachungs-

Schon?>er Schutz gegen Sicht bedeutet eine Herab­minderung der Luftempfindlichkeit oder das Abseits­liegen von Verkehrswegen und -Zentren Deswegen wird schon seit langem in Frankreich die A u f f o r - st u n g so gefördert, weil der Wald immer noch das beste Tarnungsmittel ist. Ein Werk, das in einem Wald liegt, wird zumindest vom Gegner schwerer zu finden sein, als ein solches auf dem Prasentierbrett an seinem Anflugweg. Sicherlich spielen auch kli­matische, geographische Momente eine Rolle m der Beurteilung der Luftempfindlichkeit durch die Lust- schutzmaßnahmen, die eine unter Umständen aus- ichlaggebende Bedeutung gewinnen können.

Am wichtigsten aber ist es für die Ueberwindung der Luftempfindlichkeit, daß jeder Volksgenosse wie­der lernt, all sein Tun unter dem Gedanken der Wehrhaftigkeit zu stellen. Das gilt im besonderen Maße für die Techniker, welche im süßen Giftrausch des Pazifismus so hochempfindliche An­lagen schufen, daß nur ein leichter Luftangriff ge­nügt, um sie außer Betrieb zu setzen Sie müssen lernen, daß alle leicht faßbaren und schwer wieder- herstellbaren Anlagen entweder unter d i e Erde gehören oder abseits der luftempfindll- ch e n Ze n t r e n liegen müssen Wenn jeder wehr- haft denkt, ist schon viel geholfen.

Die Wehrschule des Schweizer Dorstchießstandes B

| roerfern, 30 bis 50 Strahenpanzerroagen, ein paar Dutzend Tanks, 1000 Flugzeuge. Seine Kopf-

I stärke beträgt im Sommerhalbjahr- 140000, im Winterhalbjahr 100 000 Mann, fein Heeres-

Ganz anders verhält es sich heute mit der im Wehrgesetz verankerten landwirtschaftlichen Berufs­ausbildung in den landwirtschaftlichen Heeresfach- fchulen Diese sind je einem Truppenteil angeglie­dert und werden durch Landwirtschaftsräte als

Grab zu schaufeln. Wir arbeiteten hastig weiter, um den neuen Graben so schnell wie möglich in Verteidigungszustand zu setzen und dem entsetzlichen Leichengeruch zu entgehen Ein dichter, undurch­dringlicher Nebel senkte sich auf die Erde, der Ge­ruch' wurde immer unerträglicher. Drüben bei den Engländern bellte ein Hund, hie und da ertönte ein eigenartiger Vogelschrei, durch den sich offenbar die indischen Patrouillen im Vorgelände Zeichen gaben. Die Augen brannten von dem scharfen Aus­guck, den man- halten mußte, um sich vor lieber« raschungen zu bewahren. Hielt man einen Augen­blick inne mit der Arbeit, dann durchrieselte es einem eiskalt Nochmals wurde der Versuch gemacht, an den Toten heranzukommen. Endlich gelang es einem meiner Leute. Er nahm ihm Geldtäschchen, Uhr und Brieftasche ab und versuchte, den Körper mit Erde zu bedecken. Da zuckte plötzlich der blendende Strahl eines englischen Scheinwerfers durch die Dunkelheit und suchte hin und herwedelnd das ganze Vor­gelände ab Wie erstarrt blieb der Mann bei der Leiche liegen, um sich nicht durch eine Bewegung bemerkbar zu machen. Kaum war der blendende Lichtstrahl verschwunden, da gina wieder die Schieße­rei los Zischend fegten die Geschosse über den Bo­den und zwangen unseren Kameraden zum schleu­nigen Rückzug Kriechend gelangte er wieder an den Naud unseres Grabens und wurde an den Beinen

hat die Heeresleitung segensreiche Einrichtungen ge­schaffen. Sie steht dem Soldaten nicht nur mit geld­lichen Beihilfen (Abfindung und Uebergangsgebühr- niffe etwa 7000 bis 8000 Mark) zur Seite, sondern läßt ihn auch während seiner Dienstzeit in seinem Berus weiter ausbilden. Daß eine kostenlos gewährte Fachausbildung ein wertvolles und unzer­störbares Kapital ist, das wird heute mehr denn je eingesehen. Es können also auch zweite und dritte Bauernsöhne, die den elterlichen Hof sonst nicht be­kommen können, sich durch den Dienst im Heer ein eigenes landwirtschaftliches Anwesenerdienen", sich vom Knecht zum Besitzer emporarbeiten Nicht überall ist ein solcher wirtschaftlicher Aufstieg mög­lich! Dies kann für viele ein Grund zum Eintritt in das Heer fein, und wir wissen, daß von jeher gerade der Bauernstand gute Soldaten geliefert hat.

Wie ist nun der unterrichtliche Ausbildungs­gang des Soldaten? Auf der Unterstufe der all­gemeinen Heeresfachschule wird vom zwei­ten Dienstjahr ab bei allen Angehörigen des Reichs­heeres während der Dauer von sechs Jahren die Ausbildung für einen bürgerlichen Beruf gefördert. In der Oberstufe tritt eine Gliederung im Schul­system ein Es bestehen nebeneinander

1. Die Heeressachschulen für Verwaltung und Wirtschaft, die den Soldaten für die Tä­tigkeit als Beamten und Kaufmann Dorbereiten;

2 die Heeressachschulen für Gewerbe und Technik, die für den technischen Beruf vorberei­ten (nur bei den technischen Truppenteilen);

3. die Heeressachschulen für Landwirtschaf t, die den aus der Landwirtschaft stammenden Solda­ten die Berufskenntnisse vermitteln oder erweitern, die zur erfolgreichen Bewirtfchaftung eines bäuer­lichen Betriebes nötig find. Im folgenden soll nur von landwirtschaftlichen Heeressachschulen gesprochen

Landwirtschaftliche Soldatenkurse". Diese fanden allwöchentlich ober m größeren Zeiträumen statt, je nach dem vorhandenen Interesse. Die Leute ver­sammelten sich in dienstfreien Abendstunden in Kafernräumen ober lanbwirtfchaftlichen Schulen und wurden von Fachleuten durch Vorträge unter­richtet. Der Besuch war freiwillig, doch erfolgten auch Abkommandierungen; es wurde aber fein Un­terschied gemacht zwischen Leuten, die vom Land ober aus ber Stabt gebürtig waren

Europäische Milireu.

Miliz" ist heute ein höchst aktuelles Wehr- Problem geworben, nicht zuletzt für uns Deutsche. Wenn wir als Hauptmerkmal aller Milizen bie sehr kurze, in Rekrutenschulen unb Wieberholungs- Übungen zusammengebrängte Dienstzeit annehmen, so stehen uns in Europa vier Milizen. und zwar viererlei Milizen, zum praktischen Studium zur Verfügung: Das Schweizer Milizheer, Sowjet« rußlands Territorialmiliz, Englands Territorial­armee, Italiens faschistische Miliz. Aber nur bei ber Schweiz haben wir ein absolutes Milizsystem, so­zusagen in Reinkultur, vor uns, währenb die Mi­lizen ber brei Großmächte, zwar jebe eine eigene Abart barfteUenb, bas gemeinsame Charakteristikum an sich tragen, baß sie nur einen mehr ober minbsr wesentlichen Bestanbteil ber Gesamtwehrmacht ne­ben bem regulären Heer hüben. Nur mit ein paar

In meinem niebrigen Erbloch, bas burch eine Zeltbahn nach außen verhängt war, öffnete ich beim flarfernben Schein einer Stearinkerze bie Brief­tasche. Das Bilb einer jungen Frau mit brei nieb- lichen Kinbern fiel mir entgegen. Wie oft mag sich ber tote Kamerab an biefem frieblidjen Bilb . rfreut haben! In ber fernen Heimat faß auch meine liebe Frau mit brei Kinbern unb wartete von Tag zu Tag tn aufregenber Spannung auf Nachricht Und wie sollte ich nun dieser armen Frau mitteilen, daß sie ihren Mann unb ben Vater ihrer brei Kinber verloren habe? Sollte ich ihr schreiben, baß er noch unbeerbigt ba braußen vor bem Graben läge, und daß es nicht möglich war, ihm ein Grab zu schau­feln? Werden bie Deinen nicht auch einmal einen Brief erhalten, in bem bas schicksalfchwere Wort Helbentob" steht? Ich suchte in ber Nacht meinen Felbwebel auf, übergab ihm bie paar Erinnerungs- stücke und bat ihn. der Familie die Trauerbotschaft zu übermitteln

Ich ging wieder zurück in mein kaltes nasses Erd­loch. An Schlaf war nicht mehr zu denken. Der Gedanke an den toten Kameraden da draußen ließ mich nicht mehr zur Ruhe kommen. In dieser Nacht habe ich das Grauen des Krieges in tieffter^«Seele empfunden, und wenn ich an diese einsame Stunde im flandrischen Erdloch zurückdenke, bann sehe ich immer roieber bie Silhouette des Toten am nächt­lichen Himmel vor mir, ich sehe ben Strahl des Scheinwerfers über die Erde zucken und das Bild vor mir in Licht tauchen und ich spüre noch heute ben Leichengeruch, ber von bem Toten ausging, von biefem unbekannten Solbaten, der noch vor wenigen Tagen tapfer, lebensfroh unb hoffnungsfreudig ge­gen den Feind stürmte, um mit feinem Leben die Heimat zu schützen. L. G.

fall den Stamm für eine bei 12 aufzustellenden Refervebioisionen abgeben. 3 Gebirgsartillerieabtei­lungen werben in reitenbe Abteilungen für bie 3 Kavalleriebrigaben umgeftaltet, eine Reihe von Beigaben wirb motorisiert

Das Heer vermag sich aus eine starke, tn ben Sokols, ben altberühmten tschechischen Turnver­einen, verankerte militärische Iugenbaus- b i 1 b u n g zu stützen Eine Versorgung mit Waffen, Munition unb Gerät wirb d»urch bie hochentwickelte, vom alten Oesterreich übernommene unb von Frank­reich finanziell gestützte R ü st u n g s i n b u st r i e (an ber Spitze Skoba in Pilsen) mehr als reich­lich gebeckt Disziplin unb Ausbilbungsgrab bes tschechoslowakischen Heeres werben gelobt, unb es kann wohl kein Zweifel barüber bestehen, bah im Falle eines europäischen Konfliktes bas Heer eine beachtliche Rolle spielen würbe. By.

startbereiten Luftarmeen umgeben

; Deutschland ist z B unter Berücksichti- igung ieiner jetzigen Sieblungswerse fast dreimal so luftempfinblid) als Frankreich, oier- mal so luftempfinblid) als bie Tschechoslowakei und sechzigmal so luftempfinblid) als Rußland. Eine Stadt- und Landesplanung soll dieser Gefahr Rech­nung tragen, z. B. durch Auflockerung der Großstädte. Deutschland besitzt nämlich die größte Anzahl der Großstädte in Europa. Aber nicht nur bie Menschenmassierung erhöht bie ßuftempfmb« lichkeit, sondern auch die Zusammendran» g u n g d e r Industrieanlagen wie an ber Ruhr, in Sachsen, in Oberschlesien. Jedes Werk, bas unmittelbar ber Erhaltung des Lebens und der Ar­beit der Bevölkerung dient, kann als luftempfinblid) bezeichnet werden (Elektrizitäts-, Gas- und Wasser­werke z.B.) aber auch alle Verkehrsanlagen, Eisen­bahnen, Bahnhöfe, Flughäfen, Hafenplatze usw. Dann natürlich auch Regierungszentren (Berlin!) und Führungszentralen (Kvrnmandvbehorden, Gar­nisonen aller Art). Alle solche Plätze werden stets die ersten Angriffsziele feindlicher Bombengeschwader sein, um das Hinterland unb bie Zufuhrquellen

Zuverlässigkeit bes Schweizer Wehrmannes zu er­blicken; ob auch große Staaten biefe Einrichtung übernehmen könnten, ist minbeftens fraglich

Die Hebungen werben vorwiegenb im Anschlag liegenb, einige fnienb geschossen; die Anforderungen für die (Erfüllung der Bedingungen sind beachtens­wert hoch unb entsprechen minbeftens den Bedin­gungen, die unserem ersten Jahrgang im alten Heer gestellt waren Dazu ist allerdings noch zu bemerken, daß fast in der ganzen Schweizer männlichen Be­völkerung ein überaus starkes Interesse am Schießwesen vorhanden ist Wer als alter deutscher Soldat Gelegenheit gehabt hat, persönlich an solchen Sonntagsübungen auf einem Dorfschieß­platz ber Schweiz teilzunehmen, wirb jebenfalls gerne anerkennen, daß in dieser Richtung von der Eidge­nossenschaft das Bestmögliche geschieht, um ihre Wehrmänner zu tüchtigen Schützen auszubilden, und wird auch feftfteUen. daß die erzielten Erfolge aller Achtung wert sind Deshalb kann der Schweizer Schießbetrieb auch jenen Staaten gute Lehren bie­ten, die ganz ober teilweise zum Milizsystem über­gehen wollen v. G

Das Heer derTschechoftowokei

Wie ein Keil springt bie Tschechoslowakei in ben Südosten Deutschlanbs hinein Aus Hunberte von Kilometern begleitet sie Deutschlanbs Grenze. Wenige Kraftfahrstunben nur steht ihr Heer vor Breslau, Dresben unb Nürn­berg. Ein gewichtiges ©lieb in ber Kette ist es, die Frankreich um Deutschlanb schlang. Unb boch hören unb wissen wir wenig von ihm Unsere Blicke sinb weiter nach Osten gerichtet, wo ber Pole uns der gefährlichere Gegner bünkt Kriegserinnerungen lassen uns ben Tschechen in weniger günstigem militärischen Licht sehen: ein unwilliger Kämpfer im Rahmen bes österreichisch-ungarischen Heeres, ber, sobalb sich Gelegenheit bot, zum Fembe über« lief. Auch als tschechoslowakischer Legionär an ber Seite ber Alliierten verbesserte er nicht gerabe feinen Rus. Seitbem hat sich manches geänbert. Als telbftänbiger Staat hat bie Tschechoslowake, alles darangesetzt, sich ein v o 11 w e r t i g e s n e u- zeitliches Heer zu schaffen, und ihr Beschützer an der Seine hat mit Geld und weisen Ratschlagen

Die Ansiedlung konnte bisher wenig Fortschritte machen, weil zuviel Hemmnisse verschiedener Art vorhanden waren. Durch die erfreuliche Initiative unserer jetzigen Reichsregierung kommt jedoch ein neuer Zug in die deutsche Siedlungspolitik, unb baburd) wirb hoffentlich auch bie Ansieblung lanb« wirtschaftlich ausgebilbeter Solbaten anbere Fort­schritte machen wie bisher

Trotzbem bleibt bie wichtigste unb von ben Sol­baten am meisten gewünschte Art ber Ansässig- machung: ber Erwerb schon bestehenber lanbwirtschaftlicher Anwesen. Währenb aber für bie Ansieblung verhältnismäßig große Mittel vorhanben sinb, ist es bis jetzt nicht möglich geworben, auch ben Ankauf schon bestehenber lanb­wirtschaftlicher Anwesen burch niebrig verzinsliche Darlehen zu förbern. Hierüber schweben jeboch zwischen den einschlägigen Stellen Verhandlungen. Aus bie Ansieblung usw. näher einzugehen, verbietet ber enge Raum bieses Artikels. Vielleicht gibt sich später Gelegenheit, über bieses Thema zu sprechen Jebenfalls glaube ich gezeigt zu haben, baß ber aus ber Lanbwirtfchaft ftammenbe Solbat, auch wenn er vorher in bienenber Stellung war, einen wirtschaftlichen Aufstieg erleben kann, wenn er ben ihm von ber Heeresleitung in seltener Weise vorbereiteten Weg geht. Dabei erweist er nicht nur sich selbst einen Dienst, fonbern auch seinen Kameraben unb seinem Vaterlanb; denn ber übergroße Zubrang zur Beamtenlaufbahn wirb geminbert unb unsere wirtschaftliche Leistungsfähig­keit wirb gestärkt.Den Reichtum bes Staates macht bie Zahl ber tüchtigen Bewohner aus. Wer Bauern st eilen Wiafff *"»r nützt Volk unb Vaterland "

Oer tote Kamerad

,m Niemandsland

Naßkalt war bie Nacht vom 6. zum 7 November 1914, einen eisigen, feinen Sprühregen fegte uns der Sturm, ber vom Kanal herwehte, ins Gesicht, Mantel unb Uniform waren klitschnaß Tagelang schon standen wir in den nassen Gräben, fchliefen in ben verschlammten Erblöchern bes lehmigen Lo­dens, die wir mit ben einfachsten Mitteln stützen mußien, um sie vor bem Einsturz zu bewahren Tagelang waren wir bem englischen Feuer aus« gesetzt, bem wir aus Mangel an weittragenden Ge­schützen und Munition, nicht so antworten konnten, wie wir gerne mochten Wir durften je Mann und Tag nur 5 Patronen verschießen. Das Essen war mangelhaft und konnte uns nur in der Nacht 'n Kochgeschirren zugetragen werden, da tagsüber das hinter uns liegende Gelände fast ständig unter Feuer lag Namentlich waren es die englischen Ma­schinengewehre, die mit nur geringen Unterbrechun­gen in Tätigkeit waren und fast leden Verkehr un­möglich machten In der Nacht vom 31 Oktober Aum 1 November hatte unser Schwesterregiment die 224er, leider vergeblich versucht, die englische Stellung, die etwa 300 bis 400 Meter vor uns ag unb in bem von einer mächtigen Mauer umrah nten Schloß Chartreu; vor La Bouttllerie eine starke Stütze hatte, zu stürmen. Zahlreiche Tote lager. noch vor uns, unb bermer.schenfreunbstche engl Iche Abschnittskommanbeur hatte es abgelehnt, einen JHafbmfnllftanb für die Beerdigung der Gefallenen au bewilligen. Unsere Artillerie mußte die ^t.llung erft sturmreif schießen. Wir bekamen Befehl, unsere Stelluna vorAi'Vb-n

^Den" landwirtschaftlichen Unterricht finden wir schon im alten Heer unter dem Nam^ 7iii^i-neüerr©raben auszuheben unb diesen mit dem Hinteren Graben zu oerbmben

Mit meinem Felbwebel Reumschu fei um) zehn Mann, bie sich freiwillig aemelbet hatten id)lid) ich mich nach vorne. Eine rabenschwarze Nacht umgab uns man konnte kaum einige Meter weit bltaen Etwa 80 Meter vor uns stießen wir aus einen na­türlichen von Weibenbüschen umrahmten Wasser­graben. ' ber sich parallel zur englischen Stellung hinzog. Wir beschlossen, ihn auszubauen unb ben Verbinbungsgraben nach hinten festzulegen

Die körperliche Arbeit in ber feuchten Käste tat uns wohl Die Erbarbeiten mußten in größter Stille oorgenommen werben, um bic Engländer nicht auf unsere Tätigkeit aufmerksam zu machen Außer eini­gen englischen Patrouillen wir hatten Indier vor uns liegen - die sich im Vorgelande bemerkbar machten, und durch einige Schüsse vertrieben wur­den war nichts Verdächtiges zu bemerken. Der Wind trieb uns einen entsetzlichen Leichengeruch ent» gegen Der Geruch war kaum zu ertragen. Der Ta- Lf in ber Pfeife, bie Zigarre, bas Stückchen Korm misbrot, das man, alles schmeckte unb rod) süßlich unb ekelerregenb

Einige Meter vor uns lag em toter 224er, brf unb aufgebunfen hob sich fein Leib gegen ben nächt­lichen Himmel ab Wer mochte es fein? Drei Mann krochen langsam unb vorsichtig aus bem Graben, um ben toten Kameraben nut Erbe zu beberfen.

aber waren sie in seiner Nahe, ba sausten xikhenb bie Geschosse eines englischen Maschinen­gewehrs über unsere Köpfe Alle bückten >ich tief aus bie (Erbe, ich rief meinen Leuten zu, zuruckzu- kriechen unb sich nicht unnötig ber Gefahr getroffen VmL. bem toten Kameraden ein

^ustempfindlichkeit.

Durch bie Einführung des Luftraumes, der dritten Dimension, als Schauplatz des Krieges und derStraßen der Luft" als Anmarschwege feind- lieber Streitkräfte wurden bie dis bahin keines un­mittelbaren Schutzes bebürfenben Lebenszentren im Hinterlanbe plötzlich Angriffen aus ber Luft aus­gesetzt. Sie wurden empfindlich gegen Heb er falle aus bem Luftraum sie würben luftempfi.nbl ich

Je leichter es einem Gegner wirb, auf bem Luft­wege an ein Ziel heranzukommen, je leichter bujes Ziel zu finden und zu treffen ist und je aussichts­reicher die Wirkung eines solchen Luftangriffes ist, um jo luftempfindlicher ist ein Land, eine -stabt, ein Ort. - Man hat gesagt, daß in bieser Hinsicht (Englanb bas luftempfinblichsteLand E u r o p as wäre, aber England besitzt ungeheure Luftstreitkräfte, bie es sogar noch zu oer- doppeln strebt England ist nur vom Osten her an­greifbar, läßt man bie Flugzeugmutterschiffe aus dem Spiel, bie etwa von einer andern Seite her an­gelegt werben können Nein, Deutschlanb stt allein schon deshalb so hoch luftempfindstch, weil es keine eigenen ßufttruppen hat, die einen Angreifer im Kampf zurückwer­fen könnten, aber nicht genug: Deutschland ist von allen Seiten von phantastisch starken und stets

Der Vauemsvhn und die Reichswehr

23on Oderlcmdwirtschaftsrcit Or. Wendte.

Die stärkste Stütze des Staates ist seine Wehr­macht. Nur das Vorhandensein einer verläßlichen Truppe verbürgt Ruhe und Ordnung im Lande, und nur unter diesen Voraussetzungen kann ein geord­netes Wirtschaftsleben bestehen.Das Schwert ist ba, ben Pflug zu schützen, ber Pflug tfts, ber bas Schwert erhält." Nicht zuletzt unsere Lanbwirtschaft hat ein Interesse baran, baß bas burch ben Ver­sailler Vertrag zugestanbene kleine Heer zu einem zuverlässigen Schutz bes Vaterlanbes ausgebaut unb gesunberhalten wirb. Hierbei ist aber einer ber wichtigsten Momente bie Versorgung ber ausscheibenben Solbaten. Denn von ber befriebigenben Lösung bieser Frage hängt bie Er­satz f r a g e ber Truppe ganz wesentlich ab

Im Gegensatz zu früher ist heute em großer Teil ber nach zwölf Dienstjahren ausscheibenben Solba­ten auf bas Unternommen im freien Erwerbsleben angewiesen. Die aus ber Landwirtschaft stammen­den Soldaten werden am besten auf die Unter­bringung im landwirtschaftlichen Berufe verwiesen; sie müssen von dem Zudrana zur Veamtenlaufbahn schon in ihrem eigenen Interesse abgebracht unb möglichst bem Lanb zurückgegeben werben. Die besonbers günstigen Fälle der Ueber­nahme bes elterlichen Anwesens ober bie Einheirat sinb ja verhältnismäßig selten Auch bie Unter­bringung in lanbwirtschastlichen Stellen kommt ver­hältnismäßig weniger in Frage Die hauptsächlichste Unterbringungsart ist bie Ansässigmachung auf lanbwirtfchaftlichen Anwesen ober bie ländliche

Die Achillesferse des M 11 i z s y st e m s liegt offen» Haushalt nach den offiziellen Angaben: 1800 kundig in ber knapp bemessenen Ausbil - Millionen Tschechenkronen, unter Hinzurechnung bungs pit Man sucht bieser Schwäche burch in- aller nach jranzosischem Muster in Haushalten anbe- tenjioe Ausnützung ber Ausbilbungsperioben (Re- rer Ministerien getarnter Wehrmachtsausgaben: krutenschule unb Wieberholungsübungen) nach ber £235 Millionen, bas sinb 18 bis 20 v. H bes kriegsmäßigen Seite hin. burch häufige Wieber-G e f a m t h a u s h a l t e s ober 122,5 Kronen auf holungskurse unb burch militärische Iugenbvorbe-1 oen Kopf ber Bevölkerung.

Leitungen soweit als möglich zu begegnen In ber! Zur Zeit ist bas Heer in ber Umbildung be° Schweiz tritt zu diesen Behelfen vor allem die! griffen Die gesetzliche Dienstzeit ist von 18 Monate gründliche fortlaufende Erhaltung und För­derung der Schießfertigkeit des Wehr­mannes in der Reserve (Auszug) unb ber Lanb-

bie Stellung in großen Zügen so Doroereuct, daß bie Kompanie am anderen Tag einrücken und den Graben weiter ausbauen konnte. Wir zogen'**'' vorsichtig nach links an die rue du Turques gelangten durch ben verschlammten Straßengraben wohlbehalten in unseren alten Graben.